09 - 46. Kapitel (S. 353) - 52. Kapitel (S. 388)

  • Nun will ich es wissen ;D


    Ah, langsam kommt Licht in das Dunkel – und nicht nur blaues Licht ;D


    Mit unseren Überlegungen bzgl. Science-Fiction und Raumschiff sind wir gar nicht so falsch gelegen. Das Gedankenspiel, was passiert, wenn der Mensch fremde Welten besiedeln würde, ist sehr spannend – und ich habe die Befürchtung, daß es genau so laufen würde wie auf Bisola, trotz aller guten Vorsätze, die an sich zwar löblich sind, aber man kann sich noch so sehr zurückhalten wollen, alleine die Anwesenheit einer fremden Spezies ist ein immenser Eingriff.


    Wie war denn das aber früher, als nur Sasseks und die Krienos auf dem Planeten lebten? Da muß es doch auch schon Zwischenfälle gegeben haben oder haben die Sasseks damals instinktiv das blaue Licht gemieden, was allerdings voraussetzt, daß die Krienos sich nicht außerhalb des blauen Lichts aufhalten. D.h. die Abneigung der Goraja gegen alles Blaue ist ein Überbleibsel der damaligen Zeit?
    War das Krienos schon immer so aggressiv oder erst, seit es beinahe ausgerottet wurde? Mich erinnert es an Viren, die per se alles angreifen, was ihnen in den Weg kommt. Andererseits aber auch dadurch für eine Stärkung des Immunsystems sorgen. Wahrscheinlich ist es auch ähnlich bei den Krienos, auch wenn es mir im Moment schwer fällt, die guten Seite an den Häuten zu erkennen. Aber vllt. sollten sich Mensch und Sassek einfach aus dem blauen Lebensraum der Krienos fern halten.


    Der Memor, der im vorigen Abschnitt auf dem Marktplatz zusammen geschlagen wurde, weil er für die versklavten Menschen gesprochen hat, hat tatsächlich eine wahre Geschichte erzählt. Genau die gleiche Situation wie damals, nur daß es diesmal der Tag ist, der sich ausbreitet und die Nacht verdrängt. So traurig es klingt, aber ich denke, dadurch, daß die Menschen damals den Sasseks ihre Kultur nahe gebracht und sie als gleichgestellte Freunde behandelt haben, kommt es jetzt dazu, daß die Sasseks den Menschen keinen Schutz in dem Tag gewähren wollen. Würden sie immer noch wie die Götter von ihnen verehrt, würde das eher nicht passieren. Dann hätte es aber irgendwann ganz andere Probleme gegeben – egal wie, der Mensch ist auf Bisola einfach ein Fremdkörper.


    Wie sich diese Haut in Vorenas Gehirn vorarbeitet, ist gruselig – und auch, wenn ich anfangs Vorena nicht so gemocht habe, tut es mir jetzt doch leid, daß Remon sie töten mußte. Einziger Trost ist, daß sie wirklich nicht mehr sie selbst war. Ha, und Ssarronn hat die gleiche Idee wie ich im letzten Abschnitt: daß Nata das Nabo aufnehmen soll. Ssarronn gefällt mir immer besser, während Kress ab und an erst mal nachdenken könnte, bevor sie zuschlägt. Aber hätte sie Nata nicht so schwer verletzte, würde diese nicht das Nabo aufnehmen.


    Nabo = Nanobots, eine sehr raffinierte Abkürzung – Respekt, Bernd, darauf wäre ich nicht gekommen. Was für ein Zufall, in einer anderen Leserunde (glücklicherweise nicht autorenbegleitet) lhabe ich kürzlich ein Buch gelesen, in dem es auch um Nanobots geht – das Buch ist allerdings grottenschlecht. Das Plexo, die Geister, all das, wird nun klar. Auch der Warnmechanismus in der Bilteca ;D
    Svanvithe war hier wirklich früh auf der richtigen Spur.


    Nun bin ich sehr gespannt auf den letzten Abschnitt – Remon und Kress auf gemeinsamer Mission? Wenn das mal gut geht, ich hoffe jetzt einfach mal auf Remons mäßigenden Einfluss.


  • Mit unseren Überlegungen bzgl. Science-Fiction und Raumschiff sind wir gar nicht so falsch gelegen.


    Da habe ich Eure Spekulationen mit viel Freude beobachtet - Ihr habt Euch sehr gut geschlagen, aber ich hoffe, bei niemandem war zu früh alles klar (und damit die Spannung weg). ;D



    Wie war denn das aber früher, als nur Sasseks und die Krienos auf dem Planeten lebten? Da muß es doch auch schon Zwischenfälle gegeben haben oder haben die Sasseks damals instinktiv das blaue Licht gemieden, was allerdings voraussetzt, daß die Krienos sich nicht außerhalb des blauen Lichts aufhalten. D.h. die Abneigung der Goraja gegen alles Blaue ist ein Überbleibsel der damaligen Zeit?


    Tja, was meinen die anderen? Wie sieht es für die Sasseks aus, wenn ihre einzige Waffe gegen die Krienos das Feuer ist? Ausgestorben sind sie offenbar nicht - aber die Entwicklung wurde sicher entscheidend gehemmt.
    Ich habe mal ein Buch über die Geschichte Afrikas gelesen und war erstaunt, dass es große Landstriche praktisch frei von menschlicher Besiedlung gab, weil dort die Tse-Tse-Fliege (und mit ihr die Schlafkrankheit) so stark vorkam ...



    Aber vllt. sollten sich Mensch und Sassek einfach aus dem blauen Lebensraum der Krienos fern halten.


    Das werden die Sasseks schlechterdings nicht können. Der Grund dafür müsste auch aus dem Text hervorgehen, aber etwas leichter wird es wenn Ihr Euch dieses Bild anschaut. Es stammt aus den Beibättern zu dem Exposee, das Piper damals angekauft hat. Bitte verbreitet es nicht weiter - das würde künftigen Lesern die Spannung nehmen. ;)


    Remon und Kress auf gemeinsamer Mission? Wenn das mal gut geht, ich hoffe jetzt einfach mal auf Remons mäßigenden Einfluss.


    Welche Ratschläge würdest Du den beiden mit auf den Weg geben?


  • aber ich hoffe, bei niemandem war zu früh alles klar (und damit die Spannung weg). ;D


    Bei mir in keinem Fall ;D



    Tja, was meinen die anderen? Wie sieht es für die Sasseks aus, wenn ihre einzige Waffe gegen die Krienos das Feuer ist? Ausgestorben sind sie offenbar nicht - aber die Entwicklung wurde sicher entscheidend gehemmt.
    Ich habe mal ein Buch über die Geschichte Afrikas gelesen und war erstaunt, dass es große Landstriche praktisch frei von menschlicher Besiedlung gab, weil dort die Tse-Tse-Fliege (und mit ihr die Schlafkrankheit) so stark vorkam ...


    Ja, so wird das auf Bisola dann sicherlich auch gewesen sein, daß sich die Sasseks hauptsächlich dort aufgehalten haben müssen, wo die Krienos nicht oder kaum vertreten waren. Je nach Größe des Planeten könnten sich die einzelnen Sassekfamilien auch unterschiedlich entwickelt haben und womöglich eigene Arten gebildet haben ;D



    Das werden die Sasseks schlechterdings nicht können. Der Grund dafür müsste auch aus dem Text hervorgehen, aber etwas leichter wird es wenn Ihr Euch dieses Bild anschaut. Es stammt aus den Beibättern zu dem Exposee, das Piper damals angekauft hat. Bitte verbreitet es nicht weiter - das würde künftigen Lesern die Spannung nehmen. ;)


    Seufz, ich hatte immer noch gehofft, daß es blaufreie Zonen im Tag geben könnte.




    Welche Ratschläge würdest Du den beiden mit auf den Weg geben?


    Remon würde ich auf den Weg geben, daß er besser einen Knebel mitnimmt, und genau aufpasst, was Kress sagt ;D Spaß beiseite: Remon und Kress sollen auf Nata und Ssarronn hören.

  • Mir hat dieser 'Aufklärungs'Abschnitt sehr gut gefallen 8). Ich mag Geschichten, in denen die Menschheit zu anderen Planeten aufbricht, um sich dort niederzulassen (Ich bin ein großer PERN- Fan). Wenn sie dann ihre Technik verlieren, nicht mehr weg können, und Kommunikation mit der Heimatwelt nicht mehr möglich ist. Und sie dann eine eigene Kultur und Struktur abhängig von der Welt und ihren Bewohnern finden müssen. Meistens geschieht das gewaltsam oder durch Naturkatastrophen.


    Ein schöner Gedanke, das die Menschen auf Bisola siedeln, um freiwillig ein neues, technikarmes und bewußteres Leben zu führen. Sie geben auch nicht auf, als sich diese Idee wegen der Sassek und Krienos nicht gleich umsetzen können.
    Fasziniernd, Menschen die sich freiwillig zurücknehmen und eine Möglichkeit schaffen, das sich Menschen und Sassek getrennt entwickeln können, bis sie sich vielleicht einmal auf Augenhöhe begegnen und zusammenleben könnte. Schade, das diese Idee bisher nicht umgesetzt wurde, in 200 Generationen nicht. Ist die strikte Trennung vielleicht doch nicht die Lösung?


    Ich würde gerne noch mehr Romane lesen :lesen:, die auf Bisola spielen. Du hast mich wirklich neugierig auf diese Welt gemacht :). Da gibt es doch noch so viel zu erzählen. Wie hat die Geschichte angefangen, wie wird sie weitergehen. Geschichten über Geschichten :lesen:

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • *flöt* Da ich einfach wissen musste, wie das Buch endet, habe ich es schon am WE zu Ende gelesen.. :lesen:
    mir hat dieser Abschnitt auch sehr gut gefallen - man bekommt die lang ersehnte Erklärung und ich bin echt überrascht, dass der ein oder andere Leserundenleser, auf ähnliche Ideen gekommen ist - ich selber hätte wohl eher nicht in diese Richtung spekuliert (das liegt wohl daran, dass SciFi eher nicht mehr Gebiet ist und ich so Raumschiff-Geschichten eher nicht lesen..)
    Aber die Idee, dass die Menschen vor sehr vielen Generationen einen neuen Planeten für ein bewussteres Leben gesucht haben, finde ich gut umgesetzt..die Erzählungen, wie die Menschen auf diesen Planeten gekommen sind und mit welchen Kriterien sie gesucht haben und auch die Beschreibungen, was sie dann vorgefunden haben, fand ich sehr gut beschrieben - man bekommt eine Ahnung, was das Plexo ist und auch was es mit den Geistern auf sich hat, worauf ja dann auch nochmal explizit eingegangen wird..
    Dass auf diesem Planet schon zwei Lesewesen gelebt haben - nämlich die Sasseks und die Krienos - finde ich auch interessant - man fragt sich, wie die Sasseks so lange auf diesem Planet überleben konnten, denn anscheinend waren sie recht machtlos gegen die Krienos..
    Die Überlebensstrategie der Krienos ist echt furchtbar - man will sich nicht unterwerfen oder auf 'gute Nachbarschaft' machen, nein, alles andere wird unterworfen :(
    Schade fand ich auch das Ende von Vorena - so langsam bin ich mit ihr warm geworden, sie hat mir in dem Moment echt leidgetan, dass sie ein solches Schicksal erleiden musste..
    Auch Nata wird verwundet - jedoch von Kress und dass sie jetzt das Nabo erhält - sie wird bestimmt ein tolles Grauwacht-Mitglied..:)
    Die Abkürzung Nabo bzw. dessen Ursprung hat mir gut gefallen - auch darauf wäre ich von alleine defintitiv nicht gekommen..(wobei Nano ja eigentlich naheliegend ist..)
    auf jeden Fall sehr spannend und das Buch hatte einige Überraschungen parat..


  • Schade fand ich auch das Ende von Vorena - so langsam bin ich mit ihr warm geworden, sie hat mir in dem Moment echt leidgetan, dass sie ein solches Schicksal erleiden musste..


    Ja Vorena werde ich vermissen. Mir ist sie durchaus ans Herz gewachsen. Aber andererseits stand sie Nata und Remon natürlich im Weg. Nata hätte nie das Nabo bekommen, wenn Vorena es hätte verhindern können. Auch hätten Nata und Remon keine Chance auf eine gemeinsame Beziehung.
    Hoffentlich stirbt nicht noch einer der 'Helden' im letzten Leseabschnitt.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Ich mag Geschichten, in denen die Menschheit zu anderen Planeten aufbricht, um sich dort niederzulassen (Ich bin ein großer PERN- Fan).


    Zur Positionierung eines Projekts in einem Verlag hilft es manchmal, einen Vergleich á la "die Geschichte ist ungefähr so wie ..." zu bringen. Bei GRAUWACHT war das tatsächlich Pern. ;)



    Ist die strikte Trennung vielleicht doch nicht die Lösung?


    Vielleicht wird vor diesem Hintergrund auch das Verhalten der Biltecas deutlicher. Das alte Wissen ist nicht verloren, wird aber nur sehr vorsichtig preisgegeben. Es soll die eigenständige Entwicklung von Menschen und Sasseks fördern, aber nicht lenken.



    Ich würde gerne noch mehr Romane lesen :lesen:, die auf Bisola spielen. Du hast mich wirklich neugierig auf diese Welt gemacht :). Da gibt es doch noch so viel zu erzählen. Wie hat die Geschichte angefangen, wie wird sie weitergehen. Geschichten über Geschichten :lesen:


    Mich freut natürlich, dass Dir die Geschichte so gut gefällt. Ich glaube aber, sie ist "rund", zu Ende erzählt, weil die Kette der Rätsel an ihrem Ende angekommen ist und alle Rätsel gelöst wurden.



    man fragt sich, wie die Sasseks so lange auf diesem Planet überleben konnten, denn anscheinend waren sie recht machtlos gegen die Krienos..


    Jemand in dieser Leserunde hat die Krienos mit Viren verglichen. Viren mutieren, passen sich an ihre Umgebung an. Das mag auch für die Krienos gelten. Vielleicht werden sie mit jedem Zyklus besser in dem, was sie tun - und damit bedrohlicher für Sasseks und Menschen?



    Hoffentlich stirbt nicht noch einer der 'Helden' im letzten Leseabschnitt.


    Ich garantiere für nichts. >:D


  • Mich freut natürlich, dass Dir die Geschichte so gut gefällt. Ich glaube aber, sie ist "rund", zu Ende erzählt, weil die Kette der Rätsel an ihrem Ende angekommen ist und alle Rätsel gelöst wurden.


    Sicher wenn man, wie Du ja gesagt hast, nur eine Rätselgeschichte erzählen will, ist das Buch sicherlich rund. Aber für mich war es nicht nur das Rätsel, das die Geschichte für mich interessant gemacht hat. Sondern die Welt und ihre Bewohner selbst. Und da wäre die Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt ;)


    Hast Du eigentlich mal darüber nachgedacht, einen eigenen SF- Roman oder Mini- Zyklus zu schreiben?

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Was ich nicht verstehe, wenn die Menschen sich selbst den Auftrag gegeben hatten, zu forschen, wie man mit den Krienos ohne sie auszurotten auf dem Planeten leben kann. Es sind ja eindeutig zu wenig Metropolen. Aber warum nicht unterirdisch leben, solange die blaue Sonne scheint?


    Auf Pern hat mir die Lösung sehr gut gefallen, aber hier gibt es keine Drachen. ;D


    Gut, dass die Menschen wie Götter verehrt werden und dies nicht zulassen wollen, aber man kann nicht verhindern, dass sich auf dem Entwicklungsstand eine Art Religion ausbildet außer mit Wissen.
    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass diese Lösung nicht die beste ist. Ich hätte von einer Menschheit, die so weit entwickelt ist mehr Weisheit erwartet, als Kriege und Zerstörung heraufzubeschwören. Wissen ist unendlich und das Weltall ist unendlich, wie kann man da der Meinung sein, das Leben müsse zurückgeschraubt werden? Eine Idee, mit der ich mich nicht anfreunden kann.


    Das bedeutet nicht, dass die Geschichte mir nicht gefällt, das tut sie. Sie ist wirklich toll geschrieben und ich finde auch, dass es in der Welt noch viel zu erleben gäbe. Für mich sind noch nicht alle Rätsel gelöst, denn warum forscht niemand nach dem Raumschiff, welche Möglichkeiten haben die Rassen auf dem Planeten wirklich zusammen zu leben? Wer kann wie überleben und was geschieht danach, fällt alles wieder in die Dunkelheit des Nichtwissens? Es ist ja ein Wendepunkt in der Geschichte des Planeten, aber in welche Richtung? Vernichtung oder neue Wege?


    Vorena hat mir auch gefallen und ich hätte ihr gewünscht, dass sie noch erfährt wie es ist, geliebt zu werden, denn eigentlich hat sie das gesucht und sich nur eingeredet, das Schwert sei ihr das Wichtigste. In dieser Gesellschaft hatte sie aber nicht viele Chancen.


    Es reizt mich ja zu erfahren, wie Kress und Remon weiter machen. Ich denke aber, sie sind ein gutes GEspann. Kress ist reifer geworden und Remon ist schon immer jemand gewesen, der auch denkt und zwar meist bevor er handelt.


    Schön, dass die GEschichte uns solange begleiten konnte, aber heute ist dann wohl doch Schluss :'(


  • Aber für mich war es nicht nur das Rätsel, das die Geschichte für mich interessant gemacht hat. Sondern die Welt und ihre Bewohner selbst.


    Das war eine wesentliche Ergänzung, nachdem ich die ersten 100 Manuskriptseiten geschrieben hatte: eine stärkere Würdigung des Ambientes. Zuvor lsg der Fokus noch schärfer auf dem Rätsel allein, aber bei einer Fantasygeschichte ist das (exotische) Umfeld von besonderem Interesse.
    Ursprünglich waren diese ersten 100 Seiten auch vollständig aus Remons Perspektive erzählt, erst mit dem Neuansatz kamen Szenen aus Natas Sicht hinzu.



    Wissen ist unendlich und das Weltall ist unendlich, wie kann man da der Meinung sein, das Leben müsse zurückgeschraubt werden? Eine Idee, mit der ich mich nicht anfreunden kann.


    Ich denke, man darf davon ausgehen, dass die Besatzung des Raumschiffs aus Sonderlingen bestand ...
    Ähnlich ist die Kultur der Amischen in Amerika entstanden: Man war der Meinung, der rasante Fortschritt (im 17. Jahrhundert) sei eher Fluch als Segen und wanderte aus.



    Vorena hat mir auch gefallen und ich hätte ihr gewünscht, dass sie noch erfährt wie es ist, geliebt zu werden, denn eigentlich hat sie das gesucht und sich nur eingeredet, das Schwert sei ihr das Wichtigste.


    Eine steile These - teilen die anderen diese Sicht auf Vorenas Inneres?


  • Eine steile These - teilen die anderen diese Sicht auf Vorenas Inneres?


    Da bin ich mir nicht sicher, wenn ja, dann hat sie diesen Wunsch sehr, sehr tief in sich begraben. Ich hatte eher den Eindruck, daß sie Liebe als Schwäche ansieht und daher für sie in keinester Weise in Frage kommt.

  • Nun also kommen nicht nur Menschen und Sasseks, sonder auch wir des Rätsels Lösung in großen Schritten näher.


    Gefallen hat mir, dass es Nata und Ssarronn, die ich zu meinen liebsten Figuren in der Geschichte erkoren habe, diesen wichtigen Schritt, Wissen zu erlangen, gemeinsam gehen. Denn ich denke, dass es seit ihrer ersten Begegnung wirklich eine Verbindung zwischen beiden gibt, eine "geistige Verwandtschaft", wie Ssarronn es nennt.


    Ich finde es klasse, dass sich unsere Vermutungen bestätigt haben, dass wir hier Menschen begegnen, die auf ihrer Suche "durch die Leere zwischen den Sternen" von einem Leben träumten, das nicht mehr nur im Denken bestehen sollte und abhängig von Maschinen, sondern im Handeln und der Möglichkeit, selbst zu entscheiden. Und auf Bisola fanden sie einen Ort, wo sie diesen Traum verwirklichen konnten, wieder ein Leben voller Edelmut und Ritterlichkeit zu führen, die Schwachen zu schützen und Werke mit eigenen Hände zu schaffen.


    Und dann stellen sie fest, dass dort Sasseks und Krienos existieren, und beide Spezies DENKENDE Lebewesen sind.


    Die Krienos sind für mich äußerst fesselnd. Da ist mal eine Spezies, die keine Städte baut, kein Handwerk betreibt und fern jeglicher Vorstellung der Menschen lebt und denkt, die nicht unterwerfen und beherrschen will, sondern vernichten. Und das alles, weil sie kein denkendes Wesen neben sich duldet. Das ist schwer zu erfassen. Aber ich vermute, die Krienos wollen einfach nur SEIN, ihre Spezies vergrößern, weil ihre Klugheit mit der Masse steigt.


    Doch auch die Krienos haben eine Schwachstelle und die "Sternen-Menschen" die Waffen, sie komplett zu eliminieren.


    Deshalb halte ich die Auseinandersetzung mit der Frage, ob eine Spezies eine andere vernichten darf, für besonders wichtig.


    "In unserer Verblendung, in der Arroganz, die seit jeher der Fluch der Menschen ist, hatten wir die Krienos beinahe vernichtet. Dabei waren sie ebenfalls eine denkende und fühlende Spezies, wie wir und die Sasseks. Ihr Tod war unser Versagen, die Kapitulation vor unseren Ängsten, die Wahl, die dem Schnellen und Einfachen den Vorzug vor dem Richtigen und Guten gab... Maßten wir, die wir auf der Suche nach Erlösung hergekommen waren, uns nun selbst an, andere zu erlösen?" (Seite 380)


    Obwohl die Krienos eine Bedrohung darstellen und in ihrer Lebensweise fern jeder Akzeptanz zu sein scheinen, eröffnet das niemanden das Recht, sie auszurotten? Denn das würde die Menschen tatsächlich zu den Göttern machen, die sie nicht sein wollen.


    Ich konnte daher die Entscheidung nachvollziehen, die von den Vorfahren der Menschen getroffen wurden, allen Spezies Raum und Zeit zu geben. Eine Gelegenheit für hunderte Generationen von Sasseks und Menschen, sich zu entwickeln, gleich starke Partner und echte Freunde zu werden, damit sie GEMEINSAM eine Chance gegen die Krienos haben. So wie es Nata und Ssarron erkennen.


    Dass ich nebenbei auch mit meinen Spekulationen gar nicht so unrecht hatte, bescherte mir ehrliche Freude :). Gerade in Bezug auf die "Geisterprojektionen" und das Nabo. Prima, dass ich auf der richtigen Spur war. Meinem Lesevergnügen hat die Bestätigung nicht geschadet.

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen

    Einmal editiert, zuletzt von Svanvithe ()


  • Eine steile These - teilen die anderen diese Sicht auf Vorenas Inneres?


    Ich habe Vorenas Tod bedauert, denke aber, dass es für sie letzten Ende ein guter Tod war, mit dem Schwert - der "Stahl", ihre einzige wahre Liebe" (Seite 370), der ihr immer die Treue gehalten hat - zu sterben. Das hat sie sich auch nicht eingeredet, sondern so empfand sie auf Grund ihrer Erfahrungen mit ihren Eltern, die sie verließen, weil sie zu schwach waren, sie zu schützen, mit der der Grauwacht, sie sie nur wegen ihrer außergewöhnlichen Kampfkunst duldete. Und ich denke, dass sie auch geliebt hat: Remon. Auch wenn sie meint, dass sie sich da etwas vorgemacht hat.

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Wie sich diese Haut in Vorenas Gehirn vorarbeitet, ist gruselig – und auch, wenn ich anfangs Vorena nicht so gemocht habe, tut es mir jetzt doch leid, daß Remon sie töten mußte. Einziger Trost ist, daß sie wirklich nicht mehr sie selbst war. Ha, und Ssarronn hat die gleiche Idee wie ich im letzten Abschnitt: daß Nata das Nabo aufnehmen soll. Ssarronn gefällt mir immer besser, während Kress ab und an erst mal nachdenken könnte, bevor sie zuschlägt. Aber hätte sie Nata nicht so schwer verletzte, würde diese nicht das Nabo aufnehmen.


    Ja, der Tod von Vorena stimmt mich ebenfalls traurig, obwohl ich denke, dass es keine Rettung für sie und deshalb nur diesen Weg für Remon gab, als er sich selbst angegriffen sah. Das ist dann nicht mehr die Vorena gewesen, für die er einst Achtung empfunden hat. Dass Ssarronn derjenige ist, der die anderen erst darauf stoßen muss, wie Nata gerettet werden kann, finde ich sehr schön. Ach ich mag, den moosigen Schuppengesellen einfach...



    Nabo = Nanobots, eine sehr raffinierte Abkürzung – Respekt, Bernd, darauf wäre ich nicht gekommen. Was für ein Zufall, in einer anderen Leserunde (glücklicherweise nicht autorenbegleitet) lhabe ich kürzlich ein Buch gelesen, in dem es auch um Nanobots geht – das Buch ist allerdings grottenschlecht. Das Plexo, die Geister, all das, wird nun klar. Auch der Warnmechanismus in der Bilteca ;D
    Svanvithe war hier wirklich früh auf der richtigen Spur.


    Ich habe das Nabo etwas anders hergeleitet, aber im Ergebnis ist es gleich...


    War die Knobelei nicht wunderbar aufregend? Ich habe das sehr genossen und bin ein wenig traurig, dass es nun schon im nächsten Abschnitt vorbei ist.

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen

    Einmal editiert, zuletzt von Svanvithe ()


  • Ich habe das Nabo etwas anders hergeleitet, aber im Ergebnis ist es gleich...


    War die Knobelei nicht wunderbar aufregend? Ich habe das sehr genossen und bin ein wenig traurig, dass es nun schon im nächsten Abschnitt vorbei ist.


    Da hast du recht, das Buch ist wirklich wunderbar. Und du hast meinen ganzen Respekt, wie früh du schon auf der richtigen Fährte warst.


  • Da hast du recht, das Buch ist wirklich wunderbar. Und du hast meinen ganzen Respekt, wie früh du schon auf der richtigen Fährte warst.


    Absolut, das war beeindruckend! Applaus für Svanvithe - und auch für Torshavn, von dem ich zuerst die Theorie gelesen habe, dass es sich bei Bisola trotz der mittelalterlichen Anmutung um eine hochtechnisierte Welt handelt - und für die ganze Leserunde, die prima gemeinsam gerätselt hat!
     :klatschen: :klatschen: :klatschen:
    Ich bin froh, dass das Buch nicht länger ist - weitere vierzig Seiten hätte ich Euch nicht hinters blaue Licht führen können. :D



    Gefallen hat mir, dass es Nata und Ssarron, die ich zu meinen liebsten Figuren in der Geschichte erkoren habe, diesen wichtigen Schritt, Wissen zu erlangen, gemeinsam gehen.


    Ist Euch aufgefallen, dass die Bilteca ihr Wissen problemlos preisgibt, als ein Mensch und ein Sassek gemeinsam ihre Hände in den Fall der Kristallbücher halten? ;)



    Und auf Bisola fanden sie einen Ort, wo sie diesen Traum verwirklichen konnten, wieder ein Leben voller Edelmut und Ritterlichkeit zu führen, die Schwachen zu schützen und Werke mit eigenen Hände zu schaffen.


    Das seid sozusagen Ihr - eine Gruppe von Fantasy-Fans. ;)



    Die Krienos sind für mich äußerst fesselnd. Da ist mal eine Spezies, die keine Städte baut, kein Handwerk betreibt und fern jeglicher Vorstellung der Menschen lebt und denkt, die nicht unterwerfen und beherrschen will, sondern vernichten. Und das alles, weil sie kein denkendes Wesen neben sich duldet. Das ist schwer zu erfassen.


    Bei den Krienos habe ich überlegt, ob ich ihre Motivation etwas näher bestimmen sollte. Ich habe mich letztlich dagegen entschieden, um ihnen das Geheimnisvolle, Unbegreifliche zu lassen.
    In der ersten Überlegung waren sie spinnenartige Wesen, aber meine Lektorin hat "gespürt", dass es noch eine bessere Lösung gäbe, und so sind sie zu den fliegenden Häuten geworden.



    Ich konnte daher die Entscheidung nachvollziehen, die von den Vorfahren der Menschen getroffen wurden, allen Spezies Raum und Zeit zu geben.


    Wie stehen die anderen zu dieser Entscheidung der Siedler? Immerhin haben sie ihren Nachfahren damit auch eine sehr harte Zeit beschert ...



    Ach ich mag, den moosigen Schuppengesellen einfach...


     :D
    Von seinem Moos muss er mit der Häutung leider Abschied nehmen - diese Symbiose können die Sasseks nur in der zweiten männlichen Phase eingehen.
    Wie steht Ihr eigentlich dazu, dass es die üblichen Fantasyvölker bei Grauwacht nicht gibt? Hättet Ihr lieber Orks, Trolle oder Elfen statt der Sasseks gehabt?



    Da hast du recht, das Buch ist wirklich wunderbar.


    :freu: :freu: :freu:

  • Zitat

    Wie steht Ihr eigentlich dazu, dass es die üblichen Fantasyvölker bei Grauwacht nicht gibt? Hättet Ihr lieber Orks, Trolle oder Elfen statt der Sasseks gehabt?


    Mir ist es sehr recht, das es diese klassischen Fantasyvölker auf Bisola nicht gibt. Sie hätten für mich irgendwie nicht gepaßt.
    Ich lese 'Grauwacht auch nicht unbedingt als Fantasy, sondern eher als ScienceFantasy oder FantasyScience.


    Ich habe es schon ein paar Mal gesagt, aberDu darfst gerne mehr Geschichten auf Bisola ansiedeln ;)

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

Anstehende Termine

  1. Donnerstag, 10. Mai 2018 - Sonntag, 27. Mai 2018

    odenwaldcollies

  2. Freitag, 11. Mai 2018 - Sonntag, 27. Mai 2018

    gagamaus

  3. Freitag, 11. Mai 2018, 21:40 - Sonntag, 27. Mai 2018, 22:40

    JanaBabsi

  4. Freitag, 18. Mai 2018 - Sonntag, 3. Juni 2018

    Caren