08: Kap. 32. Der Drakenpranger - Kap.37. Die Würde des Hauptmanns (S. 311 - 361)

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  • Am Ende ist die Familie alles, was zählt. - Podro legt "Familie" dabei nicht als "unser Hohes Haus" aus, sondern eher emotional als Bindung zu einem Menschen, dem man nahe steht.
    ;)


    So sollte es auch sein. Es muss nicht immer die Familie sein, die einem besonders nahe steht.

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)


  • Heftig auch die Aussage von Xina, dass die Geister einen absoluten Hass auf die Menschen verspüren und sie die ganze Zeit anfallen wollen. Kann man ja irgendwo auch verstehen, da das Leben als Geist ja irgendwie nicht so erstrebenswert ist.


    Ja, das hat mich auch geschockt: Die Geister sind neidisch auf die Lebenden. Aber da sie selbst in ihrem Zustand leiden ist es nachzuvollziehen, warum sie angreifen.



    Schön fand ich, dass Zarria ihrer Schwester endlich den Segen geben konnte und diese damit erlöst ist von ihrem schrecklichen Geist-Dasein.


    Das ist ein berührender Moment, auch angesichts der - wie ich finde bewegenden - Worte von Xina: "Als Lebende wusste ich nicht, dass ich eine Seele besitze, und jetzt habe ich sie verloren! Oder sie hat sich selbst verloren. Irgendwo zwischen Wirklichkeit und Nachwelt. Ich kann spüren, wie einsam sie ist, wie sehr sie sich nach der Vollendung sehnt." (Seite 338)

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Zarrias Scham, was ihre nackten Hände angeht, ist echt seltsam, woher kommt das nur?


    Ja, die Handschuhsache scheint eine echte Phobie zu sein und ist eigentlich unerklärlich für die sonst so taffe Zarria. Aber ich finde, dass es sie gleichzeitig auch sehr menschlich macht.

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen

  • Zarria landet am Drakenpranger. Als Onkel Podro es übernimmt, sie dort "anzuketten", habe ich gedacht, dass er dies nicht ohne Grund tut, ja gehofft, dass Podro ihr vielleicht irgendwie ermöglichen wird, sich zu befreien. Schließlich durfte das in meinen Augen nicht das Ende sein, das Bernard für Zarria vorgesehen hat. Außerdem hat Podro mir bisher den Eindruck vermittelt, einen gewissen Stolz auf seine Nichte zu verspüren. Das bestätigt sich am Ende auch: "Du hast uns Ehre gemacht. Der Wache und der Familie." (Seite 356) - Im Gegenzug ermöglicht sie ihm einen würdevollen Tod, weil er Patriarch Eskado tötete. Traurig war ich trotzdem. Allerdings nicht darüber, dass Zaaria in dem Zusammenhang Bentur arn Worda den Garaus macht, eine verspätete Rache für den Tod ihrer Schwester. Auch Leserinnen können blutrünstig sein.


    Während der Zeit am Drakenpranger bekommen wir noch einen ziemlich heftigen Albtraum von Zarria vorgeführt. Sie muss einiges über sich ergehen lassen, bevor sie letztlich erkennt, dass Podro ihr eine Chance für die Freiheit ermöglicht hat.


    Im Grunde gibt es auch für Zarria danach nur die Möglichkeit, im Weberviertel unterzukommen, was dann ja auch geschieht. Und das Wiedersehen mit Turan war auch nur noch eine Frage der Zeit. Ich habe mich gefreut, dass Turan noch einen so schönen Auftritt bekommt. Da es zwischen beiden schon von Anfang knistert, folgen gemeinsame Stunden. Nur mit Handschuhen. Das hat mich amüsiert.


    Es wird immer deutlicher, dass das Drachenblut, das in Zarria pulsiert, ihr neue Kräfte verleiht. Beispielsweise kann sie die Geister, die sie angreifen, aufhalten. Sie erkennt, dass es, solange die Hohen Häuser regieren und sich der Macht des Drachen bedienten, keine Gerechtigkeit geben wird. "Der DRACHE ist die Macht. Wer ihn beherrscht, kontrolliert die Stadt." (Seite 359) - Und darum gibt es augenscheinlich nur ein Ziel für Zarria: Sie will nicht nur Josefa und den Drachen töten, sondern mit ihnen auch Traum und Albtraum, damit die Stadt mit all ihren Intrigen und selbstgerechten Patriziern stirbt und untergeht. Auch wenn das bedeutet, dass es auch einige "Bauernopfer" gibt...

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Auch Leserinnen können blutrünstig sein.


    Auf einer Lesung aus einem meiner BattleTech-Romane habe ich das Publikum gefragt, ob es zum Abschluss lieber eine actionreiche Ballerszene, eine Charakterstudie oder eine dritte Szene hören wollte, die mir gerade nicht mehr einfällt. Alle Damen waren einhellig der Meinung: "Lass es krachen - das Rumgeballer hat uns am besten gefallen!"
    ;D



    Da es zwischen beiden schon von Anfang knistert, folgen gemeinsame Stunden. Nur mit Handschuhen. Das hat mich amüsiert.


    Mich auch. :)



    Und darum gibt es augenscheinlich nur ein Ziel für Zarria: Sie will nicht nur Josefa und den Drachen töten, sondern mit ihnen auch Traum und Albtraum, damit die Stadt mit all ihren Intrigen und selbstgerechten Patriziern stirbt und untergeht.


    Wäre die Stadt Deiner Meinung nach ein besserer Ort, falls ihr das gelingen sollte?

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen