Allgemeine Fragen an Tom und Stephan Orgel

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  • Denen geht's hervorragend und sie genießen ihren wohlverdienten Ruhestand. *gg*
    Auch wenn wir sie, wenn sich die Gelegenheit ergibt, vielleicht nochmal für eine Kurzgeschichte oder so buchen werden. Mal schaun. Im Moment sind wir auf ner anderen Baustelle. ;)


    Zitat

    Ich hatte beim Lesen von Kapitel zwei, besonders am Anfang, das Gefühl, dass der Stil ein wenig anders ist. Ich würde also sagen, dass Kapitel eins und zwei nicht der selbe geschrieben hat.


    Dieses mal haben wir – eigentlich schon wie die letzten Male – in Erzählstränge aufgeteilt. Allerdings kommt es wieder vor (wie bei den Szenen mit den Menschen und anderen Nebenprotagonisten in "Orks vs. Zwerge"), dass während der Geschichte die Figuren zwischen uns hin und her wechseln. Je nachdem, mit wem sie gerade interagieren.
    Die deutlichste Trennung liegt vermutlich bei den Erzählsträngen von Marten und Sara vor. Die beiden sind konsequent in der Hand jeweils von einem von uns beiden geblieben.


    Und ja, der Stil ist ein klein wenig anders. Hoffentlich nicht zuviel, aber doch gerade so, um ein ganz klein wenig ein anderes Gefühl hervorzurufen. Sozusagen als Stilmittel für diese beiden Figuren und ihre jeweilige 'Reise'. Das wäre auch so, wenn das ganze nur einer von uns beiden geschrieben hätte. ;)


  • Und ja, der Stil ist ein klein wenig anders. Hoffentlich nicht zuviel, aber doch gerade so, um ein ganz klein wenig ein anderes Gefühl hervorzurufen. Sozusagen als Stilmittel für diese beiden Figuren und ihre jeweilige 'Reise'. Das wäre auch so, wenn das ganze nur einer von uns beiden geschrieben hätte. ;)


    Ich finde es so perfekt, denn verschiedene Charaktere dürfen auch verschiedene Stile haben.


    Seid ihr schon an Band 2 dran?

  • Das mit den Stilen ist euch definitiv gelungen. Am Beginn von Kapitel zwei hatte ich das Gefühl, dass die Sätze verschachtelter sind als zuvor. Also mehr nebensätze und so eingebaut. Fand ich sehr gelungen.

  • Wie ich nach Klappentext und erstem Leseabschnitt meine, ist euer gewähltes Zitat als Motto über dem Roman wieder sehr treffend gewählt.
    Wie seit ihr darüber gestolpert? Oder kam es euch spontan in den Sinn?


    "Lebrec kauerte hinter dem Stamm des Waldriesen und wartete auf den Tod"
    Ein wunderbarer erster Satz, der mich gleich in die Geschichte gezogen hat.
    Erste Sätze sind für mich sehr wichtig. Wenn sie mich packen, bin ich gleich dabei und lasse alles andere liegen. Wenn nicht kann es dauern, bis ich weiterlese.
    Wie findet ihr eure ersten Sätze?


    Geplant habt ihr eine Trilogie um die Blausteinkriege. Damit erschafft ihr schon zum zweiten Mal eine eigene Welt, etwas tiefer diesmal (wie die Karte vermuten läßt).
    Fällt es euch nicht schwer eine Welt nach nur 2000 oder 3000 Seiten wieder zu verlassen?
    Hättet ihr nicht mal Lust einer Welt mehr Geschichten zu gönnen und ihr dadurch noch mehr Tiefe zu geben?

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Seid ihr schon an Band 2 dran?


    Sind wir. wir versuchen, bis zum Ende des Monats jeder die ersten 100 Seiten zusammenzuhaben.
    Vor allem, weil Heyne gern rund 100 Seiten hätte, um damit für die neue Marketingrunde zu arbeiten.


    Zitat

    Wie ich nach Klappentext und erstem Leseabschnitt meine, ist euer gewähltes Zitat als Motto über dem Roman wieder sehr treffend gewählt.
    Wie seit ihr darüber gestolpert? Oder kam es euch spontan in den Sinn?


    Das jeweils passende Zitat zu finden nimmt erstaunlichviel Zeit und Recherche in anspruch - wenn es nicht, wie bei Orks vs. Zwerge 1, schon während des Schreibens von selbst auftaucht.
    Dieses Mal ist es das Zitat für Band 2, das schon während der Recherche für Band 1 aufgetaucht ist. Das steht also schon (und wird hier nicht verraten. ;) ).


    Zitat

    Erste Sätze sind für mich sehr wichtig. Wenn sie mich packen, bin ich gleich dabei und lasse alles andere liegen. Wenn nicht kann es dauern, bis ich weiterlese.
    Wie findet ihr eure ersten Sätze?


    Das mit den ersten Sätzen wissen wir. Und ein wenig steh ich ja auch auf coole erste Sätze.
    Wie Brandon Sanderson mit "Es begann damit, dass ich in meinem Sarg erwachte", oder natürlich der legendäre erste Satz von "Per Anhalte durch die Galaxis". Oder (googelt mal danach!) der grandiose erste Satz von William gibsons "Neuromancer". Es gibt grandiose erste Sätze.
    Und deshalb ist der erste Satz beim Schreiben noch vollkommen unwichtig. Meist ist es sogar so, dass der ganze erste Abschnitt, gelegentlich sogar das erste Kapitel unserme eigenen Lektorat zum Opfer fällt (seien wir ehrlich - nach einer schreibpause zwischen den Büchern sind die ersten 20 Seiten ohnehin nur zum Warmschreiben und taugen nicht viel).
    Unser erster Satz entsteht also relativ spät und in mehreren Variationen. Auch wenn uns noch kein "legendäerer" gelungen ist. Wir üben noch. ;)


    Zitat

    Fällt es euch nicht schwer eine Welt nach nur 2000 oder 3000 Seiten wieder zu verlassen?
    Hättet ihr nicht mal Lust einer Welt mehr Geschichten zu gönnen und ihr dadurch noch mehr Tiefe zu geben?


    a) wer sagt denn, dass wir sie verlassen haben? ;)
    Gerüchteweise haben diese beiden Welten mehr gemeinsam, als man vielleicht glaubt... aber das dementieren wir natürlich auf's schärfste.
    Aber ich weise trotzdem auf Orks vs. Zwerge 2 hin. Seite 242


    Okay, im Ernst: Ja, wir können uns durchaus vorstellen, einer Welt mehr Geschichten zu gönnen. wir haben sowohl Ideen für Ablegergeschichten der Orks-Vs.-Zerge-Welt als auch (jetzt schon) Ideen, wie es nach der Blausteinkriege-Trilogie weitergehen könnte.
    Fakt ist und bleibt aber, dass beide Trilogien echte Trilogien bleiben werden und keine der so gern gemachten Trilogien mit 5 Bänden.
    Wenn überhaupt, dann fangen wir eine neue Geschichte vor dem gleichen Hintergrund an. Ich denke, man sollte bei jeder Geschichte auhc mal einen Schluss finden. Und es gibt genug Geschichten in jeder Beliebigen Welt, um nicht eine einzelne in alle Ewigkeit auszuwalzen (was aber nicht bedeuten würde, nicht dem einen oder der anderen trotzdem wiederzubegegnen ...).


    Andererseits war es jetzt an der Zeit, mal etwas eigenständiges, ohne die üblichen "Völkerfantasy"-Anleihen zu machen. Also haben wir den Orks und Zwergen ersteinmal Tschüss gesagt. Irgendwann vielleicht mal wieder. ;)

  • Zitat

    Wenn überhaupt, dann fangen wir eine neue Geschichte vor dem gleichen Hintergrund an. Ich denke, man sollte bei jeder Geschichte auhc mal einen Schluss finden. Und es gibt genug Geschichten in jeder Beliebigen Welt, um nicht eine einzelne in alle Ewigkeit auszuwalzen (was aber nicht bedeuten würde, nicht dem einen oder der anderen trotzdem wiederzubegegnen ...).


    Genau in diese Richtung zielte meine Frage. Es geht nicht darum Geschichten endlos auszuwalzen. Aber in eine Welt steckt viel Arbeit: Länder, Städte, Völker und Historie.
    Vor diesem Hintergrund ist es doch schade, wenn man nur eine Geschichte daraus erzählt. Terry Brooks z.B. macht das seit Jahren sehr gut mit seinen Shannara- Romanen.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Ich denke, das kommt auch immer ein klein wenig darauf an, wie das Buch bei den Lesern ankommt und sich verkauft.
    Wobei es nicht wirklich um's Geld geht (schön wäre, davon leben zu können, aber da wir beide das absolut nicht tun und ohnehin komplett von unseren anderen Jobs leben, ist das folgende Argument weit wichtiger): es hat nur wenig Sinn Geschichten zu schreiben, die keiner lesen möchte, wenn man auch Geschichten und Welten schreiben kann, die viele lesen wollen. Geschichten haben wir ohnehin mehr im Kopf, als wir je schreiben können, selbst wenn Stephan seinen Jugendvorsatz wahr macht und 200 wird. *g*


    Wieder ernsthaft: Wir konzentrieren und jetzt darauf, diese Trilogie zu schreiben und so rund wie möglich zu machen - und wenn bis dahin noch genügend Leute bei uns sind, die mehr wollen - na dann spricht eigentlich nichts dagegen. Aber darüber denken wir frühestens in 1 bis 1 1/2 Jahren nach. Wenn wir Terry Brooks Leserzahlen erreichen - klar. Gern. *g*


  • Wir haben ja tatsähclich diesmal deutlich mehr Zeit für die Charakterentwicklung. Nach knapp 100 Seiten mussten wir in OvZ 1 ja alle tragenden Charaktere hinreichend vorgestellt haben - das ist hier gar nicht so nötig gewesen (der Vorteil, wenn man von vornherein eine Trilogie schreibt und nicht nur drei aufeinander aufbauende Geschichten).


    Bei einem Einzelband steht das Ende und der Weg dahin wahrscheinlich schon vor dem Schreiben fest. Ist das bei der Triogie auch so? Also wisst ihr jetzt schon genau was Figur A in Band zwei und drei machen oder plant man nur den Schluss und die grobe Rahmenhandlung und lässt die Details treiben.


    Und inwieweit habt ihr Einfluss auf das Cover? Dürft ihr da mitreden oder bestimmt das nur der Verlag?


  • Bei einem Einzelband steht das Ende und der Weg dahin wahrscheinlich schon vor dem Schreiben fest. Ist das bei der Triogie auch so? Also wisst ihr jetzt schon genau was Figur A in Band zwei und drei machen oder plant man nur den Schluss und die grobe Rahmenhandlung und lässt die Details treiben.


    Tatsächlich steht das Ende der Trilogie noch nicht hundertprozentig fest (vor allem wissen wir selbst nicht so genau, wer alles überlebt ;) ). Es gibt aber natürlich eine Rahmenhandlung bzw. einen Handlungsbogen der sich über alle drei Bücher hinweg spannt. Wir kennen also die meisten Intrigen, Verräter und Ereignisse bis hin zum großen Finale und wissen, was die meisten Charaktere vorhaben. Die Details ergeben sich dann mehr oder weniger aus dem Schreiben heraus. Gerade Nebencharaktere können da immer wieder noch eingreifen und uns Autoren mit besonders interessanten Aktion auf sich aufmerksam machen (um damit vielleicht im nächsten Band eine bessere Gage einzufordern).


    Aktuell schreibe ich an Kapiteln über einen Nebencharakter aus Buch 1 der sich in Buch 2 zu einem Hauptcharakter entwickelt. Je nachdem wie er sich benimmt, wird er in Buch vielleicht nicht mehr auftauchen oder eine noch wichtigere Rolle erhalten. Mal sehn ;)


  • Aktuell schreibe ich an Kapiteln über einen Nebencharakter aus Buch 1 der sich in Buch 2 zu einem Hauptcharakter entwickelt. Je nachdem wie er sich benimmt, wird er in Buch vielleicht nicht mehr auftauchen oder eine noch wichtigere Rolle erhalten. Mal sehn ;)


    Das finde ich ja interessant ;D Er oder sie muss sich also erst beweisen ;D


  • Genau in diese Richtung zielte meine Frage. Es geht nicht darum Geschichten endlos auszuwalzen. Aber in eine Welt steckt viel Arbeit: Länder, Städte, Völker und Historie.
    Vor diesem Hintergrund ist es doch schade, wenn man nur eine Geschichte daraus erzählt. Terry Brooks z.B. macht das seit Jahren sehr gut mit seinen Shannara- Romanen.


    Da ich ja zu jedem passenden und unpassenden Zeitpunkt meinen Lieblings-Fantasyautoren Joe Abercrombie erwähnen muss, erwähne ich an dieser Stelle gern seine Buchreihen und diversen Einzelbände die außer der gemeinsamen Welt zum Teil nichts miteinander zu tun haben müssen, in denen aber immer wieder altbekannte Charaktere auftauchen. Manchmal als Hauptperson, manchmal als unwichtiger Nebencharakter. Ich liebe solche Augenblicke, wenn ich einen ehemaligen strahlenden Helden in einem abgewrackten Streuner wiedererkenne und mir denke: Oha, was dem wohl in der Zwischenzeit widerfahren ist? Sehr schön ist natürlich auch, den Helden aus dem einen Buch aus der Sicht anderer Menschen zu sehen, die ihn gar nicht mehr so strahlend sondern eher tyrannisch finden (oder anders herum). Genau aus dem Grund liebe ich solche Welten - gern auch über mehrere Buchreihen hinweg.

  • Ich bin gerade im sechsten Leseabschnitt und mir fällt auf, das ihr sehr detailreich die Kampf- und Kriegsszenen beschreibt, z.B. den Kampf von Flüster mit dem Kolnorer.
    Wovon sind diese Beschreibungen inspiriert? Film? Rollenspiel? Oder habt ihr euch auch mit mittelalterlichem Schwertkampf in Theorie und Praxis beschäftigt?

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Ich bin gerade im sechsten Leseabschnitt und mir fällt auf, das ihr sehr detailreich die Kampf- und Kriegsszenen beschreibt, z.B. den Kampf von Flüster mit dem Kolnorer.
    Wovon sind diese Beschreibungen inspiriert? Film? Rollenspiel? Oder habt ihr euch auch mit mittelalterlichem Schwertkampf in Theorie und Praxis beschäftigt?


    Ich lese massenhaft Zeitschriften zum Thema Mittelalter (G-Geschichte, Damals, PM History und, besonders ergiebig zum Thema Mittelalter und Waffenkunst, die Karfunkel) und habe außerdem ein paar Bücher zum Thema Schwertkampf. Theoretisch bin ich also ein gefürchteter Gegner, praktisch wäre ich im Mittelalter so gut wie tot.


    Tom und ich legen Wert darauf, dass die Kämpfe nicht all zu unrealistisch ausfallen. Heldenhafte Bühnenkämpfe finden wir beide albern und schauen daher immer, dass es ordentlich rüberkommt. Von daher denke ich mal, dass Rollenspiel eher keine gute Inspirationsquelle wäre, da die meisten Systeme wenig realistisch sind (ist ja auch nachvollziehbar, weil sonst auch der stärkste Held viel zu schnell durch einen unglücklichen Treffer getötet würde und der Spielspaß leiden würde).


    Zu der Flüster-Kampfszene hatte ich keine spezielle Inspirationsquelle, hatte mir aber einen Schlagaustausch aus dem Fechtbuch von Thalhoffer angeschaut, damit der Ablauf einigermaßen passte.

  • Jetzt habe ich heute die Heyne- Bücher fürs nächste halbe Jahr bestellt. Aber der zweite Band ist noch gar nicht angekündigt. Wann wird er denn erscheinen?

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Ich lese massenhaft Zeitschriften zum Thema Mittelalter (G-Geschichte, Damals, PM History und, besonders ergiebig zum Thema Mittelalter und Waffenkunst, die Karfunkel) und habe außerdem ein paar Bücher zum Thema Schwertkampf. Theoretisch bin ich also ein gefürchteter Gegner, praktisch wäre ich im Mittelalter so gut wie tot.


    Tom und ich legen Wert darauf, dass die Kämpfe nicht all zu unrealistisch ausfallen. Heldenhafte Bühnenkämpfe finden wir beide albern und schauen daher immer, dass es ordentlich rüberkommt. Von daher denke ich mal, dass Rollenspiel eher keine gute Inspirationsquelle wäre, da die meisten Systeme wenig realistisch sind (ist ja auch nachvollziehbar, weil sonst auch der stärkste Held viel zu schnell durch einen unglücklichen Treffer getötet würde und der Spielspaß leiden würde).


    Zu der Flüster-Kampfszene hatte ich keine spezielle Inspirationsquelle, hatte mir aber einen Schlagaustausch aus dem Fechtbuch von Thalhoffer angeschaut, damit der Ablauf einigermaßen passte.


    Was mich angeht - neben dem Lesestoff gibt es tatsächlich noch eine (zugegeben leider kleine) Handvoll Filme, die halbwegs als so etwas wie eine realistische Inspiration taugen. Der 13. Krieger natürlich immer wieder, aber auch so Sachen wie "Iron Clad". Allen gemeinsam ist, dass da wenig Bühnenkampf und viel "Straßenschlägerei" enthalten ist. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen aus dem Aikido, in dem ich jahrelang zumindest ansatzweise praktisch lernen konnte, wie schnell und unspektakulär so ein Handgemenge mit Waffen eigentlich vorbei ist. Zumindest die Bewegungsabläufe (die letztendlich gar nicht so unterschiedlich sind, wie in den alten europäischen Fechtbüchern) habe ich also tatsächlich mal gelernt – und dass ich mich aus jedem echten Gefecht definitiv raushalten sollte.


    aber ich denke, wir schreiben beide ähnlich, wie wir auch lesen: Ich zumindest sehe scho nbeim Schreiben einer Szene einen Film vor mir und versuche, die Abläufe und Blickwinkel möglichst einzufangen, ohne mich technisch zu verlabern. elegant flirrende Klingen und das Klirren von aufeinanderschlagenden Schwertern passt da für mich nicht. Das habe ich auch im Training nie erlebt. Das war mehr grunzen, schieben, stochern und Beine wegziehen – und wie mir die Jungs von der Schaukampftruppe Frank&Frey hier aus der Gegend bestätigt haben, ist es das auch im Groben und Ganzen.

  • Woher habt ihr eigentlich eure militärischen Begriffe entlehnt? Wie z.B. Vibel und Kriegsknechte, klingt nach Dreißigjährigem Krieg?

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Woher habt ihr eigentlich eure militärischen Begriffe entlehnt? Wie z.B. Vibel und Kriegsknechte, klingt nach Dreißigjährigem Krieg?


    Das ist bunt durchmischt.


    Der Vibel ist tatsächlich aus einem alten, schwedischen Manuskript entlehnt, das aus der Zeit kurz vor dem 30jährigen Krieg stammt. Vom reinen Wort her ist er verwandt mit dem Feldwebel oder -weibel, rangtechnisch war er tatsächlich so eine Art "Erster unter Gleichen", Truppführer einer 25-Mann-Einheit von Fußsoldaten und vermutlich am besten mit dem Sergeanten zu vergleichen, nur dass er aus einer Zeit stammt, in der es noch keine offizielle Hackordnung im Militär gab (abgesehen von so offensichtlichen Sachen wie dem anführenden Ritter).
    Der Heetmann, also der Hauptmann, war tatsächlich iner der allerersten Ränge im mittelalterlichen Militär - der Anführer einer Hundertschaft, der eben kein Ritter vorsteht (meist eben dann ein Trupp Landsknechte)
    Nur dass ein echter Landsknecht tatsächlich etwas anderes als ein Kriegsknecht ist - er ist einem Landstrich zugeordnet und kein Berufssoldat.
    Deswegen haben wir sie eben Kriegsknechte genannt, da sie zwar ähnlich aufgestellt sind, aber in der Sache vermutlich sogar eher an die römischen Berufssoldaten anlehnen - oder an die Berufs-Söldner des späteren Mittelalters. wir wollten sie nur insofern von echten Söldnern abheben, als dass sie tatsächlich eine Art Berufsarmee von Berun darstellen und keine freien Söldnerhaufen (die übrigens im novenischen Städtebund an der Tagesordnung sind - und DORT sind sie tatsächlich an den 30jährigen Krieg und besonders die italienischen und südfranzösischen Stadtstaatenfehden angelehnt).


    Bei den Kolnorern haben wir ja auch z.B. den Rang des Jarl, bei dem man schon sieht, dass da eher nordeuropäische Gesellschafts- und Militärstrukturen Pate standen.
    Da sind wir übrigens nicht allein - die "Kerle" (oder "Carls") bei Abercrombie rekrutieren sich ja aus exakt dem selben Fundus.


    Aber wie gesagt: Es sind Anlehnungen, deren Verwendung vor allem gewisse Assoziationen hervorrufen sollen, keine direkten Übernahmen.
    Ich persönlich finde: Je sparsamer man mit echten Neuerfindungen bei solchen Begriffen umgeht, desto mehr Wirkung haben die dann zum einen (das Unterstreicht zum Beispiel ja die Fremdartigkeit des Macouban, das dem Leser ja fremder sein soll als Berun) und desto leichter tun sich die Leute, sich in so einer Welt heimisch zu fühlen. Das macht es (aus meiner subjektiven Sicht) für den Leser einfacher, die exotischeren Bestandteile (wie die Blausteinmagie oder die Bewohner des … okay, Spoilergefahr für den 2. Teil. :D) zu verdauen und zu akzeptieren.
    Zu den dingen, die wir aus den zahlreichen Rezensionen und Kritiken zu Orks v. Zwerge gelernt haben, gehört, dass jeder exotische Name das Risiko birgt, den Leser aus der Geschichte zu werfen. Vertraut klingende (selbst wenn sie, wie "Kriegsknecht", reine Erfindung sind) dagegen werden begrüßt.