01: Anfang - Kap. 4. Der rote Palast (Anfang - S. 53)

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  • Hallo lieber Bernd und Mitleser :winken:


    nun bin ich auch endlich an Bord und konnte gestern Abend mit dem ersten Abschnitt beginnen. Allerdings war ich so müde, daher hoffe ich, daß ich nicht wichtige Dinge überlesen habe. Ansonsten kann ich nur das schreiben, was ich bisher immer bei Bernds Büchern zu Beginn geschrieben habe: das Buch hat mich gleich wieder gepackt und ich bin auf die weitere Entwicklung sehr gespannt. Die dargestellte "Welt" wirft wieder jede Menge Fragen auf und ist einfach faszinierend.


    Prima, daß die Karte, die wir schon interaktiv bewundern konnten, auch ihren Weg ins Buch gefunden hat. Ich werde während der Leserunde garantiert die interaktive Karte noch öfters anschauen, wenn wir immer mehr von Koda kennenlernen.


    Dann zum Prolog: ich gehe jetzt davon aus, daß es sich bei dem achtjährigen Mädchen um Josefa handelt. Aber was bringt sie in der Truhe mit? Bestimmt nicht einen ganzen lebenden Drachen, der später die Kathedrale ausfüllt. Es bzw. er funkelt in voller Schönheit: ist es eine Glasskulptur? Vllt. von dem Drachen? Konnte sie mithilfe einer Glasskulptur, die den Drachen darstellt, ihn unter ihre Kontrolle bringen? Das bringt mich zu den Funken, die man in den Skulpturen sieht: was sind sie genau? Sind das Bestandteile von irgendwas oder irgendwem, wie z.B. dem Drachen? Andererseits lieben Drachen Gold und Edelsteine, alles was funkelt, vllt. war diese perfekte Skulptur auch ein Köder, um den Drachen damals zu fangen. Die Frage, was die funkelnde Teile sind, besteht dann aber weiter. Irgendwie hatte ich das Gefühl, diese Skulpturen würden "leben". Seltsam ist in dem Zusammenhang auch, warum kurz vor dem Geisterangriff auf den Ostturm die Skulptur so "leer" erschien. Steckt in diesen Glasskulpturen tatsächlich mehr als nur eine Zierde zu sein? Bilden auch sie eine Art Abwehr gegen die Geister wie die Draken? Dann könnte das Funkeln in den Skulpturen wirklich etwas von einem Drachen sein.


    Und warum mußte überhaupt ein Drache unter Kontrolle gebracht werden, um die Stadt zu retten? Mein erster Gedanke war, daß die Stadt von Drachen angegriffen wurde. Aber Drachen würden doch eher aus der Luft angreifen und weniger die Stadtmauern überrennen. Die Angreifer scheinen eher zu Fuß unterwegs zu sein. Also, welche Rolle kann dann der Drache hier spielen? Welche Kräfte oder Schutz kann er denen angedeihen lassen, die ihn unter Kontrolle haben? An einer Stelle wird mal erwähnt, daß ab und zu das Volk aufbegehrt (ich denke gegen die Patrizier und die bestehende Ordnung) und versucht, einen jungen Drachen zu stehlen. Also muß so ein Drache schon eine besondere Fähigkeit haben, die Macht verleiht.
    Daß es sich bei den damaligen Angreifer um die Geister handelt, glaube ich auch nicht, dazu war der Kampf zu handfest.


    Ja, die Geister, was sind sie genau? Sie sind genauso farbig wie auch die Erkennungszeichen der Häuser der Patrizier. Warum greifen sie die Stadt an, was sollen sie genau? Erst dachte ich, sie wollen vllt. zu dem Drachen, vllt. ihn befreien oder seine Macht für sich nutzen, aber Zarria erwähnt an einer Stelle, daß die Geister nicht in die Kathedrale vordringen könnten. Die Draken werden ja auch von der Drachengarde zur Abwehr der Geister eingesetzt, das spricht auf den ersten Blick eher nicht für eine Verbindung zwischen Drachen und Geister.


    Brennend interessieren würde mich ja, was jenseits dieses unüberwindbaren Felsmassivs liegt, das ist eine eindeutige Grenze, die bisher noch niemand überwinden konnte. Auch nicht die Drachen?


    Zarria gefällt mir gut, und ihre leichte Unsicherheit bzgl. ihrer Position ist sehr realistisch dargestellt: von einem auf den anderen Tag ist sie nun Vorgesetzte und steht damit in Distanz zu ihren ehemaligen Kameraden. Und daß sie so jung schon zum Leutnant ernannt wird, ruft leider Neider auf den Plan, das ist einfach so. Ob es auch eine Rolle spielt, daß sie weiblich ist, kann ich noch nicht beurteilen, ich weiß noch nicht, wie emanzipiert die Kodaer sind. Ich habe nicht das Gefühl, daß Morga neidisch auf Zarria ist, immerhin ist sie mit dem Altersunterschied keine wirkliche Konkurrenz mehr für Morga. Wer weiß, was da im Hintergrund noch gelaufen ist, das Morga nicht gutheißen kann (aber dann müßte sie Zarria gegenüber nicht so blöd tun) oder aber sie ist einfach nur frustriert, weil sich ihr Alter allmählich bemerkbar macht, auch wenn sie noch sehr fit ist.


    Aber auch Glad ist mir sympathisch, weil er Dinge hinterfragt, auch wenn er teilweise wirklich etwas naiv erscheint. Ich bin gespannt, was die Aufgabe eines Mediums ist und warum er dafür für immer in der Kathedrale bleiben muß. Stellen die Medien die Kommunikationsverbindung zwischen Drachen und den Menschen von Koda her? Ich hoffe sehr, daß es Glad noch gelingt, mit den Geistern Kontakt aufzunehmen.


    So, und nun bin ich gespannt, wie die Mördersuche weitergehen wird und warum die Leichen aus dem Ostturm so blutleer sind, obwohl sie keine Wunden aufweisen. Das ist ja fast so, als ob sie irgendwie ausgesaugt wurden, was mich an die Schattenherren erinnert.


  • Ausserdem gefällt mir die Darstellung der Familie Rubinsteyn. Die Farbe rot prägt diese Familie, der Echthaarteppich ist ein cooles Gimick und der Patriarch mit seinem Stützstab erscheint nach seiner Beschreibung fast körperlich in meinem Lesezimmer.


    Genau die gleichen Eindrücke hatte ich auch.



    Zarria ist mir sehr sympathisch. Obwohl ich etwas erschrocken darüber bin, dass sie nur noch ein Auge hat.


    Stimmt, das eine Auge - warum mußte sie das zweite Auge als Preis hergeben, um Leutnant zu werden?


    Danke auch nochmal für die Textverweise, was früher mal rund um Koda noch war. Gute Frage, ob dafür auch die Geister verantwortlich sind, daß das alles verödet ist oder ob es daran liegt, daß der Drache unter der Herrschaft von Koda steht und damit ein evtl. Gleichgewicht nun im Ungleichgewicht ist.



    Der Angriff der Geister auf den Turm fand ich ja dann so richtig gruselig und ich muss sagen, dass ich doch nachvollziehen konnte, warum die anderen Büttel Zarria daran hindern in den Turm hinein zu gelangen. Wenn ich es richtig verstanden habe, haben sie gegen die Geister eh keine Chance und wären nur auch umgebracht worden.


    Ich frage mich gerade, ob die Büttel aufgrund ihrer höheren Lebensjahre mehr wissen als Zarria, ob es wirklich nur "Feigheit" war, die sie daran hinderte, in den Ostturm einzudringen?



    Der Mord an Gerro kommt mir auch sehr seltsam vor und ich finde die Fragen von Zarria sehr gut. Schließlich ist es schon seltsam, dass Arlbert Rubinsteyn ja anscheinend alles tut, um Spuren zu verwischen. Der Dolch ist schon abgewischt, der Leichnam neu eingekleidet, das Bett frisch bezogen... Da hatte es aber für mein Gefühl jemand sehr eilig alles sauber zu machen.


    Stimmt, das kam mir auch seltsam vor. Und dann noch so ein stumpfes Teil von Dolch, mit dem man seine Mühe hat, jemanden umzubringen.



    Hier habe ich Zarria übrigens applaudiert, als sie gleich gefragt hat, woher er denn wissen möchte, dass die Kutte grau war. Ja, ich denke schon, dass man Zarria auf keinen Fall unterschätzen sollte. :P ;D


    Ja, das war sehr clever.


    Noch was fällt mir gerade ein: Der DRACHE ist gefangen, aber Nachkommen gibt es weiterhin? Aber vllt. mutet das auch nur für uns Menschen etwas seltsam an, da wir im Gegensatz zu Drachen nur so eine kurze Lebenszeit haben (ich gehe jetzt davon einfach aus, daß die Drachen auch hier sehr langlebig sind). Vllt. gab es die Nachkommen schon vor Josefas Sieg und sie sind einfach immer noch etwas juvenil.


    Zu der Düsternis von Koda: im Gegensatz zu den Schattenherren finde ich es bisher hier auch noch sehr idyllisch :D Lediglich das Drumherum ist geheimnisvoll und scheint unberechenbar.



    Allerdings wundert mich, dass keiner an Gift denkt und alle einverstanden sind, dass ein Offizier so einfach umzubringen ist.


    Ah, Gift ist eine guter Gedanke, auf den ich bisher auch nicht gekommen bin, da der Fokus auf diesen unscharfen Dolch und die Kampfaxt gelenkt wurde. Die Wunde könnte dann nur Alibifunktion haben. Dann wäre aber die Frage, warum ein Giftmord vertuscht werden sollte? Ob sich hieraus Spuren des Täters erkennen lassen würden?


    Die Theorie, daß der Obrist durch eine Geliebte ermordet wurde, ist gut, darauf bin ich auch nicht gekommen. Ich hatte mich nur schon gewundert, daß er so relativ schutzlos geschlafen hat.


  • das Buch hat mich gleich wieder gepackt und ich bin auf die weitere Entwicklung sehr gespannt. Die dargestellte "Welt" wirft wieder jede Menge Fragen auf und ist einfach faszinierend.


    :freu:


    Es bzw. er funkelt in voller Schönheit: ist es eine Glasskulptur? Vllt. von dem Drachen? Konnte sie mithilfe einer Glasskulptur, die den Drachen darstellt, ihn unter ihre Kontrolle bringen? Das bringt mich zu den Funken, die man in den Skulpturen sieht: was sind sie genau? Sind das Bestandteile von irgendwas oder irgendwem, wie z.B. dem Drachen?
    ...
    Steckt in diesen Glasskulpturen tatsächlich mehr als nur eine Zierde zu sein? Bilden auch sie eine Art Abwehr gegen die Geister wie die Draken? Dann könnte das Funkeln in den Skulpturen wirklich etwas von einem Drachen sein.


    Glaubst Du, Josefa hat den Gegenstand nicht geschaffen, sondern gefunden oder entwendet? Oder wie hat sie einen "Bestandteil des Drachen" hineinbekommen?



    Welche Kräfte oder Schutz kann er denen angedeihen lassen, die ihn unter Kontrolle haben?


    Nun, ein Drache ist sicher ein nicht zu unterschätzender Gegner - selbst für ein anrückendes Heer ... ;)



    Zarria erwähnt an einer Stelle, daß die Geister nicht in die Kathedrale vordringen könnten.


    Genau - noch nicht einmal in die Stadt:
    [quote author=Seite 20]
    Sie respektierten die Stadtmauer, warum auch immer, und die Wachtürme schützten ebenfalls.[/quote]



    Brennend interessieren würde mich ja, was jenseits dieses unüberwindbaren Felsmassivs liegt, das ist eine eindeutige Grenze, die bisher noch niemand überwinden konnte. Auch nicht die Drachen?


    Dazu gibt es eine interessante Diskussion im zweiten Leseabschnitt - da möchte ich nicht vorgreifen ... ;)



    Und daß sie so jung schon zum Leutnant ernannt wird, ruft leider Neider auf den Plan, das ist einfach so. Ob es auch eine Rolle spielt, daß sie weiblich ist, kann ich noch nicht beurteilen, ich weiß noch nicht, wie emanzipiert die Kodaer sind.


    In meinem Umfeld gab es eine junge, hochbegabte Dame. Sie hat eine (oder zwei?) Schulklassen übersprungen, ein exzellentes Abitur abgelegt und ihre Banklehre als eine der Besten abgeschlossen. Als es dann an die Übernahme ging, haben ihre Vorgesetzten das auffällig niedrige Gehaltsangebot damit begründet, dass sie ja noch so jung sei und noch so viele Chancen vor sich habe ... Das macht mich jetzt noch wütend!
    >:(



    Ich bin gespannt, was die Aufgabe eines Mediums ist und warum er dafür für immer in der Kathedrale bleiben muß. Stellen die Medien die Kommunikationsverbindung zwischen Drachen und den Menschen von Koda her?


    Eine interessante Theorie - ob sie zutrifft, wirst Du schon sehr bald erfahren. ;)



    Stimmt, das eine Auge - warum mußte sie das zweite Auge als Preis hergeben, um Leutnant zu werden?


    Im zweiten Leseabschnitt wird sich Zarria an die Umstände erinnern, unter denen sie ihr Auge verloren hat. ;)



    Stimmt, das kam mir auch seltsam vor. Und dann noch so ein stumpfes Teil von Dolch, mit dem man seine Mühe hat, jemanden umzubringen.


    Liebes Tagebuch,
    nette, ältere Herren haben es schwer. Niemand traut Arlbert Rubinsteyn.


  • Glaubst Du, Josefa hat den Gegenstand nicht geschaffen, sondern gefunden oder entwendet? Oder wie hat sie einen "Bestandteil des Drachen" hineinbekommen?


    Ich glaube schon, daß sie den Gegenstand geschaffen hat, so habe ich den Kardinal interpretiert. Hm, aber jetzt bin aber nach deinem Beitrag am schwanken, sie könnte ihn tatsächlich auch entwendet haben und sich womöglich mit fremden Federn schmücken. Oder sie hat ihn aus einem Drachenschatz entwendet - o.k. das wäre schon ziemlich taff für eine Achtjährige ;D Den Drachenbestandteil in den Gegenstand zu bekommen, wenn es eine Skulptur ist, das stelle ich mir nicht so unmöglich vor, wenn sie tatsächlich mit Glasbläsern vorher zusammen war, aber woher sie diesen Bestandteil her haben soll, das ist mir immer noch ein Rätsel. Entweder hat sie den Drachen gepiekt (da wäre ich wieder bei meiner taffen Achtjährigen ;D oder sie hat auch dieses Teil entwendet).



    Nun, ein Drache ist sicher ein nicht zu unterschätzender Gegner - selbst für ein anrückendes Heer ... ;)


    Auch wenn er in der Kathedrale angekettet ist? Müssten sie ihn dann nicht rauslassen, um ihn als Waffe einsetzen zu können? Er könnte natürlich eine Art Befehlszentrale für seine Nachkommen sein. Oder aber es ist doch irgendeine Gleichgewichtssache.



    Genau - noch nicht einmal in die Stadt:
    [quote author=Seite 20]
    Sie respektierten die Stadtmauer, warum auch immer, und die Wachtürme schützten ebenfalls.


    [/quote]


    Und doch greifen sie den Ostturm an, der eigentlich tabu ist ...



    In meinem Umfeld gab es eine junge, hochbegabte Dame. Sie hat eine (oder zwei?) Schulklassen übersprungen, ein exzellentes Abitur abgelegt und ihre Banklehre als eine der Besten abgeschlossen. Als es dann an die Übernahme ging, haben ihre Vorgesetzten das auffällig niedrige Gehaltsangebot damit begründet, dass sie ja noch so jung sei und noch so viele Chancen vor sich habe ... Das macht mich jetzt noch wütend!
    >:(


    Na super, was für eine billige Ausrede, um Geld einzusparen >:(


    Der ältere Herr ist aber auch verdächtig freundlich für einen Patrizier ;D


  • Auch wenn er in der Kathedrale angekettet ist? Müssten sie ihn dann nicht rauslassen, um ihn als Waffe einsetzen zu können? Er könnte natürlich eine Art Befehlszentrale für seine Nachkommen sein. Oder aber es ist doch irgendeine Gleichgewichtssache.


    Gegenfrage: Hat man ihn damals rausgelassen - oder liegt er schon immer und ewig in Ketten?
    Also sozusagen "in Ketten geboren" und dann gewachsen?



    Und doch greifen sie den Ostturm an, der eigentlich tabu ist ...


    Überraschende Dinge ereignen sich - und der Angriff auf den Ostturm ist nicht das Einzige davon ... nicht wahr? ;)


  • Liebes Tagebuch,
    nette, ältere Herren haben es schwer. Niemand traut Arlbert Rubinsteyn.


    Doch ich! Ich mag ihn und ich hoffe er hat nichts damit zu tun. So, bitte korrigieren, nicht das solche Einseitigkeiten im Tagebuch bleiben!

  • Liebes Tagebuch,
    ich komme in das Alter, in dem man auch schon mal was übersieht. Dann kommt es vor, dass ich die Welt allzu düster sehe und meine Leserschaft nur böse Gedanken unterstelle.
    Doch Obacht! Da knospt ein gar zartes Pflänzchen.
    Ein Groupie findet sich für Good Old Arlbert. Mitten im Sturm der Anfeindungen findet er ein wenig menschliche Wärme.
    Wie schön - es gibt noch Liebe zwischen den Men... äh ... zu den Protagonisten!


  • Gegenfrage: Hat man ihn damals rausgelassen - oder liegt er schon immer und ewig in Ketten?
    Also sozusagen "in Ketten geboren" und dann gewachsen?


    Achso, das könnte natürlich auch sein :wahrsager:



    Überraschende Dinge ereignen sich - und der Angriff auf den Ostturm ist nicht das Einzige davon ... nicht wahr? ;)


    Yep.


  • Doch ich! Ich mag ihn und ich hoffe er hat nichts damit zu tun. So, bitte korrigieren, nicht das solche Einseitigkeiten im Tagebuch bleiben!


    Hey! Ich hab auch von Anfang an für ihn gesprochen! :capone:
    Na ja, zumindest nicht gegen ihn. ;D

    Greetz,<br />Weratundrina<br /><br />...alll I ever wanted, all I ever needed - is here in my arms... DM


  • Dann wäre ja der Klassiker das in der Truhe ein Drachenei war. Ich hatte auch schon überlegt ob der Drache evtl als Jungtier in seine Rolle hereingewachsen ist.


    Hm, Drachenei wäre natürlich auch eine Möglichkeit. Ich stolpere immer nur über die Aussage des Kardinals, daß das Mädchen etwas absolut vollkommenes geschaffen hätte, da denke ich jedes Mal an eine Kunstarbeit.

  • Nachdem ich mir in meinem Urlaub eine frisch-fröhliche Teilnahme an der Leserunde vorgenommen hatte, ließ mich mein Rücken im Stich und signalisierte deutlich, dass er langes Sitzen gar nicht mochte. So steige ich leider erst heute ein...


    Hinsichtlich des Covers wiederhole ich mich mal selbst:


    Wie der Drachenkopf aus dem schwarzen Hintergrund auftaucht, ist eindrucksvoll, zumal man auf der rückwärtigen Umschlagseite direkt ins Auge blicken kann. Mir gefällt zudem, dass sich die Figur des Drachens noch im "C" zeigt.


    Den Titel finde ich interessant, und ich frage mich, welche Bedeutung MAHR zukommt.


    Die Karte finde ich ebenfalls ansprechend, sie erleichtert die Orientierung ungemein, und ich nutze sie beim Lesen des Öfteren. Mir ist aufgefallen, dass sich die Häuser von sechs Familien in unmittelbarer Umgebung zueinander befinden. Lediglich das Haus Rubinsteyn liegt auf der anderen Seite des Netals. Interessanterweise befindet sich dort auch eine Ruine, die durchaus an ein weiteres Haus erinnert. Gab es möglicherweise eine weitere mächtige Familie, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr existiert?


    Vom letzten Buch weiß ich, dass dem Prolog bei Bernard eine hinweisende Rolle zukommt, weshalb ich versuche, diesen besonders gründlich zu lesen. Ich vermute wie viele von uns, dass hier von Josefa die Rede ist. Sie scheint schon als Kind etwas Besonderes gewesen zu sein. Wenn sie singt, versteht keiner ihr Lied. Ihre Begeisterung für die Glasbläserei ist bei ihren Eltern nicht gern gesehen, weil ihr Können diese vielleicht erschreckt? Jedenfalls hat ihr der Kardinal verboten, bei den Glasbläsern "zu spielen", und auch ihr Kunstwerk soll zerstört werden. "Auf Erden darf solch eine Schönheit nicht existieren. Sie ist dem Paradies vorbehalten." (Seite 13) - Ich vermute, dass Josefa tatsächlich einen gläsernen Drachen geschaffen hat, dessen Pracht einen "echten" Drachen herbeirufen konnte und so zum Retter der Stadt wurde. Ich könnte mir vorstellen, dass es sich bei den Kämpfen um "normale" Scharmützel zwischen Menschen gehandelt hat, die vom Drachen beendet wurden, der nun von Josefa beherrscht wird.


    Es sieht auch so aus, als ob Gott und der Glauben in der Vergangenheit eine Bedeutung gehabt haben, die inzwischen nicht mehr gegeben ist. Denn statt eines Kardinals leben nun der Drache, seine Jungen, die Drachenmeisterin und die Medien in der Kathedrale. Und Symbole wie das Kreuz existieren ohne Relevanz. Dafür spricht, dass Zarria beispielsweise das Kreuz an der Tatwaffe entdeckt, es aber (noch) nicht zuordnen kann.


    Ich kann die junge Frau gut leiden, sie hat ein waches Auge (im wahrsten Sinne des Wortes), ist in der Lage, ihre Position zu verdeutlichen, "Kleinigkeiten, die anderen entgehen" (Seite 41) zu entdecken, Zusammenhänge zu erkennen und Aussagen zu hinterfragen, die manch andere als gegeben ansehen würde. Warum beispielsweise will Arlbert in der Nacht des Todes seines Bruders "eine Gestalt in einer grauen Kutte mit langer Kapuze" (Seite 52) gesehen haben, obwohl er gar nicht wissen kann, welche Farbe die Kutte tatsächlich hatte, weil im Mondlicht alle Farben grau sind?


    Bemerkt habe ich, dass Zarria Handschuhe trägt, was ungewöhnlich und als Eigenart von ihr erscheint. Und es wirft die Frage auf, ob es dafür einen Grund gibt.

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Ich vermute, dass Josefa tatsächlich einen gläsernen Drachen geschaffen hat, dessen Pracht einen "echten" Drachen herbeirufen konnte und so zum Retter der Stadt wurde. Ich könnte mir vorstellen, dass es sich bei den Kämpfen um "normale" Scharmützel zwischen Menschen gehandelt hat, die vom Drachen beendet wurden, der nun von Josefa beherrscht wird.


    Ui, die Idee, dass Josefa einen Drachen aus Glas erschaffen haben könnte, finde ich ja auch mal sehr spannend. So könnte sie entweder wirklich einen richtigen Drachen gerufen haben oder sie hat die Gabe ihre Glasbläserei zum Leben zu erwecken? Spannende Spekulation!


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:


  • ließ mich mein Rücken im Stich und signalisierte deutlich, dass er langes Sitzen gar nicht mochte.


    Gute Besserung!



    Interessanterweise befindet sich dort auch eine Ruine, die durchaus an ein weiteres Haus erinnert. Gab es möglicherweise eine weitere mächtige Familie, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr existiert?


    Dazu passt der Hinweis auf der interaktiven Karte auf meiner Homepage. Oder ist das eine falsche Spur? ;)



    Ui, die Idee, dass Josefa einen Drachen aus Glas erschaffen haben könnte, finde ich ja auch mal sehr spannend. So könnte sie entweder wirklich einen richtigen Drachen gerufen haben oder sie hat die Gabe ihre Glasbläserei zum Leben zu erwecken? Spannende Spekulation!



    Das ist wirklich eine gute Vermutung, daß das von dem Mädchen geschaffene Kunstwerk ein Drache sein könnte.


    Da löst eine neue Theorie direkt einen Begeisterungssturm aus ... :)
    Ich lasse Euch mal weiterspekulieren. ;)



    Ich kann die junge Frau gut leiden, sie hat ein waches Auge (im wahrsten Sinne des Wortes),


    :totlach:


  • Nachdem ich mir in meinem Urlaub eine frisch-fröhliche Teilnahme an der Leserunde vorgenommen hatte, ließ mich mein Rücken im Stich und signalisierte deutlich, dass er langes Sitzen gar nicht mochte.


    Gute Besserung auch von mir.



    Bemerkt habe ich, dass Zarria Handschuhe trägt, was ungewöhnlich und als Eigenart von ihr erscheint. Und es wirft die Frage auf, ob es dafür einen Grund gibt.


    Die Frage, warum Zarria immer Handschuhe trägt stelle ich mir auch schon lange. Vielleicht wird sie ja irgendwann noch beantwortet ...

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)


  • Da löst eine neue Theorie direkt einen Begeisterungssturm aus ... :)
    Ich lasse Euch mal weiterspekulieren. ;)


    Die Idee mit dem gläsernen Drachen finde ich toll! Das sie etwas aus Glas geschaffen hat, war mir von Anfang an klar, aber auf die Idee, dass es ein Drache sein könnte bin ich nicht gekommen. Obwohl es eigentlich doch recht naheliegend ist ...

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)


  • Insbesondere die überall in der Stadt verteilten Kristallfiguren machen mich bis jetzt neugierig. Da muss doch mehr dahinter stecken, so oft wie die erwähnt werden...


    Die finde ich auch besonders faszinierend, vor allem die Tatsache, wie detaillgetreu sie erschaffen wurden. Da kann man sogar sinnliche Lippen erkennen. Die Lichter darin kann ich noch nicht zuordnen (will ich auch noch nicht), sie erinnern mich an eine Substanz wie das Nabo (okay, anderes Buch), zumindest eine Art "Lebewesen", zumal sich die Lichter bewegen. Dazu passt Rheas Meinung:



    Die Glasbläserfiguren scheinen eine Art Schutz zu sein oder/und Annäherungsalarm. Die Veränderung der Tänzerin scheint ein Hinweis darauf gewesen zu sein, dass Gefahr droht.


    Nur wenn es eine Warnung ist, gibt es jemanden, der das deuten kann?

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen