03: S. 182 - 275, Kapitel 17 - 23

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  • Ich finde die Angst um seinen Bruder entschuldigt keine von Conrads Gewalttaten !
    Am ehesten verzeihe ich ihm noch, daß er versucht, Geld zu scheffeln, um seinen Bruder zu beruhigen.
    Wobei ich auch da die Mittel nicht akzeptieren kann (also, Sklavenhaltung, Diebstahl etc).


  • Ich finde die Angst um seinen Bruder entschuldigt keine von Conrads Gewalttaten !
    Am ehesten verzeihe ich ihm noch, daß er versucht, Geld zu scheffeln, um seinen Bruder zu beruhigen.
    Wobei ich auch da die Mittel nicht akzeptieren kann (also, Sklavenhaltung, Diebstahl etc).


    Ich sehe das ähnlich. Zumal Conrad sich an keine bestehenden Regeln hält. Sklavenhaltung war ja eigentlich nicht verboten, nur es durften eben keine Christen sein. Wenigstens daran hätte er sich halten können. Obwohl es das auch nicht wirklich besser macht.


  • Rutger bemerkt ja, dass das mit den Christensklaven nicht erlaubt ist, und er befürchtet, dass sie dafür am Galgen landen. Für mein Empfinden hat er sich so wegen der Aussicht auf den Galgen so aufgeregt und nicht, weil er die Sklavengeschichte wirklich unrecht fand. Seine Ängste gehen ja wohl dahin, dass er befürchtet, ihnen könnte das Geld ausgehen, also billigt er die Sachen, die sein Bruder einfädelt.

  • Also über Conrad könnte ich mich wirklich nur aufregen. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass ihm in bestimmten Momenten einfach die Sicherungen durchbrennen und er sich dann nicht stoppen kann. Er brüllt und handelt dann wie in einem Rausch. Antonia tut mir echt leid. Ich möchte nicht wissen, welche Hölle sie in dieser Ehe noch durchmachen muss. Ich hoffe wirklich sehr, dass es noch gelingt (durch Wizlaw?) ihn wegen der Sklaven in einen gaaaanz tiefen Kerker zu sperren. Wenn Rutger dort auch landet als Mitwisser.... gehört dann eigentlich Antonia die Burg? Oder dürfen Frauen so etwas nicht besitzen?


    Antonia rechne ich ihren kleinen Fluchtversuch hoch an. Obwohl es natürluich zum scheitern verurteilt war, ist sie endlich mal aufgewacht und hat es probiert. ::)


    Zitat von Alina

    Sorge bereitet mir auch Brana. Hoffentilch läuft sie nicht zur Gegenseite über, sprich zu Conrad. Weil sie sich von Jaramir versetzt fühlt und Rache auch an Antonia üben möchte. Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.


    Das denke ich mir auch. Sie scheint ja völlig ihrem Wahn gefangen, dass Jaramir ihr gehört, weil er einmal "Spaß" mit ihr hatte. Ich schätze sie tatsächlich ähnlich ein und traue ihr einen Deal mit dem Aufseher oder Conrad zu. Damit wird es dann noch gemeiner und komplizierter.... oje.


    Zitat von nicigirl85

    Um Jenne mache ich mir richtig Sorgen. Wird sie die Attacke von Conrad überhaupt überleben können? Für Antonia wäre das ein derber Verlust.


    Ja ich auch! Antonia wurde direkt danach eingesperrt und konnte nicht mehr helfen. Und ich denke auch nicht, dass jemand von den anderen Mägden da eingreift. Denen ist doch Jenne mit der neuen Herrin einfach nur ein Dorn im Auge. Niemand will es sich mit Conrad verscherzen. Hoffentlich erfährt man dazu bald was.

  • Wenn Rutger dort auch landet als Mitwisser.... gehört dann eigentlich Antonia die Burg? Oder dürfen Frauen so etwas nicht besitzen?


    Ich nehme an, die gehört dann Rutgers (bzw Conrads... aber das weiß ja dann keiner) Sohn.


  • Rutger bemerkt ja, dass das mit den Christensklaven nicht erlaubt ist, und er befürchtet, dass sie dafür am Galgen landen. Für mein Empfinden hat er sich so wegen der Aussicht auf den Galgen so aufgeregt und nicht, weil er die Sklavengeschichte wirklich unrecht fand. Seine Ängste gehen ja wohl dahin, dass er befürchtet, ihnen könnte das Geld ausgehen, also billigt er die Sachen, die sein Bruder einfädelt.


    Da hast du natürlich recht.
    In seiner täglichen Todesangst verhält er sich teilnahmslos an dem Schicksal anderer Menschen. Selbst, wenn er es nicht billigen würde, würde ihm einfach die Kraft fehlen, dagegen anzugehen.


    Liebe Grüße
    Gabriele


  • Rutger bemerkt ja, dass das mit den Christensklaven nicht erlaubt ist, und er befürchtet, dass sie dafür am Galgen landen. Für mein Empfinden hat er sich so wegen der Aussicht auf den Galgen so aufgeregt und nicht, weil er die Sklavengeschichte wirklich unrecht fand. Seine Ängste gehen ja wohl dahin, dass er befürchtet, ihnen könnte das Geld ausgehen, also billigt er die Sachen, die sein Bruder einfädelt.


    So habe ich die Aussagen von Rutger auch auch gesehen. Im war wohl auch nur sein eigenes Wohlergehen wichtig.

  • Antonia riskiert ziemlich viel. Ihr ist gleichgültig, ob es Conrad verärgert, wenn sie die Burg verlässt. Ich finde sie schon leichtsinnig, als sie sich zu Jaramir aufmacht, ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken. Ihr Gefühle für Jaramir werden sehr deutlich, und auch er erwidert diese. Auf jeden Fall klärt er Antonia über seine "Liebschaft" zu Brana auf und darüber, dass er mit Fürst Wizlaw weitläufig verwandt ist.


    In dem Zusammenhang macht mich die Aussage, dass Jaramirs Eltern an der Pest gestorben sind (Seite 191), stutzig. Ist die Pest nicht erst nach 1340 in deutschen Gebieten aufgetreten?


    Die Idee, einen Boten zum Fürsten nach Rujana bzw. Stralsund zu schicken, ist an sich ja gut, doch wie soll das bewerkstelligt werden? Antonia ist in der Fremde und kennt dort keinen Menschen, der ihr, von Jenne einmal abgesehen, helfen würde. Auch den Plan, zum Erzbischof zu gehen, finde ich wagemutig. Aber Antonia lässt sich nicht davon abhalten, und mit Hilfe von Jenne gelangt sie tatsächlich ans Ziel. Zumindest teilweise. Dass ihr der Kardinal nicht glaubt, hatte ich schon vermutet. In dem Moment hoffte ich nur, dass ihr daraus keine neuen Probleme erwachsen.


    Nun wissen wir, dass Friedrich Conrads Sohn ist, und Rutger weiß es auch. Irgendwie ist Metza zu bedauern...


    Es scheint ja so, dass Brana Jaramir damals etwas gegeben hat, damit er ihr zu Willen ist. Zuzutrauen wäre es ihr. Und ich habe den Eindruck, dass Brana meint, Ansprüche auf Jaramir erheben zu können. Das macht sie sehr gefährlich. Nichts ist schlimmer als verschmähte Liebe (oder was man dafür hält). Da ist Vorsicht geboten. Allerdings auch bei dem, was Antonia tut. Sie rettet zwar Jaramir davor, im sich im Steinbruch zu Tode zu schuften, bedenkt aber meiner Meinung nach nicht, dass ihr Tun nicht unbemerkt bleiben wird, wenn sie sich als Braut von Conrad offenbart.


    Doch zunächst ist Jenne die Leidtragende, denn Conrad lässt seine Wut und seinen Frust an ihr aus. Conrad ist so brutal und nicht nur deshalb zu verachten. Ich hoffe, er erhält seine gerechte Strafe. Leider bleibt Antonia gar nichts übrig, als diesen Mistkerl zu heiraten. Er hat kein Herz. Nur Rutger liebt er und verhindert, dass dieser sich das Leben nimmt. Warum ist Conrad seinem Bruder so zugetan?

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Gut, nun weiß ich ja, das er wohl tatsächlich geisteskrank ist. Aber das eben nur, weil Du es uns gesagt hast, Gabriele. Ich finde nicht, daß es im Buch genügend herauskommt.
    Hier wäre vielleicht eine Rückblick, daß er schon als Kind so gehandelt hat (Tiere quälen, Bedienstete schon als Kleinkind drangsalieren... ) hilfreich gewesen. Wobei er ja "Immerhin" seinen Bruder in den Keller gesperrt hat, das deutet ja schon in die richtige Richtung.


    Ich muss sagen, dass sich mir das auch nicht erschlossen hat. Insofern stimme ich zu, dass ein paar Erklärungen mehr hilfreich gewesen wären. Auch zu seiner Beziehung zu Rutger wären für mich ein paar Schilderungen notwendig gewesen, die diese Bruderliebe näher beleuchten. Oder habe ich das überlesen?

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Ich finde, bei Metza blitzt schon ab uns zu etwas Gutes durch... ich glaube das waren alles Situationen rund um ihren Sohn, in denen ich das dachte.


    Stimmt, sie hat sich dieses Leben nicht ausgesucht, aber kann dem nicht entfliehen...

    Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen


  • Nun wissen wir, dass Friedrich Conrads Sohn ist, und Rutger weiß es auch. Irgendwie ist Metza zu bedauern...


    In ihrer jetzigen Situation (mit diesem Mann und diesem Schwager) ist sie das durchaus.
    Allerdings ist sie ja wohl zumindest zum Schwager selbständig ins Bett geschlüpft !?

  • Da hast du natürlich recht.
    In seiner täglichen Todesangst verhält er sich teilnahmslos an dem Schicksal anderer Menschen. Selbst, wenn er es nicht billigen würde, würde ihm einfach die Kraft fehlen, dagegen anzugehen.


    Liebe Grüße
    Gabriele


    Nun diese Reaktion ist wohl nur allzu menschlich, denn wenn es einem schlecht geht, ist man sich halt selbst der Nächste, und viele andere Dinge treten schnell in den Hintergrund.


  • In dem Zusammenhang macht mich die Aussage, dass Jaramirs Eltern an der Pest gestorben sind (Seite 191), stutzig. Ist die Pest nicht erst nach 1340 in deutschen Gebieten aufgetreten?


    Du hast recht, die große Pestepedemie des Erregers Yersinias pestis nach heutigem Forschungsstand rollte 1347 über Europa hinweg.
    Im Mittelalter hingegen wurde das Wort pestis (lateinisch für Seuche) verallgemeinert. Das konnten auch die Masern, die Ruhr oder die Pocken gewesen sein.



    Er hat kein Herz. Nur Rutger liebt er und verhindert, dass dieser sich das Leben nimmt. Warum ist Conrad seinem Bruder so zugetan?


    Blut ist eben dicker als Wasser und Rutger ist ja sein letzter naher Verwandter.


    Liebe Grüße
    Gabriele

  • Suse

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