Fazit, Rezensionen

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    Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen !

  • Es ist sicher selten, dass man die Rezension eher fertig hat als das letzte posting, aber nun ist es so.


    Ich danke allen Mitlesern für die vielen Diskussionen, die bei diesem Buch sicher einfach hervorgerufen werden.
    Vielen Dank an Uticha für dieses Buch und die Begleitung durch das Buch.



    Marienkäfertage


    Das Cover strahlt sommerliche Leichtigkeit aus, Marienkäfer versprechen Glück und Luftballons schweben einem glücklichen Kind hinterher. Ein heiteres Buch?
    Durch das Cover eingestimmt las ich den Prolog, der eine kleine sehr philosophische Geschichte erzählt, die zum nachdenken und vor sich hin philosophieren einlädt. Deshalb war der Elefant in der Geschichte für mich auch kein einsamer alter weiser Elefantenbulle, sondern vor meinem inneren Auge stand da der kleine neugierige Elefant, der Freund der Maus. Kindliche Neugier und der Wunsch nach Gemeinschaft immer noch in Einklang mit den warmen Farbtönen des Covers. Nach einer Pause begann ich dann die Geschichte zu lesen. Die schöne Gestaltung des Buches setzt sich fort. Die Schrift ist angenehm zu lesen und immer wieder geistern die Marienkäfer als kleine Glücksboten durch das Buch.
    Die Geschichte beginnt verwirrend, denn die Protagonistin ist verwirrt. Sie hat gerade erfahren, dass sie nicht identisch ist sich selbst wie sie sich bis jetzt gekannt hat. Ist sie Elin oder Lykke, Sonnenwärme oder Glück? Diese Verwirrung lässt die Autorin den Leser durch den Stil ihrer Erzählung absolut nach vollziehen. Allerdings legt sich die Verwirrung beim Leser etwas schneller als bei der Protagonistin.
    Mit fortschreitender Erzählung verlor sich bei mir die Leichtigkeit. Während Elin Lykke versucht ihre Erdung wieder zu finden, wurde die Diskrepanz zwischen dem wunderbaren, romantischen und fröhlichen Hintergrund, dem Sommer in einem kleinen dänischen Dorf und der Schwere der Geschichte für mich immer größer. Schließlich wird der Leser auch in die dunkle Ecke dieses Idylls geführt und es wird etwas finsterer.
    Ist es für jemanden, der immer in der Sonne gelebt hat und keine großen Probleme lösen musste dann zu schwer mit einem relativ kleinen Problem fertig zu werden? Wird man, wenn immer mit aller Liebe umsorgt, entwickelt man Egozentrismus? Wie schwer ist es in einer solchen Situation den Blick aufzuheben und andere anzusehen?
    Ein Mädchen auf der Suche nach der Identität und der Frage was denn wichtig ist im Leben und ein Junge auf der Suche nach jemandem, der ihn liebt. Ein Buch, welches mich sehr traurig zurück gelassen hat und der kleine Elefant ist frühzeitig gealtert.


    Fazit :
    Ein wunderbar gestaltetes Buch, ein toller Schreibstil und eine sehr berührende Geschichte.

  • Meine Meinung zum Buch:


    Titel: Wenn du nicht mehr du selbst bist, was dann?


    Wer ein ganz besonderes Jugendbuch sucht, der sollte genau zu diesem hier greifen, denn hier darf der Leser noch richtig Rätsel lösen, verrät der Klappentext doch rein gar nichts vom Inhalt des Buches.


    In der Geschichte selbst geht es um Elin, die allein in die Ferien aufgebrochen ist, um ihren Kopf frei zu bekommen. Durch einen Zufall hat sie ein Familiengeheimnis aufgedeckt, das sie einfach nicht mehr los lässt und ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. Wird sie das Rätsel hinter dem Geheimnis lüften können?


    Ein außenstehender Erzähler leitet uns durch die Ereignisse, so dass wir von allen handelnden Charakteren ein Bild bekommen. Das Augenmerk liegt jedoch ganz klar auf Elin.


    Elin ist keine leichte Figur, sie polarisiert und reißt einen förmlich mit hinein in ihre Gefühlswelt. Trotz ihrer leicht zickigen Art mochte ich sie sehr gern und ihr Schicksal hat mich berührt.


    Am besten an dem Buch ist die gefühlvolle Erzählweise und das einfach eine unglaublich tolle Sprache verwendet wird. Am liebsten hätte ich mir beim Lesen jeden dritten Satz notiert und in einer Zitatensammlung verewigt, weil diese so schöne sprachliche Bilder im Kopf hervorrufen.


    Mich hat die Geschichte bereits von der ersten Seite an gepackt. Die Aufklärung des Geheimnisses war spannend und am Ende blieben für mich keine Fragen offen.


    Fazit: Ein bewegendes Jugendbuch, das ich sehr gerne weiterempfehle. Lesenswert und nicht nur etwas für Jugendliche!


    Bewertung: 5/ 5 Sternen


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    Rezensionslinks:


    nicigirl85s Welt


    Amazon


    Godreads


    Lovelybooks


    Wasliestdu


    Büchereule


    Literaturschock-Forum


    Literaturschock- Hauptseite, wenn Suse frei geschaltet hat ;D

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

  • Marienkäfertage gefälll mir vom Stil her sehr gut... es hat dieses Feeling der "endlosen langen Sommer im Ferienhaus", wobei diese in der Erinnerung vorkommen und so die Atmosphäre ausmachen.
    Das Buch braucht eine gewisse Portion Aufmerksamkeit, sonst kommt man gerade zu Anfang nicht wirklich mit, bei dem was da etwas zerrissen erzählt wird.


    Leider fiel es mir einigermaßen schwer, die Geschichte aus Elins Sicht zu sehen, hier hätte ich mir gewünscht, sie erst einmal im "normalen Leben"kennenzulernen (denn anhand der Rückblicke ist sie eine nettes und fröhliches Mädchen).
    Die Geschichte fängt aber mit einem Knall und einem Bruch in ihrem Leben an und so werden wir mitsamt Elin in dieses Gefühlschaos hineingeworfen.
    Und so kommt Elin nicht nur als sehr durcheinander sondern auch als zickig und wenig (bzw gar nicht) einfühlsam rüber. Bei jemandem der liebevoll und fröhlich aufgewachsen ist (wie Erinnerungen von ihr zeigten), war mir das einfach ein zu starker Break. (Der ja wiederum keiner war, weil wir Elin ja nur so erlebten).


    Wir haben beim Diskutieren überlegt, ob das Kernthema des Buches bekannt werden sollte oder lieber eine "Überraschung" bleben soll. Ich denke, es wäre gut es vorher zu wissen, schieße mich hier aber einfach den beiden Vorrezensentinnen an und lasse es weg.


    Mich hat das Buch durchaus berührt, aber vor allem durch Rasmus und seine Geschichte. Diese ist aber im Grunde nur "Hintergrund für Elins Geschichte".


    Das Ende ist offen, was auf jeden Fall zur Geschichte passt.
    Ich hätte mir dennoch die eine oder andere Auflösung mehr gewünscht, so bleiben für mich einfach zu viele Fragen offen.


    In den Diskussionen hier, zeigte ich das Elin in der Tat polarisiert . Viel diskutiert haben wir über die möglichen Hintergründe in Elins Leben, das war sehr spannend und hat Spaß gemacht. Vielen Dank allen "Mitlesern".
    Und ein Dankeschön an Uticha für die Begleitung dieser RUnde ! :bussi:

  • Die 16jährige Elin erfährt während der Abwesenheit ihrer Eltern unerwartet ein Familiengeheimnis, das sie in ein Gefühlschaos und tiefe Selbstzweifel stürzt. Sie fährt nach Dänemark ins Ferienhaus ihrer Familie, um den Dingen auf den Grund zu gehen.


    Sehr intensiv und eindrucksvoll werden Elins Eindrücke und Empfindungen und die Atmosphäre im Sommerhaus und in dem dänischen Dorf geschildert. Hier gibt es viele eindrückliche Bilder und schöne, treffende Beschreibungen. Sehr schön gestaltet ist auch das Buch - mit einem Cover in sommerlich warmen Farbtönen und vielen kleinen Marienkäfern als Kapiteltrennung.


    Als etwas anstrengend empfand ich das schleppende, allmähliche Aufdecken der Zusammenhänge. Relevante Informationen werden nur stückchenweise preisgegeben. Zu oft muss der Leser zurückblättern, weil er frühere Textteile erst durch die Informationen versteht, die er viele Seiten später erhält. Logisch folgerichtige Fragen werden nicht gestellt, und genau da, wo es interessant wird, werden von den Personen in Dialogen gestellte Fragen manchmal einfach nicht beantwortet. Einige Fragen bleiben bis zum Ende ungeklärt.


    Elin ist eine eher unsympathische Hauptperson, daher fiel es mir schwer, Mitgefühl für sie aufzubringen. Andere Personen im Buch sind sympathischer, verhalten sich logischer, haben auch das bewegendere Schicksal. Elins Handlungen sind oft nicht nachvollziehbar. Ihr Gefühlschaos wirkt ein wenig unverhältnismäßig bezogen auf ihre reale Situation, gerade auch, weil im Buch zwei Schicksale einander gegenübergestellt werden.


    Das Ende des Buches ist unbestimmt. Es gibt die Andeutung einer Entwicklung in eine bestimmte (positive) Richtung. Das Buch wertet nicht, es bleibt konsequent in Elins Sicht, in der Sicht eines Kindes, das in die Ereignisse hineingeboren wird und ihnen ausgeliefert ist, und erhebt sich nicht darüber, auf eine mehr reflektierende Sicht der Dinge. Im Kontext des Buches ist das zwar konsequent, aber trotzdem fehlt mir das schlussendlich ein wenig. Hier spielt auch Elins Persönlichkeitsstruktur eine Rolle, die zum Extremen neigt und es ihr erschwert, den Schock zu verarbeiten, den sie erfahren hat, klare Gedanken zu fassen und ihre Lage rational zu sehen. Die Schlussfolgerung zu ziehen - sich nicht auf eigenes Leid zu fokussieren, sondern auch mal das eigene Glück wahrzunehmen - bleibt dem Leser überlassen.


    Vielleicht sollte man seine jugendlichen Kinder dieses Buch nicht alleine lesen lassen. Die Leserunde hat gezeigt, dass es ein erhebliches Diskussionspotential bietet, Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt, und genau das halte ich für das sehr sehr große Plus des Buches. Ich meine aber, gerade mit jüngeren Jugendlichen (13/14 Jahre) wird es nach der Lektüre auch einen Diskussionsbedarf geben, insbesondere, was das Thema "Gewalt in der Familie" betrifft, aber natürlich auch das Kernthema, das ich (wie meine Vorrezensentinnen) hier nicht genannt habe.


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    Fazit zur Leserunde: Mir hat es Spaß gemacht, mit euch zu diskutieren und zu spekulieren. Viele Stellen im Buch hätte ich wohl ohne die Leserunde gar nicht so gründlich gelesen und durchdacht, und es war auch sehr erhellend, mal andere Erfahrungshintergründe von euch zu bekommen. Vielen Dank! :winken:


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    Diese Rezension steht so oder ähnlich auch bei:


    Literaturschock - Hauptseite


    Literaturschock - Großes Bücherforum


    Amazon


    buecher.de (unter dem Alias "Libelle")

    Einmal editiert, zuletzt von kaluma ()

  • Meine Meinung:
    Vorausschicken muss ich, dass ich den Klappentext vor Lesebeginn nicht kannte und vollkommen Ahnungslos an dieses Buch herangegangen bin. Eine reine Coverentscheidung also. Aber im Nachhinein habe ich festgestellt, dass der Klappentext endlich mal einer ist, der nicht spoilert und den man sich gefahrlos vor Lesebeginn anschauen kann. Eine echte Seltenheit.


    Den Schreibstil von Uticha Marmon fand ich zu Beginn recht speziell und nicht ganz so einfach zu lesen (jedenfalls brauchte ich dafür Ruhe und möglichst keine Ablenkung). Ab dem Zeitpunk jedoch (so um Seite 45) an dem ich begriffen hatte, was Elin so bewegte und angetrieben hat, war der anfänglich verwirrenden Schreibstil plötzlich total passend und plausibel. Gedankenfetzen, Erinnerungen, Gefühle und inneres Chaos nehmen nun mal keine Rücksicht auf den Leser, sondern müssen raus - egal wann, wie und in welcher Reihenfolge. Das hat mir sehr imponiert.
    Auch im weiteren Verlauf gibt es immer wieder Stellen, an denen Elin unverhofft aus der Gegenwart in die Vergangenheit abdriftet.


    Marienkäfertage ist ein Buch, dem man wirklich seine ungeteilte Aufmerksamkeit widmen sollte, damit sich die vielen Dinge zwischen den Zeilen entfalten können und man nichts überliest.


    Uticha Marmon beschreibt mit vielen leisen und einfühlsamen Tönen was in diesem jungen Menschen vorgeht, aber sie schreckt auch nicht davor zurück Elin teilweise laut und egoistisch wirken zu lassen, was sie kurzzeitig einige Sympathiepunkte kosten kann. Aber das Leben ist halt nicht immer nur Marienkäferrot - die schwarzen Punkte gehören unvermeidlich dazu.


    Ich konnte Elin sehr gut verstehen, ihre wirre, karussellfahrende Gefühlswelt nachvollziehen. Wie fühlt man sich, wenn von jetzt auf gleich alles anders ist? Wenn man derartig mit Leere und Enttäuschung gefüllt ist, sodass für positive Gedanken kaum mehr Platz ist?



    Fazit:
    Eine unglaublich berührende Geschichte über einen jungen Menschen, der schmerzhaft feststellen muss, dass Glück oft mehrere Gesichter hat.
    Empfehlenswert nicht nur für jugendliche Leser.




    Rezensionslinks:


    Mein Blog:
    http://macbaylies-buecherkiste…ertage-uticha-marmon.html


    Amazon:
    http://www.amazon.de/review/R2…DL28I2/ref=cm_cr_rdp_perm


    Leser-Welt:
    http://www.leser-welt-forum.de…icha-Marmon.html#msg69811


    was-liest-du.de:
    http://wasliestdu.de/rezension/sehr-gefuehlvoll-9



    Edit: Fazit zur Leserunde:
    Die Leserunde hat mir sehr gut gefallen, es wurde ja auch wirklich viel diskutiert - selbst weit über das Thema hinaus :)
    Bei Leserunden (gerade auch bei dieser) finde ich es immer sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich eine Geschichte bei den Lesern ankommt. Und auf welche Punkte jeder einzelne am meisten achtet.
    Vielen Dank auch an Uticha für das Beantworten unserer Fragen.

  • Auf der Suche nach dem eigenen Ich


    Was sind Marienkäfertage? Sommersonne, im Garten liegen, mit Papa angeln und das Leben genießen. Schon ihr ganzes Leben lang erlebt Elin ihre Sommer im Marienkäferhaus. Ihre Mutter hat dort Rosen gepflanzt und deshalb wimmelt es dort immer vor Marienkäfern. Doch der Sommer, in dem diese Geschichte spielt, ist anders: Ein seltsamer Brief taucht auf und lässt Elin - oder nun doch Lykke? - verwirrt zurück. Sie weiß nicht, was sie machen oder wie sie sich verhalten soll und flieht schnurstracks in ihr Marienkäferhaus. Zum ersten Mal ist sie dort allein und findet nach und nach immer weitere Schnipsel aus ihrer Vergangenheit.


    Das Cover zeigt die Atmosphäre dieser Geschichte schon ziemlich gut. Sommertage - leichte Tage? Das sicherlich nicht. Uticha Marmons Schreibstil fängt die Atmosphäre allerdings noch um ein vielfaches besser ein, dieser ist unglaublich schön und passt einfach perfekt zur Geschichte. Die Tage, die Elin im Marienkäferhaus verbringt, kann man somit richtig spüren. Und auch sonst bleibt dem Leser nichts anders übrig als Elin einfach zu spüren. Man befindet sich direkt in ihrem Kopf und da sind so viele Gedanken, die raus möchten, gehört werden sollen und erst nach und nach einen zusammenhängenden, nicht-verwirrenden Sinn ergeben. Überall, bei jeder Kleinigkeit ist man also dabei, ob sie nun also zickig, traurig, verwirrt oder nachdenklich ist. Mir persönlich hat genau diese Perspektive besonders gefallen.


    In dieser Geschichte erfährt man viel über Elins Vergangenheit, so wie sie vermeintlich und wie sie wirklich war. Dabei begegnen wir natürlich auch weiteren Charakteren und so zeigen sich nach und nach weitere Schicksale, die genauso berühren. Dieses Buch ist mit seinen rund 220 Seiten nicht besonders lang und doch vollgepackt mit mehreren Leben.


    Marienkäfertage ist nicht nur ein Sommerbuch und auch nicht nur ein Jugendbuch. Die Charaktere sind jugendlich und auf der so wichtigen Suche nach ihrer Identität. Dies passiert mal ruhig, mal mit viel rums. Für mich ist diese Geschichte eine ganz besondere und nicht nur für Jugendliche empfehlenswert, sondern für alle, die gerne besondere Geschichten lesen, die zum Nachdenken und Diskutieren einladen.


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  • MacBaylie und Piranhapudel, bei Euch fehlt noch ein Fazit zur "Leserunde an sich" :winken:


    Es wird so langsam ruhig hier in der Leserunde, es sind soweit alle durch mit dem Buch, bitte stellt eure Rezis zeitnah ein, damit wir auch Uticha aus der Leserrunde "entlassen" können.

  • Ha stimmt, da war ich zu schnell vorhin.


    Die Leserunde war natürlich mal wieder richtig toll. Hier gab es ja besonders viel Diskussionsbedarf, den ich oft eher nur gelesen habe. Irgendwie ist es mir hier schwerer gefallen in vorherigen Abschnitten zu kommentieren, wenn ich schon weiter gelesen hatte. Durch den Schreibstil und eben Elins manchmal sprunghafte Gedanken war ich mir da oft nicht sicher, wann welcher Hinweis gefallen ist und was man als Leser nun bis zum Ende eines Abschnitts genau weiß und was nicht. Vieles hat man sich ja auch zwischen den Zeilen zusammengereimt. Deshalb war ich eben ruhiger, fand die Diskussionen aber natürlich trotzdem sehr interessant. Bei Marienkäfertage bin ich deshalb auch besonders froh es nicht allein im stillen Kämmerchen gelesen zu haben, da wären mir bestimmt so einige Interpretationsmöglichkeiten entgangen.

  • Wäre da nur nicht die Protagonistin…


    Klappentext
    „Endlose helle Tage, Sonnenlicht, das flirrend durch Baumkronen fällt, kaltes Seewasser und frische Zimtbrötchen – so war ihr Sommer, jedes Jahr. Jetzt sind das alles nur noch Erinnerungen an eine Zeit, als sie Elin und noch nicht Lykke war. Doch was heißt das überhaupt – Lykke sein? Und wie passt dieser fremde Junge in ihr neues Leben, Rasmus, der ihr Angst macht, den sie aber auch ein kleines bisschen mag? Während sie sich vorsichtig an ihre neuen Gewissheiten herantastet, erkennt sie eines: Das Glück ist vielleicht ein scheuer Gast, aber es liegt an uns, ob wir ihm die Tür öffnen.“

    Gestaltung

    Genauso einzigartig wie die Gestaltung aller Bücher aus dem Hause des Magellan Verlages, so sticht auch „Marienkäfertage“ durch seine Besonderheit heraus. Das Cover ist komplett in Orange-Gelb-Tönen gehalten, wodurch es sehr sommerlich aussieht. Zudem wirkt es ein wenig „vintage“, da es aussieht wie ein Foto oder eine Momentaufnahme eines Mädchens, das gerade losrennt und hinter sich Luftballons herzieht. Sehr schön finde ich hieran, dass man einen Bezug zur Handlung herziehen kann. Das Mädchen kann als die Protagonistin Elin alias Lykke gesehen werden, die vor einer für sie schockierenden Nachricht davon läuft, während die Luftballons ihre Kindheit symbolisieren, die sie dabei hinter sich herzieht und zu der sie zurückblickt. Auch die vielen kleinen Marienkäfer, die vor allem im Buch zu finden sind, sind wirklich sehr süß und gefallen mir ausgesprochen gut.

    Meine Meinung

    Ich habe eine kleine Weile gebraucht, bis ich so richtig in der Geschichte von „Marienkäfertage“ angekommen bin. Aber nach der ersten Orientierung und Eingewöhnung war ich nicht nur von dem wundervollen Schreibstil verzaubert, sondern auch von der Geschichte selber.


    Die Protagonistin Elin erzählt die Handlung aus ihrer Sicht, aber in der Gegenwartsform in der 3. Person. So ist man als Leser einerseits Teil der Geschichte, weil man einen Einblick in ihre Gedanken erhält, aber man ist dennoch auch etwas distanzierter durch diese „Sie“-Perspektive. Sprachlich gefiel mir „Marienkäfertage“ wirklich sehr gut, da es poetisch ist und tiefgründig. Man muss zwischen den Zeilen lesen und wenn man dies tut, lässt sich so vieles entdecken. Bereits nach den erstsen Seiten war für mich klar, dass ich den Schreibstil der Autorin Uticha Marmon sehr gerne mag.


    Allerdings muss man dieses Buch auch wirklich sehr aufmerksam lesen, weil man sonst kleine Andeutungen oder auch wichtige Hinweise schnell überliest. Deswegen brauchte ich für dieses Buch auch ein wenig länger, weil ich so genau gelesen habe (denn ich wollte einfach nicht eine einzige Zeile verpassen!). Es regt zum Nachdenken an, man muss auf die kleinen Indizien achten und zudem ist es ist auch sehr emotional.


    Inhaltlich befasst sich Uticha Marmons Jugendbuchroman mit dem Thema der Adoption. Ich hatte zuvor noch kein Buch über diese Thematik gelesen und fand diese Thematik daher sehr spannend. Sie wurde auch wirklich realistisch in „Marienkäfertage“ verarbeitet. Denn die Protagonistin erfährt, dass sie adoptiert ist und dies stürzt sie in ein tiefes Gefühlschaos, welches konstant für den Leser greifbar war. Im Verlauf der Handlung trifft sie dann später auf ihren Bruder Rasmus, was für weitere emotionale Unsicherheiten und Ausbrüche gesorgt hat.


    Mit dem Auftauchen von Rasmus stellte ich schnell fest, dass meine Gefühle und Sympathien mehr bei ihm lagen statt bei Elin. Ich habe mehr mit ihm gelitten und war viel mehr von seinem Schicksal berührt. Dies lag aber auch nicht zuletzt daran, dass ich mit Elin nur schwer warm werden konnte. Es fiel mir manchmal schwer, ihre Reaktionen oder Handlungsweisen nachzuvollziehen und ab und an erschien sie mir auch recht zickig oder festgefahren in ihren Ansichten bzw. bockig (wie ein kleines Kind statt einer Jugendlichen). Elin war mir dann nicht so sympathisch wie Rasmus.


    Das Ende von „Marienkäfertage“ war offen, sowas hatte ich schon länger nicht mehr. So blieben bei mir noch ein paar Fragen offen, auf die ich gerne die Antworten gewusst hätte. Aber andererseits ist so ein offenes Ende ja auch sehr spannend, denn so kann man seiner eigenen Fantasie noch freien Lauf lassen. Ich jedenfalls bin ein wenig zwiegespalten über das Ende. Es passte perfekt zur Geschichte, aber ich wüsste einfach so gerne mehr!


    Fazit
    Mit „Marienkäfertage“ hat Uticha Marmon einen wunderschönen Jugendroman zur Thematik der Adoption verfasst, der dieses Thema sehr realistisch und greifbar darstellt. Der Leser erlebt die Gefühlsebene der Protagonistin Elin und ihres Brudesrs Rasmus wirklich hautnah mit. Allerdings hat Elin für mich persönlich manchmal nicht ganz nachvollziehbar gehandelt und sie wirkte recht zickig, wodurch sie an Sympathiepunkten verloren hat. Für mich war es beim Lesen häufig so, dass mir Rasmus, sein Schicksal und seine Gefühle einfach viel näher gingen als Elins.
    4 von 5 Sternen!

    Reihen-Infos

    Einzelband


    Leserundenfazit: Wow, was für eine tolle Leserunde! So tiefgründig, einfach wunderbar! <3 Ich danke euch allen für die interessanten Diskussionen, die manchmal sogar über das Buch hinausgingen :bussi: Und danke auch an Uticha für die Beantwortung aller Fragen und die Begleitung. Ich hatte wirklich sehr viel Spaß und habe durch die Runde noch den ein oder anderen interessanten Aspekt entdecken können! Also: Danke!


    Die Rezension ist auch hier zu finden:
    Mein Blog: http://skyline-of-books.blogsp…e-uticha-marmon.html#more
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    Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel... und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen. (Walt Disney)<br /><br />http://skyline-of-books.blogspot.de/

  • Hallo Zusammen,


    hier findet ihr noch meine Rezension. Das Buch ist einfach toll und ich werde es bestimmt noch mal lesen, denn ich finde hier gibt es noch immer einiges zu entdecken. Danke für die Leserunde. Ohne das Forum wäre ich wohl gar nicht auf das Buch aufmerksam geworden.

    Der Sommer der alles veränderte


    Jedes Jahr im Sommer ist Elin im Marienkäferhaus in Dänemark. Diese Tage sind durchflutet von Licht, gekennzeichnet durch Wärme, Liebe und Geborgenheit. Diese Marienkäfertage sind vorbei als Elin einen Brief vorfindet. Als Elin zu Lykke wird sind die herrlichen Marienkäfertage nur noch eine Erinnerung an eine unbeschwerte Zeit. Aber wer ist Lykke überhaupt? Und dann ist da noch Rasmus, ein Junge mit Geheimnissen, der ihr ein bisschen Angst macht, der ihr aber auch vertraut erscheint. Auf dem Weg zu ihren neuen Ich, das zum Teil Elin ist und zum Teil Lykke, reift in ihr die Erkenntnis, dass sie sich nicht verschließen darf und alle Seiten der ehemaligen Ereignisse betrachten muss.


    Dieses Jugendbuch von Uticha Marmon hat mich direkt auf den ersten Seiten komplett umgehauen. Der Schreibstil und die Erzählweise passt so wunderbar zur inneren Zerrissenheit und Unsicherheit der Hauptfigur dieser Geschichte. Die Autorin lässt den Leser die Seele von Elin/Lykke erkunden. Erst Schritt für Schritt eröffnet sich das ganze Bild, das komplette Ausmaß der gesamten Geschichte und beleuchtet die Vergangenheit, die Taten und die Geschehnisse in Dänemark.


    Die rückblickende Erzählweise auf die Marienkäfertage in Marienkäferhaus, die wunderschönen Sommertage in Dänemark, haben mich eingefangen, mich umgarnt, mich nicht mehr losgelassen. Nach und nach erscheinen zuerst harmlos wirkende Begebenheiten in einem neuen Kontext und ergeben ein vollkommen anderes Bild als Elin diese in Erinnerung hatte. Mit dem neuen Wissen erfährt sie und somit auch wir als Leser immer neue Details, taucht tiefer ab in die Vergangenheit, versteht die Reaktionen der Eltern.


    Ein komplexes und gelungenes Jugendbuch, dass zum Diskutieren und Nachdenken anregt. Für mich kann es für dieses Buch nur eine Bewertung mit der höchsten Punktzahl geben, denn meine Erwartungen wurden beim Lesen weit übertroffen und das Buch hat mich sehr bewegt und gerührt.


    © claude


    Meine Rezension veröffentliche ich natürlich auch wieder auf LB, WLD und auf meinem Blog
    http://claudes-schatzkiste.blo…/03/marienkaefertage.html

  • Ich möchte diese Runde nun auch offiziell beenden.


    Liebe Uticha, vielen Dank für die nette Begleitung dieser Runde, ich hoffe es hat Dir auch Spaß gemacht uns beim Lesen "über die Schulter zu schauen".


    Und die fehlenden Rezis trudeln dann hoffentlich auch bald noch hier ein.

  • Elin erhält einen Brief, der sie völlig aus der Bahn wirft. Während ihre Eltern im Urlaub sind, flüchtet sie heimlich in das Ferienhaus ihrer Familie, um sich dort darüber klarzuwerden, was der Inhalt des Briefes für sie bedeutet. Wer ist sie, wer sind ihre Eltern und wie kann es sein, dass auf einmal alles ganz anders ist, als sie ihr Leben lang geglaubt hat?


    Elin ist außer sich und es dauert seine Zeit, bis sie anfängt, wieder Kontakt zu anderen zuzulassen. Zum Glück ist da ihre ehemalige Freundin aus Kindertagen sowie der alte Nachbar, der einiges mehr über sie zu wissen scheint als sie selbst. Und dann ist da noch der Junge, dessen Botschaften sie in einer Flaschenpost am nahegelegenen See findet und mit dem sie ebenfalls eine lange Geschichte verbindet.


    Das Cover wirkt harmonisch-sommerlich, doch schon nach den ersten Seiten stellt sich heraus, dass die Geschichte nicht so harmonisch ist. Elin ist verzweifelt und allein und kommt mit der neuen Situation, in der sie sich aufgrund des Briefes befindet, erst einmal gar nicht zurecht. Sie ist wütend und enttäuscht und rebelliert. Für den Leser ist das nicht immer ganz nachzuvollziehen, denn auch wenn wir zuerst nicht genau wissen, warum es so gekommen ist, wie es jetzt ist, scheint es Elin immer gutgegangen zu sein. Die Geschichte entfaltet sich dann nach und nach und immer mehr Details kommen zum Vorschein. Vieles wird aber auch nur angedeutet und der Leser muss hier schon auch mitdenken und die eigene Phantasie anstrengen, um die Ereignisse von heute und früher zu begreifen und in einen Zusammenhang zu setzen.


    Mir hat dieses Jugendbuch der leisen Töne sehr gut gefallen, die Autorin hat einen wunderschönen Schreibstil und erzählt die Geschichte auf eindringliche und sensible Art und Weise. Auch als erwachsene Leserin hat mich das Buch sehr berührt und in die Geschichte mitgenommen.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen