Leserundenfazit, Rezensionen (bitte ohne Spoiler)

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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Denkt bitte daran, dass Eure Rezensionen eine Art "Gegenleistung" für die Freiexemplare der Verlage sind. Es wäre deshalb schön, wenn sich hier möglichst alle beteiligen - ebenso ist ein Fazit zur Leserunde (gerne auch eines des Autors) immer interessant.


    Bitte vermeidet Spoiler und komplette Zusammenfassungen des Inhalts in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die Sylvias Buch nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!


    Außerdem wäre es sicherlich für Sylvia sowie ihren Verlag blanvalet, der uns freundlicherweise Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn Ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellt.

  • Hier ist nun auch meine Rezi:


    Spannend und unterhaltsam.


    Josie Wagner hatte einen Brief von ihrer Bank bekommen. Sie solle die überfällige Gebühr für ein Schließfach zahlen. Aber sie hatte doch gar kein Schließfach… Doch der Inhalt des Faches überraschte sie, es war ein Erbe von Ihrer Großtante Martha, ein wunderschönes Collier…
    Für Josies Freund stand sofort fest, dass das Collier verkauft werden würde…. Doch Josie wollte erst einmal ihre Verwandten in Idar-Oberstein besuchen, denn bei dem Collier war auch noch ein Bild, und sie sah dieser Frau darauf umwerfend ähnlich….
    Großtante Martha hatte in dem Seniorenheim, in dem sie zuletzt wohnte, eine gute Freundin namens Ada. Diese wurde von Josie besucht und sie erzählte ihr über ihre Urahnin Sophie, die von ihrem Freund den Schmuck geschenkt bekommen hatte…
    Sophie hatte sich in Karl angefangen zu verlieben, als sie für Ihren Vater eine Achatschale zum Färben zu Karls Meister brachte. Sophie war zwar erst 13 und eigentlich ja noch zu jung. Karl war ein paar Jahre älter, und als er ihr eines Tages sagte, dass er nach Brasilien auswandere, brach fast eine Welt für sie zusammen. Doch er versprach, ihr zu schreiben….
    Ein paar Jahre später kam Karl mit einem Achatschiff in Idar-Oberstein an. Und er hielt offiziell um ihre Hand an. Sophie war nun zwar verlobt, aber Karl konnte sie noch nicht mitnehmen… Ein Jahr noch, dann würde er sie holen….
    Doch das Jahr ging vorbei und von Karl kam nur die Nachricht. Wieder hörte Sophie von ihm lange nichts. Dann entschloss sie sich zu handeln. Gemeinsam mit ihrem Bruder und seiner Braut, deren Bruder und dessen Braut wanderte sie nach Brasilien aus. Doch nicht alle fünf sollten dort ankommen…
    Sophie fand Karl im Dschungel…


    Wieso erbte Josie das Collier? Warum wollte Edgar das Collier unbedingt verkaufen? Wer war die Frau auf dem Bild? Was wusste Ada von der ganzen Sache? Hat Karl Sophie geschrieben? Warum konnte er sie nicht gleich, als er zurückgekommen war, mitnehmen? Warum kam Karl nicht, um sie zu holen? War er krank oder verletzt? Warum kamen nicht alle fünf Auswanderer in Brasilien an? Wie findet Sophie Karl im Dschungel, was verbirgt er?


    Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Es ist das erste Buch das ich von dieser Autorin gelesen habe und ich war angenehm überrascht. Ihr Schreibstil ist unkompliziert, es gibt keine Fragen was sie mit diesem oder jenem Wort/Satz gerade meint. Die Autorin baute die Spannung im Buch langsam auf und diese Spannung hielt sich dann auch bis zum Ende. Ich war recht schnell in der Geschichte drinnen, konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Im Buch wurde so einiges aufgeklärt und auch das Liebesleben von Sophie, aber auch das von Josie kam nicht zu kurz. Es hat mir sehr gut gefallen.


    Auf folgenden Plattformen habe ich die Rezi auch noch gepostet:


    http://www.lovelybooks.de/auto…5-w/rezension/1194114730/


    http://wasliestdu.de/rezension/spannend-und-unterhaltsam-31


    http://www.amazon.de/product-r…ie=UTF8&showViewpoints=0&
    sortBy=bySubmissionDateDescending#RHDCC43J5Q8DG


    http://www.buechereule.de/wbb2…ostid=2580655#post2580655


    http://www.buechertreff.de/thr…die-lilie-von-bela-vista/


    Außerdem noch auf Bücher.de und Hugendubel wo sie im Moment aber noch nicht veröffentlicht ist.


    Hier jetzt noch:


    https://www.hugendubel.de/de/t…8297-produkt-details.html


    http://www.buecher.de/shop/bra…/detail/prod_id/41831651/

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________________________

    Nur wer aufgibt hat schon verloren

    Einmal editiert, zuletzt von Lerchie ()

  • Ihr Lieben,


    vielen Dank an euch und Sylvia für die spannende Leserunde. :danke:


    Hier ist meine Meinung zu dem Roman:


    Es gibt diese geheimnisvolle Wirkung, die Dinge aus der Vergangenheit haben können auf uns, unsere Gegenwart und Zukunft. In Museen bewundern wir Bilder, Skulpturen und Gebrauchsgegenstände aus früheren Zeiten, weil sie uns eine Geschichte zu erzählen haben, die uns auch heute noch betrifft und berührt.
    So erlebt es auch die Modedesignerin Josie, die in einer Lebensphase steckt, die sie irgendwie nicht ausfüllt. Sie vermisst neue berufliche Herausforderungen, Reisen in exotische Länder und eine Lebensenergie,die sie mit ihrem langjährigen Freund Edgar nicht teilen kann.
    So ist das Erbe ihrer Großtante Martha - ein antikes Collier mit Ohrschmuck und das Gemälde einer jungen Frau - für Josie mehr als nur eine schöne
    unerwartete Überraschung. Der Schmuck und mehr noch das Bild wecken ihre Phantasie und machen sie neugierig auf die Geschichte dahinter.



    Besonders die junge Frau auf dem Gemälde berührt Josie emotional, sie taucht ein in eine andere Welt und spürt die Sogkraft der Vergangenheit und ihrer verborgenen Geheimnisse.
    So macht sie sich auf Spurensuche bei einem Teil ihrer Familie, zu der sie früher kaum Kontakt hatte und lernt Ada kennen, die eine Freundin ihrer Großtante Martha war. Die alte Dame stellt die Verbindung zur Vergangenheit her und erzählt ihr die Geschichte von Sophie, der jungen Frau auf dem Gemälde.
    Wir machen einen Zeitsprung in das Jahr 1827 und begleiten die 13-jährige Sophie nach Idar- Oberstein, wo sie eine kostbare Achatschale in eine Färbewerkstatt bringen soll. Es ist eine Zeit des Umbruchs nach den Napoleonischen Kriegen und Sophie ist kein Kind mehr, aber auch noch nicht erwachsen. Sie findet in dem jungen Edelsteinschleifer Karl einen Vertrauten und Gesprächspartner und die beiden entwickeln im Laufe der Jahre tiefere Gefühle füreinander.


    Im Laufe der Entwicklungen von Josie in der Erzählgegenwart und Sophie in der Vergangenheit entsteht eine magische Verbindung zwischen den beiden Frauen, eine Art Seelenverwandtschaft über die Jahrzehnte hinweg. Das macht letztlich auch die Faszination aus, die der Schmuck und das Bild auf Josie ausüben - die Ahnung einer Wahrheit und einer Energie, die aus vergangenen Erfahrungen und Prägungen immer noch spürbar sind, wenn man denn sensibel und empfänglich dafür ist.
    Beide Frauen begeben sich auf eine weite, abenteuerliche Reise nach Brasilien und entdecken dort ganz neue Seiten an sich selber und den Menschen, die ihnen nahe sind.
    Man kann diese Suche nach neuen Erfahrungen auch als Metapher sehen für das Leben an sich - das ist auch immer eine lange Reise in fremde Zonen der eigenen Psyche und eine Selbstbegegnung. Das größte Abenteuer unseres Lebens ist der Weg zum eigenen Selbst und diese Erfahrung machen beide Frauen, wenn auch im Abstand von vielen Jahren. Sie erleben intensive Gefühle, Sehnsüchte, Zweifel und Ängste und doch gibt es für sie keine Alternative zu diesem Aufbruch in das Unbekannte, das mehr ist als ein exotisches Land, es ist ein Teil ihres Wesens geworden.
    Dieser Roman trägt die beiden Handlungsebenen und Spannungsbögen, die sich dramatisch und konsequent entwickeln und bis zum Schluss überzeugen können.


    5 Punkte :buchtipp:

  • Hier kommt nun auch meine Rezension:


    Die Lilie von Bela Vista von Sylvia Lott ist ein spannender Roman über eine Frau, die vieles auf sich nimmt, um mit der Liebe ihres Lebens zusammen zu sein. Sophie, deren Familie wie viele andere in Idar-Oberstein zu Beginn des 19. Jahrhunderts von der Edelsteinbearbeitung lebt, macht sich auf nach Brasilien, um ihren Verlobten zu suchen und endlich mit ihm zusammen zu sein. Es ist eine beschwerliche Reise und was sie dort erlebt prägt sie für ihr ganzes Leben.


    Auf den Spuren ihrer Vorfahrin Sophie macht auch Josie sich fast 200 Jahre später auf die Reise. Zunächst lernt sie in Idar-Oberstein einen Teil ihrer Familie kennen, im Gepäck ein Bildnis von Sophie und ein wundervolles Schmuckstück, was ihr Interesse und ihre Neugier an der Vergangenheit weckt. Schließlich macht auch sie sich auf nach Brasilien, um Sophies Geheimnis zu erfahren. Diese Reise wird auch ihr Leben nachhaltig verändern.


    Die Autorin nimmt mit uns mit auf diese Reise. in einfühlsamen Worten beschreibt sie sehr bildhaft Sophies Lebenssituation und lässt uns eintauchen in ein anderes Jahrhundert, die Sorgen und Nöte der Menschen damals spüren und hoffnungsvoll mit ihnen aufbrechen in das Abenteuer Brasilien.


    Die wechselnden Abschnitte zwischen Gegenwart und Vergangenheit erzeugen eine wunderbare Spannung, die einen immer weiter in die Geschichte von Sophie und Karl hineinzieht und mit Josie sind wir den beiden und ihrer Liebe auf der Spur. Tragische Ereignisse kündigen sich an und immer die Frage nach dem Schicksal von Sophie und ihrer Familie vor Augen, mag man das Buch gar nicht mehr weglegen.


    Eine bewegende und spannende Geschichte die einen nicht sofort wieder loslässt.


    :buchtipp:



    Die Rezension erscheint hier:


    http://www.lovelybooks.de/auto…5-w/rezension/1195928202/
    http://www.amazon.de/gp/custom…l?ie=UTF8&ASIN=3734100585
    https://literaturschock.de/lit…x.php?thread/38290.0.html
    http://www.buechertreff.de/thr…ostID=1688036#post1688036



    Michelle

    Lesen heißt durch fremde Hand träumen.<br />Fernando Pessoa

    Einmal editiert, zuletzt von Yomiko ()

  • Meine Rezension:


    Inhalt:
    Josie ist mit ihrem Leben nicht glücklich. Sie hat einen Job als Modedesignerin, einen lieben Freund und eine schöne Wohnung. Gemeinsam mit Edgar soll es bald in ein kleines Häuschen gehen um der hektischen Stadt Hamburg zu entfliehen.
    Unerwartet wird sie jedoch an ihre inzwischen verstorbene Tante Martha erinnert. Diese hatte eins ein Bankschließfach angelegt und Josie als Rückversicherung angegeben. Schon lange hat Josie nicht mehr an dieses Schließfach gedacht, bis eine Mahnung in ihrem Briefkasten landet. Nun heißt es nachsehen, was Martha in diesem Schließfach gebunkert hat.
    Als Josie dann den Inhalt zu Gesicht bekommt, verschlägt es ihr die Sprache. Das Schließfach beinhaltet ein wunderschönes Collier mit funkelnden Amethysten. Dazu Zwei Ohrhänger mit Smaragden, ein kleines Ölgemälde und eine Karte. Die kurzen Zeilen bringen Josie jedoch keine Klarheit, woher dieser Schmuck stammt.


    Josie erinnert sich an einen Verwandtschaftszweig zu dem ihre Mutter keinen Kontakt mehr hält. In Idar-Oberstein lebt ihr Onkel Richard, der einen florierenden Edelsteinhandel betreibt.
    Während Edgar in dem Collier eine spontane Finanzspritze für das zukünftige Eigenheim sieht, will Josie wissen was es damit auf sich hat. Sie macht sich auf den Weg nach Idar-Oberstein und taucht damit in die Welt der Edelsteine ein. Sie ist gefangen von den funkelnden Steinen und der Geschichte, die nicht nur ihr Leben verändern wird.


    Idar-Oberstein 1830, die junge Sophie ist als mittlere Tochter in der Familie zu groß um das Leben noch auf Kinderfüßen zu genießen und noch zu jung um eine Arbeit anzunehmen. So hilft sie ihrer Mutter im Haushalt und ab und an in der Steinschleiferei ihres Vaters.
    Eines Tages darf sie für ihren Vater eine seltene Schale nach Oberstein bringen um sie Meister Severin zu bringen. Sophie freut sich sehr, ist doch Karl, der Lehrling des Meisters eine Augenweide und Sophies heimlicher Schwarm. Durch einen Vorfall kommen sie sich näher und schon bald ist klar, Karl und Sophie sind füreinander geschaffen.
    Doch Karls Familie will ihr Glück in Brasilien versuchen und Sophie bleibt zurück. Ob sie ihn je wieder sehen wird? Sicherlich wird er sie vergessen und Sophie wird in Deutschland einsam weiter leben. Aber Karl vergisst sie nicht, im Gegenteil. Er tut alles um für sich und Sophie ein Leben aufzubauen, aber dann erwischt ihn die Tropenkrankheit und Sophie muss um ihre große Liebe bangen.


    Lange wartet Sophie auf ihren Karl bis sie es nicht mehr aushält und den Schritt in die große Welt wagt. Zusammen mit einigen anderen begibt sie sich auf die beschwerliche Reise nach Brasilien. Ein Weg voller Gefahren, Schmerz und Verzweiflung liegt vor ihr. Alles was sie antreibt ist ihre Liebe zu Karl, doch lebt er überhaupt noch?


    Meinung:
    'Die Lilie von Bela Vista' ist das dritte Buch von Sylvia Lott und das zweite das ich gelesen habe. Wie auch schon 'Die Glücksbäckerin von Long Island' ist die Geschichte fesselnd geschrieben und bringt den Leser in eine neue Welt. Das Buch ist in zwei Zeitzonen geschrieben. Einmal in der Gegenwart mit Josies Geschichte und einmal die Geschichte von Sophie. Allerdings sind die Abschnitte von Sophie länger als die von Josie, so dass es in erster Linie Sophies Leben ist, über das wir etwas erfahren.
    Die Verbindung mit den Edelsteinen ist toll gesetzt und mir hat das Lesen wirklich Freude gemacht. Ich mochte Josie und auch Sophie ziemlich gern, aber meine Lieblingsfigur ist eigentlich Ada, eine Freundin der verstorbenen Martha. Von ihr erfährt Josie die Geschichte über Sophie, sie ist also ein wichtiges Bindeglied.


    Das Buch hat eher eine düstere Stimmung, trotz vieler sonniger Momente. Aber es passt gut zur Geschichte und bringt den richtigen Grundton um mit den Figuren mit zu leben.


    Meine Rezension werde ich morgen auf den Plattformen verbreiten, am 03.10.2015 erscheint sie auf dem Blog http://www.buchjunkies-blog.de. Die anderen Links stelle ich dann morgen hier ein.


    Liebe Sylvia, dir ist da wieder ein sehr gutes Buch gelungen und ich freue mich schon jetzt auf das nächste =o)

  • Hallo Ihr Lieben,


    nachdem es in der Leserunde ruhiger geworden ist, kommt hier auch mein Fazit.


    Das Buch:
    Josefine führt ein unspektakuläres Leben mit ihrem Freund Edgar. Als Modedesignerin arbeitet sie bei einem Versandhaus, was ihr ein regelmäßiges Einkommen beschert, sie aber nicht zu 100% ausfüllt. Dann erfährt sie, dass ihre verstorbene Großtante ihr ein Bankschließfach inklusive wertvollem Collier und Ohrringen hinterlassen hat und Josefine begibt sich auf Spurensuche zu den Hintergründen des Schmucks und ihrer familiären Wurzeln. Dabei führt ihre Recherche sie zurück ins 19. Jahrhundert und bis nach Brasilien, vor ihre Vorfahrin Sophie hoffte ihr Glück zu finden und dabei Dramatisches erleben musste.


    Das Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Zum einen gibt es da Josefine in der Gegenwart, die nach und nach den Geheimnissen von Sophie und damit dem Schmuck auf die Schliche kommt. Zum anderen springt der Erzählstrang immer wieder ins 19. Jahrhundert und erzählt die Erlebnisse von Sophie, der Urahnin von Josefine.


    Für Bücher mit verschiedenen Zeitebenen habe ich eine ausgeprägte Schwäche und auch in diesem Buch hat es mir wieder gut gefallen die Geschehnisse sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit hautnah miterleben zu dürfen. Dabei muss ich gestehen, hat mir der Erzählstrang in der Vergangenheit lange Zeit viel besser gefallen hat, als in der Gegenwart, da ich irgendwie meine Zeit brauchte, um mit Josefine wirklich warm zu werden.


    Dabei ist Josefine kein sperriger Charakter, aber irgendwie war sie mir zu Beginn auch nicht wirklich nah. Das änderte sich im Laufe des Buches und schließlich fand ich auch ihren Erzählstrang sehr spannend zu verfolgen. Sophie ist eine sehr starke Persönlichkeit und ich war vom ersten Moment von ihr gefesselt und verfolgte gespannt ihren Lebensweg. Sie muss einige Schicksalsschläge ertragen und schafft es doch überall gestärkt wieder daraus hervor zu kommen. Ein ganz toller Charakter und eine sehr starke Frauenfigur. Das hat mir sehr gut gefallen.


    Sehr interessant fand ich die Hintergründe zu den Auswanderern im 19. Jahrhundert, die sich auf den Weg nach Brasilien gemacht haben. Mir war gar nicht bewusst, dass es damals eine richtige Welle gab und Brasilien selbst das auch lange gefördert hat. Genauso interessant fand ich die Ausführungen zu den unterschiedlichen Edelsteinen, deren Gewinnung und Verarbeitung. Auch hier war mir bis dato nicht bewusst, dass Idar-Oberstein schon lange für Edelsteine bekannt ist und weltweiten Handel mit ihnen treibt. So wie Josefine und Sophie Schritt für Schritt immer mehr über die Edelsteine lernen, habe ich auch eine ganze Menge dazu gelernt.


    Einige Auflösungen am Ende hatte ich schon vorher vermutet und waren daher nicht mehr ganz so überraschend. Trotz allem ist es ein wunderbares in sich abgeschlossenes Ende, dass mich mit einem glücklichen Grinsen auf dem Gesicht das Buch hat zuklappen lassen.


    Alles in allem ein schöner Schmöker, den ich gerne gelesen habe und der mir viele Hintergründe und Informationen zu der Auswanderungswelle nach Brasilien und verschiedenen Edelsteinen näher gebracht hat. Nur der Beginn bedingt durch die irgendwie schwer anfassbare Hauptfigur waren etwas zäh und die Wendungen am Ende dann doch vorhersehbar.


    Die Leserunde:
    Liebe Sylvia, vielen lieben Dank für deine tolle Begleitung unserer Runde. Ich fand es sehr spannend noch mehr Hintergrundinformationen von dir zu bekommen. Danke dafür :bussi:
    Ich möchte mich ganz herzlich auch bei allen lieben MitleserInnen für den tollen Austausch mit euch in der Leserunde bedanken. :bussi:


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:


    Meine Rezension findet sich auch auf folgenden Seiten:
    amazon.de
    Großes Bücherforum
    literaturschock.de
    lovelybooks.de

  • Liebe Tammy1982,


    bin gerade von einer spannenden Recherchereise aus Dänemark zurück und möchte mich nun endlich sehr für Deine Moderation und für die Rezension bedanken (es geht Edelsteine, nicht um Edelmetalle (wie Gold, Platin oder Ähnliches), das hast Du ja sicher auch gemeint ;)



    Es war eine besonders schöne Leserunde hier mit Euch allen!
    Tausend Dank und herzliche Grüße! :bussi:


  • bin gerade von einer spannenden Recherchereise aus Dänemark zurück und möchte mich nun endlich sehr für Deine Moderation und für die Rezension bedanken (es geht Edelsteine, nicht um Edelmetalle (wie Gold, Platin oder Ähnliches), das hast Du ja sicher auch gemeint ;)


    Ups, sehr peinlich! :-[ Besser ich gleich noch aus!



    Es war eine besonders schöne Leserunde hier mit Euch allen!
    Tausend Dank und herzliche Grüße! :bussi:


    Vielen lieben Dank auch nochmal von uns für deine tolle Begleitung! :bussi: Freut uns sehr, dass dir die Leserunde auch so gut gefallen hat, wie uns und ich freue mich schon auf das nächste Buch und die hoffentlich nächste Leserunde mit dir! :winken:


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Nach dem Tod ihrer Großtante Martha erhält Josie Zugang zu einem Bankschließfach. Dieses enthält ein altes Amethyst-Collier und ein Paar Ohrringe. Während ihr Lebensgefährte den Schmuck am liebsten schnellstmöglich verkaufen möchte, um mit dem Geld endlich ein gemeinsames Eigenheim anzuzahlen, zögert Josie. Sie nimmt Kontakt zu einem Teil ihrer Familie auf, mit dem sie bisher nur wenig zu tun hatte. Ihre Verwandten führen einen Edelsteinhandel in Idar-Oberstein, wo Verarbeitung und Handel mit Edelsteinen eine lange Tradition haben. Sie wird herzlich aufgenommen und findet eine alte Freundin ihrer Tante. Diese beginnt, ihr die Geschichte von Marthas und Josies Vorfahrin Sophie zu erzählen, die das Familienunternehmen Mitte des 19. Jahrhunderts begründet hat. Sophies aufregende und erschütternde Lebensgeschichte rüttelt auch an Josies Weichenstellungen fürs Leben.


    Ich lese sehr gerne Bücher, die eine Familiengeschichte auf mehreren Zeitebenen erzählen. Da ich schon „Die Glücksbäckerin von Long Island“ unglaublich gerne gelesen hatte, war klar, dass auch das neue Buch von Sylvia Lott auf meiner Wunschliste landet. Während das Cover eine heitere Geschichte verspricht, ist die Stimmung jedoch deutlich ernster und teilweise auch düsterer als im anderen Roman. Das ist keinesfalls negativ gemeint, man sollte sich nur vom Cover hier nicht täuschen lassen.


    Sophies Lebensgeschichte ist hart und an vielen Stellen wirklich grausam. Als Leser rätselt man lange mit, wie aus dem lebensfrohen jungen Mädchen später einmal die knallharte und gefühltskalt wirkende Geschäftsfrau werden konnte. Ihre Geschichte breitet sich erst nach und nach vor dem Leser aus, immer mehr Puzzlestückchen kann man im Verlauf des Buches zusammensetzen, doch erst am Ende ergibt sich wirklich das ganze Bild.


    Ich muss allerdings gestehen, dass ich mit Josie nicht so wirklich warmgeworden bin. Aber es geht mir oft so, dass ich bei derartiger Lektüre eine Vorliebe für eine der beiden Zeitebenen entwickele und die andere es dann schwer hat. So war es auch hier, ich wollte in erster Linie wissen, wie es mit Sophie weitergeht und die Passagen um Josie herum waren da schmückendes Beiwerk, für mich aber gar nicht so unbedingt nötig, auch wenn ich sie durchaus gerne zwischendurch gelesen habe.


    Ich habe viel gelernt während der Lektüre, nicht nur über Brasilien, sondern vor allem über den deutsch-brasilianischen Edelsteinhandel, der damals begründet wurde. Die Autorin schildert hier in vielen Dingen historische Fakten, die mir so bisher überhaupt kein Begriff waren. Auch über Edelsteine an sich kann man hier so einiges lernen und ich betrachte Schmuck nun teilweise mit ganz anderen Augen.


    Ich freue mich schon auf das nächste Buch der Autorin und bin sehr gespannt, was für einer Geschichte sie sich als nächstes annehmen wird!

  • Mit einiger Verspätung kommt hier nun auch meine Rezension. Das Buch war einfach wunderbar und hat mir viele schöne Stunden bereitet.

    Die Modedesignerin Josie geht von einem Missverständnis aus, als sie das Schreiben einer Bank erhält, in dem sie aufgefordert wird, die fälligen Gebühren für ein Bankschließfach zu zahlen. Vor Ort aber stellt sich heraus, dass alles seine Richtigkeit hat. Das Bankschließfach ist von Josies Großtante Martha und vor vielen Jahren hat Josie hierfür eine Vollmacht erhalten. Nun ist Martha verstorben und hinterlässt Josie ein wunderschönes Collier mit Edelsteinen und passende Ohrringe dazu sowie ein Ölgemälde mit dem Bildnis einer Frau, welche Josie seltsam vertraut vorkommt.


    Entgegen der Erwartungen ihres Lebensgefährten Edgar entschließt sich Josie nicht zum Verkauf des Schmucks, sondern begibt sich auf die Suche nach dessen Herkunft. Sie reist nach Idar-Oberstein, zu Menschen aus ihrer eigenen Familie, mit denen sie schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Dort wird sie herzlich aufgenommen und ihr werden die Details des Edelsteingeschäftes näher gebracht. Edelsteine sind bereits seit vielen Jahren die Leidenschaft der Familie. Der Beginn dieser Leidenschaft reicht weit zurück.


    Von Marthas Freundin Ada erfährt Josie etwas über die junge Sophie, die Frau auf dem Ölgemälde. Sophie lebte um 1830 in Idar Oberstein. Sie verliebte sich in den jungen Karl, der zwar Sophie heiraten wollte, aber mit seiner Familie nach Brasilien auswandern musste, wo viele Deutsche damals ihr Glück suchten. Als Karl nicht, wie versprochen, zurückkehrte, um Sophie nach Brasilien nachzuholen, machte sie sich kurzerhand selbst auf den Weg in die ferne Welt um ihren Geliebten und ihr Glück zu suchen. Eine abenteuerliche Reise lag vor ihr, die der Leser nun mit ihr und Josie teilen darf.


    Die Autorin Sylvia Lott gewährt ihren Lesern in dieser Geschichte einen tiefen Einblick in die Welt der Edelsteine und der Edelsteinschleiferei. Am Beispiel zweier starker Frauen wird aufgezeigt wie schön und faszinierend die Welt der glänzenden und glitzernden Steine ist und wie anspruchsvoll zugleich. Der Roman „Die Lilie von Bela Vista“ verbindet Liebe, Leidenschaft und verdeutlicht wie wichtig es oft im Leben ist, Hartnäckigkeit und Durchsetzungskraft zu zeigen.


    Sehr detailliert und flüssig schildert die Autorin das Leben in Idar Oberstein und auch in Brasilien damals wie heute. Die Charaktere sind interessant und vielschichtig angelegt und keinesfalls nur schwarz oder weiß.


    Wer sich intensiv verzaubern lassen möchte, der liegt mit der Lektüre dieses Buches genau richtig.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen