1. Abschnitt: bis Seite 76, Ende Kapitel 13

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  • Hallo liebe Katja Bohnet,
    liebe MitleserInnen,


    hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Messertanz" und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders die Autorin Katja Bohnet - schön, dass Du unsere Runde begleitest!


    Ihr dürft die Autorin duzen!


    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden und auch die neuen Ausführungen zur Netikette durch.


    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.
    Auch ist es nicht nötig, den Inhalt nachzuerzählen, wir lesen ja alle das gleiche Buch ;)


    Wenn Ihr erst ein paar Tage später in die Leserunde einsteigen könnt, gebt bitte hier oder per PN an den Moderator kurz Bescheid.


    Es wäre schön, wenn Ihr darauf achtet, nicht zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte!


    Viel Spaß uns allen beim Lesen und Diskutieren! :winken:


    Hier könnt Ihr zum Inhalt bis Seite 76 schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • So, dann mache ich mal den Anfang.


    Im ersten Abschnitt werden wir mit verschiedenen Handlungssträngen konfrontiert, aber Viktor Saizew und seine Kollegin Partnerin Rosa Lopez sind hier die Hauptfiguren, die am Ende wohl die verschiedenen Handlungsstränge zusammenführen werden.
    Auch was die Zeitebenen anbelangt, macht die Autorin ab und zu einen Sprung in die Vergangenheit, und der Leser erfährt, dass Viktor beispielsweise eine bewegte Vergangenheit hatte und wie er in Deutschland gelandet ist. Seine Gromutter, die er Babuschka nennt (das war mein Lieblingswort im Russischunterricht, auch wenn ich heute überhaupt kein Wort mehr in dieser Sprache sprechen kann, geschweige denn verstehe).


    Auch Lopez scheint so ihre Probleme zu haben, aber sie und Viktor scheinen sich gut zu ergänzen.


    Ich mag diese Ermittler mit ihren Ecken und Kanten. Ich mag diese ruppigen Einzelgänger wie Viktor und seine Partnerin lieber, als irgendwein Musterpolizist, dem das Glück, beruflich und privat vor die Füße fällt. Je runtergekommener umso besser gefallen sie mir, zumindest im Krimi oder Thriller.


    Dieser Lew Petrow scheint der Gegenspieler zu sein, mit dem ich kein Geschäft abschließen möchte, der ist mir gar nicht geheuer. Seinen richtigen Namen haben wir bisher nicht erfahren, aber bisher scheint er auch keine Rolle zu spielen, also sein richtiger Name.


    Was ist nur zwischen Tonja Kusmin und ihrer Mutter vorgefallen, dass sie nicht zum Tatort aufbricht, sondern es vorzieht, ihren Auftritt nicht zu verpassen, da muss ja einiges im Argen liegen. Aber zumindest weiß ich gegen Ende des Abschnitts, dass es Tonja war, die den Typen, der vor dem Club niedergestochen wurde, zu Hilfe gekommen ist.
    Doch wer war das Opfer und warum wurde er niedergestochen?

    Und wofür braucht dieser Petrow diese Diana? Als Lockvogel?


    Diese Tatjana ist mir von Anfang an unsympathisch, der Luxus hat ihr ja richtig den Verstand vernebelt, hält ihre Mutter nicht für präsentabel genug, für ihre Luxus-Kreise.
    Mit dieser Legitimation ihrer Beziehung ist doch sicher ein Kind gemeint, und wenn ich es richtig verstanden habe, wollen sie eins adoptieren.
    Erledigt das vielleicht dieser Petrow? Deshalb auch die Szene auf dem Spielplatz?


    Ich bin gespannt, wie die sich bereits im ersten Abschnitt ergebenen Fragen gelöst werden.


    also hier wurden einige Fragen aufgeworfen, ich bin gespannt

  • Guten Morgen liebe Mitleser! :winken:


    Da ich am Wochenende Besuch hatte, konnte ich bisher nur bis Seite 36 lesen.


    Ich frage mich die ganze Zeit, ob und wie die Szene mit dem Autounfall in die Geschichte hineinpasst. Ich bin sehr gespannt, habe schon viel darüber nachgedacht, es aber noch nicht einordnen können. Vielleicht kommt die Erleuchtung noch.


    Was mir sofort an dem Buch aufgefallen ist: Die Sätze sind kurz gehalten. Dadurch hat man beim Lesen das Gefühl, dass man schneller vorankommt. Man liest eindeutig flüssiger als bei vielen langen Sätzen hintereinander.


    Gespannt bin ich außerdem auf die Geschichte vom verschwundenen Sohn Luis der Ermittlerin Lopez. 8 Jahre ist der Sohn nun schon verschwunden und es scheint sie immer noch sehr zu quälen.


    Ich wünsche euch einen angenehmen Wochenstart!

    Ein Raum ohne Buch ist wie ein Körper ohne Seele!

  • Guten Morgen!


    Ich bin jetzt auf Seite 62 und mir gefällt das Buch sehr gut!


    Die Kurzen Sätze gefallen mir auch sehr gut, und auch Super finde ich das die Kapitel nicht so lang sind!


    Aber den Autounfall kann ich auch noch nicht so richtig zuordnen!


    Auch was Foma Lassarev mit allem zu tun hat weiß ich noch nicht! Wird er überleben?


    Und das verhalten der Tochter von Alla Kusmin ist sehr komisch! was da wohl alles vorgefallen ist?
    Ich bin schon sehr gespannt wei es weiterr geht!

  • Mir ist übrigens aufgefallen, dass das Buch bis jetzt eine düstere Grundstimmung hat. Als Lopez erklärt, dass sie schwanger ist, kann man sich irgendwie nicht freuen, einfach weil sie sich selbst nicht freut. Ich verstehe leider nicht, warum dies so ist, vermute aber, dass es etwas mit ihrem vor 8 Jahren verschwundenen Sohn zu tun haben könnte.


    Des Weiteren fand ich es im Gegensatz zu anderen Krimisbzw. Thrillern anfangs etwas komisch, dass die Szene am Tatort 1. Sehr kurz war und 2. Nichts davon erwähnt worden ist, dass dort auch die spurensicherung ihre Arbeit macht. Es kam für mich so rüber als wären die beiden Ermittler ganz allein am Tatort sind. War für mich etwas gewöhnungsbedürftig, weil ich es so nicht kenne. Aber für Neues bin ich gerne offen.


    Bisher finde ich die vielen verschiedenen Handlungsstränge noch sehr verwirrend und brauche meist ein paar Minuten mehr als sonst, um mich in einen neuen Abschnitt einzulesen.

    Ein Raum ohne Buch ist wie ein Körper ohne Seele!


  • Mir ist übrigens aufgefallen, dass das Buch bis jetzt eine düstere Grundstimmung hat. Als Lopez erklärt, dass sie schwanger ist, kann man sich irgendwie nicht freuen, einfach weil sie sich selbst nicht freut. Ich verstehe leider nicht, warum dies so ist, vermute aber, dass es etwas mit ihrem vor 8 Jahren verschwundenen Sohn zu tun haben könnte.


    Gut möglich, ja, so richtig Freude kam bei mir auch nicht auf, nach dieser Nachricht.


    Zitat


    Des Weiteren fand ich es im Gegensatz zu anderen Krimisbzw. Thrillern anfangs etwas komisch, dass die Szene am Tatort 1. Sehr kurz war und 2. Nichts davon erwähnt worden ist, dass dort auch die spurensicherung ihre Arbeit macht. Es kam für mich so rüber als wären die beiden Ermittler ganz allein am Tatort sind. War für mich etwas gewöhnungsbedürftig, weil ich es so nicht kenne. Aber für Neues bin ich gerne offen.


    Ja, stimmt, meistens dauert dieser Einstieg in der Regel etwas länger, die Spurensicherer erklären etwas zum Tatort und stellen Vermutungen was passiert sein könnte oder wie der Täter einzuordnen ist und so weiter, aber fehlt das völlig. Hm, wahrscheinlich wollte Katja den Fokus ohne Umschweife auf die beiden Ermittler setzen, wer weiß.


    Zitat


    Bisher finde ich die vielen verschiedenen Handlungsstränge noch sehr verwirrend und brauche meist ein paar Minuten mehr als sonst, um mich in einen neuen Abschnitt einzulesen.


    Das geht mir am Anfang auch immer so, da man als Leser die einzelnen Handlungsstränge einzuordnen weiß, aber ich denke, das wird sich bald auflösen, wenn uns Katja nicht mit einem Cliffhanger "ärgert" ;)

  • Hi,


    ich muss gestehen, ich bin (noch) total verwirrt.


    Wir haben viele verschiedene Handlungsstränge, die irgendwann zu einem zusammenlaufen werden. Aber wer da mit wem und wie und warum ... das erschließt sich mir noch nicht.


    Zitat

    Mir ist übrigens aufgefallen, dass das Buch bis jetzt eine düstere Grundstimmung hat.


    Ja, das stimmt. Alles was wir bisher erfahren haben, auch von den Charakteren, hat mit Leid und Tod und Armut zu tun.


    Viktor Saizew ist also mit seiner Kollegin Rosa Lopez unterwegs, obwohl er zur Zeit vom Dienst freigestellt ist wegen seiner Anfälle.
    Ich hab nicht so ganz verstanden - hat die Lopez zu einem früheren Zeitpunkt auf ihn geschossen?


    Seit der Beschreibung von Viktors Werdegang frage ich mich, wie man mit einem solchen Lebenslauf in Deutschland zur Polizei kommen kann.


    Viktors Großmutter tut mir irgendwie leid. Ihre Aussage, dass ein Verkehrsunfall ein Highlight in ihrem derzeitigen Leben wäre, fand ich traurig.


    Die Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart verwirren mich momentan noch. Ich hoffe, dass sich das bessert.



    Was ist nur zwischen Tonja Kusmin und ihrer Mutter vorgefallen, dass sie nicht zum Tatort aufbricht, sondern es vorzieht, ihren Auftritt nicht zu verpassen, da muss ja einiges im Argen liegen.


    Die Aussage, dass sie ihr Leben zerstört hat, lässt ahnen, dass da einiges vorgefallen sein muss. Auch die Tatsache, dass sie das Bild ihrer toten Mutter so regungslos anschaut und die Ruhe in Person ist. Der Tod der Mutter lässt einen doch normalerweise nicht ganz so kalt.


    Zitat

    Aber zumindest weiß ich gegen Ende des Abschnitts, dass es Tonja war, die den Typen, der vor dem Club niedergestochen wurde, zu Hilfe gekommen ist.


    Die tote Mutter und der niedergestochene Typ ....... das hat sicherlich miteinander zu tun. Aber wer ist es und warum wird er niedergestochen. Wurde er gezielt dort niedergestochen, dass Tonja ihn findet? Also war der Tatort bewusst ausgesucht?


    Bei Diana bin ich auch nicht so ganz sicher. Sie sitzt auf dem Spielplatz, die 2 Jungs fangen an sich zu balgen, einer gibt ihr ein Zeichen und sie steht auf und geht - und dann fehlt 1 Kind. Ist das heute oder war das ein Rückblick auf vor 8 Jahren die Entführung von Rosas Kind? "Damit hatte alles angefangen, vor acht Jahren"


    Die Frauen im Prolog, da bin ich mir fast sicher, dass es sich um Tonja und ihre Mutter handelt.
    Ich weiß nicht wieso, aber die Aussage "Die Frau, die sie hasste, liebte, die sie brauchte, aber nicht wollte, die immer anwesend, aber nie für sie da war." - ich tippe auf Tonja und ihre Mutter.


    Zitat von chrissie007

    Des Weiteren fand ich es im Gegensatz zu anderen Krimisbzw. Thrillern anfangs etwas komisch, dass die Szene am Tatort 1. Sehr kurz war und 2. Nichts davon erwähnt worden ist, dass dort auch die spurensicherung ihre Arbeit macht. Es kam für mich so rüber als wären die beiden Ermittler ganz allein am Tatort sind. War für mich etwas gewöhnungsbedürftig, weil ich es so nicht kenne. Aber für Neues bin ich gerne offen.


    Ich finde generell, dass wir im ersten Leseabschnitt mehr über die Menschen erfahren haben die die verschiedenen Handlungsstränge bedienen, aber nur sehr wenig über den Mord - in Punkto Ermittlungsarbeit der Polizei.


    Zitat

    Ich bin gespannt, wie die sich bereits im ersten Abschnitt ergebenen Fragen gelöst werden.


    Ja, das bin ich auch.

  • Die düstere grundstimmung ist mir auch aufgefallen! Sehr traurig das Rosa Lopez so traurig über ihre Schwangerschaft ist! Das hat bestimmt etwas mit dem verschwinden ihres Sohnes zu tun?!


    Das so garnichts über den Tatort, oder das drum herum um den Mord zu lesen ist hat mich auch verwirrt, denn das hatte ich noch nie!


    Mich wundert das Viktor Saizew trotz seiner anfälle mit Rosa Lopez unterwegs ist. Und das er mitten in der Nacht zu Tonia Kusmin fährt! Merkt denn keiner das er ermittelt, oder ist das seinen Vorgesetzten egal? Auch wie er mit seiner Vorgeschichte zur Polizei gekommen ist wundert mich! Hat er iegendwie geschafft seinen Lebenslauf zu ändern?!


    Ich denke das Tonia den verletzten Foma Lassarev finden sollte. Ist ja schon ein bisschen komisch das Foma gleich 3 mal den gleichen Flyer im Briefkasten hatte! Er sollet wohl neugierig gemacht werden, in der Hoffunung auch hin zu gehen?


    Ich bin gespannt was uns im nächsten Abschnitt erwartet!


  • Viktor Saizew ist also mit seiner Kollegin Rosa Lopez unterwegs, obwohl er zur Zeit vom Dienst freigestellt ist wegen seiner Anfälle.
    Ich hab nicht so ganz verstanden - hat die Lopez zu einem früheren Zeitpunkt auf ihn geschossen?



    Es scheint ja einen Vorgesetzten zu geben, aber den kümmert das wohl nicht bzw. ist es wohl das Motto: "Was der Chef nicht weiß, macht ihn nicht heiß" In anderen Krimis und Thrillern ist es ja eher so, dass Ermittler ihren Vorgesetzten immer berichten müssen, wie der Stand der Ermittlungen ist, dies scheint hier erst einmal nicht der Fall zu sein, mag ja sein, dass das später im Buch noch kommt.



    Was hat eigentlich der Foma Lassarev mit der ganzen Sache zu tun?


    Es stellen sich auf jeden Fall viele Fragen, auf die es hoffentlich bald eine Antwort geben wird.

    Ein Raum ohne Buch ist wie ein Körper ohne Seele!


  • Die tote Mutter und der niedergestochene Typ ....... das hat sicherlich miteinander zu tun. Aber wer ist es und warum wird er niedergestochen. Wurde er gezielt dort niedergestochen, dass Tonja ihn findet? Also war der Tatort bewusst ausgesucht?


    Ich denke auch, dass die beiden Vorfälle etwas miteinander zu tun haben. Was wenn Tonja den Typ niedergestochen hat? Obwohl ich das grad auch nicht begründen könnte.


    Zitat


    Bei Diana bin ich auch nicht so ganz sicher. Sie sitzt auf dem Spielplatz, die 2 Jungs fangen an sich zu balgen, einer gibt ihr ein Zeichen und sie steht auf und geht - und dann fehlt 1 Kind. Ist das heute oder war das ein Rückblick auf vor 8 Jahren die Entführung von Rosas Kind? "Damit hatte alles angefangen, vor acht Jahren"


    Ich dachte, dass es wieder ein Rückblick war, aber vielleicht erfahren wir dazu später mehr.


    Zitat


    Die Frauen im Prolog, da bin ich mir fast sicher, dass es sich um Tonja und ihre Mutter handelt.
    Ich weiß nicht wieso, aber die Aussage "Die Frau, die sie hasste, liebte, die sie brauchte, aber nicht wollte, die immer anwesend, aber nie für sie da war." - ich tippe auf Tonja und ihre Mutter.


    Das ist gut möglich, es würde zumindest nur auf Tonja und ihre Mutter passen, bis jetzt.


    [/quote]

  • Um ganz ehrlich zu sein, bin ich noch ein wenig verwirrt. Es werden sehr viele Handlungsstränge begonnen, viele Personen eingeführt und ständig abgewechselt - ich brauch noch ein wenig, um hier reinzukommen, aber ich merke, wie es Seite für Seite besser wird.


    Das Ermittlerteam - Rosa Lopez und Viktor Saizew - ist ja, abgesehen vom Mordfall, dem bisher noch wenig Beachtung geschenkt wird - mit vielen Problemen belastet. Viktor mit seiner Krankheit, Rosa mit ihrer Vergangenheit und der jetzigen Schwangerschaft. Warum ihr die Schwangerschaft so viel ausmacht, kann ich nicht sagen, aber vielleicht hat es ja etwas mit ihrem verschwundenen Kind zu tun? Und ich hab das schon richtig verstanden, das im anderen Handlungsstrang die Frau auf der Parkbank, Diana, und der Russe, Lew Petrow, Kinder entführen und reichen Familien verkaufen - war das dann Rosas Sohn in dem einen Kapitel? Es scheint fast so. Das heißt dann aber, dass wir Handlungsstränge zu unterschiedlichen Zeiten haben? Oder war das nur ein Rückblick? Hat Alla Kusmin etwas damit zu tun und gerät jetzt Rosa auf die Spur der Entführer ihres Sohnes? Nach acht langen Jahren?


    Jedenfalls kommt es mir ein wenig so vor, als hätten die beiden Ermittler so schon genug zu tun und müssen sich jetzt noch um eine Leiche kümmern. Alla Kusmin, deren Tochter Tonja sich nicht ein Stück für ihren Mord interessiert. Nun ja, Familien leben sich auseinander, das kommt vor. Aber ein wenig mehr Gefühlsregung hätte ich schon erwartet, wenn man ihr mitteilt, dass ihre Mutter ermordet wurde, auch wenn sie sich nicht mehr sehen oder mögen. Das Tonja ihren Auftritt nicht gleich sausen lässt, wenn sie die Nachricht eh kalt lässt, kann ich verstehen. Seltsam ist die Geschichte mit dem Konzertbesucher. Dieser wird ja anscheinend fast schon mystisch (oder eher paranoid eingebildet?) zum Konzert geleitet und danach überfallen und hat eine Messerwunde. Und gerade Tonja findet ihn und holt einen Krankenwagen. So viele Zufälle kann es doch gar nicht geben oder? Das muss doch zusammen hängen.


    Und dann muss ich ständig an den Prolog denken. Ein Autounfall? Wie hat das mit unserer Geschichte zu tun? Wer war die Frau in dem Auto?


    Ich glaube, ich hab noch nie so viele Fragezeichen geschrieben - ihr seht, ich bin voller Fragen. Es ist zwar noch ein wenig verwirrend, aber auch schön knifflig. Ich bin jetzt gespannt, wie es weitergeht.


  • Viktor Saizew ist also mit seiner Kollegin Rosa Lopez unterwegs, obwohl er zur Zeit vom Dienst freigestellt ist wegen seiner Anfälle.
    Ich hab nicht so ganz verstanden - hat die Lopez zu einem früheren Zeitpunkt auf ihn geschossen?


    Seit der Beschreibung von Viktors Werdegang frage ich mich, wie man mit einem solchen Lebenslauf in Deutschland zur Polizei kommen kann.


    Gute Frage - das ist mir auch rätselhaft, wie er einen Job bei der Polizei bekommen hat. Aber vielleicht erfahren wir das ja noch.
    Und die Frage, ob er auf sie geschossen hat - die Stelle hat mich auch sehr verwirrt. Es hat sich so angehört/gelesen, aber ich bin mir nicht sicher. Ich kann mir nicht ganz erklären, warum man das macht, wobei ich mich an ein, zwei Krimis erinnere, in dem sowas schon vorkam, dass ein Polizist seinen Partner angeschossen hat, um ihn/sie z. B. von einem Geiselnehmer abzutrennen, für den uninteressant zu machen. Ob es wohl sowas war? Oder vielleicht ein Unfall?


    Das ist gut möglich, es würde zumindest nur auf Tonja und ihre Mutter passen, bis jetzt.


    Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, aber das könnte ich mir auch gut vorstellen. Wirft Tonja dann ihrer Mutter vor, dass sie den Unfall verursacht hat oder ihr nicht geholfen hat? Aber die Textstelle mit dem "hassen / lieben" könnte schon auf das Verhältnis von Tonja und Alla passen.

  • So, ich bin nun auch dabei. Ich habe ein bisschen gebraucht, um mich einzulesen.
    Aber das Ermittlerpaar gefällt mir schon mal sehr gut, beides sind ungewöhnliche Typen, vor allem natürlich Viktor. Seine Babuschka ist großartig! Wo er wohl ohne Mila gelandet wäre? Sicher nicht bei der deutschen Polizei!


    Witzig finde ich auch, dass meist die Rede von "Viktor" und "Lopez" ist. Wir haben das schon oft in Leserunden angesprochen, dass es in vielen Büchern genau andersherum ist, die Frauen werden beim Vornamen genannt und die Männer beim Nachnamen. Daher ist mir das hier sofort aufgefallen.


    Katja - war das Absicht oder hat sich das beim Schreiben einfach so ergeben?


    Rosas Mann ist sehr sympathisch. So wie sie auf den ersten Seiten dargestellt wird, hat er es bestimmt nicht ganz leicht mit ihr, aber das scheint ihm den Lebensmut und vor allem die Lebensfreude nicht zu nehmen.


    Der eigentliche Fall spielte hier im ersten Abschnitt noch gar keine so große Rolle, wir wurden erstmal mit den Ermittlern und ihrem Hintergrund etwas vertraut gemacht.


    Wobei die Tochter des Opfers schon krass ist. Wer geht denn erst zu einem Auftritt, wenn die eigene Mutter ermordet wurde? Selbst wenn das Verhältnis der beiden nicht sehr eng war, ist das schon ungewöhnlich.


    Und ist es ein Zufall, dass am selben Abend ihre Mutter getötet wird und ein Besucher ihres Auftritts niedergestochen? Wie Viktor auch feststellt: ziemlich viel Gewalt in ihrer Nähe an einem Abend!


    Diana kann ich noch gar nicht einordnen, aber das kommt sicher noch. Ihre Szenen sind für mich momentan noch sehr rätselhaft. Aber wäre ja langweilig, wenn man alles von Anfang an wissen und verstehen würde!


  • Ich mag diese Ermittler mit ihren Ecken und Kanten. Ich mag diese ruppigen Einzelgänger wie Viktor und seine Partnerin lieber, als irgendwein Musterpolizist, dem das Glück, beruflich und privat vor die Füße fällt. Je runtergekommener umso besser gefallen sie mir, zumindest im Krimi oder Thriller.


    Wobei Autoren ja auch immer aufpassen müssen, in Krimis und Thrillern gibt es diese Musterpolizisten ja eigentlich kaum, sondern immer nur problembehaftete (in welcher Form auch immer) Ermittler - das ist ja mittlerweile schon fast ein Klischee ;D


  • Und ich hab das schon richtig verstanden, das im anderen Handlungsstrang die Frau auf der Parkbank, Diana, und der Russe, Lew Petrow, Kinder entführen und reichen Familien verkaufen - war das dann Rosas Sohn in dem einen Kapitel? Es scheint fast so.


    In die Richtung denke ich auch. Das superreiche Model und ihr Mann wollen wohl ein Kind kaufen, denn was sonst könnte das sein, was ihnen noch fehlt? Und wahrscheinlich können sie auf natürlichem Weg keine bekommen, was für sie ja geradezu ein persönlicher Affront der Natur ist ;)


    Zitat

    Das heißt dann aber, dass wir Handlungsstränge zu unterschiedlichen Zeiten haben? Oder war das nur ein Rückblick? Hat Alla Kusmin etwas damit zu tun und gerät jetzt Rosa auf die Spur der Entführer ihres Sohnes? Nach acht langen Jahren?


    Zu diesen Zusammenhängen kann ich momentan noch nicht mal spekulieren, das ist alles sehr rätselhaft. Es wäre aber schon ein ziemlicher Zufall, wenn Lopez durch einen "normalen" Mordfall auf einmal auf die Spur der Entführer ihres eigenen Sohnes kommen würde, oder? Ich lass mich mal überraschen!

  • Witzig finde ich auch, dass meist die Rede von "Viktor" und "Lopez" ist. Wir haben das schon oft in Leserunden angesprochen, dass es in vielen Büchern genau andersherum ist, die Frauen werden beim Vornamen genannt und die Männer beim Nachnamen. Daher ist mir das hier sofort aufgefallen.


    Katja - war das Absicht oder hat sich das beim Schreiben einfach so ergeben?


    Liebe Dani,
    obwohl ich intuitiv schreibe, d.h. ohne zu plotten, ohne Exposé, ohne Szenenplan, muss ich eine akkurate Vorstellung von meinen Figuren haben. Ich lerne sie besser als meine Freunde kennen. Lopez ist u.a. ein sehr analytischer Typ, eine toughe Frau, die einen überdurchschnittlich guten Job in einem von Männern dominierten Beruf macht. Der Familienname Lopez sollte das widerspiegeln. Der Vorname Rosa steht für die andere Seite der Medaille. Außerdem hat auch die Tatsache, dass sie nur mit Nachnamen angesprochen wird, eine eigene Geschichte im Roman. Und die wird noch entrollt. Spannende Dinge entwickeln sich, wenn Absicht und Urvertrauen sich beim Schreiben die Waage halten.

  • Ok, dann lasse ich mich mal überraschen.


    Wie gesagt, mir war das nur besonders aufgefallen, weil es in vielen Büchern genau andersrum ist und mir das bisher noch kaum ein Autor erklären konnte ;)


  • Ok, dann lasse ich mich mal überraschen.


    Wie gesagt, mir war das nur besonders aufgefallen, weil es in vielen Büchern genau andersrum ist und mir das bisher noch kaum ein Autor erklären konnte ;)


    Ich denke, dass die Erklärung ganz einfach ist. Der Nachname steht Professionalität, das "Sie", der Vorname für das Joviale, das Zwischenmenschliche, also das "Du". Viele Autoren bestätigen damit die patriarchalische Vorstellung vom Mann als Respektsperson, wobei die Frau für das Emotionale, den Kumpel steht. Ob man bestehende Strukturen akzeptiert und festigt oder umdreht oder hinterfragt, ist zwangsläufig auch eine Entscheidung, die man als Autor beim Schreiben bewusst oder unbewusst trifft. Oder was meint ihr dazu?

  • Ja, ich denke, das trifft es recht gut. Und ich weiß nicht, was ich erschreckender finde: wenn viele AutorInnen das bewusst oder unbewusst in ihren Büchern so anlegen ;)


    Auf jeden Fall ist mir hier die Umkehrung (die ja nach deinen Erklärungen hier auch ganz bewusst ist) sofort und positiv aufgefallen.


  • Und ist es ein Zufall, dass am selben Abend ihre Mutter getötet wird und ein Besucher ihres Auftritts niedergestochen? Wie Viktor auch feststellt: ziemlich viel Gewalt in ihrer Nähe an einem Abend!


    Ja, schon seltsam, dass in in ihrem Umfeld so schnell hintereinander Morde passieren, die sie einmal familiär und einmal als Zeugin bzw. in "ihrer" Bar betreffen


    Zitat


    Wobei Autoren ja auch immer aufpassen müssen, in Krimis und Thrillern gibt es diese Musterpolizisten ja eigentlich kaum, sondern immer nur problembehaftete (in welcher Form auch immer) Ermittler - das ist ja mittlerweile schon fast ein Klischee ;D


    Ja, allerdings ;D Aber solange es nicht zu überzogen ist, kann dieses Klischee ruhig noch ein bisschen ausgeschlachtet werden ;D