Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (bitte ohne Spoiler)

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    Wir freuen uns natürlich auch, wenn die Autoren ebenfalls ein Fazit zu ihrer Leserunde einbringen.


    Bitte achtet bei eurem Feedback darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Wie versprochen heute dann auch meine Rezension zum Buch. Ganz lieben Dank, dass ich bei dieser Leserunde dabei sein durfte. Meine Rezi findet ihr auch wieder auf meinem Blog, bei Amazon usw.


    Titel: Das Leben ist manchmal gar nicht so einfach...


    "Der Club der Traumtänzer" ist mein erster Roman von Andreas Izquierdo, den ich aufgrund der zahlreichen positiven Bewertungen einfach lesen wollte.


    Im Buch geht es um den erfolgreichen Unternehmensberater Gabor Schöning, der sein Leben fest im Griff hat. Wechselnde Liebschaften und das Tanzen versüßen ihm den Alltag, bis er plötzlich in einen Unfall verwickelt ist. Um seine Schuld zu vertuschen, lässt er sich auf eine Erpressung ein. Er soll Kids einer Sonderschule das Tanzen beibringen, nur hat dies fatale Folgen. Ob das ein gutes Ende nehmen wird?


    Mit Gabor als Protagonisten hatte ich im Buch konstant meine Schwierigkeiten, da ich sein Tun oft einfach nicht nachvollziehen konnte. Er handelt einfach zu impulsiv und ohne nachzudenken. Ganz im Gegensatz dazu stehen die Kinder aus der Förderschule, die jeder ihr Päckchen zu tragen haben. Die Kids haben mir wirklich sehr gut gefallen, allen voran Felix, den ich tief in mein Herz eingeschlossen habe. Aber auch in Jennifer konnte ich mich sehr gut hineinversetzen.


    Die Geschichte wird uns ansonsten aus der dritten Person geschildert, so dass wir jede Person mal begleiten.


    Dass Gabor sein Leben für die Kids komplett umkrempelt, hat mir sehr gut gefallen, allerdings war der Weg dorthin für mein Empfinden ein wenig an der Realität vorbei. Zudem waren die Probleme aller handelnden Akteure doch sehr viel, fast wirkte die Geschichte überfrachtet von menschlichen Problemen.


    Die Geschichte hat mich ansonsten mit kleinen Abstrichen gut unterhalten, ich konnte mal lachen und mal weinen.


    Fazit: Unterhaltsame Lektüre. Lesenswert!


    Bewertung: 4/ 5 Sternen

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

    Einmal editiert, zuletzt von nicigirl85 ()


  • Hallo, Nicigirl,


    danke erst einmal für die faire Bewertung, eine Bitte nur: Achtung Spoiler: Magst du das "Thema Hospiz" wieder rausnehmen? Ich meine damit bei den öffentlichen Plattfomen wie bspw. Amazon. Es verrät, dass jemand stirbt, denn aus einem Hospiz gibt es nur einen Weg heraus. Und es ist ein Teil des Spannungsbogens, ob Felix stirbt oder nicht, denn in den meisten Romanen würde eine Figur wie er überleben.
    LG
    Andreas


    edit Heimfinderin: Text weiß eingefärbt, damit auch hier für Neugierige, die das Buch noch lesen wollen, nicht zuviel verraten wird.

  • Anbei auch meine Meinung zum Buch, vielen Dank für die schöne Runde!


    Gabor Schöning ist ein erfolgreicher Unternehmensberater und großartiger Tänzer. Er hat Geld, Charme, sieht gut aus, die Frauen liegen im regelmäßig zu Füßen. Doch das führt zu ungeahnten Verwicklungen und Katastrophen, als er von seiner neuesten Eroberung während des Autofahrens so abgelenkt wird, dass er eine Fußgängerin anfährt. Diese entpuppt sich als Direktorin einer Schule für lernbehinderte Kinder. Damit sein Chef nichts von seinem Unfall erfährt, lässt sich Gabor überreden (oder wohl doch eher erpressen), an dieser Schule 5 Jugendlichen das Tanzen beizubringen. Gabor ist wenig begeistert und versucht sich mit allen möglichen Tricks aus der Affäre zu ziehen. Doch da beißt er bei Rektorin Kathrin auf Granit und so muss er sich mit Lisa, Jennifer, Marvin, Vinnie und Felix auseinandersetzen. Und auch die Fünf sind zuerst gar nicht begeistert von ihrem neuen Lehrer und vom Tanzen sowieso nicht – werden sie sich dennoch irgendwie zusammenraufen?


    Gabor war für mich eine zwiespältige Figur. Einerseits mochte ich ihn, er ist einfach charmant und intelligent, man muss ihn irgendwie mögen. Andererseits benimmt er sich in manchen Dingen wie ein Elefant im Porzellanladen und beruflich schreckt er vor kaum etwas zurück. So schwankte ich in meiner Einschätzung ständig zwischen Ablehnung und Sympathie hinundher.


    Die fünf Jugendlichen sind für ihn eine Herausforderung, wie er es noch nie erlebt hat. Seine normalen Mittel und Tricks versagen hier und er muss lernen, umzudenken und andere Wege zu gehen.


    Das Buch beginnt recht lustig und der Humor spielt auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Geschichte, doch der Grundton wird zunehmend ernster und tragischer.


    Nach und nach erfahren wir Leser mehr über die Schicksale der Kids und so wird ihr Verhalten schnell gut verständlich. Keiner von ihnen hat es besonders leicht im Leben und das liegt leider nicht nur an ihren unterdurchschnittlichen IQs, sondern vielmehr an ihren Familien und Lebensumständen. Ganz unterschiedliche Schicksale beschreibt der Autor hier, jedes für sich eine eigene Geschichte wert und daher streckenweise ziemlich geballt in diesem einen Buch.


    Mir hat das Buch gut gefallen, ich habe mich von Gabor und seinen Tanzkids schnell einfangen lassen und die Seiten flogen dann nur so dahin. Nicht alles hat mir gefallen, manches kann ich mir in der Realität vielleicht nicht so vorstellen, aber es ist ja auch ein Roman und den fand ich spannend, unterhaltend, manchmal ärgerlich, traurig, lustig, ergreifend, rührend und bewegend – die volle Bandbreite an Emotionen ist hier auf jeden Fall garantiert!

  • Hallo, Nicigirl,


    danke erst einmal für die faire Bewertung, eine Bitte nur: Achtung Spoiler: Magst du das "Thema Hospiz" wieder rausnehmen? Ich meine damit bei den öffentlichen Plattfomen wie bspw. Amazon. Es verrät, dass jemand stirbt, denn aus einem Hospiz gibt es nur einen Weg heraus. Und es ist ein Teil des Spannungsbogens, ob Felix stirbt oder nicht, denn in den meisten Romanen würde eine Figur wie er überleben.
    LG
    Andreas


    Hallo Andreas,


    wo ich es ändern konnte, habe ich es abgeändert. Entschuldige bitte, will natürlich nicht zu viel verraten. :bussi:

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

    Einmal editiert, zuletzt von Heimfinderin ()

  • Andreas Izquierdo - "Der Club der Traumtänzer" - Dumont-Verlag


    EIN MISTKERL ENTDECKT SEIN HERZ.. trifft es voll und ganz!


    Da ist ein antiker Spiegel - BADABING - Gabor Schöning rauscht vorbei - Badabumm - nur mit Socken bekleidet, aber auf die schaut sowieso keiner, auch nicht seine Nachbarin, die ihm von gegenüber interessiert mit Champagner zuprostet.
    So swingt er durch sein Penthouse, das große freie Fensterfronten hat, das Wochenende ist bereit, seine Lieblings-Tanzbar wartet, Gabor liebt den Tango und die Frauen lieben ihn dafür..
    Doch dieses Mal ist alles anders, sein hochbrisantes Date, ist auf der Heimfahrt etwas ungeduldig und so kommt es zu folgenschweren Unfall, eine Fahrradfahrerin wickelt sich quer über den Porsche, der hat nun eine Beule und besagte Radlerin ein gebrochenes Bein..nunja..Gabor tut sich auch etwas schwer beim Laufen, besucht die alte Schuldirektorin aber gleich am nächsten Tag..
    Hier und jetzt entscheidet sich Gabor Schönings Karrierre, Clausen & Wenningmeier hätten zwar auch noch ein Wörtchen mitzureden, ob ihr bester Mann Partner werden darf, aber erst muss er an Kathrin vorbei und die will ja nur einen klitzekleinen Gefallen..
    Jugendlichen ein paar Tanzschritte beibringen? An einer Förderschule für Kinder mit Lernschwächen? Warum nicht? Wie schwierig kann das schon sein? Es dauert ein paar Tage, bis Gabor einen Weg findet, ein Team zusammenzustellen, aber er ist zäh..genauso wie:
    Der überdrehte Vinnie, die schüchterne Jennifer, Marvin, der sich mit seinen Brüdern prügeln muss, Felix die Vollwaise und Lisa, die kein Wort mehr spricht. 5 Kinder - 5 Probleme und Gabor will sie alle lösen. Das ist sein Job, Gabor Schöning ist ein mit allen Wassern gewaschener Unternehmensberater.
    Aus den paar Tanzschritten wird ein ganzer Tango, aus einem Tango ein ganzer Auftritt auf einem Sommerfest, Kathrin hat die besten Ideen. Gabor steht bei der Direktorin in der Pflicht und die lässt ihm nicht auf jedem Meeting erscheinen, das Haifischbecken von C&W brodelt, wie lange kann er sie noch hinhalten, er ist nicht der Einzige, der Partner werden will..
    Doch wie so oft, kommt es anders, Gabor verliert sein Herz an diese Kinder..
    ❤❤❤❤❤
    Schwungvoll, romantisch, kontfliktreich, ironisch, berührend..sehr schön..!
    Ein schlaues Buch mit viel Spannung und Gespür!
    Diese "Meute" tanzt sich in jedes Herz!
    :)
    Vielen Dank an Leserunden.de, Andreas Izquierdo, dem Dumont-Verlag und diese tolle LR!
    Liebe Lesegrüße, SABO


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  • So, hier wird es langsam ruhig. Ein paar Nachzügler sind noch unterwegs, aber die Runde sollte nun zu einem Ende kommen. Es wäre daher schön, wenn nun alle, die es noch nicht getan haben, ihre Rezensionen bald einstellen, auch hier auf der Literaturschock-Hauptseite.


    Hier ist mein Fazit, das ich auch wie immer bei Literaturschock und Amazon einstellen werde:


    Zum Buch


    Inhalt
    Gabor Schöning ist ein erfolgreicher Unternehmensberater und steht kurz davor, als Partner in der Firma aufzusteigen. Ein Kundengeschäft muss er noch erfolgreich abschließen und seinen Konkurrenten aus dem Spiel schmeißen, aber das sind zwei seiner leichtesten Aufgaben. Sein Leben läuft also perfekt, ein schickes Penthouse und schöne Frauen runden es ab. Vergnügen findet der begnadete Tänzer im Tanz, alleine oder mit wechselnden Partnerinnen.


    Eines Tages wird ihm aber gerade eine der vielen schönen Frauen zum Verhängnis, die ihn in einen Unfall mit schwerwiegenden Folgen verwickelt. Das Unfallopfer ist Kathrin, Direktorin einer Förderschule, die ihn vor die Wahl stellt: entweder eine Anzeige und Mitteilung seines Vergehens an seinen Chef oder wöchentlicher Tanzunterreicht für fünf ihrer Schüler. Zähneknirschend gibt Gabor nach und jongliert von nun an zwischen Kundenmeetings, Kollegenintrigen und Tanzunterricht hin und her. Was für ihn anfangs zu einer nervtötenden Belastung wurde, geht ihm mit der Zeit sehr nahe, denn die Kids haben alle fünf ihre ganz besonderen Probleme, die auch den erfolgsverwöhnten und egozentrischen Gabor irgendwann nicht mehr kalt lassen. Und so mischt er sich ein, nicht immer zartfühlend und manchmal mit pädagogisch zweifelhaften Methoden, aber mit ganz viel Herz.


    Meine Meinung
    Nach den ersten Kapiteln war mir Gabor alles andere als sympathisch. Er wirkte sehr egozentrisch und kalt. Sein einziges Ziel: Partner in der Unternehmensberatung zu werden und dafür die Ellenbogen auszufahren. Gleichzeitig ist er so dreist, sich mit der Frau seines Chefs einzulassen, denn schöne liegen ihm immer zu Füßen und das Spiel mit ihnen macht Spaß. Das und sein leichtsinniges Verhalten, was zum Unfall führte, sorgten auf den ersten Seiten dafür, ihn nicht besonders zu mögen. Doch mit der Zeit, als er dann seine Aufgabe zu bewältigen hatte, wurde er mir doch sympathischer, bis er mir dann schließlich mehr und mehr ans Herz wuchs.


    Noch mehr allerdings berührten mich die fünf Kinder und ihre Schicksale. Die Kinder sind nicht nur weniger schlau als andere Kinder, sondern haben neben ihren Lernschwächen auch noch Probleme in ihren Familien, aus ihrer Vergangenheit oder auch ihre Gesundheit betreffend. So erfährt man nach und nach von jedem Einzelnen, was ihn belastet und gleichzeitig blättert sich auch Gabors eigene Vergangenheit ein bisschen vor dem Leser auf. Mir tat es manchmal richtig weh, wenn ich von den Lebensumständen der Kinder gelesen habe, aber ich habe sie auch gleichzeitig dafür bewundert, wie viel Lebensfreude sie doch trotz allem immer wieder zeigten, wenn sie mit Gabor zusammen tanzen lernten oder sonst mit ihm unterwegs waren. Richtig warm ums Herz wurde mir dabei immer, wenn Gabor mal wieder ein Stück dazu beitrug, dass die Kids etwas erreichten, ihnen eine Freude gemacht wurde oder ihnen Gerechtigkeit widerfuhr.


    Gabors Entwicklung ist dabei aber nicht allein schwarz weiß gezeichnet, denn dafür war er zu lange nur auf sich und seinen Vorteil bezogen. Man merkt sehr, dass er sein Herz an die Jugendlichen verliert, aber er kann es auch nicht lassen, seine Firmenintrigen zu spinnen, wird also nicht einfach so ein guter Mensch. Das finde ich realistisch. Auch sind seine „Erziehungsmethoden“ nicht immer korrekt, denn es lassen sich eben nicht einfach so erfolgreiche Businessmethoden auf die Kindererziehung übertragen. Sein guter Wille macht hier aber immer wieder vieles gut und mir fiel es nicht schwer, ihn bis zum Ende zu mögen.


    Schön ist auch der Humor, der immer wieder durchblitzt. Allein Gabors erste Vorstellung, als er nackt vor einem Spiegel tanzt, war filmreif. Überhaupt lief die Geschichte wie ein gut gemachter Film vor meinen Augen ab. So gut, dass ich sehr gerne eine Verfilmung des Buches anschauen würde. Der Humor wirkt dabei gar nicht aufgesetzt oder geschmacklos, im Gegenteil: die tragischen Momente und die schlimmen Schicksale der Kinder werden damit hoffnungsvoller, vor allem auch, weil es oft die Kinder selbst sind, die für humorvolle und herzliche Szenen sorgen und damit zeigen, dass sie noch nicht gebrochen sind. Diese Szenen waren für mich deshalb nicht einfach nur lustig, sondern berührten mich auch. Amüsant waren auch die Versuche Gabors, sich aus seinen Pflichten zu stehlen, doch an der kompromisslose Schuldirektorin biss er sich einfach immer wieder die Zähne aus, so dass er mir teilweise sogar leid tat.


    Das Ende war mir teilweise etwas zu rund, denn eine Entwicklung Gabors betreffend war mir dann doch zu erzwungen, aber das ist nur eine Kleinigkeit, die mir den Spaß am Buch insgesamt nicht nehmen konnte. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen und es ist ein Buch, das bei mir so viele Emotionen von Lachen bis Weinen und Ärgern bis Freuen über Entsetzen, Wut und Traurigkeit gleichzeitig erzeugte.



    Zur Leserunde
    Es hat mir viel Spaß gemacht, diese emotionale Geschichte mit euch gemeinsam zu lesen. Vielen Dank an alle Teilnehmer und ganz besonderen Dank an dich, Andreas, dass du uns so nett begleitet hast. Ich hoffe, du hattest auch Spaß dabei.

  • Ich habe mich aufgrund des Klappentextes für das Buch entschieden. Sich darüber "klar zu werden, was im Leben wirklich zählt", darüber mag ich gerne lesen.
    Auch die Idee, hier einen "Erfolgsmenschen" mit Sonderschülern zusammen kommen zu lassen finde ich reizvoll und interessant.


    Und es ist auch eine gute Geschichte, die da erzählt wird.
    Ein Mann, der sich im Leben um nichts als seine eigenen Bedürfnisse kümmert wird knallhart mit einem ganz anderen Leben, anderen Problemen konfrontiert, stolpert da rein und rum, kommt mit seiner erfolgreichen Methode Probleme zu lösen hier dann aber gar nicht mehr klar. Er stolpert von einem zum anderen und hinterläßt erst mal Chaos. Sein ganzes Leben scheint um ihn herum zusammen zu fallen.


    Doch er ist lernfähig und fängt auch an, sich wirklich für seine Mitmenschen (die Jugendlichen) zu interessieren und sich für sie einzusetzen.

    Die einzelnen Teile sind wirklich gut geschrieben. Man konnte mit den Personen mitfühlen und speziell das Ende des Buches war toll und berührend (ich gehöre auch zu denen die dabei mehr als ein Tränchen verdrückt haben).
    (Zu sagen bei welchem Teil, würde spoilern, aber die, die es gelesen haben, werden wissen, was ich meine)


    Aber für mich war es "zu viel auf einmal". Vor allem zu viele zu heftige Schicksale. Für mich hätte das Buch wunderbar mit etwas weniger von allem funktioniert. So fühlte ich mich eher erschlagen von allem was da passierte.
    Für sich genommen, waren die Schicksale der Kinder nicht wirklich unglaubwürdig, aber in der Konzentration dann eben doch.
    Und auch dem Drumrum (Gabors Leben) hätte ein Zurücknehmen in meinen Augen eher gut getan.
    Dazu dann noch eine Schuldirektorin die diverse Klischees um sich herum versammelt und meiner Meinung nach unverantwortlich handelte, in ihrem (natürlich gut gemeinten und ja dann auch erfolgreichen) Versuch, Gabor zu einem besseren Menschen zu machen.
    Und ziemlich viel Happy End ...


    Die Leserunde hat mir gut gefallen, es ging hoch her und wir haben heiß diskutiert, gerade auch darüber wie glaubwürdig so eine Geschichte ist und wie glaubwürdig sie sein muß weil es ja "ein Buch" ist. Das Buch bot insgesamt viel Diskussionsstoff.
    Vielen Dank an alle Mitleser - und an Andreas für seine engagierte Begleitung der Leserunde.

  • Vielen Dank an die Leserunde und an Andreas. Ich habe ja einiges anders gesehen.
    Lieber Andreas, auch Dir vielen Dank für Deine Geduld und Dein Verständnis, dass ich Deine Geschöpfe anders sehe als Du. Ich habe das Buch gern gelesen, auch wenn ich mir ein paar Dinge anders gewünscht hätte.


    Manchmal ist weniger mehr
    Der Club der Traumtänzer suggerierte für mich mit Titel und Cover eine lustige Story, in der Tanzen den Mittelpunkt bildet. Da Tanzen für mich auch ein sehr wichtiger Teil meines Lebens ist, habe ich das Buch unter diesem Blickwinkel zu lesen begonnen.
    Der Protagonist des Buches war mir sofort sympathisch. Er belegte für mich kein Klischee. Deshalb konnte ich in ihm auch keinen Mistkerl sehen. Insoweit ist meine Sicht auf dieses Buch vermutlich ziemlich anders. Irgendwie kann ich in jemandem, der auch für sich allein tanzt, der Tanzen liebt und sich beim Tanzen vergessen kann, keinen Bösewicht sehen. Auch sein Verhalten bei dem Unfall, der die Handlung in Gang bringt, fand ich ziemlich klasse. Er ist sich seiner Schuld voll bewusst, versucht nicht, die Polizei zu beeinflussen, im Gegenteil, das Getue seiner Begleiterin findet er abstoßend und er hat sofort einen Spruch bereit, der dies ausdrückt und ihre Tiraden beendet. Er sorgt sich um das Unfallopfer und ich hatte nicht das Gefühl, dass dies nur deshalb war, weil er Angst vor der Anzeige hatte. Die Art, wie er sich auch später um die Verunfallte kümmert, habe ich so noch nie gelesen und ich fand ihn sehr einfühlsam.
    Aus dieser Sicht heraus konnte ich seine „Gegenspielerin“ nur kriminell finden. Zunächst war sie ja witzig, aber jemanden zu zwingen, sich mit seinen Schatten auseinanderzusetzen, sich in ein Leben ungefragt einzumischen und es ohne Notwendigkeit zu ruinieren, ist für mich einfach nicht in Ordnung.
    Toll fand ich die Idee, mit Kindern zu tanzen. Tanzen ist Lebensfreude, aber die Art und Weise, wie das zustande kommt, war für mich absolut nicht in Ordnung. Gestört hat mich auch, dass ein Tanz gewählt wurde, den ich mir persönlich nicht für Kinder vorstellen kann. Tango Argentino ist wohl einer der anspruchsvollsten Tänze, da er nur mit Führen und Folgen getanzt wird und von runden geschmeidigen Bewegungen sowie einem großen Maß Erotik lebt, die ich mir bei den Kindern nicht vorstellen kann.
    Der Schreibstil des Buches ist flüssig und es liest sich gut. Viele schöne Ideen sind im Buch, die herausfunkeln. Allerdings waren die Handlungen des Protagonisten an einigen Stellen für mich nicht nachvollziehbar. Der Charakter der Lehrerin war für mich insgesamt unglaubwürdig. Immer wieder fehlte mir eine normale Kommunikation. Ihr Verhalten machte mich teilweise richtig wütend und an anderer Stelle zweifelte ich an ihrem Verstand.
    Sehr gut geschildert wurden die Kinder in ihrer Lebenssituation. Deren Reaktionen und Handlungen konnte ich immer nachvollziehen.
    Natürlich kann man an einer solchen Schule, an die der Protagonist gerät, mit einer Häufung von schlimmen Schicksalen rechnen. Ein Schicksal passte für mich nicht in das Buch, da diese Form von Ernst für mich nicht in meine Erwartungen passte. Es wurde alles sehr berührend geschrieben, aber für mich war es zu viel. Genauso wie das Ende mir an allen Ecken zu konstruiert vorkam.


    Fazit:
    Ein Buch mit einer spannenden Grundidee und sechs tollen Protagonisten. Wer gern sehr viel Gefühl im Buch haben will, der wird es dort finden.

  • Zugegebenermaßen bin ich keine Tänzerin, ich beherrsche noch nicht einmal einen einzigen klassischen Tanz. Aus diesem Grund war ich anfangs etwas skeptisch, denn das Buch handelt immerhin vom Tanzen. Doch je weiter ich gelesen habe, desto glücklicher war ich mit meiner Entscheidung, das Buch in die Hand zunehmen.
    "Der Club der Traumtänzer" handelt von Gabor, einem ziemlich karrierebewussten Unternehmensberater, der seinen Erfolg nicht nur im Job sucht, sondern auch bei den Frauen. Man könnte jetzt meinen, dass er ein richtiger K**zbrocken ist - vielleicht ist er das auch wirklich, aber immerhin einer mit Manieren. Und so angelt er sich eine schöne Frau nach der anderen und ist im Begriff Partner seines Chefs zu werden, als er einen Unfall verursacht und eine resolute ältere Dame plötzlich einen ganz anderen Plan für ihn hat...
    Gabor soll sich um mehrere Kids einer Sonderschule bemühen und ihnen das Tanzen beibringen - etwas, das er nahezu perfekt beherrscht. Doch wie stehen seine neuen 'Schüler' zu Tango und Co? Und schafft es ein Egozentriker vor dem Herren, der so durch und durch an die Business-Haifischbecken gewöhnt ist, auf Jugendliche einzugehen, die es nicht einfach im Leben haben?
    Nach und nach lernt der Leser nicht nur die Kids kennen, sondern auch Gabor. Doch für mich waren vor allem erstere die echten Stars der Geschichte - allen voran Felix, von dem wir vermutlich alle ein wenig lernen können, und Jennifer, die ich einfach sehr gerne mochte. Und natürlich ist es kein Geheimnis, dass die Kiddies Gabor nach anfänglichen Schwierigkeiten zu verändern beginnen. Wie das von statten geht und was Gabor für seine 'Schüler' tun kann - das ist eine sehr berührende Geschichte, die ich nur zu gerne gelesen habe. Mit ihr verändert sich auch die Stimmung der Geschichte: während ich anfangs noch häufig gekichert habe, hat mich der weitere Verlauf zunehmend nachdenklich gemacht...
    Natürlich sind die Probleme sehr geballt und Gabors Wandlung zum Ende hin etwas zu glatt, aber ich finde diese Geschichte ausgesprochen lesenswert. Sie hat mir wirklich schöne Lesestunden beschert und ist in meinen Augen einfach richtig gut erzählt: flüssig, mit einer gehörigen Portion Schalk zwischen den Zeilen - aber auch genauso viel Mitgefühl. Und so hatte ich nicht nur einmal einen riesigen Kloß im Hals...


    Fazit: Leseempfehlung, da es ein ungewöhnliches Buch ist, das viele Emotionen hervorruft.



    Zur Leserunde:


    Leider konnte ich mit Eurem Tempo nicht mithalten, da ich wenig Zeit zum Posten hatte, aber ich habe Eure Eindrücke auch einige Tage später sehr gerne gelesen. Vielen Dank dafür!
    Ein besonderes Dankeschön geht an Dich, Andreas, dafür dass Du Dir die Zeit genommen hast, uns hier zu begleiten.

    Liebe Grüße

    Tabea

    Einmal editiert, zuletzt von dubh ()

  • INHALT
    Gabor Schoening ist gutaussehend, erfolgreich, und die Frauen liegen ihm zu Füßen. Um seine Ziele zu erreichen schreckt er vor nichts zurück. Was das Leben ihm nicht gibt, das nimmt er sich ohne Rücksicht auf Verluste. Doch eines Tages gerät seine Welt aus den Fugen, als er mit dem Auto die Direktorin einer Sonderschule anfährt. Als Wiedergutmachung soll Gabor nun fünf ihrer Sonderschüler ausgerechnet das Tanzen beibringen. Das Problem ist nur, dass die Schüler wenig Lust auf Tanzen haben. Schon bald gerät das Projekt außer Kontrolle, denn die Kids stellen Gabors Leben auf den Kopf und machen ihm klar, was im Leben wirklich zählt …
    (DuMont Verlag)


    MEINE MEINUNG
    Nach seinem erfolgreichen Roman „Das Glücksbüro“ ist es dem deutschen Autor Andreas Izquierdo mit „Der Club der Traumtänzer“ erneut gelungen, ein sehr unterhaltsames, humorvolles aber zugleich auch berührendes, nachdenklich stimmendes Buch zu schreiben.
    Mit seinem mitreißenden Schreibstil versteht es Izquierdo hervorragend, beim Leser eine ganze Bandbreite an Gefühlen zu wecken und ihn immer tiefer in die abwechslungsreiche, emotionsgeladene Geschichte rund um Gabor und seine fünf liebenswerten Tanzschüler Lisa, Jennifer, Marvin, Vinnie und Felix hineinzuziehen. Während der Beginn noch überwiegend humorvoll und amüsant erzählt wird, wechselt die Handlung allmählich zu einer tiefgründigen Geschichte, in der auch viele ernstere, zu Herzen gehende Themen angeschnitten werden. Hierbei gelingt es dem Autor hervorragend, die oft tragische Grundstimmung mit herrlich witzigen Episoden aufzulockern und seine Leser mit filmreif ausgeschmückten Episoden zu unterhalten.
    Im Mittelpunkt der Geschichte steht der smarte und erfolgreiche Unternehmensberater Gabor Schoening. Der Autor hat seine Hauptfigur äußerst vielschichtig und interessant ausgearbeitet. Einerseits ist er charmant, äußerst attraktiv und zudem ein begnadeter Tänzer, dem die Frauenherzen entgegen fliegen, andererseits etwas selbstverliebt, arrogant und sehr von sich überzeugt. Während man anfangs einige seiner Verhaltensweisen nicht allzu sympathisch findet, beginnt man Gabor bei besserem Kennenlernen immer mehr zu mögen und ihn in sein Herz zu schließen, denn unter seiner rauen Schale schlummert ein weicher Kern.
    Sehr glaubwürdig und authentisch ist Gabors allmähliche Wandlung zum mitfühlenden, warmherzigen Menschen beschrieben, bei dem gelegentlich der „kleine Mistkerl“ zum Vorschein kommt. Nach einem denkbar schlechten Start schließt er die fünf Jugendlichen zunehmend in sein Herz, übernimmt Verantwortung für „seine Kids“ und beginnt seine Prioritäten im Leben neu zu setzten. Im Umgang mit seinen Tanzschülern muss er noch viel hinzulernen und schießt gelegentlich mit seinem Aktionismus deutlich übers Ziel hinaus.
    Sehr nachdenklich und traurig stimmen auch die geschilderten Schicksale der fünf Kinder, die wir nach und nach erfahren, und die in meinen Augen die wahren Helden dieser Geschichte sind. Jeder von den Kids hat eine ganz eigene tragische Geschichte mit Familienproblemen und traumatischen Erlebnissen in ihrer Vergangenheit, die sie schließlich wegen ihrer Lernschwäche an eine Förderschule gebracht hat. Insgesamt sind die alle Charaktere sehr lebendig und facettenreich ausgearbeitet, und konnten mich sehr begeistern, auch wenn ich die Verhaltensweisen einiger Figuren nicht immer nachvollziehen und gutheißen konnte.
    Die tragischen Schicksalsschläge im Laufe der Handlung empfand ich zwar fast schon zu gehäuft, und einige Wendungen zum Ende der Geschichte wirkten für meinen Geschmack teilweise recht erzwungen und unrealistisch, doch all dies beeinträchtigt nicht den Zauber dieses wundervollen Romans.


    FAZIT
    "Der Club der Traumtänzer" ist ein wundervoll unterhaltsames, sehr berührendes Buch mit einer unvergesslichen Geschichte voller Liebe und Hoffnung, amüsanter und bewegender Momente und absolut toller Charaktere, die man einfach in sein Herz schließen muss.
    Ein ganz besonderes, sehr empfehlenswertes Leseerlebnis!



    ZUR LESERUNDE
    Vielen Dank für die nette, diskussionsreiche Leserunde!
    Herzlichen Dank auch an Dich, Andreas, für Deine intensive Begleitung unserer Runde hier - mir hat es viel Spaß gemacht. ;)

  • Wenn noch nicht geschehen, stellt eure Rezensionen doch bitte auch auf der Hauptseite ein.


    Das gilt für alle Bücher, die wir hier lesen. Es ist kein extra Zugang nötig, ihr könnt die Rezensionen als Gast einstellen, sie werden manuell freigeschaltet, also nicht wundern, wenn sie nicht direkt erscheinen :winken:

  • Nachdem es hier ruhig wird, beende ich die Runde nun offiziell und bedanke mich noch einmal bei allen Teilnehmern und besonders dir, Andreas. Es hat sehr viel Spaß gemacht!


    Es fehlen noch zwei Rezensionen, die bitte bald nachgereicht werden! :winken:

  • Leserundenfazit


    Ich habe das Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen. Darum hat mir auch diese Leserunden, der sehr engagiert und manchmal auch kontrovers verlaufen ist, viel Spaß gemacht. Ich finde es interessant, wie unterschiedlich wir zum Teil den Inhalt des Buches und die Figuren interpretiert haben.


    Vielen Dank für deine Begleitung, lieber Andreas.


    Meine Rezension bekommt heute noch einen Feinschliff und geht dann online.

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen

  • Von einen Leben, das Gabor Schoening führt, könnte man wohl träumen. Gabor, gutaussehend, unbeschwert und rational denkend ist fokussiert auf seinen Job als Unternehmensberater und in diesem äußerst erfolgreich. Alles läuft wie am Schnürchen. Alles ist elegant. In seinem luxuriösen Penthouse gibt es keinen Platz für eine feste Beziehung oder gar eine Familie. Lediglich ein riesengroßer goldeingerahmter Barockspiegel und die Nachbarin sehen zu, wenn Gabor sich allmorgendlich mit seinem Badabing! Badabum! für den Tag in Schwung bringt.


    Auf dem Höhepunkt seiner Karriere, die er konsequent und ohne Rücksichtnahme durchgezogen hat, so dass er nunmehr kurz davor steht, Partner bei Clausen & Wenningmeier zu werden, erlaubt er sich einen Fehler, biegt einmal falsch ab, seine Affäre, pikanterweise die Frau seines Chefs, auf dem Beifahrersitz, und schon steckt sein Leben im Schleudergang. Er wird herausgestoßen aus seiner Welt und scheint mehr und mehr die Kontrolle über sein Leben zu verlieren. Denn die Person, die er anfährt und verletzt, entpuppt sich nicht als so leicht händelbar wie es Gabor bislang von den ihn umgebenden Menschen gewohnt ist. Kathrin, die harmlos wirkende, esoterisch angehauchte, aber knallharte Direktorin einer Förderschule, zwingt Gabor mit subtiler Motivation, sich bereit zu erklären, zur Abarbeitung seiner Schuld eine Tanzgruppe zu leiten.


    Als die fünf potentiellen Tanzschüler dann "mitten im Nirgendwo" vor ihm stehen, hält sich die Begeisterung auf beiden Seiten in Grenzen. Gabor mit seinen unzähligen Terminen und Besprechungen ist noch komplett auf Abwehr eingerichtet und daher äußerst widerstrebend, seine Zeit für etwas zu opfern, das in seinen Augen keinerlei Nutzen haben wird. Auch die Kids sehen größtenteils keinen richtigen Sinn darin, warum sie sich mit Gabor treffen. Sie - der nie zur Ruhe kommende Vinnie, die schweigsame und in sich gekehrte Lisa, der rüpelhafte Marvin, die nicht gerade schlanke Jennifer und der unauffällige Felix - haben kein Interesse an lateinamerikanischen Rhythmen, sondern wollen - wenn es denn schon etwas sein muss - eher Hip-Hop, Breakdance, Capoeira (Kampftanz) oder wie Beyonce tanzen. Schon bei der ersten Begegnung wird deutlich, dass sie im Grunde andere Sorgen plagen, weswegen sie mit sich und der Umwelt nicht gerade gut zurechtkommen.


    Nach und nach offenbaren sich am Beispiel eines Tages aus ihrem Leben die persönlichen Schicksale der Kinder. Und je mehr Zeit Gabor mit ihnen verbringt, und das nicht nur, weil Kathrin ihm unmissverständlich klar macht, dass ansonsten seine Karriere "im Eimer" ist, je mehr rühren sie an sein Herz, an den Muskel, der bislang nur Blut durch die Adern zu pumpen hatte. Er beginnt, für sie Partei zu ergreifen, sich für sie einzusetzen, auch wenn er das eine oder andere Mal mit fragwürdigen pädagogischen Maßnahmen über das Ziel hinausschießt. Doch das ist verzeihlich, denn im Grunde geht es nicht darum, das, was vorher im Leben der Kinder schief gelaufen ist, mit ein paar schnellen Handgriffen zu reparieren, weil die Vergangenheit nicht veränderbar ist, sondern vielmehr darum, sie zu inspirieren, ihnen die Vision einer selbstbestimmten Zukunft zu verdeutlichen und klar zu machen, dass niemand zu dumm ist, etwas Außergewöhnliches zu schaffen, wenn er es nur will und versucht.


    Erscheint Gabor zu Beginn noch sehr auf sich bezogen, wenngleich nicht völlig unsympathisch, und wirkt überheblich, weil er sich keine Unzulänglichkeiten erlaubt, wird im Verlauf der Handlung seine harte Schale geknackt, und hervor kommt der weiche Kern. Zudem zeigt sich dabei, dass Gabor ebenfalls ein Mensch mit Schwächen ist, der sein eigenes Päckchen mit sich herumschleppt, die Schatten seiner Vergangenheit verdrängt und vergessen hat. Auch wenn das Ergebnis vorhergesehen werden kann, ist es doch mitreißend, unterhaltsam und faszinierend, diese Wandlung zu beobachten und daran teilzuhaben, wie Gabor den eigenen Ballast abwirft und mit vorwärtsschreitendem Engagement an Größe gewinnt, die ihn zu einem Vorbild für "seine Kids" werden lässt.


    Langsam und damit glaubhaft entwickelt sich die bis in die Nebenfiguren hervorragend ausgearbeitete Geschichte, die leichtfüßig in einem lockeren und humorvollen Stil beginnt, zu einer mit Tiefgang, die ernste Themen sensibel aufbereitet in den Mittelpunkt rückt. Es ist eine Geschichte, die den Lesen emotional betroffen macht, zum Nachdenken bringt, zu Tränen rührt und manchmal den Atem nimmt, die ihm aber ebenso ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Gekonnt und mit viel Liebe, ohne dabei aufgesetzt zu wirken, erzählt Andreas Izquierdo von freudigen und traurigen Momenten, die das Leben bereithalten kann.

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen