Die Frau, der Magier, seine Katze und deren Geheimnis

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt der Kurzgeschichte Die Frau, der Magier, seine Katze und deren Geheimnis schreiben.


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  • Nach dieser Geschichte bin ich jetzt noch gespannter auf das Buch "Der Kristallpalast" - und ich werde sicherlich im Anschluss an das Buch nochmal die Kurzgeschichte lesen. Da ich demnächst Urlaub habe und das Buch sowieso schon in meinem Regal steht, werde ich es dann doch gleich mal mitnehmen.


    Mir gefällt es sehr, wie uns das Element Céleste/Serafina immer wieder in den Kurzgeschichten begegnet. Niobe kenne ich noch nicht, obwohl ich das Gefühl habe, der Name käme mir bekannt vor, aber wahrscheinlich verwechsle ich das mal wieder (ich und mein fürchterliches Namensgedächtnis). Mir scheint, als ob Serafina bzw. Céleste alles geplant hatten: Zeitpunkt und die beteiligten Personen. Der Magier alleine wäre wohl nicht in der Lage gewesen, das Portal zu finden - genauso wenig wie vor vielen Jahren, wenn ich das richtig verstanden habe. Der Shila von Niobe ist ebenfalls dazu nötig. Wobei ich mich frage, ob diesen Shila jeder tragen könnte und, wie Niobe, all das sehen würde, was das normale Auge nicht sieht? Oder verfügt sie über eine Art entsprechendes Talent? Das wird vielleicht im Kristallpalast ja thematisiert.


    Bei der Vorstellung, wie der Magier immer wieder ersetzt wird, dass er immer wieder zu einer Idee wird, ohne noch den Ursprung zu kennen, ist faszinierend und verwirrend gleichzeitig. Wobei es sehr praktisch ist, dass er dabei das Altern umgehen kann. Die Frage ist nur, kann er diesen Kreislauf jemals unterbrechen, auch wenn er wollte? Ich hatte ab und an das Gefühl, dass er selbst darauf gar keinen Einfluss mehr hat, weil er selbst nur eine Idee ist. Bei der Legende, dass einer seiner selbst vor langer Zeit ein Auge für das Arrangement gab, erinnert mich an die Geschichte von Odin, der sein Auge opferte, um aus dem Brunnen der Weisheit zu trinken.


    Auch wenn Niobe sauer auf den Magier ist, was ich durchaus auch nachvollziehen kann, gerade aus den Gründen, die sie angibt, so ist dennoch bereit, persönliche Gefühle aufgrund der gleichen Bedrohung wie vor 38 Jahren zurückzustellen. Und so wie es sich liest, haben die beiden früher auch ganz gut harmoniert. Aber dass sie ihm ihre Meinung sagt, ist völlig legitim, finde ich ;D


    Dieser Shila ist ebenfalls geheimnisvoll: woher kommt er? Wer hat ihn hergestellt? Fiel er durch Zufall vom Himmel oder mit Absicht? Sehr praktisch, dass man damit nicht nur Dinge sehen kann, die Andere nicht wahrnehmen, sondern auch entscheiden kann, ob man von den Anderen wahrgenommen wird. Die Beschreibung der Weltausstellung hat mir übrigens auch sehr gut gefallen, sie strahlte etwas Magisches aus.


    Wissen wir, warum Céleste ihr Herz verloren hat, was sie getan hat, ob sie bestraft wurde? Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob das bei den "Magiern" thematisiert wurde. Und scheinbar sind Serafina/Céleste eher ein Nebenprodukt, die wahre Bedrohung liegt im Eiffelturm als Portal, das Gefahr läuft, geöffnet zu werden - ich hoffe, ich habe das richtig verstanden. Vielleicht können Serafina/Céleste ihren Handel nur durchziehen, eben weil der Schleier zwischen den Welten dünner wird?


    Die Gründe, warum der Kristallpalast damals zerstört wurde, kann ich sehr gut nachvollziehen, aber diesmal zerstört der Magier das Portal nicht. Vielleicht, weil noch niemand von dem Portal weiß? Wenn ich das richtig verstanden habe, wollten damals mehrere Parteien den Kristallpalast zu ihrem Vorteil nutzen. Diesmal ist das (noch) nicht der Fall und es besteht die Möglichkeit, dass vielleicht doch nichts Schlechtes durch das Portal kommt. Das kann man nur wissen, wenn man das Risiko eingeht und es nicht zerstört.

  • Auf diese Geschichte habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut, alte Bekannte aus anderen Büchern wiederzutreffen, finde ich immer toll. Mir hat die Geschichte auch richtig viel Spaß gemacht, ich bin aber ein bisschen unschlüssig, wie es jemandem damit geht, der Olivers Romane nicht kennt. Ist da nicht ein bisschen zu viel unklar?


    Offensichtlich sind seit der Handlung vom "Kristallpalast" 38 Jahre vergangen, ansonsten ist wieder alles wie früher, Niobe und Bailey (wie heißt er jetzt gleich nochmal?) sind gemeinsam unterwegs um ein Tor zu schließen. Diesmal also nicht London, sondern Paris und der Eiffelturm.


    Grundsätzlich fand ich es sehr toll, dass es hier mehr um die Figuren geht und ihre Gespräche untereinander, das Wiedersehen nach langer Zeit, als um eine actionreiche Handlung. Das eigentliche Verschließen des Portales bekommen wir Leser ja auch nur im Nachhinein erzählt.



    Bei der Vorstellung, wie der Magier immer wieder ersetzt wird, dass er immer wieder zu einer Idee wird, ohne noch den Ursprung zu kennen, ist faszinierend und verwirrend gleichzeitig. Wobei es sehr praktisch ist, dass er dabei das Altern umgehen kann. Die Frage ist nur, kann er diesen Kreislauf jemals unterbrechen, auch wenn er wollte? Ich hatte ab und an das Gefühl, dass er selbst darauf gar keinen Einfluss mehr hat, weil er selbst nur eine Idee ist.


    Das fand ich sehr interessant, der Magier erneuert sich also immer wieder selbst und er erklärt auch, warum manche Ideen ein Auge und andere zwei Augen haben. Das erklärt ja auch ein bisschen, warum Bailey in verschiedenen Romanen auftauchen kann und immer ein bisschen anders ist, andere Namen trägt usw.



    Auch wenn Niobe sauer auf den Magier ist, was ich durchaus auch nachvollziehen kann, gerade aus den Gründen, die sie angibt, so ist dennoch bereit, persönliche Gefühle aufgrund der gleichen Bedrohung wie vor 38 Jahren zurückzustellen. Und so wie es sich liest, haben die beiden früher auch ganz gut harmoniert. Aber dass sie ihm ihre Meinung sagt, ist völlig legitim, finde ich ;D


    Das Zwischenmenschliche zwischen den beiden fand ich besonders gut. 38 Jahre sind eine lange Zeit, aber da Niobe jetzt endlich die Möglichkeit hat, Bailey die Meinung zu sagen, nutzt sie das auch.


    Serafina/Céleste: Hier müsste ich mich wohl besser an die "Magier"erinnern, aber einer schwarzen Katze sind wir ja auch hier schon mal in einer Geschichte begegnet :) "Der Kristallpalast" ist noch viel präsenter in meiner Erinnerung. Aber ich muss wohl beide Bücher nochmal lesen. Und auf "Fairwater" wäre ich ja auch nochmal neugierig...


  • Auf diese Geschichte habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut, alte Bekannte aus anderen Büchern wiederzutreffen, finde ich immer toll. Mir hat die Geschichte auch richtig viel Spaß gemacht, ich bin aber ein bisschen unschlüssig, wie es jemandem damit geht, der Olivers Romane nicht kennt. Ist da nicht ein bisschen zu viel unklar?


    Yup, so viel kam als Feedback mittlerweile auch bei mir an :) Dieses Risikos war ich mir aber bewusst. Wer die Figuren und ihre Hintergrundgeschichte nicht kennt, für den ist die Geschichte nicht viel mehr als eine hübsche Vignette. Man kann das eine durchaus ohne das andere lesen, aber ideal wäre es schon, zuerst den Roman, dann die KG zu lesen. Ich habe auch gerade im "Allgemeinen Fragen"-Thread etwas zur "Spoilergefahr" geschrieben. Für einen Riesenspoiler halte ich die Kurzgeschichte nicht, aber sie ist schon ein Begleitstück, ein Nachgedanke, und funktioniert als stand-alone auch eher so mittelprächtig.


    Die Biografie von "Mr. B" und Serafina/Céleste drösele ich zum Schluss gerne noch mal auf. Ich habe Mr. Bartholomew in der E-Book-Ausgabe von Fairwater auch ein kleines bisschen überarbeitet, damit es nahtloser passt.


  • ich bin aber ein bisschen unschlüssig, wie es jemandem damit geht, der Olivers Romane nicht kennt. Ist da nicht ein bisschen zu viel unklar?


    Es ging eigentlich mit dem Unklaren, jedenfalls meine ich das, vielleicht habe ich aber auch völligen Mist geschrieben, der zeigt, dass ich nichts verstanden habe :D Bei mir funktioniert die KG wie ein Appetitanreger.



    Niobe und Bailey (wie heißt er jetzt gleich nochmal?)


    Ich glaube, er nennt sich jetzt Basildon.



    Diesmal also nicht London, sondern Paris und der Eiffelturm.


    Ich musste grinsen, als die beiden sich fragten, ob der Eiffelturm wohl die 20 Jahre halten würde, die für ihn angedacht waren ;D

  • Den Kristallpalast habe ich vor 5 Jahren gelesen, aber bei dieser Geschichte war gleich wieder diese besondere Atmosphäre da - und auch einige Erinnerungen. Mir hat gefallen, dass es vor allem um das Zwischenmenschliche ging und auch um den Pakt von Bailey bzw. Basildon. Er wird immer wieder von sich selbst ersetzt - einer Idee, die die ursprüngliche Person nicht mehr kennt. Das ist ein wenig verwirrend, aber auch faszinierend. Und ich frage mich natürlich, wie lange das wohl schon geht und wer/was der Ursprung war. Jedenfalls gibt es so eine Verbindung zwischen den "B-Figuren" und sogar einen Hinweis darauf, dass manche der Ideen nur ein Auge haben. So wie Mr. Bartholomew aus Fairwater, es gibt also auch zu diesem Buch eine Verbindung. :)


    Und natürlich zu den Magiern, immerhin ist die Katze von Basildon niemand geringeres als Serafina! Später zeigt sich auch der Pakt zwischen ihr und Céleste, den es ja auch noch in den Magiern gibt. Bei manchen Dingen frage ich mich, ob es dazu Hinweise in den anderen Büchern gab ... Also zum Beispiel, ob es im Kristallpalast einen Hinweis auf Serafina gibt oder sie erst zwischen 1851 (Kristallpalast) und ca. 1889 (Zeitpunkt dieser Kurzgeschichte) den Pakt mit Céleste eingegangen ist. Oder ob es in den Magiern einen Hinweis darauf gibt, warum man Célestes Leichnam das Herz genommen hat? Da schwirrt irgendwie so viel in meinem Kopf herum ... Hat es eine Bedeutung, dass Céleste auf Basildons Frage, was sie mit seiner Katze gemacht hätte, ähnlich antwortet wie in den Magiern die Wesenheit, die während der Séance Besitz von ihr ergreift? Und kann es sein, dass Ba... es bis 1926 (da spielen die Magier) es nicht geschafft hat, die Fäden zwischen Serafina/Céleste zu entwirren oder erinnere ich mich einfach nicht mehr gut genug an Details? Noch ein Grund, um die Magier nochmal zu lesen. Und den Kristallpalast wohl auch. Und Fairwater ja sowieso. Ohje. ;D


    Sehr spannend fand ich auch, welche Unterschiede es bei Baileys/Basildons Entscheidungen gibt. Dieses Portal wurde nicht geschlossen. Dazu ein für mich sehr schönes Ende, wie sie dort auf der Bank sitzen, Niobes Gedanken zu einer gänzlich erforschten Welt, Basildons Versprechen. Und Keats. Hatte ich ihn verdrängt oder mich nur mal wieder nicht rangetraut? Auf jeden Fall ein berührendes Zitat.

  • Ich muss gestehen, auch für mich ist es Arbeit, wenn ich an ältere Geschichten noch einmal anknüpfen will -- alles immer abrufbereit habe ich auch nicht, und gleichzeitig habe ich große Angst vor Kontinuitätsfehlern.


    Wir sind mit der Geschichtenreihenfolge etwas durcheinander gekommen, was ich aber nicht schlimm finde. Ich mache morgen mal hier weiter, dann haben wir nämlich auch alle Kontinuitätsfragen gelöst und können uns den restlichen Geschichten widmen :)

  • Ich kommentiere jetzt einfach mal zu obigen Beiträgen der Reihe nach runter. Wenn ich was vergessen habe, was euch interessiert, bitte erinnert mich!


    Niobe ist -- wie Cassiopeia -- eine Gestalt aus der griechischen Sage. Beide hatten wenig Freunde unter den Göttern, weswegen Basildon hier an ihren Sinn für Aufmüpfigkeit appelliert :)


    Die Shilas sind, in einfachen Worten, eine Art magische Steine, die dem Träger bestimmte Fähigkeiten verleihen -- in Niones Fall eine Art Empathiesinn, mit dem sie andere Menschen auch ein wenig beeinflussen kann. Was für Konsequenzen die Steine sonst noch haben, wird im Roman thematisiert.


    Dass Céleste kein Herz mehr hat, war eine Randbemerkung aus den "Magiern von Montparnasse":


    Zitat

    »Sie haben kein Herz«, setzte ich nach.
    »Reden Sie keinen Blödsinn«, entgegnete sie. »Natürlich habe ich ein Herz.«
    »Ich weiß auch, wo Sie es aufbewahren«, reizte ich sie. »Es sah nicht mehr allzu frisch aus, als ich es das letzte Mal in Händen hielt.«


    Auch eine leicht ägyptische Ästhetik hatte sie dort schon, deshalb wollte ich es hier thematisieren. Dass Herz wurde normalerweise bei den Ägyptern aber wirklich nicht entnommen; das kommt einer argen Verstümmelung des Beigesetzten gleich. Was Céleste nun aber eigentlich ist? Schwer zu sagen. Irgendeine Art Gestaltwandler-Dämonen-Vampir-Sukkubus. Siehe auch unten :)


    Die Portale hatten immer eine bittersüße Komponente: Einerseits stand zu befürchten, dass die Konsequenzen, wenn man sie öffnet, verheerend sein könnten, andererseits hat zumindest Miss Niobe es immer auch bedauert, es nie herausgefunden zu haben.


    Der Eiffelturm galt den Anwohnern seinerzeit tatsächlich als so hässlich, dass er zuerst nur für die Dauer von 20 Jahren die Genehmigung erhielt :)



    Hat es eine Bedeutung, dass Céleste auf Basildons Frage, was sie mit seiner Katze gemacht hätte, ähnlich antwortet wie in den Magiern die Wesenheit, die während der Séance Besitz von ihr ergreift?


    Whoa, hier hast Du mich erwischt :) Ich glaube, das war Zufall. Oder einfach die leicht schlüpfrige, leicht gehässige Art zu reden, in die ich mich für sie gern hineinversetze ... Toll bemerkt! Aber WAS nun tatsächlich mit ihr ist -- weshalb sie z.B. golden schimmernde Augen hat -- und im "Fall des verwunschenen Schädels" wird ja auch gesagt, sie werde von einem Loa geritten, das Valérie aber nicht kennt -- habe ich nie festgelegt. Siehe oben :) Je mysteriöser sie ist, desto besser (In "Drachenschwingen" bezeichnet sie sich einfach nur als "große Zauberin" ...)


    Keats: Ist dieselbe Passage aus "Hyperion", die ich auch für den "Kristallpalast" übersetzte.

  • Ich versuche jetzt mal, alle Informationen zu Céleste und Bailey, die ich präsent habe, in eine Liste zu packen, ohne zu viel daran herumzuinterpretieren. Es folgen also kleinere (aber nicht schlimme) Spoiler.


    Vorweg: Bailey oder wie immer er heißt trägt immer weiß und einen dicken Schnauzbart; er ist anscheined auf seine eigene vertrackte Art unsterblich, mag aber keine Uhren; er gibt sich stets altmodisch und sein Name fängt immer mit "B" (oder sogar "Ba-") an.



    1837: Lord Bailey, ein britischer Mystiker, bereist Indien auf der Suche nach den Shilas und holt die junge Waise Niobe zu sich nach England. Er hat ein Glasauge. ("Der Kristallpalast")


    1851: Bailey und Niobe sind erst am Bau, dann der Sabotage des Kristallpalast beteiligt. Miss Niobe entdeckt im Tempel von Baileys Loge eine unheimliche Spiegelkammer, und Bailey scheint sein Glasauge auch benutzen zu können, eine Illusion seiner selbst oder eine Art Doppelgänger herbeizurufen. Nach dem großen [... Spoiler ...] am Ende betritt ein neuer Bailey mit zwei gesunden Augen die Bildfläche ("Der Kristallpalast")


    1889: Dieser neue Bailey wurde durch den Earl of Basildon ersetzt (der wiederum ein künstliches Auge besitzt). Gemeinsam mit Miss Niobe, nun Mme Cassiopée, vereitelt dieser die Öffnung eines weiteren Portals; bzw. er justiert es -- ihr zuliebe -- auf das Sternbild, das ihren Namen trägt (Cassiopeia).


    Im Zuge der Ereignisse ruft seine Katze Serafina die geheimnisvolle Céleste herbei, mit der sie forthin immer wieder Plätze tauscht. ("Die Frau, der Magier ...")


    In den "Magiern von Montparnasse" beschreibt er diesen Vorgang folgendermaßen:



    1899 Basildon -- oder bereits sein späteres Selbst -- begegnet Céleste abermals auf Santo Domingo. Danach reist sie weiter nach Haiti und verbündet sich eine Weile mit Victor Lafayette ("Die Magier von Montparnasse", "Der Fall des verwunschenen Schädels")


    1926 Mr. Barneby aus Kent (zwei natürliche Augen) hat Basildon ersetzt. Er ist Mitglied der Société Silencieuse, eines Magierordens, der -- ohne dass er das wüsste -- unter dem Einfluss finsterer Mächte steht. Wie schon Lord Bailey wird er Spielball einer Intrige, von der er sich erst in letzter Minute lossagt. Abermals hat er seine (offenbar ebenfalls unsterbliche) Katze Serafina dabei, und Céleste ist seine Partnerin -- im Gegensatz zu ihm aber loyal zu ihrem Auftraggeber. Nach dem großen [... Spoiler ...] am Ende bleiben Céleste und Serafina beide in unserer Welt, tauschen aber permanent Körper. ("Die Magier von Montparnasse")


    Irgendwann vor 1969: Céleste, in ihrer neuen Existenz als Katze, unterhält sich mit einem Wasserspeier und warnt ihn vor der Vergänglichkeit allen Seins ("Drachenschwingen").


    1978 Mr. Bartholomew manifestiert sich als Teilpersönlichkeit im Bewusstsein des geisteskranken Jungen Lysander Rilkist. In den folgenden 18 Jahren lernt er, abermals Gestalt in unserer Welt anzunehmen. Er hat wieder sein altes Aussehen (und ein Glasauge) und wird zu einem der maßgeblichen Drahtzieher im Konflikt zwischen den Bewohnern Fairwaters und verschiedenen Fraktionen von Fremden, die -- echt oder eingebildet -- aus dem Sternbild der Cassiopeia stammen. Wie schon 1926 in Paris bricht er in die Sternwarte ein, verzaubert Linsen und Spiegel sorgt nach einer Menge auch selbstverschuldetem Chaos wieder für Frieden. ("Fairwater")



    Ich glaube, das war's in groben Zügen ...

  • Da wir den Kristallpalast nicht gelesen haben, haben wir uns grade nur an einer bezaubernden Nachtwanderung durch die Weltausstellung genossen.
    Sehr schön, bildgewaltig ,sprachlich hochwertig und zum Schmunzeln.
    Werden wohl bald mal die Leselücke schließen. Fairwater und den Magier haben wir gelesen.

    Greetz,<br />Weratundrina<br /><br />...alll I ever wanted, all I ever needed - is here in my arms... DM

  • Schön, wenn es auch auf dem Level funktionierte :)


    Im ersten Jahr oder so nach Erscheinen des "Kristallpalasts" hatten meine Co-Autoren und ich manchmal den Tagtraum, wirklich noch eine Fortsetzung in Paris zu schreiben. Daraus wurde aus verschiedenen Gründen nichts; aber es war mir immer wichtig, eines Tages dennoch dorthin zurückzukehren. Diese Kurzgeschichte ist von daher auch der Abgesang auf einen nie geschriebenen (aber glücklicherweise auch nie ausgearbeiteten) Roman.

  • Im ersten Jahr oder so nach Erscheinen des "Kristallpalasts" hatten meine Co-Autoren und ich manchmal den Tagtraum, wirklich noch eine Fortsetzung in Paris zu schreiben. Daraus wurde aus verschiedenen Gründen nichts; aber es war mir immer wichtig, eines Tages dennoch dorthin zurückzukehren. Diese Kurzgeschichte ist von daher auch der Abgesang auf einen nie geschriebenen (aber glücklicherweise auch nie ausgearbeiteten) Roman.


    Schade, ich hätte eine Fortsetzung in Romanlänge gerne gelesen.

  • Mein Mann hat den Kristallpalast jetzt gelesen.
    Daher hab ich auch nichts vorgelesen.


    Aber ich freu mich ja wenn er mal ein Buch liest. ;D

    Greetz,<br />Weratundrina<br /><br />...alll I ever wanted, all I ever needed - is here in my arms... DM

  • Es ist schon komisch, nun hatte ich das Buch ja noch einmal gekauft und mit nach Paris genommen, in der Hoffnung, dort zum Lesen zu kommen. Viel konnte ich nicht lesen, denn die Party-Nächte waren lang. Aber ich habe diese Geschichte noch einmal gelesen auf der Fahrt nach Paris und dann war es eine völlig andere Geschichte. Plötzlich hatten die Orte etwas mit mir zu tun. Es kam zu so einer Art Wechselwirkung. Der Eifelturm war nicht mehr nur eine touristische Attraktion, sondern ich dachte an die Geschichte und die Weltausstellung. Ich fand es beeindruckend, wie sich die Beziehung zur GEschichte und zu Paris gegenseitig beeinflusst hat. So war es vielleicht wirklich gut, dass ich das Buch neu kaufen musste. ;D