06 - S. 415 - Ende (Kap. 16 bis Ende)

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  • Tja, da ist es nun, das Ende, versöhnlich und mit einer "Alleswirdgut" Aussicht. Ich finde die Entscheidung Birgers nach wie vor nicht ok und ich bewundere Mathilda, wie schnell sie damit fertig wird. Das hätte ich nie gedacht, denn sie war ja anderer Meinung. Auch Kevin hat mit der Entscheidung keine Probleme. Komisch. Es wirkt nicht wirklich unrealistisch, aber zu einfach.
    Bei Selbstmord wird doch auch die Lebensversicherung nicht ausgezahlt, oder?
    Nein, ich verstehe Birgers Motiv und ich würde vermutlich auch riesige Angst vor den Schmerzen haben, aber das Leben ist wo wundervoll und es hat den Kampf verdient.
    Übrigens weiß ich noch nicht, wie es Menschen schaffen, zu sagen, sie hätten alles erreicht und getan und können in Ruhe abtreten. Dazu ist das Leben doch viel zu vielfältig, die Möglichkeiten unendlich. Naja, vielleicht kommt es noch.
    Und noch eins, wird ein Paar aus Ingeborg und Doreen? Ist es das was Doreen so unzufrieden, rastlos gemacht hat?
    Was meinte sie damals mit "zu spät"?

  • Ich glaube nicht, dass Mathilda "damit fertig geworden" ist. Das Buch ist bloß einfach aus. Cut. Weg. Weil ich nicht noch tausend Seiten dranhängen konnte. Durfte. Sollte.
    Ich glaube, Mathilda wird da ihr ganzes Leben dran knabbern. Es ist auf der einen Seite okay, und auf der anderen natürlich gar nicht, und Kevin dürfte es genauso gehen.
    Lebensversicherung? Also, da sollte eigentlich Bausparvertrag stehen. Ich weiß, da ist ein ganz interessanter Druckfehler im ersten Druck der ersten Ausgabe (ist das der erste Druck, den Ihr lest oder schon der zweite, den es ja auch bereits gibt?), ich glaube, da steht Dauersparvertrag oder sowas, und keiner weiß so recht, wie das Wort da reingekommen ist ...

  • Vielleicht habe ich auch falsch gelesen. :-[


    Ich glaube nicht, dass Mathilda "damit fertig geworden" ist. Das Buch ist bloß einfach aus. Cut. Weg. Weil ich nicht noch tausend Seiten dranhängen konnte. Durfte. Sollte.
    Ich glaube, Mathilda wird da ihr ganzes Leben dran knabbern. Es ist auf der einen Seite okay, und auf der anderen natürlich gar nicht, und Kevin dürfte es genauso gehen.


    Naja, im Buch klingt es aber so nach heile Weilt. Sie hat ihn immer in sich und das tröstet sie. David nimmt seine Stelle ein und Kevin kommt auch auf die richtige Bahn. Wie gesagt, fühlt es sich für mich auch noch so an als ob Ingeborg und Doreen auch noch ein Paar werden. Sicher ist es für uns Leser schön so getröstet zu gehen und es macht das Buch rund, aber eben für mich ein wenig wenig zu viel Glätte. :)

  • Ich habe den Abschnitt gestern Abend gelesen und konnte dann ewig nicht einschlafen, weil ich noch über alles nachdenken und mich ausheulen musste (im Gegensatz zu Mathilda habe ich damit keine Probleme).


    Schön fand ich, dass auf S. 415 Mathilda plötzlich alles durch die Augen eines Notarztes sieht. Endlich kann sie sich auch mal in die „Gegenseite“ hineinversetzen.


    Mathilda denkt ja, dass Kevin die Benzos besorgt hat. Hat er? - Ich weiß es nicht.


    Doreen arbeitet nun im Institut mit. Sind Ingeborg und sie nun zusammen? - Ich weiß es nicht.


    Eddie geht mit Daniel spazieren. - Sind Daniel und Mathilda nun wieder zusammen? - Ich weiß es nicht.


    Ich weiß nur, dass Daniel sich bei mir durch die Benzo-Sache wieder eingeschleimt hat ;)


    Was da in der Zeitung stand, war ja der Hammer: „Alle Klienten, denen Wünsche erfüllt werden, müssen innerhalb von sechs Monaten sterben. Tun sie das nicht, scheint jemand nachzuhelfen.“ (S. 423) Da wird die Institutsregel total verquer ausgelegt.


    Dass Birger gar kein Anwalt ist, hat mich wirklich überrascht, denn er kennt sich mit den Paragrafen ja wirklich gut aus.


    Ich kann verstehen, dass Mathilda hier erst mal gekränkt ist, weil er sie belogen hat. Dass sie aber auf Doreen-Art verschwindet, fand ich sehr hart. Da musste Birger dieses Trauma noch mal durchleben. Zum Glück ließ sich Mathilda aber schon bald wieder finden, nicht erst nach 15 Jahren.


    Besonders fies S. 477. Birger sagt: „Ich denke die ganze Zeit, wenn wir dieses Flugzeug finden, für deinen Klienten, dann geht alles gut.“ Und sie finden das Flugzeug. Aber Birger verhindert, dass alles gutgeht. Mit seinem Selbstmord tu ich mich schwer. Obwohl ich ein totaler Verfechter der Selbstbestimmung bei so was bin. Für Mathilda hätte ich mir einfach gewünscht, dass alles gut wird, für Kilian-Kevin auch. Birger hatte doch nun so etwas wie Verantwortung und eine Perspektive.


    Immerhin nimmt Mathilda jetzt keine Tabletten mehr, weil sie weinen kann. Wer weiß, ob es so gekommen wäre, wenn Birger noch am Leben wäre.

  • Noch mehr Lügen kommen raus. Birger hat also auch reichlich geschwindelt. Nach anfänglichem Ärger entschließt sich Mathilda aber, nicht mehr wütend zu sein und damit Zeit zu verschwenden, die sie nicht haben.


    Mich hat seine Entscheidung dann doch gegen die Therapie kalt erwischt. In dem Moment, als er mit ihr zum Spreepark geht, wusste ich es zwar, aber vorher hatte ich doch gedacht, er versucht es.


    Für mich ist das nicht wirklich ein "alles wird gut" Ende. Für mich zeigt das Ende, dass manche Dinge eben nicht gut werden, dass man aber trotzdem irgendwie damit umgehen und weitermachen muss, denn es gibt ja eigentlich immer noch andere Dinge und vor allem Menschen, für die es sich lohnt.


    Sehr schön fand ich, dass in der Verhandlung dann doch so viele zugunsten des Instituts ausgesagt haben. Und Daniel hat natürlich viel zu dem Freispruch beigetragen. Er ist ein feiner Kerl, aber für Mathilda einfach zu "langweilig". Ich würd ihn sofort nehmen ;D Von daher weiß ich auch nicht, wie ich den Schluss finden soll, dass er mit Eddie (bzw. Eddie mit ihm) vor der Tür steht. Vielleicht braucht Mathilda nach alldem aber auch einen Ruhepol wie Daniel? Auf Dauer kann ich sie mir dennoch nicht zusammen vorstellen.


    Kevin-Kilian und seine Mutter scheinen immerhin die Kurve gekriegt zu haben, den beiden drücke ich ganz fest die Daumen.
    Und Doreen und Ingeborg? Hab ich da ganz leichte Andeutungen gelesen? Das wäre schön! Doreen hat sich durch ihren Auftritt als Callas bei der Hausparty bei mir doch wieder Punkte verdient und ich bin ihr für ihren Betrugsversuch eigentlich nicht mehr böse. Birger hat in ihr etwas gesehen, was sie nie war, dafür kann sie nichts. Aber wenn sie jetzt mit Ingeborg und Mathilda gemeinsam Wünsche erfüllt, fände ich das eine schöne Wendung, nachdem sie anfangs so berechnend rüberkam!


    Ich fand das Buch toll!


  • Und Daniel hat natürlich viel zu dem Freispruch beigetragen. Er ist ein feiner Kerl, aber für Mathilda einfach zu "langweilig". Ich würd ihn sofort nehmen ;D Von daher weiß ich auch nicht, wie ich den Schluss finden soll, dass er mit Eddie (bzw. Eddie mit ihm) vor der Tür steht. Vielleicht braucht Mathilda nach alldem aber auch einen Ruhepol wie Daniel? Auf Dauer kann ich sie mir dennoch nicht zusammen vorstellen.


    Daniel kann für Mathilda ein guter Freund sein, aber als Liebespaar kann ich sie mir auch nicht vorstellen, dafür sind sie zu verschieden in ihren Einstellungen. Obwohl sich ja beide ein bisschen in die Gegenrichtung bewegt haben.


    Zitat


    Ich fand das Buch toll!


    Ich auch 8)

  • Die ich-weiß-es-nichts kann ich leider nich beantworten, genauso wenig, wie der Autor weiß, was aus dem Sisyphos dem Hamster oder dem Tulpenholländer im Schicksals-Buch wird. Es reist hoffentlich niemand an, um eine Antwort zu bekommen? :-)
    Ich glaube aber auch nicht unbedingt, dass Mathilda und Daniel ... wer weiß? Es wird Zeit vergehen, und Dinge entwickeln sich, oder auch nicht. Man kann ja auch Freunde bleiben.
    Das mit dem glatten Ende - okay, hast recht. Ich unterschreibe das so.
    Aber es können ja nicht immer alle Michaelisbücher böse enden!
    Lies einfach die Nachtigall, da überleben nur die Mörder ... oder das Paradiesbuch ... oder ... also, hier musste einfach auch mal ein halbnettes Ende sein.

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich musste das Buch gestern einfach auch noch zu Ende lesen. Wollte endlich wissen, was hinter Mathilda's Kopfschmerzen steckt und ob Birger sich zu einer Therapie überreden lässt oder nicht. Meine Wette war ja eher nein...



    Noch mehr Lügen kommen raus. Birger hat also auch reichlich geschwindelt. Nach anfänglichem Ärger entschließt sich Mathilda aber, nicht mehr wütend zu sein und damit Zeit zu verschwenden, die sie nicht haben.


    Dass auch Birger vieles erlogen hat, hat mich doch sehr überrascht. Ich war mir zumindest sicher, dass seine Version der Geschichte stimmt. Aber so ist es kein Wunder, dass er die Lügen von Siegrid und Kevin relativ gelassen genommen hat. Im Endeffekt war sein Wunsch auch weniger Doreen wieder zu finden, als jemanden zu finden den er lieben kann und von dem er wieder geliebt wird. Eigentlich schon sehr romantisch und gut nachvollziehbar.


    Dass die Geschichte dann eher auf seinen Tod zusteuert, war mir irgendwie die ganze Zeit klar. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass sich Birger dieser langen Therapie-Prozedur unterzieht und eine Operation riskiert, die nur sehr geringe Aussichten auf Erfolg hat. Sein Selbstmord ist dazu sehr passend, auch wenn ich es ganz schön mutig von ihm finde, sich von diesem Riesenrad zu stürzen. Ich hätte ja auch eher die Schlaftabletten-Nummer bevorzugt und v. a. Mathilda nicht mitgenommen. Das ist das Einzige, was ich ihm übel nehme, dass er es einfach in Kauf nimmt, dass sie ihm dabei zusieht. Dieses Trauma lässt sich, glaube ich, nicht so einfach überwinden. Auch wenn sie doch endlich gelernt hat zu weinen.


    Jetzt kam auch die ganze Wahrheit über Mathilda's Kindheit heraus und die ist ja noch schlimmer als gedacht. Den Vater hat sie nie gekannt und die Mutter hat sie abgelehnt. Dann hat sie entschieden nicht mehr zu weinen, damit die (Erwachsenen) sie mögen. Oh man! Wie traurig! :'(



    Daniel kann für Mathilda ein guter Freund sein, aber als Liebespaar kann ich sie mir auch nicht vorstellen, dafür sind sie zu verschieden in ihren Einstellungen. Obwohl sich ja beide ein bisschen in die Gegenrichtung bewegt haben.


    Dass Daniel sich so für das Institut einsetzt, fand ich total klasse! Da ist er wohl doch auch etwas ins Grübeln gekommen. Hat mich sehr gefreut, dass er sich so eindeutig auf Mathilda's Seite stellt. Aber an die beiden als Paar glaube ich auch nicht so richtig. Gute Freunde ja, aber als Paar könnte es kompliziert werden. Obwohl Daniel auf der anderen Seite natürlich einen schönen Gegenpol bildet und Mathilda vielleicht doch immer wieder ganz gut auffangen kann. Aber auf Dauer ist das wohl eher keine wünschenswerte Beziehung...


    Dass aus Doreen und Ingeborg ein Paar wird, hat mich ja sehr überrascht. Aber sehr lustig. Da hat Doreen ihr Leben lang auch irgendwas gesucht und schließlich anscheinend bei Ingeborg und dem Institut gefunden. Das fand ich sehr schön!



    Was da in der Zeitung stand, war ja der Hammer: „Alle Klienten, denen Wünsche erfüllt werden, müssen innerhalb von sechs Monaten sterben. Tun sie das nicht, scheint jemand nachzuhelfen.“ (S. 423) Da wird die Institutsregel total verquer ausgelegt.


    Das fand ich auch ganz schrecklich, zeigt aber auch nur wieder sehr schön, wie sich Journalisten zum Teil doch einfach ihre Wahrheit zusammensetzen. Und wenn es reißerisch sein muss, werden halt die Tatsachen so lange gedreht, bis sie einen ganz anderen Sinn ergeben. Schrecklich ist das! Vor allem wie Mathilda und Ingeborg zuerst als "Mörder" beschimpft werden und kaum wendet sich das Blatt hört man niemanden mehr bzw. gibt es auch keine Angehörigen mehr bei Ewa oder Hr. Mirusch. War mir ja gleich klar, dass sich da jetzt nur "Angehörige" gefunden haben, die darauf gehofft haben, dass sie schön Schadensersatz einklagen können, wenn das Institut verurteilt wird. Solche Astlöcher! >:( Aber solche Menschen gibt es leider viel zu viele!


    Insgesamt passt für mich das Ende zu dem Buch. So richtig alles gut ist ja nicht, aber zumindest schluckt Mathilda nicht mehr Unmengen von Tabletten und hat gelernt zu weinen. Lustig finde ich ja den kleinen Hinweis, dass sich Eddie und Daniel zumindest ein bisschen anzufreunden scheinen. ;D


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:


  • Die Ich-weiß-es-nichts möchte ich auch gar nicht beantwortet haben, es sind ja auch keine Fragen ;)


    Ich finde es schön, dass gewisse Dinge noch offen sind, und prinzipiell kann ich mir Entwicklungen in alle Richtungen vorstellen. Warum sollte man sich also jetzt auf eine beschränken?


    Dass das Ende zu glatt ist, würde ich gar nicht sagen. Hey, Birger stirbt. Und Mathilda weint. Was ist daran glatt?




    Dass die Geschichte dann eher auf seinen Tod zusteuert, war mir irgendwie die ganze Zeit klar. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass sich Birger dieser langen Therapie-Prozedur unterzieht und eine Operation riskiert, die nur sehr geringe Aussichten auf Erfolg hat.


    Was heißt hier "OP riskiert"? Die OP ist doch eigentlich kein Risiko, sondern eine Chance, wenn auch eine kleine. Wenn's schiefgeht, ist er hinterher auch tot, wenn er sich umbringt, aber auf jeden Fall.


    Zitat


    Dass aus Doreen und Ingeborg ein Paar wird, hat mich ja sehr überrascht. Aber sehr lustig. Da hat Doreen ihr Leben lang auch irgendwas gesucht und schließlich anscheinend bei Ingeborg und dem Institut gefunden. Das fand ich sehr schön!


    Obwohl ich Doreen nicht mochte, habe ich mich doch für sie gefreut, dass sie nun anscheinend auch irgendwo angekommen ist.

  • Ich weiß gar nicht, was ich zu dem Ende sagen soll - ich glaube, Birger mochte Mathilda, aber er liebte sie nicht auf eine Art, die sie unentbehrlich für ihn machte (wie es umgekehrt der Fall war). Es ist irgendwie alles anders für ihn, er sieht die Welt so, wie sie ist bzw. für ihn mit seiner fortschreitenden Krankheit bald sein wird und das will er offenbar nicht erleben - er will nicht noch mehr kämpfen, als er es schon getan hat.


    Und zu vererben hat er auch nix. Naja, vielleicht vererbt er ja Doreen an Ingeborg - gewissermaßen. Und Mathilda zurück an Daniel? Und Kilian/Kevin kriegt seine Kohle, denn ein bisschen ist doch noch da. Könnte das sein? Der wird zumindest schon mal von Eddie Gassi geführt - naja, gelegentlich. Und Mathilda nimmt kein Paracetamol mehr. Alles ist ein bisschen anders, ein bisschen besonders. Mit Birger geht es zu Ende, alles andere aber geht weiter - leider ohne uns.


    Ein sehr, sehr schönes Buch, an dem mir auch das einerseits abrupte, andererseits beiläufige Ende durchaus gut gefallen hat. Antonia, Du schreibst wunderschön und wenn ich mir mal wieder was Gutes tun und ein bisschen Stimmung in die Bude bringen will - dann ganz sicher mit einem Buch von Dir. Ein tolles Buch mit einer ebenso tollen Leserunde - tausend Dank dafür an alle Beteiligten!


  • Sehr schön fand ich, dass in der Verhandlung dann doch so viele zugunsten des Instituts ausgesagt haben. Und Daniel hat natürlich viel zu dem Freispruch beigetragen. Er ist ein feiner Kerl, aber für Mathilda einfach zu "langweilig". Ich würd ihn sofort nehmen ;D Von daher weiß ich auch nicht, wie ich den Schluss finden soll, dass er mit Eddie (bzw. Eddie mit ihm) vor der Tür steht. Vielleicht braucht Mathilda nach alldem aber auch einen Ruhepol wie Daniel? Auf Dauer kann ich sie mir dennoch nicht zusammen vorstellen
    Ich fand das Buch toll!


    Ja, die Verhandlung war wirklich beeindruckend und Daniels Rolle darin auch. Ich glaube ja, dass Mathilda peu à peu realisieren wird, was Daniel für ein Supertyp ist. Er hat ihr gegenüber ja auch einiges gut zu machen!
    Und ich fand das Buch auch toll - total!


  • Ich weiß gar nicht, was ich zu dem Ende sagen soll - ich glaube, Birger mochte Mathilda, aber er liebte sie nicht auf eine Art, die sie unentbehrlich für ihn machte (wie es umgekehrt der Fall war).


    Ich bin ja nicht Birger, aber ich glaube, doch. Also, ich glaube, sie war unentbehrlich für ihn, selbst wenn er sie nur so kurz kannte. Er hat sie ja mitgenommen, genauso wie sie ihn behält. Die haben sich noch ihr ganzes Leben und ihren ganzen Tod hindurch.

  • Ich denke, er liebte sie wirklich und er schenkt ihr, was sie selbst am meisten braucht - Tränen und die Einsicht, dass sie mit sich auch klar kommen muss. Aber er ist halt feige. (Das ist keine Anklage, vielleicht wäre ich es auch, aber es ist nun mal feige)

  • Mich lässt das Ende etwas ratlos zurück...
    Ich glaube am meisten irritieren mich die ganzen Lügen, die sich so durchs Buch ziehen... vor allem die großen, die "Lebenslügen" und dann immer weiter bin hin zu den kleinen "Schneelügen" (die ich für sich genommen gar nicht schlimm finde, vor allem weil gerade diese ja auch Frieden gebracht hat).


    Und ich frage mich, ob die ganze Welt so voller Lügen ist. Und wie ich das finden soll... Wann Lügen "gut" sind.
    Denn das es Lügen gibt die nur Gutes bewirken, ist mir kar...
    Aber sind sie dann gerechtfertigt ?
    Ich glaube: Ja, aber...


    Das Birger sich vom Riesenrad stürzt hat mich... geärgert.
    Das ist jetzt zum einen "sich nicht gegen die Therapie zu entscheiden" (was er ja hätte tun können, sagen daß er das nicht möchte) sondern quasi auszuweichen. Und zum anderen sich und Mathilde nicht einfahc noch ein bißchen Zeit zu geben - gemeinsame Zeit.
    Das man irgendwann lieber selbst ein Ende macht, als langsam (im KH) zu sterben kann ich durchaus nachvollziehen, und ich finde auch, daß man das für sich selbst entscheiden sollen dürfte. Und hier ist Egoismus auch okay, finde ich.
    Aber warum konnte er nicht noch ein paar Wochen mit Mathilde genießen, das verstehe ich nicht wirklich. Also, in erster Linie für ihn selber (noch eine schöne Zeit haben) gar nicht mal, das er es für Mathilde tun sollte.


    Und warum mußte sie seinen Sturz mit ansehen ? Das muß doch schrecklich sein. Und er wollte sie ja definitiv dabei haben. Das er sie wegschickt ist für mich keine ausreichende Fürsorge.

  • Und warum mußte sie seinen Sturz mit ansehen ? Das muß doch schrecklich sein. Und er wollte sie ja definitiv dabei haben. Das er sie wegschickt ist für mich keine ausreichende Fürsorge.


    Das finde ich auch! Antonia hat ja nun bekräftigt, dass Birger Mathilda wirklich liebte, was ich - nicht zuletzt aufgrund dieser so wenig fürsorglichen Aktion - bezweifelt habe. Ich finde auch, wen man liebt, den schützt man vor sowas. Und ich könnte mir vorstellen, dass man es gerade in einer extremen Situation noch viel doller macht als es sonst der Fall sein würde.


  • Bei Selbstmord wird doch auch die Lebensversicherung nicht ausgezahlt, oder?


    Das war ja keine Lebensversicherung sondern ein Dauersparvertrag von dem Birger redete.



    Daniel kann für Mathilda ein guter Freund sein, aber als Liebespaar kann ich sie mir auch nicht vorstellen, dafür sind sie zu verschieden in ihren Einstellungen. Obwohl sich ja beide ein bisschen in die Gegenrichtung bewegt haben.


    Ich finde auch, das sie eher "Freunde" als "Liebespaar" sein könnten... Aber hier ist es auf jeden Fall gut, daß das diesbezüglich ein offenes Ende ist.


  • Das hat mich auch geärgert. Das ist tatsächlich der passende Ausdruck.


    Warum nicht noch ein paar Wochen mit Mathilde genießen? Vielleicht ging es ihm einfach schon zu schlecht, um die Zeit wirklich genießen zu können. Wäre es für Mathilda leichter gewesen, wenn sie sich erst mal an ein Leben mit Birger gewöhnt hätte? - Vielleicht, vielleicht auch nicht.


    Dass sie den Sturz mit ansehen musste, hat mir auch nicht gefallen. Dass Mathilda nicht gehen würde, hat er sich sicher auch vorher schon gedacht. Eigentlich hätte er sein Vorhaben verschieben sollen, als Mathilda aufgewacht ist.


  • Warum nicht noch ein paar Wochen mit Mathilde genießen? Vielleicht ging es ihm einfach schon zu schlecht, um die Zeit wirklich genießen zu können. Wäre es für Mathilda leichter gewesen, wenn sie sich erst mal an ein Leben mit Birger gewöhnt hätte? - Vielleicht, vielleicht auch nicht.


    Ich glaube Mathilda hätte davon eben "eine Reihe schöner Erinnerungen" gehabt. Denn VERGESSEN wird sie ihn ja ohnehin nicht, und so lange, daß es wirklich Alltag wird, wäre sie ja sowieso nicht mehr mit ihm zusammen.


    Ja, vielleicht ging es ihm schon zu schlecht. Aber das kam dann nicht wirklich heraus, im Buch. Also, daß es ihm schlecht geht ist klar, aber nicht "wie schlimm". (Wobei das ja ohnehin immer relativ ist) Für mich klang es aber nicht so, als würde er vor den Schmerzen flüchten sondern tatsächlich vor der Chemo (vor der er ja sehr große Angst hatte). Und da wäre dann eben ein "Ich mache das nicht sondern lebe so lange ohne Behandlung weiter wie es (für mich) noch geht !" die .. hm... bessere... (mir fehlt grad das passende Wort) Alternative gewesen.
    Aber ich finde es schon bitter: er hat nun seinen letzten Wunsch erfüllt bekommen und dann kann er gehen.

  • Oh ja, Birger ist kein mutiger Mensch. Er ist nicht der typische Held, der immer verantwortungsvoll ist und an andere denkt. Natürlich ist sein Sprung irgendwie feige. Aber gerade seine Schwäche macht ihn irgendwie liebenswert, für mich jedenfalls, das kann ja jeder für sich entscheiden. Wie stark sind wir denn alle wirklich, wenn es um Tod und, vor allem, um Schmerzen geht? Wenn die Party am besten ist, soll man gehen, heißt es immer. Hätte Birger noch ein paar Wochen mit Mathilda gehabt, wäre er langsam, mit oder ohne Chemo, immer weniger er selbst gewesen, immer mehr eine geplagte Kreatur, immer weniger ach selbst entscheidungsfähig. Birger hatte Angst, ich denke, auch davor, wie Mathilda und Kevin-Kilian ihn in Erinnerung behalten würden. Er selbst hat beide Eltern an Krebs sterben sehen, langsam und, tschuldigung, unappetitlich. Ich habe solche Tode oft genug miterlebt, ist nicht schön. Die Kernfrage ist natürlich: Warum hat er Mathilda nachts mitgenommen? Und warum musste es das Riesenrad sein? Einmal fliegen ... und doch, beinahe, mutig sein? Das müsste man Birger wohl selber fragen.