#02 - Seite 74 bis 152 (Kapitel 7 bis 13)

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  • Hier könnt Ihr zum zweiten Abschnitt - bis Seite 152 - schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Und schon der zweite Abschnitt. Ich habe gestern etwas gekränkelt (Frauenleiden) und bin dadurch viel gelegen. Also, jetzt geht es los mit der Revolution. Ich finde es spannend, so hautnah dabei zu sein. Die ganzen strategischen Überlegungen auf beiden Seiten, das hat schon etwas von einem entschlossenen Bürgerkrieg. Ich frage mich nur, ob Ludwig Ärger bekommt, weil er zu spät die Gewehre laden ließ und dadurch einen Vorteil vertan hat. Andererseits bin ich froh, dass sie nicht in die Menge geschossen haben.
    Der König gefällt mir gar nicht. Er macht hier keine gute Figur!
    Insgesamt merkt man dem Buch an, dass der Autor viel recherchiert hat. So viele Details! Ich frage mich nur, wo man die alle her bekommt. Ist denn so vieles noch dokumentiert? Die Namen von Medikamenten, Produkten, Personen...

  • Nepomuk ist zum Mörder geworden - ein Spitzel hat seinen Spitzel umgebracht. Minutolli scheint ganz genau zu wissen, dass er diesem nicht trauen kann, jedoch aus gewissen Gründen nicht auf seine Dienste verzichten zu können. Ich bin sicher, dass er Diener mehrerer Herren ist und wüsste zu gern seinen wahren Namen: wahrscheinlich werden wir da alle ganz erstaunt sein, wenn das rauskommt.


    Alices Mutter ist ein bisschen merkwürdig drauf, finde ich, dass sie nicht sieht, dass Ihr Mann zunächst mal seine dienstlichen Pflichten im Schloss zu erfüllen hat! Ich habe übrigens nochmal darüber nachgedacht, wie das wohl war, als das gesprengt wurde, da stand die Mauer ja noch nicht. Viele Westberliner müssen das ja mit Entsetzen mitverfolgt haben!


    Aber zurück zum Roman: Alices Vater ist jedenfalls ganz auf ihrer Seite, sonst hätte er ihr die drei Taler nicht gegeben. Die Eltern scheinen ja auch aus einfacheren (wenn auch offenbar nicht ganz armen) Verhältnissen zu stammen. Während die Mutter das alles vergessen und ausradieren will, besinnt der Vater sich auf seine Wurzeln.


    Sehr eindringlich ist die Szene mit der ersten Demonstrationen des Volkes (nannte man das damals schon so?) Oh, da wird sicher noch einiges auf sie zukommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Alice in eine große Zwickmühle gerät, wenn Hannes auf der einen und Ludwig auf der anderen Seite steht.


    Denn dass sie und Hannes zueinander finden, das zeichnet sich ja schon ab. Ich bin übrigens sehr erstaunt, dass Alices Eltern ihn zum Tee empfangen werden, aber auch das hängt sicher mit ihrer eigenen Herkunft zusammen. Und die Mutter verfolgt da ja durchaus eigene Ziele, die nicht mit denen von Alice konform gehen.


    Oh, ich finde dieses Buch so toll! Es ist unheimlich spannend und gleichzeitig erfährt man so viele wichtige Details zu der Zeit. Titus ist ein wirklich toller Autor, der Anspruch und Unterhaltung bestens miteinander verbinden kann!

  • Hallo zusammen,


    das Buch liest sich wirklich toll! Mir gefällt es einfach sehr gut, wie Titus historische Ereignisse und Fakten in die Geschichte einbindet. Romane lesen sich nun mal besser als Sachbücher, deshalb finde ich es toll, wenn Unterhaltendes "ganz nebenbei" mit reichlich Wissenswertem gespickt ist!
    Außerdem imponiert es mir, wie detailreich die Atmosphäre ist: die Szene auf dem Pariser Platz ist so dicht geschildert, dass ich mich richtig hineinversetzen kann. Irgendwie gespenstisch - wenn man sich überlegt, in welch sicherer Zeit wir heute größtenteils leben und welch krasse Unterschiede noch vor 167 Jahren an denselben Orten geherrscht haben... Ein Grund, weshalb ich Berlin so liebe: eine wahnsinnig spannende, geschichtsträchtige Stadt, in der es so viel zu entdecken gibt!
    Heute nennt sich das, was mit Feuerland geschah, Gentrifizierung - denn wenn ich mir anschaue, wo Feuerland liegt (in der Oranienburger Vorstadt), ist klar, dass die Industrie schon bald wieder weiter zog und die Fabrikanlagen weiter aus der Stadt verlegt haben... Heute würde Feuerland als zu Berlin-Mitte zählen und damit zu einer fast unbezahlbaren Wohngegend.


    In diesem Abschnitt mag ich Alice uneingeschränkt, Hannes weiterhin und Ludwig für seine besonnene Ader. Sicherlich ist es auch für den jungen Feldwebel nicht einfach, in einer sich brenzligen Situation die Ruhe zu bewahren. Hoffentlich lesen wir noch mehr von ihm! Es war bedrückend zu lesen, dass sich in den Straßenkämpfen Freunde, ehemalige Nachbarn oder Schulkameraden gegenüber stehen konnten und bei entsprechendem Befehl oder Volkszorn sogar Blut fließen könnte! Dennoch verstehe ich die Bevölkerung, die hier aufbegehrt, nur zu gut. Als Menschen zweiter Klasse (kein Wahlrecht) mussten sie den Reichtum anderer erwirtschaften. Und was blieb ihnen? Armut, Hunger, Krankheit und sogar früher Tod. So wie bei der Mutter und ihrem An Typhus erkrankten Mädchen - ich hatte wenig Hoffnung, aber die Szene, als Alice vor dem leergefegten Zimmer steht, hat mich sehr traurig gemacht.


    Während ich Alices Mutter etwas befremdlich finde - was vor allem an ihrem Eigensinn liegt, mag ich ihren Vater gerne. Auch wenn er seine Position und seine Sozialisation nicht abstreifen kann, so ist er doch ein kluger Mann, der im Gespräch mit Hannes das ein oder andere erkennt. Ich bin gespannt, wie sich der Kastellan im Laufe der Zeit entwickelt.


    Liebe Grüße
    dubh

  • In diesem Abschnitt sind mit gleich mal zwei Druckfehler aufgefallen: S. 81, Z. 11, 1. Wort. Da steht "Da," und es müsste wohl "Das" heißen.
    S. 149, 3. Zeile von unten. Da steht "ungebracht" anstatt "umgebracht".
    Die Geschichten kommen in Fahrt. Hannes versucht sich herauszuhalten und arbritet weiter an seiner
    Zukunft, der kleine Rückblick in seine Vergangenheit zeigt auch deutlich warum. Beim Zusammentreffen mit seinem Vater wird deutlich wie stark ihn das in der Familie erlebte geprägt hat. Ich kann das gut nachempfinden, denn ich habe selbst erlebt wir Alkoholismus eine Familie kaputtmacht. Umso stärker der Eindruck des völligen Kontrastprogramms beim Besuch und Kennenlernen von Alices Familie. Er erlebt Höflichkeit, intellektuellen Austausch und ehrliches Interesse. Mein Lieblingssatz in diesem Abschnitt: "Was wäre aus ihm geworden, wenn er solche Eltern gehabt hätte?" S. 145
    Ich bin gespannt wie sich die Beziehung zwischen Hannes und Alices Familie weiter entwickelt, denn aus Sicht der Eltern ist Hannes ja erst einmal nur eine Hilfe für Alice über Victor hinwegzukommen und auch für Alice scheint sich die Bekanntschaft mit Hannes in dieser Hinsicht als nützlich zu erweisen.
    Alice lassen die Lebensumstände der Menschen im Feuerland nicht kalt, sie möchte helfen und tut das ihren Möglichkeiten nach auch. Interessant finde ich wie der Gedanke - man kann nicht jedem helfen - einmal von ihrem Vater geäußert und dann sozusagen spiegelverkehrt von Hannes: es sterben so viele Kinder, willst du dich da jedes Mal schuldig fühlen, aufgegriffen wird. Ich empfinde das ein bisschen wie den Versuch der Auflösung des Dilemmas, denn man kann tatsächlich nicht jedem helfen. Die Frage ist wo fängt man an, ganz praktisch in Kleinen? Wie Alice bei dem kranken Kind oder drei Armen Familien? Oder größer gedacht in dem Versuch die Gesellschaft zu verändern, sei es durch Aufstand wie Kutte es versucht oder durch fortschrittliche Ideen wie Alices Vater sie formuliert.
    Sehr interessant in diesem Abschnitt finde ich auch die verschiedenen Sichtweisen auf das Militär. Es versteht sich selbst als die Beschützer des Volkes und wird nun von diesem angegriffen. Der Spagat zwischen Schutz des Königs und der eigenen Leute und das im Zaum halten der Menge wird gut geschildert. Das gefällt mir bisher besonders an diesem Roman. Man erhält auf fast alle dargestellten Szenen Einblicke von ganz verschiedenen Seiten. Hannes ist ein aufrechter Mensch und greift doch zu unlauteren Methoden, sein Freund Kutte ist für ihn Segen und zugleich auch Fluch, Alice schenkt Hannes Aufmerksamkeit und distanziert sich damit zugleich von Victor, Alices Familie ist Reichtum Angesicht der Armut der anderen und doch muss die Mutter sparen um das Schulgeld zu zahlen, Alices Vater hat fortschrittliche Ideen wie gesellschaftliches Zusammenleben gelingen kann und doch findet er die Ständegesellschaft des Mittelalters auch eine gute Lösung der entstandenen Probleme.
    Ich bin gespannt wie es weitergeht.

    Lesen heißt durch fremde Hand träumen.<br />Fernando Pessoa


  • Mein Lieblingssatz in diesem Abschnitt: "Was wäre aus ihm geworden, wenn er solche Eltern gehabt hätte?" S. 145


    Das ist eine sehr interessante Frage. Andererseits ist es auch eine Frage danach, was zuerst da war: das Huhn oder das Ei.
    Hannes' Vater war Alkoholiker und hat der Familie mit seinem Suchtverhalten und allen Konsequenzen stark geschadet. Andererseits kann ich nicht von der Hand weisen, dass es sehr schwierige Zeiten für die Menschen waren und der ein oder andere keinen anderen Ausweg sag als eine Flucht, die selbstverständlich trügerisch ist und vor allem für die Angehörigen alles noch mehr verkompliziert.
    Mir fällt es einfach schwer, dem Vater die (alleinige) Schuld an Hannes' Situation zu geben. Denn dann hätten die Konservativen ja recht mit der Aussage, das jeder seines eigenen Glückes Schmied sei. Aber es war die Zeit - die sozialen Umstände und politischen Gegebenheiten - die Leute in solch eine bittere Lage gezwungen hat.


    Zitat

    Hannes ist ein aufrechter Mensch und greift doch zu unlauteren Methoden, sein Freund Kutte ist für ihn Segen und zugleich auch Fluch, Alice schenkt Hannes Aufmerksamkeit und distanziert sich damit zugleich von Victor, Alices Familie ist Reichtum Angesicht der Armut der anderen und doch muss die Mutter sparen um das Schulgeld zu zahlen, Alices Vater hat fortschrittliche Ideen wie gesellschaftliches Zusammenleben gelingen kann und doch findet er die Ständegesellschaft des Mittelalters auch eine gute Lösung der entstandenen Probleme.
    Ich bin gespannt wie es weitergeht.


    Ja, die unterschiedlichen Motivationen sind sehr gut herausgearbeitet. Gerade an Hannes zeigt sich ein weiteres Dilemma: er versucht sich auf wenige illegale Dinge zu beschränken. Taten, die niemandem wirklich schaden (der geklaute Silberreif ist ja eher eine nicht vorhandene Trophäe), ihm aber helfen, sein Ziel zu erreichen. Es ist eine Frage der Moral, eine Frage, wann zum Beispiel Diebstahl gerechtfertigt sein könnte. Wir ekeln uns über die Aktion der Kinder, die nach Fleischresten in der Gosse fischen - doch was wäre die Alternative? Zu verhungern? Oder zu stehlen?


    Alices Vater ist vermutlich ein guter Mensch. Er weiß, dass diese Zeit für ihn ein Segen sein mag, für andere jedoch beinhart. Das gesteht er ein, aber er ist kein fortschrittlicher, revolutionärer Geist. Als Lösung fällt ihm die Vergangenheit ein...


  • Das gefällt mir bisher besonders an diesem Roman. Man erhält auf fast alle dargestellten Szenen Einblicke von ganz verschiedenen Seiten.


    Das freut mich ungemein, Yomiko, dass du diesen Aspekt des Romans magst. Mir war es sehr wichtig, von verschiedenen Perspektiven aus auf das Geschehen zu blicken. Gerade dadurch wird es erst dreidimensional, finde ich. Klasse, dass das so bei dir angekommen ist! :klatschen:


    Danke auch für die Fehlerkorrekturen. Diese beiden hatte ich schon, aber ich korrigiere so etwas gern für die nächste Auflage und bin immer dankbar für Hinweise.


    Herzlich,


    Titus

  • Ich habe schon lange kein so atmosphärisches Buch gelesen. Ich höre die Leute reden und habe so viele Bilder im Kopf. Gerade in der direkten Rede fühle ich mich in die vergangene Zeit versetzt und ich muss schmunzeln, wenn mir Ausdrücke wie „frikassieren“ begegnen.


    Die aufgeheizte Stimmung wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert und das gefällt mir richtig gut. Ich bin mitten drin, fühle mich fast wie in einem Karussell, das sich dreht. Ganz großes Lob, Titus!


    Die einzelnen Personen gewinnen immer mehr an Tiefe und es sind mittlerweile einige dabei, die ich sehr mag. Allen voran Alice und Hannes. Ich mag Frauen, die schon damals ihren eigenen Kopf hatten und den auch durchsetzten. Jetzt nicht unbedingt auf die Art von Pauline, die kann schon mal etwas nervig sein. Aber sie schafft es, ihren Mann zu überzeugen, Hannes einzuladen. In der anderen Szene, als sie ihren Mann davon abhalten wollte, seine Arbeit zu tun, fand ich sie eher nervig. Alice ist so taff und wickelt ihren Vater letztendlich immer wieder um den Finger. Die Idee mit den Geldspenden fand ich zwar schön, aber sie sind doch eher ein Tropfen auf dem heißen Stein.


    Für Hannes hat es mich sehr gefreut, dass er sich nun das Schloss von innen anschauen darf. Und er schlägt sich ja wirklich tapfer. Ob der Hofrat ihm wirklich zustimmt oder nur so tut aus Höflichkeit, da bin ich mir noch nicht sicher. Aber Hannes hat ja Recht mit dem, was er sagt. Ich hoffe nur, dass sein Kumpel ihn nicht in arge Schwierigkeiten bringen wird. Wer weiß, was er getan hätte, wenn er keine Verabredung mit Alice gehabt hätte.


    Das kranke Mädchen ist gestorben. Das war zwar traurig, aber auch richtig so, denn alles andere wäre unrealistisch gewesen. Rührend fand ich die Szene, als Hannes auf seinen Vater traf. Scheinbar hat er seine Fehler erkannt und bereut einiges … leider zu spät.
    Nepomuk gibt mir weiter Rätsel auf. Er ist absolut gerissen und lässt sich nicht ins Handwerk pfuschen. Leider musste Walter das mit seinem Leben bezahlen. Krass fand ich seinen letzten Gedanken. Armer Kerl!


    Und der schwache König will Berlin verlassen. Mein erster Gedanke war - wie so oft bei solchen Szenen – wie gut, dass wir keine Monarchie mehr haben!


  • Die aufgeheizte Stimmung wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert und das gefällt mir richtig gut. Ich bin mitten drin, fühle mich fast wie in einem Karussell, das sich dreht. Ganz großes Lob, Titus!


    Diesem Lob kann ich mich nur anschließen, die Atmosphäre ist sehr dicht und man hat das Gefühl dabei zu sein. Bei den Beschreibungen der Menschenaufläufen habe ich immer das Gefühl direkt dabei zu sein.


    Gut finde ich, dass Hannes sich aus den Aufständen heraushält. Er hat ein gutes Ziel, er will sich auf dem Sumpf der Armut herausarbeiten und darauf soll er sich konzentrieren. Wenn er jetzt im Zuge der Unruhen verhaftet würde, hat er bestimmt keine Möglichkeit mehr, sich nach oben zu arbeiten.


    Interessant finde ich auch die Beschreibungen der Sicht der jeweiligen Seite auf die andere. Die Reichen schauen auf die Arbeiter herab, da sie ungebildet sind, saufen und nichts aus ihrem Leben machen. Die Arbeiter sehen die Reichen hingegen als Menschen, die sich auf Kosten der Arbeiter bereichern und im Luxus leben. Wenn man die Arbeitsbedingungen liest, haben die Arbeiter zu einem grossen Teil recht. Mir sind hier einige Anmerkungen ziemlich negative aufgestossen. z.B. bei einem Krankheitstag werden 2 Tage Lohn abgezogen oder kommt man 5 Minuten zu spat, werden 2 Stunden Lohn abgezogen. Das steht wirklich in keinem Verhältnis.


    Hannes wird von Alices Eltern zum Tee empfangen. Auch wenn der Vater die Idee, diesen jungen Mann aus Feuerland zu empfangen zunächst nicht so toll fand, hat er doch ein vernünftiges Gespräch mit ihm geführt. Ich hoffe mal, dass sich Alice und Hannes nicht zu viele Hoffnungen auf eine Beziehung machen, den damit würden sie auf direkten Widerstand von Alices Eltern treffen.


    Mir fällte hier noch eine Sache auf. Ich war zwar schon mehrmals in Berlin, aber ich kenne die Stadt nicht so im Detail und kann mir einige Gegenden, die hier beschrieben werden nicht so gut vorstellen. Ich würde mir hier noch einen Stadtplan wünschen, das würde mir die Orientierung deutlich vereinfachen.


    So, auf in den nächsten Abschnitt :lesen:

  • Diesem Lob kann ich mich nur anschließen, die Atmosphäre ist sehr dicht und man hat das Gefühl dabei zu sein. Bei den Beschreibungen der Menschenaufläufen habe ich immer das Gefühl direkt dabei zu sein.


    Dankeschön! Es macht mich glücklich, dass die "Zeitreisemaschine" funktioniert!



    Mir fällte hier noch eine Sache auf. Ich war zwar schon mehrmals in Berlin, aber ich kenne die Stadt nicht so im Detail und kann mir einige Gegenden, die hier beschrieben werden nicht so gut vorstellen. Ich würde mir hier noch einen Stadtplan wünschen, das würde mir die Orientierung deutlich vereinfachen.


    Das war tatsächlich mal eine Überlegung. Allerdings hätten wir dann einen Faltplan zum Ausklappen benötigt: Wenn man aus Berlin so stark herauszoomt, dass es auf zwei Buchseiten passt, erkennt man keinen einzigen Straßennamen mehr ... Dabei sind ja gerade nicht die Stadtviertel, sondern die Straßen und Plätze interessant, vor allem im späteren Teil des Romans. Letztendlich haben wir die Idee aufgegeben und uns stattdessen für zwei Bilder entschieden, die den Gegensatz zwischen Feuerland und Schloss deutlich machen sollen. Aber das Bedürfnis nach einem Stadtplan verstehe ich gut! Ich hatte ihn beim Schreiben immer parat, nur nützt euch das ja jetzt nichts beim Lesen.


    Herzlich,


    Titus

  • Es geht spannend weiter. Ich muss gestehen, der Handlungsstrang um Nepomuk verwirrt mich momentan eher noch. Dass er seinen Verfolger tötet, zeigt, wie unberechenbar er ist. Da hat sich der Polizeipräsident wohl den falschen Mitarbeiter eingestellt, denn er hat ihn nicht mehr unter Kontrolle. Was sind aber Nepomuks wirkliche Ziele und Absichten?


    Ich finde auch, dass die Stimmung sehr gut beschrieben ist, man erlebt als Leser quasi hautnah mit, wie sich die Situation immer mehr zuspitzt, die Gemüter sich erhitzen und alles auf den großen Knall hin zusteuert.


    Sehr gut gefallen hat mir die Einladung von Hannes ins Schloss und das Gespräch mit den Eltern. Die Mutter ist zwar ziemlich in ihren Konventionen verhaftet, aber der Vater ist sehr vernünftig und auch offen für neue Ideen. Da ist es ja kein Wunder, dass Alice so ist, wie sie ist.
    Auch wenn die Eltern Hannes nie als Schwiegersohn akzeptieren würden, finde ich es dennoch beachtlich, dass sie der Einladung zustimmen und sich für so ein offenes und ernsthaftes Gespräch mit Hannes bereitfinden.
    Die Taktik der Mutter ist aber auch irgendwie schlau, sie weiß genau, wenn sie es Alice verbieten würde, würde die es nur noch mehr wollen ;D

  • Was mir richtig gut an diesem Buch gefällt, daß die Charaktere wieder so überraschend sind, man kann sie nicht einfach in eine Schublade stecken. Habe ich Hannes im letzten Abschnitt noch „unterstellt“, daß er schwerer Arbeit nicht viel abgewinnen kann, muß ich diese Aussage jetzt revidieren: er hat seinen Job verloren, weil er sich von Kutte hat zum Griff in die Kasse überreden lassen. Wobei ich hier Kutte nicht die alleinige Schuld geben will, Hannes hat das schließlich selbst entschieden. Auch wenn ich Kuttes hartnäckige Art, Hannes zu drängen, damit er an den Revolten teilnimmt, nicht gut finde, hat er mich mit den „guten Dingen, die er gesagt“ hat, für sich eingenommen und ich hoffe, er überlebt die Revolution. Ehrlich gesagt habe ich gedacht, er wird erschossen, als er als einer der Ersten über das Geländer ist.


    Mir gefällt zwar Hannes' Zielstrebigkeit, was seine Träume angeht, aber mir gefällt es weniger, daß er sich hauptsächlich nur um sich selbst Gedanken macht und weniger darum, daß sich das Los aller Feuerländer verbessert. So hatte ich jedenfalls den Eindruck, als er sich im Tiergarten seinen Träumereien hingibt. Andererseits zeigt das Gespräch mit Alices Vater, daß er sich doch seine Gedanken gemacht hat – oder gibt er hier nur Kuttes Gedankengut weiter? Den Eindruck hatte ich eigentlich nicht, eher, daß er bisher nicht die „richtigen“ Gesprächspartner für solche Gedanken hatte. Während Kutte und seine Anhänger eher fürs Draufhauen sind (mal ganz grob ausgedrückt), gehen Hannes Gedanken in eine friedliche Richtung, in eine Richtung, wie man langfristig etwas verändern kann.


    In diesem Zusammenhang gefällt mir Alices Vater richtig gut, machte er mir im ersten Abschnitt eher einen konservativ-steifen Eindruck, hat er mich hier wirklich überrascht, wie er mit Hannes auf Augenhöhe diskutiert. Ich hatte auch das Gefühl, daß der Vater durchaus offen für neue Gedanken ist und nicht auf seinem Standpunkt beharrt.


    Daß Hannes für ihn und Pauline nicht unbedingt der Wunsch-Schwiegersohn ist, kann ich den beiden nicht verübeln, ich glaube, diese Sorgen sind normal, vor allem, wenn man den Betreffenden noch nicht kennt. Aber ich glaube nicht, daß Paulines Plan so einfach aufgeht, dafür hat Alice zu sehr einen eigenen Kopf. Ich mußte ja grinsen, als der Vater und Hannes die politischen Themen diskutieren; dieser Gesprächsverlauf hat Pauline sicher nicht gepasst ;D Alice fand ich hier toll, wie sie Hannes dazu bringt, seine Meinung zu äußern.


    Wie Hannes das Schloßinnere wahrnimmt, fand ich richtig gut gelungen, der krasse Gegensatz zu dem Elend in Feuerland wurde mit dem Besuch der Küche so richtig deutlich.


    Das war doch Victor, der Hannes so erniedrigt hat, oder nicht? Da habe ich ein ganz schlechtes Gefühl dabei, daß das nochmal eskalieren könnte.


    Ludwig dagegen gefällt mir auch immer besser, er scheint besonnen zu sein. Mir gefallen seine Gedanken, wie es dazu kommen konnte, daß die Armee nun gegen die eigenen Bürger vorgehen soll. Von Pfuel scheint auch eher gemäßigt zu sein, im Gegensatz zum Prinzenbruder. Und der König selbst bleibt bisher recht farblos (in seinem Handeln, nicht als Charakter des Buches), er flüchtet lieber.


    Es tut mir sehr leid, daß das kleine Mädchen nun doch nicht überlebt hat, aber ich habe es fast befürchtet, ihre Krankheit war schon sehr weit fortgeschritten.


    Daß es sich bei Nepomuk um den Mann aus dem Prolog handelt, ist jetzt wohl klar – und um welche Geheimwaffe es geht. Minutolis Verdacht Nepomuk gegenüber ist nicht unbegründet, er schreckt auch nicht vor Mord zurück. Aber war das nicht besonders auffällig und zieht damit erst recht die Aufmerksamkeit des Polizeipräsidenten auf sich? Minutolis Auftritt bei der Kundgebung fand ich mutig, das habe ich ihm gar nicht zugetraut. Ob Schasler seine Worte mit Absicht so gewählt hat, daß die Menge in Aufruhr gerät? Ich denke, ja, das anschließende Treffen mit Nepomuk bzgl. der Waffen spricht dafür. Der bewaffnete Aufstand wird immer wahrscheinlicher, ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.


  • Ich frage mich nur, ob Ludwig Ärger bekommt, weil er zu spät die Gewehre laden ließ und dadurch einen Vorteil vertan hat. Andererseits bin ich froh, dass sie nicht in die Menge geschossen haben.
    Der König gefällt mir gar nicht. Er macht hier keine gute Figur!


    Das habe ich auch überlegt, andererseits liegt er damit genau auf der Linie von von Pfuel, der sich deswegen nun mit dem Prinzenbruder rumschlagen darf.



    Ich bin sicher, dass er Diener mehrerer Herren ist und wüsste zu gern seinen wahren Namen: wahrscheinlich werden wir da alle ganz erstaunt sein, wenn das rauskommt.


    Ich glaube auch, daß wir überrascht sein werden, wer hinter Nepomuk steckt, da sein wahrer Name bisher so geheim gehalten wird. Und ja, er spielt in jedem Fall ein doppeltes Spiel - und verfolgt im Endeffekt seine eigenen Interessen.



    Alices Mutter ist ein bisschen merkwürdig drauf, finde ich, dass sie nicht sieht, dass Ihr Mann zunächst mal seine dienstlichen Pflichten im Schloss zu erfüllen hat!


    Ich fand sie in dieser Szene ziemlich nervig - kein Wunder, daß der Vater flüchten will.



    das Buch liest sich wirklich toll! Mir gefällt es einfach sehr gut, wie Titus historische Ereignisse und Fakten in die Geschichte einbindet. Romane lesen sich nun mal besser als Sachbücher, deshalb finde ich es toll, wenn Unterhaltendes "ganz nebenbei" mit reichlich Wissenswertem gespickt ist!


    Geht mir ebenso - ich fand es z.B. sehr spannend zu erfahren, wo genau die verschiedenen Gründe für diese starke Armut der Feuerländer liegt.



    Beim Zusammentreffen mit seinem Vater wird deutlich wie stark ihn das in der Familie erlebte geprägt hat. Ich kann das gut nachempfinden, denn ich habe selbst erlebt wir Alkoholismus eine Familie kaputtmacht. Umso stärker der Eindruck des völligen Kontrastprogramms beim Besuch und Kennenlernen von Alices Familie. Er erlebt Höflichkeit, intellektuellen Austausch und ehrliches Interesse.


    Ja, Hannes' schlechte Erfahrungen mit seinem Vater wurde hier nochmal deutlich, umso mehr überraschte dann das eher reumütige Verhalten des Vaters. Und das war genau wieder so ein Charakter, bei dem man eine ganz andere Reaktion erwartet hätte - wie schon oben erwähnt, ich finde es so toll, daß die Figuren so unvorhersehbar sind.



    Mein Lieblingssatz in diesem Abschnitt: "Was wäre aus ihm geworden, wenn er solche Eltern gehabt hätte?" S. 145


    Ich sehe schon, wir bleiben immer an den gleichen Sätzen "hängen" ;D Nach diesem Satz habe ich direkt aufgehört mit Lesen und mir eben diese Gedanken gemacht, wo er dann jetzt stehen würde.



    Hannes' Vater war Alkoholiker und hat der Familie mit seinem Suchtverhalten und allen Konsequenzen stark geschadet. Andererseits kann ich nicht von der Hand weisen, dass es sehr schwierige Zeiten für die Menschen waren und der ein oder andere keinen anderen Ausweg sag als eine Flucht, die selbstverständlich trügerisch ist und vor allem für die Angehörigen alles noch mehr verkompliziert.
    Mir fällt es einfach schwer, dem Vater die (alleinige) Schuld an Hannes' Situation zu geben. Denn dann hätten die Konservativen ja recht mit der Aussage, das jeder seines eigenen Glückes Schmied sei. Aber es war die Zeit - die sozialen Umstände und politischen Gegebenheiten - die Leute in solch eine bittere Lage gezwungen hat.


    Ein sehr guter Gedanke, da bin ich ganz bei dir.



    Leider musste Walter das mit seinem Leben bezahlen. Krass fand ich seinen letzten Gedanken. Armer Kerl!


    Er hat mir in dem Moment auch sehr leid getan.


  • Was mir richtig gut an diesem Buch gefällt, daß die Charaktere wieder so überraschend sind, man kann sie nicht einfach in eine Schublade stecken.


    Ja, das finde ich auch immer so toll bei Titus, sie sind ausgesprochen vielschichtig und nie schwarz oder weiß.

  • Und es geht spannend weiter.
    Ich kann Euch nur zustimmen, was die Dichte und Atmosphäre des Buches angeht ! Hier kann man wirklich in die Geschichte eintauchen - toll !


    Und Hannes wird nun tatsächlich in die Familie eingeladen. Hier kann ich die Sichtweise von Alice Mutter irgendwie sogar nachvollziehen - also, zumindest das sie versucht ihre Tochter von Victor abzubringen und ihr dafür auch jedes Mittel recht ist. Daß sie dabei mit dem Feuer spielt und es natürlich gar nicht in der Hand hat, was sich aus so einem näheren Kontakt dann tatsächlich entwickelt, scheint ihr aber nicht wirklich klar zu sein.
    Ansonsten ist ihre Meinung über die Arbeiter sicherlich recht repräsentativ: undwissend und überheblich.
    Ich staune wirklich, daß sie sich Hannes an den Tisch holt.


    Alice Vater scheint da aufgeschlossener zu sein und doch eher den Menschen als die Schicht zu sehen.


    Daß Hannes sich unwohl fühlt kann ich gut verstehen, für ihn ist das ja eine dermaßen ungewohnte Situation.


    Alice geht mir hier manchmal ein kleines bißchen auf den Geist, daß sie ihn auch noch "vorführt" mit kleinen spitzen Bemerkungen.



    Nepomuk ist zum Mörder geworden - ein Spitzel hat seinen Spitzel umgebracht. Minutolli scheint ganz genau zu wissen, dass er diesem nicht trauen kann, jedoch aus gewissen Gründen nicht auf seine Dienste verzichten zu können.


    Was aber eine ziemlich normale Situation sein dürfte, wenn man Informanten aus der "Szene" benutzt, oder ?
    Im Gegensatz zu "verdeckten Ermittlern", die aus den eigenen Reihen kommen.


    Wobei Nepomuk ja echt ein ganz gewiefter ist :o Was wir ja bereits im Prolog erfahren haben. Aber hier mal eben wirklich kaltblütig einen Mord zu begehen, noch dazu an einem ja exponiertem Ort - puh.


  • Alice geht mir hier manchmal ein kleines bißchen auf den Geist, daß sie ihn auch noch "vorführt" mit kleinen spitzen Bemerkungen.


    An den Stellen bin ich auch ins grübeln gekommen, sicherlich möchte sie ihn nur aus der Reserve locken, um ihren Eltern zu zeigen, was in ihm steckt und ihn ermuntern, seine Meinung zu sagen. Aber einen Hauch von "vorführen" habe ich auch empfunden, evtl. macht sie das auch nur, um ihr eigenes Handeln, was die Feuerländer betrifft, vor ihren Eltern zu rechtfertigen und zu begründen.

  • Karin, ja, ich denke auch, daß sie ihn in erster Linie aus der Reserve locken möchte.
    Aber es ist in dem Falle jedenfalls etwas unsensibel, wiel ihm ja ohnehin hsocn die Knie schlottern.


    Ich bin jetzt sehr gespannt wie sein Zusammentreffen mit Ludwig verlaufen wird ! Das ist ja auch wichtig für seine Zukunft "rund um Alice" !


    Das ist eine sehr interessante Frage. Andererseits ist es auch eine Frage danach, was zuerst da war: das Huhn oder das Ei.
    Hannes' Vater war Alkoholiker und hat der Familie mit seinem Suchtverhalten und allen Konsequenzen stark geschadet. Andererseits kann ich nicht von der Hand weisen, dass es sehr schwierige Zeiten für die Menschen waren und der ein oder andere keinen anderen Ausweg sag als eine Flucht, die selbstverständlich trügerisch ist und vor allem für die Angehörigen alles noch mehr verkompliziert.
    Mir fällt es einfach schwer, dem Vater die (alleinige) Schuld an Hannes' Situation zu geben. Denn dann hätten die Konservativen ja recht mit der Aussage, das jeder seines eigenen Glückes Schmied sei. Aber es war die Zeit - die sozialen Umstände und politischen Gegebenheiten - die Leute in solch eine bittere Lage gezwungen hat.


    Ich habe es eigentlich so verstanden, daß es Hannes hier in erster Linie um"Bürgerliche Eltern" geht, nicht darum, daß sein Vater Alkoholiker war.


    Sicherlich verschlimmern die vielen Alkoholiker die Situation ihrer Familien noch. Zum einen indem sie den kargen Lohn versaufen, zum anderen weil sie ihre Familie unterdrücken und prügeln.
    Aber auch die Familien in denen keiner säuft, kann man ja schwerlich auf einen grünen Zweig kommen, einfach weil das Geld nicht ausreicht für vernünftige Lebensbedingungen.

  • Die ganze Atmosphäre im Roman mit den vielen geschickt eingestreuten historischen Details wie zB der Tiergarten, der Laternenanzünder, vor allem auch das Schloss gefällt mir sehr gut.
    So kann man sich hervorragend in die damalige Zeit hineinversetzen.
    Die Kundgebung im Tiergarten war toll beschrieben und wirkte richtig bedrohlich – man spürt förmlich, wie sich die angespannte Stimmung auf beiden Seiten immer mehr hochschaukelt und sich irgendwann entladen wird.
    Noch scheinen Polizei und Militär die Lage im Griff zu haben, fragt sich wie lange noch...


    Und mittendrin Kutte, der doch wesentlich mehr involviert ist als ich anfangs dachte.
    Er ist davon überzeugt, dass der Umsturz eine bedeutsame Sache ist und engagiert sich sehr dafür.
    Ich befürchte allerdings, dass er als richtiger Draufgänger die Unruhen nicht überleben wird.
    Hannes ist da viel vorsichtiger, skeptischer und zurückhaltender - zu Recht scheut er die Konfrontation mit der Obrigkeit, denn bei der Übermacht an zusammengezogenen Soldaten werden die Rebellen sich nicht durchsetzen können und einen hohen Preis zahlen!


    Hannes und Alice treffen sich nun also häufiger.
    Aber bei den extremen Standesunterschieden hat eine Liebe zwischen den beiden wohl kaum eine Chance und würde sicher auch nicht lange gut gehen.
    Bei der Schlossbesichtigung kommt Hannes bei all dem Prunk und Überfluss aus dem Staunen gar nicht mehr raus.
    Was er da zu sehen bekommt ist eine ganz andere Welt … wenn man überlegt in welchen Verhältnissen er aufwachsen musste. Kein Wunder, dass ihm die Begegnung mit seinem „Alten“ peinlich war.


    Interessant fand ich, dass Alices Eltern Hannes als willkommene kleine Ablenkung von Victor sehen – das zeigt ja schon, dass sie Alice Begeisterung für den jungen Mann aus Feuerland nicht sonderlich ernst nehmen und eine tiefere Zuneigung von vornherein ausschließen.
    Die sehr modernen Ansichten von Alices Vater haben mich etwas überrascht.
    Ich hatte den Eindruck dass er Hannes mit seiner Meinung wirklich ernst genommen hat.


    Alice Mutter mit ihren überspannten, schwachen Nerven und ihren Beruhigungstropfen finde ich ja sehr anstrengend – ein Glück, dass Alica da aus ganz anderem Holz geschnitzt ist.
    Ich glaube, in der Familie wird die Mutter schon gar nicht mehr richtig ernst genommen …


    Die Szene mit dem arroganten Offizier, ich denke mal das war Victor, der ihn da mit Freuden demütigt, weil er ich vorher mit Alice gesehen hat? – zeigt sehr deutlich, was andere von Menschen wie Hannes halten.
    Ob er noch einmal in die Lage kommen wird, es ihm heimzuzahlen?


    Sehr spannend ist auch die Nebenhandlung mit diesem Spitzel Nepomuk.
    Dieser Typ ist scheinbar ein echter Profi und mit allen Wassern gewaschen– schockiert hat mich, dass er selbst vor kaltblütigem Mord nicht zurückschreckt und den auf ihn angesetzten Spion quasi vor aller Augen umlegt.
    Ob Minutoli sein Treiben bald durchschauen wird und ihn enttarnen kann?
    Bei Nepomuk könnte ich mir sogar vorstellen, dass er neben seiner Doppelagentenrolle auch noch im ganz eigenen Interesse handelt.
    Dieses leichte Perkussionsgewehr M 41 ist also die mysteriöse Geheimwaffe, auf die die Franzosen so scharf sind?


    Und jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht.