04: S. 276 - Ende, ab Kapitel 24

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  • Hier könnt ihr zum Inhalt von Abschnitt 04, Seite 276 - Ende, ab Kapitel 24 schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Zum Ende hin wird es ja noch mal richtig dramatisch! Ich bin wirklich froh, dass es dann aber doch ein Happy End gibt für Antonia und Jaramir! Ich mag Happy Ends! ;D


    Metza hat mich überrascht in diesem Abschnitt. Sie hat wohl doch endlich eingesehen, dass Conrad kein netter Mensch ist. Das wurde auch Zeit!
    Aber irgendwie tut Metza mir auch durchaus leid, denn ein Leben an Rutgers Seite stelle ich mir auch nicht gerade angenehm vor. Eigentlich fast ein Wunder, dass sie selbst nicht schon depressiv geworden ist.


    Dass Antonias Bruder noch mal auftaucht, hat mich auch überrascht. Irgendwie habe ich nicht mehr mit ihm gerechnet.
    Und scheinbar geht er doch nicht so ganz in seinem Deutschorden auf, oder habe ich das falsch gelesen? ???


    Antonias Magd ist auch eine ganz tolle Frau! In Jenne hat Antonia eine richtige Freundin gefunden, würde ich fast sagen. Und sie und Dragan haben sich ineinander verliebt; wie schön! Das freut mich auch für die beiden!

  • Es gab ja noch dramatische Szenen in diesem letzten Abschnitt, und es war sehr spannend. Besonders als die beiden Frauen zurückkehrten und die vielen Toten gefunden haben, das war schon hart. Schön, dass es für Antonia und Jaramir gut ausgegangen ist und dass auch Jenne vermutlich mit Dragan ihr Glück gefunden hat. Nur Metzas Wandlung ging mir fast ein wenig schnell, denn sie war anfangs ja wirklich ein berechnendes Biest. Ich kann Antonia verstehen, dass sie ihr nicht gleich so völlig vertrauen konnte. In so einem Fall wäre ich auch skeptisch.
    Letztendlich ist ihre Zukunft wohl nicht so rosig, denn sie lebt ja weiterhin an Rutgers Seite, und dieser wird ja vermutlich weiterhin hauptsächlich mit seiner Krankheit beschäftigt sein und weniger mit seiner Frau. Noch dazu, wo er weiß, dass der Kleine nicht sein Sohn ist. In seiner Haut würde ich auch nicht stecken wollen. Der Bruder hingerichtet, er selbst gerade mal so begnadigt, der Untreue seiner Frau bewusst, und sein Sohn ist eigentlich sein Neffe. Ich könnte mir vorstellen, dass das alles nicht gerade zu seiner Genesung beiträgt.


    Dass Antonias Bruder noch mal auftaucht, hat mich auch überrascht. Irgendwie habe ich nicht mehr mit ihm gerechnet.
    Und scheinbar geht er doch nicht so ganz in seinem Deutschorden auf, oder habe ich das falsch gelesen? ???


    Das hat mich auch gewundert, aber auch hier, bei der Befreiung, hat sich wieder gezeigt, dass er nicht fähig ist, seiner Schwester gegenüber irgendwelche Gefühlsregungen zu zeigen. Sein erster Satz, als er Antonia im Verlies findet: "Komm Schwester, du bist frei."klingt ja auch nicht allzu gefühlsduselig. ;D
    Das, was Jaromir im Gespräch mit ihm erfahren hat, macht mir sein Wesen aber doch irgendwie verständlich.


    Vielen Dank an Leserunden.de für die Ausrichtung der Leserunde, an den Verlag für das Rezensionsexemplar und an dich, liebe Gabriele, für die Begleitung der Leserunde. Es hat mir gut gefallen, und ich werde mich nun ein wenig sammeln und anschließend meine Rezension posten.

  • Die Ereignisse überschlagen sich in diesem Abschnitt fast, aber das fand ich sehr gut und auch spannend.


    Conrad macht seine Drohungen war und mauert Antonia tatsächlich ein. Zum Glück hat Jenne dies beobachte und hat den Mut Jaramir zu Hilfe zu holen. Ich musst echt die Luft anhalten bei diesem Kapitel, denn die Lage für Antonia schien mir doch sehr aus weglos.


    Dann die Flucht der Sklaven. Alle werden dann doch wieder von Conrads Handlangern ergriffen und ermordet. Jaramir und Dragon landen im Kerkern. Dann geraten auch Antonia und Jenne bei ihren Befreiungsversuch in Conrads Hände. Auch diese will er sich auf leichte Weise entledigen und sperrt sie ebenfalls in den Kerker, wo irgendwie das Wasser von Stunde zu Stunde zu steigen scheint und das Ertrinken droht. Diese Stelle habe ich nicht recht verstanden und mich gefragt, wo das viele Wasser denn auf einem Berg herkommt?


    Zum Glück werden alle noch rechtzeitig gerettet. Auch Serverin ist dabei anwesend. Damit hatte ich eigentlich gerechnet, denn so wie Jaramir am Ende sagt er hat seine Rolle im Leben noch nicht so recht gefunden. Dies schien mir bereits zu Anfang des Buches so. Vielleicht könnte man ja von Serverin einen neuen historischen Roman schreiben? Würde ich zumindest spannend finden wie es mit ihm weitergeht.


    Conrad bekommt seine gerechte Strafe und auch Rutger scheint auf dem Weg der Besserung zu sein. Metza scheint nun auch endlich glücklich zu sein. Ich denke das sie gar nicht so ein Biest war. Insgesamt ein schönes Ende, das den gesamten Roman sehr gut abrundet.


  • Das hat mich auch gewundert, aber auch hier, bei der Befreiung, hat sich wieder gezeigt, dass er nicht fähig ist, seiner Schwester gegenüber irgendwelche Gefühlsregungen zu zeigen. Sein erster Satz, als er Antonia im Verlies findet: "Komm Schwester, du bist frei."klingt ja auch nicht allzu gefühlsduselig. ;D
    Das, was Jaromir im Gespräch mit ihm erfahren hat, macht mir sein Wesen aber doch irgendwie verständlich.


    Mir ist Severin in diesem Abschnitt auch irgendwie doch etwas sympathischer geworden. Man hat auch etwas mehr über ihn erfahren und seine Gefühle/Beweggründe.

  • Ich wollte gestern Abend kurz vor dem Schlafengehen nur mal in den letzten Abschnitt rein lesen, aber dann wurde das ja noch so spannend, dass ich den Roman fertig gelesen habe. Nochmal eine Spur dramatischer als der vorherige Abschnitt. Das hat mir gut gefallen.


    Nachdem Antonia eingemauert wurde, da hatte ich die Hoffnung für sie ja längst aufgegeben und gedacht, dass das Ganze unheimlich traurig enden würde, aber Antonia wird dann doch gerettet. An diese Rettung habe ich kaum geglaubt und dass es dann ausgerechnet Jaramir ist, da schlug mein Herz Purzelbäume.


    Die Ermordung der Sklaven hat mich tief berührt.


    Metza und Severin haben sich zum Schluss doch noch ein wenig zum Positiven entwickelt, das fand ich toll.


    An ein positives Ende habe ich ja fast nicht mehr geglaubt, es aber dann doch noch bekommen, was ich echt schön fand. Ein toller Histo, den ich gern gelesen habe. Meine positive Rezi dazu werde ich zeitnah schreiben.

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)


  • Mir ist Severin in diesem Abschnitt auch irgendwie doch etwas sympathischer geworden. Man hat auch etwas mehr über ihn erfahren und seine Gefühle/Beweggründe.


    Mir ging es hier ähnlich. Er hat sich dann doch noch positiv entwickelt, aber zu meinem Lieblingscharakter wird er wohl nicht avancieren.


    Antonia als starke Frau fand ich richtig klasse. :-*

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

  • Ich habe das Buch jetzt auch beendet. Am Ende fügt sich alles zusammen, auch wenn der Weg zum Happy End hier ziemlich steinig war. Conrad wollte seine Frau ja tatsächlich einmauern aber da hat Jenne ihm einen schönen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit dieser Magd hat Antonia eine echte Freundin gewonnen. Gemeinsam können sie dann fliehen und auch die Sklaven sind zunächst frei, aber das konnte ja nicht so einfach klappen. Ich fand es sehr traurig, dass am Ende alle Tod waren und nur Jaramir und Dragan mit dem Leben davon gekommen sind. Auch wenn ihr Tod geplant war.


    Antonias Weg nach Köln war gut beschrieben und sie bekommt unerwartete Hilfe. Zunächst die fremde Magd, die ihr einfach so ihr Geld gibt. Schon etwas seltsam, oder? In Köln trifft sie dann auf Metza und die hilft ihr nun auch. Ich finde die Wandlung die Metza hier durchgemacht hat etwas unglaubwürdig, dass ging mir zu schnell. Sie lebt schon seit so vielen Jahren mit Conrad unter einem Dach und hat sie da nie gemerkt wie grausam er eigentlich ist? Erst jetzt? Nun ja besser eine späte Einsicht als gar keine, oder?


    Zum Schluss kommt dann endlich der Fürst und kann alle befreien und sogar Severin ist nochmal mit von der Partie und zeigt wenigstens einen Hauch von schlechtem Gewissen. Die spätere Erklärung er wüsste einfach nicht wo sein Platz im Leben sei, finde ich ein bisschen dürftig. Er hat seine Schwester einem völlig fremden Mann überlassen und sich nicht mal die Mühe gemacht Erkundigungen über ihn einzuholen. Ich denke einfach, dass auch damals schon die Menschen sich ein bisschen abgesichert hätten. Also Severin gefällt mir hier so gar nicht, er hätte sich einfach etwas mehr um seine Schwester kümmern müssen und dann wollte er ihr zunächst auch noch den Umgang mit Jaramir verbieten, aber der lässt sich so schnell ja nichts verbieten und so kommt zusammen was zusammen gehört. Es hat mir auch gefallen, dass auch Jenne ihr Glück gefunden hat. Sie und Dragan sind bestimmt ein schönes Paar.

  • Zitat von Rosenprinzessin

    Aber irgendwie tut Metza mir auch durchaus leid, denn ein Leben an Rutgers Seite stelle ich mir auch nicht gerade angenehm vor. Eigentlich fast ein Wunder, dass sie selbst nicht schon depressiv geworden ist.


    Ja, ein bisschen Mitleid habe ich auch mit ihr. Aber am Ende blitzt auch so ein bisschen durch, dass Rutger sich langsam erholt. Er hat ja nun nicht mehr Conrad an seiner Seite, der ständig über ihn wacht. Vielleicht findet er ja zurück ins Leben, für Metza wäre es wünschenswert.


    Zitat von nicigirl

    Die Ermordung der Sklaven hat mich tief berührt.


    Ja mich auch :(


    Zitat von nicigirl

    Zitat von: Rosenprinzessin am Gestern um 22:14:30
    Mir ist Severin in diesem Abschnitt auch irgendwie doch etwas sympathischer geworden. Man hat auch etwas mehr über ihn erfahren und seine Gefühle/Beweggründe.


    Mir ging es hier ähnlich. Er hat sich dann doch noch positiv entwickelt, aber zu meinem Lieblingscharakter wird er wohl nicht avancieren.


    Antonia als starke Frau fand ich richtig klasse. :-*


    Also ich finde nicht, dass er sympathischer geworden ist. Letztendlich ist er doch nur mitgegangen weil sein Vorgesetzter es ihm gesagt hat und er bei dieser Suche dem Fürsten nützlich war. Aus freien Stücke hätte er seiner Schwester doch nicht geholfen oder auch nur mal nach dem Rechten gesehen.

  • Wie schön, dass euch das Ende gefällt. Auch, dass es nicht vorhersehbar war, freut mich wirklich sehr. :)



    Also ich finde nicht, dass er sympathischer geworden ist. Letztendlich ist er doch nur mitgegangen weil sein Vorgesetzter es ihm gesagt hat und er bei dieser Suche dem Fürsten nützlich war. Aus freien Stücke hätte er seiner Schwester doch nicht geholfen oder auch nur mal nach dem Rechten gesehen.


    Aber Severin bittet den Hochmeister doch, zum Drachenfels reisen zu dürfen, da er sich um seine Schwester sorgt (S.351)


    Liebe Grüße
    Gabriele

  • Ja, er bittet zwar darum, aber für mich klang es eher so, als würde diese Handlung von ihm erwartet und nicht weil er sich um seine Schwester sorgt.

  • Das Erwachen nach der "Hochzeitsnacht" ist bestimmt schrecklich.. psychisch und physisch.


    Das vorher von Conrad benutzte Waschwasser war ja ziemlch eklig, bah...


    Daß Conrad jetzt tatsächlich plant, seine Braut einzumauern finde ich ja unfassbar.
    Wobei mir auch hier wieder ein kleines Stück "fehlt", daß er direkt zu solchen Mitteln greift. "Überreaktion" ist jedenfalls sein zweiter Vorname.


    Hört sie tatsächlich niemand dort in dem Turm oder haben alle so viel Angst vor ihrem Herrn ?
    Zum Glück bekommt es ja auf jeden Fall Jenne mit und ist dann beherzt genug, Jaramir Bescheid zu sagen.


    Der hat dann inzwischen auch wieder genügend Kräfte, sich zu befreien und anschließend auch Antonia.


    Jennes Familie ist ja auch irgendwie zum angewöhnen. Warum meinen denn alle, daß sie dumm ist ? Den Eindruck macht sie doch gar nicht !?


    "Brana wird Dich töten wenn sich ihr die Gelegenheit dazu bietet"
    Äh, wie jetzt ? Weil sie Jaramir nicht bekommen kann aber Antonia ihn "hat" (die ja sogar mit einem anderen verheiratet ist) ?
    Nun kann man natürlich sagen, daß Brana nicht wirkich viel zu verlieren hat... aber auch hier finde ich es "etwas zu viel".
    Ansonsten hat Brana auch einen "wirklichen Schaden", aber so viele Menschen mit psychischen Problemen auf einen Haufen finde ich dann ja auch eher ungewöhnlich.


    Metzas Entwicklung kommt mir etwas zu überraschend... eine "brutale Nacht" mit Conrad und sie kommt ins Zweifeln !?
    Ich meine er wird sonst ja wohl auch nicht viel weniger grob gewesen sein !?
    Daß die Erkenntnis, daß Rutger von ihr und Conrad weiß sie dann ernüchtert kann ich da schon besser verstehen.
    Wobei ich mich ja sowieso frage, wie die beide glauben könnn daß er NCIHTS davon weiß, das geht doch in einem gemeinsamen Haushalt gar nicht, sowas zu verheimlichen !?
    Und dann erfährt sie endlich auch von den Sklaven und auch von den Lösegeldforderungen ... auch gute Gründe, sich von Conrad abzuwenden !


    Daß sie es mit Rutger nicht mehr aushält kann ich gut verstehen "Er ist eben wieder mal gestorben".
    Mir würde das (bei allem Mitleid... ) echt sehr auf die Nerven gehen. Und ich würde ja heutzutage sogar wissen, daß es eine Krankheit ist und er nicht anders kann, "Zusammenreißen" geht halt nicht.


    Hinricus und Witzlaw kommen jetzt immerhin der Sache näher. Wie schön, daß sie hier die richtigen Schlüsse ziehen !!


    Daß dann alle anderen Sklaven (außer Dragan und Jaromir) umgebracht werden ist bitter, überrascht aber natürlich nicht wirklich, so wenig wie hier ein Menschenleben (erst Recht eines von "Conrads Sklaven") zählt.
    Auch wenn ich den Umgang mit "Ressourcen" (was die Sklaven ja für Conrad sind) einfach nicht verstehe.


    Nach einigem "Hin und Her" (gefangen und wieder befreit, wieder gefangen... ) erreichen Severin und Witzlaw dann quasi in letzter Minute noch die Burg (und direkt noch zusammen mit Mirza... ) und befreien die vier.


    Und im "quasi Epilog" haben wir dann im Grunde das komplette Happy End.
    Daß Jaramir und Antonia zusammenkommen würden war im Grunde klar... daß Brana "weg" ist, macht ihr Glück sicher nicht kleiner...
    Daß nun wohl auch Dragan und Jenne zusammenkommen ist mir bei so einer Viergruppe immer ein bißchen zu viel - also, daß ausgerechnet zwei Freunde (oder hier die Magd, egal, eben "nachestehende Personen") dann auch zusammenpassen. Aber dennoch gönne ich es den beiden, die jetzt auch endlich mal Glück verdient haben.
    Tja, und auch für Metza und Rutger geht es bergauf, weil ja die Dinge die ihm anscheinend am meisten das Herz schwer gemacht haben nun weg sind ... also, das Verhältnis seiner Frau mit seinem Bruder und dessen böse Taten. Gemessen an der bisherigen Situation ist das wohl auch ein Happy End.
    Daß dann aber auch noch Severin irgendwie "geläutert" wird und "ja nur einen Platz im Leben noch finden muß" ist mir dann irgendwie zu viel des Guten. Auch wenn einige von Euch das ja schon vorher so vermutet hatten ud es durchaus auch zu der Figur, wie sie angelegt wurde, passt.

  • Antonia ist hier die stärkste Frau in diesem Roman und das hat mir sehr gut gefallen. Der Titel Die Bernsteinbraut scheint ja auf sie zugeschnitten zu sein.


    Die Männer kommen bis auf Ausnahmen wie Jaramir schlechter weg. Die Männer in diesem Roman scheinen fast alle irgendwie psychische Probleme zu haben, sodass sie nicht gerade zu Sympathieträgern werden.


    Bei Conrad scheint so gar keine Wandlung stattzufinden, er ist einfach ein Fiesling wie er im Buche steht und vielleicht war das sogar beabsichtigt. Für Rutger hingegen kann ich zumindest ein wenig Mitleid empfinden und zum Schluss rappelt er sich doch ein wenig auf, wie mir scheint und findet sich sogar mit der auch für ihn schwierigen Situation ab. Vielleicht ist er sogar froh, dass er Conrad los ist. Ich würde sogar sagen, dass Conrad seine Hinrichtung verdient hat. So hart das vielleicht klingen mag, aber sonst wäre ja aus Antonia und Jaramir kein Paar geworden. Auch für Jenne und Dragan freut es mich.


    Ein Wermutstropfen ist für mich, dass Brana und die anderen Sklaven sterben mussten. Brana mochte ich zwar nicht besonders, aber dieses Schicksal ist doch auch etwas hart. Severin scheint mir immer noch etwas weltfremd, auch wenn er zum Schluss wieder auftaucht. Sein Verhalten erscheint mir immer noch etwas naiv und nicht durchdacht. Aber immerhin ringt er sich aus eigenen Stücken dazu durch, Antonia nicht ganz außer Acht zu lassen.


    Zum Schluss hin löst sich alles wunderbar auf und ich habe diesen Roman sehr gerne gelesen und an dieser Leserunde teilgenommen, aber das ein oder bleibt doch offen und ich könnte mir von daher eine Fortsetzung vorstellen.


    Meine Rezension erfolgt wahrscheinlich erst am Mittwoch, da ich morgen und Dienstag einige private Termine habe und höchstens abends kurz online gehen werde.

    If I couldn&#039;t read, I couldn&#039;t live.&quot;<br /><br />Thelma Green


  • Die Männer kommen bis auf Ausnahmen wie Jaramir schlechter weg. Die Männer in diesem Roman scheinen fast alle irgendwie psychische Probleme zu haben, sodass sie nicht gerade zu Sympathieträgern werden.


    Ja, sieht so aus... wobei ich das ja etwas viel der "psychischen Probleme" finde.


    Bei Conrad war wohl wirklich Hopfen und Malz verloren, hier kommt ja nie Erkenntnis oder Reue ... er scheint nie auch überhaupt nur mal drüber nachzudenken, was er da tut. Und da finde ich ja sein Ende auch durchaus gerecht - vor allem in der Hinsicht, daß ansonsten noch so viele Menschen weiterhin (bzw neu dazukommend... ) unter ihm gelitten hätten.



    Ja, ein bisschen Mitleid habe ich auch mit ihr. Aber am Ende blitzt auch so ein bisschen durch, dass Rutger sich langsam erholt. Er hat ja nun nicht mehr Conrad an seiner Seite, der ständig über ihn wacht. Vielleicht findet er ja zurück ins Leben, für Metza wäre es wünschenswert.


    So wie es klingt, wird es zumindest etwas leichter für ihn und auch mit ihm.
    Außerdem hatte Metza ja nun beschlossen, ihren Schwerpunkt auf ihren Sohn zu legen, vielleicht findet sie darin ja jetzt ihre Erfüllung und kann dann mit Rutgers Gejammere zurechtkommen.


  • So wie es klingt, wird es zumindest etwas leichter für ihn und auch mit ihm.
    Außerdem hatte Metza ja nun beschlossen, ihren Schwerpunkt auf ihren Sohn zu legen, vielleicht findet sie darin ja jetzt ihre Erfüllung und kann dann mit Rutgers Gejammere zurechtkommen.


    Das hoffe ich für sie. Ich glaube, es ist ziemlich anstrengend und auf Dauer auch nicht "gesund", neben einem Ehemann wie Rutger zu leben.
    Eigentlich ein Wunder, dass Metza noch nicht selbst depressiv geworden ist.

  • Hier fehlt noch mein Eindruck vom letzten Abschnitt, er folgt jetzt...


    Conrad hat sich ja nun nicht nur als das totale Ekelpaket entpuppt, sonder er scheint auch Ernst machen zu wollen mit seiner Drohung, sich Antonia vom Hals schaffen zu wollen. Er beginnt tatsächlich, sie einzumauern. Das ist wirklich heftig, und hier zeigt sich, dass Conrad - wie Gabriele erwähnte - wahnsinnig ist. Gut, dass Jaramir zur Stelle ist und das Schlimmste verhindern kann. Und dabei ist ihnen das Glück hold, Conrad nicht in der Nähe und eine Säge findet sich auch, so dass die Kette durchtrennt werden kann, mit der Conrad Antonia gefesselt hatte. Und keiner hat etwas von der Befreiung bemerkt.


    Dass Antonia und Jaramir danach mit Dragan und den anderen "Sklaven" fliehen wollen, ist ein löbliches Unterfangen. Aber es ist natürlich schwierig, nicht nur weil Brana sich nach wie vor wie eine Furie aufführt. Nicht ganz verstanden habe ich in diesem Zusammenhang die Geste, als der dunkelhäutige Sklave ein paar Grasbüschel ausrupft und sie auf Branas Leib verteilt, nachdem diese Jaramir angreift und schlägt. Wollte er sie damit beruhigen?
    Auf jeden Fall kennen alle ja die Gegend nicht. Nur Jenne kann da helfen. Die Magd mit ihrem mutigen Herzen gefällt mir nach wie vor.


    Dass Geschehen auf der Suche nach der Möglichkeit, einen Boten zu finden, der eine Nachricht nach Rujana bringt, hat mich nicht vollständig überzeugt. Für mich ist es eher unwahrscheinlich, dass eine Magd auf ihren Wochenlohn verzichtet und darauf hofft, diese zurückgezahlt zu bekommen. Eher passt es, dass Metza Hilfe leistet. Denn sie überrascht mit ihrer Läuterung. Bereits im letzten Abschnitt hatte sie ansatzweise Herz gezeigt. Nun durchlebt sie eine weitere Wandlung, nachdem sie Conrad harte Seite am eigenen Leib erfahren hat und erkennt, dass er eine unberechenbare Bestie ist. Sie wünscht sich den alten Rutger zurück, der eins unglaublich zärtlich zu ihr war und dessen Melancholie sie wohl auch anfänglich nicht gestört hat. Ich rechne es ihr hoch an, dass sie ihren Ehebruch bereut und hofft, dass ihr Sohn nicht die Gesinnung seines Vaters, also die von Conrad geerbt hat.


    Den Tod von Sveta, Mila und von Brana habe ich bedauert, denn auch sie hat solche ein Ende nicht verdient. Doch gleichzeitig geraten Jaramir und Dragan wieder in die Hände von Conrad, und auch Antonia findet sich erneut "eingefangen".


    Ein Glück, dass Fürst Wizlaw schon auf der Spur von Jaramir und Dragan ist und mit Hilfe von Severin, der sich nun plötzlich um seine Schwester sorgt, rechtzeitig eintrifft. So hat es scheinbar des Boten nicht bedurft. Allerdings hatte ich damit, dass Antonia in Köln so rasch einen jungen Booten findet, der Rujana, eine über 700 Kilometer entfernte Insel kennt und zudem auch den Weg dorthin, meine Probleme. Ebenso, dass ein Wächter (auf Burg Drachenfels) das Banner des Fürsten Wizlaw erkennt. Das bezweifle ich nämlich.


    Ansonsten gibt es ein malerisches Happy End, und vielleicht begegnen wir ja Severin, der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat, eines Tages wieder...

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Antonias Magd ist auch eine ganz tolle Frau! In Jenne hat Antonia eine richtige Freundin gefunden, würde ich fast sagen. Und sie und Dragan haben sich ineinander verliebt; wie schön! Das freut mich auch für die beiden!


    Ich mag Jenne auch. Dass sie und Dragan ein Paar werden, gönne ich ihnen, es zeichnete sich ja im Verlauf der Handlung ab :).

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Antonias Weg nach Köln war gut beschrieben und sie bekommt unerwartete Hilfe. Zunächst die fremde Magd, die ihr einfach so ihr Geld gibt. Schon etwas seltsam, oder?


    Das ist es für mich auch. Schließlich sind vier Pfennige eine Menge Geld für eine Magd. Wenn sie zwei Pfennige von ihrem Wochenlohn abgegeben hätte, hätte mich das vielleicht überzeugt.



    In Köln trifft sie dann auf Metza und die hilft ihr nun auch. Ich finde die Wandlung die Metza hier durchgemacht hat etwas unglaubwürdig, dass ging mir zu schnell. Sie lebt schon seit so vielen Jahren mit Conrad unter einem Dach und hat sie da nie gemerkt wie grausam er eigentlich ist? Erst jetzt? Nun ja besser eine späte Einsicht als gar keine, oder?


    Ja, Metzas Einsicht kam sehr plötzlich. Gerade ist sie in einem Moment noch ein Biest, und hilft im anderen Antonia quasi selbstlos. Aber wahrscheinlich hat sie die Erkenntnis über Conrad einfach schnell erwachen lassen. Und so kann ich ihre Einsicht nur begrüßen.

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Hört sie tatsächlich niemand dort in dem Turm oder haben alle so viel Angst vor ihrem Herrn ?
    Zum Glück bekommt es ja auf jeden Fall Jenne mit und ist dann beherzt genug, Jaramir Bescheid zu sagen.


    Ich glaube, die Menschen bekommen vom Geschehen im Turm nichts mit, denn auch die Befreiung verläuft ja trotz Sägegeräusche problemlos.



    Der hat dann inzwischen auch wieder genügend Kräfte, sich zu befreien und anschließend auch Antonia.


    Ja, die Liebe verleiht eben Kraft ;)...

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen

  • Sorry für die Verspätung!


    Das ging ja doch noch relativ gut aus. Conrad hat seine gerechte Strafe bekommen und auch Rutger kann dadurch wieder etwas besser leben. Da haben ihn die Machenschaften seines Bruders, auf die er keinen Einfluss hatte, doch ziemlich aufgewühlt und sich psychisch geäußert. Man kann ihm nur wünschen, dass er sich weiter in den Griff bekommt. Dann wäre ja ein relativ normales Leben möglich.


    Metza hat mich positiv überrascht. Da gab es dann eben den Schlüsselmoment, der Conrad auch für sie in ein anderes Licht setzte. Finde ich wirklich gut, dass sie das noch einsehen konnte. Und etwas von ihrer Schuld hat sie beglichen durch die Hilfe. Ich vermute stark, dass sie nun mit Mann und Kind ganz zufrieden leben kann. Und es vorallem auch das Personal etwas leichter haben wird ganz ohne Angst. Mich schockt es immer wieder, wieviel die mitmachen mussten zu der Zeit.


    Jenne & Dragan finde ich toll. Sie hat es verdient! Irgendwie ist Jenne auch die einzige Person, die mir ans Herz wachsen konnte.


    Meine Güte... das Einmauern seiner Frau hat Conrad tatsächlich ernst gemeint und er setzt das direkt in die Tat um. Irgendwie kann ich mir das schwer vorstellen, obwohl ich natürlich auch schon von diesen Methoden gelesen hatte. Dieser Typ vereint aber soviel schlechtes in sich... es ist unglaublich.


    Zitat von Svanvithe

    Für mich ist es eher unwahrscheinlich, dass eine Magd auf ihren Wochenlohn verzichtet und darauf hofft, diese zurückgezahlt zu bekommen.


    An der Stelle habe ich ebenfalls gezweifelt. Das halte ich aus reiner fremder Nächstenliebe für übertrieben. Zu der Zeit konnte wohl keine Magd auf einen ganzen Wochenlohn verzichten. Fand ich sehr unrealistisch.