Algemeine Fragen an Selma J. Spieweg

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  • Liebe Selma,
    ich hatte es ja schon erwähnt, dass ich dir wahrscheinlich ein Loch in den fragen werde... :-[


    Eine Frage hat sich mir beim lesen furchtbar aufgedrängt:


    Du hast die Landschaft so deutlich beschrieben, das ich mich gefragt habe, ob du schon mal mit der Transsibirischen Eisenbahn durch dieses große Land gefahren bist?


    Und was ich auch gerne wissen würde:
    Wie bist du auf die Idee gekommen eine Clockwork Colone Handlung in Russland anzusiedeln?


    Und ganz ehrlich, Olga ist mir schon sehr ans Herz gewachsen. Wenn es für diese Figur ein reales Vorbild gibt, dann können die Eltern stolz auf ihre Tochter sein. 8)

  • Du hast die Landschaft so deutlich beschrieben, das ich mich gefragt habe, ob du schon mal mit der Transsibirischen Eisenbahn durch dieses große Land gefahren bist?


    Nein, bin ich nicht. Nur in Dokumentarfilmen und Reportagen und es fällt mir leicht Szenen wie ein Film zu erleben, ich muss dann nur beschreiben, was ich sehe. Ihr ahn gar nicht, wie sehr ich mich freue, dass ihr es auch so deutlich seht, denn ich wollte die Landschaft nicht mit ellenlangen Beschreibungen skizzieren, sondern mit wenigen, ausgewählten Sätzen.

    Zitat


    Und was ich auch gerne wissen würde:
    Wie bist du auf die Idee gekommen eine Clockwork Colone Handlung in Russland anzusiedeln?


    Da kamen ein paar Dinge zusammen. Simone Keil und Susanne Gerdom, die Schöpferinnen von Clockwork Cologne, haben die ganze Welt in groben Zügen beschrieben. Andere Autoren, die sich beteiligen wollten, planten ihre Geschichten in Frankreich, England oder Japan anzusiedeln. Da jeder Autor mit seiner Geschichte Fakten schafft, war es sinnvoll meine Story räumlich entfernt anzusiedeln, bevor ich nicht weiß, was in den Büchern der anderen geschieht. Von der skizzierten Welt waren das Osmanische Reich und Russland noch frei. Da fiel mir die Wahl nicht schwer. Ich mag die Weite, die Schwermütigkeit, die man mit Russland verbindet.

    Zitat


    Und ganz ehrlich, Olga ist mir schon sehr ans Herz gewachsen. Wenn es für diese Figur ein reales Vorbild gibt, dann können die Eltern stolz auf ihre Tochter sein. 8)


    Ich mag sie auch sehr. Und genau wie Boris war sie plötzlich da, so als hätte ich sie mir nicht ausgedacht, sondern als wären die beiden plötzlich aufgetaucht und ich habe nur niedergeschrieben, was sie mir erzählten.


    Als ich mit diesem Buch angefangen habe, steckte ich mitten in einem anderen Buch, das ich erst zu Ende schreiben wollte, doch die ersten Szenen waren so präsent, dass ich sie aufgeschrieben habe, um den Kopf für die andere Geschichte frei zu bekommen.


    Tja … so dachte ich mir das. Boris und Olga hatten andere Pläne. Der angefangene Krimi ist noch immer unvollendet. Dafür ist Band 3 in Planung.

  • Zitat von Selma

    Tja … so dachte ich mir das. Boris und Olga hatten andere Pläne. Der angefangene Krimi ist noch immer unvollendet. Dafür ist Band 3 in Planung.


    Oh wie schön, Band 3 ist in Arbeit! :freu:
    Damit hast du schon meine nächste Frage beantwortet. Danke ;)

  • Sehr schön, daß ein dritter Band in Planung ist 8) Nun bin ich mal gespannt, wer seinen dritten Band als Erste veröffentlich, bei Simone und Susanne warte ich auch schon sehnsüchtig ;D

  • Ja, ich freue mich auch auf die weiteren Bände der beiden anderen und hoffe wirklich sie kommen bald. Ich hoffe ja, dass mit meinem neuen Band die anderen auch wieder einen Verkaufsschubs kriegen und sie wieder etwas motivierter sind. Denn leider geht die Serie nicht so gut nun wenn man mal davon absieht, dass ich als Autorin meine Bücher mag (wenn ich nicht gerade die Phase habe, dass ist sie furchtbar finde ;) ), die Serien der anderen sind einfach toll. ich habe sie jetzt mehrmals gelesen und immer wieder genossen.


    Die ersten Bücher hatte ich noch unter Jacqueline veröffentlicht, doch kaum waren die draußen stieß ich überall auf diese jacqueline-Witze. Allen voran Amazon, die mir jeden zweiten Tag Buchempfehlungen wie "Sprüche und Witze aus der Unterschicht" oder "500 Namen, die Sie Ihrem Kind besser nicht geben sollten" Im Klappentext steht:

    Zitat

    "Mit dem Namen scheint die Zukunft eines Kindes vorbestimmt: Kann eine Jacqueline Vorstandsvorsitzende werden? … Die schlimmsten Namenssünden!"


    Wikipedia hat einen eigenen Eintrag für diesen Vornamen:

    Zitat

    "Trägerinnen des Namens haben in der Schule nicht selten mit Vorurteilen zu kämpfen. Laut einer Studie, die die Lehramtsabsolventin Julia Kube 2009 an der Universität Oldenburg vorgelegt hat, war der Vorname Jacqueline unter den befragten Lehrern – insgesamt wurden 500 Fragebögen ausgewertet – zumeist negativ besetzt.[5] Bei der Frage Welche Vornamen würden Sie Ihrem Kind auf keinen Fall geben? tauchte er an zweiter Stelle (nach Kevin) auf. Nicht besser schnitt der Name bei der Frage Nennen Sie Vornamen von Schülerinnen/Schülern, die bei Ihnen Assoziationen zu ‘Verhaltensauffälligkeit’ hervorrufen ab."


    Und dann berichteten mir auch noch ständig freunde und bekannte, von den Jacquelines die sie kennen, die aber komisch, sonderbar oder sonstwas sind.


    Besonders "dumm" wurde mit diesem Namen assoziiert, und da ich als Legasthenikerin eh schon immer mit dem Vorurteil "dumm" zu kämpfen hatte, reichte es mir.


    Ich wollte meine Bücher ja Leute verkaufen, die mich nicht kennen und dachte, vielleicht werden viele von "Jacqueline" abgeschreckt.
    Mittlerweile denke ich, dass es keine Rolle spielt, aber nun habe ich das Pseudonym.


    Auf "Selma" kam ich, weil das mein dritter Vorname ist.
    Mit zweiten uund dritten Vornamen bin ich nach meinen Urgroßmüttern benannt. Der andere ist Christine, und im Grunde hatte ich lieber den Namen dieser Urgroßmutter genommen, denn sie war eine beeindruckende Frau: Eine der ersten Frauenrechtlerinnen und versteckte zusammen mit meinen Urgroßvater ein jüdisches Ehepaar vor den Nazis.


    Aber Selma war einfach einprägsamer, klang besser mit meinem Nachnamen zusammen und ist besser über Suchmaschinen zu finden.


  • Der andere ist Christine, und im Grunde hatte ich lieber den Namen dieser Urgroßmutter genommen, denn sie war eine beeindruckende Frau: Eine der ersten Frauenrechtlerinnen und versteckte zusammen mit meinen Urgroßvater ein jüdisches Ehepaar vor den Nazis.


    Wow, das hört sich aber auch nach einer spannenden Geschichte an.


    Schade, daß die Clockwork Cologne-Reihe so schleppend läuft, das kann ich gar nicht verstehen :( Wie läuft es mit Steampunk überhaupt? Ich meine, Susanne hat mal erwähnt, daß man vorsichtig sein muß, wenn man einem Verlag gegenüber erwähnt, daß man ein Steampunk-Buch veröffentlichen möchte.

  • Ach schade. Aber daran hätte ich auch fast selbst denken können. Fast jeder macht Witze über Kevins und Schakkelines, aber keiner denkt mal dran, was die Namensträger selbst erleben. Zugegeben, ich auch, dabei ist meine Name auch nicht unbedingt der beste. Der ist zwar nicht ganz schlimm, aber einige Male gab es auch komische Kommentare. Mit ca. 20 wurde ich in meiner Heimatstadt in Niedersachen mal gefragt, warum ich mir denn den Ossi-Dialekt abtrainiert hätte, weil doch eh alle Cindys aus dem Osten kommen. Tja. Gefühlt hat der Name aber immerhin noch einen besseren Ruf als Mandy oder Sandy.


    Schön, dass du dir immerhin keinen komplett ausgedachten Namen geben musstest. Und das mit der Suchmaschine ist auch praktisch. :D


    Ich wundere mich auch, dass die Reihe gar nicht so einschlägt. Das Konzept ist doch toll und Steampunk an sich auch kein total lahmes oder unbeliebtes Genre. Die Cover fallen auf, die Bücher sind günstig, die Rezensionen gut. Hm.


  • Ich wundere mich auch, dass die Reihe gar nicht so einschlägt. Das Konzept ist doch toll und Steampunk an sich auch kein total lahmes oder unbeliebtes Genre. Die Cover fallen auf, die Bücher sind günstig, die Rezensionen gut. Hm.


    Ich hab schon anderen Steampunk gelesen und mir gefielen die Bücher von Simone und Susanne deutlich besser.

  • Ich verstehe es ehrlich gesagt auch nicht, warum Clockwork Cologne nicht mehr Leser findet. Simone kann schreiben, sie hat es wirklich drauf, aber wir beide sind halt unbekannt, doch Susanne hat ja einen Namen als Autorin. Und die CC-Welt hat tiefe. Was ich damit meine, ich habe beim lesen gespürt, dass es noch Geschichten hinter der erzählten Story gibt. Was mich an Geschichten stört ist, wenn man merkt, dass es außer dem eigentlichen Handlungsstrang nichts gibt, keine Substanz.


    Vielleicht platzt ja irgendwann noch der Knoten.

  • Zitat von Selma

    Ich verstehe es ehrlich gesagt auch nicht, warum Clockwork Cologne nicht mehr Leser findet.


    Dazu habe ich mir heute so meine Gedanken gemacht....


    Vielleicht liegt es daran das die Atmosphäre zu Beginn des Buches etwas dunkel und bedrohlich wirkt. Das ging mir mit den Magnus Büchern schon am Anfang so, dass ich mich fast etwas davor gefürchtet habe weiter zu lesen.
    Nur die manches mal witzigen Gedanken von Magnus und die vielen skurrilen Charakter haben mich in das Buch rein gezogen.


    Bei Boris und Olga habe ich mich daher direkt NUR erst auf die Personen konzentriert als ich anfing zu lesen. Mit der Handlung und dem ganzen technischen/physikalischen Kram, habe ich mich jetzt erst, so nach und nach auseinander gesetzt.


    Ich gebe gerne zu das ich erst jetzt, im dritten Abschnitt, das Ausmaß dieser Strahlen-Katastrophe und der technischen Veränderungen an Boris, langsam verstehe. Ich habe immer wieder mal zurück blättern müssen um die Funktion von der Kartusche oder die Auswirkungen von der blauen Droge genauer nach zu lesen.


    Auch wenn die Bücher alle in der Vergangenheit (1898) spielen, so hat die Handlung oftmals eher einen futuristischen Touch. Soooo abwegig erscheint mir das mittlerweile gar nicht mehr, dass eine solche Katastrophe jeder Zeit über uns hereinbrechen kann.
    Vergangenheit und Zukunft treffen bei den Beschreibungen der Umweltzerstörung und dem technischen Entwicklungswahn in euren Büchern knallhart aufeinander.
    An dieses "Kontrast-Programm" im Buch traut sich vielleicht nicht jeder Leser heran.


    Ich habe auch Phasen in denen ich nur leichte Liebesromane oder Unterhaltungsromane lesen möchte, aber irgendwann suche ich dann auch wieder nach Herausforderungen.
    Bei einer dieser Suche bin ich auf Magnus gestoßen. Der Typ ist echt Klasse, besonders mit seinem (ach so lieben) Diener. :D Ich will hier nicht spoilern. ;)


    Ich glaube man muss vielleicht mal Kund tun, das diese Bücher durch pfiffige und humorvolle Charakter geprägt sind und nicht nur durch ein dunkles "Endzeit-Szenario".
    Das hat sich vielleicht noch nicht herum gesprochen. :D


    Ich hoffe Selma, das du mir meine Erklärung jetzt nicht übel nimmst. Es sind halt nur so meine persönlichen Eindrücke. :-[

  • Für alle, die bis "Tod dem Zaren 04: Die Räuber bis einschl. Wenn die Hölle gefriert" gelesen gaben ist es ohne Spoiler. Für den Fall, das jemand ein paar Illustrationen sehen möchte.


    Ich bin gerade dabei meine Webseite nach und nach Smartphone-tauglich zu machen :o ... es alles noch nicht ganz so wie ich. >:(:'(:lesen: ??? Ich hoffe es stört euch nicht.


    http://jspieweg.de/Boris2.html

  • Die Illustrationen sind toll - und die Figuren sowieso. Das war Pappmachée, glaube ich, hast du mal geschrieben, oder? Wenn man die beiden nun beinahe ein ganzes Buch begleitet hat, wirken sie noch lebendiger. Wie lange hast du denn für die Zahnräder am Arm gebraucht?

  • Danke. :) Die Zahnräder haben recht lange gedauert. Die habe ich aus Pappmaché-Mehl gemacht, wenn es trocken ist, kann man es fast wie Holz bearbeiten, aber es schrumpft beim Trocknen zusammen, sodass scharfe Grate und eine verschrumpelte Oberfläche entstehen, die man erstmal glattfeilen muss. Außerdem klebt das Zeug furchtbar an den Fingern beim Modellieren. Doch dafür ist es am Ende nicht so brüchig wie Ton.

  • Selma, die HP sieht echt Klasse aus und ist auch informativ. :daumen:
    Die Tasche sieht auch gut aus. Ein origineller Einfall der vielleicht auch in der Weihnachtszeit zum Verkaufsschlager mutieren kann. ;)


    Ich frage mich wirklich, wie du es schaffst neben deiner künstlerischen Arbeit auch noch Bücher zu schreiben?
    Musst du da nicht auch hin wieder bis in die Nacht arbeiten?

  • Ja, ich arbeite regelmäßig bis in die nacht hinein. ;D :-\ Aber so lange ich malen oder schreiben kann geht es mir gut. :winken: Die Futuren habe ich gemacht, als ich einen ziemlichen Einbruch bei meinen Aufträgen hatte. Einerseits blöd, andererseits konnte ich bis spät in die Nacht an den Figuren arbeiten.

  • Die beiden Figuren sind wirklich toll !!
    Und: Was für eine Arbeit - unfassbar !!


    Durfte nur Boris mit zur Buchmesse, Olga nicht ?


    Aber wenn man im Dunkeln um die Ecke biegt und dann steht da Boris - das ist bestimmt gruselig.


    Die ganze HP ist aber ja total spannend... gerade saß ich total fasziniert vor dem Bild des gehäkelten Kostüms für Venedig. [Blockierte Grafik: http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a075.gif]