02: Kap.5.Begegnung mit einem Albtraum - Kap.7. Auf der Spur der Kutte (S.54-97)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Ich sehe schon, die Fortpflanzung der Drachen beschäftigt uns alle ;D



    Nachdem ich jetzt also 3 Kapitel schlauer bin habe ich so langsam den Eindruck als ob in dieser Stadt irgendetwas ganz und gar nicht richtig verläuft.


    Der Eindruck verstärkt sich bei mir auch immer mehr.



    Ein Bild das mich etwas an die Angst sammelnden Vampire aus Bernds Schattenherren Romane erinnert hat.


    Mich auch ;D



    Hier noch meine aktuellen Gedanken zu dein Geistern. Ich glaube das die Geister ein Produkt der Vertreibung der alten Religion ist. Das könnte mit der Kathedrale und dem "neuen" Drachenkult zusammenhängen.


    Die Geister hatte ich vergessen: sie halten sich doch auch im Leidenden Land auf, oder nicht? Also dort, wo auch die Mönche leben? Falls sie überirdisch leben. Und welche Kranken behandeln sie? Kranke der Stadt? Werden diese aus der Stadt vertrieben? Ich habe auch so ein Gefühl, daß die Geister mit der alten Religion zu tun haben könnten, wenn ich auch keine Idee habe, wie. Wollen sie zurück in die Kathedrale, aber bis dorthin können sie ja nicht kommen. Evtl. wirklich wegen dem Drachen, der tatsächlich zur Abwehr der alten Religion dient?



    Denkt Ihr, die Bürger leben gern in der Stadt? Oder würden sie fortgehen, wenn sie könnten?


    Im ersten Abschnitt wurde mal erwähnt, daß manche Bürger schon versucht haben, aufzumucken, also kann nicht alles so rosig sein. Immerhin haben sie dann schon probiert, einen Draken für sich zu fangen.



    Habt Ihr Euch entschieden, dass der Prolog zeitlich vor der eigentlichen Handlung spielt und dass das Mädchen Josefa Rubinsteyn ist?


    Hm, bisher bin ich davon ausgegangen, aber nachdem du das immer wieder ansprichst, bin ich am zweifeln. Vllt. reicht er auch noch viel weiter in die Vergangenheit zurück, wegen der Erwähnung des Kardinals. Hm, sagt mal, trägt Turan eigentlich die gleiche Kleidung wie damals der Kardinal? Beide tragen eine prächtige Kappe, allerdings wird bei Turan nicht erwähnt, ob sie feuerrot ist. Und beide tragen ein grünes Gewand. Vllt. ist das aber auch nur Zufall.
    Aber nochmal zu dem achtjährigen Mädchen: wurde nicht erwähnt, da Josefas heldenhafte Tat ca. 70 Jahre her ist? Dann könnte es schon passen, daß sie das Mädchen aus dem Prolog ist. Könnte aber natürlich auch eine raffiniert falsche Spur von Bernd sein ;D Theoretisch könnte der Prolog auch in der Zukunft liegen, oder nicht? Das Mädchen befreit die Kathedrale und die Stadt von dem Drachenkult nach dem Krieg, der Koda demnächst heimsuchen wird. Wie der Kardinal plötzlich in die Kathedrale kommt, weiß ich nicht, evtl. kommt er aufgrund des herrschenden Chaos dorthin.


    Achso, noch eins: sind die Glasskulpturen vllt. ebenfalls materialisierte Drachenträume? Das könnte erklären, wie die Funken da reinkommen.



    Darüber - und auch darüber, was es mit dem DRACHEN macht, wenn er die Draken frisst - lohnt es sich, nachzudenken ... ;)


    Machen sie immer "größer" oder abhängiger von seinen Gefängniswärtern?



    Josefa ist ja Glasbläserin und zum glasblasen braucht man ja Feuer. Vielleicht hat Josefa diese Figuren mit Hilfe des Drachenfeuers hergestellt und die Funken darin sind Rester des Drachenfeuers. Und durch diese Reste und die Verbindung zu dem DRACHEN entsteht sowas wie ein magisches Schutzfeld. Es würde mich auch nicht verwundern, wenn Josefa mit Hilfe der Figuren die Stadt überwacht. Da sie ja überall verteilt sind und die Wachübergabe sollte ja auch vor der Figur stattfinden, wo über besondere Vorkommnisse berichtet werden soll.


    Das ist ein guter Gedanke, der gefällt mir.



    Bei Weberaufständen (Heinrich Heine, Gerhardt Hauptmann) denke ich immer an die Maschinenstürmer, die im 19.Jahrhundert Angst um ihre Arbeitsplätze hatten.


    Dann haben wir hier Therme und ein Amphitheater, Überbleibsel römischer Kultur.


    Das sind auch so Details, die mir Rätsel aufgeben; ich hatte dabei die gleichen Gedanken wie du.



    Wie Josefa da durch die Kathedrale wandelt kommt sie mir wie eine richtige böse alte Hexe vor. Also die ist es schon mal, der ich alles Böse zutraue. Sicherlich auch einen Mord. Vielleicht gefällt ihr einfach etwas in der derzeitigen Hirarchie nicht?


    Ich kann Josefa auch gar nicht einschätzen, im Moment tendiere ich ebenfalls eher zur bösen Hexe. Warum ist sie eigentlich so unbeliebt bei allen? Vielleicht ist sie gar nicht so übel und würde lieber einen ganz anderen Kurs einschlagen?



    Sie sind in jedem Fall humanoider als der DRACHE, weil sie zwei Beine und zwei Flügel haben.


    Stimmt, sie sehen ja anders aus als der Drache. Heißt das, daß sie zum Teil menschliche Gene in sich tragen? Ist Josefa womöglich die Mutter der Draken?



    Das mit dem Teufel finde ich auch einen sehr guten Gedanken. Und stimmt, du hast recht mit dem Buchtitel.


  • Ich sehe schon, die Fortpflanzung der Drachen beschäftigt uns alle


    Genau.
    :D
    Aber dazu kommt noch etwas, versprochen.



    Theoretisch könnte der Prolog auch in der Zukunft liegen, oder nicht? Das Mädchen befreit die Kathedrale und die Stadt von dem Drachenkult nach dem Krieg, der Koda demnächst heimsuchen wird. Wie der Kardinal plötzlich in die Kathedrale kommt, weiß ich nicht, evtl. kommt er aufgrund des herrschenden Chaos dorthin.


    Eine interessante Hypothese. Wie passt diese Beobachtung hinein?


    Bei dem Kreuzsymbol auf dem Dolch dachte ich im ersten Abschnitt zwar auch kurz an das christliche Symbol, habe das aber verworfen - und nun geht es hier tatsächlich um Jesus! Und die Kathedrale muß dann früher mal in christlicher Hand gewesen sein, auch hier sind die christlichen Symbole vertreten.



    Hm, bei dem Mord an Gerro ist einiges nicht stimmig und ich bezweifle ebenfalls, daß ein Mönch für die Tat verantwortlich ist. Der stumpfe Dolch, dann der eigentlich leichte Schlaf von Gerro, das passt nicht zu so einem perfekten Verbrechen.


    Mönche verüben also "perfekte Verbrechen", und weil der Dolch nicht die perfekte Mordwaffe war, können es die Mönche nicht gewesen sein?
    :D



    Turan gefällt mir und ich hoffe, wir werden ihm nochmal begegnen.


    Auch damit bist Du nicht allein - und der Autor ist auf Eurer Seite. ;)



    Habe ich das richtig verstanden und diese positiven Träume stammen im Endeffekt aus der Ernte der Albträume durch die Draken? Daher muß/soll der Drache seine Nachkommen auffuttern?


    Für mich hört sich das plausibel an - stimmen die anderen zu?



    Die Bilder, die Zarria sieht, würde ich als Drachenflug interpretieren. Woher diese Bilder wohl kommen? Sind das wirklich ihre eigenen Wünsche oder sind das eher Gedanken des Drachen?


    Das ist, glaube ich, ein neuer Gedanke in der Leserunde: Könnte es sein, dass der DRACHE seine Gedanken in die Köpfe der Leute, die sich in sein Feuer/seinen Traum begeben, projeziert?



    Und welche Kranken behandeln sie? Kranke der Stadt?


    Auf Seite 81 glaubt Zarria, bereits einmal etwas über diese Leute gehört zu haben ...



    Ich kann Josefa auch gar nicht einschätzen, im Moment tendiere ich ebenfalls eher zur bösen Hexe. Warum ist sie eigentlich so unbeliebt bei allen? Vielleicht ist sie gar nicht so übel und würde lieber einen ganz anderen Kurs einschlagen?


    Liebes Tagebuch,
    es gibt einen Lichtblick, was die ansonsten üble Diskriminierung alter Damen in Fantasygeschichten angeht ...


  • Das ist, glaube ich, ein neuer Gedanke in der Leserunde: Könnte es sein, dass der DRACHE seine Gedanken in die Köpfe der Leute, die sich in sein Feuer/seinen Traum begeben, projeziert?


    Hilferufe, Zukunftsvisionen, eine Mischung aus all dem...!? Ich glaube nicht dass dieser Drachenflug ein Wunsch von Zarria gewesen ist.



    Liebes Tagebuch,
    es gibt einen Lichtblick, was die ansonsten üble Diskriminierung alter Damen in Fantasygeschichten angeht ...


    :D

    Greetz,<br />Weratundrina<br /><br />...alll I ever wanted, all I ever needed - is here in my arms... DM


  • Eine interessante Hypothese. Wie passt diese Beobachtung hinein?


    Rückeroberung der Kathedrale durch die Christen und Wiedereinsetzung des Glaubens? Weil das lt. dem Achtjährigen Mädchen die einzige Möglichkeit ist, die Stadt zu retten. Aber so wirklich gut auf den Kardinal ist das Mädchen ja nicht zu sprechen und sie will ihr eigenes Ding durchziehen und den mitgebrachten Gegenstand nicht zerstören, wie der Kardinal das vorhat. Es ist jetzt die Frage, ob sie nur den Kardinal büßen lassen will oder den ganzen christlichen Glauben, für den der Kardinal steht, da sie erbost darüber ist, daß sie ihren Eltern gehorchen mußte, weil das gottgegeben ist.
    Ich merke gerade, daß ich etwas auf der Leitung gestanden bin: im Prolog wird bereits Gott erwähnt (und ein Kardinal) und bei dem Kreuzsymbol auf dem Dolch glaubte ich dennoch nicht an eine Verbindung zum Christentum :-[



    Mönche verüben also "perfekte Verbrechen", und weil der Dolch nicht die perfekte Mordwaffe war, können es die Mönche nicht gewesen sein?
    :D


    Genau - man muß schließlich auch mal Verdächtige ausschließen können, da springen eh so viele rum :D



    Auch damit bist Du nicht allein - und der Autor ist auf Eurer Seite. ;)


    :klatschen:



    Das ist, glaube ich, ein neuer Gedanke in der Leserunde: Könnte es sein, dass der DRACHE seine Gedanken in die Köpfe der Leute, die sich in sein Feuer/seinen Traum begeben, projeziert?


    Ob er das bei jedem Menschen macht, bin ich mir nicht sicher, vllt. auch nur bei den Menschen, die eigentlich gar keine Erwartung an die Begegnung mit seinem Atem haben, so wie Zarria in dem Fall, sie will ja einen klaren Kopf behalten und wird in dem Moment ohne Erwartungs-/Wunschhaltung von dem Atem gestreift. Sie selber ist überrascht über den Traum, weil sie ihn so noch nie erlebt hat.



    Auf Seite 81 glaubt Zarria, bereits einmal etwas über diese Leute gehört zu haben ...


    Genau, sie glaubt, schon mal etwas gehört zu haben, aber sicheres weiß man wieder nicht ... Das fällt in die gleiche Kategorie wie das Felsmassiv und die Vergangenheit der Stadt und damit die Herkunft und Geschichte der Kathedrale :wahrsager:



    Liebes Tagebuch,
    es gibt einen Lichtblick, was die ansonsten üble Diskriminierung alter Damen in Fantasygeschichten angeht ...


    :D

  • Ich habe eben auf der Karte nachgesehen: im Südwesten gibt es ja ein Kloster, dort könnten sich evtl. die Mönche aufhalten. Lt. interaktiver Karte streifen auch Geister durch das Kloster.


    Was ich übrigens auch bemerkenswert finde, daß die Thermen den Bürgerlichen vorbehalten sind und kein Patrizier sie betreten darf.


  • [


    Das ist, glaube ich, ein neuer Gedanke in der Leserunde: Könnte es sein, dass der DRACHE seine Gedanken in die Köpfe der Leute, die sich in sein Feuer/seinen Traum begeben, projeziert?


    So neu ist der Gedanke nicht, denn ich hatte ihn auch schon, zumindest was Zarria betrifft. Ich glaube nicht, dass der Drache von Gold oder ähnlichem bei Patriziern bestimmt beliebten Dingen träumt.




    Ich kann Josefa auch gar nicht einschätzen, im Moment tendiere ich ebenfalls eher zur bösen Hexe. Warum ist sie eigentlich so unbeliebt bei allen? Vielleicht ist sie gar nicht so übel und würde lieber einen ganz anderen Kurs einschlagen?


    Liebes Tagebuch,
    es gibt einen Lichtblick, was die ansonsten üble Diskriminierung alter Damen in Fantasygeschichten angeht ...

    [/quote]
    Auch hier war ich schon bei der Verteidigung der alten Dame dabei. Sie ist ein Kind gewesen als sie die absolute Macht bekam und wurde von niemandem geliebt. Nun liebt sie den Drachen und die Macht. Ich denke, sie traut Menschen nichts Gutes zu und die Stadt zu verteidigen ist ihre Obsession.

  • Herrlich, wenn man es so ausdrückt: "Mir war eine gewisse Anhänglichkeit an das Prinzip der Gerechtigkeit zueigen, die unter den Bütteln für milden Spott gut war." (Seite 57) - Ich hoffe nur, Zarria kann sich in puncto Gerechtigkeit treu bleiben, vermute aber, dass sie diesbezüglich Kompromisse eingehen muss.


    Na, das ist ja mal was: die Draken erzeugen (?) und saugen Alpträume auf. Was für eine Vorstellung, die bei mir schon ein gruseliges Gefühl hervorruft. Sieht man von dem Fakt ab, dass wohl niemand gerne Alpträume hat, scheint es sich ja hierbei um eine "kostengünstige" Ernährung der Draken zu handeln...


    Und auch für die Menschen ist gesorgt. Der Drache materialisiert Nahrungsmittel. Nichts davon ist besonders schmackhaft, aber zum Überleben der einfachen Menschen reicht es. Allerdings wundert es mich nicht, dass die Patrizier das nicht essen, was der Drache ihnen gibt, sondern das, was Bauern und Fischer erwirtschaften. So ist das halt in der Zwei-(oder-Mehr-)Klassengesellschaft. Ich bin gespannt, welche Unterschiede sich diesbezüglich noch ergeben. Außer den an Hand der Karte auch offensichtlichen vorhandenen "Lebensräumen".


    Das alles soll wohl auch so bleiben. Denn da ist ja noch der Aspekt zu berücksichtigen, dass der Drache neben der Nahrung auch noch all jenes materialisiert, was die Patrizier darüber hinaus begehren. Klar, dass das dem Volk wohlweislich verschwiegen wird. Sonst würden Reichen ordentlich etwas auf die Nase bekommen. Und darum bleibt auch das, was sich in der Kathedrale letzten Ende sonst noch so abspielt, außer der Nahrungsbeschaffung, den einfachen Menschen verborgen.


    Interessant ist für ich, dass es unter den Medien diejenigen mit besonderen Fähigkeiten gibt, die von Josefa ausgewählt, zu sogenannten Traumwebern werden, die wegen ihrer Verbindung gerade für die sonstigen Wünsche zuständig sind.


    Hinsichtlich des Drachen finde ich es erstaunlich, dass dieser nur mit seinen Flügeln schlagen muss, um die Kathedrale zu zerstören, es aber nicht tut. Jeder Mensch weiß das auch, denn bei einem Blick in die glühenden Augen des Drachen offenbart sich, dass er in der Tiefe seines Herzens bei einer sich bietenden Gelegenheit sich befreien und seine Peiniger verschlingen möchte, so viel Hass und Grausamkeit liegt darin. "Diese Regungen brannten sicher noch heißer als die Flammen, die in seinem Innern loderten. Das Feuer schien nicht nur aus Maul und Augen, sondern auch durch die Schuppen an der Brust, vor allem, wenn das Ungeheuer einatmete. Warum er uns nicht alle zu Asche verbrannte, hatte mir noch niemand erklären können. Am wahrscheinlichsten schien mir, dass die Silberketten nicht nur seinen Körper, sondern auch seinen Willen banden." (Seite 63) - Das spricht dafür, dass Josefa den Drachen auf irgendeine willensbeherrschende Art im Griff hat. Ich stelle mir die zwei inzwischen auch wie eine unlösbare Verbindung vor, die eventuell von einander abhängig ist. Nach 90 Jahren der Gemeinsamkeit mit einem Drachen kann ich mir beispielsweise schwerlich vorstellen, dass Josefa von ihm lassen kann. Es sei denn, sie stirbt. Im Grunde ist sie zu bedauern, ist ihr Leben nicht traurig?


    Ich vermute ja, trotz aller "Harmonie" unter den Hohen Häusern, sind sie einander nicht wirklich wohlgesonnen. Sie kontrollieren sich gegenseitig, so dass insgesamt Ruhe und Ordnung in der Stadt gewährleistet werden. Wehe aber, dies ist nicht mehr der Fall. Der Tod von Gerro ist möglicherweise ein erstes Machtbegehren (von wem auch immer). Und schließlich gab es bereits Fehden unter den Häusern. Beispielsweise die des Hauses Machon mit den Merrials, bei der Zarrias Mutter umgekommen ist.

    Das Zeichen des Kreuzes findet sich an vielen Stellen in der Kathedrale. Gibt es also einen Zusammenhang zwischen dem Kreuz auf dem Dolch und denen in der Kathedrale? Für Zarria hat es jedenfalls keine Bedeutung. Es wird deutlich, dass ein Glauben nicht mehr existiert. So sind auch die Männer des Glaubens (wie der Kardinal) verschwunden. Hat dies möglicherweise mit der Androhung des Mädchens im Prolog (Josefa) zu tun, dass der Kardinal "büßen" wird?

    Die Mönche scheint es nicht sehr lange zu geben. Da sie nicht Menschen noch nicht so bekannt sind, ist ihre Gemeinschaft vermutlich in jüngerer Zeit entstanden. Oder sie wirkte bislang im Verborgenen. Auf jeden Fall verweigern sie dem Drachen die Verehrung, ja sie leugnen seine Herrschaft über die Stadt. Ob hier auch eine Ursache zu finden ist, dass ihnen der Mord an Gerro angelastet werden soll? Denn solche Querdenker können die Hohen Häuser und vor allem auch Josefa wohl gar nicht gebrauchen...

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Sie ist ein Kind gewesen als sie die absolute Macht bekam und wurde von niemandem geliebt. Nun liebt sie den Drachen und die Macht. Ich denke, sie traut Menschen nichts Gutes zu und die Stadt zu verteidigen ist ihre Obsession.


    Ich denke schon, dass Josefas Eltern sie geliebt haben, jedoch mit ihrer besonderen Begabung und der Fähigkeiten, Dinge zu erschaffen, die wahrscheinlich über ihre Vorstellung hinaus gingen, nicht umgehen konnten.


    Letzten Endes hat sie sich dem Drachen zu- und damit den Menschen abgewandt. Ich denke, sie ist in ihrer selbstgewählten Isolation vereinsamt. Ich empfinde ihre Haltung auch als obsessiv. Wenn Josefa vor 90 Jahren die Stadt gerettet und diese offensichtlich jeglichen Kontakt zu einer möglichen Außenwelt verloren hat, gegen wen richtet sich das Dasein des Drachen?

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Hier noch meine aktuellen Gedanken zu dein Geistern. Ich glaube das die Geister ein Produkt der Vertreibung der alten Religion ist. Das könnte mit der Kathedrale und dem "neuen" Drachenkult zusammenhängen.


    Wenn die Geister solche der Vergangenheit sind, warum greifen sie die Stadt erst jetzt an? Wenn ich mir vorstelle, dass der Drachenkult vor 90 Jahren begann und die Religion seitdem nicht mehr existiert, haben sie die ganze Zeit über still gehalten, um dann zuzuschlagen? Worauf haben sie gewartet? Logisch wäre nur, wenn ihre Anzahl sich vergrößert hat. Dann müssten aber in den Jahren Geister hinzugekommen sein. Doch woher könnten diese stammen? Das lässt mich derzeit noch grübeln...



    Die Verfolgung der Männer in den Brunnen und die Unterhaltung mit dem Unterstadt Boss Turan fand ich sehr gelungen. Ich hatte irgendwie das Bild eines klassischen Jokers vor den Augen mit seiner Gesichtsbemalung und der skurillen Kleidung. Der Mann scheint in seinem Bereich sehr mächtig zu sein. Außerdem hat Zarria Machon sich sehr cool verhalten. Das hat mir gut gefallen, dass sie sich der Situation passend verhalten hat und mit dem Ganoven eher zusammen gearbeitet und eine Auge zugedrückt hat.


    Den Auftritt von Turan finde ich ebenfalls gelungen. Vor allem zeigt sich bei seiner Vorliebe für Handschuhe eine Gemeinsamkeit mit Zarria. Ich denke, da "geht" noch was, zwischen den beiden. Sorry, Glad, aber Mädels, die selbst die Waffen schwingen, stehen nun mal auf Typen, die ihnen das Wasser den Handschuh reichen können und ihnen gleichzeitig Anerkennung für ihren Mut zollen, mal so eben mir nichts dir nichts in die Katakomben des Weberviertels zu stiefeln...

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Herrlich, wenn man es so ausdrückt: "Mir war eine gewisse Anhänglichkeit an das Prinzip der Gerechtigkeit zueigen, die unter den Bütteln für milden Spott gut war." (Seite 57)


    Vielen Dank. :)



    Na, das ist ja mal was: die Draken erzeugen (?) und saugen Alpträume auf. Was für eine Vorstellung, die bei mir schon ein gruseliges Gefühl hervorruft.


    Hier kam die Vermutung auf, dass sie Ängste hervorholen, sie vielleicht auch verstärken. Zarria durchlebt einen sehr spezifischen Albtraum ...



    Hinsichtlich des Drachen finde ich es erstaunlich, dass dieser nur mit seinen Flügeln schlagen muss, um die Kathedrale zu zerstören, es aber nicht tut.


    Ich finde immer wieder erstaunlich (und auch erschreckend), wie oft man in Situationen gefangen ist, einfach, weil man nichts unternimmt, um sie zu ändern. Man wohnt in einer Gegend, die man überhaupt nicht mag, jahrelang, und wenn man dann umzieht, fragt man sich, wieso man das nicht Jahre früher getan hat. Man träumt von einem Land, fährt aber nie hin. Schade, oder?



    Nach 90 Jahren der Gemeinsamkeit mit einem Drachen kann ich mir beispielsweise schwerlich vorstellen, dass Josefa von ihm lassen kann. Es sei denn, sie stirbt. Im Grunde ist sie zu bedauern, ist ihr Leben nicht traurig?



    Ich denke, sie ist in ihrer selbstgewählten Isolation vereinsamt. Ich empfinde ihre Haltung auch als obsessiv. Wenn Josefa vor 90 Jahren die Stadt gerettet und diese offensichtlich jeglichen Kontakt zu einer möglichen Außenwelt verloren hat, gegen wen richtet sich das Dasein des Drachen?


    Dieser Eindruck kam in der Leserunde bisher noch nicht so deutlich auf, glaube ich. Bislang haben wir uns viel über Josefas Macht unterhalten, aber anhand Deiner Ausführungen verstehe ich, wieso Du sie bedauerst.
    Ja, gegen wen richtet sich der DRACHE ... Das ist eine nicht unwesentliche Frage. ;)



    Die Mönche scheint es nicht sehr lange zu geben. Da sie nicht Menschen noch nicht so bekannt sind, ist ihre Gemeinschaft vermutlich in jüngerer Zeit entstanden.


    Glaubt Ihr, es könnte so sein, dass die Mönche kein Relikt einer vergangenen Zeit sind - sondern eine sehr neue Entwicklung? Passt das mit den Kreuzsymbolen in der Kathedrale zusammen?



    Logisch wäre nur, wenn ihre Anzahl sich vergrößert hat. Dann müssten aber in den Jahren Geister hinzugekommen sein. Doch woher könnten diese stammen? Das lässt mich derzeit noch grübeln...


    Die Stadt ist vom Leidenden Land umgeben. Was wissen wir vom Leidenden Land - und dem, was möglicherweise jenseits davon liegt?



    Den Auftritt von Turan finde ich ebenfalls gelungen. Vor allem zeigt sich bei seiner Vorliebe für Handschuhe eine Gemeinsamkeit mit Zarria. Ich denke, da "geht" noch was, zwischen den beiden. Sorry, Glad, aber Mädels, die selbst die Waffen schwingen, stehen nun mal auf Typen, die ihnen das Wasser den Handschuh reichen können und ihnen gleichzeitig Anerkennung für ihren Mut zollen, mal so eben mir nichts dir nichts in die Katakomben des Weberviertels zu stiefeln...


    Ich merke schon: Auch Du schreibst Dich bei "Team Turan" ein.
    :D


  • Dieser Eindruck kam in der Leserunde bisher noch nicht so deutlich auf, glaube ich. Bislang haben wir uns viel über Josefas Macht unterhalten, aber anhand Deiner Ausführungen verstehe ich, wieso Du sie bedauerst.
    Ja, gegen wen richtet sich der DRACHE ... Das ist eine nicht unwesentliche Frage. ;)


    "Schnupf" ich fühle mich ignoriert.


  • Hier kam die Vermutung auf, dass sie Ängste hervorholen, sie vielleicht auch verstärken. Zarria durchlebt einen sehr spezifischen Albtraum ...


    In dem sie zu einem Spielzeug gemacht werden soll, dass stets das tun soll, was von ihr erwartet wird? Da steckt angesichts der folgenden Ereignisse schon einiges dahinter...


    In dem Zusammenhang finde ich auch die "Vision" von Zarria faszinierend: Als sie in der Kathedrale eine Flammenwolke des Drachen streift, sieht sie sich selbst über die Stadt fliegen. Fast so als wäre sie selbst der Drache oder zumindest ihm sehr nahe. "Ich spürte Kraft, unbändige Stärke. Niemand vermochte mir zu widerstehen! Sich mir entgegenzustellen, wäre Wahnsinn gewesen! Ich konnte alle vernichten, alle leiden lassen, ganz wie es mir beliebte. Oder Gnade üben, falls ich das für angebracht hielt. Aber warum? Was hatte ich mit diesem Menschen gemein, die mir so unendlich unterlegen waren." (Seite 77) - Unter ihr brennen die Häuser einiger Familien, unter anderen das der Rubensteyns und ihr eigenes. Das würde entweder für einen Krieg der Hohen Häuser untereinander sprechen, könnte aber auch darauf hindeuten, dass der Drache befreit von den Ketten seinen Peinigern doch noch einheizt...



    Ich finde immer wieder erstaunlich (und auch erschreckend), wie oft man in Situationen gefangen ist, einfach, weil man nichts unternimmt, um sie zu ändern. Man wohnt in einer Gegend, die man überhaupt nicht mag, jahrelang, und wenn man dann umzieht, fragt man sich, wieso man das nicht Jahre früher getan hat. Man träumt von einem Land, fährt aber nie hin. Schade, oder?


    Ja, unter dem Motto, morgen, morgen, nur nicht heute... und dann ist das Leben vorbei.



    Glaubt Ihr, es könnte so sein, dass die Mönche kein Relikt einer vergangenen Zeit sind - sondern eine sehr neue Entwicklung? Passt das mit den Kreuzsymbolen in der Kathedrale zusammen?


    Ich könnte mir vorstellen, dass es eine neuere Entwicklung ist, die aber auf alten Überlieferungen basiert und deshalb durchaus zu den Kreuzsymbolen in der Kathedrale passt.

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen