02 - Kapitel 13 bis 24 (Seite 66 bis 135)

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  • Eigentlich wollte ich nicht den ersten Beitrag posten, weil ich gar nicht so viel zu diesem Abschnitt zu schreiben weiß. Aber da ich heute Abend unbedingt weiterlesen möchte, mache ich jetzt doch den Anfang. :)


    Auch weiterhin erfahren wir genau, was in den Köpfen der Bewohner und des Capitars vorgeht. Es sind nachvollziehbare Gedanken und Ängste, schön beschrieben, aber irgendwann dachte ich dann doch: "Hoffentlich passiert bald mal etwas." :-[


    Sobald Tautun ins Dorf zurückkehrt, kommt tatsächlich etwas Schwung in die Handlung.
    Nendlèce reitet ins Nachbardorf und stellt fest, dass auch dort die Übernahme bereits stattgefunden hat. Dann kehrt sie unbehelligt wieder ins Dorf zurück. Ich hatte ja damit gerechnet, dass sie erwischt wird, aber sie hatte Glück. :) Vielleicht wird uns hier schon ein künftiger Fluchtweg vorgestellt.
    Tautun scheint eine düstere Last mit sich herumzutragen. Da gab es einen Satz, der darauf hindeutet, dass er eigentlich gar nicht am Leben sein dürfte, oder so ähnlich. :-[


    Baresin tritt mehr in den Vordergrund und hat sich in meinen Augen nicht besonders hervorgetan. Ihm scheint es zu gefallen, dass er nun um Rat gefragt wird, aber ein richtiger Anführer ist er in meinen Augen nicht.


    Und dann fängt der Plan des Capitars an zu scheitern, als er die glorreiche Idee hat, zwei Soldaten in die Schenke zu schicken. Das wäre auch sicher gutgegangen, wenn Tautun nicht dort gewesen wäre. Auf mich hat es gewirkt, als ob er für den Kampf ausgebildet ist, so mühelos, wie er sich gegen die Soldaren gewehrt hat.
    Es ist interessant und realistisch wie unterschiedlich die Gedanken der einzelnen Personen sind. Mir hat die Bäuerin gefallen, die sich selbst geopfert hätte, um den Großteil der Bewohner zu retten.
    In dieser Situation wächst Sinion über sich hinaus. Er entwickelt einen Plan, der gelingen kann, aber sehr gefährlich ist. Ich bin gespannt inwieweit er funktioniert und muss die ganze Zeit an seine Vision in der Ratshalle denken und habe kein gutes Gefühl dabei.

  • Langsam tauchen die kleinen Haken von der so scheinbar friedlichen Übernahme auf. Das erste Mal, dass ich bisschen gestutzt habe, war als der Capitar erzählt hat, wie es um Nafarroa in Wirklichkeit steht und dass der Einmarsch die letzte Option war die Hungersnot des eigenen Landes in den Griff zu kriegen. Dadurch wird auch die Aussage vom Capitar, dass sich für die Bürger in Zukunft nichts ändert und sie lediglich den normalen Zehnt (nicht mal die Erhöhungen) zahlen müssten, nichtig! Denn wenn Nafarroa jetzt schon so verarmt ist, dann bleiben die Abgaben sicherlich nicht bei dem normalen Zehnt!!


    Außerdem etwas lächerlich finde ich auch die Überlegung die dienstfreien Soldaten –aber trotzdem bis zu den Zähnen bewaffnet- im Dorf herumschlendern zu lassen. Und auch die Tatsache, dass lediglich ein Übergriff auf die Frauen in den ersten Wochen zu verhindern ist, finde ich mies, als ob ab der "Eingewöhnungszeit" das dann egal sein kann??


    Dann: Tautun ist endlich aufgetaucht und damit weiß man jetzt auch sicher, dass Hagetmau nicht das einzige Dorf ist, dass unter Nafarroas Herrschaft gestellt wurde und in Samadet kam es noch dazu zu kleineren Übergriffen, was Angaszins friedliche Vorgehensweise nun doch wieder in ein besseres Licht rücken lässt.


    Und dann das erste Problem.. warum hat Tautun denn keiner aufgehalten bevor er die Waffe in die Hand gekriegt hat?! Keiner hat etwas unternommen als er losgetorkelt ist, aber danach jammern alle rum! Genau in der Szene, hat man doch schon gemerkt, dass sich Unheil anbahnt und jeder steht dumm rum und macht nix, bzw. der Baresin macht alles noch schlimmer!! >:(


    Und ab da geht’s dann stetig tiefer in den Schlamassel.. der Plan, den Sinion ausheckt, hört sich an sich als Lösung des Problems gar nicht so schlecht an, wenn man ihn in der Theorie hört, aber ob da alles so gut geht??



    Noch was anderes was mir in diesem Abschnitt aufgefallen ist: Die Ahnlichkeite zwischen Akitanien und Nafarroa gegenüber Frankreich und Spanien?! Schon die akitanische Hauptstadt Parisaris (oder so Ähnlich?^^), dann das Gebirge Pyhr = Pyrenäen.. hat das noch wer bemerkt oder geht da die Fantasie mit mir durch? :verrueckt:


  • Es ist interessant und realistisch wie unterschiedlich die Gedanken der einzelnen Personen sind. Mir hat die Bäuerin gefallen, die sich selbst geopfert hätte, um den Großteil der Bewohner zu retten.
    In dieser Situation wächst Sinion über sich hinaus. Er entwickelt einen Plan, der gelingen kann, aber sehr gefährlich ist. Ich bin gespannt inwieweit er funktioniert und muss die ganze Zeit an seine Vision in der Ratshalle denken und habe kein gutes Gefühl dabei.


    Stimmt an die Vision hatte ich gar nicht mehr gedacht.. :o


    Tautun scheint eine düstere Last mit sich herumzutragen. Da gab es einen Satz, der darauf hindeutet, dass er eigentlich gar nicht am Leben sein dürfte, oder so ähnlich. :-[


    Daran erinnere ich mich leider grad nicht mehr, weißt du zufällig die Seite davon noch oder in Welchem Zusammenhang das fiel?

  • Hallo und guten Tag,


    ja ist schon wirklich geschickt mit welchen Regel die Dörfler in nächster Zeit rechnen müssen. Die Jäger dürfen nicht mehr jagen und müssen dann als Feldarbeiter ihren Dienst an Volk und Königin Belance leisten.


    Letztendlich nimmt man ihnen damit immer mehr an Rechten und zeigt ihnen, dass sie ganz unten auf der Leiter der Gesellschaft ihrer neuen Königin stehen. Also das Letzte vom Letzen quasi...


    Keine schönen Aussichten, wie ich finde. Da kann einem der gute Wille, der Verbrüderung mit zwei Soldaten in der Kneipe nicht darüber hinwegtäuschen. Hier wird nicht nur "das Baümchenwechselsichspiel gespielt" , nein es gibt knallharte Veränderungen. Und ich befürchte mal, dass wird nicht die einzige Veränderung bleiben.


    Arme Dörfler.


  • Baresin tritt mehr in den Vordergrund und hat sich in meinen Augen nicht besonders hervorgetan. Ihm scheint es zu gefallen, dass er nun um Rat gefragt wird, aber ein richtiger Anführer ist er in meinen Augen nicht.


    Ich glaube, ihm haben bis dato auch die Möglichkeiten einfach durch die starke Präsens seiner Mutter gefehlt. Und jetzt kann er trumpfen und merkt sicherlich auch wie gut ihnen das tut, raus aus dem Schatten seiner Mutter endlich zukommen.


    Als richtigen Führer kann ich mir ihn auch nicht vorstellen, eher als Vermittler/Berater.

  • Und dann taucht Tautus auf noch plötzlich und erzählt den Dörflern, wie es um sie herum aussieht.
    Leider scheint es nicht jeder der Offiziere so gut, wie der Capitare zu meinen...


    Ja und dann nimmt zumindest das Geschehen für meinen Geschmack sehr die Züge eines Aktes aus einer Bauernkomödie an.


    Der Dorfunsympath betritt die Bühne...Schenke.. und plötzlich gibt es Gewalt, Mord und Totschlag. Und die passiven Bürgern erwachen aus ihrer Schockstarre und werden sehr aktiv. Am Anfang noch etwas kopflos.


    Siehe das erstmals verschwinden der Leichen im Keller...da ging mein Kopfkino an...Leichen runter/Leichen wieder auf. Schon recht komisch oder?


    Und plötzlich gibt es "die Revolte" ohne Kompromisse...das ganze Dorf gegen alle Soldaten.


    Hilfe, ob das gut geht. Ich bin gespannt.

  • Ich glaube, ihm haben bis dato auch die Möglichkeiten einfach durch die starke Präsens seiner Mutter gefehlt. Und jetzt kann er trumpfen und merkt sicherlich auch wie gut ihnen das tut, raus aus dem Schatten seiner Mutter endlich zukommen.


    Als richtigen Führer kann ich mir ihn auch nicht vorstellen, eher als Vermittler/Berater.


    Also meiner Meinung nach ist Baresin ein Großschwätzer. Der redet viel, wenn der Tag lang ist, aber den Mut einmal mit dem Capitar zu reden hat er nicht, der baut in seinem Kopf bloß irgendwelche Luftschlösser. Außerdem finde ich es einfach mies, wie er Sinion's Idee mehr oder weniger als seine eigene verkauft.


  • Dann: Tautun ist endlich aufgetaucht und damit weiß man jetzt auch sicher, dass Hagetmau nicht das einzige Dorf ist, dass unter Nafarroas Herrschaft gestellt wurde und in Samadet kam es noch dazu zu kleineren Übergriffen, was Angaszins friedliche Vorgehensweise nun doch wieder in ein besseres Licht rücken lässt.


    Angaszin ist sicher das kleinere Über, aber ich bin mir nicht sicher, ob ihm die Bewohner Hagetmaus am Ende egal sind und er einfach nur möglichst gut dastehen möchte, vor seinem Vorgesetzten.
    Wenn der Befreiungsschlag der Hagetmauer schief geht, lernen wir ihn sicher von einer ganz anderen Seite kennen.



    Und dann das erste Problem.. warum hat Tautun denn keiner aufgehalten bevor er die Waffe in die Hand gekriegt hat?! Keiner hat etwas unternommen als er losgetorkelt ist, aber danach jammern alle rum! Genau in der Szene, hat man doch schon gemerkt, dass sich Unheil anbahnt und jeder steht dumm rum und macht nix, bzw. der Baresin macht alles noch schlimmer!! >:(


    Die Leute sind mir der Situation einfach überfordert, genauso wie beim Einmarsch des kleinen Heeres. Aber du hast Recht, ich habe auch darauf gewartet, dass jemand einschreitet. Allerdings war ja auch deutlich zu sehen, dass die Soldaren, bei jeder Bewegung der Gäste nur noch nervöser wurden.



    Noch was anderes was mir in diesem Abschnitt aufgefallen ist: Die Ahnlichkeite zwischen Akitanien und Nafarroa gegenüber Frankreich und Spanien?! Schon die akitanische Hauptstadt Parisaris (oder so Ähnlich?^^), dann das Gebirge Pyhr = Pyrenäen.. hat das noch wer bemerkt oder geht da die Fantasie mit mir durch? :verrueckt:


    Da bin ich ja gespannt, was Tobias dazu schreibt. ;) Parisaris ist mir auch aufgefallen, aber das war es auch schon.


    Auf S. 18 unten gab es einen ersten Hinweis auf Tautuns düstere Vergangenheit...
    :lupe:
    Tobias


    ... und bei meinem ebook auf S. 104:
    "Die in Hagetmau beachteten ihn nicht, weil er nichts weiter war als ein unwichtiger Nichtsnutz. Und ein verkörpertes schlechtes Gewissen. Als einziger Überlebender eines schweren Fehlers."
    Seite 18 muss ich mir auch gleich nochmal anschauen. Danke für den Hinweis!



    Siehe das erstmals verschwinden der Leichen im Keller...da ging mein Kopfkino an...Leichen runter/Leichen wieder auf. Schon recht komisch oder?


    Ich fand das ganze hin und her sehr gelungen. Ist es nicht realistisch, dass "normale" Menschen in solchen Ausnahmesituationen zuerst etwas konfus und aufgeregt sind und am Ende dazu neigen sich auf Dinge einzulassen, die sie normalerweise nie tun würden?


  • ... und bei meinem ebook auf S. 104:
    "Die in Hagetmau beachteten ihn nicht, weil er nichts weiter war als ein unwichtiger Nichtsnutz. Und ein verkörpertes schlechtes Gewissen. Als einziger Überlebender eines schweren Fehlers."


    Falls jemand sucht: Im Buch ist das auf S. 105 oben. (Die Seitenzahlen stimmen also fast überein, das erleichtert uns das Finden.)


    :lupe:
    Tobias

  • Hm, als ich weiß nicht....Tautun, ist nur deshalb zu so einem Stinkstiefel geworden, weil in der Vergangenheit sich um ihn, seine Person oder gar Familie ein Unglück ereignet hat.


    Könnte sein, aber es erklärt nicht seine Flatterhaftigkeit wenn es um Frauen geht.


    Aber ich sehe ihn trotzdem nicht als tragischen Held, denn dazu hat er mir einfach zu kaltblütig gehandelt und das aus nichtigem Anlass.
    Kommt in die Schenke, pöbelt die zwei Soldaten an und erschlägt die dann auf das Brutalste.


    Nein, dass ist keine Heldentat für mich.


  • Könnte sein, aber es erklärt nicht seine Flatterhaftigkeit wenn es um Frauen geht.


    Die Flatterhaftigkeit kann man sicher gut mit der Evolution begründen. Schließlich sind romantische Beziehung eher eine Erfindung der Neuzeit (der Romantik, genauer gesagt) ;D

  • Hallo zusammen,


    hier bekommen wir nun mal ein paar ehrlichere Einblicke in den freundlichen Capitar, dem es völlig egal ist, was mit dem Dorf passiert, wenn er wieder weg ist und sogar Unruhen begrüßen würde, "weil es ja sonst so langweilig für die Soldaren ist" . Und seine Bemerkung bezüglich Übergriffe gegen Frauen macht auch klar, dass er nur am Anfang Zurückhaltung fordert. Die Dörfler tun also gut daran, nicht zu glauben, dass er es wirklich gut mit ihnen meint, auch wenn er das immer wieder betont. ::) Überrascht hat mich, dass Nafarroa ärmer ist, weil ich an ein mächtigeres Land gedacht hatte, dass die vielen Heere ausschickt. Aber natürlich ist Hunger und Dürre ein ebenso guter Grund, sich ein anderes (reicheres) Land anzueignen, als nur Land-/Machtvergrößerung. Und die Art und Weise, wie sie vorgehen, um in kurzer Zeit "Tatsachen zu schaffen" ist schon sehr geschickt. Mit Geiselnahme die Hauptstadt herausfordern, anstatt offen einzumarschieren. Ich bin ja mal gespannt, wie die Reaktion sein wird, bisher wissen wir ja noch gar nichts aus der Hauptstadt, außer den Erklärungen des Capitars.


    An einer Stelle musste ich echt lachen, nämlich als der Capitar sich über den grimmigen Gott wunderte, den er sich eigentlich "rund und freundlich und süß wie einen Apfel" vorgestellt hat. Das grimmige Abbild entspricht auch so gar nicht meiner Vorstellung von einem "Apfelbaumgott", gebe ich zu. ;D


    Es geht also den Dörflern scheinbar doch bisher gut, es könnte schlimmer sein, kann man denken, denn zumindest leben sie noch und dürfen auch weiter ihren Handel treiben. Sie bekommen Sprachunterricht von einem netten Jungen, den sogar die Lehrerin toll findet und sie dürfen sich frei bewegen. Die Soldaren sollen sogar netten Kontakt pflegen und damit nicht bedrohlich erscheinen. So weit so gut. Es gefällt mir trotzdem nicht, denn es ist nicht "echt". Die Menschen sind nicht frei, sie sind gefangen. Ich jedenfalls hätte keine ruhige Minute mehr, weil ich immer darauf warten würde, dass irgendetwas Schlimmes passiert, weil entweder ein Dorfbewohner austickt oder ein Soldar die Nerven verliert.


    Und hier finde ich es wieder sehr gut gemacht, dass man ein bisschen hin- und hergerissen wird als Leser. Wenn sich Varlie aufregt über die Situation und von den Dörflern Widerstand fordert, dann sagt mein Gefühl dazu: ja, sie hat so recht, das darf man sich nicht so einfach gefallen lassen. Es sind Feinde, denen das Leben der Dörfler völlig egal ist und von dieser Gewalt müssen sie sich befreien. Wenn dann aber z. B. die Bäuerin einwirft, dass bisher keine Gewalt von den Feinden ausging und sie bisher immer gut behandelt wurden und das Dorf ja nun mit der Gewalt angefangen hat und damit ja "böse" war und nun bestraft werden wird, dann ist das auch nachvollziehbar. Man denkt sich, dass gerade Varlie und Tautun alles nur schlimmer machen und das Blutvergießen erst provozieren, was sonst vielleicht nie passiert wäre. Mir ging es beim Lesen der Szenen im Wirtshaus und danach so, dass ich einerseits froh war, dass endlich Widerstand geleistet wurde, denn diese Apathie und das Dulden der Situation war kaum zu ertragen Ader andererseits ging es mir beim ersten provozierenden Wort von Tautun an die Soldaren auch so, dass ich ihm am liebsten das Wort verboten hätte, weil ich Angst vor den Folgen hatte, die ein tätlicher Angriff, bzw. sogar der Tod der Soldaren, definitiv nach sich ziehen wird. Ich war etwas zerrissen, was ich mir wünschen sollte für die Protagonisten: blutige Kämpfe für die eigene Freiheit oder unblutiges Weiterleben in Gefangenschaft. Ich persönlich hätte wohl in der Situation nicht den Mut zu kämpfen, das muss ich zugegen. Und deshalb bewundere ich um so mehr Varlie und Co. die sich ihre Freiheit nicht nehmen lassen wollen. Wenn man nicht selbst vor Ort ist, ist es immer einfach zu sagen, man soll kämpfen und sich nicht unterdrücken lassen. Die Kraft und den Mut muss man aber erst mal haben, deshalb kann ich es schon auch verstehen, wenn viele Dörfler einfach nichts tun aus Angst. Ich bin mal gespannt, wie sie es schaffen (falls ihr Plan, die Soldaren nach und nach umzubringen aufgeht) andere Dörfler dazu zu bringen, sich auch zu bewaffnen und mitzumachen. Andererseits ist es wahrscheinlich gerade das, was dann viele andere mitziehen würde, wenn sie sehen, dass man sich wehren KANN. Wenn es denn gutgeht...


    Hier gefällt mir jedenfalls Sinion sehr gut. Der so schüchterne und stotternde Junge dreht hier richtig auf und wird zu einem Stratege. Er hat gute Ideen, die auch durchdacht sind, so dass er seine Ideen sogar noch korrigiert, wenn sie zu gefährlich sind und gleich Alternativen dafür findet (z. B. das Varlie zu mädchenhaft ist). Es ist echt lustig, wie er aus den vom Capitar extra so überlegt verteilten Soldaren nun seinen Vorteil zieht. ;D Ich finde es jedenfalls schön, dass er hier zeigt, was er kann und aus seinem Schneckenhaus herauskommt. Für ihn ist das Ganze fast eine gute Sache, weil er plötzlich Fähigkeiten entwickelt, die ihm keiner zugetraut hätte. Er hätte schon vieles erreichen können, wenn man ihn (oder er sich selbst) nicht immer so klein gemacht hätte (wegen seiner Stotterei z. B. ).


    Barsein dagegen finde ich echt schwach. Im Gegenteil zu Sinion, der viel besser auf dessen Posten aufgehoben wäre ;) hat der ja gar keine sinnvollen Vorschläge. Schlimmer noch, er verkriecht sich in Bequemlichkeit und leeren Versprechungen, sieht sich aber gleichzeitig als tollen Anführer für "sein Dorf". Na prima. ::)



    Nendlèce reitet ins Nachbardorf und stellt fest, dass auch dort die Übernahme bereits stattgefunden hat. Dann kehrt sie unbehelligt wieder ins Dorf zurück. Ich hatte ja damit gerechnet, dass sie erwischt wird, aber sie hatte Glück. :)


    Hier hatte ich wirklich Angst um sie, denn so ganz alleine nachts zwischen den Soldaren unterwegs zu sein, empfand ich doch als sehr gewagt. Ich war fast erstaunt, als sie unbehelligt wieder ins Zimmer zurück kam.



    ... und bei meinem ebook auf S. 104:
    "Die in Hagetmau beachteten ihn nicht, weil er nichts weiter war als ein unwichtiger Nichtsnutz. Und ein verkörpertes schlechtes Gewissen. Als einziger Überlebender eines schweren Fehlers."


    Ah, das habe ich gar nicht realisiert beim Lesen. Leserunden sind immer wieder sehr praktisch. ;D Aha, da war also mal was vorgefallen, das ein schlechtes Bild auf ihn wirft. Da bin ich mal gespannt. Vielleicht will er gerade deshalb nun nicht tatenlos bleiben, weil er es damals wegen irgend etwas blieb und das will er nicht wiederholen...

  • So, jetzt haben die Hagetmauer den Salat - oder doch eine Chance? Ich tue mich immer etwas schwer damit, Konflikte mit Gewalt zu lösen, vor allem, da den Dorfbewohnern durch Angaszin eben nicht gewalttätig entgegen getreten wurde. Das bestärkt im Endeffekt wieder all die Heerführer, dass man besser gleich mit fester Hand Dörfer und Städte übernimmt und die Bewohner direkt kurz hält. Ich weiß ja nicht, inwiefern Angaszins Verhandlungs- und Kompromisstaktik unter den Heeresführern bekannt ist, aber langfristig wird seine Einheit von der Nafarroanischen Armee vermisst werden, spätestens dann, wenn die vereinbarte Meldung beim dritten Heer ausbleibt.


    Andererseits, wenn Sinions Plan aufgeht, können die Dörfler 30 Waffen erbeuten, mit denen sie eine Kontrolleinheit entsprechend empfangen können und die Möglichkeit haben, ihre Waffenvorrat entsprechend zu vergrößern. Und evtl. springt der Widerstandsfunke von Hagetmau tatsächlich irgendwann auf die anderen Dörfer über, die früher oder später garantiert unter der Hand von den Vorgängen dort erfahren werden - mit den Bewohnern der anderen Dörfer wurde stellenweise nicht so zahm umgegangen, die haben also noch mehr Wut auf ihre Besatzer. Die Frage ist nur, was die Krone irgendwann zu ihrer Unterstützung unternehmen wird, denn eine nennbare Armee ist ja nicht vorhanden.


    Gut, man kann Angaszin vorwerfen, dass es ihm eigentlich egal ist, was mit Hagetmau passiert, sobald er wieder weg ist, aber ab und an habe ich das Gefühl, dass es ihm vielleicht doch nicht so ganz egal ist, wenn er von "meinem Hagetmau" spricht. Wenn es ihm so egal wäre, dann würde er doch einfach das Dorf besetzen, mit unliebsamen Bewohnern kurzen Prozess machen - und fertig. Kann aber auch sein, dass es reiner Ehrgeiz ist, bei dem Generar mit einem zufriedenen und kompromissbereiten Dorf aufwarten zu können. Aber ich habe schon das Gefühl, dass ihm ein friedliches Miteinander lieber ist als blutige Kämpfe. Vielleicht würde er keinen so schlechten Diplomaten abgeben. Langfristig wäre er vielleicht auch bereit, Zugeständnisse zu machen, wie bei der Bezahlung in Schwarzem Lamm durch die beiden Soldaren. Er handelt ja nicht auf eigene Faust, sondern auf Anordnung der Königin Belanca und ihrem Beraterstab, die wiederum aus der Not heraus (aus ihrer Sicht) Akitania überfallen haben. Wobei ich mich hier frage, ob es nicht eine friedlichere Lösung als das begehrliche Schielen auf den Wohlstand des nördlich gelegenen Landes gegeben hätte. Akitania scheint wirklich sehr friedlich und genügsam gelebt zu haben, evtl. hätte man doch mit Handel der Dürrenot im Süden entgegentreten können. Vielleicht hätte Belanca besser mehr Berater wie Angaszin gehabt; wenn ich mich recht entsinne, erwähnte der Capitar einmal, dass ihr die Entscheidung für die Annexion nicht leicht gefallen ist, oder?


    Sehr spannend ist es zu sehen, wie die Situation, vor allem nach Tautuns Tat, die Menschen in ihrem Inneren verändert. Baresin, der bisher ein träges und gutes Leben vorgezogen hat, nutzt die Gunst der Stunde, um sich als Ansprechpartner für alle Belange aufzuschwingen und am Ende dieses Abschnitts sogar zum Koordinator aufsteigt. Die größte Überraschung ist Sinion, der plötzlich zeigt, welches strategisches Talent in ihm steckt. Ob es gut ist, wird die Nacht zeigen. Die Jungen sind die heißblütigen, die am Status Quo unbedingt etwas ändern wollen, während die Älteren eher gemäßigt sind und eine friedliche Lösung für alle anstreben. Wenn die Nacht wie geplant so blutig wird, dann heißt es für Hagetmau: alles oder nichts - dann gibt es kein Zurück mehr und sie müssen damit rechnen, früher oder später von der Landkarte ausgelöscht zu werden. Auch wenn es vielleicht kurzfristig die Freiheit bedeutet? Aber wie soll das langfristig weitergehen? Die Milchbäuerin spricht hier auch wahre Worte. Nicht jeder ist zum Mörder geeignet und ich könnte mir vorstellen, dass die Geschehnisse dieser Nacht früher oder später auch das Dorf spalten könnte. Aber die momentane Situation wird sie erstmal zusammen schweissen.


    Ich frage mich, inwieweit Mardein tatsächlich seherische Fähigkeiten hat, ob er das, was für die bevorstehende Nacht geplant ist, "sehen" kann?


    Tautun hat mich am wenigsten überrascht, er handelt genauso, wie ihn alle dargestellt haben: schön, er unternimmt etwas, aber er fragt die restlichen 499 Dorfbewohner nicht, ob das auch in ihrem Sinne ist. Das Erschlagen der Soldaten war unüberlegt und aus dem Reflex heraus, und nur, weil er immer missmutig sind und mit seiner Herkunft/Schicksal hadert. Er hat eine Tür zugeschlagen, durch die die Hagetmauer nicht mehr zurück können. Und sie haben auch keine Zeit mehr, das alles langfristig zu durchdenken, sie können nur noch irgendwie agieren: entweder die beiden Leichen stillschweigend verschwinden lassen oder aber, wie geplant, sich gegen die Besatzer aufzulehnen.


    Die Diskussionen der Dorfbewohner nach der Ermordung der beiden Soldaren war jedenfalls sehr spannend. Und ich bin nun gespannt, was die Nacht bringen wird.


  • Nendlèce reitet ins Nachbardorf und stellt fest, dass auch dort die Übernahme bereits stattgefunden hat. Dann kehrt sie unbehelligt wieder ins Dorf zurück. Ich hatte ja damit gerechnet, dass sie erwischt wird, aber sie hatte Glück. :)


    Ich wurde etwas nervös, als erwähnt wurde, dass der Capitar Soldaren abstellt, die die Umgebung nach Spuren absuchen sollen, die hätten garantiert die frischen Hufspuren entdeckt.



    Tautun scheint eine düstere Last mit sich herumzutragen. Da gab es einen Satz, der darauf hindeutet, dass er eigentlich gar nicht am Leben sein dürfte, oder so ähnlich. :-[


    Hier bin ich auch gespannt, ob wir noch mehr über seine Vergangenheit bzw. Herkunft erfahren werden.


  • Dann: Tautun ist endlich aufgetaucht und damit weiß man jetzt auch sicher, dass Hagetmau nicht das einzige Dorf ist, dass unter Nafarroas Herrschaft gestellt wurde und in Samadet kam es noch dazu zu kleineren Übergriffen, was Angaszins friedliche Vorgehensweise nun doch wieder in ein besseres Licht rücken lässt.


    Ja, bis dahin war das alles etwas irreal. Da haben mich Rauthnes Überlegungen nicht verwundert, ob es sich bei dem Capitar vielleicht um einem Räuberhauptmann handeln könnte, der mit dieser Nummer Hagetmau übers Ohr hauen will.



    Und dann das erste Problem.. warum hat Tautun denn keiner aufgehalten bevor er die Waffe in die Hand gekriegt hat?! Keiner hat etwas unternommen als er losgetorkelt ist, aber danach jammern alle rum! Genau in der Szene, hat man doch schon gemerkt, dass sich Unheil anbahnt und jeder steht dumm rum und macht nix, bzw. der Baresin macht alles noch schlimmer!! >:(


    Die Akitanier lebten bisher so friedlich, dass mit so einer blutigen Tat wahrscheinlich niemand gerechnet hat, nicht mal bei Tautun.


  • An einer Stelle musste ich echt lachen, nämlich als der Capitar sich über den grimmigen Gott wunderte, den er sich eigentlich "rund und freundlich und süß wie einen Apfel" vorgestellt hat. Das grimmige Abbild entspricht auch so gar nicht meiner Vorstellung von einem "Apfelbaumgott", gebe ich zu. ;D


    Hier musste ich auch lachen, ebenso bei dem Bild, ob Abelion die Menschen bestraft, indem er sie mit wurmstichigem Obst bewirft :D



    Es geht also den Dörflern scheinbar doch bisher gut, es könnte schlimmer sein, kann man denken, denn zumindest leben sie noch und dürfen auch weiter ihren Handel treiben. Sie bekommen Sprachunterricht von einem netten Jungen, den sogar die Lehrerin toll findet und sie dürfen sich frei bewegen. Die Soldaren sollen sogar netten Kontakt pflegen und damit nicht bedrohlich erscheinen. So weit so gut. Es gefällt mir trotzdem nicht, denn es ist nicht "echt". Die Menschen sind nicht frei, sie sind gefangen. Ich jedenfalls hätte keine ruhige Minute mehr, weil ich immer darauf warten würde, dass irgendetwas Schlimmes passiert, weil entweder ein Dorfbewohner austickt oder ein Soldar die Nerven verliert.


    Das stimmt, Angaszin unterläuft Hagetmau und seine Bewohner und will sich somit deren Kooperation sichern. Andererseits besteht dadurch die Möglichkeit, heimlich einen Widerstand aufzubauen bzw. die Möglichkeit zu Verhandlungen, was besser ist, wie wenn man direkt unterdrückt wird. Irgendwie steht für mich das Dorf (und auch die anderen Dörfer) momentan stark im Regen, weil die Krone und ihre Möglichkeiten noch sehr blass bleiben, es gibt ja keinerlei aktive Verbindung von Akitania zur ihr.


    Mir geht es wie dir bei den Diskussion, was die Dorfbewohner nach Tautuns Tat tun sollen: ich war ebenfalls hin- und hergerissen, bei Jedem gab es etwas, dem ich zustimmen konnte und etwas, das ich anders sehe.



    Barsein dagegen finde ich echt schwach. Im Gegenteil zu Sinion, der viel besser auf dessen Posten aufgehoben wäre ;) hat der ja gar keine sinnvollen Vorschläge. Schlimmer noch, er verkriecht sich in Bequemlichkeit und leeren Versprechungen, sieht sich aber gleichzeitig als tollen Anführer für "sein Dorf". Na prima. ::)


    Als Anführer sehe ich Baresin auch nicht, eher als derjenige, der nun die ganzen Pläne koordiniert. Mal sehen, ob er das hinbekommt oder nicht. Evtl. wächst er an seiner Aufgabe oder aber sie steigt ihm zu Kopf und er macht einen Fehler, der ihn bei den Anderen unten durch sein lässt.

  • Mir kommt das alles immer noch wie ein Akt aus einer Bauernkomödie vor.


    Ein Stinkstiefel, den einfach niemand leiden kann mischt das Leben in die Dörflergemeinschaft innerhalb kürzester Zeit ziemlich auf.
    Mordet schnell mal zwei Soldaten und bringt damit eine Sache ins Rollen. Die man der bis dato so passiven Bevölkerung gar nicht zu betraut hätte....am Anfang noch etwas kopflos, was das verschwinden der Leichen an geht.


    Aber dann!


    Sinion, der ja schon einen kleinen Auftritt bei der Übernahme hatte, wächst jetzt gerade zu über sich hinaus und kann möglicherweise sein Image verbessern und auch Baresin nutzt seine Chance, jetzt wo seine Mutter im Arrest sitzt.


    Und so reift doch ziemlich schnell der Plan....tötet alle Soldaten!!!

  • Uff ich habe es auch geschafft (entschuldigt die Verspätung :-[)


    Endlich wehrt sich das Dorf.
    Ich bin selbst total auf Krawall gebürstet gewesen, weil sie sich haben einfach übernehmen lassen ohne es groß in Frage zu stellen.


    Tautuns Vorgehen finde ich dabei wirklich interessant, als hätte er es sich überlegt. Die Dörfler müssen nun handeln! Und er lässt ihnen alle Möglichkeiten. Auch die ihn zu schnappen und auszuliefern (sieht man daran, dass er die Waffe fallen lässt).


    Er zwingt sie somit zu einer Entscheidung für oder gegen die Besatzung. Man kann es nicht länger geschehen lassen. Entweder man handelt nun gegen die Soldaren und wehrt sich oder man handelt für die Soldaren und liefert Tautun aus.


    Aber aus dieser Not entwickelt sich schließlich die Gegenwehr. (Zum Glück! Ich will Köpfer rollen sehen ;D)


    Sinion gefällt mir, wie einigen von euch, auch sehr gut.
    Vorallem finde ich gut, dass man an ihm nun die Entwicklung des Dorfes gut beobachten kann. Vom stillen einfach nur über sich ergehen lassen von früher, hin zum Tatendrang.


    Bin gespannt ob es ihnen nun gelingt die Soldaren los zu werden :lesen: