Jäger im Zwielicht - Abschnitt 2: Die Gejagte von Windsor Forest – Ende

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von "Die Gejagte von Windsor Forest" bis zum Ende schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Ach, bin ich nach langer Zeit in einem Buch mal wieder die erste zu Beginn eines Abschnittes.


    Eine schöne Novelle, reich geschmückt mit vielen alten Erzählungen und von der Erzählweise eine alte Sage. Liest sich wunderbar. Deshalb haben hier auch schon zwei Leute die Erzählung gelesen.


    Ich bin ja so froh, dass ich in einer Leserunde bin und mir deshalb sicher jemand erklären kann, wer denn nun Cascadin war oder ist? Der Tod? Was will er vom König und wieso hat er so einen Einfluss auf den König und weshalb ist der Tod so schnell mit geifern. Nun ja, der Tod hat, wie das Leben, viele Gesichter, aber die Frauen werden nur schön beschrieben. "Der Tod ist eine Frau", das war für mich mal ein ganz toller Anfang, aber irgendwas habe ich verpasst. Ich habe ihn dann nur als Mann gesehen und irgendwie kommt mir die Erzählung in dieser Beziehung so vor, als sei sie aus dem Kreis der MZB geschrieben Ende der 70er als die Emanzipationsliteratur so voll im Gange war. (Deshalb konnte ich "Die Nebel von Avalon" nicht zu Ende lesen)


    Ich bin wirklich schwer von Begriff, denn es brauchte noch den zweiten Hinweis, den auf die grünen Augen, bevor ich wußte wer Carry war. Das Julia die Inkarnation der Cassandra war, ergab sich aus dem Gespräch mit der weisen Frau in der Hütte.


    Am Ende ist unklar, wie es mit dem König weiter ging, ob der Herr des Waldes ihm beibringen konnte wie man jagt? Ich bin voller Spannung, welche Erklärungen ihr habt und warte nun auf die Beiträge.


    PS: Wenn das Buch nicht von Stephan wäre, würde ich denken, es ist ein Kindheitstraum von Aileen, eigentlich eine andere zu sein und zu den Unsterblichen zu gehören :)

  • Und fertig.


    Tja, also die Leiche von Herne ist also nicht auffindbar und irgendwie war dann schnell klar, dass er der Mann auf dem schwarzen Pferd ist.


    Mir tat Cassandra leid. Dieses Ungewisse was mit dem Geliebten nun passiert ist, ist bestimmt sehr schwierig zu verkraften.


    Als sie sich dann auf den Weg macht ihn zu finden, war ich gespannt, ob sie ihm bald gegenüberstehen wird. Das war ja dann nur ganz kurz so. Die Dame im Wald gehörte zur Quelle, der alte Mann war der Tod und die Dame an der Quelle quasi die Quelle selbst.
    Den Weg zur Quelle hat sie ja relativ schnell und leicht gefunden, durch die Hilfe der Tiere. Das fand ich sehr nett =o)


    Als es dann hieß, Cassandra soll das Wasser selbst trinken, dachte ich mir schon 'Na dann wird sie sich wohl opfern müssen.' Und dem war dann ja auch so. So schließt sich der Kreis. Denn: Herne ist nicht gestorben und für ein Leben, das der Tod nicht nehmen konnte, braucht es einen Ersatz. Das war dann Cassandra.


    Es ist sehr schade, dass es so ausgegangen ist zu der Zeit, aber das Schicksal hatte wohl mehr vor.
    Nun wissen wir auch warum Julia nach England reisen sollte. Sie war also die Reinkarnation der Cassandra. Da am Anfang nicht gesagt wurde welche Haarfarbe und welche Augenfarbe sie hat, konnte es mehr oder minder erst am Ende aufgelöst werden. Sonst wäre es ja zu offensichtlich gewesen ^^


    Ich glaube der kleine, fiese, miese Cascadian war dann wohl das Schicksal. Oder? So würde ich ihn einordnen. Er hat Cassandra immer die Wahl gelassen selbst zu entscheiden sie also nicht in eine Richtung gedrängt. Von daher würde Schicksal ganz gut passen.


    Mir hat das Büchlein sehr gut gefallen - drei Seiten mehr am Anfang und ich wäre restlos begeistert ^^

  • Ach, wie schön, mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen, wie ein Märchen. Und ja, diese Geschichte hätte locker das Potential, ein Roman zu werden. Es gibt so viele Dinge, die man noch gerne nachfragen oder klären würde, was aber bei einer Novelle natürlich nicht geht.


    Rhea hatte tatsächlich recht, daß Cassandra zum Hirsch wird - und ich hatte noch im vorigen Abschnitt überlegt, weil der Hirsch, der ins Wasser sieht und erschrickt, ein Er war. Aber es heißt ja auch DER Hirsch, insofern finde ich das sehr raffiniert ;D


    Cassandras Suche nach dem Kreis der Fünf Steine hat mir sehr gut gefallen, ich liebe das besonders, wenn so eine Suche mit fantastischen und magischen Wesen usw. angereichert wird und so etwas Unwirkliches dadurch bekommt. Der kleine Lunaduril Sil hat mir besonders gut gefallen, ich mußte bei dem Dialog zwischen ihm und Cassandra ziemlich grinsen. Da die Lunaduril leuchten können, ist wahrscheinlich der Wortteil Luna nicht zufällig von dir gewählt, oder?


    Sehr schön fand ich auch die Erklärung der Hüterin des Kreises, daß alle Lebewesen diesen Ort kennen und ihn in sich tragen, daß er die Ursache ihrer Sehnsucht ist und für jeden anders aussieht.


    Cassandra muß sich opfern, um den Bann von Herne zu nehmen, damit dieser erkennt, daß er etwas Wichtigeres verloren hat als seine Jagdfähigkeit. Daß er unsterblich ist, hatte ich mir beinahe schon gedacht, nachdem sein Selbstmordversuch nicht geklappt hat. Und nun wird er doch zum Hüter des Waldes, ich finde das eine sehr passende Aufgabe für ihn - und eine schöne Vorstellung.
    Wer Carry tatsächlich ist, habe ich nicht gleich gemerkt, dabei hätte man über den Namen daraufkommen können. Mir hat es erst gedämmert, als sie Julia zu dem Ausritt überedet, da ahnte ich auch allmählich Julias Rolle. Irgendwer hat im ersten Abschnitt die Jahreszahlen von Richards Regentschaft hier eingestellt: d.h. Herne mußte viele Jahrhunderte warten, aber nun ist er endlich mit seiner großen Liebe wieder vereint.


    Stephan, wie bist du auf diese Geschichte gekommen? Einfach so oder wurdest du durch bestimmte Mythen und Legenden inspiriert?



    Ich bin ja so froh, dass ich in einer Leserunde bin und mir deshalb sicher jemand erklären kann, wer denn nun Cascadin war oder ist? Der Tod?


    Ja, das ist eine gute Frage. Der Tod kann er eigentlich nicht sein, das müßte der alte Mann mit den gelben Fußnägel gewesen sein, unter dessen Füßen das Gras verdorrte. Er sagt einmal: "Ich bin der, den niemand will und dem dennoch keiner entrinnen kann." Auch nimmt er später Cassandra in Empfang, daher denke ich, er ist der Tod. Mir hat es auch gut gefallen, daß das "Paradies" ein Ort aus Licht und Schatten ist, daß Beides zusammengehört. Auch die Idee mit den Samenkörnern fand ich sehr schön.


    Ich habe mir überlegt, ob Cascadine das Schicksal ist, auch das kann fies und grausam sein. Das könnte auch erklären, warum Hernes Pfeil nie trifft: das Schicksal kann man nicht töten oder beeinflussen. Ich hatte auch immer das Gefühl, daß Cascadine genau wußte, was geschehen wird und wann. Bei seiner letzten Begegnung mit Cassandra ist er auch nicht mehr der spöttische und gruselige alte Mann, sondern bewahrt sie davor, als Gespielin des Königs mitgenommen zu werden - weil er eine andere Aufgabe für sie vorgesehen hat, nehme ich an.
    Nur weiß ich nicht so genau, was das Schicksal mit einem schwarzen Pferd und diesen Höllenhunden zu tun hat ;D


    Ich bin jetzt auch gespannt, was die Anderen schreiben, wer Cascadine sein könnte.



    Ich bin wirklich schwer von Begriff, denn es brauchte noch den zweiten Hinweis, den auf die grünen Augen, bevor ich wußte wer Carry war. Das Julia die Inkarnation der Cassandra war, ergab sich aus dem Gespräch mit der weisen Frau in der Hütte.


    Tröste dich, ich habe es auch erst ganz zum Schluß kapiert ;D Und das mit Julia ebenso :-[

  • Ich bin auch fertig - ich muss gestehen, ich hab es gestern schon fertig gelesen.


    Als Cassandra die Leiche von Herne nicht fand und auf Cascadine traf dachte ich schon, daß sie nun doch zur Gespielin des Königs werden muss. Die Ritter um Cascadine wären der Sache ja auch nicht abgeneigt gewesen. Gott sei Dank war dem nicht so.


    Herne ist also tatsächlich nicht tot - er verliert aber nach und nach seine Erinnerung und verschmilzt mit dem Hirsch.


    Zitat

    Den Weg zur Quelle hat sie ja relativ schnell und leicht gefunden, durch die Hilfe der Tiere. Das fand ich sehr nett =o)


    Das ist mir zu glatt gelaufen. Von mir aus hätte eines der Tiere versuchen können sie in die Irre zu führen damit sie den rechten Weg alleine suchen/finden muss. So war es ja wie ein roter Teppich der ihr vor die Füße gelegt wurde. Aber gut, sie muss sich anschließend opfern, da muss man auch nicht vorher noch irrgeleitet werden. ;)


    Als die Hüterin ihr sagte, daß sie das Wasser selbst trinken muss war mir klar, daß sie sich wandelt und nicht Herne. So findet dann auch der weiße Hirsch seine Zuordnung. Und der letzte Pfeil verschwindet nicht auf irgendwelchen magischen Wegen wieder mal in der Eiche sondern trifft Cassandra bzw. ihre verwandelte Gestalt.


    Ja, Herne musste viele Jahre warten wenn Julia in der heutigen Zeit lebt.


    Die Beschreibung des alten Mannes mit den gelben Fußnägeln....Kopfkino.... [Blockierte Grafik: http://www.cosgan.de/images/midi/konfus/e015.gif]


    Ist Cascadine das Schicksal? Ich weiß nicht.
    Fragt das Schicksal vorher wie man es gerne hätte oder schlägt es nicht normalerweise einfach unbarmherzig zu?

  • Ich weiß auch nicht wer oder was Cascadine ist :-\
    Von daher fehlt mir jetzt glaube ich auch so ein bißchen der Schlüssel zur Geschichte...


    Das Herne diesen Unfall hatte und dann zwar gerettet wurde, aber eben doch nicht so wie er es wollte - das war einfach nur Schicksal !?


    Was ist denn die Moral für Cassandra ? Bzw warum mußte sie sich nun opfern ?
    Was hat sie verkehrt gemacht, als sie Herne am Leben hielt, trotzdem er dafür Opfer bringen mußte ?


    Da wären wir dann ja wieder da: "Lieber tot als das Leben unter schlechteren Voraussetzungen als vorher zu leben" !?!


    Und warum muß dann Cassandra das Opfer bringen ?
    Bzw sie MUSS ja nicht, sie hat die Wahl und entscheidet sich dafür, lieber zu sterben, aber Herne zu helfen.


    Immerhin gibt es ja dann ein Happy End, die beiden sind endlich vereint. Hier fehlt mir dann aber doch so eine Rahmenhandlung, warum das nun Julia ist, wie/warum sie nach England kam usw. Aber das ist natürlich nun der Kürze des Buches geschuldet - da kann man das nicht alles beschreiben.


    Ach, nud was ich sehr gerne noch gewußt hätte, warum Herne vom König so ganz anders behandelt wurde als die anderen Jäger.


  • Ach, nud was ich sehr gerne noch gewußt hätte, warum Herne vom König so ganz anders behandelt wurde als die anderen Jäger.


    Ja, das würde mich auch mal interessieren. Das wurde so gar nicht aufgedeckt.


    @Cassandras Schicksal
    Hm, vielleicht musste sie ein Opfer geben, weil sie 'egoistisch' gehandelt hat als er lebensgefährlich verletzt war. Klingt jetzt doof so, aber an sich wusste sie ja, dass er durch und durch Jäger war. Wir sind heute der Meinung 'Hauptsache leben, wenn es ein Leben ist'. Zu der Zeit, wenn man jetzt davon ausgeht, dass es der wirkliche Richard II. war, war es mit Sicherheit noch etwas anderes.
    Sie wollte ihren Geliebten aber nun nicht verlieren und hat dafür in Kauf genommen, dass er kein Jäger mehr sein kann, weil SIE ihn nicht verlieren wollte. Ist die Frage - wie hätte er sich entschieden. Von dem Geweih mal abgesehen, mein ich. Wenn das jetzt nicht gewesen wäre - hätter er zugestimmt gerettet zu werden auch wenn er dann nie wieder jagen gehen könnte?
    Und weil sie entschieden hat, dass er leben soll und sie quasi dem Tod ein Schnippchen geschlagen hat, muss sie auch dafür 'zahlen'.


    Also irgendwie so halt ^^


    Mit einer Moral würde ich mich hier mal bedeckt halten. Nicht jede Geschichte beinhaltet eine solche Botschaft. Wenn aber eine dahinter steckt, bin ich gespannt sie zu erfahren =o)


  • Und warum muß dann Cassandra das Opfer bringen ?
    Bzw sie MUSS ja nicht, sie hat die Wahl und entscheidet sich dafür, lieber zu sterben, aber Herne zu helfen.


    Ich sehe das so wie die alten Sagen eben auch sind, da wird nicht viel erklärt. Cassandras Liebe wird auf die Probe gestellt. Sie hat für Herne das Leben gewählt, war das egoistisch, oder wollte sie wirklich einfach nur, dass er weiter lebt?


    Herne hat dem falschen Herrn gedient, aber er hat die richtigen Entscheidungen getroffen. Vielleicht sollte sein Schicksal sein, dass er viel früher in das Tal der Ruhe kommt, aber Cassandra hat dies verhindert und ihn damit eigentlich erst in die Situation gebracht, die sein Schicksal ändern konnte. Oder? ???

  • PS: Wenn das Buch nicht von Stephan wäre, würde ich denken, es ist ein Kindheitstraum von Aileen, eigentlich eine andere zu sein und zu den Unsterblichen zu gehören :)


    :D Vielleicht gehören wir ja alle zu den Unsterblichen ;)


    Das denke ich auch, oder auch in Märchen bleibt aufgrund ihrer Kürze immer noch viel offen.


    Ich glaube auch, weder in Kurzgeschichten noch Märchen oder Novellen kann man alles restlos aufklären, und oft hält man ja auch ein Ende bewusst so offen, dass es der Fantasie des Lesers überlassen bleibt, wie er bestimmte Dinge sieht - ich sage nur "Feenturm" ;)






    Zitat


    Die Beschreibung des alten Mannes mit den gelben Fußnägeln....Kopfkino.... [Blockierte Grafik: http://www.cosgan.de/images/midi/konfus/e015.gif]


    Ich glaube, zu der Szene hat Dich Deine Zeit beim Zivildienst inspiriert, oder :totlach:


  • Ich glaube auch, weder in Kurzgeschichten noch Märchen oder Novellen kann man alles restlos aufklären, und oft hält man ja auch ein Ende bewusst so offen, dass es der Fantasie des Lesers überlassen bleibt, wie er bestimmte Dinge sieht - ich sage nur "Feenturm" ;)


    Nun weiß ich wieder, warum das immer noch subbt :D

  • :winken:
    Ich finde die vielen Diskussionen und Überlegungen sehr schön und auch total interessant, zumal es ja nur ein kurzes Büchlein ist. Deshalb schon mal ein Dankeschön an dieser Stelle :).


    Vielleicht noch ein paar Worte von meiner Seite zu den Charakteren und der Novelle selbst:


    Es war schon eine Herausforderung die Seitenvorgaben einzuhalten, da die Geschichte an sich ja viel Potenzial bietet und an vielen Stellen noch ausgebaut werden möchte / könnte - das habt ihr ja auch bemerkt. Dennoch habe ich manches bewusst offen gelassen, eben um den Leser dazu anzuregen, über die Geschichte nachzudenken. Herne der Jäger, dem ich das erste Mal in der Serie "Robin of Sherwood " begegnet bin, hatte mich damals schon fasziniert und so wollte ich eine eigene Geschichte dazu "weben". Auch Carridwen entstammt einer alten Sage.
    Fast schon mystisch wurde mir zumute als ich feststellte, dass Carry Carridwenn ist, die Julia / Cassandra am Ende zu Herne zurückbringt. Das war von mir Anfangs gar nicht geplant, sondern hat sich aus der Geschichte einfach so entwickelt. An solchen Stellen fragt man sich, wer oder was da noch so mitschreibt an einem solchen Buch. Michael Ende behauptete ja auch einmal, dass ihm Elfen oder andere Wesen über die Schulter sahen, als er "Die Unendliche Geschichte" schrieb. Natürlich wage ich es nicht, mich mit Michael Ende zu vergleichen, denn er war ja ein brillanter Autor und die "Die Unendliche Geschichte" sehr tiefgründig.


    In Cascadine sehe auch ich das Schicksal, das Unwägbare, einen geistigen Führer. Nicht in dem Sinne, dass es einem Ereignisse vor den Latz knallt, sondern auch mal die Wahl lässt. Nicht immer sind diese Entscheidungen leicht, wie Cassandra ja erfahren musste, und nicht immer stellt sich danach Zufriedenheit ein. Weder Herne, noch Cassandra noch Richard waren mit dem Ergebnis glücklich. Am Ende jedoch waren all das notwendige Schritte, damit etwas Höheres entstehen kann, und das ist für mich Herne, der Herr des Waldes. Und auch Cassandra fand als Julia zu ihm zurück. Dies war das Wirken von Cascadine und eigentlich auch von Carridwen, also das Männliche und das Weibliche - wenn man das so sehen möchte.


    Der Tod ist nur der Diener des Lebens. Keiner will ihn, doch jeder muss zu ihm. Er nimmt jedoch nur entgegen und reicht weiter, ist also damit nur ein Teil des Lebens selbst.


    Sil von den Lundaruil steht für mich für das Licht auf dunklen Pfaden. Cassandra wandelte ja auf einem dunklen Pfad und Sil bzw. die Lunaduril weisen ihm den Weg. Vielleicht mag man in Sil auch das Kindliche in uns sehen, das wir nicht vergessen sollten.


    Sicherlich bleiben Fragen übrig, aber das soll auch so sein ( und ist auch der Kürze der Novelle geschuldet). Wie kam Herne zu Richard, wie brachte es Cascadine zum königlichen Leibarzt ( obwohl man erahnen mag, dass er durch sein Wirken sicher einen Weg fand ), wie kam Julia nach England, was drängte sie ( hätte ich jetzt im Nachhinein betrachtet wirklich gerne eingeflochten ) ? Was tat Herne nach Cassandras Tod und in der Zeit bis er sie in Julia wiederfand? Man mag seiner Phantasie freien Lauf lassen... :)


    Das Pferd - woher kam dieses? Sicher hat es Cascadine oder Carridwen geschickt, oder? Zumindest hatte es eine wichtige Rolle: Es trug Julia zu ihm - und vielleicht zählt nur das am Ende :).


    So, und jetzt diskutiert ruhig weiter oder stellt Fragen :).


  • Herne der Jäger, dem ich das erste Mal in der Serie "Robin of Sherwood " begegnet bin, hatte mich damals schon fasziniert und so wollte ich eine eigene Geschichte dazu "weben".


    Jetzt weiß ich endlich, warum bei mir bei Herne, dem Jäger, ständig was im Hinterkopf geklingelt hat. Diese Serie habe ich damals geliebt, vorallem, weil mir der Robin-Darsteller damals so gut gefallen hat ;D



    Sicherlich bleiben Fragen übrig, aber das soll auch so sein ( und ist auch der Kürze der Novelle geschuldet). Wie kam Herne zu Richard, wie brachte es Cascadine zum königlichen Leibarzt ( obwohl man erahnen mag, dass er durch sein Wirken sicher einen Weg fand ), wie kam Julia nach England, was drängte sie ( hätte ich jetzt im Nachhinein betrachtet wirklich gerne eingeflochten ) ? Was tat Herne nach Cassandras Tod und in der Zeit bis er sie in Julia wiederfand? Man mag seiner Phantasie freien Lauf lassen... :)


    Da du den genialen Michael Ende erwähnst, fällt mir in diesem Zusammenhang direkt ein: "Das ist eine andere Geschichte, und soll ein ander Mal erzählt werden."

  • Das ist mir zu glatt gelaufen. Von mir aus hätte eines der Tiere versuchen können sie in die Irre zu führen damit sie den rechten Weg alleine suchen/finden muss. So war es ja wie ein roter Teppich der ihr vor die Füße gelegt wurde. Aber gut, sie muss sich anschließend opfern, da muss man auch nicht vorher noch irrgeleitet werden. ;)


    Ja, das ging wirklich ziemlich glatt... laute nette "Wegweiser".
    Aber eine schwierige Reise wäre in der Kürze der Zeit wohl auch nicht möglich gewesen ;)



    Es war schon eine Herausforderung die Seitenvorgaben einzuhalten, da die Geschichte an sich ja viel Potenzial bietet und an vielen Stellen noch ausgebaut werden möchte / könnte - das habt ihr ja auch bemerkt. Dennoch habe ich manches bewusst offen gelassen, eben um den Leser dazu anzuregen, über die Geschichte nachzudenken.


    Daß das schwierig war, glaube ich gerne.


    Das es offene Fragen gibt, finde ich nicht so schlimm...
    Ich glaube die Frage, was der König nun an ihm besonderes sah hängt halt (für mich) so in der Luft, weil ich erwartet habe das sie auch etwas mit dem Ende oder einer "Aufklärung der Geschichte" zu tun haben würde. :-\

  • Vielen DAnk für Deine Ausführlichen Hinweise und Antworten.



    :winken:
    Natürlich wage ich es nicht, mich mit Michael Ende zu vergleichen, denn er war ja ein brillanter Autor und die "Die Unendliche Geschichte" sehr tiefgründig.


    Ja, das ist sie und für mich ist die Geschichte ein wichtiger Meilenstein in der Fantasy, leider wird sie nicht so gewürdigt (und ist leider auch schlecht verfilmt worden). :winken:



    In Cascadine sehe auch ich das Schicksal, das Unwägbare, einen geistigen Führer.


    Warum wird er dann so geifernd gezeigt? Die Beschreibung von ihm war für mich so abstoßend, dass es mir schwer fällt, ihn als Schicksal zu sehen. Außerdem braucht das Schicksal sich nicht als Arzt zu verdingen, denn es nutzt ja immer andere aus, um Handlungen zu provozieren.
    Aber hier wirkt es so, als macht das Schicksal den König schlecht, damit er auf Tiere schießt, die man nicht schießen sollte und damit den Stein ins Rollen bringt. Das ist etwas, was mir nicht gefällt, denn ich mag den Gedanken nicht, dass wir dem Schicksal hoffnungslos ausgeliefert sind. Es sollte zumindest einen Rahmen geben in dem wir entscheiden können. Normalerweise handeln die Menschen in Sagen schlecht oder gut und demzufolge erfüllt sich deren Schicksal. Ich denke Herne hatte schon von Anfang an das Zeug zum Herrn des Waldes und er hätte das sicher auch freiwillig übernommen.



    Sil von den Lundaruil steht für mich für das Licht auf dunklen Pfaden. Cassandra wandelte ja auf einem dunklen Pfad und Sil bzw. die Lunaduril weisen ihm den Weg. Vielleicht mag man in Sil auch das Kindliche in uns sehen, das wir nicht vergessen sollten.


    Meinst Du Herne? Aber er wandelt doch erst auf einem dunklen Pfad, als das "Schicksal" eingreift und Cassandra wandelt doch eigentlich nur auf einem dunklen Pfad, als sie dorthin geschickt wird.
    Ihre eigentliche Probe ist es ja, das Wasser der Verwandlung zu trinken und da hat mich ein wenig gestört, dass sie nicht aufgeklärt wird, und sie auch selbst nicht versteht, dass sie sich in ein Tier verwandeln wird. Wieso ist sie da noch überrascht?




    Das Pferd - woher kam dieses? Sicher hat es Cascadine oder Carridwen geschickt, oder? Zumindest hatte es eine wichtige Rolle: Es trug Julia zu ihm - und vielleicht zählt nur das am Ende :).


    Das Pferd kam doch vom Schicksal, er hat es Herne gegeben, sagt er selbst und ein Pferd, dass einem das Schicksal gibt wird eben nicht alt :)