01 - Anfang bis einschließlich Kapitel 12 (bis Seite 66)

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  • Hallo,


    von der ersten Seite an bin ich in die Geschichte eingetaucht. Der Schreibstil hat mich sofort wieder begeistert und mich darin bestätigt, dass ich ohne Bedenken an einer Leserunde mit Tobias teilnehme, weil mir seine Bücher einfach gefallen.


    Anfangs bin ich etwas über die ungewohnte Schreibweise der Soldaten gestolpert und die Namen der Personen und Orte lesen sich auch noch etwas holprig. :)


    Die Grundidee einer kampflosen Übernahme kleiner Ortschaften, um sich ein fremdes Land anzueignen finde ich interessant. Ob das überall so friedlich abläuft wie bisher in Hagetmau? Sicher nicht und ich bin schon gespannt, wann wir erfahren, wie es im restlichen Land aussieht.


    Wir haben schon einige Personen kennengelernt und ich habe schon eine Ahnung, wer in diesem Dreiteiler künftig eine wichtige Rolle spielen wird. Nendlèces Fähigkeiten wurden schon öfters erwähnt, genauso wie die des Semanen Mardein. Sie werden uns sicher noch eine Weile begleiten.


    Mir gefällt sehr gut, wie die Stimmung und die Gedanken der Bewohner geschildert werden, genauso wie die des Capitar. Es sind einfache Leute, die von dieser kleinen Soldatengruppe überrumpelt wurden. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen wie eine Gegenwehr aussehen soll. Allerdings habe ich Angst um die Frauen, denn es wurde schon mehrfach erwähnt, dass einsame Soldaten zu Übergriffen neigen. :o
    Spätestens dann wird sich zeigen, wer wegschaut und wer sich zur Wehr setzt oder sogar flieht.


    Die Beschreibung des Gryphen finde ich auch gelungen. Ich mag mystische Wesen und Citlali scheint ein sanftes Gemüt zu haben.


    Ich bin gespannt, wie es weitergeht.


  • Nun hier versucht man die Übernahme mal ohne Schaden an Leib und Gut. Die Seele lasse ich mal außen vor, denn ich kann die Verbundenheit zum alten System/ Machtgefüge der Dörfler nicht wirklich einschätzen. Und hier liegt auch das Risiko der "feindlichen Invasion"


    Lassen sie sich einfach die neue Ordnung überstülpen oder begehren sie möglicherweise auf?


    Noch ist ja alles friedlich, aber es wird sicher noch Tote oder Verletzte geben, spätestens dann, wenn sich Soldaren an den Frauen vergreifen wollen.
    Mir lassen Sinions Gedanken am Ende des Kapitels keine Ruhe. Ob das so etwas wie eine Vorahnung ist?



    Mal schauen, wer als Erstes sich aus der Schockstarre befreien kann? Vielleicht Tautun, wenn er denn wieder im Dorf auftaucht?


    Auf Tautun bin ich auch gespannt. Wo ist er? Wird er künftig eine aktive Rolle im Widerstand bilden, falls es diesen überhaupt geben wird?

  • :stillgestanden:


    Wie konnte ich den übersehen?^^


    Old Fisherman : Nendlèces und Varlies Vater Erac ist übrigens ein mittelalter Flussfischer, du spielt also so ungefähr beinahe mit in dem Buch. :)


    Na dann bin ich mal sehr neugierig, welches Schicksal du für meine Familie und mich vorgesehen hast ;D


    Das die Handlung vom Klappentext abweichen wird, habe ich erwartet und finde ich in Anbetracht deines Ansatzes sogar recht angenehm. Er könnte nur gerade für Meißner-Neulinge recht irreführend sein, befürchte ich.


    Zitat von starone

    Ich denke mal, der Titel bezieht sich auf die Anzahl der Heere und jedes Heer wird in welcher Weise erst einmal vorgehen. Hat der Offizier ja netterweise auch schon unterschwellig angedeutet.


    Ja, das stimmt natürlich. Ich frage mich nur, inwiefern diese Heere für die Handlung tatsächlich eine Rolle spielen werden. Momentan stehen sie ja stark im Hintergrund und alles konzentriert sich auf einen kleinen Soldarentrupp und ein Dorf.


    Zitat von Sara

    Was mir beim Lesen auch aufgefallen ist, dass von den Dorfbewohnern die Frauen mutiger wirken als die Männer. Das merkt man einerseits daran, dass Varlie und Nendlèce als Mädchen offensiver waren, als beispielsweise deren Vater.


    Ihre Mutter hingegen ist alles andere als aktiv. Rauthne...auch nicht wirklich. Und einige männliche Dorfbewohner wie der Wirt Folster oder der junge Pellit haben auch schon Mut gezeigt. Ich bin mir deswegen momentan nicht sicher, ob ich dem zustimmen würde. Mit den beiden Mädchen hast du aber sicher Recht.
    Ich bin ja gespannt, was Varlie betrifft:


    Zitat von Varlie

    Es steht ganz außer Zweifel, dass diese Waffe sich langsam durch nafarroanische Eingeweide gefressen hat, und das viele, viele Male.


    Werden wir das eventuell wieder erleben? Ihre Worte wirken an der Stelle wie eine dunkle Prophezeiung für das Schicksal von Angaszin und seinen Soldaren.



    Hi, ich bin schon dran, schaffe es aber vermutlich erst morgen bis Seite 66. Melde mich dann! :winken:


    Kein Stress, Loomis :)


    Zitat von starone

    Auf Seite 7 ....die Sache mit dem Kopfzerbrechen bis Nendlece die Augen getränt haben. Also mir wäre möglicherweise Schädelbrummen dazu eingefallen...aber Augentränen...wie macht man das?


    Ich würde es mir vielleicht dadurch erklären, dass sie lange und angestrengt die Soldaren anstarrt, deren Rüstungen außerdem das Sonnenlicht reflektieren. Das kann dann schon zu tränenden Augen führen.


    Im Übrigen fand ich das Bild schön, mit dem Nendlèces Flucht durch den Wald beschrieben wird:


    Zitat

    Die Bäume fetzten an ihr vorüber, das Licht flackerte, von Blättern zerhackt.



    Ja aber die Hoffnung stirbt zuletzt und ich hoffe, dass er jetzt dann auch etwas öfter auftaucht :)


    Da bin ich auch gespannt :)


    Zitat von Aurian

    Die Beschreibung des Gryphen finde ich auch gelungen. Ich mag mystische Wesen und Citlali scheint ein sanftes Gemüt zu haben.


    Der Gryph scheint tatsächlich bisher ein netter Bursche zu sein. ;D
    Allerdings hat Juyan auch schon angedeutet, dass er nicht mit jedem so gut klar kommt, wie mit Nendlèce und mit seinem Schnabel könnte er durchaus auch ziemlich gefährlich werden.


    Zitat von Aurian

    Mir lassen Sinions Gedanken am Ende des Kapitels keine Ruhe. Ob das so etwas wie eine Vorahnung ist?


    Er sieht sich einerseits als heldenhaften Retter, was wohl eine Wunschvorstellung bleiben werden und andererseits was wirklich mit ihm geschehen könnte, sollte er für Ärger sorgen. Ich vermute er ist in dem selben Zwist gefangen, wie viele andere Dorfbewohner. Als Vorahnung würde ich es aber nicht unbedingt betrachten.


  • Das die Handlung vom Klappentext abweichen wird, habe ich erwartet und finde ich in Anbetracht deines Ansatzes sogar recht angenehm. Er könnte nur gerade für Meißner-Neulinge recht irreführend sein, befürchte ich.


    Ich habe mich schon oft über Klappentexte geärgert. Deshalb fasse ich bei meinen Rezensionen meistens den Inhalt kurz mit eigenen Worten zusammen, ohne zuviel zu verraten.



    Ja, das stimmt natürlich. Ich frage mich nur, inwiefern diese Heere für die Handlung tatsächlich eine Rolle spielen werden. Momentan stehen sie ja stark im Hintergrund und alles konzentriert sich auf einen kleinen Soldarentrupp und ein Dorf.


    Hagentmau ist für mich einfach nur ein Beispiel dafür, was im restlichen Land überall auch passiert. Ich gehe davon aus, dass sich die Handlung nach und nach räumlich ausweitet und sicher ein Teil der Sieben Heere eine Rolle spielen wird.



    Werden wir das eventuell wieder erleben? Ihre Worte wirken an der Stelle wie eine dunkle Prophezeiung für das Schicksal von Angaszin und seinen Soldaren.


    Ob die Waffe vielleicht sogar eine Verbindung mit der Träger eingeht? Bei Varlie hatte ich an einer Stelle des Buches fast das Gefühl.



    Im Übrigen fand ich das Bild schön, mit dem Nendlèces Flucht durch den Wald beschrieben wird:


    Die Bäume fetzten an ihr vorüber, das Licht flackerte, von Blättern zerhackt.


    Genau diese Stelle ist mir auch aufgefallen! Und es gab noch mehr Formulierungen, die mir gezeigt haben warum ich Tobias' Schreibstil so mag. :)


    Der Gryph scheint tatsächlich bisher ein netter Bursche zu sein. :grins:
    Allerdings hat Juyan auch schon angedeutet, dass er nicht mit jedem so gut klar kommt, wie mit Nendlèce und mit seinem Schnabel könnte er durchaus auch ziemlich gefährlich werden.


    Juyans Bemerkung hat meine Fantasie angeregt und vielleicht freundet sich Nendlèce näher mit dem Gryphen an und sie kann sie für den eigenen Kampf einsetzen. Oder Citlali weigert sich im entscheidenden Moment Nendlèce anzugreifen.


  • Ob die Waffe vielleicht sogar eine Verbindung mit der Träger eingeht? Bei Varlie hatte ich an einer Stelle des Buches fast das Gefühl.


    Es macht fast den Eindruck. Die Trägerin muss ihre Hand ja in den muschelartigen Griff einführen und als Varlie die Säge schließlich abgeben muss, kommt es ihr auch so vor, als ob sich ihre Hand nur schwer wieder davon loslösen ließe.



    Juyans Bemerkung hat meine Fantasie angeregt und vielleicht freundet sich Nendlèce näher mit dem Gryphen an und sie kann sie für den eigenen Kampf einsetzen. Oder Citlali weigert sich im entscheidenden Moment Nendlèce anzugreifen.


    Ich halte im Augenblicke beide Szenarien für möglich :)

  • Ich halte im Augenblicke beide Szenarien für möglich :)


    Ich habe insgeheim schon gehofft das Nendlèce irgendwie Kontakt zu den fremden Soldaren aufnimmt und war dann sehr begeistert über die Szene im Stall.


    Ich denke die Dorfbewohner machen durch die Distanzierung von den Soldaren auch einen entscheidenden Fehler für die Zukunft.
    Jetzt, da sie sich haben übernehmen lassen, sollten sie meiner Meinung nach auch veruschen sich in das neue System schnell einzufinden.


    Da fand ich die Einwände der Dorfbyrgherin sehr zutreffend.
    Auch durch die Gefangennahme der fünf Geiseln wird eine Distanz geschaffen, die möglicherweise noch zu Komplikationen führen wird.



    Noch ist ja alles friedlich, aber es wird sicher noch Tote oder Verletzte geben, spätestens dann, wenn sich Soldaren an den Frauen vergreifen wollen.
    Mir lassen Sinions Gedanken am Ende des Kapitels keine Ruhe. Ob das so etwas wie eine Vorahnung ist?


    Ich denke auch, dass hier noch blutige Auseinandersetzungen kommen. (Irgendwie erwarte ich das auch von Tobias)


    Von den Bewohnern hatte ich den Eindruck, dass ihnen ihr Glaube durchaus wichtig ist. Gerade der Hinweis mit dem Tempel und den Apfelbäumen zeigt dies meiner Meinung nach.


    Zwar gibt der Capitar vor, dass sie ihren Glauben behalten dürfen, aber er deutet auch an, dass der neue Glaube etabliert werden soll.
    Das wird sicherlich zu Konflikten führen. Auch unter den Bewohnern selbst. Einige wenden sich dann der Anbetung der neuen Königin zu, die anderen bleiben ihrem alten Gott treu. Das kann durchaus zu einer Spaltung des Dorfs führen. (Glaubenskrieg.... ::))


  • Ich glaube gerade die Frauen (die jungen) haben viel zu verlieren bei einer Übernahme jeder Art.
    Die Männer verlieren im Krieg ihr Leben, jetzt können sie einfach weiter machen.
    Die Frauen fürchten gerade dass die fremden Soldaren sich an ihnen bedienen werden....


    Nun ich glaube, mit Übergriffen von Männern müssen die Frauen dieser Zeit immer rechnen. Egal von eigener oder fremder Seite. So schätze ich zumindest die Lage der Frauen allgemein ein ;).

  • Aber Rauthne geht es ja eigentlich auch wie allen anderen, gerade sie selbst betont ja, dass ihre frühere Byrgherinnen Position jetzt nichts mehr wert ist! Bei ihr bin ich mir aber sicher, dass sie sich deswegen fügt, weil sie weiß, dass es keine andere Möglichkeit gibt und Widerstand in erster Linie dem Dorf schadet.


    Aber sie ist auch nicht bereit, den Posten gänzlich aufzugeben, weil sie bis dato noch keine guten Nachfolger in ihren Reihen erkennen konnte. Und deshalb klebt sie für meinen Geschmack doch etwas an ihrem Posten. Ich glaube, von ihrer Seite spielt auch die Zukunftsangst für ihre eigene Person eine Rolle...heute noch top, morgen out wer mag das sich für sich selber vorstellen.


  • Der Gryph scheint tatsächlich bisher ein netter Bursche zu sein. ;D
    Allerdings hat Juyan auch schon angedeutet, dass er nicht mit jedem so gut klar kommt, wie mit Nendlèce und mit seinem Schnabel könnte er durchaus auch ziemlich gefährlich werden.


    Der Gryph ist übrigens weiblicher Natur und bei dem Überangebot an Männern in ihrer Umgebung ist sie vielleicht deshalb gerade von Nendlece so angetan ;)


  • Mensch, Jaqui! Danke, dass du mir verraten hast, wo er sich befindet. Denn weißt du, warum ich (und ich glaube, auch Old Fisherman) ihn übersehen haben? Weil er das einzige Smiley ist, das komplett verschwindet, nachdem es weg gerannt ist. Wenn man genau in dieser Sekunde hinschaut, kann man ihn nicht finden.



    Huhu@Tobias,


    meinst Du in diesem Zusammenhang wirklich "listig" oder eher lustig?


    Wirklich "listig".




    Ich denke auch, dass hier noch blutige Auseinandersetzungen kommen. (Irgendwie erwarte ich das auch von Tobias)


    :verrueckt:
    Aber ich habe auch schon einmal einen komplett unblutigen Roman geschrieben: "HalbEngel"...



    :stillgestanden:
    Tobias

  • Hallo zusammen,


    dies ist nun also mein erstes Buch von dir, Tobias, und ich muss sagen, ich bin von der ersten Seite an schon sehr begeistert vom Schreibstil. Die bildhaften Beschreibungen haben es mir gleich angetan. So wirkt diese Beschreibung z. B. leicht und einfach, aber das Bild das ich dabei vor Augen hatte, war toll und hatte mehr Wirkung, als wenn einfach gesagt worden wäre, sie hätte auf einmal eine Rüstung gesehen: "Etwas funkelte zwischen den Bäumen, fing das blonde Licht der Sonne ein und machte etwas ganz anderes daraus. Eine Rüstung."So etwas gefällt mir richtig gut und in der Art gibt es wirklich viele schöne Textstellen, da macht das Lesen richtig Spaß.


    Seltsam ist dabei für mich beim Lesen manchmal der Kontrast. Denn einerseits wirken viele Beschreibungen auf mich "schön", andererseits wirkt die Handlung bedrohlich. Und das wiederum macht die "schönen" Beschreibungen noch unheimlicher, obwohl sie gleichzeitig so schön sind (ich kann es gerade nicht besser beschreiben).


    Das Cover gefällt mir ganz gut, es wirkt zwar einfach, aber gerade die dunklen Schwerter, die wie Grabkreuze vor dem hellen Hintergrund wirken, bieten eine unheimlich Stimmung und der einzelne Mensch dazwischen bekommt dabei besonderes Gewicht. Gut gemacht, finde ich.


    Die von euch z. T. erwähnten seltsamen Bezeichnungen sind mir auch gleich aufgefallen. Die Soldaren habe ich auch zwei, drei Seiten lang völlig überlesen, bis ich gemerkt habe, dass da was nicht stimmt. ;D Aber die anderen Begriffe, u. a. Byrgherin , und auch viele der Namen machen mir seltsamerweise auch noch etwas Probleme beim Lesen, obwohl ich mich sonst eigentlich schnell an "seltsame" Namen gewöhne. Hier tu ich mich tatsächlich etwas schwerer beim Lesen, es "flutscht" einfach nicht so gut. Andererseits entsteht damit eine gute "fremdländische Atmosphäre". ;)


    Nendlèce war mir auch von Anfang an sehr sympathisch und ich hätte alle schütteln können, die ihr nicht gleich geglaubt hatten, als sie von ihrer Beobachtung erzählt hatte. Rauthne erscheint mir auch sympathisch und sie sorgt sich auch um ihr Dorf, aber ich fürchte, sie hat sich auch mit den vielen Jahren im Frieden einfach "gemütlich eingerichtet" und ist daher mit der Situation etwas überfordert. Es ist eben doch eine ganz andere Sache, im Kartenspiel "schlechte Karten" zu haben, als auf einmal in der Wirklichkeit. Da erscheint mir Mardain etwas stärker, zumindest ist es sicherlich eine weise Entscheidung, so viel wie möglich zu beobachten und dabei zu lernen und den ein oder anderen Trumpf im Ärmel zurückzuhalten. Auch wenn er vielleicht nicht so viel ausrichten kann, gibt er sich innerlich nicht gleich geschlagen, wie es scheint.


    Bei Varlie habe ich ein paar mal die Luft angehalten, als sie anfing zu provozieren bzw. vorlaut zu werden. Sie ist sich der Gefahr wohl nicht ganz bewusst, andererseits hat sie wenigsten den Mumm, sich nicht einfach aufzugeben und in Starre zu verfallen, wie so gut wie der Rest des Dorfes. Bewundernswert ist das schon. Und wie einige von euch, glaube ich auch, dass sie und das Schwert irgendwie besonders zusammengehören, denn die Stelle, an der es hieß, sie kann das Schwert nur schwer loslassen, ist mit auch gleich aufgefallen.


    Gespannt bin ich auch auf Tantum. Ob er wirklich in einem anderen Dorf ist oder vielleicht doch die ganze Zeit schon im Wald versteckt und alles beobachtet? Ich bin noch nicht sicher, ob ich hoffen soll, dass er irgendwas tut oder besser hoffen soll, dass er nichts tut, denn wenn er was tut, wird das wohl blutige Konsequenzen haben...


    Den Gryph finde ich auch spannend. Das Wesen ist schön beschrieben und lässt ein fast edles Bild vor Augen erscheinen. Die Annäherung zwischen dem Gryph und Nendlèce habe ich gleich als so positiv erwartet, ich hoffte hier von Anfang an auf eine besondere Bindung. Ich bin gespannt, ob sie sich vertiefen wird.


    Was Juyan betrifft, hatte ich von Anfang an ein ungutes Gefühl und erwartet, dass er die Situation ausnutzen wird, gerade als er so nah hinter dem Mädchen stand. Ich wurde dann positiv von seiner Freundlichkeit überrascht, bin aber noch etwas verunsichert, ob ich ihm wirklich trauen kann. Vielleicht ist seine Freundlichkeit Taktik? Ich hoffe nicht.


    Wobei ich beim Capitar und seiner Taktik bin: das ist wirklich eine ganz besonders ungewöhnliche Einnahme eines Dorfes. Wenn man an die vielen Geschichten denkt, die von brutalen und blutigen Eroberungen handeln, dann erscheint einem diese Übernahme fast irreal. Ich empfinde es gerade deshalb überhaupt nicht "schön" . Nicht, dass ich einen blutigen Kampf wünsche, im Gegenteil, aber ich traue diesem Mann deshalb um so weniger und halte eigentlich permanent die Luft an, während er mit den Leuten spricht. Ich traue seiner Freundlichkeit nicht, sondern empfinde sie als besonders böse, als wäre es ein für ihn makabres Spiel und jedesmal, wenn von seiner Geduld die Rede ist, verliere ich meine und werde immer nervöser. Es kann ja sein, dass er tatsächlich keine Lust auf Kämpfe hat oder es mit den Menschen irgendwie gut meint, aber ich kann es einfach nicht glauben, im Gegenteil: ich warte darauf, dass er sein wahres Gesicht zeigt und bin sehr angespannt.


    Irgendwann hatte ich allerdings aber auch mal den Gedanken, dass sich das ganze seltsame Szenario so anfühlt, wie ein Test. Wie ein Versuchsprojekt in der Art: was passiert, wenn ein Dorf überfallen wird und sich dieser Überfall völlig entgegen der von der Bevölkerung erwarteten Vorgehensweise abspielt? Keine Gewalt, keine Blutvergießen, freundliche Worte und keine angedrohten negativen Veränderungen. Wie gehen die Bewohner damit um? Wie sehen ihre Diskussionen aus, was erwarten und was befürchten sie? Fügen sie sich oder wehren sie sich trotzdem? Was passiert untereinander mit ihnen? Etc. etc. ... Ob ich so einen Gedanken bekomme, weil ich selbst es so ungewöhnlich seltsam finde oder weil ich zu viele Filme wie The Truman Show und Eureka gesehen habe, weiß ich nicht, aber die Szene, als die Menschen das Für und Wider der ganzen Situation miteinander diskutierten, verstärkte die ganze irreal wirkende Situation des Dorfes auf mich. Jedenfalls ist das sehr spannend, weil es auch mit meiner Erwartungshaltung spielt und ich mich damit quasi als die Testperson fühle. ;D


    Das Buch gefällt mir jedenfalls richtig gut bisher und ich bin sehr gespannt, wie sich die Situation nun weiter entwickelt.

  • Innerhalb der Buchhandlung handelt es sich nicht um einen Test, sondern um eine wirkliche Okkupation.
    Aber ich als Autor spiele da natürlich einen "Testfall" durch, und die Leser sind mein "Testpublikum", das hast du gut herausgearbeitet.


    Was ich in diesem Zusammenhang interessant fand: Nur anderthalb Wochen nach dem Erscheinen von "Sieben Heere" startete auf ARTE die Fernsehserie "Occupied", die auf einem durchaus vergleichbaren Konzept beruht: Die Russen besetzen Norwegen, um den dortigen Energieexport kontrollieren zu können, und auch diese Besatzungsmacht versucht, ein Blutvergießen zu vermeiden. Sie okkupieren Ölplattformen (Außenbereiche) und entführen den norwegischen Präsidenten, aber nur, um ihn zu informieren und gehörig unter Druck zu setzen, er wird schon nach wenigen Stunden wieder freigelassen, sodass den meisten diese Entführung gar nicht aufgefallen ist.
    Der Autor Jo Nesbo (schreibt sich hinten mit Strich durchs "O", aber meine Tastatur gibt das nicht her) erzählte, dass die Producer erst gesagt hätten, die Idee einer Besetzung sei zu weit hergeholt. Dann kam die Krimkrise, und die Serie bekam schnell grünes Licht.


    Ich glaube, unblutige "feindliche Übernahmen" liegen auch in der Wirtschaft durchaus im Trend.


    :wahrsager:
    Tobias


  • Ich glaube, unblutige "feindliche Übernahmen" liegen auch in der Wirtschaft durchaus im Trend.


    Da könnte etwas dran sein, weil solche Aktivitäten bewusst nicht an die Öffentlichkeit getragen werden. Und das Ergebnis dann auf den Wirtschaftsseiten der Zeitungen möglicherweise "nur" steht. Denn keiner gibt gerne seine Vorgehensweise preis ;)

  • Erstmal ein liebes Hallo in die (Lese-)Runde :winken:
    Hier ist ja auch schon einiges los.. :) Nun kann ich auch endlich einsteigen..
    Dies ist mein erstes Buch von Tobias, daher kann ich ganz unvoreingenommen an dieses Werk herangehen und bin schon sehr gespannt, was mich erwarten wird..
    Zuerst möchte ich mich zum Cover äußern. Mir persönlich hat es gefallen und mi9ch gleich neugierig auf den Inhalt des Buches gemacht. Nachdem ich den ersten Abschnitt gelesen habe, frage ich mich natürlich wer der Mann auf dem Cover sein könnte. Ich muss gestehen, ich mag es, wenn das Cover einen Bezug zum Inhalt hat.
    Der Schreibstil war für mich recht angenehm. Der erste Abschnitt hat sich gut lesen lassen und ich bin auch gut und schnell in das Buch und die dortige Situation hereingekommen. Eigentlich hatte ich keine Angangsprobleme und hatte gleich zu Beginn, direkt mitten im Geschehen zu sein. Ohne viele Erklärungen hatte ich als Leser eigentlich die wesentlichen Grundzüge der Lage erfasst und habe mich damit zurechtgefunden. Das hat mir echt gut gefallen. (Leider lese ich derzeit ein anderes Buch parallel, wo dies ganz anders ist - solche Anfangsschwierigkeiten können bei mir auch schon mal zur Leseflaute führen...)
    Bisher gefallen mir die Charas auch sehr gut. Für mich sind die Charaktere/ Protagonisten wichtig für meine Sympathien einem Buch gegenüber. Es gibt einige starke Charaktere, bei denen ich mich schon freue, mehr über diese zu lesen und auch zu erfahren, wie diese sich weiterentwickeln. Da will ich auch mal gleich vorwegnehmen: Ich habe ein schlimmes Namensgedächnis..also nicht wundern, wenn ich da mal was durcheinander schmeiße, wenn ich gerade mal meinen Notizzettel nicht finden söllte :-[
    Mir gefallen die beiden Schwestern Varlie und Nendlece sehr gut. Sie scheinen starke Mädchen zu sein, reif und haben ihren eigenen Kopf - und stecken diesen nicht gleich in den Sand. Die beiden wirken auf mich ziemlich klug und haben die Situation eher erfasst als manch älterer Dorfbewohner, der es nicht wahrhaben wollte, dass ein kleines Mädchen feindliche Soldaren im Wald entdecken würde..Varlie ist schon ein bisschen frech und lässt sich nicht den Mund verbieten, aber das gefällt mir eigentlich bei ihr. Aber diese Eigenschaft kann ihr noch zum Verhängnis werden. Auch ihre Schwester Nendlece ist mir sympathisch. Als sie in den Stall zu dem Gryph geht - da hatte ich schon Bammel, dass die Soldaren ihr etwas antun. Und als die dann auch noch so fies gelacht haben..aber zum Glück verlief alles gut. Wobei ich dem Soldaren Juyan (?) nicht so richtig traue. Mir kommt er etwas scheinheilig vor..
    Die Beschreibungen zu dem Gryph fand ich wunderbar. Ich hoffe so sehr, dass wir noch mehr über dieses Wesen zu lesen bekommen..
    Auch Mardein gefällt mir sehr gut. Besonders bei ihm denke ich, dass wir noch ein paar Überraschungen erwarten könnten. Er hat auf jeden Fall Potential und hat die Situation wohl wesentlich besser verstanden als die Byrgherin des Dörfes. Sie wirkt auch mich nicht sehr machtvoll - sie ist eher mit der ganzen Situation überfordert und kann sich mit der neuen Lage nicht richtig anfreunden und diese bewältigen. Da ist Mardein schon listiger und kann damit besser umgehen.
    Wo ich mich frage: Wo ist eigentlich des Rebell des Dorfes? Wann wird er seinen Auftritt bekommen? Und welche Rolle wird er einnehmen? Warum setzt das Dorf Hoffnung in ihn - nur weil er eine Waffe besitzt?
    Und dann natürlich noch diese 'friedliche' Belagerung und Eroberung des Dorfes. Ist mal was ganz anderes. Ob die Taktik aufgehen wird? Misstrauen ist auf jedem Fall in dem dorf vorhanden..Sie wissen bloß nicht, wie sie damit umgehen sollen und wie sie handeln sollen. Noch sind sie recht kopflos. Aber auch das kann sich noch ändern. Ob sie sich einfach damit zufriedengeben, wie ihre jetzige Situation ist? Ist das denn so einfach, kann man das einfach - so von heute auf morgen? Klar, sie haben den Soldaren nichts entgegenzusetzen, aber trotzdem muss man ja in den Köpfen einen Schalter umlegen..


  • [..]
    Womit ich auch jetzt noch ein Problem habe sind die "Soldaren". Als ich das Wort zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich noch es wäre ein Druckfehler, nach mehrmaligen Lesen, ist mir schon klar geworden, dass das "R" da auch ganz richtig ist, allerdings kann ich mich mit dem Wort nicht anfreunden, ich stutze immer noch, wenn ich es lese. Wie gesagt an alle anderen Namen oder Begriffe hab ich mich gewöhnen können nur die Soldaren bereiten mir immer noch Magenschmerzen.
    [..]


    Zuerst dachte ich auch, dass dies ein Druckfehler ist und es bestimmt Soldaten heißen soll. Aber dann habe ich das Wort Soldaren öfters gelesen und dann ist mir auch klar geworden, dass es Absicht ist. Ich stolper derzeit auch immer noch etwas darüber, aber ich denke, damit kann ich mich im Laufe des Buches anfreunden.
    Bloß den Sinn dieser Wortneuschöpfung habe ich noch nicht ganz verstanden.. ???


  • [..]


    Letztes Thema, Tautus. Ich habe ihn ja vorher beim Cover schon kurz angesprochen. Bisher erscheint er wie ein Chaot, unsympathisch und möglicherweise wie der Katalysator, der die starre Situation zerstört und eine unkontrollierbare Kettenreaktion los tritt. Auf ihn bin ich im Augenblick am Meisten gespannt und bin neugierig, ob und welche Rolle Tobias ihm zugedacht hat. ;D


    ah, so hieß der Rebell des Dorfes, den ich auch meinte..
    auf seinen Auftritt bin ich auch schon gespannt und hoffe, dass wir nicht allzu lange darauf warten müssen..



    auch bin ich allgemein gespannt, in welche Richtung das Buch gehen wird? Lernen wir mehr von der Welt kennen oder werden wir uns hauptsächlich in diesem Dorf Hagetmau bewegen - vielleicht noch angrenzende Dörfer?


  • Nendlèce war mir auch von Anfang an sehr sympathisch und ich hätte alle schütteln können, die ihr nicht gleich geglaubt hatten, als sie von ihrer Beobachtung erzählt hatte.


    Mir ging es auch so. Doch dann habe ich mir überlegt, wie ich reagieren würde, wenn ein Teenager angerannt kommt und behauptet eine feindliche Armee wäre im Anmarsch. Vor allem hätte es auch nichts geändert, wenn ihr die Byrgherin sofort geglaubt hätte. Was hätte sie tun sollen? Ich denke so war es tatsächlich für alle am ungefährlichsten.


    Gibt es im Buch eigentlich ein Personenregister oder eine Landkarte? Im ebook habe ich keine entdeckt.


  • Mir ging es auch so. Doch dann habe ich mir überlegt, wie ich reagieren würde, wenn ein Teenager angerannt kommt und behauptet eine feindliche Armee wäre im Anmarsch. Vor allem hätte es auch nichts geändert, wenn ihr die Byrgherin sofort geglaubt hätte. Was hätte sie tun sollen? Ich denke so war es tatsächlich für alle am ungefährlichsten.


    Hm, ich denke mal diese Einteilung in Teenageralter und damit noch etwas grün hinter den Ohren sollen, sollen wir mal weglassen. Denn wir sind da zu sehr in unserer Zeit und Auffassung verwurzelt.


    Ich glaube, hier spielt doch der bestehende Frieden.....Glaube daran... und die damit verbundene Ungeheuerlichkeit, dass plötzlich ein Heer aufgetaucht eher eine gewichtige Rolle oder?


    Die Byrgherin kann es einfach nicht fassen und ich würde daher ihr Unvermögen des Nichtbegreifenswollens jetzt nicht unbedingt an der Person von Nendlece festmachen.


  • Mir ging es auch so. Doch dann habe ich mir überlegt, wie ich reagieren würde, wenn ein Teenager angerannt kommt und behauptet eine feindliche Armee wäre im Anmarsch. Vor allem hätte es auch nichts geändert, wenn ihr die Byrgherin sofort geglaubt hätte. Was hätte sie tun sollen? Ich denke so war es tatsächlich für alle am ungefährlichsten.


    Gibt es im Buch eigentlich ein Personenregister oder eine Landkarte? Im ebook habe ich keine entdeckt.


    Nein auch im Buch sind keine Karte oder Personenregister ;) ..die Personen finde ich aber noch ganz überschaubar, nur die extravaganten Namen sind ein bisschen anspruchsvoller^^
    Eine Karte hätte ich am Anfang auch gern gehabt, aber dadurch dass die Handlung bisher nur auf Hagetmau beschränkt geht das schon.