04: Kap. 13. Ein neues Leben - Kap. 17. Der Dolch (S. 143 - 183)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

  • Offenbar bietet dieser Leseabschnitt einige Überraschungen. :)



    Glaubt Ihr, das lag in Zarrias Absicht? Oder hatte sie einen anderen Plan und die Situation ist ihr entglitten?


    Wohl eher letzteres. Ich denke Zarria wollte das schon gemäßigter regeln. Nur das es sich so entwickelt hat wie es gesehen ist, war wohl nicht ihre Absicht. Sie hat es aber auch nicht mehr verhindern können. Das hätte sie dann wohl anders planen und angehen müssen.


  • Nur als Gedankenspiel: Was würde es für Josefa bedeuten, den DRACHEN zu verlieren?


    Entweder, wie Rhea schreibt, die Macht, die sie mithilfe des Drachen innerhalb von Koda hat. Evtl. ist sie aber auch derart abhängig von dem Drachen und seinen Gedanken (ähnlich einer Drogenabhängigkeit), daß sie nicht mehr ohne ihn leben kann. Wir wissen ja nicht, inwieweit die beiden miteinander verschmolzen sind, gedanklich meine ich; ob Josefa wirklich so die Oberhand hat, wie sie vorgibt.



    Wenn das so wäre - wer würde es ihnen verwehren wollen, und warum?


    Irgendeinen Grund muß es ja geben, daß sie neuerdings die Stadt angreifen. Wie Rhea schreibt, würden sie im Kloster Ruhe finden, dann wäre das schon längst geschehen. Oder sie wollen keine Ruhe, sondern suchen den Kampf mit dem Drachen? Und ja, entweder hält sie der Drache von der Kathedrale fern oder die Draken oder die Glasskulpturen.



    Manche Wünsche gehen in Erfüllung. ;)


    Sehr schön ;D



    Ah, ein neues Motiv: ein innerfamiliärer Konflikt bei den Rubinsteyns?


    Arlbert ist bei mir als Verdächtiger auch noch nicht draußen. .



    Der DRACHE ... Josefa ... Wer dient wem, wer hat die Macht?


    Ich denke, Josefa ist das Werkzeug des Drachen.


  • Offenbar bietet dieser Leseabschnitt einige Überraschungen. :)



    Diese Schlussfolgerung halte ich bei meinen Geschichten generell für gewagt. Lasst Euch nicht durch die Perspektive der Ich-Erzählerin in trügerische Sicherheit wiegen ...
    >:D


    Ja, Bei Bernard mußt Du mit allem rechnen, da kann auch mal der Hauptheld sterben! Häng lieber Dein Herz nicht dran :)



    Ich hätte gedacht, dass dies nicht so drastisch erfolgen wird und das Zarria eher versucht auf eine andere Einigung hinzuwirken. Aber so irrt man sich. Das war dann ja am Ende ein richtiges Gemetzel und die Mönche hatten Null Chance.


    Glaubt Ihr, das lag in Zarrias Absicht? Oder hatte sie einen anderen Plan und die Situation ist ihr entglitten?
    [/quote]
    Sie hatte einen anderen Plan in ihrem kleinen Handlungsrahmen, den sie hatte, aber sie war nicht in der Lage ihn durchzusetzen. Ich denke sie wollte die Mönche einfach nur gefangen nehmen und ausliefern.

  • Ja, Bei Bernard mußt Du mit allem rechnen, da kann auch mal der Hauptheld sterben! Häng lieber Dein Herz nicht dran :)



    :o :o : :o :ernst:
    Das ist mein erstes Buch von Bernard. Ist es wirklich schon in anderen Büchern vorgekommen, dass der Hauptheld mittendrin stirbt? :boahnee:

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)

    Einmal editiert, zuletzt von anschu74 ()


  • Und dann bleibt er freiwillig in Gefangenschaft? Ohne fliegen zu dürfen? Der Traum vom Fliegen und der Kleinheit der Menschen ist dann ein Fake?


    Das ist die Frage, ob er wirklich in Gefangenschaft ist oder ob er nicht etwas ganz anderes verfolgt - keine Ahnung ... :D


  • Das ist die Frage, ob er wirklich in Gefangenschaft ist oder ob er nicht etwas ganz anderes verfolgt - keine Ahnung ... :D


    Der Drache macht auf mich schon einen gequälten Eindruck. Die Fesseln halten ihn offensichtlich näher. Ich glaube daher nicht, das Josefa sein Werkzeug ist. Ich sehe das eher umgekehrt. Aber ich habe das Gefühl, das der Drache Josefa so langsam entgleitet. Ich denke er arbeitet an seiner Freiheit. Vielleicht 'umwirbt' er Zarria deshalb. Und es funktioniert ja auch. Josefa fühlt sich herausgefordert.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Der Drache macht auf mich schon einen gequälten Eindruck. Die Fesseln halten ihn offensichtlich näher. Ich glaube daher nicht, das Josefa sein Werkzeug ist. Ich sehe das eher umgekehrt. Aber ich habe das Gefühl, das der Drache Josefa so langsam entgleitet. Ich denke er arbeitet an seiner Freiheit. Vielleicht 'umwirbt' er Zarria deshalb. Und es funktioniert ja auch. Josefa fühlt sich herausgefordert.


    Das ist auch gut möglich.


  • Der Drache macht auf mich schon einen gequälten Eindruck. Die Fesseln halten ihn offensichtlich näher. Ich glaube daher nicht, das Josefa sein Werkzeug ist. Ich sehe das eher umgekehrt. Aber ich habe das Gefühl, das der Drache Josefa so langsam entgleitet. Ich denke er arbeitet an seiner Freiheit. Vielleicht 'umwirbt' er Zarria deshalb. Und es funktioniert ja auch. Josefa fühlt sich herausgefordert.


    Ja, vielleicht hat er vorher Gerro umworben???

  • Das ist auch gut möglich.


    Ja das halte ich auch für eine naheliegende Möglichkeit.

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)

  • :o :o : :o :ernst:
    Das ist mein erstes Buch von Bernard. Ist es wirklich schon in anderen Büchern vorgekommen, dass der Hauptheld mittendrin stirbt? :boahnee:


    Ja, aber ich werde nicht verraten in welchem ;D Aber ich finde das gerade spannend. Wenn man sich darauf verlassen kann, dass der Held überlebt, dann ist es doch nicht wirklich spannend. Wenn er aber in eine Situation kommt, wo sein ganzes Heldentum nicht nützt, oder er sich dämlich benimmt, dann sollte such ein Held sterben können. In der (Nibelungensage sterben ja fast alle Helden :) ) Ich liebe genau diese Figurenführung bei Bernard.

  • Erst einmal ein großes SORRY, dass ich immer noch so hinterhinke. Besonders gestern haben mich und meinen Kopf die 34 Grad lahmgelegt. Aber jetzt...


    Die Zeremonie zur Ernennung als Obristin der Drachengarde steht an, und ich kann anmerken, dass mir die Beschreibung dessen, was mit Zarria geschieht, sehr gut gefällt.


    Zuvor gibt es aber noch die "Marschrichtung von Josefa: „Vergiss es niemals… Der DRACHE liebt nur mich! So war es immer, so wird es immer sein. Nur mich allein.“ (Seite 146) - Na, wenn da nicht eine riesige Portion Eifersucht mit im Spiel ist und die Angst, Zarria könnte das Herz des Drachen erobern, das bisher - das wird immer mehr deutlich - Josefa "gehört", oder wie auch immer man es nennen will.


    Zurück zur Zeremonie. Die Entwicklung der Gefühle von Zarria - vom anfänglichen Widerstreben und Aufbegehren gegen das, was von ihr erwartet wird, die Fluchtgedanken, der Scham ob vorhandener Schwächen bis hin zum Erlöschen der Angst - kann ich gut nachempfinden. Einerseits möchte Zarria abhauen, andererseits hält sie die Loyalität zu ihrer Familie, und zudem fasziniert sie letzten Endes auch der Drache.


    Und ich finde schon, dass da einiges an Mut gehört, in ein Drachenmaul zu steigen und Blut zu trinken. Diese Szene ist aufregend und vielleicht auch ein wenig verwirrend, doch von einer Faszination und Kraft, der man sich nicht entziehen kann. So ist es nicht verwunderlich, dass Zarria, in der nach diesem, nicht für Menschen gemachten Ereignis das Drachenblut brennt, sich stark fühlt und sogar Widerspruch gegenüber Josefa hinsichtlich der Mönche wagt: „Ich zweifle, ob sie wirklich schuldig sind.“ - Für Josefa gibt es keinen Zweifel und eine Wahrheit auch nicht: "Wahrheit ist eine Illusion. Lasse sie hinter dir. Unschuld existiert ohnehin nicht." (Seite 150) - Geht es tatsächlich immer nur um die Stadt? Vielleicht am Anfang, aber jetzt?


    Dass die Drachengarde nicht begeistert davon ist, dass Zarria nun die Obristin gibt, wird vor allem deutlich an Vitora. An Unterstützung bekommt Zarria insgesamt nur, was unbedingt nötig ist. Deshalb kann ich gut verstehen, als Zarria Vitora ihr mal kurz die Linke unters Kinn rammt. Eine Befreiung, zumindest im Kleinen. Ob das jetzt klug ist, mag dahingestellt sein... Zumindest wird Vitoras Ablehnung durchaus verständlich, weil sie und Kaydon ein Paar waren, und Kaydon stand ja auf der Liste der Obristennachfolger ganz weit oben.


    Um die Gefangennahme der Mönche kommt Zarria trotz aller Zweifel nicht herum. Ich meine, dass es für sie keine Alternative gegeben hätte, die Mönche nicht gefangen zu setzen, obwohl sie von ihrer Unschuld ja rein gefühlsmäßig überzeugt ist. "Obwohl sich einiges in mir gegen diese Einsicht sträubte, hatte ich längst gelernt, dass sich auch die Gerechtigkeit den Umständen fügen musste. Manchmal wurde ihr sofort Genüge getan, manchmal erst nach Jahren... manchmal gar nicht." (Seite 176) - Wenn das Urteil bereits feststeht, kann auch Zarria als einzelne Person nichts dagegen ausrichten. Aber es lässt ihr trotzdem keine Ruhe. Es gefällt mir, dass sie weitere Nachforschungen anstellt. Auch wenn sie damit den Unmut von einigen erregt...


    Fazit dieses Abschnittes ist, dass ich Ich es außerordentlich aufregend finde, dass Zarria offensichtlich eine besondere Verbindung zum Drachen eingegangen ist. Sie kann sogar seine Empfindungen spüren. "Das Feuer in meinem Innern... Es brennt in meinem Bauch wie alter Hass, den eine Erinnerung weckt. Seine Glut wärmt den Atem, und auf dem Weg hinaus versengt er, was schwach und weich in mir ist." (Seite 192)

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Zuvor gibt es aber noch die "Marschrichtung von Josefa: „Vergiss es niemals… Der DRACHE liebt nur mich! So war es immer, so wird es immer sein. Nur mich allein.“ (Seite 146) - Na, wenn da nicht eine riesige Portion Eifersucht mit im Spiel ist und die Angst, Zarria könnte das Herz des Drachen erobern, das bisher - das wird immer mehr deutlich - Josefa "gehört", oder wie auch immer man es nennen will.


    An dieser Stelle kann man ein wenig über die Figur Josefa nachdenken. Als Drachenmeisterin hat sie eine einzigartige Stellung inne. Was bedeutet das für sie? Begegnen ihr viele Leute mit Sympathie? Mit Anerkennung? Respekt? Furcht? Was bekommt sie emotional von den Menschen, denen sie begegnet?
    Und was bekommt sie vom DRACHEN?



    Für Josefa gibt es keinen Zweifel und eine Wahrheit auch nicht: "Wahrheit ist eine Illusion. Lasse sie hinter dir. Unschuld existiert ohnehin nicht." (Seite 150) - Geht es tatsächlich immer nur um die Stadt? Vielleicht am Anfang, aber jetzt?


    ... und welches Weltbild lebt Josefa? Glaubt sie an das Gute im Menschen? Denkt sie, dass bei passender Gelegenheit jeder ein Schurke ist? Oder ist ihr das egal, vielleicht, weil sie die Kategorien Gut und Böse hinter sich gelassen hat?
    Wenn jemand mit Josefas Charakter in unserer Welt leben würde - was wäre das dann für ein Mensch? Welcher Beruf würde zu ihr passen? Richterin? Terroristin? Unternehmenschefin? Oder Käsemacherin auf einer einsamen Alm?
    :D


  • Geister - Mönche - Draken ...
    Ein paar Glieder fehlen noch in der Kette, und einige sind schon in den bisherigen Leseabschnitten versteckt. Der Nebel lichtet sich ... Aber wollt Ihr wirklich sehen, was dahinter ist? Ihr könntet Euch gruseln ...
    ;D
    Noch ein kleiner Hinweis: In den bisherigen Leseabschnitten gab es zwei Bestattungen, die sehr unterschiedlich abliefen ... ;)


    Da könnte etwas dran sein. Aber es scheint auch hier Unterschiede zu geben. Denn wenn Xina ein Geist ist, gibt es einen Grund, warum beispielsweise einer von Gerro nicht aufgetaucht ist. Da passt der Hinweis bezüglich der Bestattungsformen. Gerro wird im Drachenfeuer verbrannt (und mit ihm sein Geist?), Xina wird "normal" bestattet, und Zarria glaubt, ihren Geist zu sehen. Wer ist denn nun im Vorteil. Ich weiß es (noch) nicht, vermute aber, dass Xinas Geist (so sie es denn ist) nicht gerade glücklich ist...

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • An dieser Stelle kann man ein wenig über die Figur Josefa nachdenken. Als Drachenmeisterin hat sie eine einzigartige Stellung inne. Was bedeutet das für sie? Begegnen ihr viele Leute mit Sympathie? Mit Anerkennung? Respekt? Furcht? Was bekommt sie emotional von den Menschen, denen sie begegnet?
    Und was bekommt sie vom DRACHEN?


    Auf jeden Fall verstehen die Menschen Josefa nicht. Zwar erkennen sie an, dass sie einst die Stadt rettete und sind in gewisser Weise dankbar für Speis und Trank, die der Drache ihnen gibt. Aber ich denke, sie fürchten sie eher als dass sie sie respektieren. Ich sehe sie nach wie vor als einsamen Menschen, der sich auch auf Grund der Kindheitserlebnisse von den Menschen abgesondert hat. Auch emotional. Und der Drache gibt ihr das Gefühl, wichtig zu sein...

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen