01 - Anfang - einschl. Kap. 2

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  • Liebe Martina, liebe Mitleser/innen,


    hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Das Schicksal der Templer" und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders die Autorin Martina André - schön, dass du uns wieder begleitest!


    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden und auch die Ausführungen zur Netiquette durch.
    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.
    Auch ist es nicht nötig, den Inhalt nachzuerzählen, wir lesen ja alle das gleiche Buch.


    Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte!


    Hier könnt ihr zum Inhalt von Anfang bis einschließlich Kapiteln 2 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    Viel Spaß uns allen beim Lesen und Diskutieren! :winken:


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Hallo Ihr Lieben,


    Ich habe heute gleich mit dem ersten Abschnitt gestartet und konnte dann kaum noch aufhören. An dieser Stelle muss ich leider gestehen, dass ich die Vorgängerbände noch nicht gelesen habe, mich aber sehr gut abgeholt fühle und das Gefühl habe, dass so viel von der Vorgeschichte eingebaut wird, dass ich sehr gut zurecht komme.


    Gleich der Prolog mit den Templern und diesem geheimnisvollen Kreuz, fand ich total spannend und habe mit den Brüdern ganz schön mitgefiebert. Schrecklich, wie schlimm der Bruder Brian gefoltert wurde, aber schön, dass das Kreuz das so gut wieder heilen könnte. Ein sehr mächtiges Artefakt, bei dem ich mir schon sehr gut vorstellen kann, dass es die einige andere Parteien gerne in ihre Finger bekommen würden.


    Den Dialog zwischen den beiden NSA Oberen, fand ich total gut geschrieben und hatte das Gefühl ich würde mit dabei sitzen und dem Gespräch lauschen. Echt gut gemacht! Die Art und Weise wie Thomas abserviert wird, finde ich ja schon heftig. Mit knapp Mitte 30 nicht mehr forschen und an seinem Herzblutthema arbeiten zu dürfen, ist schon sehr übel. Vor allem nachdem er anscheinend alles seiner Karriere geopfert hat. Obwohl ich ja vermute, dass er sich nicht so einfach kalt stellen lässt... ;-)


    Hannah und Gero sind ja ein sehr süßes Paar. Nachdem ich aber gerade erst selber vor kurzem Mutter geworden bin, möchte ich lieber nicht wie Hannah mich schwanger im 14. Jahrhundert befinden... Damals war so eine Geburt ja noch wirklich lebensgefährlich. Puh, da hätte ich schon ganz schön viel Angst. :o


    Gut gefallen mir hier aber auch die detaillierten Beschreibungen, dank denen ich mich wirklich wie im Film fühle und alles immer ganz genau vor meinem geistigen Auge sehe. Echt super!


    Also bis jetzt gefällt mir der Roman schon richtig gut und ich freue mich auf viele spannende Lesestunden.


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Der Prolog zeigt uns das Mittelalter von seiner schrecklichen Seite. Die Templer müssen sich verstecken und sind in alle Winde verstreut. Außerdem müssen sie auf ein Artefakt aufpassen, das starke Kräfte in sich birgt. Das kleine steinerne Kreuz kann Gutes tun, aber auch verheerend wirken. Der schrecklich gefolterte Brian wird mit Hilfe dieses Kreuzes aus dem Kerker geholt und ist geheilt. Wer würde dieses Kreuz nicht gerne in seine Finger bekommen?


    Im weiteren Verlauf geraten wir an die NSA. Dass ein ungutes Gefühl da ist, wenn man von denen hört, zeigt sich nun wieder als berechtigt. Mit dem Argument "der Präsident der USA will das so" wird der Quantenphysiker Tom in den zwangsweisen Ruhestand befördert, weil man ihm nicht recht traut. Falls er nicht spurt, wird er wohl nicht mehr lange leben.


    Tom und sein Vorgänger haben einen Timeserver entwickelt, der Zeitreisen ermöglicht. Doch dann läuft was schief und eine Gruppe von Menschen ist nun im Mittelalter und kann nicht mehr zurück. Eine interessante Erfahrung wahrscheinlich, aber ich möchte sowas nicht erleben.


    Tom ist ehrgeizig, hat keine Lust sich mit Mitte 30 aufs Altenteil zu begeben, zumal seine Verlobte nun in einer anderen Zeit ist. Ich bin gespannt, wie er seine Interessen verfolgt und der Überwachung der NSA entgeht. Hannah geht ja recht rabiat vor, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat.


    Warum kam Agent Tanner eigentlich zurück und warum geht es bei den Anderen nicht?


    Es ist wirklich spannend.

  • Nachdem ich jetzt die beiden Vorgängerbände gehört habe, hab ich mich schon richtig darauf gefreut wie es nun weitergeht.
    Dass die Templer immer noch in Gefahr sind ist schlimm und dass sie weiterhin gefoltert werden auch, besonders wenn ein Gislingham da seine Finger im Spiel hat.
    Noch scheinen unsere Freunde in Sicherheit, was mir natürlich für Hanna besonders gut gefällt.
    Dass die Amerikaner Tom rauskicken wollen, nachdem die ganze Aktion für sie nicht so erfolgreich war überrascht irgendwie nicht. Die knallharte und drohende Art ist nicht so schön und ich bin gespannt was Tom draus macht, ich glaube nicht, dass er so schnell aufgeben wird.
    Alles ist wieder sehr ausführlich und bildhaft beschrieben, so dass man sich gleich wieder richtig gut reinfindet und selbst wenn man die anderen Bücher nicht kennt trotzdem gut in die Geschichte kommt. Auch wenn man Details daraus erst nach und nach erfährt.
    Ich freue mich schon weiter vorzudringen und zu erfahren, was in diesem Band die Mission für unsere Templer sein wird.
    Michelle

    Lesen heißt durch fremde Hand träumen.<br />Fernando Pessoa

  • Guten Morgen ihr Lieben :)


    Ich freu mich dabei sein zu dürfen und hoffe ihr werdet gut unterhalten. Spannend finde ich, dass nicht alle Teilnehmer die Vorgängerbücher gelesen haben. Aus eben diesem Grund ist es eine besondere Herausforderung einen Fortsetzungsroman zu schreiben, weil genau überlegt sein will wieviele Informationen müssen in der Story untergebracht werden, um Neulesern den Einstieg zu erleichtern und die Fans nicht zu langweilen. Mal abwarten, ob und wie mir das gelungen ist :-\ ;)


    Liebe Grüße und einen schönen Start ins Wochenende
    Martina :winken:

  • Hallo in die Runde :winken:


    heute finde ich endlich die Zeit hier zu posten. Zunächst möchte ich erwähnen, dass mir das Cover gut gefällt. Ich mag vor allem, dass es zum Vorgänger passt. Das schlichte weiß mit dem Schwert sagt doch gleich in welche Richtung es geht. Einzig, dass das Buch so ein dicker Wälzer ist, ist etwas unhandlich, obwohl ich gerade Bücher mit vielen Seiten mag.
    Gut finde auch, das Personenregister im Anhang, so behält man hier schön den Überblick.


    Los geht es dann mit einem relativen langen Prolog. Zunächst etwas verwirrend, da hier von Templern erzählt wird, die unentdeckt in Schottland leben und auf den ersten Blick ja nichts mit unseren Templern zu tun haben. Aber schnell wird klar dem ist nicht so. So gibt es einen wunderbaren Einblick darin, was das Kreuz im Stande ist zu leisten. Mir gefällt schon die Vorstellung, dass so eine Reliquie nur arbeiten kann, wenn der Geist desjenigen der es hält mitmacht. Nachteil ist natürlich, dass auch die „Bösen“ in der Lage sind die Reliquie für sich zu nutzen.


    Dann geht es erst mal weiter in der Gegenwart. Wie eigentlich nicht anders zu erwarten war, halten die Amerikaner sich nicht an den ursprünglichen Plan und so steht Stevendahl ohne Job da und vor allem ohne die Aussicht Hannah je wieder zurück zu holen. Ich denke aber nicht, dass dieser sich an das Verbot halten wird. Sicher wird er eine Möglichkeit finden weiter zu forschen und vielleicht selbst ins 14. Jahrhundert reisen. Ich bin gespannt.


    Hannah und Gero sind jedenfalls sicher angekommen, auch wenn ihnen immer noch Gefahr droht. Das Hannah schwanger war hatte ich schon fast vergessen. Ich finde die kleinen Rückblenden sehr schön mit eingebaut. Sie frischen jedenfalls mein Gedächtnis gut auf. Jetzt bin ich erst mal gespannt wie es weitergeht und welche Schwierigkeiten die Freunde zu bestehen haben.

  • Zitat von Tammy1982

    Ich habe heute gleich mit dem ersten Abschnitt gestartet und konnte dann kaum noch aufhören. An dieser Stelle muss ich leider gestehen, dass ich die Vorgängerbände noch nicht gelesen habe, mich aber sehr gut abgeholt fühle und das Gefühl habe, dass so viel von der Vorgeschichte eingebaut wird, dass ich sehr gut zurecht komme.


    Ich fand die Rückblenden auch gut. Ich kenne zwar die Vorgänger, aber da die Geschichten doch sehr vielfältig sind kann man ja auch nicht alles im Gedächtnis behalten. So helfen die Rückblenden sehr gut aus.


    Zitat von Tammy1982

    Gut gefallen mir hier aber auch die detaillierten Beschreibungen, dank denen ich mich wirklich wie im Film fühle und alles immer ganz genau vor meinem geistigen Auge sehe. Echt super!


    Ja, Martina ihre Beschreibungen sind immer super, Kopfkino pur

  • Ein fröhliches Hallo in die Runde...
    und besonders an Martina, schön das du dabei bist. :-*


    Zunächst eine ganz wichtige Mitteilung von mir:


    Zum aller ersten mal habe ich bei einem Templer-Hörbuch von Martina, ein Heftchen mit Kapitelüberschriften und Personenregister dabei.
    Das ist für mich wahnsinnig hilfreich jetzt in der Leserunde, aber auch beim zuhören. Mein Flehen ist bei Radioropa oder bei Martina erhört worden.
    Vielen herzlichen Dank dafür.


    Über Jürgen Holdorf als Sprecher brauchen wir gar nicht lange reden. Der Mann versteht sein Handwerk und hat dazu auch noch eine Stimme, die mich dahin schmelzen lässt. Eben wie Zucker für die Ohren. :herz:


    Und nun zum Inhalt:


    Also dieser Prolog, der hat es ja in sich! Nicht nur das ich mit diesen Brüdern, Sir Walter, Totty u.s.w. zuerst nix anfangen konnte, NEIN da haben diese Ex-Templer auch noch ein Kreuz bei sich, das wahrlich Tote zum Leben erweckt.


    Karin oder Michell helft mir mal auf die Sprünge:
    Wurde dieses Kreuz in den Vorgänger-Bänden schon mal erwähnt? Ich zerbreche mir hier schon den ganzen Tag den Kopf, aber ich kann mich nicht daran erinnern das dieses Kreuz schon mal erwähnt wurde. Ich habe nur diesen Kelch mit dem tollen Stein und den Time-Server in meiner Erinnerung gefunden, aber ein magisches Kreuz..???
    Fehlanzeige :spinnen: Hmm, da muss ich jetzt wohl abwarten ob noch ein Geistesblitz kommt.


    Was mich aber sofort wieder in den Bann gezogen hat, war diese furchtbare Gewalt und Grausamkeit der damaligen Zeit. Mein Gott was müssen die Kinder da durchgemacht haben, als ihre Mutter vor ihren Augen so grausam ertränkt wurde? Oder diese schreckliche Gewalt die Brain auf der Streckbank und im Kerker erlitten hat.
    Was für eine furchtbare Zeit war das damals. :schwitzen:


    Ich kann mich Tammy nur anschließen, das wäre definitiv nicht meine Zeit und freiwillig würde ich da auch nicht bleiben. Und schon gar nicht ein Kind in dieser Zeit bekommen!!!
    Aber Hannah war ja schon immer extrem Mutig und zuversichtlich. Also hoffen wir mal das Beste.


    Ja und dann die Amis und ihre Generäle. Irgendwie war das ja schon im letzten Band deutlich geworden, wie unbarmherzig diese Militär-Bande ihre Ziele verfolgt.
    Das Tom dabei auf der Strecke bleibt rührt mich nicht zu Tränen. Tom hatte bei mir in keinem der Vorgänger-Büchern besonders viele Sympathie-Punkte gesammelt. Sein Verhalten war nicht immer nachvollziehbar für mich und nun sieht er was er davon hat.
    Er hat unbedingt einen Nobelpreis oder ähnliches erreichen wollen und dabei oft die Menschen verletzt die ihm vertraut haben.
    Sein Ehrgeiz ist jedoch immer noch ungebremst und so fürchte ich, dass er wieder alles riskiert um in die Analen der Wissenschaft einzugehen als Genie!
    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat er schon einen neuen Time-Server gebaut bei dem ihm nur noch ein ganz bestimmter Stein fehlt, der dem Dingen Leben einhaucht.
    Tja und wenn ich über diesen besonderen Stein nachdenke, der da fehlt, dann landen meine Gedanken wieder beim Prolog und dem Kreuz....
    Wobei mir das jetzt doch etwas zu einfach ist. So simpel ist das bei Martina normalerweise nicht.


    Auch stelle ich mir grade die Frage, ob diese neue Bruderschaft unter der Führung von Sir Walter und die Gero-Templer-Truppe, in diesem Buch nun zusammen finden müssen, um dieser unheiligen Inquisition die Stirn zu bieten?


    Das fängt ja schon wieder gut an Martina! ;)
    Fragen über Fragen und über 34 Std. Laufzeit beim Hörbuch. :D

  • Nein liebe Annette :D das Kreuz wurde vorher noch nicht erwähnt. Und unsere Jungs wissen auch nichts davon (soviel kann ich schon ohne zu Spoilern verraten) Der Hohe Rat der Templer hat ja wie ein moderner Geheimdienst funktioniert - und da wusste - ähnlich wie bei dem "Amis" in der Zukunft - (durchaus beabsichtigt) nicht immer eine Hand was die andere tut ;) (hab grad gestern noch einen Bericht über die NSA gesehen und dass einige führende Köpfe auch nix über die Abhöraktionen gewusst haben... :P )


    Jaaaa Jürgen Holdorf liest göttlich - besser als je zuvor - ich bin auch schwer begeistert 8)

    Viel Spaß beim Lesen/Hören ....:-[ mir ist heut nochmal aufgefallen, dass es da ja schon ein paar blutrünstige Szenen :o gibt - ich hoffe, das ist ok - aber ihr lest ja auch sicher Krimis und Thriller - seid also ein bisschen abgehärtet... ::)


    Liebe Grüße
    Martina :winken:

  • Zitat von Tammy

    Den Dialog zwischen den beiden NSA Oberen, fand ich total gut geschrieben und hatte das Gefühl ich würde mit dabei sitzen und dem Gespräch lauschen. Echt gut gemacht!


    Ja genau, da sagst du was. Martina hat auch noch so viel Welt-Politik mit einfließen lassen die diese schwierige Situation mit dem Terror und den heutigen Glaubenskriegen noch genauer erklärt. Schon toll wie die aktuellen Ereignisse, die Martina hier eingefügt hat, sich in der Handlung widerspiegeln.


    Zitat von Karin

    So gibt es einen wunderbaren Einblick darin, was das Kreuz im Stande ist zu leisten. Mir gefällt schon die Vorstellung, dass so eine Reliquie nur arbeiten kann, wenn der Geist desjenigen der es hält mitmacht. Nachteil ist natürlich, dass auch die „Bösen“ in der Lage sind die Reliquie für sich zu nutzen.


    Offen gestanden beunruhigt mich diese Vorstellung etwas, das auch das Böse zugriff auf die Macht des Kreuzes hat.
    In meiner Vorstellung müsste eine echte göttliche Reliquie sofort zu Staub zerfallen, wenn sie mit dem Bösen in Kontakt kommt. Aber das ist eben nur meine ganz persönliche Vorstellung von der "göttlichen Macht".
    Da gibt es sicher viele Verschiedene Überlieferungen oder Bibelzitate die das Gegenteil erzählen.


    Zitat von Michell

    Ich freue mich schon weiter vorzudringen und zu erfahren, was in diesem Band die Mission für unsere Templer sein wird.


    Gute Frage! Ich vermute mal die Mission lautet das Geheimnis der Reliquie und des Time-Servers zu schützen. Der Templer Orden ist ja schon zerschlagen worden, aber die Werte sind ja bis heute erhalten geblieben. Nur WIE wurden diese Werte über die Jahrhunderte geschützt und weiter gegeben?


    Zitat von Buchregal123

    Im weiteren Verlauf geraten wir an die NSA. Dass ein ungutes Gefühl da ist, wenn man von denen hört, zeigt sich nun wieder als berechtigt. Mit dem Argument "der Präsident der USA will das so" wird der Quantenphysiker Tom in den zwangsweisen Ruhestand befördert, weil man ihm nicht recht traut. Falls er nicht spurt, wird er wohl nicht mehr lange leben.


    Klar ist es ein ungutes Gefühl von der NSA zu überwacht zu werden und von ihr zu hören.
    Aber das hat Tom gewusst als er seinen Arbeitsvertrag bei den Amis unterschrieben hat.
    Das er an einem streng geheimen Projekt teil nimmt und zur Verschwiegenheit verpflichtet ist. Außerdem wurde er - und auch Hannah, Gero, Mattes u.s.w. - schon in den anderen Büchern scharf bewacht.
    Tom weiß genau was da abgeht und er hat auch den Verstand, genau das, was für ihn das Richtige ist, zu erkennen!
    Aber ich fürchte er wird wieder den falschen Weg gehen! ::)

  • Zitat von Martina

    Nein liebe Annette :D das Kreuz wurde vorher noch nicht erwähnt. Und unsere Jungs wissen auch nichts davon (soviel kann ich schon ohne zu Spoilern verraten)


    Danke liebe Martina für die Aufklärung! :bussi:
    Nun bin ich beruhigt, ich hatte schon befürchtet das ich die ersten Lücken im Oberstübchen habe. :D


    Zitat von Martina

    Jaaaa Jürgen Holdorf liest göttlich - besser als je zuvor - ich bin auch schwer begeistert 8)


    Du, diesen Eindruck habe ich auch! Ich glaube Jürgen Holdorf steckt jetzt so gut in dieser Atmosphäre deiner Bücher drin, das er da ein ganz besonderes Gespür für die richtige Betonung entwickelt hat. :daumen:
    Bestimmt liebt er deine Templer-Bücher und die besonderen Szenen zwischen Hannah und Gero. ;)

  • Hallo Anette, schön dass du auch hier bist. Martina hat ja schon geantwortet. Ich hatte von dem Kreuz nämlich auch nichts gehört, aber bei dem Umfang der Bände, weiß man ja nie. Das Kreuz finde ich auch ein ziemliches Ding, vor allem die Anforderungen an den, der es benutzt. Wer kann schon von sich behaupten oder für sich beanspruchen "reinen Herzens" zu sein. Spannend.
    Michelle

    Lesen heißt durch fremde Hand träumen.<br />Fernando Pessoa


  • Hallo Anette, schön dass du auch hier bist. Martina hat ja schon geantwortet. Ich hatte von dem Kreuz nämlich auch nichts gehört, aber bei dem Umfang der Bände, weiß man ja nie. Das Kreuz finde ich auch ein ziemliches Ding, vor allem die Anforderungen an den, der es benutzt. Wer kann schon von sich behaupten oder für sich beanspruchen "reinen Herzens" zu sein. Spannend.


    Oh ja, das finde ich auch ganz schön herausfordernd. "Reinen Herzens" heißt doch dann auch, dass man nicht mal jemandem was Böses gewünscht oder böse gedacht hat, oder? :-\ :schwitzen:



    Was mich aber sofort wieder in den Bann gezogen hat, war diese furchtbare Gewalt und Grausamkeit der damaligen Zeit. Mein Gott was müssen die Kinder da durchgemacht haben, als ihre Mutter vor ihren Augen so grausam ertränkt wurde? Oder diese schreckliche Gewalt die Brain auf der Streckbank und im Kerker erlitten hat.
    Was für eine furchtbare Zeit war das damals. :schwitzen:


    Oh ja, dass quasi Folterungen an der Tagesordnung waren, finde ich auch immer wieder aufs Neue schrecklich... :o Und die Geschichte von der armen Frau, die vor den Augen ihrer Kinder ertränkt wird, fand ich auch ganz schreklich. Vor allem da sich auch niemand um die Kinder kümmert... Echt grausam!


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:


  • Hallo Anette, schön dass du auch hier bist. Martina hat ja schon geantwortet. Ich hatte von dem Kreuz nämlich auch nichts gehört, aber bei dem Umfang der Bände, weiß man ja nie. Das Kreuz finde ich auch ein ziemliches Ding, vor allem die Anforderungen an den, der es benutzt. Wer kann schon von sich behaupten oder für sich beanspruchen "reinen Herzens" zu sein. Spannend.
    Michelle


    Öhm, ich hätte jetzt gedacht, das Kreuz wurde schon mal erwähnt. Auf jeden Fall ist es eine interessante Reliquie


  • Ich habe heute gleich mit dem ersten Abschnitt gestartet und konnte dann kaum noch aufhören. An dieser Stelle muss ich leider gestehen, dass ich die Vorgängerbände noch nicht gelesen habe, mich aber sehr gut abgeholt fühle und das Gefühl habe, dass so viel von der Vorgeschichte eingebaut wird, dass ich sehr gut zurecht komme.


    Da bin ich ja froh das ich nicht die Einzigste bin, auch ich habe erst später gelesen das es davor noch Bände gab. Der Einstieg hier ist aber gut gelungen und sehr gut finde auch ich das es immer wieder Hinweise auf die Vorgeschichte gibt.

  • Nun bin auch ich endlich gestartet, sorry das es etwas länger gedauert hat, die Magengrippe hat leider unsere Familie für einige Tage lahmgelegt.


    Auch ich muss gestehen das ich erst später erfahren habe das es zu diesem Roman bereits Vorbände gibt, aber der Einstieg ist mir trotzdem gut gelungen, zumal ja immer wieder auf die Vorgeschichte eingegangen wird. Was ich mir allerdings gewünscht hätte wäre am Anfang ein Personenregister, damit ich weiß wer im Roman welche Rolle spielt.


    Auch findet man sich beim Einstieg sofort in Mitten des Geschehens. Nur was ich von Tom halten soll weiß ich noch nicht so recht und ich bin schon sehr gespannt wie sich seine Rolle im weiteren Verlauf entwickeln wird.

  • Zitat von Buchzauber

    Nur was ich von Tom halten soll weiß ich noch nicht so recht und ich bin schon sehr gespannt wie sich seine Rolle im weiteren Verlauf entwickeln wird.


    Da hast du direkt einen der interessantesten Charakter, den es in der Handlung gibt, angesprochen.
    Wenn du die Vorgeschichte - besonders "Das Rätsel der Templer" - kennen würdest, dann hättest du von ihm wahrscheinlich genau so eine schlechte Meinung, wie ich ! :D
    Aber Tom ist ein sehr facettenreicher Charakter und er hat sich in jedem weiteren Templer-Buch von einer anderen Charakter-Seite gezeigt. ::)
    Wie er sich in diesem Buch nun entwickelt....
    Keine Ahnung!!!
    Man ist nie vor Überraschungen sicher bei Martina. ;)


    Zitat von Michelle

    Wer kann schon von sich behaupten oder für sich beanspruchen "reinen Herzens" zu sein. Spannend.


    Da habe ich auch schon drüber nachgedacht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es wirklich einen Menschen ohne Fehl und Tadel im Herzen geben könnte.
    Nicht für umsonst gibt es dieses Asiatische Zeichen vom > Yin & Yang<


    Andersherum haben wir aber auch erfahren, das Sir Walter "negative" Gefühle hatte und so dem "Bösen" eine Chance gegeben hat, die Kraft des Kreuzes zu nutzen!


    Ich habe so das Gefühl, als ob uns dieses Kreuz und seine unheimliche Kraft, in diesem Buch als ständige "Denksport-Aufgabe" bis zum Schluss begleitet. :spinnen:


  • Ich finde die kleinen Rückblenden sehr schön mit eingebaut. Sie frischen jedenfalls mein Gedächtnis gut auf. Jetzt bin ich erst mal gespannt wie es weitergeht und welche Schwierigkeiten die Freunde zu bestehen haben.


    Ich kenne die Vorgängerbände nicht. Daher finde ich die Rückblenden auch sehr hilfreich.

  • Hallo ihr Lieben...


    also ich komm ja kaum noch nach - also


    1. wollte ich noch kurz bemerken, dass Tom ja nicht nur wegen Hannah in die Vergangeheit reist - sondern auch um herauszufinden, wie Tanner wieder in die Gegenwart zurückkommen konnte... (ist vielleicht untergegangen? ;D )


    Liebe Grüße
    Martina ;)

  • 2. poste ich hier zum besseren Verständnis mal einen Auszug aus "Das Rätsel der Templer" - ;) für all jene, die dieses Buch noch nicht gelesen haben... (die drei Pünktchen bedeuten, dass es da eine Lücke im Text gibt)


    Binsfeld/Eifel November 2004


    Hannah glaubte ihren Augen nicht zu trauen. Im Kofferraum lag eine zusammen gekrümmte männliche Gestalt, die in einen Mantel oder eine Decke eingewickelt war und sich nicht rührte. Im Halbdunkel kam ihr die Gesichtshaut des Mannes unnatürlich blass vor, was möglicherweise an seinem hellen, kurzen Bart lag. Erschrocken schnellte sie zu Tom herum und starrte ihn an.
    „Was hast du getan?“, schrie sie Tom an. Nach was sah es aus? Unfall mit Fahrerflucht? Nur, dass der Flüchtige sein Opfer nicht liegen gelassen, sondern kurzerhand in den Kofferraum gepackt hatte. Oder - vielleicht hatte Tom jemanden umgebracht, und jetzt wollte er die Leiche hinter ihrem Haus verscharren. Ein paar Mohrrüben drüber pflanzen, fertig – und niemand würde je dahinter kommen, welches schauerliche Verbrechen sich hinter dieser idyllischen Fassade verbarg.
    Sie rang nach Atem, während Tom offenbar nach einer Erklärung suchte.
    „Ich weiß nicht, wie ich es dir erklären soll, aber es ist bestimmt nicht das, was du denkst!“

    Voller Verwirrung blickte sie von Tom zu dem offenbar Bewusstlosen. Der stärker gewordene Regen prasselte erbarmungslos auf sie herab.
    „Was?“ schrie sie hysterisch und befreite sich dabei mit einem Ruck aus seinem Griff. „Du spinnst wohl, auf keinen Fall in mein Haus - ruf gefälligst einen Krankenwagen und am besten noch die Polizei!“
    Sie drehte sich auf den Absatz um und schickte sich an, ins Haus zu laufen, jedoch er griff nach ihrem Oberarm und hielt ihn umklammert wie ein Schraubstock.
    „Keine Polizei und keinen Arzt“, stieß er hervor. „Abgesehen davon, dass ich ziemlich sicher bin, dass dieser Typ hier keine Krankenversicherungskarte hat.“

    Irgendwie schafften sie es, den Mann durch das unbeleuchtete Erdgeschoss hindurch in Hannahs Schlafzimmer zu befördern, während nur der schwache Lichtschein der Autoscheinwerfer, die über den Flur ins Haus drangen, für ein wenig Helligkeit sorgte. Mit einem Ruck verfrachteten sie den bewusstlosen Mann auf das schmiedeeiserne, französische Bett, das unter seinem Gewicht leicht schwankte.
    Tom ging in die Hocke, um einen Augenblick zu verschnaufen, dabei wischte er sich mit dem Hemdsärmel den Regen aus den Augen. Hannah lief derweil ins Wohnzimmer, um ein paar brennende Kerzenleuchtern zu holen, die sie überall aufstellen konnte.
    Nachdem sie die Kerzen so verteilt hatte, dass das Schlafzimmer einigermaßen gut ausgeleuchtet war, wandte sie sich wieder dem Verletzten zu. Vergeblich versuchte sie, das Alter des Mannes zu schätzen. Vielleicht war er Anfang dreißig, so wie sie selbst. Vielleicht aber auch älter.

    Rasch zog sie ein Frotteehandtuch aus einer Kommodenschublade und legte es dem Verletzten unbeholfen um seinen Arm. Er schien es nicht zu bemerken. Erst jetzt nahm sie die Kleidung des Mannes wahr. Er trug ein feingliederiges Kettenhemd, dessen Ärmel ihm bis zu den Handgelenken reichten. Seine auffällig großen Hände steckten in dunklen, ledernen Fingerhandschuhen, deren Oberseite mit zahlreichen Metallplättchen versehen war. Über dem Kettenhemd befand sich ein ärmelloser, langer Überwurf, der bis zu den Oberschenkeln reichte. Auf der Brust prangte ein mittelgroßes, rotes Kreuz. Darüber trug er ein ziemlich verschmutztes, ehemals sicher weißes Cape, das am Hals mit einer Metallschließe versehen war. An der linken Seite war auf Schulterhöhe des Überwurfes ebenfalls ein handtellergroßes, rotes Kreuz angebracht. Es hatte wie das Kreuz auf der Brust eine besondere Form. Von der Mitte aus zu den Enden wurden die Kreuzbalken breiter. Das Zeichen kam Hannah bekannt vor. Vage erinnerte sie sich, dass sie so etwas bereits auf Bildern von Kreuzrittern gesehen hatte. Um die Taille trug der Bewusstlose einen breiten, ledernen Gürtel, an dem sich drei verschieden große Messer befanden, wobei das größte gut vierzig Zentimeter lang war und wie die übrigen in einer kunstvoll mit Nieten besetzten Lederscheide steckte. Die eng anliegende, dunkle Lederhose des Mannes hatte einige abgewetzte Stellen und war hier und da mit dunklen Flecken behaftet. Seine groben Lederstiefel endeten unterhalb seiner Knie mit einem breiten Umschlag, der sich allem Anschein nach bis zum Oberschenkel aufkrempeln ließ. Mit neugierigem Interesse begutachtete Hannah die metallischen Beschläge der Sohlen. Sie konnte sich nicht erinnern, so etwas schon einmal gesehen zu haben.
    Obwohl der Mann dieses seltsame Kostüm trug, sah er auf den ersten Blick nicht wie ein Spinner aus. Die geschwungenen Brauen und die lange gerade Nase verliehen seinem Gesicht einen energischen Ausdruck, der sich in seinem kantigen Kiefer fortsetzte, der von einem kurzgeschorenen hellblonden Bart bedeckt war. Ein interessanter Gegensatz zu seinem nicht minder kurz geschnittenen, sandfarbenen Haupthaar. Auf einmal entdeckte Hannah einen knapp fünf Zentimeter langen Riss in Scheitelhöhe. Blut sickerte aus der Wunde und lief in einem dünnen Rinnsaal am Hals herunter.


    ...


    Hannahs Neugierde wuchs merklich. Konzentriert hörte sie zu.
    „Heute Nachmittag hat es einen Unfall gegeben. Deshalb ist wohl auch der Strom ausgefallen. Das Ergebnis dieses Unfalls liegt unter anderem dort hinten in deinem Schlafzimmer. Die beiden kommen höchstwahrscheinlich aus dem beginnenden vierzehnten Jahrhundert. Unsere letzten Untersuchungen richteten sich in diese Zeit. Mein Kollege Paul und ich haben sie nach der Explosion auf dem Forschungsareal gefunden. Niemand sonst hat dort Zutritt. Das bedeutet, die beiden können unmöglich von außen in die Anlage gekommen sein. Direkt vor dem Unfall habe ich etwas auf den Computerbildschirmen der Anlage ausmachen können, aber ich dachte nicht, dass es Menschen seien.“ Er senkte den Kopf und fuhr flüsternd fort, so dass Hannah Mühe hatte, seine letzen Worte zu verstehen. „Hannah, der Typ auf deinem Bett und sein kleiner Begleiter sind durch die Zeit gereist, mindestens siebenhundert Jahre! Eigentlich sollten sie nicht hier sein, aber irgendwie ist es doch passiert. Möglicherweise sind die beiden die Ursache, warum um uns herum alles explodiert ist.“
    Sie wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Ein Zucken ihrer Mundwinkel schien ihn zu alarmieren, und er stieß sie von sich. In der Dunkelheit wirkten seine braunen Augen wie zwei schwarze, glänzende Knöpfe.
    „Hannah, du musst mir glauben. Das hier ist kein Scherz. Mein luxemburgischer Kollege, Paul Colbach, und ich haben uns entschlossen, die beiden erst mal zu verstecken. Unser Institutsleiter, Professor Hagen, würde sie zu einem Dasein als lebenslängliche Versuchskaninchen verurteilen, wenn er sie fände. Irgendwie muss es uns gelingen sie dahin zurückzubringen, wo sie hergekommen sind. Aber bis das möglich ist, dürfen sie weder meinem Chef noch den amerikanischen Militärs in die Hände fallen. Außer Paul, mir und dir weiß niemand etwas von der Existenz der beiden.“ Er holte tief Luft, bevor er weiter sprach, und es war, als suche er nach weiteren Argumenten, um Hannah von dem Unfassbaren zu überzeugen.
    „Stell dir vor, es würde publik werden, dass es sie gibt. Die Presse wäre noch das geringste Übel. So eine Story glaubt so schnell keiner, aber Geheimdienste, Militär, der Vatikan und irgendwelche andere dunklen Mächte würden versuchen, an sie heranzukommen.“ Tom sah Hannah wieder mit diesem flehenden Dackelblick an, den sie allzu gut kannte und auf den sie schon des Öfteren hereingefallen war.
    „Und das alles soll ich dir so einfach glauben?“ Misstrauisch sah sie ihn an.
    „Einstweilen“, flüsterte er und sah sie bedeutungsvoll an. Er hob die Hand, als wollte er ihr eine verirrte, dunkelrote Locke aus dem Gesicht streichen, doch dann überlegte er es sich anders und ließ seine Hand wieder sinken. „Du bist die einzige, die mir als Beistand in dieser Sache eingefallen ist. Weil ich weiß, dass ich dir vertrauen kann.“
    „Und praktischerweise wohne ich sozusagen um die Ecke“, erwiderte sie leicht sarkastisch.
    „Hannah“, fing er noch einmal händeringend an, „es tut mir alles so leid, mit uns und überhaupt.“
    „Tom, es geht hier nicht um uns. Versprich mir nur, dass ich mich keines Verbrechens schuldig mache bei dem, was ich hier tue.“
    „Ich verspreche es“, erwiderte er treuherzig. „Es sei denn, du wertest reine Hilfsbereitschaft als Verbrechen.“



    „Du wirst mir helfen müssen“, sagte Tom.
    Hannah stieß einen Seufzer aus. Also wurde ihr die Ehre zu Teil einen bewusstlosen Ritter aus dem 13. oder 14. Jahrhundert auf ihrem Bett zu entkleiden und ihm den Schlafanzug ihres Vaters zu verpassen.
    Als Tom die Lederscheide mit dem etwa vierzig Zentimeter langen Dolch zu fassen bekam, pfiff er leise durch die Zähne. Er zog den Gürtel unter dem schweren Körper mit einigem Kraftaufwand hervor und legte ihn auf den Boden. Vorsichtig löste er eine Ledermanschette und nahm den Respekt einflößenden Dolch in die Hand. Hannah schrak zurück, als Tom ihr die gut fünf Zentimeter breite Klinge entgegen hielt, die an ihrem Ende spitz zulief.
    „Schönes Brotmesser“, scherzte er und fuhr mit dem Finger die dunkle, metallische Schneide entlang. „Autsch!“, rief er und zuckte zurück. Reflexartig steckte er sich den Zeigefinger in den Mund und saugte daran.
    „Das hast du jetzt davon“, tadelte ihn Hannah. „Leg das Ding weg! Für solche Spielchen haben wir keine Zeit!“

    Nachdem Tom ihm das blutige und zerfetzte Leinenunterhemd über die Brust hochgeschoben hatte, um es über den Kopf ausziehen zu können, kam überraschend eine lederne Brusttasche zum Vorschein, die der Mann an einer dicken Lederschnur befestigt um den Hals trug. Tom reichte die Tasche mit einiger Vorsicht an Hannah weiter, die ebenso sprachlos wie er auf den entblößten Oberkörper des Mannes starrte.
    Auf seiner muskulösen, fast haarlosen Brust lag ein schlichtes, silbernes Kreuz, das er an einem dünnen Lederband befestigt um den Hals trug. Bei näherer Betrachtung glich es der Form nach dem Kreuz, das seinen Mantel schmückte. Aus Gründen, die ihr selbst nicht klar waren, wagte Hannah es nicht, dem Bewusstlosen dieses eindeutige Zeugnis seines Glaubens abzunehmen.
    Tom räusperte sich. “Das ist wohl nicht der erste Unfall, der dem Typen widerfahren ist“, sinnierte er und betrachtete eine etwa zwei Zentimeter breite und gut fünfzehn Zentimeter lange, gezackte Narbe auf der rechten Schulter des Mannes. Eine weitere, ungefähr dreißig Zentimeter lange Narbe, bei der der man noch gut erkennen konnte, das sie kunstvoll vernäht worden war, erstreckte sich von der rechten Leiste bis über den rechten Rippenbogen.
    „Das könnte von den herabfallenden Scherben herrühren“, überlegte Tom laut und beäugte die frische Wunde auf Höhe des gut ausgeprägten, linken Bizepses. „Mich wundert, dass die beiden bei der Explosion keine Verbrennungen abbekommen haben.“ Tom wickelte das von Hannah bereitgelegte Verbandmaterial fest um den verletzten Arm des Mannes und machte sich daran, ihm die Hose zu öffnen.
    „Die Hose kannst du ihm vielleicht anlassen?“ Hannah, die keinen Bedarf an weiteren Überraschungen hatte, sah Tom mit einer Mischung aus Zweifel und Unsicherheit an.
    Er nickte und sagte: „In Ordnung, aber die Stiefel will ich ihm noch ausziehen.“ Sein Blick fiel auf die Ledertasche, die Hannah immer noch an ihre Brust gepresst hielt. Auffordernd sah er sie an. „Du kannst ja mal nachschauen“, meinte er ironisch. „Vielleicht sind da ja sein Reisepass und der Führerschein drin.“
    Vorsichtig versuchte Hannah die Lederschnur zu lösen. Dazu legte sie die Tasche auf der Kommode ab, damit der Inhalt nicht heraus fallen konnte, wenn sich der Verschluss plötzlich öffnete. Die Tasche roch intensiv nach Ziegenleder. Behutsam entnahm Hannah ein kleines, in Leder gebundenes Buch mit einer abgegriffenen goldenen Inschrift. Dann folgte eine zusammengerollte Seite aus beigefarbenem Pergament, das mit einer roten Schnur umwickelt war. In der Tiefe des Beutels klimperte etwas. Neugierig fischte sie nach einem weichen Ledersäckchen, das mit Münzen gefüllt war. Zudem kam ein großer, in Samt eingeschlagener Silberring zum Vorschein.
    „Das ist ja die reinste Wundertüte“, bemerkte sie aufgeregt und drehte den Ring im Kerzenlicht hin und her.
    Tom, der mittlerweile aufgestanden war und nun neben ihr stand, nahm ihr den Ring vorsichtig ab und betrachtete ihn eingehend. „Sieh mal“, bemerkte er staunend. „Hier ist ein Wappen eingraviert.“
    Sie schob Toms Hand mit dem Ring noch näher an den Leuchter und begutachtete die Oberfläche des Schmuckstücks mit zusammengekniffenen Augen. Das Wappen war in zwei Hälften unterteilt. In der oberen Hälfte waren drei in sich verschlungenen Buchstaben zu erkennen. Ein großes „G“ und ein großes „B“, verbunden durch ein kleines „v“. In der anderen Hälfte waren mehrere geschlängelte Linien, die wohl einen Fluss oder einen Bach darstellen sollten, darüber prangten eine paar verschnörkelte Rundungen.
    Hannah schaute mit einem prüfenden Blick zu dem Jungen hin. Es saß am Boden und rührte sich nicht. Ab und an warf er ihr einen verstohlenen Blick zu, ohne jedoch in einen weiteren Protest zu verfallen.
    Während Tom noch staunte, öffnete sie den Lederbeutel mit den Münzen und entnahm ein silbernes Geldstück.
    „Weißt du, was das ist?“, flüsterte sie andächtig.
    Tom schüttelte ratlos den Kopf.
    „Es ist ein Trierer Turnusgroschen. Als mein Vater noch lebte, hat er mir des Öfteren seine Münzsammlung gezeigt.“ Hannah hielt das funkelnde Silberstück näher zum Kerzenlicht hin. „Diese hier gab es zum Beispiel nur ganz kurz zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts.“
    Sie legte die Münze beiseite und nahm eine weitere in die Hand, die sie ebenso eingehend betrachtet.
    „Und das hier“, dozierte sie weiter, “ ist ein Französische Turnose aus der Zeit Philipps IV. von Frankreich.“
    „Beeil dich“, mahnte Tom unbeeindruckt und mit einem Seitenblick auf die Uhr. „Werf mal einen Blick in das Buch, vielleicht können wir noch vor Eintreffen deiner Freundin herausfinden, was für ein Kerl da in deinem Bett liegt.“ .
    Gemeinsam mit Tom blätterte sie das kleine Buch durch. Ihre Hände strichen sachte im Schein des fünfarmigen Kerzenleuchters über die dicht beschriebenen Seiten. Filigran gezeichnete Wappen wechselten mit sauber verfassten Randbemerkungen. Die Schrift war zwar klein, aber überraschend gut leserlich und ausschließlich in Latein geschrieben. Zwischen Buchdeckel und letzter Seite befand sich ein zusammengefaltetes Stück Pergament. Hannah klappte es auseinander und legte es auf die Kommode.
    „Kannst du das lesen?“, fragte Tom unsicher, der sich an den Fund altägyptischer Schriften erinnert fühlte.
    „Ich kann es versuchen“, erwiderte sie, und wie zur Entschuldigung fügte sie hinzu: „Meine letzte Lateinstunde liegt eine Weile zurück.“
    Zwei Wortkombinationen tauchten mehrmals auf, darunter der Name „Gerard de Breydenbache“, das andere war „Ordo Militie Templi Hierosolimitanis“. Dann gab es noch mehrere Daten in römischen Zahlen. Ein Datum stand in direkter Kombination zum Namen des Mannes. Vermutlich handelte es sich um sein Geburtsdatum.
    „Soweit ich das entziffern kann, ist er geboren am Hochfest der Verkündigung des Herrn an Maria im Jahre nach der Fleischwerdung des Herrn 1280.“
    „Sag bloß, du weißt, welcher Tag das sein soll?“ Tom blickte fragend auf.
    „Hier geht es noch weiter“, sagte sie, ohne auf seine Frage einzugehen. Im zwielichtigen Kerzenschein folgte ihr Finger langsam der geschwungenen, sauberen Linie. Am unteren Ende des Schreibens war neben einem Ortsnamen ein weiteres Datum vermerkt - „Datum Nicosie anno incarnationis Redemptoris nostri millesimo tricentesimo primo, festo Joannis baptistae”, las Hannah vor.
    “Und was hat das zu bedeuten?“
    „Das bedeutet …“, Hannah fuhr sich mit ihrer Zungenspitze konzentriert über die Lippen, “… gegeben in Nicosia im Jahr der Menschwerdung unseres Erlösers 1301, am Fest Johannes des Täufers … und hier ist noch eine Unterschrift …“ Wie hypnotisiert verfolgte ihr Blick die geschwungene Schrift. „… Bartholomäus de Chinsi, steht da …“
    Dicht daneben befand sich ein Siegelabdruck mit zwei Reitern auf einem Pferd und einem Kreuz, ähnlich dem auf dem Mantel.
    „Nicosia“, sagte Tom und sah fragend auf. „Das liegt auf Zypern. Wie kommt so einer nach Zypern?“
    „Wenn das alles zutrifft, was hier steht, wäre er den Papieren nach ein Tempelritter“, flüsterte Hannah und drehte sich fasziniert zu dem Bewusstlosen um. :P


    :winken:
    Martina