05: Seite 330 - Ende (Kap. 64 – Ende)

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  • Aber man kann doch nicht wirklich davon ausgehen, dass sich solch ein Problem erledigt, indem ich ihm nur einen neuen Einsatzort gebe. Wenn ein Angestellter im Kaufhaus beim Diebstahl von Klamotten auffällig wird, löse ich das Problem ja auch nicht, indem ich ihn in die Abteilung Haushaltswaren versetze.


    Da ist wirklich ein absolutes No-Go, aber leider nicht so ungewöhnlich für die Kirche, daß sie solche Dinge lieber verschweigt und auf ihre Art regelt, um ja nicht den Fokus auf sich zu ziehen. Und damit in Kauf nimmt, daß es weitere Opfer gibt. Deswegen habe ich auch geschrieben, daß die Kirche sich in meinen Augen mitschuldig am Tod von Anna gemacht hat - also nicht "die" Kirche, sondern die Verantwortlichen, die damals den Vorfall runtergespielt haben.


  • Im 1. Band hatte Niklas ja eine konkrete Rolle bei den Ermittlungen gespielt, deshalb war dann auch mehr von Winterbergs Familie zu lesen. Bei Basti ist das hier ja nicht der Fall.


    Aus dem ersten Band meine ich noch zu wissen, dass Basti sowieso nicht ganz einfach ist und er dort mehr thematisiert wurde.
    In solchen Sachen finde ich es immer gut, den Vorgängerfall auch zu kennen.

  • Vielen Dank euch allen für die rege Beteiligung an dieser Leserunde - das hat mir sehr viel Spaß gemacht (und wird noch andauern, oder sind schon alle durch?)! :)


    Besonders interessant waren für mich natürlich eure Spekulationen bezüglich des Täters.
    Da wart ihr ja teilweise echt schnell, auch wenn es vielleicht noch nicht ganz greifbar war!


    Es ist aber auch schön zu lesen, dass die Figuren und ihre Handlungen - oder auch ihr Nichthandeln - bei euch so intensiv angekommen sind. Das ist natürlich das, was man sich als Autor erhofft.
    Aber auch hier in der Leserunde zeigt sich, wie schwierig die Gewichtung Fall-Privatleben zu handhaben ist. Der eine mag es lieber so, der andere lieber so. Da gibt es einfach kein richtig oder falsch, und das ist natürlich auch eine gewisse Entlastung für mich! :)


    Und was die Versetzung des Pfarrers angeht:
    Das gleiche Spiel hat man ja auch z.B. bei Lehrern - machen die an der einen Schule richtig Mist, werden sie einfach an eine andere versetzt, wo sie ihren Mist weitermachen können. Ernsthafte Konsequenzen hat das ja leider fast nie.


    Aktuelles Beispiel aus der Kirche ist der Tebartz van Elst:
    Erst macht er in Limburg, was er will, und jetzt hat man ihn nach Rom geholt, wo er einfach weiter im Kirchendienst bleiben kann. Und der hat der Kirche wirklich geschadet, die Austritte nach der Veröffentlichung seiner Geldverschwenderei gingen ja exorbitant in die Höhe!
    Es gibt leider viel zu viele Bereiche, wo es nicht gerecht zugeht. Die Kirche macht da keine Ausnahme ...


    Habt ihr noch spezielle Fragen, auf die ihr gern eine Antwort hättet?


  • Vielen Dank euch allen für die rege Beteiligung an dieser Leserunde - das hat mir sehr viel Spaß gemacht (und wird noch andauern, oder sind schon alle durch?)! :)


    Taubenschlag konnte aus privaten Gründen noch nicht in die Runde einsteigen, will aber bald dazukommen.

  • Mich würde mal interessieren, welche konkreten Hinweise Melanie uns in dem Buch auf den Mörder gibt. Plant man so etwas überhaupt ein, wenn man einen Kriminalroman schreibt?


    Ich wäre trotzdem nie auf den Pfarrer gekommen, hatte aber explizit auch keinen anderen im Verdacht.
    Das Ende des Buches hatte es ja auch in sich. Ok, der Pfarrer begeht Selbsttötung ( Selbstmord gibt es ja nicht ;) ), aber der hat das bestimmt bereut im Nachhinein, wenn ich das mal so sagen darf, da ja geschrieben wurde, dass sich seine Füße wie von selbst an den Rand des Daches bewegt haben. Sein Handeln ist schon bissel mehr als "verrückt". er will die Jungen retten, tötet dafür ihre Mütter, bzw. versucht es und nimmt damit aber real den Kinder die wichtigste Person in deren Leben weg.
    Das er das schon mal in einer anderen Gemeinde gemacht hat und trotzdem noch als Pfarrer in eine neue Gemeinde darf, ist ja das Allerletzte. zeigt aber wieder mal, was alles so unter dem Deckmantel der Kirche passiert und wie diese das Übel unter den Teppich kehrt. Ist ja leider absolute Realität.


    Ich fand das Buch sehr unterhaltsam und habe es genau wie Band 1 mit Vergnügen gelesen. Ich freu mich schon auf den 3. Band der 3 Ermittler. Meine Rezension hab ich ja schon geschrieben und obwohl es meine erste war ( von kläglichen Versuchen in der Schule mal abgesehen ) fiel sie mir leichter als ich gedacht hatte und das lag ganz bestimmt auch an diesem guten Buch.
    Vielen Dank für die nette Leserunde. :)

  • Nun war es also doch der Pfarrer, wie bereits von einigen vermutet wurde. Dieser Hartwig hat also schon pro forma aufgrund seiner Vergangenheit in jeder Frau eine Ehebrecherin gesehen, ob sie es nun war oder nicht, und aufgrund eines Entführungsfalles wurde er versetzt, was Ankes Verhängnis wurde und auch Ella eine schreckliche Zeit beschert wurde, auch Frank wurde durch Hartwigs Vergehen körperlich und seelisch verletzt.


    Aber warum hat die Kirche ihn nur versetzt? Denn schließlich ist Kindesentführung doch kein kleines Vergehen, was einfach so unter den Teppich gekehrt werden kann? Tja, in der letzten Zeit hat sie sich wirklich nicht mit viel Ruhm bekleckert.


    Tja, und was mit Basti nun wirklich ist, ist auch noch nicht raus, aber das könnte man ja mit in die nächste Fortsetzung nehmen, falls es denn eine gibt :-)

  • So, jetzt habe ich auch die letzten Seiten dieses fesselnden Krimis gelesen. Da ich ja eh im Rückstand bin ist es hoffentlich ok, wenn ich heute zweimal poste.


    Ich war überrascht, dass der Pfarrer der Täter ist, aber mit seiner Vorgeschichte, die ihn zu dem Menschen gemacht hat, der er ist, kann man die Tat erklären. Ich frage mich zwar immer, warum solche Erfahrungen, wie die ein sog. "Kickuckskind" zu sein, bei einigen Leuten einen totalen Zusammenbruch verursacht, andere können da aber nach dem ersten Schock ganz gut umgehen.
    Bei Hartwig hat diese Information jedenfalls den totalen Verlust des Bezugs zur Realität bedeutet.


    Ich bin so froh, dass Benny und Elle die Geschichte zumindest körperlich ganz gut überstanden haben, was sie für die Psyche bedeutet, wird die Zukunft zeigen. Zumindest haben die Ereignisse bei Rolf ein Umdenken ausgelöst und vielleicht hält er seien Vorsatz mehr für die Familie da zu sein auch durch. Zu wünschen wäre es den Dreien.


    Frank ist in einer schlimmeren Situation, er hat seine Frau verloren und wird jetzt auch noch das Dorf verlassen, was nach den Ereignissen in dem Dorf auch kein Wunder ist. Ich habe mir schon bei der Beschreibung der Lynchaktion gedach, wie auch immer das ausgeht, Frank kann nicht in dem Dorf bleiben und so wird es jetzt auch kommen.


    Erschreckend finde ich auch, dass die Kirche Hartwig gedeckt hat. Anscheinend wurde er ja Zwangsversetzung, weil er in einen anderen Ort auch schon einen Jungen entführt hat. Statt diesen Mann aus dem Verkehr zu ziehen, wird er einfach in eine andere Pfarrei geschickt. leider gab es ja in der Realität auch ähnliche Fälle, leider ist das also kein Fiktion.


    Ich hoffe es wird eine Fortsetzung mit diesen Ermittlern geben und ich darf hier mal wieder in Siegerland reisen. Leider konnte ich erst verspätet in die Runde einsteigen, aber das Buch hat mir einige schöne Lesestunden beschert. Vielen Dank noch mal und Entschuldigung für die Verspätung. Reiz folgt.


  • Da ich ja eh im Rückstand bin ist es hoffentlich ok, wenn ich heute zweimal poste.


    Das ist in Ordnung.



    Ich bin so froh, dass Benny und Elle die Geschichte zumindest körperlich ganz gut überstanden haben, was sie für die Psyche bedeutet, wird die Zukunft zeigen.


    Da hast du recht, man kann nur hoffen, daß die Beiden die Ereignisse wirklich gut verarbeiten können.

  • Die Leserunden-Schwarmintelligenz war wieder früh auf dem richtigen Pfad ;D


    Also doch der Pfarrer. Ich muss gesehen, ich tu mich immer ein bisschen schwer mit "verrückten" Tätern. Denn die können alles getan haben und es muss nicht wirklich schlüssig oder verständlich sein.
    Für mich ist nicht so ganz klar, warum die Tatsache, dass er selbst ein Kuckuckskind war, ihn in so einen Wahn versetzt hat. Mal ganz abgesehen davon, dass ich es mega-unfair von seiner Mutter finde, ihm kurz vor ihrem Tod noch so eine Wahrheit um die Ohren zu hauen, ohne die Gelegenheit, die ganze Geschichte dazu zu erfahren.
    So hat es wohl in ihm gegärt und er ist darüber wirklich verrückt geworden.


    Schlimm finde ich die Kirche. Man kann doch so einen Mensch nicht einfach in einen neuen Ort versetzen. Wenn man ihn schon nicht rausschmeißt, dann wäre irgendein Verwaltungsposten ohne seelsorgerische Verantwortung doch wohl angebrachter gewesen!


    Ich hätte gerne noch erfahren, was denn nun mit Basti ist und auch den neuen Lebensgefährten von Nataschas Mutter hätte ich gerne noch kennengelernt. Da werden dem Leser das ganze Buch hindurch kleine Bröckchen zugeworfen und am Ende verläuft das ein bisschen. Hoffentlich dauert es nicht wieder so lang bis zur Fortsetzung!


  • Mal ganz abgesehen davon, dass ich es mega-unfair von seiner Mutter finde, ihm kurz vor ihrem Tod noch so eine Wahrheit um die Ohren zu hauen, ohne die Gelegenheit, die ganze Geschichte dazu zu erfahren.


    Stimmt, wenn es seiner Mutter so ein Bedürfnis war, die Wahrheit vor ihrem Tod noch los zu werden, hätte sie lieber mal vorher in einer ruhigen Minute mit ihm alles durchgesprochen - so blieb er mit einer Mengen offener Fragen zurück.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen

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