Allgemeine Fragen an Hans-Henner Hess

  • Stimmt, aber das Lustigste an der Juristerei ist eigentlich die Ernsthaftigkeit selbst. Meist ist der Sachverhalt ja auch dramatisch genug, und die Juristen sind sich ihrer Verantwortung sehr bewusst, aber das schafft natürlich eine interessante Fallhöhe für allerlei Eulenspiegeleien.
    Tatsächlich ist es auffällig, wie viele Juristen lieber dicke Wälzer schreiben als sich mit den Gesetzen zu befassen. Schon während der Ausbildung wird man ja mit Paragraphen traktiert. Das kann ziemlich trocken sein, milde ausgedrückt, und da ist die Versuchung wahrscheinlich groß, das Ganze mit Leben zu füllen, zumindest in der Fantasie. (Beim Strafrecht zuckt man realiter ein bisschen zurück, weniger vor den Konsequenzen als vor den Taten selbst.) Da ich nach meiner Referendarzeit juristisch auf kalten Entzug gegangen bin, ist das Krimischreiben vielleicht auch so eine Art Ersatzhandlung. – Interessant. Mal hören, was mein Therapeut dazu sagt ...

  • Ach ja, das hatte ich vergessen zu erwähnen. Wenn jemand lieber beim Sie bleiben möchte, bitte kurz Bescheid geben, ansonsten bleiben wir doch einfach beim Du. – Ich bin der Henner. Prost!


    Ja, Schreiben hat mich schon immer interessiert, es fing praktisch gleich mit dem Lesen an. Dass man einfach so in eine andere Welt, ein anderes Leben, sogar einen anderen Kopf schlüpfen kann: faszinierend! Dazu kommt dann noch ein gewisses schriftliches Mitteilungsbedürfnis. Dafür rede ich nicht so viel.


  • Da ich nach meiner Referendarzeit juristisch auf kalten Entzug gegangen bin, ist das Krimischreiben vielleicht auch so eine Art Ersatzhandlung. – Interessant. Mal hören, was mein Therapeut dazu sagt ...


    Das ist mir schon bei der Kurzvita aufgefallen, dass du schnell der Juristerei den Rücken gekehrt hast. Gab es dafür Gründe und warum der Sprung zum schreibenden Volk? Du hättest doch auch Unternehmer oder Maler oder Pizzabäcker werden können.

  • Ja, oder Taxifahrer ... Zumindest war nach sieben Jahren Verlobung klar, dass Justitia und ich getrennte Wege gehen. Ohne jetzt schmutzige Wäsche zu waschen: sie war schon sehr streitlustig. – Na ja, und dann folgt man natürlich irgendwann seiner Neigung. Zum Unternehmer oder Pizzabäcker hätte ich einfach nicht das Zeug gehabt, fürchte ich. Und im Zeichnen hatte ich immer eine Vier.
    Man sagt ja, dass Schreiben immer die letzte Option für Diejenigen ist, die einfach kein anderes Talent mitbringen. Da könnte direkt was dran sein.

  • Lieber Henner,


    wird es mit dem Fickel weitergehen? Ist schon etwas in Planung und wenn ja, kannst/darfst du etwas darüber verraten? Möchtest du mal etwas ganz anderes schreiben?


    Und, vorne im Buch steht, dass du auch als Autor und Dramaturg fürs Fernsehen tätig bist, kannst du darüber etwas verraten?

  • Liebe Karin, jawohl, der arme Fickel muss gleich wieder ran. Im nächsten Fall geht’s mal richtig um die Wurst. Wir sind schließlich in Thüringen. Allerdings verheißt schon der Titel „extra grob“, dass es kein Zuckerschlecken wird.


    Meine TV-Karriere begann vor ziemlich genau vierzehn Jahren ganz klassisch als Praktikant bei der Bavaria in München, wo es mir so gut gefiel, dass ich gleich vier Jahre da blieb – erst als Assistent, später als Dramaturg beim guten alten Marienhof, falls Dir das noch was sagt. (Stichwort: Töppers.) Als freier Autor habe ich später u.a. bei Bergdoktor, Soko und Sachsenklinik reingeschnuppert, aber der Bavaria bin ich bis heute verbunden und schreibe mittlerweile, wenn ich nicht gerade am Fickel feile, auch für die Rosenheim Cops. Ohne Mord geht's halt nicht...


  • Liebe Karin, jawohl, der arme Fickel muss gleich wieder ran. Im nächsten Fall geht’s mal richtig um die Wurst. Wir sind schließlich in Thüringen. Allerdings verheißt schon der Titel „extra grob“, dass es kein Zuckerschlecken wird.


    Sehr schön 8)



    Meine TV-Karriere begann vor ziemlich genau vierzehn Jahren ganz klassisch als Praktikant bei der Bavaria in München, wo es mir so gut gefiel, dass ich gleich vier Jahre da blieb – erst als Assistent, später als Dramaturg beim guten alten Marienhof, falls Dir das noch was sagt. (Stichwort: Töppers.) Als freier Autor habe ich später u.a. bei Bergdoktor, Soko und Sachsenklinik reingeschnuppert, aber der Bavaria bin ich bis heute verbunden und schreibe mittlerweile, wenn ich nicht gerade am Fickel feile, auch für die Rosenheim Cops. Ohne Mord geht's halt nicht...


    Marienhof, ja, da war mal was, das hat meine Mutter im angesehen - ich nicht :-[ Aber Soko und Rosenheim Cops kenne ich aber, sehr schön - siehste, bei mir geht es auch nicht ohne Mord ... ;D


  • Man sagt ja, dass Schreiben immer die letzte Option für Diejenigen ist, die einfach kein anderes Talent mitbringen. Da könnte direkt was dran sein.


    Auch für´s Schreiben bracht man Talent. Nun stell mal dein Licht nicht unter den Scheffel, wie es so schön in der Bibel heißt. Schließlich hast du dem Fickel das Leben geschenkt. Und was für eines! ;)

  • Tja, Fickels Vornamen kennt im Prinzip nur seine Mutter, und hoffentlich er selbst. Es gibt ja insbesondere in Kleinstädten des öfteren das Phänomen, dass sich ein Nickname derart eingebürgert und verfestigt hat, dass den eigentlichen Namen der Person im Prinzip niemand mehr kennt. Mit solch einem Fall haben wir's hier wohl zu tun. (Unabhängig davon weiß man ja inzwischen, welchen Flurschaden die Vorliebe für gewisse mehr oder wenige exotische Vornamen in der vormaligen DDR angerichtet hat.) Ob der Erzähler dieses Geheimnis einmal lüften wird, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Und wenn, würde ich's bestimmt nicht verraten … ;)

  • Die Neigung zum Fabulieren war sicher schon zur Schulzeit da, was fehlte, waren Fähigkeit und Durchhaltevermögen. Immerhin erinnere mich noch dunkel an Schülerzeitungsredaktionssitzungen und schummrige Lesebühnen im Jugendzentrum. Aber bis ich die erste Kurzgeschichte bei einem richtigen Verlag untergebracht hatte, war ich schon locker über dreißig. Das war also ein ziemlich zähes "Coming Out". Wenn ich mir manche Texte von damals angucke, vielleicht auch besser so.

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