01 - Seite 9 bis 59

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  • Lieber Thommie, liebe Mitleser/innen,


    hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Weißer Zug nach Süden" und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders Autor Thommie Bayer, der uns hier zum ersten Mal begleitet - schön, dass Du dabei bist!


    Ihr dürft den Autor duzen.


    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden und auch die Ausführungen zur Netiquette durch.
    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.
    Auch ist es nicht nötig, den Inhalt nachzuerzählen, wir lesen ja alle das gleiche Buch.


    Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte!


    Viel Spaß uns allen beim Lesen und Diskutieren!



    Hier könnt ihr zum Inhalt von Seite 9 bis 59 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Eines vorweg: Ich bin begeistert! Die Geschichte hat mich sofort mitgenommen und der Autor hat es geschafft, dass ich morgens beim Aufwachen an Chiara denke. Ich würde jetzt so gerne weiterlesen – aber ich warte lieber auf Euch.


    Die junge Halbitalienerin Chiara aus Castelnuovo mit ihrem Geheimnis … ich kann nicht wirklich in Worte fassen, was mich so in den Bann zieht, das ist sicher nicht nur das, was man über Chiara nicht weiß, also das, vor dem sie geflohen ist in Italien. Das musste ja offenbar alles ziemlich schnell gehen. Irgendwie kann ich mir gar nichts Schlimmes vorstellen, dass Chiara getan haben könnte. Sie ist mir so sympathisch ... und auch rückt das für mich momentan in den Hintergrund. Vielleicht hat es etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun, mit ihrer Mutter?


    Jetzt ist Chiara jedenfalls wieder in Deutschland und springt dankbar in das Leben ihrer Freundin Leonie, die ihrerseits eine Auszeit braucht. Sie übernimmt ihre Wohnung bzw. das Häuschen und deren Putzjobs. Und sie fühlt sich momentan wohl damit.
    Ich mag Chiara, wie sie mit einer Ernsthaftigkeit die Wohnungen fremder Leute putzt, als sei das eine ganz verantwortungsvolle Aufgabe.


    Ich habe mir vorgenommen mein Haus etwas gründlicher zu putzen und überlege mir manchmal, ob meine Einrichtung und meine Art der Ordnung etwas über mich aussagen.
    Chiara ist ja da sehr streng mit ihren „Putzbefohlenen“. Nur mit Herrn Vorden ist sie gnädig, eine aufgeräumte saubere Wohnung, an der alles seinen Platz hat und die von dem Schriftsteller nur an einem Tag in der Woche bewohnt wird. Irgendetwas scheint sie an dieser Wohnung zu faszinieren, sie fühlt sich dort auf magische Weise besonders wohl und verbringt heimlich mehr Zeit dort als nötig. Nachdem sie mit ihrer Arbeit fertig ist legt sie sich in die Badewanne, hört Musik – danach werden aber immer alle ihre Spuren bis aufs letzte beseitigt.
    Mit dem Aufräumen bei Herrn Vorden nimmt Chiara es sogar so genau, dass sie vorher Handyfotos gemacht hat, damit sie nach dem Abstauben alle Dinge wieder genauso anordnen kann. Das macht sie aber nur für diese eine Wohnung!
    Dann passieren ihr kleine Fehler, eine fehlende Tafel Schokolade im Kühlschrank, eine nicht zurückgelegte CD. Durch diese kleine Unachtsamkeiten entspinnt sich eine zarte Kommunikation zwischen ihr und dem Unbekannten.


    Eigentlich möchte sie nicht in den privaten Dingen des Wohnungsbesitzers herumschnüffeln, von dem sie überhaupt nichts weiß, weder Alter noch Vornamen – trotzdem liest sie eines Tages eine seiner Kurzgeschichten, die jede Woche in einem Stapel neben seiner Schreibmaschine liegen. ( endlich hat die Neugier gesiegt ! )
    Ist die Geschichte Herrn Vordens autobiographisch, was meint ihr? Chiara fühlt sich seltsam berührt - nicht nur, weil sie glaubt, dass sie den Schriftsteller durch die vergessene CD vielleicht zu dieser Geschichte inspiriert hat.

  • Ich nutze mal den Start meiner Mittagspause, um mich hier einzubringen!


    Mir gefällt das Buch bisher sehr gut, es ist anders als ich erwartet habe vom Schreibstil her sehr lebhaft, ja lebendig (umdreehen) und Intensiv! Ich hatte eher mit einem sog. "stillen" stil gerechnet, aber so ist es gar nicht.


    Chiara wirkt auf mich wie eine Person mit einem sehr lebhaften, kraftvollen Innenleben - sie macht vieles mit sich selbst aus, aber eben nicht auf die reduzierte Art und Weise, sondern ihre Interaktion mit sich selbst ist eine intensive. Wo kommt sie her aus Italien - aus Castelnuevo? Offenbar gibt es da auch - wie in Rom - eine Piazza Navona. Aufgewachsen ist sie aber offenbar in Schwaben mit deutscher (Hippie?)- Mutter und italienischem Vater. Ich habe die Bemerkung über Chiaras Vater, dass er breites Schwäbisch mit italienischem Einschlag gesprochen hat (S. 23) sehr gemocht, sie hat mich an meinen Onkel erinnert, der Rheinisch mit lettischem Akzent sprach, fand ich immer super!


    Wo befindet sich eigentlich Leonies Wohnung? Ich bin irgendwie von Berlin ausgangen (warum eigentlich?), aber ich konnte dazu nix finden. Dass Chiara ... [Spoiler gelöscht, Dani]


    In Vorden scheint Chiara einen Bruder im Geiste gefunden zu haben - irgendwie sprechen sie dieselbe Sprache, ohne sich jemals gesehen zu haben. Oder vielleicht erkennt er sie auch aus irgendwelchen Gründen, also ihr Wesen, ihr tiefstes Inneres. Die erste Geschichte, die er ihr hinlegt, ähnelt Chiaras Leben, als hätte er sich an ihren Erfahrungen orientiert. Kann er doch aber eigentlich gar nicht.


    Ich finde, Ruhe wird über die Geschichte Vordens transportiert (in diesem Teil gab es ja nur die eine), die wirkt irgendwie zurückgenommen, im Vergleich zu Chiaras Anteil, meine ich. as er wohl Chiara damit sagen will? Ich habe das Gefühl, er weiß ganz schön viel über sie... oder vermutet er nur? Kann ich mir gar nicht vorstellen! Ein heimlicher Kontakt mit Leonie? Kann ich mir eigentlich auch nicht denken!


  • Jetzt ist Chiara jedenfalls wieder in Deutschland und springt dankbar in das Leben ihrer Freundin Leonie, die ihrerseits eine Auszeit braucht. Sie übernimmt ihre Wohnung bzw. das Häuschen und deren Putzjobs. Und sie fühlt sich momentan wohl damit.
    Ich mag Chiara, wie sie mit einer Ernsthaftigkeit die Wohnungen fremder Leute putzt, als sei das eine ganz verantwortungsvolle Aufgabe.


    Ich finde, das ist es auch.



    Chiara ist ja da sehr streng mit ihren „Putzbefohlenen“.


    Ein toller Ausdruck!




    Ist die Geschichte Herrn Vordens autobiographisch, was meint ihr? Chiara fühlt sich seltsam berührt - nicht nur, weil sie glaubt, dass sie den Schriftsteller durch die vergessene CD vielleicht zu dieser Geschichte inspiriert hat.


    Da möchte ich eigentlich keine Mutmaßungen drüber anstellen - vielleicht verrät uns ja der Autor etwas dazu?


  • Da möchte ich eigentlich keine Mutmaßungen drüber anstellen - vielleicht verrät uns ja der Autor etwas dazu?


    Ich muss lächeln. Ich meinte das bezüglich der Geschichte in der Geschichte - also ob die Zufallsbegegnung mit dem alten Schulfreund dem Herrn Vorden wirklich passiert ist und er sie nun literarisch aufarbeitet oder ob es reine Fantasie ist.
    Aber trotzdem eine gute Frage - wodurch der Autor Herr Bayer sich hat inspirieren lassen. Die Tatsache, dass Inspiration quasi überall herkommen kann, finde ich nämlich sehr schön.
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    Zitat korrigiert, Dani
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  • Wo befindet sich eigentlich Leonies Wohnung? Ich bin irgendwie von Berlin ausgangen (warum eigentlich?), aber ich konnte dazu nix finden.


    Ich habe auch noch einmal zurückgeblättert. In Stuttgart hat Chiara damals studiert. Irgendwo ländlich steht das Häuschen, jedenfalls ist an einer Stelle davon die Rede, dass es dort, wo sie wohnt und putzt keine Schwimmbäder gibt und sie dafür in die nächste Stadt fahren muss. Ob das auch im Schwäbischen ist - keine Ahnung ...

  • In Vorden scheint Chiara einen Bruder im Geiste gefunden zu haben - irgendwie sprechen sie dieselbe Sprache, ohne sich jemals gesehen zu haben. Oder vielleicht erkennt er sie auch aus irgendwelchen Gründen, also ihr Wesen, ihr tiefstes Inneres. Die erste Geschichte, die er ihr hinlegt, ähnelt Chiaras Leben, als hätte er sich an ihren Erfahrungen orientiert. Kann er doch aber eigentlich gar nicht.


    Ich finde, Ruhe wird über die Geschichte Vordens transportiert (in diesem Teil gab es ja nur die eine), die wirkt irgendwie zurückgenommen, im Vergleich zu Chiaras Anteil, meine ich. as er wohl Chiara damit sagen will? Ich habe das Gefühl, er weiß ganz schön viel über sie... oder vermutet er nur? Kann ich mir gar nicht vorstellen! Ein heimlicher Kontakt mit Leonie? Kann ich mir eigentlich auch nicht denken!


    Meinst Du, er hat die Geschichte für Chiara geschrieben bzw. sie ihr hingelegt?
    Ich dachte, erst jetzt hat sich Chiara getraut einmal zu lesen, was der Herr Vorden so schreibt ... hätten ja theoretisch auch Buchhaltungspapiere sein können. ;)
    Aber natürlich ist er wirklich Schriftsteller, so wie Chiara es sich ausgemalt hat.
    Was weiß er über Chiara eigentlich? Mehr als ihren Namen und ihre Feinsinnigkeit kann es ja nicht sein ... Obwohl Leonie stelle ich mir ganz schön geschwätzig vor, wer weiß ...


    Ich muss dazu sagen, ich habe jetzt wirklich eine Pause gemacht und das Buch nicht weiter gelesen. Obwohl es mir sehr schwerfällt.

  • Ich muss lächeln. Ich meinte das bezüglich der Geschichte in der Geschichte - also ob die Zufallsbegegnung mit dem alten Schulfreund dem Herrn Vorden wirklich passiert ist und er sie nun literarisch aufarbeitet oder ob es reine Fantasie ist.
    Aber trotzdem eine gute Frage - wodurch der Autor Herr Bayer sich hat inspirieren lassen. Die Tatsache, dass Inspiration quasi überall herkommen kann, finde ich nämlich sehr schön.


    Ich bin auch doof - Du hast natürlich Recht, wir haben hier 3 Ebenen und eigentlich war mir das auch klar - aber hier habe ich mich ein bisschen verträumt....


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    Zitat korrigiert, Dani
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  • Meinst Du, er hat die Geschichte für Chiara geschrieben bzw. sie ihr hingelegt?
    Ich dachte, erst jetzt hat sich Chiara getraut einmal zu lesen, was der Herr Vorden so schreibt ... hätten ja theoretisch auch Buchhaltungspapiere sein können. ;)
    Aber natürlich ist er wirklich Schriftsteller, so wie Chiara es sich ausgemalt hat.
    Was weiß er über Chiara eigentlich? Mehr als ihren Namen und ihre Feinsinnigkeit kann es ja nicht sein ... Obwohl Leonie stelle ich mir ganz schön geschwätzig vor, wer weiß ...


    Irgendwie scheint die Geschichte so zu sein - aber hier habe ich meine Gedanken nicht vollends ausformuliert, ich meine damit eher, wie Chiara das Gelesene reflektiert - dass dadurch eine Interaktion entsteht.
    Ich habe bisher nicht darüber nachgedacht, ob Leonie geschwätzig ist oder nicht.... ich glaube, ich hätte sie eher nicht so eingeschätzt, es könnte aber natürlich so sein.

  • Irgendwie scheint die Geschichte so zu sein - aber hier habe ich meine Gedanken nicht vollends ausformuliert, ich meine damit eher, wie Chiara das Gelesene reflektiert - dass dadurch eine Interaktion entsteht.


    Ja genau,Du hast recht Und damit wird es zu "ihrer" Geschichte. Ich sehe da auch Verbindungen zu ihrem Leben.


    Schön, dass Chiara jetzt wieder mehr zeichnen möchte.

  • Wie schön! Ich habe Chiara ins Herz geschlossen und wünsche ihr, dass sie das Leben, das nicht ihr eigenes ist, vielleicht behalten kann, weil sie sich ja so wohl darin fühlt. Irgendwie ist das ja ein wenig verrückt, aber es scheint so als habe das Schicksal sie dorthin geführt. Ihre Beziehung zu Vorden oder besser gesagt zu dessen Wohnung ist außergewöhnlich. Was würde er wohl sagen, wenn er wüßte was Chiara in seiner Wohnung so alles treibt. Oder weiß er es? Jedenfalls ist er ja sehr ordnungsliebend und ihm fallen Veränderungen scheinbar auch sofort aus.


    Obwohl nicht sehr viel passiert, finde ich, dass die Geschichte so voller Ideen sprüht. Es sind die kleinen Anekdoten am Rande, die hier so reizvoll sind. Vordens Gesten, seine geschriebene Geschichte, die Nachbarn und auch die Putzvergleiche zu den anderen Wohnungen sind interessant.


  • Die junge Halbitalienerin Chiara aus Castelnuovo mit ihrem Geheimnis … ich kann nicht wirklich in Worte fassen, was mich so in den Bann zieht, das ist sicher nicht nur das, was man über Chiara nicht weiß, also das, vor dem sie geflohen ist in Italien. Das musste ja offenbar alles ziemlich schnell gehen. Irgendwie kann ich mir gar nichts Schlimmes vorstellen, dass Chiara getan haben könnte. Sie ist mir so sympathisch ... und auch rückt das für mich momentan in den Hintergrund. Vielleicht hat es etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun, mit ihrer Mutter?


    Ich bin auch gespannt was hinter ihrer Flucht steckt. Scheinbar hat es was mit ihrem damaligen Freund zu tun. Warum wurde betont, dass er keinen Ehering trug und sich in seiner Wohnung auch keine Hinweise auf eine Frau fanden. Ob es dann doch anders war? Oder liegt der Grund ganz woanders.
    Die Protagonistin ist so faszinieren, dass man alles wissen möchte und so sympathisch, dass man ihr nichts Schlimmes wünscht und auch keine schweren Fehler zutraut.



    Mit dem Aufräumen bei Herrn Vorden nimmt Chiara es sogar so genau, dass sie vorher Handyfotos gemacht hat, damit sie nach dem Abstauben alle Dinge wieder genauso anordnen kann. Das macht sie aber nur für diese eine Wohnung!


    Das Bild, das Chiara dann zeichnet mit allen diesen Dingen, ganz anders, unsortiert, in der Luft, sieht bestimmt neben dem Handyfoto ganz toll aus. Was würde Vorden dazu sagen?

  • Ich habe heute Nachmittag (nach dem Zahnarztbesuch) auch mit dem Lesen begonnen und bin regelrecht verzaubert von diesem tollen Buch. Ich kann das gar nicht so genau beschreiben, ich hatte einfach etwas völlig anderes erwartet.


    Ich persönlich mochte Chiara auf Anhieb, denn sie erinnert mich total an mich selbst wie ich mit Anfang zwanzig war. Ich finde es toll, wenn man sich auch mal in einem Protagonisten wieder erkennt.


    Ich finde die Idee mal für eine Weile das Leben eines anderen zu leben echt spannend. Das wäre echt mal was für mich, aber im wahren Leben geschieht so etwas ja nicht. ;)

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)


  • Ich bin auch gespannt was hinter ihrer Flucht steckt. Scheinbar hat es was mit ihrem damaligen Freund zu tun. Warum wurde betont, dass er keinen Ehering trug und sich in seiner Wohnung auch keine Hinweise auf eine Frau fanden. Ob es dann doch anders war? Oder liegt der Grund ganz woanders.
    Die Protagonistin ist so faszinieren, dass man alles wissen möchte und so sympathisch, dass man ihr nichts Schlimmes wünscht und auch keine schweren Fehler zutraut.


    Ja ich bin auch wirklich gespannt was wohl hinter der Flucht steckt und wie schnell wir etwas darüber erfahren und wie das ausgearbeitet ist, denn so dick ist das Buch ja nicht. ;)


    Ich mag sie auch total gerne und hoffe echt, dass ihr nichts schlimmes passiert.


    Fehler macht jeder im Leben, leider auch mal einen schweren, auch wenn man das sicher nicht absichtlich tut...

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

  • Ich habe gerade den ersten Leseabschnitt beendet und bin ganz angetan von dem Buch (wie von vielen, die Thommie geschrieben hat ;)) Es sind irgendwie die leisen Töne, die punktgenauen Beschreibungen, die mir so gut gefallen.


    Chiara wirkt auf den ersten Blick total „normal“. Dabei ist es wohl nicht wirklich normal, wenn man aus seinem eigenen Leben flieht und das Leben einer Freundin übernimmt. Ich bin gespannt, was in Italien Peinliches passiert ist, weshalb Chiara das Weite gesucht hat. Ich habe den Eindruck, es hat mit Saverio zu tun. Hat er doch eine Frau, obwohl der Anschein etwas anderes vermuten lässt?


    Ganz kann ich Chiara noch nicht einschätzen. Einerseits ist sie total korrekt, was die Ordnung in den ihr anvertrauten Wohnungen angeht. Andererseits bedient sie sich an Vordens Kühlschrank und nimmt wöchentlich ein Bad in seiner Wanne. Dass sie nun auch noch seine (ungewaschene) Kleidung anzieht, finde ich schon extrem. Ganz sachte und unbemerkt hat sich da eine Beziehung zwischen zwei Personen entwickelt, die sich noch nie gesehen haben. Das ist schon faszinierend!


  • Irgendwie kann ich mir gar nichts Schlimmes vorstellen, dass Chiara getan haben könnte. Sie ist mir so sympathisch ...


    Es muss ja auch nichts Schlimmes sein. Sie selbst sagt ja, dass es etwas Peinliches ist, dessen sie sich schämt.
    Sympathisch ist sie mir noch nicht mal, ihre "Übergriffe" in Vordens Wohnung finde ich nicht okay, obwohl Vorden das wohl anders sieht ;)
    Ich beobachte Chiara im Moment einfach aus der Distanz, schaue mal, wie sie sich noch weiter entwickelt.




    Chiara wirkt auf mich wie eine Person mit einem sehr lebhaften, kraftvollen Innenleben - sie macht vieles mit sich selbst aus, aber eben nicht auf die reduzierte Art und Weise, sondern ihre Interaktion mit sich selbst ist eine intensive.


    Das sehe ich auch so. Hier erinnert sie mich ziemlich an mich ;)


    Zitat

    Wo befindet sich eigentlich Leonies Wohnung? Ich bin irgendwie von Berlin ausgangen (warum eigentlich?), aber ich konnte dazu nix finden.


    Ich denke, das spielt keine Rolle, wo die Geschichte spielt, irgendwo in Deutschland.


    Zitat


    Dass Chiara... [Spoiler gelöscht, Dani]


    ACHTUNG: Das kommt erst im nächsten Abschnitt.


  • ACHTUNG: Das kommt erst im nächsten Abschnitt.


    Darüber bin ich beim Lesen der Posts hier auch gestolpert und habe mir schon gedacht, dass da jemand wohl etwas weiter als nur den Abschnitt gelesen hat.

    Lesen ist meine Leidenschaft

    Einmal editiert, zuletzt von Dani79 ()

  • Es wird im ganzen Buch nicht deutlich gesagt, aber die Geschichte spielt in einer kleinen Stadt in Südbaden. Ich hatte mein eigenes Städtchen vor Augen. Macht Freude, Euch allen beim Lesen über die Schulter zu schauen.


  • Es wird im ganzen Buch nicht deutlich gesagt, aber die Geschichte spielt in einer kleinen Stadt in Südbaden. Ich hatte mein eigenes Städtchen vor Augen. Macht Freude, Euch allen beim Lesen über die Schulter zu schauen.


    Vielen Dank für den Hinweis - irgendwie hatte ich mir das schon gedacht. Keine Ahnung, warum ich trotzdem immer wieder das Gefühl habe, es ginge um eine größere Stadt.

  • Unter der Woche hatte ich nicht so recht Muße für das Buch, jetzt aber dafür. Ich finde, es liest sich toll, eine richtige Erholung nach einer blöden Woche.


    Zu Beginn hab ich ein bisschen gebraucht, bis klar war, dass wir in Deutschland sind. Ich habe mich von Chiaras Namen in die falsche Richtung lenken lassen.


    Ich habe keine Putzfrau, wäre mir bei meinem Chaos zu peinlich und ich möchte auch nicht, dass jemand Fremdes so in meinen Sachen herumstöbern kann.
    Herr Vorden scheint ein sehr entspannter, sympathischer Mann zu sein. Die Reaktion auf die erste fehlende Tafel Schokolade war toll. Ich wäre da zugegeben wohl eher grantig gewesen ;)
    Was ist er wohl von Beruf? Schriftsteller? Wo verbringt er den anderen Teil der Woche?


    Ich bin sehr neugierig, was Chiara eigentlich in die Flucht getrieben hat. Als sie beginnt, uns an ihrer Affäre mit Saverio teilhaben zu lassen, dachte ich auch, er sei verheiratet und sie habe das rausgefunden, aber so scheint es nicht gewesen zu sein.


    Leonie kann ich noch nicht so recht einschätzen, aber sie ist ja auch nicht wirklich da, gibt nur ab und an aus weiter Entfernung ihren Einfluss auf die Geschichte.