Fazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

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    Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten.
    Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen !

  • Hallo ihr Lieben, schon mal ein Danke von mir für die schöne Leserunde.
    Danke an Alexandra für die Einblicke in den Entstehungsprozess von Marias letzter Tag und die tolle Begleitung. Danke an euch, dass ihr eure persönlichen Ängste geteilt habt, und natürlich für die Diskussionen. War mal wieder ein sehr fruchtbares Thema.


    Hier meine abschließende Meinung:


    Was passiert, wenn man keine Angst mehr hat


    In Marias letzter Tag geht es um Angst. Es geht um eine besondere Weise, wie man mit Angst umgehen und was daraus entstehen kann. Es geht um Lou und Maria, zwei sehr unterschiedliche Mädchen, die beste Freundinnen sind. Maria ist immer fröhlich, sorgenfrei und in der ganzen Schule beliebt, Lou dagegen das schüchterne, unscheinbare Anhängsel. Ihrer Freundschaft macht dieser Unterschied glücklicherweise gar nichts aus. Maria scheint jedoch nicht mehr diejenige zu sein, die Lou immer in ihr gesehen hat, denn plötzlich liegt sie schwer verletzt im Krankenhaus. Der Verdacht: Selbstmordversuch. Lou findet heraus, dass das alles mit Angst zu tun haben könnte, und will das mit Hilfe eines YouTube-Channels, den sie passend dazu “Marias letzter Tag” nennt, ändern: Ein Sommer ohne Angst.


    Gleich bei den ersten Sätzen in diesem Roman fällt der besondere Schreibstil auf: ungewöhnlich, sprunghaft, bildhaft. Eine Art zu erzählen, an die man sich wahrscheinlich erst mal gewöhnen muss, die dann aber ganz wunderbar zur Geschichte passt. Lous Gedanken springen so hin und her, sie lässt sich schnell ablenken, macht sich ständig Sorgen und denkt oft sehr negativ an die Zukunft. Deshalb ist man als Leser manchmal verwirrt, allerdings passt auch das zur Geschichte, denn Lou ist in einer Atmosphäre voller Angst aufgewachsen: Man darf das nicht machen, niemals allein dorthin gehen und schon gar nicht mit irgendwelchen Bakterien in Kontakt kommen. Darauf hat sie allerdings keine Lust mehr und beschließt den Sommer ohne Angst gleich mit einer ganz großen Ansage: Sie lädt ein Video auf YouTube hoch und zeigt sich der ganzen Welt. Bald folgen weitere Videos, hinrissige und oft auch, vom vernünftigen Standpunkt aus gesehen, nicht nachvollziehbare Taten werden da gezeigt und das schlägt voll ein. Für Lou ändert sich dadurch so einiges und man erlebt hier eindringlich eine Wendung des sonst so stillen Mädchens.


    Was dieses Buch auch noch besonders macht, sind die eingestreuten Word Clouds, die Fotos und die Beschreibungen von Lous Videos. Das ergibt eine tolle Mischung und zeigt Lous Welt und die des Internets sehr anschaulich. Insgesamt zeigt Alexandra Kui die Welt von jungen Erwachsenen auf eine sehr eindringliche Art und Weise. Dabei wird das Thema Angst mit ungewöhnlichen und doch sehr aktuellen Mitteln angegangen und erlebt, ganz ohne erhobenen Zeigefinger und doch mit deutlichen Konsequenzen. Dadurch ist es keine leichte Kost, regt allerdings zum Nachdenken an und verlässt den Kopf garantiert nicht mehr so schnell. Eine besondere Lektüre darüber, was passieren kann, wenn man zu viel und zu wenig Angst hat.


    Links:
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  • Hier nun auch meine Rezension:


    Titel: Marias letzter Tag - ein Videoblog


    Dies ist mein erstes Buch von Alexandra Kui und ich wusste nicht genau was mich erwarten würde, aber was man hier als Jugendbuch geboten bekommt, hat mich vollends gepackt. So viel Tiefgang hatte ich nicht erwartet.


    Lou und Maria sind beste Freundinnen, die durch dick und dünn gehen. Während Maria das beliebteste Mädchen der Schule ist, steht Lou immer ein wenig in ihrem Schatten. Doch dann hat Maria einen schweren Unfall und nichts ist mehr wie es war. Was macht dieses Unglück aus Lou? Und vor allem: wird Maria wieder gesund? Und was passiert eigentlich, wenn man gar keine Angst mehr hat?


    Der Autorin gelingt es die jetzige Zeit einzufangen und die Jugend von heute darzustellen. Die Zielgruppe wird sich hier auf jeden Fall angesprochen fühlen. Und Erwachsene kommen auch auf ihre Kosten, denn sie können mal einen Blick in die Jugendlichen wagen.


    Thema der Geschichte ist nicht nur das Überwinden von Ängsten, sondern auch Freundschaften, Familienleben und ganz speziell das Videobloggen.


    Lou versucht durch den Videoblog „Marias letzter Tag“ Ordnung in ihr Leben zu bringen und die Ereignisse um Maria zu verarbeiten. Stattdessen bringt gerade dieser Blog ihr Leben total durcheinander.


    Trotz der wenigen Seiten und der recht großen Schriftgröße ist es Frau Kui gelungen einen als Leser direkt anzusprechen. Das Buch lässt einen gedanklich nicht mehr los, man gerät ins Grübeln und fragt sich wie man anstelle der Protagonisten reagiert hätte.


    Ich bin nach der Lektüre froh, dass ich meine Jugendzeit schon hinter mich gebracht habe.


    Fazit: Ein toller Jugendroman, der auf ganzer Linie überzeugt. Lou und Maria werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Klare Leseempfehlung!


    Bewertung: 5/ 5 Sternen


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    Rezensionslinks:


    Amazon: http://www.amazon.de/review/RYSKXKI5SP6EV/ref=cm_cr_rdp_perm


    Goodreads: https://www.goodreads.com/revi…06?book_show_action=false


    Lovelybooks: http://www.lovelybooks.de/auto…1-w/rezension/1139190870/


    Wasliestdu: http://wasliestdu.de/rezension…letzter-tag-ein-videoblog


    Literaturschock- Hauptseite: http://www.literaturschock.de/…uecher/marias-letzter-tag


    Literaturschock- Forum: https://literaturschock.de/lit…x.php?thread/36105.0.html



    Danke, dass ich bei dieser tollen Runde dabei sein durfte. Ich werde die Rezi auch noch auf ein paar anderen Seiten streuen und auch auf der Verlagshomepage, sobald ich dazu komme. :)

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

  • Ich bin mit Lou leider überhaupt nicht klar gekommen.
    Hier fehlte mir leider wirklich der Zugang. Ich fand Lous Taten in erster Linie absurd...manchmal nur blöd, manchmal so gefährlich das ich einfach nicht verstehen kann, wie man so handeln kann. Zumal auch andere (unbeteiligte) Personen geschädigt und/oder gefährdet wurden.
    Ich habe selber eine Teenagertochter, bin also nicht so ganz "fernab des Themas", aber das half mir hier auch nicht.
    (Was mich aber im Hinblick auf das Verhalten meiner Tochter durchaus beruhigt ;) )


    Der Schreibstil passt sehr gut zum Buch, sehr gut zu Lous Seelenzustand. Aber für mich war er fast zu unruhig. Womit er gut in die "heutige Zeit" passt, wo ich zB bei Filmschnitten auch oft mal leicht schwindelig werde. (Nein, so war es hier im Buch nicht, ich konnte mein Tempo ja variiieren !)


    Toll ist, daß man sich beim Lesen des Buches fast zwangsläufig auch mit seinen eigenen Ängsten (und auch mit den Ängsten seiner Kinder, über die man ins Nachdenken kommt) befasst.


    Es war durchaus faszinierend, in diese Welt hineinzuschnuppern, auch die Leserunde war deshalb wirklich prima, weil wir zT gemeinsam den Kopf schütteln konnten und weil wir ja auch wunderbar unterschiedlicher Meinung waren über das, was da passiert. Auch Alexandras Begleitung und die Hintergrundinformationen waren toll und halfen, mehr Verständnis für Lou aufzubringen.
    Vielen Dank an alle TN für die schönen Diskussionen und ein Extradank an Alexandra :bussi:

  • Auch von mir ein großes Dankeschön! Leider bin ich mit Lou auch nicht wirklich warmgeworden; das Buch habe ich aber trotzdem gerne gelesen. Es war wirklich mal etwas anderes.




    Die 16-jährige Louise und Maria sind beste Freundinnen. Sie teilen alles miteinander; das denkt jedenfalls Louise. Doch dann wird Maria von einem Zug erfasst und liegt schwerverletzt im Krankenhaus. War es ein Unfall, oder wollte Maria sich möglicherweise umbringen? Niemand kann es genau sagen, und Louisa gerät ins Grübeln. Hatte Maria Angst? Es gibt Hinwiese darauf, und Louisa beschließt, ab sofort vor nichts mehr Angst zu haben. Sie möchte ihre Fortschritte diesbezüglich festhalten und stellt sich selbst Mutproben, die sie über das Internet mit der Öffentlichkeit teilt.

    Mein Leseeindruck:

    Zunächst muss ich sagen, dass es mir nicht ganz leichtfällt, dieses Buch bzw. mein Lesevergnügen daran zu bewerten. Anfangs musste ich mich erst einmal an den doch außergewöhnlichen Schreibstil gewöhnen. Die Sätze sind zum Teil sehr kurz und knapp gehalten, sehr prägnant. Das ist nicht schlecht, aber für mich gewöhnungsbedürftig.

    Das große Thema des Buches ist wohl das Thema Angst. Wovor fürchten sich Jugendliche, wie kann man diese Angst bekämpfen? Wie kann man mit der Angst umgehen? Ist es sinnvoll, manchmal doch Angst zu haben? Louise beschließt, keine Angst mehr zu haben. Dafür stellt sie sich selbst Aufgaben, und damit beginnt für mich auch das Problem, das ich mit diesem Buch bzw. mit Louise habe.

    Es ist so, dass ich mich irgendwann nicht mehr in Louise hineinversetzen konnte; ich habe keinen Zugang mehr zu ihr gefunden. Die Aufgaben, die sie sich stellt, sind für mich einfach nicht nachvollziehbar und haben mich zum Teil sogar wütend gemacht.

    Ich muss einen Buchcharakter nicht immer sympathisch finden, und ich muss ihn auch nicht immer restlos verstehen können. Aber mit Louise hatte ich wirklich Schwierigkeiten. Ich konnte mit ihr nicht warmwerden, und vielleicht hat mir deshalb auch ein bisschen Tiefe gefehlt.

    Trotzdem habe ich das Buch aber durchaus gerne gelesen und kann es auch weiterempfehlen. Es ist ein außergewöhnliches Buch mit einem außergewöhnlichen Schreibstil und einer – für mich – außergewöhnlichen Protagonistin.

  • Nachdem die Runde nun schon länger "eigentlich zuende" ist, möchte ich sie nun auch offiziell schließen und mich nochmals sehr herzlich bei Dir, Alexandra, für die engagierte Begleitung unserer Runde bedanken.


    Es fehlen noch einige Rezis, die hoffentlich nun bald eingestellt werden.

  • Anbei noch meine Rezension, sorry nochmal für mein Hinterherhängen!


    In Lous Familie haben alle ständig Angst. Nicht nur aus Spaß nennt sie ihr Haus am Deich „Titanic“, es könnte ja in einer Sturmflut untergehen. Ihre Eltern haben ihr diese Haltung von klein auf vermittelt und Lou kennt es gar nicht anders. Doch sie ist 16 und als eines Tages ihrer lebenslustigen besten Freundin Maria etwas Schreckliches passiert, beschließt sie, von nun an keine Angst mehr zu haben oder sie zumindest zu bekämpfen. Und um dies zu beweisen, legt sie einen Videoblog an, den sie „Marias letzter Tag“ nennt. Fortan stellt sie sich immer wieder ihren Ängsten, teilweise in übermütigen Jugendstreichen, teilweise aber auch in wirklich dummen und gefährlichen Aktionen!


    Auf einmal ist Lou angesagt und ihre Klassenkameraden wollen mit ihr befreundet sein und gemeinsam etwas unternehmen. Egal was, Hauptsache verrückt! Und mit Ingi findet Lou ihren ersten Freund, dabei war sie vor kurzem noch überzeugt davon, dass er sich nur für Maria interessiert.


    Ich kann mir vorstellen, dass vor allem die jugendliche Zielgruppe sehr viel Freude an dem Buch haben wird. Als Erwachsener kann man teilweise nur entsetzt den Kopf schütteln über manche der Dinge, die Lou da so anstellt. Andererseits, wer von uns war als Jugendlicher immer vernünftig und hat nie Unsinn angestellt?


    Ich habe am Anfang einige Seiten gebraucht, um in das Buch hineinzufinden. Als ich dann aber einmal drin war, hat es mich wirklich gepackt und ich wollte es gar nicht mehr weglegen.


    Interessant dargestellt fand ich auch die Eigendynamik, die so eine Selbstdarstellung im Internet auf einmal entwickeln kann und bei der gerade eine Jugendliche auch schnell die Kontrolle verlieren kann. Denn in Lous Blog zeigt sie zwar ihren eigenen Kampf gegen ihre Ängste, aber sie motiviert damit auch andere zu Aktionen, die teilweise noch selbstzerstörerischer und gefährlicher sind! Auch wenn sie niemanden zu etwas aufruft, gibt sie mit ihrem Blog doch einen gewissen Anstoß.


    Für mich war es tolles, unterhaltsames Jugendbuch, das einmal eine ganz andere Geschichte erzählt und in jedem Fall spannende Fragen aufwirft!

  • Hier noch meine Rezension. Hat leider etwas gedauert. Sorry


    In diesem Jugendbuch erzählt Lou von ihrem Leben, ihren Gefühlen und vor allem von ihren Ängsten. Denn jeder hat Angst. Auch Lous beste Freundin Maria. Sie hat die Angst auch an Brustkrebs zu erkranken, wie ihre Mutter. Dann wird Maria beim Joggen von einem Zug erfasst und überlebt diesen Unfall schwer verletzt. Alle sprechen von einem Selbstmordversuch und Lou versucht in diesem Sommer in dem Maria in Koma liegt sich ihren eigenen Ängsten zu stellen. Aus diesem Grund eröffnet sie einen You-Tube-Channel, den Sie "Marias letzten Tag" nennt. Hier veröffentlicht sie selbstgedrehte Video zum Thema Angst und versucht jeden Tag so zu leben als wäre es ihr letzter Tag auf Erden. Der Channel erfreut sich rasant immer mehr Beliebtheit und erhält immer mehr Likes. Aber mit jedem neuen Video scheint sich der Channel zu verselbstständigen und die Follower versuchen sich mit immer riskanteren Aktionen zu übertrumpfen. Und irgendwann verliert Lou den Überblick, die Kontrolle über die einst gut gemeinte Idee...


    Dieser Jugendroman von Alexandra Kui beschäftigt sich mit dem Thema Angst und wie die heutige Jugend mit diesem Thema umgeht, sich diesem Problem stellt bzw. diese Thematik in dem Medien kommuniziert. Auf extrem interessante und bildliche, aber zugleich schockierende Weise führt die Autorin dem Leser vor Augen, wie eine gut gemeinte Idee ungeahnte und auch gefährliche Ausmasse annehmen kann. Denn leider sind die hier aufgeführten Aktionen nicht nur die Gedanken, Fantasien und Ideen, die Alexandra Kuis Gehirn entsprungen sind. Vielmehr kann man in den sozialen Medien bzw. Netzwerken diesen teils negativen Trend beobachten, wie bspw. riskante und lebensgefährliche Aktionen in Videos festgehalten werden. Auch immer wieder entbrannte Shitstorms sind heutzutage keine Seltenheit mehr.


    Die Autorin führt uns eindrücklich in diesem Buch vor Augen wie schwierig der Umgang mit sozialen Netzwerken und Channels sein bzw. werden kann. Mich hat dieses Buch ein Stück weit aufgerüttelt, etwas nachdenklicher auf die diversen Möglichkeiten des Netzes gemacht und auch etwas beunruhigt bzw. besorgt zurückgelassen. Hoffentlich können wir Menschen/User unserer Verantwortung in sozialen Netzwerken gerecht werden und lernen aus bisher gemachten Fehlern.


    Schlußendlich stellt sich doch aber für jeden von uns auch die ein oder andere Frage dieses Buches: "Wie weit würdest du gehen, um deine eigene Angst zu besiegen bzw. zu bezwingen? und Wovor hast du am meisten Angst?"


    Ein interessantes Buch, das nach dem Lesen gedanklich noch etwas nachhallt. Von mir bekommt "Marias letzter Tag" 8 von 10 Punkte und eine klare Leseempfehlung.


    © claude



    Danke noch einmal für die gemeinsame Leserunde :)


    Die Rezension erscheint auch noch bei LB, WLD, bei RandomHouse BloggerPortal und auf meinem Blog
    http://claudes-schatzkiste.blo…5/marias-letzter-tag.html

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen