Allgemeine Fragen an Lucie Flebbe

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Liebe Lucie! Nach dem hier in der Runde verlinkten Artikel werden es wohl doch keine 10 Bücher werden? Ich hoffe, dieses hier ist nicht schon das letzte? Irgendwie könnte es mit den beiden immer so weiter gehen ...


  • Liebe Lucie! Nach dem hier in der Runde verlinkten Artikel werden es wohl doch keine 10 Bücher werden? Ich hoffe, dieses hier ist nicht schon das letzte? Irgendwie könnte es mit den beiden immer so weiter gehen ...


    Immer so weitergehen wird es definitiv nicht ...


    Eigentlich war die Lila-Reihe ja mit 10 Büchern geplant, aber ich habe mich anscheinend verschätzt.
    Dummerweise tanzen meine Figuren nicht immer artig nach meiner Pfeife >:( und die Geschichte hat in "Prinzenjagd" wesentlich mehr Tempo bekommen als gedacht. Ich habe das Gefühl, dass es jetzt zügig auf das Ende zugeht.
    Aber eins kann ich Euch schon mal verraten: "Prinzenjagd" ist nicht Lilas letzter Fall.


    Auch beim Schreiben nimmt die Geschichte immer wieder unvorhergesehene Wendungen. Manche Figuren erweisen sich als cleverer oder skrupelloser, als es mir als Autorin lieb ist - deshalb lasse ich mich selbst jetzt auch einfach mal überraschen, ob es acht oder neun - oder am Ende dann vielleicht doch noch zehn Bände werden.


    :D


    Liebe Grüße,
    Lucie


  • Dummerweise tanzen meine Figuren nicht immer artig nach meiner Pfeife >:( und die Geschichte hat in "Prinzenjagd" wesentlich mehr Tempo bekommen als gedacht. Ich habe das Gefühl, dass es jetzt zügig auf das Ende zugeht.


    Och... :(


    Wie war das: Was das Ende sein soll weißt Du bereits, oder verwechsle ich jetzt was ?

  • In dem hier verlinkten Bericht heißt es, dass von einigen Büchern Klassensätze verkauft wurden. Das finde ich toll, vor allem, wenn ich so daran denke, was wir in der Schule gelesen hatten. Immer wieder das gleiche, was seit Jahren schon immer gelesen wurde. Neue Romane, und dann auch noch Krimis, kamen nicht dabei vor. Hier ging es wohl um die Gesellschaftskritik, die du in den Krimis immer unterbringst, oder? Diese Mischung kann man bestimmt gut im Unterricht besprechen. Hast du davon auch mal Feedback bekommen?

  • Ach, Lila und Ben als Schullektüre ? Das ist ja mal klasse ! 8)


    Bei meiner Tochter waren in diesem Jahr prüfungsrelevant "Tschick" (immerhin was Neues) und "Besuch der alten Dame" (was meiner Tochter tatsächlich besser gefiel als mir damals *grusel*)
    Schlimmste Lektüre von ihr war Blueprint.



    Ja, das ist richtig.
    Ich weiß bereits, wie die Geschichte ausgeht - sofern meine Figuren alle mitspielen :D


    Da bin ich gespannt... auf das Ende sowieso, aber auch darauf, ob die Figuren Dir Dein Ende genehmigen ;D Das mußt Du uns dann auch bitte verraten... wenn nicht das "eigentliche Ende" dann zumindest, ob es eigentlich anders hätte ausgehen können.


    Wann kommt eigentlich Band 8 ?


  • Hast du davon auch mal Feedback bekommen?


    Ich freue mich immer, wenn ich Feedback z.B. per Email bekomme.
    Über das Kontaktformular meiner Homepage passiert das häufig.


    Ein Highlight für mich war, dass ein Krimi im Rahmen einer Projektwoche besprochen wurde, zu deren Abschluss ich dann aus dem Buch gelesen habe. Da konnte ich mir ansehen, wie die Schülerinnen und Schüler die Geschichte "auseinandergenommen" hatten (z.B. hatten sie Zeichnungen von Lila angefertigt, u.v.m.)
    Das war eine Super-Sache und hat viel Spaß gemacht.


    Lucie

  • Nachdem ich von meinem gemütlichen Kaffeeklatsch in der Bochumer Innenstadt berichtet habe, möchte ich auch die Fragen hier an Lucie stellen, die heiß diskutiert wurde an dem Nachmittag:


    WARUM Bochum???
    Warum liebe Lucie hast du Lila in Bochum aus dem Zug aussteigen lassen? Sie hätte doch auch in Dortmund, Essen oder Oberhausen aussteigen können.
    Was hat Bochum was andere Städte nicht haben? Das Bermuda Dreieck, oder Bochum-Total oder das Zeltfestival...?


    Zweite Frage:
    Das Haus Annastr. 28 gibt es nicht, es gibt zwar bei den ungeraden Zahlen das Haus Nr. 29, aber bei den geraden Zahlen ist bei 26 Ende. Klar weiß jeder Bochumer welches Haus du beschreibst in deinem ersten Band, aber die Nr. passt nicht ganz.
    Kann es sein das du in deinen Romanen nicht einfach private Gebäude zum Schauplatz für deine Handlung machen darfst, aus Datenschutz oder rechtlichen Gründen?


    Letzte Frage
    Warum erfahren die Leser nicht etwas mehr über Molle? Er ist so ein sympathischer Typ und eine Dame meinte, er müsste doch auch eine Vergangenheit haben....
    Diese Frage gebe ich hier nur so weiter wie sie mir aufgetragen wurde! ;)


    Wie gesagt, ich wusste zu dem Zeitpunkt noch gar nichts über den Inhalt des ersten Buches. Eigentlich wollte ich bei dem Cappuccino nur mal das erste Kapitel lesen. :D

  • Hallo Annette,


    das sind wirklich interessante Fragen.


    Warum Bochum?
    Tatsächlich kann Lilas Geschichte nur in Bochum spielen, das ist der perfekte Schauplatz.
    Allerdings wusste ich das nicht, als ich die Geschichte geschrieben habe. Zu dem Zeitpunkt war nur klar, dass die Handlung im Ruhrgebiet angesiedelt sein würde (nachdem ich vor sehr langer Zeit mal zu einer Reitlehrerausbildung ständig quer durchs Ruhrgebiet gefahren bin, gibt es da bei mir eine gewisse Faszination).
    Aber Du hast recht: Es hätte auch Essen sein können. Ich bin einfach hingefahren, in Bochum aus dem Zug gestiegen und hab geguckt, ob es funktioniert.
    Hat es ;).


    Zweite Frage: Annastraße 28
    Tatsächlich gibt es in der Annastraße eine Kneipe, die aber in den Details nicht mit Molles Kneipe übereinstimmt. Damit bei den LeserInnen keine Zweifel daran aufkommen, dass Molles Kneipe fiktiv ist, habe ich die nicht existente Hausnummer 28 gewählt.


    Letzte Frage
    Warum erfahren die Leser nicht etwas mehr über Molle? Er ist so ein sympathischer Typ und eine Dame meinte, er müsste doch auch eine Vergangenheit haben....


    Tatsächlich hat Molle eine Vergangenheit.
    Ein bisschen was erfährt der/die aufmerksame Leserin in "Fliege machen" und in "Tödlicher Kick".
    Leider liegt Molle das Zuhören mehr, als das Quatschen. Deshalb bleibt abzuwarten, ob Lila noch mehr aus ihm herausquetschen kann.


    Das ist übrigens ein kleiner Nachteil der Ich-Perspektive: Was Lila nicht rauskriegt, bleibt uns ebenfalls verborgen (wenn die Autorin nicht zu einem Trick greift).
    Glücklicherweise stellt Lila sich normalerweise ziemlich geschickt an. Es ist tatsächlich erst ein einziges Mal vorgekommen, dass sie aus einer anderen Figur wirklich nichts rausgekriegt hat (das war "Babsi" in "Das fünfte Foto" - bis heute eine meiner Lieblingsfiguren, gerade weil sie ihren eigenen Kopf hatte und nicht so mitgespielt hat, wie ich es für sie vorgesehen hatte).


    Mal sehen, ob es Lila gelingt, Molle noch ein bisschen näher zu kommen ...


    Liebe Grüße,
    Lucie

  • Vielen Dank Lucie für die ausführlichen Antworten.


    Zitat von Lucie

    Tatsächlich hat Molle eine Vergangenheit.
    Ein bisschen was erfährt der/die aufmerksame Leserin in "Fliege machen" und in "Tödlicher Kick".
    Leider liegt Molle das Zuhören mehr, als das Quatschen. Deshalb bleibt abzuwarten, ob Lila noch mehr aus ihm herausquetschen kann.


    Ja das wurde auch erwähnt, aber die wenigen "Schnipse" aus Molles Vergangenheit waren der Dame noch zu wenig. :D
    Ich werde deine Antwort weiterleiten.


    Zitat von Lucie

    Tatsächlich hat Molle eine Vergangenheit.
    Ein bisschen was erfährt der/die aufmerksame Leserin in "Fliege machen" und in "Tödlicher Kick".
    Leider liegt Molle das Zuhören mehr, als das Quatschen. Deshalb bleibt abzuwarten, ob Lila noch mehr aus ihm herausquetschen kann.


    Jetzt musste ich wirklich laut lachen! :totlach:
    Was haben wir da spekuliert, über die Gründe warum du nicht einfach die Hausnummer der Kneipe gewählt hast! Und dabei ist die Antwort so einfach. :D


    Ich bin jetzt schon im dritten Abschnitt und dabei hat sich mir noch eine Frage aufgedrängt:


    Bist du die Wegstrecken, die Danner und Lila quer durch Bochum fahren auch mit dem Auto abgefahren?
    Gerade die Ecke Freudenbergstr. ist ja ab Mittags der blanke Horror weil da auch noch die Straßenbahnen den Verkehr sehr behindern. ::)


  • Bist du die Wegstrecken, die Danner und Lila quer durch Bochum fahren auch mit dem Auto abgefahren?
    Gerade die Ecke Freudenbergstr. ist ja ab Mittags der blanke Horror weil da auch noch die Straßenbahnen den Verkehr sehr behindern. ::)


    Ja, alle - allerdings am Wochenende.
    In die Freudenbergstraße bin ich wie Lila von der A 40 aus am Schlachthof vorbei eingebogen. Das ging ganz gut. Und die Ecke ist wieder einmal eine grandiose Kulisse - ich liiiiebe Bochum :herz: !


    Lucie

  • Eine allgemeine Frage an Euch als LeserInnen - wo sich mir die Gelegenheit dazu schon bietet ;D:


    Mal wieder habe ich ich mit "Integration von Menschen mit Handicap ins Arbeitsleben" ein nicht ganz übliches Thema für einen Krimi aufgegriffen. Für mich persönlich ist das höchst spannend. Wie gefällt es Euch bisher?

  • Mir gefällt das Thema auch sehr gut ! :daumen:
    Wir sind an den Schulen (Niedersachsen) ja gerade heftig mit dem Thema "Inklusion" beschäftigt, da tauchen ja ähnliche Fragen und Problemstellungen auf.

  • Zitat von Lucie

    Eine allgemeine Frage an Euch als LeserInnen - wo sich mir die Gelegenheit dazu schon bietet ;D:


    Mal wieder habe ich mit "Integration von Menschen mit Handicap ins Arbeitsleben" ein nicht ganz übliches Thema für einen Krimi aufgegriffen. Für mich persönlich ist das höchst spannend. Wie gefällt es Euch bisher?


    Es gefällt mir gut das du dieses Thema aufgegriffen hast.
    Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, das sich der Umgang mit Behinderten Mitarbeitern sehr verändert hat. Als ich vor 37 Jahren im Marien Hospital gearbeitet habe, war es für alle Kollegen in der Küche und auf den Stationen OK, das die Behinderten Kollegen einen kleineren und stressfreieren Aufgabenbereich hatten. Sie waren trotzdem wichtig in unserer Zusammenarbeit, weil sie uns oft lästige und zeitraubende Tätigkeiten abgenommen haben. Darum wurden sie von allen respektiert und freundlich behandelt.
    Als ich vor ca. 10 Jahren in einem Altenheim in Altenbochum gearbeitet habe, gab es natürlich im Küchen und Wäschebereich auch behinderte Kolleginnen, aber der Umgangston den die meisten anderen Kolleginnen mit diesen Mitarbeiterinnen an den Tag legten, hatte sich furchtbar verändert. Wenn ich das nicht selbst erlebt hätte in dem Altenheim, dann hätte ich dir womöglich noch in der Rezi vorgeworfen, realitätsferne Themen aufzubauschen.
    Aber nach dem was ich in dem Altenheim erlebt habe, fürchte ich das diese Mobbingattacken gegen Brigitte und Ricki durchaus normal sind im heutigen Berufsleben.
    Leider!!! :(
    Meiner Meinung nach müsste das noch häufiger Thematisiert werden, auch in der Presse.


  • Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, das sich der Umgang mit Behinderten Mitarbeitern sehr verändert hat.


    Ich meine auch, dass sich der Umgang verändert hat.
    Ich war ebenfalls vor fast 20 Jahren in einem Seniorenheim gemeinsam mit behinderten KollegInnen tätig, die selbstverständlich die einfacheren Tätigkeiten übernommen haben.
    Die Situation am Arbeitsmarkt hat sich offenbar sehr zu ungunsten gehandicapter AbreitnehmerInnen verändert - und das in einer Zeit, in der die Inklusion an Schulen großgeschrieben wird >:( .

  • Ich meine auch, dass sich der Umgang verändert hat.
    Ich war ebenfalls vor fast 20 Jahren in einem Seniorenheim gemeinsam mit behinderten KollegInnen tätig, die selbstverständlich die einfacheren Tätigkeiten übernommen haben.
    Die Situation am Arbeitsmarkt hat sich offenbar sehr zu ungunsten gehandicapter AbreitnehmerInnen verändert - und das in einer Zeit, in der die Inklusion an Schulen großgeschrieben wird >:( .


    Ja, das stimmt wohl und es passt überhaupt nicht. Es ist einfach so, dass die Behinderung Berücksichtigung finden muss und auch Kollegen das entsprechend würdigen müssen. Hier liegt es in meinen Augen an den Arbeitgebern hier jedem das Gefühl zu vermitteln gebraucht zu werden und adäquat eingesetzt zu werden. Respekt füreinander ist hier unbedingt erforderlich.