07: Kap. 26. Die Mission - Kap. 31. Blick in die Vergangenheit (S. 267 - 308)

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  • Oh, da bin ich wohl mal wieder die erste, die was zu dem Kapitel schreibt. Ich kann aber auch nur noch schwer aufhören zu :lesen:


    Da stecken also mal wieder die Machons hinter dem nächsten Mord. Langsam wird mir Astana dann aber doch etwas unsympatisch. Sie geht über Leichen, um an mehr Macht zu kommen und diese zu festigen. Gut, dass tun die anderen Patriezier-Familien auch, aber irgendwie hatte ich gehofft, die Machons wären vielleicht anders ...


    Die Geisteranrufung hat funktioniert. Und was wir von Fidelius/Erneto erfahren, bestätigte meine Vermutung mit den Seelenanteilen der Geister in den Glasfiguren und dass sie aus Angst vor Zerstörung die Stadt nicht angreifen. Und bei den erlösten Geistern erlöschen dann auch die Funken in den Glasfiguren. Daherum mussten die Mönche weg! Hätten sie mit Hilfe des Buches die Geister erlöst, wäre Josefas "Schutzwall" vor der Außenwelt zerstört wurden. Aber welche angebliche Gefahr, welcher "Feind" sollte nach über 90 Jahren noch da drußen für die Stadt bestehen? Wohl eher eine Gefahr für Josefa und ihre Macht über die Stadt und den Drachen. Interessant ist, dass es unter den Geistern "Fürsten und Sklaven" gibt. Viele der früheren Anführer des Krieges sind jetzt Geisterfürsten aber wer hat sie dazu gemacht und woher haben sie mehr Macht als die anderen Geister? Haben sie einen besonderen Pakt mit Josefa?
    Und die obersten der Hohen Häuser wissen über die Glasfiguren und die Geister bescheid. Sie nehmen es hin, dass die einfachen Bürger und Patrizier, Mitglieder ihrer eigenen Familien nach ihrem Tod zu Geistern werden und Qualen leiden, nur um den angeblich notwenigen Schutz der Stadt vor dem "Feind" von außen zu erhalten.


    Mutige Zarria. Mit diesem Wissen geht sie vor dem Senat, um die einfachen Patrizier dieses Wissen mitzuteilen, damit es in die Stadt getragen wird. Sie weiß, dass es einen Aufstand in der Stadt gibt, aber die Aufklärung ist ihr wichtiger. Gut so.
    Arlbert hat seinen eigenen Bruder vergiftet, damit das "Geheimnis" gewahrt bleibt. Ich wußte doch gleich, warum ich von Anfang an ihm gegenüber misstrauisch war.


    Zarria entdeckt in der Truhe in der Kathedrale die Glasfigur von dem Kardinal aus dem Prolog. Wie sie dann Glad zum nochmaligen Geisterrufen überredet ist zwar nicht die feine Art, aber manchmal heiligt der Zweck die Mittel. Ich bin gespannt, was der Kardinal zu sagen hat.


    Ich muss jetzt schnell weiterlesen :lesen:

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)

  • Jaaa. Das habe ich dann auch gemerkt, als ich fertig war mit schreibe .... :-[
    Ich habe auch schnell weitergelesen.


    Also was der Kardinal zu sagen hat bestätigt, dass der Prolog vorher spielt und dass das Mädchen Josefa ist.
    Und wie Svanthine vermutete hat, hat Josefa einen Glasdrachen gefertigt. Und damit hat sie dann den echten Drachen gerufen.Nur wie? Selbst der Kardinal hat Josefas Talent erkannt und wusste eigentlich, dass es falsch war, ihr die Glasbläserei zu verbieten. Ansonsten werden jetzt endlich viele Fragen beantwortet! Es gab ein weiteres Hohes Haus und Josefa hat es aus Rache vernichtet. Ansonsten ist ihr wohl, als Kind schon mit zuviel Macht und zu wenig Grenzen, ihre Macht zu Kopf gestiegen ind hat sie zu der Hexe gemacht, die sie heute ist. Eigentlich auch irgendwie traurig. Die Auserwählten jedes Hauses, die dem Drachen geopfert wurden waren dann wohl die ersten Glasfiguren, die als "Seelenaufbewahrer" mit Hilfe des Drachenfeuers geschaffen wurden. Aber wenn tatsächlich der DRACHE das Opfer für seine Hilfe gefordert hat, konnte ihn Josefa mit der Drachenfigur nur rufen und nicht beherrschen. Wie macht sie es dann? Und Zarria bekommt vom Kardinal den Grabsegen um Xina zu erlösen. Hoffentlich klappt das.


    Und das Kapitel endet mit einem absoluten Schlag. Glad verrät Zarria! Warum? Aus Angst vor Josefa? Das würde schon zu ihm passen. Vielleicht war Glad aber auch von Anfang an von Josefa auf Zarria angesetzt. Sollte er sich ihr Vertrauen erschleichen und sie für Joseafa ausspionieren, um sie im entscheidenden Moment zu verraten?

    Liebe Grüße Andrea

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  • Ich habe dieses Kapitel gleich nochmal gelesen.
    Mit diesem Wissen liest es sich ganz anders.


    Ich denke, dass Glad wohl wie er sagt: "die größte Angst vor dem Unbekannten" hat. Wenn Zarria also jetzt mit ihrem Handeln die ganze bisherige bekannte Ordnung der Stadt zerstört, wird Glads größte Angst wahr. Denn er weiß ja nicht, wie sich das Leben danach gestalten wird. Frei nach dem Motto: "Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach."

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich musste auch schon weiterlesen und in diesem Abschnitt werden ja doch einige Fragen beantwortet.



    Da stecken also mal wieder die Machons hinter dem nächsten Mord. Langsam wird mir Astana dann aber doch etwas unsympatisch. Sie geht über Leichen, um an mehr Macht zu kommen und diese zu festigen. Gut, dass tun die anderen Patriezier-Familien auch, aber irgendwie hatte ich gehofft, die Machons wären vielleicht anders ...


    Na ja, dass die Machons anders sind, als die anderen Patrizierfamilien davon bin ich nie ausgegangen, aber dass sie jetzt auch noch Vitoria umbringen, finde ich dann doch mal übertrieben. Also davon abgesehen, dass es total krank ist, was die Familien da veranstalten, aber alleine aus Machtbestreben kann ich verstehen, dass sie Kaydon beseitigt haben, um Zarria den Weg zu ebnen. Aber Vitoria hat jetzt in meinen Augen keine wirkliche Gefahr dargestellt, mit der Zarria nicht fertig geworden wäre. Aber ich kann es nur wiederholen: Absolut krank! Diese Familien sind nur damit beschäftigt, sich gegenseitig umzubringen. Total irre!
    Sie denken zwar, dass sie Schutz vor einem angeblichen Feind von außen brauchen, aber meiner Meinung nach, sind ihre größten Feinde sie selber. Sie sind so damit beschäftigt sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen, dass sie gar nicht dazu kommen, mal darüber nachzudenken, wie krank das alles eigentlich ist: Seit 90 Jahren verstecken sie sich vor einem angeblichen Feind, der draußen lauert, lassen sich von Draken Alpträume bescheren und nehmen es in Kauf, dass ihre Verwandten als Geister ruhelos herum irren müssen. Und keiner stellt das mal in Frage! Absolut irre und erschreckend! Denn ich denke, dass das doch ziemlich nah an die menschliche Realität heranreicht: Die meisten Menschen neigen dazu Dinge einfach hinzunehmen und bloß nie in Frage zu stellen bzw. ganz nach dem Prinzip von Glad zu leben: Bloß keine Veränderung, denn dann erwartet einen Unbekanntes. ::)



    Und das Kapitel endet mit einem absoluten Schlag. Glad verrät Zarria! Warum? Aus Angst vor Josefa? Das würde schon zu ihm passen. Vielleicht war Glad aber auch von Anfang an von Josefa auf Zarria angesetzt. Sollte er sich ihr Vertrauen erschleichen und sie für Joseafa ausspionieren, um sie im entscheidenden Moment zu verraten?


    Ich muss gestehen, dass ich das fast schon vermutet habe, dass Glad sich noch gegen Zarria wenden wird. Schon als er bei Astana sofort einknickt und gesteht, was sie getan haben, war mir klar, dass ihm die Sache über den Kopf wächst und er nicht mehr als Verbündeter von Zarria funktionieren kann. Dann sagt er auch noch selber, dass er Angst vor dem Unbekannten hat und lieber Medium wird, als dass sich alles ändert. Schon diese Aussage hätte Zarria misstrauisch machen müssen, aber andererseits braucht sie Glad, um mit dem Mönch reden zu können. Aber Glad hat sich als genau das erwiesen, was ich schon immer vermutet habe: ein Feigling. ::) :P ;D



    Die Geisteranrufung hat funktioniert. Und was wir von Fidelius/Erneto erfahren, bestätigte meine Vermutung mit den Seelenanteilen der Geister in den Glasfiguren und dass sie aus Angst vor Zerstörung die Stadt nicht angreifen. Und bei den erlösten Geistern erlöschen dann auch die Funken in den Glasfiguren. Daherum mussten die Mönche weg! Hätten sie mit Hilfe des Buches die Geister erlöst, wäre Josefas "Schutzwall" vor der Außenwelt zerstört wurden. Aber welche angebliche Gefahr, welcher "Feind" sollte nach über 90 Jahren noch da drußen für die Stadt bestehen? Wohl eher eine Gefahr für Josefa und ihre Macht über die Stadt und den Drachen. Interessant ist, dass es unter den Geistern "Fürsten und Sklaven" gibt. Viele der früheren Anführer des Krieges sind jetzt Geisterfürsten aber wer hat sie dazu gemacht und woher haben sie mehr Macht als die anderen Geister? Haben sie einen besonderen Pakt mit Josefa?


    Oh ja, das war doch mal spannend diese Auflösung zu lesen und viele der vorher getroffenen Spekulationen bestätigt zu sehen. Josefa bannt tatsächlich die Seelen in diese Glasfiguren und stellt so auch sicher, dass die Stadt nicht von Geistern angegriffen wird. Jetzt wird auch klar, warum die Mönche eine Gefahr darstellen und alle getötet werden mussten. Schließlich könnten sie allen Geistern Frieden bringen und damit dieses irre Bollwerk von Josefa komplett zerstören. Aber glaubt Josefa wirklich selber noch daran, dass da eine Gefahr besteht oder will sie so wirklich nur ihre Macht sichern? Was ich zu den ganzen oberen Patriziern denke, habe ich ja schon oben geschrieben: "Never change a running system", auch wenn es total bekloppt ist. ::)


    Und noch spannender fand ich die Enthüllungen des Kardinals und dass es tatsächlich einst noch ein anderes hohes Haus gegeben hat. Bis jetzt konnte ich mir immer keinen Reim darauf machen, warum es in Josefa's Interesse sein sollte ein gesamtes Haus auszulöschen, aber jetzt wurde es klar: Rache! Rache dafür, dass sie von ihrer Leidenschaft ferngehalten wurde.



    Und wie Svanthine vermutete hat, hat Josefa einen Glasdrachen gefertigt. Und damit hat sie dann den echten Drachen gerufen.Nur wie?


    Ja, diese Frage beschäftigt mich auch noch. Jetzt verwendet sie ja das Drakenfeuer, um ihre Glasfiguren zu härten, aber wie hat sie das damals gemacht? Vor allem nachdem ihr ja auch verboten wurde mit den Glasbläsern zu sprechen? Auf die Erklärung bin ich wirklich gespannt.


    Dass Zarria mit ihren ganzen Entdeckungen gleich vor den großen Rat tritt, weiß ich noch nicht so genau, ob ich das als besonders mutig oder besonders dämlich einstufen soll. Aber vielleicht hat sie ja damit doch zumindest einige zum Nachdenken gebracht und bewirkt damit mal ein Hinterfragen des Ist-Zustands? :-\


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Na ja, dass die Machons anders sind, als die anderen Patrizierfamilien davon bin ich nie ausgegangen, aber dass sie jetzt auch noch Vitoria umbringen, finde ich dann doch mal übertrieben. Also davon abgesehen, dass es total krank ist, was die Familien da veranstalten, aber alleine aus Machtbestreben kann ich verstehen, dass sie Kaydon beseitigt haben, um Zarria den Weg zu ebnen. Aber Vitoria hat jetzt in meinen Augen keine wirkliche Gefahr dargestellt, mit der Zarria nicht fertig geworden wäre. Aber ich kann es nur wiederholen: Absolut krank! Diese Familien sind nur damit beschäftigt, sich gegenseitig umzubringen. Total irre!
    Sie denken zwar, dass sie Schutz vor einem angeblichen Feind von außen brauchen, aber meiner Meinung nach, sind ihre größten Feinde sie selber. Sie sind so damit beschäftigt sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen, dass sie gar nicht dazu kommen, mal darüber nachzudenken, wie krank das alles eigentlich ist: Seit 90 Jahren verstecken sie sich vor einem angeblichen Feind, der draußen lauert, lassen sich von Draken Alpträume bescheren und nehmen es in Kauf, dass ihre Verwandten als Geister ruhelos herum irren müssen. Und keiner stellt das mal in Frage! Absolut irre und erschreckend! Denn ich denke, dass das doch ziemlich nah an die menschliche Realität heranreicht: Die meisten Menschen neigen dazu Dinge einfach hinzunehmen und bloß nie in Frage zu stellen bzw. ganz nach dem Prinzip von Glad zu leben: Bloß keine Veränderung, denn dann erwartet einen Unbekanntes. ::)


    Da bin ich ganz deiner Meinung. Die sind alle nicht mehr ganz klar im Kopf!




    Dass Zarria mit ihren ganzen Entdeckungen gleich vor den großen Rat tritt, weiß ich noch nicht so genau, ob ich das als besonders mutig oder besonders dämlich einstufen soll. Aber vielleicht hat sie ja damit doch zumindest einige zum Nachdenken gebracht und bewirkt damit mal ein Hinterfragen des Ist-Zustands? :-\


    Ja ob das von Zarria so gut durchdacht ist weiß ich auch nicht. Es sieht mehr nach einer Kurzschlussreaktion aus. Sicher dürfen diese Entdeckungen nicht länger geheim gehalten werden, aber eine etwas überlegtere Herangehensweise wäre vielleicht besser gewesen ...

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)

  • Allmählich wird es immer schwieriger nach den Abschnitten zu pausieren – am liebsten würde ich jetzt durchlesen.


    In diesem Abschnitt bekommen wir noch einige Antworten geliefert: wie schon vermutet, gab es tatsächlich ein 8. Haus, welches Josefa aber scheinbar komplett ausgelöscht hat. War das ihre Rache an dem Kardinal? Meine Güte, das Mädel ist ja ganz schön nachtragend :D Oder aber wollte sie die Familie auch deswegen auslöschen, weil aus ihr die christlichen Priester stammten, die ihrem geschaffenen Gleichgewicht von Geistern und deren gefangenen Seelen gefährlich werden konnten, da sie die Macht hatten, Seele und Geister wieder zu vereinen. Nun ist auch geklärt, warum die Skulptur im Ostturm keine Funken mehr hatte.
    Josefa hat also tatsächlich die Geister im Griff, weil sie die Seelen als Druckmittel gegen sie in der Hand hat.


    Ich bin mir nicht sicher, ob es mutig oder töricht von Zarria war, so offen vor dem Senat zu reden. Andererseits, nachdem Glad sie jetzt verraten hat, ist es vllt. nicht schlecht, wenn Aufruhr herrscht und Zarria nicht einfach irgendwo in einem Kerker verschwindet. Mensch, Glad, was bist du doch für ein Schlappschwanz! Er hat mich echt enttäuscht. Auf wen kann sich Zarria jetzt noch verlassen? Ihren Onkel? Da bin ich skeptisch, für ihn scheint die Familie ja auch an erster Stelle zu stehen. Evtl. noch Turan, er ist unabhängig, das könnte ein Vorteil sein.


    Ob wirklich noch eine Gefahr für Koda besteht, wie Josefa behauptet, würde ich inzwischen auch anzweifeln, außerdem weiß man das erst mit Sicherheit, wenn man die Geister befreit hat.


    Ha, dachte ich mir doch, daß der Kardinal auch eine Skulptur ist und ein Blick in den goldenen Sarg lohnt. Sehr aufschlußreich dieses Gespräch, blöd nur, daß Josefa dazwischenfunkt.
    Aber wie hat sie die Drachenskulptur hergestellt, wenn es noch keine Drakenfeuer gab? Und wo befindet sich diese Skulptur jetzt? Woher wußte Josefa damals, daß sie mit dieser Skulptur den Drachen bannen kann (davon gehe ich jetzt mal aus, daß es so ist)? Was passiert, wenn man die Drachenskulptur zerstört, ist der Drache dann frei oder tot? Wenn er frei wäre, müßte er doch einfach nur die Kathedrale und Koda in Schutt und Asche legen, früher oder später würde dabei die Skulptur sicher auch zerstört werden. Außer sie ist an einem sehr sicheren Ort. Wie kann Josefa mit der Figur den Drachen bannen? Befindet sich darin ebenfalls seine Seele, obwohl er noch lebt?


    Eine Frage drängt sich mir auch immer wieder auf, in diesem Abschnitt und im Kerker bei Fidelius bei der Erwähnung der lateinischen Worte oder als Josefa Zarria fragt, was sie tun würde, wenn ein bewaffnetes Kind sie in einer fremden Sprache ansprechen würde: es gab irgendwann mal andere Sprachen, die Bedrohung vor 90 Jahren kam ebenfalls von außerhalb, also muß es irgendwann Städte, Länder, Menschen usw. um Koda gegeben haben, während heute Koda wie eine einsame Insel im Nirgendwo erscheint, abgeschnitten durch das Leidende Land und die Geister. Gibt es denn drumrum überhaupt nichts mehr?


  • Gut, dass tun die anderen Patriezier-Familien auch, aber irgendwie hatte ich gehofft, die Machons wären vielleicht anders ...


    Mir waren auch die Machons immer suspekt, ich denke, wenn du in Koda nicht mitziehst bei den Intrigen usw. hast du gleich verloren. Lediglich Zarria ist immer wieder am hinterfragen.



    Interessant ist, dass es unter den Geistern "Fürsten und Sklaven" gibt. Viele der früheren Anführer des Krieges sind jetzt Geisterfürsten aber wer hat sie dazu gemacht und woher haben sie mehr
    Macht als die anderen Geister? Haben sie einen besonderen Pakt mit Josefa?


    Das hat mich auch überrascht - bleibt also alles beim Alten, ob du Geist bist oder nicht ;D



    Arlbert hat seinen eigenen Bruder vergiftet, damit das "Geheimnis" gewahrt bleibt. Ich wußte doch gleich, warum ich von Anfang an ihm gegenüber misstrauisch war.


    Ja, wir waren zu recht mißtrauisch.



    Mit dem jetzigen Wissen ist vielleicht der Dialog zwischen Zarria und Glad in Kapitel 27 etwas aufschlussreicher als beim ersten Lesen ... ;)


    Stimmt - eigentlich hätte das schon eine Warnung sein sollen, aber ich hatte gehofft, er ist doch noch zu wankelmütig und läßt sich durch Zarrias Verführungsversuche einlullen.



    Absolut krank! Diese Familien sind nur damit beschäftigt, sich gegenseitig umzubringen. Total irre!
    Sie denken zwar, dass sie Schutz vor einem angeblichen Feind von außen brauchen, aber meiner Meinung nach, sind ihre größten Feinde sie selber. Sie sind so damit beschäftigt sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen, dass sie gar nicht dazu kommen, mal darüber nachzudenken, wie krank das alles eigentlich ist: Seit 90 Jahren verstecken sie sich vor einem angeblichen Feind, der draußen lauert, lassen sich von Draken Alpträume bescheren und nehmen es in Kauf, dass ihre Verwandten als Geister ruhelos herum irren müssen. Und keiner stellt das mal in Frage! Absolut irre und erschreckend! Denn ich denke, dass das doch ziemlich nah an die menschliche Realität heranreicht: Die meisten Menschen neigen dazu Dinge einfach hinzunehmen und bloß nie in Frage zu stellen bzw. ganz nach dem Prinzip von Glad zu leben: Bloß keine Veränderung, denn dann erwartet einen Unbekanntes. ::)


    Da fragt man sich, ob es nicht von Vorteil wäre, wenn der Drache mal alles in Schutt und Asche legen würde? Damit dieses ganze versumpfte System ein Ende hätte.


  • ich musste auch schon weiterlesen und in diesem Abschnitt werden ja doch einige Fragen beantwortet.


    Der mit seinen Leserinnen und Lesern fühlende Autor beantwortet selbstverständlich alle drängenden Fragen. ;)



    Aber Vitoria hat jetzt in meinen Augen keine wirkliche Gefahr dargestellt, mit der Zarria nicht fertig geworden wäre.


    Ein Familienoberhaupt aus Koda würde dich an dieser Stelle wohl fragen, was Du mit "keine wirkliche" meinst. Du würdest vermutlich mit "sehr unwahrscheinlich" antworten. Das Familienoberhaupt würde dich mit einem bohrenden Blick bedenken und erwarten, dass Du Dich festlegst. 25% Gefahr? 10%? 5%? Und dann würde man Dir mitteilen, dass schon 1% Gefahr, die dem größten Coup der Familie in den letzten Jahren droht, schwerer wiegt als das Leben einer Angehörigen eines anderen Hauses.
    >:D



    Seit 90 Jahren verstecken sie sich vor einem angeblichen Feind, der draußen lauert, lassen sich von Draken Alpträume bescheren und nehmen es in Kauf, dass ihre Verwandten als Geister ruhelos herum irren müssen.


    Hier könnte man noch überlegen, wer konkret das alles weiß. Zarria etwa ist in einem Hohen Haus aufgewachsen, hat diese Zusammenhänge aber erst im Laufe dieser Geschichte erfahren. War sie besonders ahnungslos? Oder gibt es nur einen kleinen eingeweihten Zirkel?
    [quote author=Seite 280f]
    Als Obristin der Drachengarde hätten wir dich ohnehin eingeweiht«, sagte Astana. »Jetzt hast du dir dieses Wissen verfrüht genommen. ...«
    ...
    »Die Edelsten werden im Drachenfeuer verbrannt, nicht in der Erde vergraben. Finden sie Frieden?«
    »Auch du wirst dazugehören, Zarria. Die Obristin der Drachengarde wird niemals zu einem Geist werden.«
    »Ebenso wenig wie die Oberhäupter der Hohen Häuser«, sagte ich tonlos. Ich dachte an die Grüfte, die neben der Kathedrale in den Fels des Bergmassivs geschlagen waren und die Urnen aufnahmen.
    »So ist es. Diese Gunst wird jenen gewährt, die im Leben die schwerste Bürde tragen.«
    [/quote]



    Aber Glad hat sich als genau das erwiesen, was ich schon immer vermutet habe: ein Feigling.



    Mensch, Glad, was bist du doch für ein Schlappschwanz! Er hat mich echt enttäuscht.


    Liebes Tagebuch,
    Team Glad hat nur noch Außenseiterchancen ...



    Oh ja, das war doch mal spannend diese Auflösung zu lesen und viele der vorher getroffenen Spekulationen bestätigt zu sehen.


    Ihr habt die Hinweise in den früheren Leseabschnitten sehr gut zusammengesetzt.
    :klatschen:



    Aber glaubt Josefa wirklich selber noch daran, dass da eine Gefahr besteht oder will sie so wirklich nur ihre Macht sichern?



    Ob wirklich noch eine Gefahr für Koda besteht, wie Josefa behauptet, würde ich inzwischen auch anzweifeln, außerdem weiß man das erst mit Sicherheit, wenn man die Geister befreit hat.


    Das ist eine berechtigte Frage, wie ich finde.



    Ja, diese Frage beschäftigt mich auch noch. Jetzt verwendet sie ja das Drakenfeuer, um ihre Glasfiguren zu härten, aber wie hat sie das damals gemacht? Vor allem nachdem ihr ja auch verboten wurde mit den Glasbläsern zu sprechen? Auf die Erklärung bin ich wirklich gespannt.


    Und diese Erklärung wird kommen - was mich wiederum gespannt sein lässt, ob sie Euch zusagen wird. :)



    Ja ob das von Zarria so gut durchdacht ist weiß ich auch nicht. Es sieht mehr nach einer Kurzschlussreaktion aus. Sicher dürfen diese Entdeckungen nicht länger geheim gehalten werden, aber eine etwas überlegtere Herangehensweise wäre vielleicht besser gewesen ...


    Glaubt Ihr, Zarria ist noch ganz sie selbst - oder ist da etwas anderes, sehr Impulsives, hinzugekommen? ;)



    War das ihre Rache an dem Kardinal? Meine Güte, das Mädel ist ja ganz schön nachtragend :D Oder aber wollte sie die Familie auch deswegen auslöschen, weil aus ihr die christlichen Priester stammten, die ihrem geschaffenen Gleichgewicht von Geistern und deren gefangenen Seelen gefährlich werden konnten, da sie die Macht hatten, Seele und Geister wieder zu vereinen.


    Letzteres wäre eine logische Herangehensweise, die ich auch gar nicht ausschließen möchte. Ergänzend lohnt es, anzuschauen, wie Zarria agiert, seit sie dem DRACHEN so nahe ist. Josefa ist schon sehr, sehr viel länger in seiner Nähe ...




    Ha, dachte ich mir doch, daß der Kardinal auch eine Skulptur ist und ein Blick in den goldenen Sarg lohnt.


    :klatschen:



    ... während heute Koda wie eine einsame Insel im Nirgendwo erscheint, abgeschnitten durch das Leidende Land und die Geister. Gibt es denn drumrum überhaupt nichts mehr?


    Nehmen wir an, es gäbe sonst nichts. Dann würde sich das Leidende Land mit seinen Geistern endlos über die gesamte Welt erstrecken.
    Die andere Möglichkeit: Es gibt noch eine Außenwelt. Dann wäre das Leidende Land ein mehr oder minder dicker Ring, der sich um Koda zieht. Wie würde sich das wohl darstellen, wenn man von außen her auf diesen Ring stieße?


  • Nehmen wir an, es gäbe sonst nichts. Dann würde sich das Leidende Land mit seinen Geistern endlos über die gesamte Welt erstrecken.
    Die andere Möglichkeit: Es gibt noch eine Außenwelt. Dann wäre das Leidende Land ein mehr oder minder dicker Ring, der sich um Koda zieht. Wie würde sich das wohl darstellen, wenn man von außen her auf diesen Ring stieße?


    Stimmt, wenn es irgendwo in der Ferne noch etwas gibt (davon gehe ich jetzt eher aus), kommt man auch von der anderen Seite mit dem Ring in Kontakt. Hm, haben die Menschen dort die gleichen Probleme mit dem Geistern oder haben sie es nur auf Koda abgesehen? Gut, es könnte natürlich auch sein, daß die Geister wirklich die ganze Welt überzogen und sämtliche Menschen ausgetrocknet haben, aber mit den Mönchen kamen sie auch ganz gut klar. Und bisher wissen wir nur von Josefa, die Geist und Seele der Toten spaltet, wenn das sonst keiner macht, warum sollten die Geister dann so einen Hass auf die Menschen haben, daß sie die ganze Welt entvölkern.


  • Mit dem jetzigen Wissen ist vielleicht der Dialog zwischen Zarria und Glad in Kapitel 27 etwas aufschlussreicher als beim ersten Lesen ... ;)


    Mich hat Glad hier auch total überrascht. Trotz des Dialoges mit Zarria. Aber ob die Angst vor Veränderung wirklich der einzige Antrieb für ihn war, kann ich irgendwie nicht glauben. Was ist mit Zarrias Verhalten ihm gegenüber? Bisher war sie aufrichtig und ehrlich mit ihm. Jetzt, um seine Gefühle für sie wissend, spielt sie ihm etwas vor. Wird unaufrichtig, macht, was alle Hohen Häuser machen: intriegieren um ihren Willen durchzusetzen. Ich glaube, das hat für Glad den Ausschlag gegeben. Vielleicht will ich ihn aber auch nur nicht ganz abschreiben. Irgendwie mag ich ihn.


    Zitat

    Glaubt Ihr, Zarria ist noch ganz sie selbst - oder ist da etwas anderes, sehr Impulsives, hinzugekommen? ;)


    Na ja, sie sagt selbst, das sie sich dem Drachen sehr nahe fühlt, und ihn in sich spürt, sein Blut, seine Gedanken. Vielleicht ist jetzt die Zeit reif, das der Drache ihr Impulse zum Handeln gibt. Ich habe das Gefühl, er bestärkt sie in ihrem Tun. Der Drache würde wahrscheinlich von einem Aufstand und dem anschließenden Chaos profitieren.


    Zitat

    Mir waren auch die Machons immer suspekt, ich denke, wenn du in Koda nicht mitziehst bei den Intrigen usw. hast du gleich verloren. Lediglich Zarria ist immer wieder am hinterfragen.


    Aber auch Zarria fängt an in diesem Leseabschnit ganz deutlich, Menschen zu manipulieren (Glad) und zu benutzen. Sie ist eine gute Tochter ihres Hauses.


    Zitat

    Da fragt man sich, ob es nicht von Vorteil wäre, wenn der Drache mal alles in Schutt und Asche legen würde? Damit dieses ganze versumpfte System ein Ende hätte.


    Wünschen würde ich mir das nicht. Das gäbe jede Menge unschuldiger Tote. Ich bin kein Freund von totalen Umstürzen um jeden Preis. Dabei trifft es immer (auch) die Falschen.


    Zitat

    Ha, dachte ich mir doch, daß der Kardinal auch eine Skulptur ist und ein Blick in den goldenen Sarg lohnt. Sehr aufschlußreich dieses Gespräch, blöd nur, daß Josefa dazwischenfunkt.


    Das war auch eine Szene, die mir sehr gut gefallen hat. Und der Kardinal ist gar nicht so schlimm, wie ich es nach dem Prolog erwartet hätte. Er sieht in Josefa immer noch das Gute Kind.
    Allerdings habe ich mich auch gefragt, ob sich die Szene ganz in Zarrias Kopf abspielte? Wenn nicht hätte Josefa ja auch die Lossprechungsformel gehört, die der Kardinal Zarria beigebracht hat, um die Geister zu erlösen.
    Schmunzeln mußte ich allerdings, als der Kardinal Zarria zu einem 'Priester' macht, weil sonst keiner mehr da ist. So einfach kann man also zu einem Vertreter der Kirche werden. Mir hätte es besser gefallen, wenn im Kloster noch ein einzelner alter Mönch zurückgeblieben wäre, der jetzt eine wichtige Rolle spielen könnte.


    Zitat

    wie schon vermutet, gab es tatsächlich ein 8. Haus, welches Josefa aber scheinbar komplett ausgelöscht hat. War das ihre Rache an dem Kardinal? Meine Güte, das Mädel ist ja ganz schön nachtragend. Oder aber wollte sie die Familie auch deswegen auslöschen, weil aus ihr die christlichen Priester stammten, die ihrem geschaffenen Gleichgewicht von Geistern und deren gefangenen Seelen gefährlich werden konnten, da sie die Macht hatten, Seele und Geister wieder zu vereinen.


    Ich denke auch sie hat das ganze Haus ausgelöscht, um die Priesterschaft zu treffen. Aber wie konnten die Mönche überleben? Und ein ganzes Kloster wieder bevölkern? Sie müssen Hilfe gehabt haben, Vielleicht von den Webern?


    Zitat

    Ich bin mir nicht sicher, ob es mutig oder töricht von Zarria war, so offen vor dem Senat zu reden.


    Diesmal würde ich es eher als töricht einstufen. Ich meine sie hat Teile des Drachen in sich. Das vernebelt ihr vielleicht manchmal das klare Denken. Aber warum versucht sie keine Verbündeten zu fnden? Warum hinterfragt sie nicht die Struktur der Mönche? Wie konnten die sich ausbreiten, und in der Stadt agieren? Wie konnte der tote Gerro zum Glauben bekehrt werden? Hat er das Evangelium selbst gefunden? Haben es ihm die Mönche zugespielt? Wieso hat Zarria Turan so aus ihrem Gedächtnis gestrichen? Mit seiner Hilfe könnte sie versuchen eine Struktur für den Umsturtz aufzubauen. Jetzt sind wir in der Situation, das mit ihrem Tod alles vorbei ist. Der Gedanke des Wandels ist zwar in der Welt, aber er kann sicherlich noch unterdrückt werden (Zarria glaubt das ja selbst).


    Zitat

    Und wie Svanthine vermutete hat, hat Josefa einen Glasdrachen gefertigt. Und damit hat sie dann den echten Drachen gerufen.Nur wie?


    Bisher dienten die Glasfiguren immer der Kontrolle. So wird es auch mit der Drachenglasfigur sein. Der Kardinal bezeichnet doch das Mädchen Josefa als einzigartige Träumerin. Vielleicht ist der Drache ein Produkt ihrer realgewordenen Träume. Und sie hat ihn nach seiner Hilfe dann in Ketten gelegt, weil die Glasfigur allein nicht reichte. Die Medien verändern doch mit ihren Träumen die Realität. Und wenn die Träume nicht vom Drachen kommen, sondern von Josefa? Sie ist vielleicht das mächtigste Medium von allen. Und kann so schöpferisch wirken. Vielleicht braucht sie auch den Drachen als Katalysator, jetzt wo sie eine ganze Stadt leitet.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

    Einmal editiert, zuletzt von Torshavn ()


  • Aber ob die Angst vor Veränderung wirklich der einzige Antrieb für ihn war, kann ich irgendwie nicht glauben. Was ist mit Zarrias Verhalten ihm gegenüber? Bisher war sie aufrichtig und ehrlich mit ihm. Jetzt, um seine Gefühle für sie wissend, spielt sie ihm etwas vor. Wird unaufrichtig, macht, was alle Hohen Häuser machen: intriegieren um ihren Willen durchzusetzen. Ich glaube, das hat für Glad den Ausschlag gegeben.
    ...
    Aber auch Zarria fängt an in diesem Leseabschnit ganz deutlich, Menschen zu manipulieren (Glad) und zu benutzen. Sie ist eine gute Tochter ihres Hauses.


    Eine schöne Betrachtung, die den Blick über die Perspektivfigur hinaus weitet. In der Tat ist Zarrias Verhalten gegenüber ihren Mitmenschen auch nicht immer von Rücksichtnahme und Empathie geprägt, scheint mir ...



    Vielleicht ist jetzt die Zeit reif, das der Drache ihr Impulse zum Handeln gibt. Ich habe das Gefühl, er bestärkt sie in ihrem Tun. Der Drache würde wahrscheinlich von einem Aufstand und dem anschließenden Chaos profitieren.


    Haben diese Erlebnisse Zarrias mit dem Drachenblut einen Einfluss darauf, wie Du das Verhältnis Josefa - DRACHE einschätzt?



    Wünschen würde ich mir das nicht. Das gäbe jede Menge unschuldiger Tote. Ich bin kein Freund von totalen Umstürzen um jeden Preis. Dabei trifft es immer (auch) die Falschen.


    Das ist eine sehr grundsätzliche Frage, denke ich. Ein Umsturz wird auch viele Unschuldige treffen, das ist ganz klar. Andererseits werden wohl auch unter der bestehenden Ordnung Unschuldige leiden. Ist es statthaft, ein Unrecht zu begehen, um ein anderes zu beenden?



    Allerdings habe ich mich auch gefragt, ob sich die Szene ganz in Zarrias Kopf abspielte? Wenn nicht hätte Josefa ja auch die Lossprechungsformel gehört, die der Kardinal Zarria beigebracht hat, um die Geister zu erlösen.


    Nehmen wir an, sie hätte diese Formel erfahren - was würde sie damit anfangen?



    Ich denke auch sie hat das ganze Haus ausgelöscht, um die Priesterschaft zu treffen. Aber wie konnten die Mönche überleben? Und ein ganzes Kloster wieder bevölkern?


    Am Beispiel Fidelius erfahren wir, dass die Mönche Waisenkinder aufnehmen. Eventuell kann man auch im Erwachsenenalter freiwillig beitreten.
    Die Frage ist, ob jene, die ihnen übel wollen, von ihrer Existenz wussten. Hatten sie viel Kontakt zu Patriziern? Insbesondere zu denen, die den Überblick haben und richtig einordnen können, um was für eine Gruppierung es sich handelt? - Und ob die Mönche überhaupt als Bedrohung gesehen wurden - große Erfolge bei den Geistern haben sie ja erst seit Kurzem. Zarria hatte bereits durch einen Zuträger von kauzigen Leuten in Kutten gehört, die mildtätig aktiv waren, diese Information aber als irrelevant ignoriert.



    Hat er das Evangelium selbst gefunden? Haben es ihm die Mönche zugespielt?


    Da Fidelius von ihm wusste, muss es in jedem Fall zu einem Kontakt gekommen sein - entweder bevor oder nachdem er das Evangelium bekommen hat.
    Ich hatte überlegt, Zarria im Kloster den Druckstock für die Evangelien finden zu lassen, fand dann aber, dass das zu weit geführt hätte. Zudem wäre es für sie wahrscheinlich schwierig gewesen, richtig zu interpretieren (und dem Leser zu vermitteln), was sie dort findet - das hätte dann die spätere Zarria, die Erzählerin, übernehmen müssen. ("Damals wusste ich noch nicht, was diese merkwürdige Apparatur darstellte, aber heute ist mir klar, dass ...")



    Bisher dienten die Glasfiguren immer der Kontrolle. So wird es auch mit der Drachenglasfigur sein. Der Kardinal bezeichnet doch das Mädchen Josefa als einzigartige Träumerin. Vielleicht ist der Drache ein Produkt ihrer realgewordenen Träume. Und sie hat ihn nach seiner Hilfe dann in Ketten gelegt, weil die Glasfigur allein nicht reichte. Die Medien verändern doch mit ihren Träumen die Realität. Und wenn die Träume nicht vom Drachen kommen, sondern von Josefa? Sie ist vielleicht das mächtigste Medium von allen. Und kann so schöpferisch wirken. Vielleicht braucht sie auch den Drachen als Katalysator, jetzt wo sie eine ganze Stadt leitet.


    Eine interessante Theorie - zu der ich jetzt einmal schweige, um die Spannung zu erhalten. ;)

  • Zitat

    Zitat von: Torshavn am Heute um 12:13:12


    Allerdings habe ich mich auch gefragt, ob sich die Szene ganz in Zarrias Kopf abspielte? Wenn nicht hätte Josefa ja auch die Lossprechungsformel gehört, die der Kardinal Zarria beigebracht hat, um die Geister zu erlösen.


    Nehmen wir an, sie hätte diese Formel erfahren - was würde sie damit anfangen?


    So meinte ich es nicht. Mir ging es eher darum, das sie dann einen noch besseren Grund hätte, Zarria schnell zu töten, um die Formel wieder aus ihrer Welt zu schaffen.


    Zitat

    Haben diese Erlebnisse Zarrias mit dem Drachenblut einen Einfluss darauf, wie Du das Verhältnis Josefa - DRACHE einschätzt?


    Ja, ich denke, Josefa wird mehr tun müssen, um den Drachen unter Kontrolle zu halten. Der Drache wittert seine Chance in dem er Zarria 'unterstützt'. Grundsätzlich hat sich am Verhältnis Josefa- Drache nichts geändert. Sie hat ihn immer beherrscht, und gefangen gehalten.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

    Einmal editiert, zuletzt von Torshavn ()


  • Aber auch Zarria fängt an in diesem Leseabschnit ganz deutlich, Menschen zu manipulieren (Glad) und zu benutzen. Sie ist eine gute Tochter ihres Hauses.


    Ja, das stimmt allerdings.


    Wünschen würde ich mir das nicht. Das gäbe jede Menge unschuldiger Tote. Ich bin kein Freund von totalen Umstürzen um jeden Preis. Dabei trifft es immer (auch) die Falschen.


    Es ist auch nicht meine präferierte Lösung, aber ab und gehen nerven diese Familien derart mit ihren Intrigen und allem, daß man wirklich verzweifeln könnte.



    Allerdings habe ich mich auch gefragt, ob sich die Szene ganz in Zarrias Kopf abspielte? Wenn nicht hätte Josefa ja auch die Lossprechungsformel gehört, die der Kardinal Zarria beigebracht hat, um die Geister zu erlösen.


    Das war auch mein erster Gedanke: hat Josefa diese Worte ebenfalls mitbekommen?

  • Zitat

    Es ist auch nicht meine präferierte Lösung, aber ab und gehen nerven diese Familien derart mit ihren Intrigen und allem, daß man wirklich verzweifeln könnte.


    Das kann mich gut verstehen. Mich nerven die Familien auch. Und immer mehr, je mehr die Personen, die ich mag, an Positivem verlieren. Letztlich bleiben dann nur die Familien, ihre Intrigen und das bevorstehende Chaos.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Da stecken also mal wieder die Machons hinter dem nächsten Mord. Langsam wird mir Astana dann aber doch etwas unsympatisch. Sie geht über Leichen, um an mehr Macht zu kommen und diese zu festigen. Gut, dass tun die anderen Patriezier-Familien auch, aber irgendwie hatte ich gehofft, die Machons wären vielleicht anders ...


    Zitat

    Seit 90 Jahren verstecken sie sich vor einem angeblichen Feind, der draußen lauert, lassen sich von Draken Alpträume bescheren und nehmen es in Kauf, dass ihre Verwandten als Geister ruhelos herum irren müssen. Und keiner stellt das mal in Frage! Absolut irre und erschreckend!


    Das sehe ich auch so. Die Angst ist ein mächtiges Instrument um alle in Schach zu halten. Evtl. ist es ja draussen schon wieder viel besser und das ganze Abschirmen macht gar keinen Sinn mehr.



    Und das Kapitel endet mit einem absoluten Schlag. Glad verrät Zarria! Warum? Aus Angst vor Josefa? Das würde schon zu ihm passen. Vielleicht war Glad aber auch von Anfang an von Josefa auf Zarria angesetzt. Sollte er sich ihr Vertrauen erschleichen und sie für Joseafa ausspionieren, um sie im entscheidenden Moment zu verraten?


    Das war schon sehr überraschend. Für mich war Glad bis dahin einer von den "Guten".



    Interessant ist, dass es unter den Geistern "Fürsten und Sklaven" gibt. Viele der früheren Anführer des Krieges sind jetzt Geisterfürsten aber wer hat sie dazu gemacht und woher haben sie mehr Macht als die anderen Geister? Haben sie einen besonderen Pakt mit Josefa?


    Das klingt ja schon fast nach einer parallel Gesellschaft auf Geisterebene. Vor allen Dingen klingt es so, als ob es auch im Tot keine Gleichheit gibt und damit die Toten auch im Jenseits auf sehr menschlichen Pfaden wandeln.