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    Wir legen Wert darauf, dass ihr zum Abschluss der Leserunde ein Fazit einstellt. Eure Rezensionen hier und ihre Verteilung auf anderen Seiten sind wichtig für die Steigerung der Attraktivität von Leserunden.de und eine "Gegenleistung" für eure Freiexemplare. Ebenso sind sie ein Dankeschön für die Autoren, die mit uns hier ihre Zeit verbringen.


    Wir freuen uns natürlich auch, wenn die Autoren ebenfalls ein Fazit zu ihrer Leserunde einbringen.


    Bitte achtet bei eurem Feedback darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Vielen Dank für diese Leserunde und die Begleitung der Runde. Es hat Spaß gemacht.


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    Eine Lawine beendet den Überführungstransport des Serienmörders Thomas Bach, die Urlaubsfahrt der Studentin Katja Reichenberger und auch die Fahrt von Holger mit seinen Zwillingstöchtern Hannah und Leah. Die Polizistin Claudia Jensen kann im letzten Moment aus dem Transporter gerettet werden, ihr junger Kollege ist tot und Thomas Bach verschwunden. Grahmried ist von der Außenwelt abgeschnitten, so dass alle Betroffenen erst mal in diesem kleinen Ort bleiben müssen. Claudia ist davon überzeugt, dass Bach überlebt hat und macht sich mit Unterstützung von Katja auf die Suche nach ihm.


    Dann wird die Leiche einer jungen Frau gefunden und zeigt die Zeichen, die Bach bei seinen Opfern benutzt hat.
    Die Geschichte ist flüssig und fesselnd geschrieben. Von Anfang an ist die Spannung da und bleibt auch bis zum recht knappen Ende erhalten.


    Nicht nur die Suche nach Bach gestaltet sich schwierig, in diesem von der Außenwelt abgeschnittenen Ort gibt es eine Reihe von Geheimnissen. Aber keiner weiß was, keiner redet und keiner traut seinem Mitmenschen etwas Böses zu. Alles bleibt schön unter der Decke, bis die Lawine dafür sorgt, dass die sorgsam gehüteten Geheimnisse mit der Zeit offenbar werden.


    Wäre die Anna Riedel nicht in den Ort gekommen, um ihr Erbe anzutreten, wäre vielleicht alles geblieben, wie es schon immer war. Mit 18 Jahren ist sie einfach weg aus dem Dorf, wollte ihr bisheriges Leben an einem neuen Ort, möglichst weit weg, vergessen. Rupert Geisslers großes Hobby ist die Erforschung von Serienmorden und als Bach ausgerechnet in Grahmried auftaucht, sieht er seine Chance gekommen, endlich sein Buch zu veröffentlichen.
    Die Personen sind authentisch dargestellt, einige blieben jedoch recht blass.


    Gut gefallen haben mir die Hauptprotagonistinnen Claudia und Katja. Claudia steht mächtig unter Druck, weil Bach entkommen ist. Diesen Druck gibt sie auch schon mal weiter und macht sich dadurch nicht sehr beliebt. Ihre sympathische Art kommt erst zum Vorschein, als das Dorf wieder zu erreichen ist und sie ihre Verantwortung abgeben kann. Katja findet die Jagd am Anfang spannend, doch als die Tote auftaucht, ist ihr die Geschichte nicht mehr so geheuer. Trotzdem unterstützt sie Claudia und trägt auch durch ihre Beobachtungsgabe Entscheidendes bei, was die Ermittlungen weiterbringt. Die Zwillinge Hannah und Leah langweilen sich in dem kleinen Ort und ihr Leichtsinn bringt sie in Gefahr. Leahs Ängste sind sehr gut dargestellt, aber auch Hannahs Angst um ihre Schwester.


    Wie viel Zeit die Menschen der Bergwacht opfern und welche Risiken sie eingehen, um anderen zu helfen, wurde auch sehr schön gezeigt.


    Ein spannender Krimi.

  • Dankeschön :blume: für die Rezension. Auch mir hat es Spaß gemacht und ich fand es erstaunlich, wieviel doch alles in allem in den Figuren so rübergekommen ist, wie ich meine Figuren selbst auch gesehen habe.
    herzliche Grüße
    Cordula

  • Hallo und guten Tag,


    so jetzt hier auch meine Rezi.


    Im Inhalt :


    Das kleines Dorf Grahmried in den bayrischen Alpen erwacht plötzlich aus seiner Beschaulichkeit. Denn in der Nähe geht eine Lawine ab. Darin gefangen die Studentin Katja Reichenberger, ein Vater mit seinen Zwillingstöchter Leah und Hannah, die Polizisten Claudia Jensen und Ihr Kollege Stadler, die beide den Gefangenentransport des Frauenmörder Thomas Bach nach Konstanz begleiten müssen. Die schnell einsatzbereite Bergwacht kann fast alle retten bis auf den Kollege Stadtler, der kann nur noch tot geborgen werden. Der erste Schock für die Kommissarin. Leider geht es Claudia Jensen gesundheitlich nicht so gut, der ortsansässige Arzt stellt eine Gehirnerschütterung bei ihr fest und rät dringend zur Bettruhe. Aber davon will Claudia nicht wissen, denn Thomas Bach ist wie vom Erdboden verschluckt. Liegt er möglicherweise unter einer riesigen Schneemasse für immer begraben oder konnte er sich retten. Claudia Jensen hält Thomas Bach auch nach Jahren der Haft für immer noch sehr gefährlich. Es schneit und schneit und dann fällt auch noch der Strom aus in einer Hälfte des Dorfes. Aber es kommt noch schlimmer, denn plötzlich findet man eine Frauenleiche, die genauso zugerichtet ist, wie es Thomas Bach mit seinen Opfern gemacht hat. Hat es Thomas Bach wirklich geschafft der Lawine zu entkommen und mordet jetzt?
    Interessante Frage auf die das Buch sicherlich eine Antwort weiß.



    Meine Meinung:


    Eine spannend erzählte Geschichte bei der Thomas Bach und sein Auftauchen in diesem Dorf eine noch größere Lawine los schlägt als es die Schneemassen hätten bewirken können und dadurch der Geschichte ganz neue und überraschende Wendungen gibt. Also keine Nullachtfünfzehn-Geschichte, wo man am Anfang schon sich sicher sein kann, wer der Mörder am Ende ist. Eine Geschichte, die auch von der Stimmung lebt in der sich die Personen befinden und diese bringt die Autorin sprachlich und stilmäßig auch sehr gut rüber. Halt eine extreme Ausnahmesituation. Ein Buch, dass mich inhaltlich überzeugt hat.



    Danke das ich wieder mitlesen durfte. Gerne veröffentliche ich diese Rezi dann auf LB und Amazon.


    LG..starone..

  • Danke liebe Starone :)
    Ich habe im letzten Abschnitt nochmal ausführlich Stellung zu den Figuren bezogen.
    Es würde mich freuen, den ein oder anderen von Euch auch als Leser für meine anderen Bücher zu gewinnen. Mit "Glasgesichter" gibt es noch einen Thriller, der etwas "anders" ist, wenn auch deutlich gruseliger als "Spurlos im Schnee". Oder aber Ihr mögt es lieber familiär-dramatisch ;) Dann vielleicht "Die Leihtochter"? Jedenfalls würde ich mich freuen, Euch an anderer Stelle wiederzulesen :blume: :blume:

  • So, nun auch meine Rezension. Vorab aber: die Leserunde hat mir sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank an alle Teilnehmer und auch vor allem an Cordula!


    Und hier ist sie:


    Eine Lawine schneidet das kleine Dorf Grahmried von der restlichen Welt ab. Beinahe von ihr verschüttet wird die junge Studentin Katja Reichenberger, aber auch ein Gefangenentransport. Während die Polizistin Claudia Jensen verletzt überlebt, kann der Gefangene Thomas Bach, ein verurteilter Frauenmörder, entkommen. Schon kurze Zeit später wird im Dorf die Leiche einer Frau gefunden, die Thomas Bachs Handschrift trägt…


    Ein kleiner Kreis von handelnden Personen, abgetrennt von der Umwelt und mittendrin ein Mörder. Das verspricht nicht nur, spannend zu werden, sondern das war es auch. Die Ermittlungen im Mordfall und die damit verbundene Suche nach Bach gestalten sich nicht so einfach. Der Dorfpolizist ist hier erst mal herrlich überfordert und paragraphentreu, während Claudia Jensen das Geschehen recht barsch an sich reißt. Auch sie ist keine Kriminalbeamtin, doch hat zumindest ein wenig mehr Erfahrung. Wirklich drollig, wie Heinrich, der Dorfpolizist immer mal wieder einwirft, dass er jenen und diesen schon ewig kennt und der bestimmt nichts gemacht hat. Claudia eckt am Anfang durch ihre barsche, unfreundliche Art an und so ist es kein Wunder, dass die Studentin Katja, neugierig bis zu den Zehenspitzen, ihr natürlich gerne zur Seite steht und sich geschickt in die Ermittlungen einbringt. Das ungleiche Duo reibt sich aber auch erst mal aneinander bevor die Zusammenarbeit dann doch noch gut klappt.


    Grahmried ist ein Ort mit Geheimnissen, die durch die Lawine nicht verdeckt, sondern aufgerüttelt werden. Thomas Bach, der Entflohene, ist dabei nur Aufhänger und Mittel zum Zweck, denn im Dorf liegt noch mehr im Argen. Zufällig befindet sich im Dorf auch Jemand, der ein Buch über Serienmörder schreibt und die Chance nutzt, aber auch ein lange gehütetes Familiengeheimnis kann hier aufwarten. Als dann auch noch ein Mädchen entführt wird, dass zusammen mit ihrem Vater und ihrer Tochter ebenfalls im Dorf gestrandet sind, spitzen sich die Ereignisse zum Ende hin noch dramatisch zu.


    Ganz klar, dass hier schon einige Klischees bedient werden. Der Krimi spielt in einem bayrischen Dorf und da gibt es schon den einen oder anderen Ausspruch im bayrischen Dialekt, aber eben auch das erzkatholische Beichtgeheimnis, dem der Pfarrer beharrlich folgt, auch wenn Verbrechen geschehen sind, oder auch eine falsche Moral, die man oft mit dem Kleinbürgertum und verschworenen Dorfgemeinschaften zusammen bringt. Aber diese sind zum einen nicht überstrapaziert und fügen sich zum anderen einfach gut in die Geschichte ein.


    Fazit:
    Ein gut gemachter Krimi im nicht so beschaulichen Bayern, abgetrennt von einer Lawine und eingesperrt mit einem Frauenmörder – „eisige“ Spannung in den Bergen.


    Die Rezension befindet sich außerdem auf meinem Blog, bei hugendubel.de, bei lovelybooks.de und natürlich bei literaturschock.de


  • Danke liebe Starone :)
    Ich habe im letzten Abschnitt nochmal ausführlich Stellung zu den Figuren bezogen.
    Es würde mich freuen, den ein oder anderen von Euch auch als Leser für meine anderen Bücher zu gewinnen. Mit "Glasgesichter" gibt es noch einen Thriller, der etwas "anders" ist, wenn auch deutlich gruseliger als "Spurlos im Schnee". Oder aber Ihr mögt es lieber familiär-dramatisch ;) Dann vielleicht "Die Leihtochter"? Jedenfalls würde ich mich freuen, Euch an anderer Stelle wiederzulesen :blume: :blume:


    Hallo liebe Cordula,


    Danke habe ich mir gerne durchgelesen und ja gerne würde mir auch gefallen ;)


    LG..starone.. :winken:

  • Hier wird es langsam ruhig und die Leserunde neigt sich dem Ende entgegen. Denkt bitte an das abschließende Fazit. Es wäre schön, wenn nun auch alle restlichen Rezensionen noch eingestellt werden. :winken:


    Meine Rezi folgt auch demnächst. Ich möchte mich aber jetzt schon mal ganz herzlich bei dir, liebe Cordula, bedanken, dass du uns so nett begleitet hast und hoffe, dass auch du viel Spaß hattest. Danke auch an alle Teilnehmer fürs Spekulieren und Diskutieren. Krimis mache in Leserunden einfach immer wieder viel Spaß. ;D

  • So, und hier kommt auch mein Fazit:



    Inhalt


    Die junge Studentin Katja ist auf dem Weg in den Skiurlaub, als ihre Reise abrupt durch eine Lawine gestoppt wird. Mit dem Schrecken davon gekommen strandet sie in einem von der Umwelt abgeschnittenen bayerischen Dorf. Doch nicht nur sie, auch ein Gefangenentransporter wurde verschüttet - und der Gefangene ist verschwunden! Als ein Mord passiert, der die Handschrift des Entflohenen trägt, werden die Befürchtungen der beim Unglück verletzten Polizistin Claudia wahr: der Serientäter ist noch immer hochgefährlich.


    Doch auch einige Dorfbewohner haben so ihre Geheimnisse, die die Lawine im wahrsten Sinne des Wortes zum Rollen gebracht hat. Ist der entflohene Häftling vielleicht nicht die einzige gefährliche Person im Ort? Aber im Dorf kennt jeder jeden und keiner traut dem andres etwas Böses zu und der Pfarrer hat sein Beichtgeheimnis, an das er sich eisern klammert. So sind die Ermittlungen nicht gerade einfach für Claudia. Als dann ein junges Mädchen verschwindet, spitzen sich die Ereignisse zu ...



    Meine Meinung


    Dies ist ein Thriller, der alleine schon vom Schauplatz her eine unheimliche Stimmung erzeugt, denn die Bewohner, Opfer und Täter sind abgeschnitten von jeder Hilfe von außen. Und das Wissen um den entflohenen Serientäter, der sich überall verkrochen haben kann, lässt einen zusätzlich gruseln. Dazu kommt eine leicht verletzte und von den sich überstürzenden Ereignissen fast überforderte Polizistin, die auf sich alleine gestellt und auf die Hilfe von Zivilisten angewiesen ist. Das sind gute Voraussetzungen für spannende Lesestunden und das erfüllt die Autorin für mich richtig gut.


    Es dauert drei Tage, bis das abgeschnittene Dorf wieder von außen erreichbar ist und diese drei Tage haben es in sich. Nicht nur das Wetter und die Angst vor dem Entflohenen bringen die Emotionen zum Kochen, sondern auch die längst verschüttet geglaubten Ereignisse aus der Vergangenheit kochen wieder hoch und sorgen für Spannung.


    Die Figuren wirkten auf mich dabei sehr lebendig und die teils eingestreuten Dialekte verstärkten den authentischen Charakter. Gerade die anfangs etwas irritierende Unfreundlichkeit und das teils arrogante Auftreten der Polizisten Claudia machte diese nur realistischer, denn es verdeutlichte den Druck der auf ihr lastete und machte sie für mich menschlich. Ich fand sie nicht immer nett, aber trotzdem mochte ich sie gleich. Die Studentin Katja dagegen war mir sofort sympathisch und ihre neugierige und spontane Art mischte ein bisschen die alteingesessen Bewohner im Dorf auf und sie und Claudia bildeten so ein ungewöhnliches aber recht erfolgreiches Team in dieser Ausnahmesituation. Trotzdem wirkten sie auf mich nicht wie ein unnatürliches „Superteam“, denn man merkte nach und nach sehr gut, dass Claudia zwar vieles wusste, was ihre Kripokollegen in so einem Fall tun und man erkannte auch, dass sie schon bei der ein oder anderen Ermittlung der Kollegen mit dabei war. Aber man spürte auch, dass sie stark unter Druck stand und ihre Pflicht nicht mit Leichtigkeit erfüllte. Ebenso war Katja als Hobbyermittlerin vielleicht etwas unrealistisch, aber auch sie stieß an ihre Grenzen, ob es nun der Anblick einer Leiche war oder der Abbruch einer Suchaktion. Auch bei ihr konnte ich nachspüren, dass die Autorin mit ihr keine Superheldin erschaffen hatte. Alle Figuren wirkten auf mich recht lebensecht, auch die Jugendlichen, die anfangs mit der Langeweile kämpfen, um kurze Zeit später mit in den Fall gezogen zu werden.


    Äußerst suspekt war mir Rupert, der schon länger ein Buch über Serienmörder schrieb und dem der gestrandete Täter offensichtlich wie gerufen kam, um sein Buch hochaktuell zu beenden und damit berühmt zu werden. Er strahlte mit seiner Besessenheit eine etwas gruselige Atmosphäre aus und ich traute ihm bis zum Ende nicht über den Weg. Diese Figur hatte etwas Unberechenbares an sich, was ich bis zum Schluss spürte.


    Neben Rupert gab es noch einige andere Personen mit Geheimnissen, so dass ich beim Lesen immer wieder hin und her schwankte, wer nun hier zum Mörder wurde, der „Profi“ oder ein „Laie“. Das war von der Autorin spannend gemacht und bis zum Schluss gab es die ein oder andere Überraschung bzw. Fehlverdächtigung, so dass das Buch für mich bis zum Ende spannend blieb. Am Ende ging es mir fast ein bisschen zu schnell, es hätten ruhig ein paar Seiten mehr sein können.


    Erfreulicherweise kommt der Thriller zudem mit wenig Blut aus. Wer dem blutigen Gemetzel mancher Thriller also überdrüssig ist, kann hier entspannt zugreifen.


    Natürlich verteile ich die Rezi auch im Netz, u. a. bei Amazon

  • Guten Morgen zusammen,


    zwar habe ich an dieser Runde leider nicht teilgenommen, da schon vor Start klar war, dass ich es zeitlich nicht schaffen werde, aber eine Rezension hätte ich dennoch im Angebot ;):



    Ein kleines Dorf in den bayerischen Alpen ist plötzlich mitten in einem schrecklichen Geschehen: ganz in der Nähe ist eine Lawine abgegangen und hat nicht nur Menschen mitgerissen, sondern auch das Dorf von der Außenwelt abgeschnitten.
    Etliche Skiurlauber kommen mit einem Riesenschrecken davon, doch ein Gefangenentransport hat nicht so viel Glück - die Rettungsmannschaft kann mit Polizistin Claudia Jensen nur eine Überlebende retten. Doch als diese im Dorf angelangt, macht sich langsam aber sicher eine gruselige Ahnung breit: der Gefangene, der in ein anderes Gefängnis überführt werden sollte, hat offensichtlich ebenfalls überlebt und hält sich nun in der Nähe von Grahmried auf.
    Als am darauffolgenden Tag eine grausam zugerichtete Frauenleiche gefunden wird, herrscht Gewissheit: Thomas Bach, ein gefürchteter Serienmörder, ist auf freiem Fuss. Dass sich das ganze Dorf nun in Aufruhr befindet, macht die angespannte Lage nicht besser.


    Die junge Studentin Katja Reichenberger, die ebenfalls zum Winterurlaub in dieser Ecke unterwegs war, hilft nun der Polizistin, die trotz Verletzungen die Ermittlungen aufnimmt. Am besten bevor der aufkommende Schneefall die Spuren des entflohenen Häftlings verwischt...


    Im Grunde hat die Autorin Cordula Hamann hier einen klassischen Krimi vorgelegt: die abgeschiedene, ja, von der Außenwelt erst einmal abgeschnittene Szenerie und die Panik vor dem Flüchtigen schüren eine sehr gute Spannung, die auch durchgängig hoch bleibt. Hinzu kommt die winterliche Atmosphäre und mit Katja und Claudia gelungene Charaktere. Aber am besten hat mir die brodelnde Stimmung im Dorf gefallen: während der drei Tage, von denen der Roman handelt, entpuppen sich so einige Bewohner als Geheimnisträger, die die eh schon schwierige Stimmung stetig zuspitzen. Soll heißen, dass Claudia und ihre Gehilfin Katja alle Hände voll zu tun haben. Vielleicht ist dieser Punkt einer der wenigen möglichen Kritikpunkte an "Spurlos im Schnee", denn dass eine Studentin dank Krimilektüre eine prächtige Ermittlern abgibt, kann man bezweifeln. Aber nun gut, das ist für mich ein klitzekleiner Minuspunkt, da mich der Krimi ansonsten überzeugt hat. Die Autorin beherrscht ihr Handwerk, zeichnet eine zuverlässige Spannungskurve und hat mit Claudia und Katja (sieht man einmal von der Funktion der Hobbyermittlerin ab) realistische Hauptfiguren geschaffen. Mit der Unnahbarkeit der Polizistin hatte ich anfangs etwas Schwierigkeiten, doch das legte sich mit der Zeit und ist auch in keinem Falle als Kritik zu verstehen, denn es macht schlicht und ergreifend die Figur in meinen Augen glaubhafter.


    Auch wenn man als geübter Krimileser vielleicht die ein oder andere Ahnung haben könnte, hat Cordula Hamann hier einen wirklich fesselnden Krimi vorgelegt. Zudem ist die Kulisse für einen Krimi so ungewöhnlich wie perfekt - für mich hat die Abgeschiedenheit jedenfalls definitiv für zusätzlichen 'Thrill' gesorgt... Im Grunde bleibt mir nur eine einzige Sache, an der ich etwas zu kritteln hätte: das Ende. Das kommt mir schlicht und ergreifend zu abrupt.


    Fazit: Wer im Sommer etwas Abkühlung benötigt: zugreifen! Wer einen packenden Krimi mit Alpenpanorama und wohlportionierten kalten Schauern über den Rücken lesen möchte: zugreifen!


    (Gestreut habe ich meine Rezension bereits bei Amazon, Goodreads, Lovelybooks und selbstverständlich auf der Literaturschock-Hauptseite und im Forum drüben.)


    Liebe Grüße
    dubh

  • Auch ich habe natürlich noch eine Rezension zu dem Buch.
    Vielen Dank an alle, vor allem aber an Cordula Hamann, für diese schöne Leserunde.




    Das Buch „Spurlos im Schnee“ von Cordula Hamann erschien im März 2015 im MIRA – Verlag und umfasst 320 Seiten.


    Die Studentin Katja Reichenberger ist auf dem Weg zu ihrer Freundin in den Urlaub. Auf dem Weg dorthin wird sie von einer Lawine überrascht und beinahe verschüttet. Vor ihr ein Vater mit seinen 2 Töchtern und hinter hier ein Gefangenentransporter ebenso.


    Die Bergwacht rettet die beinahe Verschütteten und bringt sie ins nahegelegene Dorf Grahmried. Nur leider fehlt von dem Gefangenen Thomas Bach, ein verurteilter Frauenmörder, jegliche Spur. Im ersten Moment gehen die Bergrettung und die überlebende Polizistin Claudia Jensen, die im Transporter mitfuhr, davon aus, dass er der Lawine zum Opfer fiel. Doch dann findet man im Dorf eine Frauenleiche, so zugerichtet, wie es Thomas Bach mit seinen früheren Opfern getan hat.
    Von der Lawine abgeschnitten und der halbe Ort ohne Strom müssen die Dorfbewohner und die festsitzenden Gäste davon ausgehen, dass Thomas Bach doch noch am Leben ist und die Gelegenheit nutzt, um sein Werk hier im Ort fort zusetzen.


    Doch auch im Dorf selbst haben einige Bewohner Geheimnisse, die jahrelang wohl behütet wurden und nun ans Tageslicht kommen. Und plötzlich scheint Thomas Bach das kleinere und ungefährlichere Übel zu sein. Die Polizistin Claudia macht sich zusammen mit Katja und Holger auf die Suche…….nicht nur nach Thomas Bach.


    Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und bereitete mir ein wahres Lesevergnügen. Die beiden Hauptprotagonistinnen Katja und Claudia werden sehr identisch dargestellt. Claudia kommt dabei aufgrund ihrer teilweise hervortretenden Verbohrtheit und Arroganz nicht immer sympathisch davon, aber man muss auch den Druck bedenken, der auf ihr lastet. Ist der Dorfpolizist Heinrich doch nicht wirklich eine große Hilfe und die Bundespolizei kommt nicht ins Dorf wegen der Lawine.


    Zwischen Katja und Holger, dem Vater der Zwillinge, scheint sich auch etwas anzubahnen. Dies schafft Cordula Hamann aber so wohl dosiert, dass es zum Buch und dem Plot passt und nichts vom Genre Thriller verloren geht. Überhaupt bedient sich die Autorin hier anderer stilistischer Mittel, um den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten als in üblichen Thrillern. Es fließt wenig Blut, die Leichen sind nicht zerstückelt und die Schauplätze nicht so düster und unheimlich, dass man sich als Leser nur noch mit Licht schlafen legen traut.


    Sehr gut fand ich auch die Dialekte, die teilweise mit einflossen. Liegt der Schauplatz doch in Bayern, so werden die Dorfbewohner kaum Hochdeutsch sprechen. Zudem bedient sich Cordula Hamann einiger vorherrschender Klischees, was das katholische Bayern angeht. Auch der Ortspfarrer mit seinem ach so heiligen Beichtgeheimnis muss hier im Buch die „Hosen runter lassen“.


    Der Einbau einiger überraschender Wendungen ließ die Spannung im Buch stetig weiter ansteigen und obwohl man zum Schluss ahnte, wer hier was auf dem Kerbholz hatte, fesselte mich Claudia Hamanns „Spurlos im Schnee“ bis zu letzten Seite. Einzig der Schluss war etwas plötzlich und zu schnell.


    Vielen Dank für dieses tolle Buch – absolute Leseempfehlung und 4 von 5 Sterne von mir.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen