05 - 22. Kapitel (S. 179) - 2. Interludium (S. 229)

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  • Ssarronn und Kress, Remon und Vorena – hier sehe ich einige Parallelen: die Herren sind eher gemäßigt, diplomatisch und interessiert an der jeweils anderen Kultur, während die Damen konsequent und wie Maschinen ihre Berufung ausüben, ohne nach links oder rechts zu sehen.


    Kress ist ja wohl nicht mehr ganz sauber, in der Metropole so zu wüten, obwohl Oculor noch nicht komplett übergeben ist. Was kümmert es sie überhaupt, wenn die Menschen doch sowieso demnächst weiter ziehen? Aber da spielt das blaue Licht wahrscheinlich auch eine Rolle, welches die Nerven blank zu legen scheint. Und der Baron hätte seine Provokationen besser sein lassen.
    Die blaue Farbe scheint ja ein richtig rotes Tuch für die Sasseks zu sein ;D In dem Zusammenhang muß ich an den toten Sassek aus dem Prolog denken, aus dem blaue Blumen gwachsen sind.


    Nach menschlichen Maßstäben könnte man sagen, daß Ssarronn über einen ziemlich trockenen Humor verfügt, so wie er auf Kress' Ermordung des Barons reagiert. Andererseits kommt die Tat Remon zugute, daß er schneller vom Grill geholt wird und die Heilungsphase überspringen kann. Außerdem macht er sich mit der Rettung Oculors und der Vermeidung eines offenen Konflikts zwischen Menschen und Sasseks beinahe unentbehrlich, würde ich sagen; es wäre wirklich eine Verschwendung von diplomatischem Feingefühl, wenn man ihn kalt stellen würde - denn Vorena und Diplomatie passen so gut zusammen wie Kress und Diplomatie ;D


    Ich hoffe, Ssarronn und Remon bekommen noch öfters Gelegenheit, miteinander zu reden, da kommt deutlich mehr dabei raus, als wenn man einfach zuhaut oder an alles Feuer legt. Also ist in den Dämmerungszonen ebenfalls blaues Licht vorhanden, oder habe ich das falsch verstanden? Müßte dann aber nicht auf Oculor auch allmählich blaues Licht fallen?


    Hoffentlich gelingt die Flucht von Nata, Enna und Hurnendo, aber ich denke, Natas Gefühl bzgl. Orresta trügt sie nicht. Das Geräusch des Meeres unter dem Eis sind ja sehr beunruhigend.


    In Sombralor waren also Attentäter am Werk, Sasseks – waren sie ebenfalls Anhänger der Goraja, die das Blau vernichten wollten? Nach Aussage von Agnecodo scheint das so zu sein. Warum läßt Agnecodo heimlich den letzten Attentäter abholen? Was mauschelt er da? Da er mit Orresta unter eine Decke zu stecken scheint, gefällt mir das alles gar nicht. Und Firando hat mich etwas enttäuscht, ich hatte ihn für mutiger gehalten. Ich bin gespannt, ob Nata Firando treffen wird und ob er helfen kann.


  • Ssarronn und Kress, Remon und Vorena – hier sehe ich einige Parallelen: die Herren sind eher gemäßigt, diplomatisch und interessiert an der jeweils anderen Kultur, während die Damen konsequent und wie Maschinen ihre Berufung ausüben, ohne nach links oder rechts zu sehen.


    Eventuell kann Nata die Ehre des zarten Geschlechts retten - oder Orresta ebendieses noch tiefer hereinreißen. ;)


    denn Vorena und Diplomatie passen so gut zusammen wie Kress und Diplomatie ;D


    Wenn man die beiden in einen Raum sperren würde, bekäme das Wort "Krisengipfel" wohl eine völlig neue Bedeutung. :D


    Also ist in den Dämmerungszonen ebenfalls blaues Licht vorhanden, oder habe ich das falsch verstanden? Müßte dann aber nicht auf Oculor auch allmählich blaues Licht fallen?


    Sombralor liegt in der Morgendämmerung. Das blaue Licht scheint in/vor der Abenddämmerung.
    Der Prolog spielt übrigens auch in diesem Gebiet.
    Auf Seite 28 sagt Vorena etwas darüber:

    Zitat


    »Dann stimmt es, dass das Licht nicht mehr weicht?« Nata konnte sich gerade noch beherrschen, um Vorena nicht am Arm zu fassen.
    Die Guardista wartete, bis Nata einen Schritt zurück machte und den Blick wieder senkte. »Es weicht noch, aber die Nacht wird langsamer. Licht so blau wie der untergehende Mond bedeckt den Westen.«


  • Eventuell kann Nata die Ehre des zarten Geschlechts retten - oder Orresta ebendieses noch tiefer hereinreißen. ;)


    Na, dann hoffe ich aber mal auf Nata - denn bei Orresta packe ich lieber die Keule aus :kommmalherfreundchen:



    Wenn man die beiden in einen Raum sperren würde, bekäme das Wort "Krisengipfel" wohl eine völlig neue Bedeutung. :D


    In jedem Fall :totlach:



    »Dann stimmt es, dass das Licht nicht mehr weicht?« Nata konnte sich gerade noch beherrschen, um Vorena nicht am Arm zu fassen.
    Die Guardista wartete, bis Nata einen Schritt zurück machte und den Blick wieder senkte. »Es weicht noch, aber die Nacht wird langsamer. Licht so blau wie der untergehende Mond bedeckt den Westen.«


    Ah, verstanden :-[


  • Ssarronn und Kress, Remon und Vorena – hier sehe ich einige Parallelen: die Herren sind eher gemäßigt, diplomatisch und interessiert an der jeweils anderen Kultur, während die Damen konsequent und wie Maschinen ihre Berufung ausüben, ohne nach links oder rechts zu sehen.


    Ich sehe bei den Damen aber trotzdem einen sehr großen Unterschied. Vorena kann sich sehr gut beherrschen, wenn es um die Interessen der Grauwacht und um die Ehre geht. Kress ist fanatisch und hat keinerlei Beherrschung. Ich kann nicht verstehen, dass ihr Verhalten unter ihresgleichen nicht bestrafbar ist. Beinahe hätte ihr Fanatismus ja alle Bemühungen ihres Stammes zu nichte gemacht. So was hätte m.E, Vorena nie getan.




    Kress ist ja wohl nicht mehr ganz sauber, in der Metropole so zu wüten, obwohl Oculor noch nicht komplett übergeben ist. Was kümmert es sie überhaupt, wenn die Menschen doch sowieso demnächst weiter ziehen? Aber da spielt das blaue Licht wahrscheinlich auch eine Rolle, welches die Nerven blank zu legen scheint. Und der Baron hätte seine Provokationen besser sein lassen.
    Die blaue Farbe scheint ja ein richtig rotes Tuch für die Sasseks zu sein ;D In dem Zusammenhang muß ich an den toten Sassek aus dem Prolog denken, aus dem blaue Blumen gwachsen sind.


    Im Moment sehe ich das als religiösen Fanatismus. Sicher gab es eine Zeit, in der irgendetwas für die Sassek sehr negatives mit dem blauen Licht verbunden war und es ist im Laufe der Zeit zu einer Religion geworden, welche Kress eben mit blindem Fanatismus vertritt. Fanatiker sind nicht mit logischem Denken zu begreifen.



    Hoffentlich gelingt die Flucht von Nata, Enna und Hurnendo, aber ich denke, Natas Gefühl bzgl. Orresta trügt sie nicht. Das Geräusch des Meeres unter dem Eis sind ja sehr beunruhigend.


    Orresta ist doch jemand, der sich auf Agnecodo beruft und scheinbar haben auch viele Sabo Angst vor diesem. Nicht unbegründet. Die Angst ist also sehr verständlich noch dazu wo wir als Leser nun auch wissen, was sie am Zeil erwartet. Auf alle Fälle keine wissenschaftliches Studium. Was wird Nata tun? Nach allen Entbehrungen den Mördern in die Arme laufen?


    Und Firando hat mich etwas enttäuscht, ich hatte ihn für mutiger gehalten. Ich bin gespannt, ob Nata Firando treffen wird und ob er helfen kann.


    Ich habe gehofft, dass er die Kurve bekommt und den Mund hält. Was hätte ein toter Firando den für einen Nutzen? Nein Widerstand gegen Agnecodo wäre an dieser Stelle Dummheit gewesen, völlig nutzlos.

  • Übrigens habe ich auch gehofft, dass man sieht, welche Führungseigenschaften Remon hat und deshalb nicht auf ihn verzichten will.


    Was ist nun eigentlich mit Perul? Erfahren wir noch, wie er sich im Eis verirrt ;D


  • Kress ist fanatisch und hat keinerlei Beherrschung. Ich kann nicht verstehen, dass ihr Verhalten unter ihresgleichen nicht bestrafbar ist.


    Vielleicht birgt der zweite Satz die Erklärung für den ersten? ;)



    Im Moment sehe ich das als religiösen Fanatismus. Sicher gab es eine Zeit, in der irgendetwas für die Sassek sehr negatives mit dem blauen Licht verbunden war und es ist im Laufe der Zeit zu einer Religion geworden, welche Kress eben mit blindem Fanatismus vertritt. Fanatiker sind nicht mit logischem Denken zu begreifen.


    Ich bezweifle, dass man dafür den Zusatz "religiös" braucht. Nachhaltig beeindruckt hat mich in diesem Zusammenhang der Jahr-2000-Hype. Ganz ohne Religion hat sich damals die Hysterie ausgebreitet. Erst ging es darum, dass Computer Zeitspannen falsch berechnen würden, wenn die Jahresanzeige von 99 auf 00 springt. Die Idee war, dass ein Algorithmus, der die Jahreszahlen subtrahiert, zu einem falschen Ergebnis kommt. Rechnet er 99 - 87, dann ist die Differenz 12 Jahre und alles ist gut. Rechnet er aber 00 - 99, ist die Differenz -99, das Minuszeichen wird eventuell nicht gespeichert und der Computer vermutet einen zeitlichen Abstand von 99 Jahren.
    Dann gab es im Fernsehen Berichte, Zinsen für 99 Jahre würden gutgeschrieben (oder, bei Krediten, in Rechnung gestellt). Dann verbreiteten "Experten", moderne Autos würden mitten während der Fahrt auf der Autobahn ausgeschaltet, weil die Bordelektronik dächte, das Fahrzeug sei seit 99 Jahren nicht gewartet worden. Die Steigerung: Flugzeuge schalten sich mitten im Flug ab. Dann kam mein Favorit: Die russischen Atomraketen erwarten jede Stunde ein Signal, und wenn sie das nicht bekommen, starten sie automatisch, weil sie denken, die Amerikaner hätten Russland bombardiert und niemand sei mehr da, der den Schalter drücken könne - Ergebnis: Vergeltungsschlag, da ja seit 99 Jahren kein Bestätigungssignal eingetroffen sei.
    Im Schwarzwald waren 1999 einsame Hütten mit Konservendosen-Vorräten für ein paar Jahrzehnte ein Verkaufshit. Es gab genügend Leute, die dachten, Silvester ginge die Zivilisation unter.
    Ich habe damals bei einem Hochtechnologiekonzern gearbeitet, der ein globales Netzwerk betreibt. Wir hatten in unserem Jahr-2000-Office ein Satellitentelefon, das unabhängig von allen Funk- und Telefonnetzen arbeitete. Damit wurde zu der Zeit, zu der die erste Südseeinsel über die Datumsgrenze kam, dort angerufen. Nicht etwa, um Glück für das neue Millenium zu wünschen, sondern um sich zu versichern, dass die Leute dort noch leben ...
    :D
    Ähnliche Fragen gibt es zu Hauf. Je nachdem, welche Meinung man selbst vertritt (und zwar in der Regel auf Grund eines Gefühls oder weil man honorigen Leuten vertraut - in den seltensten Fällen auf Grund eigener Nachforschungen), findet man die Thesen plausibel oder hanebüchen.
    Sind Impfungen schädlich?
    Gibt es eine gelenkte Lügenpresse?
    Ist das Risiko von Atomkraft beherrschbar (da muss man nur einmal über die Grenze nach Frankreich trippeln und hört komplett andere Einschätzungen als in Deutschland)?
    Gibt es einen menschengemachten Klimawandel?
    Ist vegane Ernährung gesund?
    Führt ein freier Markt zur optimalen Verwendung knapper Güter?
    Nichts davon hat irgend eine religiöse komponente, nichts ist nicht-empirisch, nichts transzendent. Aber alle diese Beispiele haben das Potenzial für Fanatisierungen.



    Orresta ist doch jemand, der sich auf Agnecodo beruft und scheinbar haben auch viele Sabo Angst vor diesem. Nicht unbegründet. Die Angst ist also sehr verständlich noch dazu wo wir als Leser nun auch wissen, was sie am Zeil erwartet. Auf alle Fälle keine wissenschaftliches Studium.


    Hm, denkst Du, Agnecodo ist der Wissenschaft abgeneigt?


    Nein Widerstand gegen Agnecodo wäre an dieser Stelle Dummheit gewesen, völlig nutzlos.


    Wie man diese Haltung bewertet, hängt vermutlich wesentlich davon ab, ob man eher darauf abhebt, was jemand tut, oder darauf, was er mit seinem Tun erreichen will.



    Was ist nun eigentlich mit Perul? Erfahren wir noch, wie er sich im Eis verirrt ;D


    Liebes Tagebuch,
    die Grausamkeit meiner Leserschaft erschüttert mich. Man wünscht einem Menschen, der ein entbehrungsreiches Leben lebt, den bitteren Kältetod, statt bereit zu sein, die Hand zur Verzeihung auszustrecken. Ich befürchte, die Lektüre brutaler Geschichten führt zu einer allgemeinen Verrohung!


  • Vielleicht birgt der zweite Satz die Erklärung für den ersten? ;)


    Was heißt das? Sind alle ihrer Meinung? Das kann ja nicht sein, oder? Schließlich ist sie von den vieren die einzige, die so völlig wahnsinnig handelt.



    Ich bezweifle, dass man dafür den Zusatz "religiös" braucht.


    sie ist aber religiös und betrachtet ihre Haltung als Dienst an ihrem Glauben. Wen man verehrt ist dabei völlig egal. Fanatismus ist immer schädlich und dumm und unbegreifbar.



    Hm, denkst Du, Agnecodo ist der Wissenschaft abgeneigt?


    Das kommt darauf an, was man unter Wissenschaft versteht. Es gibt die Möglichkeit, dass Wissen nicht benutzt werden sollte, aber dann kann man Wissenschaftler die Fragen haben einweihen in die Problematik. Wer aber Wissen zurückhält, besonders in einer schwierigen Situation und gegenüber Menschen, die dieses Wissen nutzen können um zu helfen, der ist für mich kein Wissenschaftler, sondern nur jemand, der die Wissenschaft benutzt. Egoistisches einbehalten von Wissen ist dumm, deshalb ist man in meinen Augen dann eben kein wirklicher Wissenssucher.



    Was ist nun eigentlich mit Perul? Erfahren wir noch, wie er sich im Eis verirrt ;D



    Liebes Tagebuch,
    die Grausamkeit meiner Leserschaft erschüttert mich. Man wünscht einem Menschen, der ein entbehrungsreiches Leben lebt, den bitteren Kältetod, statt bereit zu sein, die Hand zur Verzeihung auszustrecken. Ich befürchte, die Lektüre brutaler Geschichten führt zu einer allgemeinen Verrohung!


    Tja wer da wohl Schuld trägt[Blockierte Grafik: http://www.smilies.4-user.de/include/Frech/smilie_frech_046.gif]

  • Was heißt das? Sind alle ihrer Meinung? Das kann ja nicht sein, oder? Schließlich ist sie von den vieren die einzige, die so völlig wahnsinnig handelt.


    Ich verstehe auch nicht, worauf du hinaus willst Bernard.
    Kress flippt ja hier völlig aus. Sie trifft, die Gemeinschaft von Oculor direkt in ihrem Inneren mit den beiden Morden und dem Angriff auf den Herzstein.
    Warum ist diese Frau so wichtig, das sie das tun kann. So gar andere nehmen die Schuld für ihre Verbrechen auf sich. Und ihre eigenen Leute nehmen es auch hin. Wird sie vielleicht von wichtigen Leute unterstützt?

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Ich sehe bei den Damen aber trotzdem einen sehr großen Unterschied. Vorena kann sich sehr gut beherrschen, wenn es um die Interessen der Grauwacht und um die Ehre geht. Kress ist fanatisch und hat keinerlei Beherrschung. Ich kann nicht verstehen, dass ihr Verhalten unter ihresgleichen nicht bestrafbar ist. Beinahe hätte ihr Fanatismus ja alle Bemühungen ihres Stammes zu nichte gemacht. So was hätte m.E, Vorena nie getan.


    Im Detail gibt es in jedem Fall Unterschiede zwischen den beiden Damen, aber im Groben kann man die Vier schon in die zwei Lager einteilen, finde ich. Die Feinheiten sind dann der jeweiligen Kultur geschuldet, könnte ich mir vorstellen.


    Und warum Kress nicht bestraft wird? Ich habe den Eindruck, daß die Aufgabe der Goraja eben das Ausmerzen sämtlicher Sittenwidrigkeiten ist, zu dem auch das blaue Licht scheinbar gehört. Die Goraja ist hoch angesehen bei den Sasseks, daher kann ich aus Sassek-Sicht verstehen, daß sie nicht bestraft wird. Aus Menschen-Sicht sieht das allerdings anders aus, aber es bringt nichts, wenn nun in Oculor das Chaos und Krieg ausbricht, man muß auf Diplomatie setzen, auch wenn Vorena die Echsen sicherlich lieber mit ihrem Schwert kitzeln würde ;D
    Vielleicht sollten wir Remon mal in die Ukraine schicken?



    Ich habe gehofft, dass er die Kurve bekommt und den Mund hält. Was hätte ein toter Firando den für einen Nutzen? Nein Widerstand gegen Agnecodo wäre an dieser Stelle Dummheit gewesen, völlig nutzlos.


    Nein, Widerstand wäre Blödsinn und selbstmörderisch gewesen, da stimme ich dir zu. Ich habe nur Angst, daß Firando nun womöglich komplett einknickt und seine eigenen Nachforschungen einstellt.



    Was ist nun eigentlich mit Perul? Erfahren wir noch, wie er sich im Eis verirrt ;D


    Beschwer du dich nochmal, wenn Bernd mal wieder reihenweise seine Protagonisten meuchelt :totlach:


    @Bernd:
    Danke für deinen Jahr-2000-Zusammenfassung :D Das ist wirklich ein gutes Beispiel und aus heutiger Sicht mutet die Hysterie von damals irreal an. Das mit dem Satellitentelefon ist gut ;D


  • sie ist aber religiös und betrachtet ihre Haltung als Dienst an ihrem Glauben. Wen man verehrt ist dabei völlig egal.


    Ich glaube nicht, dass sie religiös ist. Sie verehrt ja auch niemanden.
    Sie ist Mitglied der Goraja, einer moralischen Instanz. Das ist bei uns vielleicht der Internationale Gerichtshof für Menschenrechte. Die Richtlinien der Goraja - insbesondere die Vernichtung der blauen Farbe, sofern sie woanders auftaucht als im Wasser oder im wolkenlosen Himmel - legt sie extremer aus als zum Beispiel Ssarronn. Wer von den beiden der Sache der Goraja letztlich besser dient ... Wir werden sehen. ;)



    Das kommt darauf an, was man unter Wissenschaft versteht. Es gibt die Möglichkeit, dass Wissen nicht benutzt werden sollte, aber dann kann man Wissenschaftler die Fragen haben einweihen in die Problematik. Wer aber Wissen zurückhält, besonders in einer schwierigen Situation und gegenüber Menschen, die dieses Wissen nutzen können um zu helfen, der ist für mich kein Wissenschaftler, sondern nur jemand, der die Wissenschaft benutzt. Egoistisches einbehalten von Wissen ist dumm, deshalb ist man in meinen Augen dann eben kein wirklicher Wissenssucher.


    An unseren Universitäten unterscheidet man zwischen "Forschung" und "Lehre". Es gibt durchaus Forscher, die mit der Lehre = dem Verbreiten des Wissens nichts am Hut haben. Und es gibt durchaus Wissen, bei dem ein breiter Konsens besteht, dass es nicht allgemein zugänglich sein sollte - zum Beispiel: "Wie baue ich eine Atombombe?"
    Ich stimme Dir zu, dass "Dinge erforschen" und "Forschungsergebnisse verbreiten" oft Hand in Hand geht - aber eben nicht immer. ;)



    Und warum Kress nicht bestraft wird? Ich habe den Eindruck, daß die Aufgabe der Goraja eben das Ausmerzen sämtlicher Sittenwidrigkeiten ist, zu dem auch das blaue Licht scheinbar gehört. Die Goraja ist hoch angesehen bei den Sasseks, daher kann ich aus Sassek-Sicht verstehen, daß sie nicht bestraft wird.


    :klatschen:

  • An unseren Universitäten unterscheidet man zwischen "Forschung" und "Lehre". Es gibt durchaus Forscher, die mit der Lehre = dem Verbreiten des Wissens nichts am Hut haben. Und es gibt durchaus Wissen, bei dem ein breiter Konsens besteht, dass es nicht allgemein zugänglich sein sollte - zum Beispiel: "Wie baue ich eine Atombombe?"


    Hier geht es aber um Verhinderung von Wissenserwerb nicht einfach um Forscherdrang und es geht um ein Wissen, dass für die Gesellschaft wichtig ist und es geht um Wissenschaftler. Bisher habe ich den Eindruck, dass es um Macht geht und Macht und Wissenschaft sind ein schlechtes Paar. Das nicht jeder auf der Straße alles Wissen erhält, sehe ich ja ein, es könnte auch eine Panik begründen, aber das die Wissenschaftler, die sich mit dem Phänomen am längsten auseinandergesetzt haben mit Gewalt an weiterer Forschung gehindert werden ist auf alle Fälle dumm und falsch.


    :klatschen:


    Schade, bisher war hat mich in allen Deinen Büchern immer wieder begeistert, wie logisch nachvollziehbar die Figuren für mich waren. Das scheint diesmal anders zu sein. Vielleicht hängt es mit unserer unterschiedlichen Auffassung zur Moral zusammen. Die Diskussion haben wir ja schon geführt :)
    Aber da scheine ich auch wieder eine Ausnahme zu sein. Für mich ist es unmöglich so etwas wie diesen Farbhass mit den Gesetzen des internationalen Gerichtshofes in einen Vergleich zu bringen. Kress hat alles, was die anderen bisher erreicht haben aufs Spiel gesetzt, sie hat den Auftrag, den sie hatten verraten. Um ein Haar wäre die ganze Metropole zerstört worden und der mühsam aufrechterhaltene Frieden zerstört. Alles das wegen ihres Übereifers. Ich denke, dass sie dafür eine Bestrafung verdient hätte. Für mich wirkt sie eben wie eine Fanatikerin und die sind in den meisten Gesellschaften höchstens gefürchtet, aber nicht beliebt. Selbst innerhalb der Goraja denken ja nicht alle so. Aber leider scheint sie eine sehr schöne "Frau" zu sein.


    Und jetzt soll sie sogar mit Menschen zusammen losgeschickt werden, wenn ich das richtig verstehe? Das ist für mich auch nicht nachvollziehbar. Da ist der Ärger vorprogrammiert. Sie hört ja auf keine Stimme der Vernunft.
    Irgendwie kann ich an der Stelle nicht so richtig mit. Tut mir leid, denn die Welt gefällt mir richtig gut und die Geschichte bisher auch.


  • Da wäre die Frage, ob die Grauwacht zu den Menschen gezählt wird ... Sicher sind die Guardistas Menschen (?), aber von den Machtblöcken her gesehen steht die Grauwacht ja zwischen Tag und Nacht.


    Kress sieht sie aber als Menschen und als ihre Feinde

  • Schade, bisher war hat mich in allen Deinen Büchern immer wieder begeistert, wie logisch nachvollziehbar die Figuren für mich waren. Das scheint diesmal anders zu sein. Vielleicht hängt es mit unserer unterschiedlichen Auffassung zur Moral zusammen. Die Diskussion haben wir ja schon geführt :)
    Aber da scheine ich auch wieder eine Ausnahme zu sein. Für mich ist es unmöglich so etwas wie diesen Farbhass mit den Gesetzen des internationalen Gerichtshofes in einen Vergleich zu bringen. Kress hat alles, was die anderen bisher erreicht haben aufs Spiel gesetzt, sie hat den Auftrag, den sie hatten verraten. Um ein Haar wäre die ganze Metropole zerstört worden und der mühsam aufrechterhaltene Frieden zerstört. Alles das wegen ihres Übereifers. Ich denke, dass sie dafür eine Bestrafung verdient hätte. Für mich wirkt sie eben wie eine Fanatikerin und die sind in den meisten Gesellschaften höchstens gefürchtet, aber nicht beliebt. Selbst innerhalb der Goraja denken ja nicht alle so. Aber leider scheint sie eine sehr schöne "Frau" zu sein.


    Und jetzt soll sie sogar mit Menschen zusammen losgeschickt werden, wenn ich das richtig verstehe? Das ist für mich auch nicht nachvollziehbar. Da ist der Ärger vorprogrammiert. Sie hört ja auf keine Stimme der Vernunft.
    Irgendwie kann ich an der Stelle nicht so richtig mit. Tut mir leid, denn die Welt gefällt mir richtig gut und die Geschichte bisher auch.


    Da hast Du die Problematik Kress wunderbar auf den Punkt gebracht, wie ich finde. Ich kann zwar Kress Verhalten nachvollziehen. Aber ich verstehe nicht, warum die Sasseks es nicht bestrafen.
    Diese Frau ist unberechenbar und zerstörerisch. Das ist auf keinen Fall hilfreich. Vom moralischen Standpunkt mal ganz abgesehen.
    Sie scheint mir auch durchaus inkonsequent zu sein. Bei Natas Vergehen läßt sie sich noch zurückhalten, obwohl sie schon auf 180 war. Dann später tötet sie Skrupel. Und niemand sagt etwas dagegen.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Bei Natas Vergehen läßt sie sich noch zurückhalten, obwohl sie schon auf 180 war. Dann später tötet sie Skrupel. Und niemand sagt etwas dagegen.


    Vielleicht hofft sie zunächst, dass sie ihren Standpunkt argumentativ (wenn auch sehr entschlossen vorgetragen) durchsetzen kann. Als das nichts fruchtet, erkennt sie vielleicht, dass sie die Dinge selbst in die Hand nehmen muss, um die Bedrohung durch das Blau zu beseitigen, wegen der sich jetzt bereits ein unübersehbares Mahnzeichen auf den Monden zeigt.
    Ob solche Personen Helden oder Terroristen sind, entscheidet sich oftmals erst am Ausgang der Sache - und hängt auch davon ab, welche Sicht der Beobachter einnimmt.

  • Ich führe hier mal meine Gedanken bezüglich Orresta fort, die ich im letzten Abschnitt begonnen habe. Auf Natas Frage, was Orresta über das (blaue) Licht wisse, antwortet diese, dass es neu wäre. Als Nata dem widerspricht, scheint Orresta zu zweifeln: "Wie meint Ihr das? Niemand hat es zuvor gesehen.“
    „Doch. Man hat es nur vergessen. Soviel weiß sogar ich. Es ist exakt wie damals.“ (Seite 208) - Diese Worte wirken wie ein Schlag auf Orresta, den sie damit pariert, in dem sie behauptet, Nata hätte scheinbar die Verrücktheit ihres Vaters geerbt. Es wäre besser, sie behielte solch abstruse Ideen für sich, da sie sonst niemand mehr ernst nehmen würde.


    Ich folgere daraus, dass Orresta nicht wusste, dass es die Lichtveränderung zuvor schon gegeben hat. Die jetzige scheint sie nicht zu beunruhigen und ebenso wenig, dass möglicherweise die Sasseks bei blauem Licht hungern müssen. Denn "ob die Monde nun gelb oder blau scheinen, macht doch keinen Unterschied." (Seite 207) - Erwartet sie, daraus Vorteile für die Menschen ziehen zu können?


    Jedenfalls misstraut Nata Orresta, weil sie vermutet, dass diese die Reise nach Sombralor und Gespräche mit denen, die ebenfalls wissen wollen, was es mit dem farbigen Licht auf sich hat, verhindern will. Nata fürchtet nicht Orresta und Angecodo als Personen, sondern die Dummheit und Halsstarrigkeit, die von ihnen Besitz ergriffen hat, vor den Veränderungen die Augen zu verschließen. Das könnte ihrer aller Untergang sein. „Wir müssen überleben, und wir müssen lernen.“ (Seite 211)

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Und warum Kress nicht bestraft wird? Ich habe den Eindruck, daß die Aufgabe der Goraja eben das Ausmerzen sämtlicher Sittenwidrigkeiten ist, zu dem auch das blaue Licht scheinbar gehört. Die Goraja ist hoch angesehen bei den Sasseks, daher kann ich aus Sassek-Sicht verstehen, daß sie nicht bestraft wird.


    Dass Kress sowohl Baron Erren als auch den Metropolfürsten tötet, hat mich ziemlich geschockt, und diese hemmungslose Aggressivität lehne ich auch ab.


    Aber wenn man sich in sie hinein versetzt, erscheint für sie die Situation vermutlich sehr beängstigend. Als Angehöriger der Goraja nimmt sie deren Aufgabe als Tugendwächter der Sasseks sehr ernst. Sie will verhindern, dass das Blau in die Nacht entkommt und deshalb das Herzfeuer zerstören. Die Goraja wandern ja immer dorthin, wo sie glauben, dass die Sitten ihres Schutzes bedürfen. Und dazu gehört, dass sie alles verbrennen, was blau ist. Sie sind auch die einzigen, die mit Feuer strafen. In Kress' Vorstellung tut sie hier genau das, weil sie glaubt, der einzige Weg, großes Unglück zu vermeiden, läge in der Rückkehr zur Sittsamkeit, in der es kein Blau gibt.

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Ich folgere daraus, dass Orresta nicht wusste, dass es die Lichtveränderung zuvor schon gegeben hat. Die jetzige scheint sie nicht zu beunruhigen und ebenso wenig, dass möglicherweise die Sasseks bei blauem Licht hungern müssen. Denn "ob die Monde nun gelb oder blau scheinen, macht doch keinen Unterschied." (Seite 207) - Erwartet sie, daraus Vorteile für die Menschen ziehen zu können?


    Ich war mir an der Stelle nicht sicher, ob sie tatsächlich überrascht war oder ob sie schockiert war, weil Nata über dieses Wissen verfügte. Vllt. dachte Orresta, sie hätte früh genug die Aufzeichnungen von Natas Vater an sich gebracht, damit Nata keine Schlußfolgerungen daraus ziehen kann - oder sie war schockiert, weil sie nicht damit gerechnet hat, daß Natas Vater mit seinen Nachforschungen bereits so weit gekommen ist.