Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

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  • Eine tragikomische Geschichte mit viel Tiefgang


    Die erfolglose Comedian Jill G. bekommt in Köln ein Angebot für den Auftritt in einer Show: ihre letzte Chance nach dem glücklosen Engagement in Berlin. Hals über Kopf bricht sich nach Köln auf und quartiert sich kurzerhand bei ihrem Exfreund Armin ein – und stellt überrascht fest, daß seine 15-jährige Tochter inzwischen bei ihm wohnt. Felicia ist stark übergewichtig, verschlossen und meistens schlecht gelaunt. Dennoch entwickelt Jill Muttergefühle für das Mädchen und will mehr über sie erfahren – mit chaotischen Folgen …


    Bisher kannte ich von Claudia Brendler nur ihr humoristisches Buch „Dösende Möwen“, mit dem sich allerdings dieses Buch überhaupt nicht vergleichen läßt. „Fette Fee“ hat mehr Tiefgang mit traurigen Momenten und unschönen Wahrheiten, denen sich die Protagonisten stellen müssen. Das Buch spricht nicht nur die Probleme des Erwachsenwerdens an, sondern auch die schonungslose Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, mit den eigenen Schwächen und Stärken, die immer wieder verdrängt werden, aber auch mit der Poesie und der Kraft von Worten und den Welten, die daraus entstehen können.


    Schicht für Schicht legt die Autorin das Innenleben ihrer Figuren frei und ich mußte dabei mehr als einmal meine erste Meinung über bestimmte Figuren revidieren. Aber auch die Charaktere erfahren und erkennen sich dadurch neu, was für ihre weitere Entwicklung entscheidend ist. Das authentische Ende des Buches konnte mich ebenfalls überzeugen.


    Jill G. ist Anfang 40 und ehemalige Schauspielerin, die sich vor ein paar Jahren für die Comedy entschieden hat: mit sehr wechselhaftem Erfolg. Immer ist sie auf der Suche nach DEM Gag, ihre Suche hat etwas Zwanghaftes, da sie weiß, daß ihre Karriere auf der Kante steht. Darüber hinaus spielt sie für ihre Umwelt immer irgendwelche Rollen und man fragt sich als Leser, wie sieht die echte Jill aus, warum hat sie Angst, sich selber zu begegnen? Mich hat es anfangs etwas verwundert, daß Jill so schnell in Felis Leben rumschnüffelt, aber das löst ich im Laufe des Buches plausibel auf.


    Felicia hat sich komplett von ihrer Umwelt zurückgezogen: aufgrund ihrer Fettleibigkeit ist sie beliebte Zielscheibe des Spotts in der Schule, Schokoriegel sind ihre einzigen Freunde. Sie hat sich eine eigene Phantasiewelt geschaffen, in die sie sich zurückzieht und der sie eine strahlende Heldin ist. Umso genervter ist sie von Jills Eindringen in ihre Welt, die im Gegensatz zu ihrem Vater nicht so schnell aufgibt.


    Ein sensibler Roman über eine ungewöhnliche Frauenfreundschaft, die weite Kreise zieht. Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Werke der Autorin.


    Meine Rezension erscheint bei:
    Amazon
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    Literaturschock.de
    LovelyBooks
    Thalia

  • „fette fee“: Die berührende Geschichte über drei verletzte Seelen, die lernen, einander Halt zu geben.


    Schnell wachsen sie beim Lesen ans Herz: Die Komikerin Jill, die heimlich ganz ernsthafte Gedichte schreibt. Die beim Vater abgeladene Tochter Feli, von Selbstzweifeln zerfressen und nur glücklich in Xo, ihrem Fanstasieland, in dem sie eine zarte Elfe und mächtige Magierin ist, statt der dicken, schüchternen Schülerin des realen Lebens. Und schließlich Armin, Jills Ex und Felis Vater, der sich lieber in Rezensionen moderner Musik und Gedichtlektoraten verkriecht, statt sich um die Probleme seiner Tochter zu kümmern, sich dem Leben zu stellen.


    Wie diese Drei vom Leben zusammengewürfelt werden und schließlich auch zueinander finden, davon erzählt Claudia Brendler in ihrem wunderbaren Roman „fette fee“. Jill, eigentlich am Ende, sucht in jeder Situation verzweifelt nach dem genialen Gag, der ihre neue Show vorwärts und sie wieder auf die Füße bringen soll. Als sie Unterschlupf bei ihrem Ex Armin sucht, hat sie nicht erwartet, plötzlich auch Ersatzmutter für das Ergebnis von Armins ehemaligen One-Night-Stand zu werden. Aber Armin, mehr als nur ein wenig überfordert davon, sich auf einmal um eine Teenagerin kümmern zu sollen, die von der Mutter bei ihm abgesetzt wurde, damit die eine Karrierechance in Frankreich nutzen kann, überlässt Jill nur zu gern die Führung, wenn es darum geht, mit Feli zu reden oder sich mit deren Lehrern auseinanderzusetzen. Feli betrachtet alles und jeden mit Misstrauen und glaubt nicht daran, dass sie liebenswert sein könnte. Sie weiß genau, sie ist zu fett, zu unattraktiv, zu verrückt, um für irgendwen interessant zu sein. Nur in ihrem Fantasieland Xo ist sie etwas wert und wird geliebt.


    Claudia Brendler erzählt mit atemloser und wunderbar bildreicher Sprache davon, wie diese Drei es nach einigen Umwegen wagen, sich trotz ihrer Verletzungen aufeinander einzulassen. Dieses Wagnis macht die Geschichte so berührend. Und was immer die Drei auch anstellen, man geht stets mit ihnen mit und wünscht ihnen einen Weg aus diesem unausweichlich scheinenden Chaos, in dem sie es immer wieder schaffen, sich gegenseitig zu verletzen. Sie stolpern, stehen wieder auf, tasten sich weiter voran. Am Ende gelingt es Claudia Brendler, in allen Dreien etwas Vertrauen wachsen zu lassen – und dafür braucht sie keinerlei Kitsch sondern nur Momente wie das Leben selbst, eine Mischung aus Chaos und Schönheit und dem Mut, sich darauf einzulassen.
    Ein Buch, das man unbedingt lesen sollte!



    Die Rezension erscheint bei:


    Amazon: http://www.amazon.de/product-r…Descending#R1GKV7H13EZH8Q
    lovelybooks: http://www.lovelybooks.de/auto…r/Fette-Fee-1130366916-w/
    meinem Blog: http://mkstein.de/wp/?p=223


    (das geht bestimmt eleganter mit den Links, oder ...?)


    ... und bei facebook hab ich natürlich auch gleich noch drauf hingewiesen. ;)

  • Fette Fee - poetisch, traurig und hoffnungsvoll zugleich

    Jill ist 40 und wartet noch immer auf den Durchbruch als Comedian. Als sie ihre Felle in Berlin davonschwimmen sieht, macht sie sich auf nach Köln. Ein neuer Agent und ein neuer Coach sollen ihr helfen. In Kölln angekommen zieht sie kurzerhand bei ihrem Exfreund Armin ein, der sie aufnimmt. Nicht gerechnet hatte Jill dabei mit einem weiteren Gast. Armins Tochter Felicia ist übergewichtig und weltfremd, und verbringt ihre Zeit am liebsten in ihrer Fantasywelt. Als Jill ihre Geschichten findet ist sie fasziniert, und wittert sofort eine neue Nummer, doch dann kommen ihr ihre Gefühle für Feli zunehmend in die Quere.


    Während die 40 jährige Jill mit ihren wilden Locken und ihrer lebendigen Art an einen Teenager erinnert, wird die 15 jährige Felicia aufgrund ihres Übergewichts in der Schule gemobbt und zieht sich, wann immer möglich, in ihre Fantasiewelt zurück. Dort ist sie eine schlanke Fee, die mit starker Hand über ihr Reich herrscht. Ihr Vater Armin, der etwas schrullige Herausgeber einer Gedichts-Zeitschrift ist zwar ein kluger Mann, im Umgang mit seiner Tochter jedoch weit überfordert. Die Grundlage der Geschichte ist ein Haufen etwas skurriler Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Was sich daraus entspinnt ist jedoch eine zarte Geschichte über Freundschaft und Ehrlichkeit. Die Figuren entdecken nicht nur die Geheimnisse der anderen, sondern lernen auch sich selbst neu kennen. Gemeinsam mit den Charakteren entdeckt man Schritt für Schritt, dass nicht jeder ist, wie der erste Eindruck ihn erscheinen lässt. Das mehr hinter den Menschen steckt, und man den wahren Kern finden kann, wenn man sich nicht entmutigen lässt. Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, traurig stimmt, und gleichzeitig Hoffnung macht.


    Claudia Brendler hat einen für mich etwas ungewöhnlichen, aber passenden Schreibstil, der jung und belebt daher kommt, und dem Leser Bilder in den Kopf zaubert. Ihren Charakteren schenkt sie nichts, lässt sie in schwierigen Situationen aber auch nicht hängen, und schafft es dabei, eine positive Charakterentwicklung authentisch darzustellen. Die Charaktere geben sich dabei gegenseitig Starthilfe, und insbesondere Jill schafft es, Feli Mut zu machen, obwohl sie selber in einer verzwickten Situation steckt.


    Fazit
    Ich war mir am Anfang nicht sicher, ob es wirklich ein Buch für mich ist, wurde aber positiv überrascht. „Fette Fee“ ist ein faszinierender Roman über zwei unterschiedliche Frauen, Vertrauen, Ehrlichkeit, auch mit sich selbst, und die wahre Bedeutung von Freundschaft. Mal traurig, mal komisch aber immer authentisch.


    Außerdem bei:
    Literaturschock
    Literaturschock-Forum
    Lovelybooks
    Wasliestdu
    Amazon

  • Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, die "Fette Fee" zusammen mit euch noch einmal zu lesen. Durch eure Leseeindrücke ist auch für mich immer wieder ein neues Licht auf die Geschichte gefallen. Das war sehr schön. Außerdem habe ich die Atmosphäre hier als sehr freundlich und zugleich konzentriert empfunden, auch wenn es nicht so lebhaft zuging wie in größeren Runden.
    Toll fand ich auch, dass Claudia uns so viel über die Hintergründe der Figuren und der Geschichte verraten hat – da war ja fast noch einmal ein eigener Roman. Vielen Dank dafür!


    Ich hatte den Roman schon vor der Leserunde bei Amazon rezensiert & kopiere diese Rezension jetzt einfach mal hier herein:


    Fette Fee
    Eine Comedian, deren Karriere nie wirklich durchgestartet ist und die jetzt ihre letzte Chance unbedingt nutzen will – und ein junges Mädchen, das sich der realen Welt rundum verweigert, zu viel isst, kaum mit jemandem spricht, aber in ihrer Fantasie eine ganze Welt erschaffen hat. Die Begegnung zwischen diesen beiden ist oft witzig – aber sie ist es auf fast beiläufige Art, und das finde ich so toll an diesem Buch. Vor allem ist die Geschichte nämlich spannend. Das ist kein Roman, bei dem man das Happy-End von vornherein winken sieht. Für Jill geht es nicht einfach um "Karriere oder Freundschaft". Es geht auch darum, was Kunst und insbesondere Satire darf. Und darum, wie man mit einer Verantwortung umgeht, die einem die Umstände einfach aufgedrängt haben. Und für beide – Jill und Felicia und eigentlich auch für den lieben konfliktscheuen Armin – geht es um die Frage, wie man mit einer Welt umgeht, in die man offensichtlich nur sehr bedingt hineinpasst.
    Und trotzdem ist das alles so wunderbar unangestrengt erzählt, so temporeich, überraschend und eben auch witzig, dass es einfach Spaß macht, den Roman zu lesen. Also: unbedingt empfehlenswert!

  • Das Leserundenfazit:


    Ich fand es total spannend, den Roman zusammen mit euch zu lesen! Da war ich nicht immer nur neugierig auf den nächsten Abschnitt sondern gleich auch darauf, wie andere die erlebt haben, wie sie gesehen und interpretiert werden. Das hat dem Leseerlebnis noch eine weitere Dimension hinzugefügt. :) Ich fand es auch sehr schön, nicht nur Einblicke in das Erlebnis der anderen Lesenden zu bekommen sondern auch "den Blick hinter die Kulissen", den Claudia gegeben hat, mit dem vieles über den Schreibprozess und die Figurenentwicklung deutlich wurde - toll! Vielen Dank für den schönen Austausch hier! :)


    Liebe Grüße,
    Maike

  • Hier in der Leserunde wird es allmählich ruhiger, daher möchte ich dir, liebe Claudia, ein herzliches Dankeschön für deine intensive Begleitung dieser Runde aussprechen :-*
    Mir hat die Runde und das Buch sehr viel Spaß gemacht und ich würde mich freuen, wenn wir uns hier irgendwann wiederlesen würden. Vielen Dank auch an alle Teilnehmer.


    Die ausstehenden Rezensionen bitte ich euch, baldmöglichst einzustellen - Danke :winken:

  • Ohje, bin ich schon wieder zu spät? Die Zeit verfliegt!


    Fette Fee - ein lustiges Buch?


    So eigentlich war meine Erwartungshaltung, denn ich sah im Geist vor mir eine Fee wie eine Hummel, die sich an Blütenstaub überfressen hat. Das Coverbild unterstreicht diese Annahme mit dem Elefanten, dem es gelingt, mithilfe eines Luftballons zu fliegen. Zwei Unmöglichkeiten . Zwei Leichtigkeiten. Der Text auf dem Cover, der den Leser einstimmen soll, klingt schwerer, weist auf einen Hintergrund der Geschichte, der problematischer ist. Wie schwer ist es zu fliegen, wenn man weiß, dass es unmöglich ist? Wann wird Phantasie zur Gefahr?


    Ausgebrannt und einsam ist Jill, eine Schauspielerin, die versucht in der Comedy-Szene Fuß zu fassen. Ihre Nummer zieht nicht mehr, neue Einfälle fehlen, vermutlich weil auch die Grundlage dafür fehlt, ein interessantes Leben, mit dem nötigen Auftrieb.
    Dick und einsam ist Feli, eine sehr kluge Schülerin, die nicht mehr versucht im realen Leben Fuß zu fassen, sondern sich in eine Phantasiewelt flüchtet. Mutter und Vater sind nicht in der Lage durch die vielen Schichten an den Teenager heranzukommen, vermutlich, weil Feli nicht mehr heraus will aus einer Welt in der sie fliegen kann.


    Beide treffen bei Armin aufeinander, Felis Vater und Jills langjähriger Lebenspartner und nunmehriger enger Freund, der zunächst von dieser Situation völlig überfordert ist.


    Die Protagonistinnen sind mir sofort ans Herz gewachsen. Ihre Lebenssituationen werden sehr realistisch geschildert. In jeder der Frauen steckt eine große Kraft und gleichzeitig eine traurige Einsamkeit. Ich hatte das Gefühl, dass gerade diese Parallelität zu gegenseitigem Verständnis führen kann. Die Charaktere sind spannend und sympathisch. Obwohl ich als Leser immer Angst hatte, wann die „Bombe“ platzt war ich gern an ihrer Seite und hoffte auf eine Lösungsmöglichkeit.


    Aber die Umstände ändern sich nicht, Jill muss zusehen, wie sie zu einem Engagement kommt. Nun gibt es in ihrem Leben eine Quelle für eine Zugnummer, eine Nummer, die ihr ein Engagement bringen kann, welches ihr ermöglichen würde, weiter auf der Bühne zu stehen und zu beweisen, dass ihre Wahl die richtige war.
    Für Feli gibt es endlich jemanden, der sie in ihrer Welt findet und ihr den Weg nach außen weisen könnte, jemanden, der es schafft, ihr Vertrauen zu erhalten.
    Leider schließen die Interessen einander aus. Der Konflikt schwelt und er wird ausbrechen.


    Was ist nun wichtig, wo liegen die wahren Ursachen für das Unglücklichsein? Wie kann der Widerspruch zwischen Beruf und Leben, zwischen Phantasie und Realität gelöst werden?


    Diese spannende Frage zieht sich durch das Buch und es gibt auch Antworten, Antworten, die für viele Leser interessant sein können, weil sie einen allgemeinen Charakter haben.


    Aber es gibt noch mehr Anregungen zum Nachdenken. Was ist mit Maximen, die man sich im jugendlichen Alter setzt, mit Entscheidungen, die deshalb schnell getroffen werden. Welche Auswirkungen haben Entscheidungen, die nicht ernsthaft und lange genug überdacht werden auf das folgende Leben?
    Dabei hat ein Thema mich besonders angesprochen. Die Frage der Kommunikation. Es ist wichtig, Antworten zu fordern, nach Hintergründen zu fragen, nicht einfach anzunehmen, man wisse, was der andere gedacht hat. Besonders wichtig ist es bei Freunden. Deshalb muss ich hier noch einmal den Satz zitieren, der mir in diesem Buch so gefallen hat:


    "Hat man einmal Freundschaftsgefühle … empfunden, so ist man zur Freundschaft verpflichtet und damit auch zum Nachforschen"
    (Feli)


    Fazit:
    Die Geschichte ist mit viel Tiefgang geschrieben und trotzdem hat sie auch Leichtigkeit. Ich finde der Autorin ist es gelungen mit diesem schweren Stoff zu fliegen und das gibt dem Buch einen ganz besonderen Charme.


    Amazon


    Liebe Claudia, auch von mir noch einmal ein herzliches Dankeschön. Es ist ein wirklich gelungenes Buch und die Hintergrundinformationen waren wieder sehr spannend.
    Vielen Dank auch an alle Mitleser. :winken:

  • Es kann sein, dass noch eine oder zwei fehlen, trotzdem schon einmal von mir: Ihr Lieben, ich fand, es war eine tolle und intensive Runde. Wir waren nicht viele, und das war vielleicht gerade gut: so blieb Zeit, auf wichtige und tiefgehende Fragen einzugehen. Ich hoffe, ich habe keine Frage ausgelassen oder unbeantwortet gelassen. (Am Anfang, als ich nicht gleich mitlesen konnte, weil ich unterwegs war, habe ich mir richtig mit Zettel und Stift alles aufgeschrieben, worauf ich eingehen wollte.) Für mich haben eure Fragen und Bemerkungen und Schlussfolgerungen auch noch einmal ein neues Licht auf mein Buch geworfen, über vieles habe ich noch einmal nachgedacht. Vielen Dank dafür und natürlich auch für eure Rezensionen, die so fundiert und toll formuliert sind. Ich finde, die Runde hat gerockt. 8) (Musste sein!)


    Gern würde ich mit dem nächsten Projekt wiederkommen. Das ist die Road Novel, sie ist auch tragikomisch und hier ist schon einmal ein Mini-Ausblick darauf:
    Was kann man tun, um die Zeit anzuhalten?
    Eine zweiundfünfzigjährige Journalistin begibt sich auf eine Recherchereise, die ihr Leben verändert.


    Diese Reise erfolgt per Rad, und sie wird viel länger dauern, als die Protagonistin geplant hat und sie auch in Bereiche führen - sowohl äußerlich als auch innerlich - von denen sie nichts ahnt ...


    Es geht stark um die Entdeckung der Langsamkeit, um "Entschleunigung" des Lebens. Vermutlich erscheint das Buch im Frühjahr, der Monat ist noch nicht festgelegt, bei Droemer Knaur.
    Und deshalb muss ich jetzt husch husch weiterschreiben, damit es auch rechtzeitig fertig wird. ;D


    Danke, frohe Ostern und liebe Grüße
    Claudia

  • Sorry für die Verspätung, hier ist nun auch noch meine Rezension, die ich auch noch etwas streuen werde.


    Mit Anfang 40 bastelt Jill noch immer an ihrer Karriere. Sie ist Comedian in Berlin, aber dort will es einfach nicht so mit den Erfolg funktionieren. Kurz entschlossen sucht sie sich einen neuen Agenten und macht sie sich auf den Weg nach Köln, um dort einmal richtig durchzustarten. Hier will sie sich erst einmal bei ihrem Ex-Freund Armin einquartieren. Dieser hat aber bereits Besuch von seiner etwas pummeligen15-jährigen Tochter Felicia. Diese schwänzt die Schule, hat keine Freunde und flüchtet sich in ihre Fantasiewelt, in der sie eine selbstbewusste und schlanke Fee ist. Die beiden Frauen brauchen einige Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen, doch nach und nach nähern sie sich einander an. Dann entdeckt Jill Felicias geheime Aufzeichnungen und hat eine erfolgsversprechende Idee für ihr Comedy-Programm. Felicia ahnt nichts von diesen neuen Entwicklungen, doch Jills Plan nimmt langsam Formen an und ihr Agent ist begeistert.


    Claudia Brendler ist selbst in der Comedy-Branche tätig und weiß genau worüber sie in diesem Buch schreibt. Im erstem Moment könnte der Leser denken es handelt sich hier nur um ein lustiges Buch und sie nimmt die Comedy-Branche auf die Schippe. Aber das ist nicht richtig, denn die Autorin nähert sich in ersten Schritt auf lustige Art und Weise einem ernsten Thema an. Sie geht sehr stark auf die Gefühlswelt von Jill und natürlich auch von Felicia ein. Zeigt, dass das Leben halt nicht immer lustig ist, auch wenn man als Comedian lustig sein sollte. Dieses Buch besticht durch seine Tiefgründigkeit und verdient es sehr aufmerksam gelesen zu werden, weil einem sonst die ein oder andere Bemerkung bzw. Anspielung entgeht.


    Mir hat dieses Buch gut gefallen. Hier werden Dinge an- bzw. ausgesprochen, die erst einmal sacken müssen, um ihre Wahrhaftigkeit zu erkennen. Hier einmal ein Beispiel: "Freundschaft in der Welt ist nicht perfekt. Aber sie hat perfekte Momente."


    Meiner Ansicht nach ist dies ein Buch für das sich der Leser Zeit nehmen sollte. Auf alle Fälle eine Leseempfehlung für dieses Buch von Claudia Brendler und von mir verdiente 8 von 10 Punkte für die Geschichte von Feli und Jill.


    © claude


    Auf meinem Blog erscheint die Rezension heute um 21:00 Uhr hier http://claudes-schatzkiste.blo…om/2015/05/fette-fee.html

  • Hab zwar an der Leserunde nicht teilgenommen, erstelle aber trotzdem gerne eine Rezension, da ich das Buch gerade zu Ende gelesen habe.


    Inhalt: Was passiert, wenn eine glücklose Comedian, Anfang 40, mit massiven Geldsorgen auf einen schlecht gelaunten Teenager mit einem Hang zu Schokoriegeln und Heimlichkeiten trifft? Erst mal nichts. Das ändert sich, als Jill wider Erwarten Muttergefühle für die verschlossene Felicia entwickelt und eine interessante Entdeckung macht. Und damit fängt das Chaos an...


    Eine ungewöhnliche Frauenfreundschaft und eine erfrischend andere Geschichte über das Erwachsenwerden, das Jungbleiben und das richtige Timing im Leben.




    Ein ungewöhnliches Buch mit ungewöhnlichen Charakteren, sehr sehr unterhaltsam geschrieben und mit einem Schmunzeln zu Lesen...
    Die Mischung aus einer Art "Frauenroman" und "Feegeschichte" hat mir persönlich sehr gut gefallen.
    Durch die tolle Beschreibung der Charaktere, hat man diese bildlich vor Augen und fühlt sich mittendrin ...


    Eine wunderbare Geschichte...mitten aus dem Leben... lustig verpackt
    Ich fand das Buch klasse

    Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche die Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen