Leserundenfazit, Rezensionen (bitte ohne Spoiler)

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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Denkt bitte daran, dass Eure Rezensionen eine Art "Gegenleistung" für die Freiexemplare der Verlage sind. Es wäre deshalb schön, wenn sich hier möglichst alle beteiligen - ebenso ist ein Fazit zur Leserunde (gerne auch eines des Autors) immer interessant.


    Bitte vermeidet Spoiler und komplette Zusammenfassungen des Inhalts in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die Roberts Buch nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!


    Außerdem wäre es sicherlich für Robert sowie seinen Verlag, der uns freundlicherweise Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn Ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellt.

  • Eine Stadt, ein Drache und seine Meisterin – und ihre dunklen Geheimnisse


    Vor vielen Jahrzehnten konnte die Glasbläserin Josefa Rubinsteyn mithilfe eines Drachen ihre Heimatstadt retten. Seitdem liegt der Drache in der Kathedrale angekettet und sorgt dafür, daß der Stadt weiterhin keine Gefahr durch die Geister droht, die rund um die Stadt durch das Leidende Land streifen. Als der Obrist der Drachengarde ermordet wird, wird die junge Zarria Machon, Leutnant der Stadtwache, mit den Ermittlungen beauftragt. Sie erkennt die Gefahr, eine Spielfigur der Hohen Häuser zu sein und verlässt sich auf ihren Verstand und dringt immer tiefer in das Geheimnis des Drachen, der Geister und der Geschichte der Stadt.


    Aus der Ich-Perspektive der Zarria Machon lernt der Leser die Stadt Koda, ihre Bewohner, Gepflogenheiten und Geheimnisse kennen. Immer mehr Details werden im Laufe des Romans aufgedeckt, die nicht nur Fragen beantworten, sondern auch neue Fragen aufwerfen. Immer tiefer gräbt sich Zarria in die dunklen Geheimnisse, die niemand erfahren soll. Dabei kommt es zu Wendungen, die ich überhaupt nicht erwartet hatte.


    Wie auch in den anderen Büchern des Autors verbirgt sich hinter Kodas Geheimnis nicht nur eine einfache Wahrheit, sondern sie besteht aus verschiedenen Facetten, die sich gegenseitig beeinflussen und nicht einfach nur in Gut oder Böse einzuteilen ist.


    Diese Mehrdimensionalität zieht sich auch wieder durch die Figuren, was sie besonders spannend und unberechenbar macht, man kann sich als Leser nie sicher sein, wie sie reagieren werden oder was sie wirklich denken. Und ebenso unsicher ist es, welche der Figuren das Ende des Buches überleben werden oder nicht. Aber ganz so düster wie in der Schattenherrentrilogie geht es in Drachenmahr nicht zu.


    Sehr gut hat mir die wunderschöne Kartenzeichnung der Stadt Koda und seiner näheren Umgebung am Anfang des Buches gefallen – es lohnt sich, während des Lesens immer wieder einen Blick darauf zu werfen. Der Autor bietet übrigens auf seiner Homepage als besonders Bonbon eine interaktive Version der Karte an.


    Das Ende beantwortet alle relevanten Fragen und kommt einerseits kämpferisch, andererseits auch ruhig daher.


    Mich konnte dieser raffiniert aufgebaute Roman wieder voll überzeugen und in seinen Bann ziehen, spätestens jetzt ist Robert Corvus zu einem meiner Lieblingsautoren der deutschen Fantasy geworden.


    Meine Rezension erscheint bei:
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    Piper-Verlag


    Ich bin natürlich auch noch weiterhin dabei, was die Leserunde angeht. Ich sage aber schon mal herzlichen Dank an dich, Bernd, wieder für deine sagenhafte Begleitung dieser Leserunde. Und ich freue mich schon auf dein nächsten Buch plus Leserunde ;D

  • Eine etwas andere Drachengeschichte


    zum Buch:


    Die Stadt Koda wurde vor 90 Jahren angegriffen und stand kurz vor dem Untergang. Die 8jährige Josefa Rubinsteyn rettet mit Hilfe eines mächtigen Drachen die Stadt, indem sie ihn unter ihre Herrschaft zwang. Seitdem liegt der Drache in der Kathedrale in Ketten und die Glasbläserin Josefa ist seine Drachenmeisterin. In der Stadt herrscht ein eisernes Regime und eine klare Hierachie zwischen Patriziern (herrschende Hohe Häuser) und Bürgerlichen.
    Als Gerro Rubinsteyn, Obrist der Dachengarde ermordet wird, wird die junge Zarria Machon, Leutnant der Stadtwache, mit der Untersuchung beauftragt. Dabei gerät sie immer mehr in das Intrigenspiel der Mächtigen und muss bald erkennen, dass es hier um viel mehr geht, als nur diesen Mord ...


    meine Meinung:


    Es war für mich das erste Buch aus dem Genre "Dark Fantasie" und auch das Erste dieses Autors (aber mit Sicherheit nicht das Letzte). Die Hauptfigur, Zarria Machon, ist eine Patrizierin, gehört aber einer Nebenlinie der Machons an. Daher kennt sie sich gut mit dem Leben der einfachen Bürgerlichen sowie auch der Hohen Häuser aus. Zarria erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und dadurch bekommt der Leser gute Einblicke in das Wesen und das System von Koda. Der Leser merkt schnell, dass Zarria anders ist und sich nicht so leicht in das Intrigenspiel der Familien verwickeln lässt. Sie handelt selbständig, benutzt ihren Verstand und zieht eigene Schlüsse. Das hat mir sehr gut gefallen und ich mochte Zarria von Anfang an.
    Die Geschichte ist fesselnd und sehr spannend. Im Laufe der Zeit werden immer mehr dunkle Geheimnisse der Stadt aufgedeckt und Fragen beantwortet. Diese führen dann aber häufig wieder zu neuen Fragen. Der so aufgebaute Spannungspegel zieht sich durch das gesamte Buch. Die Charaktere des Buches sind oft vielschichtig und haben verschiedene Wahrheiten, die sich nicht immer nur einfach in gut oder böse einteilen lassen. Außerdem werden die Handlungen der Figuren dadurch nicht vorhersehbar und es passieren überraschende Wendungen. Das macht das Buch spannend bis zu letzten Seite.
    Manche Fragen im Buch bleiben offen, so dass sich der Leser seine eigene Wahrheit dazu bilden kann. Das finde ich sehr gut, so hat die eigene Fantasie die Möglichkeit sich zu entfalten und jeder kann zu der Geschichte einen eigenen Bezug aufbauen.


    Fazit: Ich habe das Buch gern gelesen und mit steigender Spannung konnte ich das Buch immer schwieriger aus der Hand legen.


    :buchtipp:


    zur Leserunde:


    Ich hatte viel Spaß in der Runde, beim rätseln und Theorien austauschen. Einen besonderen Dank an Bernd, deine Beteiligung fand ich Klasse. Du hast immer wieder für neuen Diskusionsstoff und neue Fragen gesorgt und interessante Einblicke in die Geschichte und die Charaktere gegeben. Es war definitiv nich mein letztes Buch von dir.


    Meine Rezession erscheint bei:


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    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)

    Einmal editiert, zuletzt von anschu74 ()

  • Die mittelalterliche Stadt Koda, am Fuße einer gewaltigen Felswand gelegen, ist umgeben von Mooren und dem Leidenden Land.
    Josefa Rubinsteyn, Glasbläserin und Drachenmeisterin, beherrscht die Stadt seit fast hundert Jahren mit der Macht eines Drachen, der in einer Kathedrale lebt, und der Hilfe eines Rates, bestehend aus Mitgliedern der sieben mächtigsten Familien Kodas.
    Die Drachengarde sorgt gemeinsam mit der Stadtwache für Ruhe und Ordnung. Eine ständige Bedrohung für Koda sind Geistwesen, die immer wieder aus dem Leidenden Land gegen die Wehrtürme und die Mauern drängen.
    Eines Tages findet man Gerro, den Obristen der Drachengarde, ermordet in seinem Zimmer im Haus seiner Familie Rubinsteyn. Die junge Zarria Machon, gerade zum Leutnant der Stadtwache befördert, wird mit der Aufklärung des Verbrechens beauftragt.


    Der neue Roman von Robert Corvus 'Drachenmahr' ist, bis auf den Prolog und den Epilog, ganz aus der Perspektive einer Person, Zarria Machon, erzählt. So erleben wir sehr intensiv ihren Charakter, die Veränderungen, die sie im Laufe der Geschichte durchmacht, und verstehen ihre Motive. Gleichzeitig bleiben andere Hauptfiguren (z.B. Turan, Fidelius, Glad) eher blass und dienen zur indirekten Charakterisierung Zarrias.
    Des weiteren wird die Geschichte sehr plotorientiert erzählt. Sie schreitet zielstrebig von Ereignis zu Ereignis und nimmt sich wenig Zeit für die Schauplätze, baut so wenig Atmosphäre auf.
    Das Ende ist stimmig und lässt keine direkten Fragen offen. Dennoch hätte ich der Erzählung einen ähnlichen Umfang wie der 'Schattenherren'- Trilogie gewünscht.
    'Drachenmahr' ist spannend geschrieben und flott erzählt, daher nie langweilig. Aber es ist nicht mein Lieblingsroman von Robert Corvus oder Bernard Craw.


    Die Leserunde hat viel Spaß gemacht :). Mein Dank geht an Bernd für die großartige Begleitung (wie immer ;)) und die MitleserInnen, für viele Anregungen und Denkanstöße :).

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Verrätst du welcher es ist?


    Mein Lieblingsroman von Robert Corvus? Bisher 'Grauwacht'.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Mein Lieblingsroman von Robert Corvus? Bisher 'Grauwacht'.


    Ja, da stimme ich zu. Bei mir auch. Obwohl....in dem Vampirroman hat er mich dazu gebracht etwas zu lesen, was ich nicht lesen wollte. In "Karma" habe ich mehr gefunden, als ich in Battle Tech erwartet hätte, in der Schattenherren Trilogie ist mir eine Gänsehaut gewachsen vor der Schönheit des Bösen. Da fällt es wirklich schwer. Da ich aber SF Fan bin werfe ich das einfach in die Waagschale :)

  • Drachenmahr ist ein Fantasyroman abseits der klassischen Elfen und Ork Fantasy. Die interessante Stadt Koda ist mit seiner näheren Umgebung der Handlungsort der Geschichte und diese weiss mich als Leser sofort zu fesseln. Schnell werden verschiedene Charaktere und Geheimnisse innerhalb der Story vorgestellt. Insbesondere der Prolog der Geschichte ist ein gut gewählter Mosaik-Stein der Handlung. Die Geschichte richtet sich mit seiner fantastischen Handlung, die auch Ankerpunkte in unserer Welt findet, sowohl an Fantasy Anfänger, als auch an erfahrene Hasen.


    Mir hat der Roman von Robert Corvus sehr gut gefallen und insbesondere der gute Schreibstil ermöglicht ein fesselndes und flüssiges Lesen. Fans vom Autor bekommen eine neue Welt gezeigt und neue Leser werden mit einer abgeschlossenen Geschichte bestens unterhalten. Das Buch ist mit seiner düsteren Handlung genau die richtige Lektüre für die kommenden Dunklen Tage.


    Vielen Dank für diese schöne Leserunde! Es hat mit großen Spaß gemacht mich mit euch hier auszutauschen.


    Grüße


    Thomas

  • Lieber Bernd, es war wieder eine große Freude, mit Dir in dieser Leserunde zu sein. Trotz Deines vollen Auftragsbuches schaffst Du es jedes Mal auf jeden einzelnen Beitrag einzugehen und das mit viel Witz. Ich liebe besonders Deine Tagebucheinträge! ;D
    Vielen Dank auch an alle Mitleser und Mitdiskutierer. Eine schöne Runde war das! Ich freue mich schon auf die nächste und hoffe, wir vermehren und noch. :) Ich mache ja schon viele Leserunden mit, aber selten erlebe ich eine so gute Betreuung wie bei Bernd.


    so, hier meine Rezi.


    Drachenmahr - ein Märchen aus dunklen Zeiten


    Es war einmal……


    da drehte sich in einer Stadt alles Leben um einen Drachen. Die Stadt war umgeben von Geistern und Sümpfen, die Verbindungen zur Welt gekappt, die Mauern verfallen. Nur wenige trauten sich aus der Stadt und wenn dann nur in Begleitung von Draken, den Kindern des Drachen und ihren Dienern, der Drachengarde. Die Stadt war geteilt in die Herrschaftsgebiete von 7 Häusern. Die Menschen hatten sich eingerichtet mit dem Drachen und seiner Meisterin. Der Drache bot ihnen alles, was sie wollten, ob es sich um Essen oder Luxusartikel handelte. Die Kinder des Drachen zogen durch die Stadt und lebten von den Gedanken und Träumen derer, deren sie habhaft werden konnten, saugten alles aus den Gehirnen und ließen teilweise nur Kretins zurück. Aber die Mächtigen mußten sich nicht nachts in die Gefahr begeben.


    Der Drache fraß seine Kinder. Er war groß und schön und stark. Sein Feuer brannte und verbrannte nach seinem Wunsch. Und doch war er ein Gefangener, sprengte seine Fesseln nicht, träumte vom Fliegen ohne sich zu erheben.


    So viele Rätsel hatte diese Stadt.


    Und es begab sich also, dass eine unscheinbare Frau, in der Uniform der Stadtgarde, ausgerüstet mit viel Mut und Gerechtigkeitssinn auf diese Rätsel aufmerksam wurde. Sie konnte nicht den einfachen Lösungen trauen, nicht der Familie und nicht der Drachenmeisterin. Sie wollte Wissen. Ihr Name war Zarria.
    Diese Suche nach Wissen ist ihre Geschichte und diese Geschichte können wir nun miterleben, von ihr selbst erzählt ohne die Ausschmückungen, die über die Zeit hinzugekommen sind. Spannend erzählt sie, denn diese Suche ist gefährlich. Wie Eva, die einst vom Baum der Erkenntnis aß und vertrieben wurde, so versucht man ihr das Wissen vorzuenthalten, versucht die Zustände so zu belassen. Der Gewohnheit zu opfern, voller Angst vor Veränderung, vor Unbekanntem. Eingeschworen auf die Familie, bestochen mit ungewollter Beförderung kämpft diese Heldin immer wieder um die Wahrheit und sie weiß, dass der Preis letztlich ihr Leben sein kann.
    Immer wieder gerät unsere Erzählerin an die Drachenmeisterin. Wer ist sie, warum ist sie und was will sie. Fragen, die niemand beantworten kann außer ihr selbst, aber kann sie wirklich dazu Antworten geben? Ein sehr interessanter Charakter, dessen Hintergründe wir ohne Zarrias Erzählung nicht verstehen könnten. Schließlich brauchte auch diese lange, bis sie hinter die Maske blicken konnte.
    In ihrer Geschichte begegnen wir nicht nur dem Drachen, dessen Herkunft im Dunkel der Vergangenheit liegt und seiner Meisterin, die Herrscherin und Beherrschte gleichzeitig ist. Da gibt es den Onkel Pedro, der den Gerechtigkeitssinn seiner Nichte unterstützt, weil er seine Aufgabe bei der Stadtwache ernst nimmt. Eine Aufgabe, die die Menschen beschützen soll ohne Ansehen des Standes oder der Zugehörigkeit zu einem Haus. Es gibt Glad, der ebenso ein Suchender ist, dessen Suche aber von Angst und Selbstzweifeln beherrscht wird. Wir lernen auch Turan kennen, ein Anführer, ein Dieb und ein ehrlicher Mann in einer Person. Aus den Hohen Häusern lernen wir zwei Patriarchen kennen Arlbert und Astana. Viele andere Menschen kreuzen in der Zeit ihrer Suche die Wege Zarrias, einschließlich eines Mönches und einiger Geister.
    Während Zarria erzählt fragen wir uns, wie sie, was ist Wahrheit, was ist Gerechtigkeit? Welche Opfer sind notwendig und gerechtfertigt, um der Wahrheit willen? Welche Rolle spielen Liebe und Verzeihung? Wann muss man Vertrauen einsetzen und wann muss man zweifeln? Viele interessante Fragen tauchen auf und werden in interessanten Gesprächen auf verschiedene Weise beantwortet.
    Die Geschichte Zarrias ist eine Geschichte von der Treue zu sich selbst, vom Vertrauen in die eigene Sicht der Dinge, in die eigene Wahrheit. Es ist eine Geschichte, die ihr hören oder lesen solltet, um mit Zarria auf die Suche zu gehen, mit ihr zu zweifeln und mit ihr die Angst zu überwinden. Voller Leben und spannender Fragen ist es eine Freude, die Zeit mit ihrer Erzählung zu verbringen

    Einmal editiert, zuletzt von Rhea ()

  • Hallo Ihr Lieben,


    nachdem es jetzt stiller in der Leserunde geworden ist, kommt hier auch mein Fazit.


    Das Buch:
    Die Stadt Koda wird von der mächtigen Patrizierin Josefa und einem Drachen, den nur sie alleine beherrschen kann, beschützt und beherrscht. Außerhalb der sicheren Stadtmauern herrschen Geister, die keine Skrupel haben die Lebenden anzufallen und zu töten. In dieser Stadt arbeitet die junge Zarria als Stadtwächterin und ist eigentlich mit ihrem Leben zufrieden. Bis nach einer langen anstrengenden Schicht in einem der Außentürme ihre Ablösungskameraden von den Geistern getötet werden. Bis dato haben die Geister noch nie einen Turm angegriffen. Als gleichzeitig der oberste Drachengardist keines natürlichen Todes stirbt, erwacht in Zarria ihr Gerechtigkeitssinn und sie begibt sich auf Tätersuche. Nicht ahnend, dass sie dabei ganz tief in die Geheimnisse der Stadt eindringen wird und sich dabei gefährliche Gegner schafft.


    Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Zarria geschrieben und ich als Leser tauchte sofort ganz tief in Zarria's Gedankenwelt und v. a. diese düstere Stadt Koda ein. Auch die Bilder in meinem Kopf, die bei der Erzählung entstanden, waren immer in düsteren, grauen Farben gehalten. Die doch irgendwie zum Teil agressive Stimmung der Stadt konnte mir sehr gut vermittelt werden und mir hat diese dunkle, geheimnisvolle Aura sehr gut gefallen.


    Zarria ist sehr zielstrebig und hat einen sehr starken ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, der schnell dazu führt, dass sie sich nicht einfach mit Halbwahrheiten abspeisen lässt. Ich habe sie gerne bei ihrer Spurensuche begleitet und fand ihren Charakter ganz großartig angelegt. Trotz der Ich-Perspektive wurde auch den anderen auftauchenden Figuren viel Leben eingehaucht und auch wenn die Sicht immer durch Zarria's Wahrnehmung gefärbt war, hatte ich die anderen Charaktere doch immer gut vor Augen.
    Interessant fand ich dabei die Verwendung des Stilmittels, dass Zarria zum Teil den Geschehnissen vorgreift und schon vorab oft so Hinweise einstreut, dass sie sich getäuscht hat oder die Dinge anders liegen als gedacht. Dabei werden diese Hinweise so geschickt eingebaut, dass ich mir nie sicher sein konnte, was als nächstes passieren wird.


    Die Idee zur Stadt, die Figur der Josefa und die Hintergründe zu dem Drachen gefallen mir sehr gut und mit der Auflösung am Ende hatte ich die ganze Zeit nicht gerechnet. Insgesamt wartete das Buch immer wieder mit einigen Überraschungen und interessanten Einfällen auf.


    Alles in allem ein sehr spannender Fantasy-Roman, der mir viele Dinge zum Nachdenken und Spekulieren geliefert hat und mich doch immer wieder überraschen konnte. Zusammen mit einer sehr interessanten Hauptfigur konnte der Roman mich sehr gut fesseln und ich kann ihn nur an Fans von düsterer Fantasy weiter empfehlen.


    Die Leserunde:
    Lieber Bernhard / Robert, vielen lieben Dank für diese intensive und tolle Betreuung der Leserunde. Ich finde es klasse, dass du auf jeden Beitrag von uns eingehst und uns durch deine vielen Fragen noch intensiver dazu bringst uns Gedanken zum Roman zu machen. Das habe ich bis jetzt noch bei keinem Autor so erlebt und finde das total super von dir! Danke dafür :bussi: und ich freue mich jetzt schon auf deinen nächsten Roman!


    Liebe MitleserInnen vielen Dank für diese intensive und diskussionsfreudige Leserunde. Mir hat der Austausch und die Spekulationen mit euch sehr viel Freude gemacht! :bussi:


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:


    Meine Rezension findet sich auch auf folgenden Seiten:
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