Die Grenze

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Bin mir nicht sicher, ob ich übervorsichtig bin, aber lieber zu viel als zu wenig: Dieser Geschichte sollte ich vielleicht eine Triggerwarnung (sexuelle Gewalt und überhaupt Gewaltakte) voranstellen. Ich hatte sie gerade letzten Monat abends in Leipzig auf einer Lesung und dabei selbst mal wieder gemerkt, wie hässlich sie ist. Mea culpa.

  • Okay, die Geschichte ist tatsächlich ziemlich düster und blutig.
    Auch hier haben wir wieder eine ganze Reihe von Grenzen:
    Die geographische, die es zu überschreiten gilt, um in Sicherheit bzw. zum Rest der Truppe zu gelangen.
    Die scharfe Trennung zwischen den Geisteln und ihren Entführern.
    Die messerscharfe Balance innerhalb der Gruppe, die dafür sorgt, dass sich die Rebellen nicht gegenseitig umbringen. Und die bis zum Ende gleich mehrfache überschritten wird.
    Und schließlich die innere, die vom Protagonisten angesprochen wird: Vielleicht nicht direkt zwischen gut und böse, aber doch zumindest das bisschen an Moral, dass einen Menschen davon abhält einen anderen einfach zu vergewaltigen, zu quälen, umzubringen.


    Sehr deutlich wird, dass der Erzähler sich anfangs fast komplett von den Geiseln distanziert hat, er sieht sie eigentlich kaum als Menschen an, auch wenn er sich für den "Holländer" ein paar Dinge vorstellt. Sie sind für ihn ein notwendiges Übel, das die Gruppe einerseits schützt, ihm selbst aber andererseits nur Aufwand bedeutet. Auf die Idee, dass es sich bei den dreien um eine Familie handelt, kommt zum Beispiel ja auch niemand, bevor es ihnen gesagt wird. Und sie heißen auch nur der "Alte", der "Fette" und die "Frau". Nicht zu vergessen, dass eigentlich klar ist, dass die drei ermordet werden, sobald sie ihren Zweck erfüllt haben.
    Erst allmählich ändert sich das. Immerhin scheint er für die Frau am zugänglichsten zu sein, als sie nachts austreten muss. Und er lässt sich auch unbeobachtet gehen. Ich glaube dabei nicht, dass er dabei ausschließlich darum geht, dass sie ohnehin nicht mehr fähig ist zu flüchten.
    Und am Ende handelt er dann ja, als die Frau vergewaltigt wird. Wobei mir da nicht so ganz klar ist, warum er sich da einfach wegschicken lässt. Er sagt ja selbst, dass es nur ein Vorwand sei.


    Interessant auch die Reihenfolge seiner Festellung: Er hat die Frau getötet und mit ihr Ekala. Ist ihm der Tod der Frau wichtiger, entweder weil er sie erlöst hat oder weil er sich schuldig für ihren Tod fühlt?
    Sehr gut auch, wie er am Anfang über Vergewaltigung sinniert: Dass es dabei in der Regel nicht um Sexualität oder Begierden geht, sondern dass es sich oft nur um eine Ausübung von Macht handelt - auf grausame, demütigende Weise.


    Das Feuer am Ende kam für mich etwas plötzlich. Stammt das eventuell noch vom Feuer der vorherigen Nacht? Oder von der Zigarette, die Ekala angezündet hat? Oder ist es einfach nur Zufall?
    Und was genau hat es mit diesem Geist auf sich, von dem der Erzähler spricht?

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Diese Geschichte ist wirklich düster und grausam. Und wir haben es in dieser Geschichte mit mehreren Grenzen zu tun, habe ich den Eindruck: es geht um die Grenze, die erreicht werden soll, um aus dem verbrannten Gebiet zu kommen. Aber auch um innere Grenzen, Hemmschwellen, die man überschreitet. Gerade der Krieg bringt ja oft genug das Schlechteste im Menschen hervor. Im ersten Moment dachte ich übrigens an den Vietnamkrieg, aber bei den Söldnern finden sich die die unterschiedlichsten Nationalitäten, somit kann der Kriegsschauplatz überall liegen. Oder wirklich irgendwo in Afrika, falls der Erzähler mit seiner Vermutung recht hat, was ihre holländischen Geiseln angeht.


    Wer oder was ist Ekala? Ist er nur ein besonders brutaler und unberechenbarer Mensch oder wirklich ein Dämon, der von einer unbekannten Feuermacht genährt wird? Oder hat der Erzähler im Kopf eine Grenze überschritten und interpretiert in einen gewöhnlichen Weltbrand und Ekala Dinge rein, die man eher dem Wahnsinn zuordnen könnte? Das finde ich sehr spannend, dass man die Geschichte so oder so sehen kann, wobei ich eher zu der geheimnisvollen Variante tendiere ;D Dann wäre natürlich die Frage, was sich genau hinter dem Feuer verbirgt? Eine dämonische oder eher reinigende Kraft? Wobei ich mich schwer tue, eine reinigende Kraft in Zusammenhang mit Ekala zu bringen. Waldbrände beenden zwar eine Reihe Leben, aber sorgen auch wiederum für fruchtbare Erde und erneutes und stärkeres Wachstum. Entstand der Waldbrand durch übernatürliche Kräfte und eskalierte durch Ekalas Tod oder entstand er einfach nur durch eine weggeworfene Kippe?


    Warum griff der Indianerjunge nicht ein, als der Erzähler Ekala tötet? Weil Ekala in diesem Moment ebenfalls eine Grenze überschritten hat, die er nicht hätte überschreiten dürfen? Der Erzähler verhält sich eigentlich noch am anständigsten von allen, aber auch er überschreitet eine Grenze, als er einen Menschen, dazu noch seinen Vorgesetzten, tötet - auch wenn ich es sehr gut verstehen kann.


    Die Chancen, dass sowohl die Geisel als auch der Erzähler das Inferno überleben, scheinen eher hoffnungslos zu sein. Und was ist mit dem Indianerjungen? Weiß er besser damit umzugehen?


  • Die scharfe Trennung zwischen den Geisteln und ihren Entführern.
    Die messerscharfe Balance innerhalb der Gruppe, die dafür sorgt, dass sich die Rebellen nicht gegenseitig umbringen. Und die bis zum Ende gleich mehrfache überschritten wird.


    Stimmt, diese Grenzen gibt es hier auch noch.



    Sehr deutlich wird, dass der Erzähler sich anfangs fast komplett von den Geiseln distanziert hat, er sieht sie eigentlich kaum als Menschen an, auch wenn er sich für den "Holländer" ein paar Dinge vorstellt. Sie sind für ihn ein notwendiges Übel, das die Gruppe einerseits schützt, ihm selbst aber andererseits nur Aufwand bedeutet. Auf die Idee, dass es sich bei den dreien um eine Familie handelt, kommt zum Beispiel ja auch niemand, bevor es ihnen gesagt wird. Und sie heißen auch nur der "Alte", der "Fette" und die "Frau". Nicht zu vergessen, dass eigentlich klar ist, dass die drei ermordet werden, sobald sie ihren Zweck erfüllt haben.


    Die Geiseln werden auch als zusätzliche Belastung empfunden, nachdem sich die Söldner auf der Flucht vor der Armee befinden, dann diese Hitze und die unwirtliche Gegend. Sie benötigen dringend Wasser für die Geiseln, denn nur mit lebenden Geiseln kann man Verhandlungen führen, dabei ist Wasser so schon knapp genug. Und wie du schreibst, jedem ist irgendwo klar, dass die Geiseln schlussendlich umgebracht werden, da möchte man eher keine persönliche Beziehung zu ihnen aufbauen.



    Das Feuer am Ende kam für mich etwas plötzlich. Stammt das eventuell noch vom Feuer der vorherigen Nacht? Oder von der Zigarette, die Ekala angezündet hat? Oder ist es einfach nur Zufall?
    Und was genau hat es mit diesem Geist auf sich, von dem der Erzähler spricht?


    Mir kommt gerade der Gedanke, ob hier vielleicht allgemein die Natur mit dem Waldbrand zurückschlägt, weil die Menschen eine Grenze überschritten haben, indem sie Natur in dieser Gegend gnadenlos ausgebeutet und verseucht haben. Dieser Punkt wird ja immer mal wieder angesprochen.


  • Und wie du schreibst, jedem ist irgendwo klar, dass die Geiseln schlussendlich umgebracht werden, da möchte man eher keine persönliche Beziehung zu ihnen aufbauen.


    Stimmt. Da ist es auch durchaus nachvollziehbar, dass man lieber auf Distanz bleiben will.



    Mir kommt gerade der Gedanke, ob hier vielleicht allgemein die Natur mit dem Waldbrand zurückschlägt, weil die Menschen eine Grenze überschritten haben, indem sie Natur in dieser Gegend gnadenlos ausgebeutet und verseucht haben. Dieser Punkt wird ja immer mal wieder angesprochen.


    Hm. Würde ich jetzt nicht grundsätzlich ausschließen. Für mich schien es allerdings eher weniger übernatürlichen Ursprungs zu sein.

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Eine düstere Geschichte, allerdings glücklicherweise nicht so heftig wie ich nach der Triggerwarnung befürchtet hatte. Sie ist von Anfang an bedrückend, sowohl von der Atmosphäre als auch den Aussichten her, und das spitzt sich ja immer weiter zu. Der Erzähler distanziert sich anfangs noch sehr von den Geiseln, zieht da eine deutliche Grenze, durch die er sich ja auch schützt. Im Verlauf der Geschichte fällt diese Mauer, sicher auch durch den längeren Zeitraum und die Nähe. Es beginnt damit, dass kein Respekt mehr voreinander empfunden wird - da hatte ich das Gefühl, dass diese Geschichte nur auf eine schlimme Art enden kann. Unter der Oberfläche hat es heftig gebrodelt - und dieser Ekala hat das genau gespürt bzw. sogar darauf angelegt. Die Geiseln waren ja von Anfang an dem Tod geweiht, und Ekala hat auch irgendwann deutlich gemacht, dass es für seine "Kräfte" nicht besser aussieht. Ausgenommen der Indianerjunge, der aber sowieso eine besondere Rolle einnahm.


    Neben der hoffnungslos-düsteren Seite gab es für mich aber auch eine mystische Seite, die mich immer mehr beschäftigt hat. Was steckte hinter Ekala, der eine besondere (düstere) Ausstrahlung hatte und mir das Gefühl vermittelte, nicht einfach "nur" ein Dreckskerl zu sein. Darum vermutete ich auch, dass er irgendwas mit Feuer zu tun haben musste und nicht aus "Arschlochigkeit" als einziger rauchen durfte. Dazu kamen dann noch die Träume des Erzählers von dem brennenden Wald und dem darin gefangenen Hirsch. Und dieser Gebirgszug, der immer näher kommt, zu dem der Erzähler aber gar nicht will ... Wenn das Gefühl in dieser trostlosen Gegend so deutlich ist, muss es sehr intensiv gewesen sein.


    Darum halte ich diesen Gebirgszug auch für "die Grenze" aus dem Titel, obwohl es in dieser Geschichte ja viele Grenzen gibt. Die mächtigen, böse wirkenden Hänge am Rand der verbrannten Fläche. Von dieser Grenze aus hat das Feuerdämonwesen, das sich hinter Ekala verbarg, den Wald zerstört und so womöglich an Macht gewonnen. Die Frau (vielleicht auch die ganze Familie) muss aber irgendwie mit dem Wald bzw. der Natur verbunden gewesen sein, der Erzähler sah ihre Spuren ja in der einen Szene als blutige Hirschspuren - dem Hirsch aus seinem Traum. Oder der Erzähler war sensibel genug, um den drohenden Tod der Frau im Umfeld des zerstörten Waldes als so einen Traum wahrzunehmen. Für Ekala muss sie aber eine Bedeutung gehabt haben, und somit auch für das Feuerdämonwesen. Denn es durfte sie ja niemand anfassen/vergewaltigen - er wollte es selbst tun. Vielleicht auch als so eine Art Opferhandlung für den Feuerdämon? Und Ekala heißt mit Vornamen ja Melchior, was "König des Lichts" bedeutet - daher schließt sich da für mich der Feuerkreis.


    Den Geister-Indianerjungen habe ich mir anfangs als so eine Art Schutzwesen vorgestellt, das das Feuerwesen erschaffen oder herbeigerufen hat, um Ekala zu unterstützen. Als dieser indianische Talisman erwähnt wurde, war mir aber klar, dass ich damit auf dem Holzweg war. Dieser Talisman bestand auch aus verbrannten Knochen, denen des Jungen. Also ein Artefakt, mit dem Ekala Macht über den Geister-Indianerjungen besaß. Dazu passt auch, dass der Junge zuletzt den Talisman hatte - nachdem Ekala tot war - und er dem Erzähler dann einen Hinweis auf die Gefahr gegeben hat.


    Vieles an meinen Überlegungen klingt vielleicht etwas wirr, aber es fühlt sich überwiegend nicht so an. Ich komme nur nicht dahinter, warum das Feuerdämonwesen das tut, was es eben tut. Vielleicht ja aber auch einfach deshalb, weil Dämonen so etwas eben tun könnten - in so einer Weltuntergangsgeschichte.

  • Die Geschichte war wirklich sehr düster und brutal, aber nachdem man heutzutage fast überall mit Gewalt und Brutalität konfrontiert wird und dadurch abhärtet, fand ich sie nicht so schlimm.



    Sehr deutlich wird, dass der Erzähler sich anfangs fast komplett von den Geiseln distanziert hat, er sieht sie eigentlich kaum als Menschen an, auch wenn er sich für den "Holländer" ein paar Dinge vorstellt. [...]
    Erst allmählich ändert sich das. Immerhin scheint er für die Frau am zugänglichsten zu sein, als sie nachts austreten muss. Und er lässt sich auch unbeobachtet gehen. Ich glaube dabei nicht, dass er dabei ausschließlich darum geht, dass sie ohnehin nicht mehr fähig ist zu flüchten.


    Das ist mir auch sehr deutlich aufgefallen. Der Erzähler distanziert sich zu Beginn komplett von den Geiseln und macht sich erst nach und nach mehr Gedanken über sie. Als er die Frau unbeobachtet gehen lässt, habe ich vermutet, dass er sie auch hätte weglaufen lassen, wenn sie noch gekonnt hätte.



    Interessant auch die Reihenfolge seiner Festellung: Er hat die Frau getötet und mit ihr Ekala. Ist ihm der Tod der Frau wichtiger, entweder weil er sie erlöst hat oder weil er sich schuldig für ihren Tod fühlt?


    Das fand ich ganz normal, er hat ja direkt auf Ekala geschossen, dass dieser tot ist, ist ziemlich klar. Dass die Frau dabei auch gestorben ist, ist das unerwartetere Ergebnis und wird deshalb zuerst angesprochen.



    Das Feuer am Ende kam für mich etwas plötzlich. Stammt das eventuell noch vom Feuer der vorherigen Nacht? Oder von der Zigarette, die Ekala angezündet hat? Oder ist es einfach nur Zufall?


    Ist das Feuer real, also ein ganz normales Feuer, dass sich von der Feuerstelle der vorherigen Nacht ausgebreitet hat? Ich habe das am Ende als etwas übernatürliches wahrgenommen.



    Warum griff der Indianerjunge nicht ein, als der Erzähler Ekala tötet? Weil Ekala in diesem Moment ebenfalls eine Grenze überschritten hat, die er nicht hätte überschreiten dürfen? Der Erzähler verhält sich eigentlich noch am anständigsten von allen, aber auch er überschreitet eine Grenze, als er einen Menschen, dazu noch seinen Vorgesetzten, tötet - auch wenn ich es sehr gut verstehen kann.


    Die Chancen, dass sowohl die Geisel als auch der Erzähler das Inferno überleben, scheinen eher hoffnungslos zu sein. Und was ist mit dem Indianerjungen? Weiß er besser damit umzugehen?


    Ich habe beim Lesen darüber nachgedacht, ob der Indianerjunge überhaupt real ist. Er greift nicht wirklich ins Geschehen ein und beobachtet meistens eher, was passiert.



    Den Geister-Indianerjungen habe ich mir anfangs als so eine Art Schutzwesen vorgestellt, das das Feuerwesen erschaffen oder herbeigerufen hat, um Ekala zu unterstützen. Als dieser indianische Talisman erwähnt wurde, war mir aber klar, dass ich damit auf dem Holzweg war. Dieser Talisman bestand auch aus verbrannten Knochen, denen des Jungen. Also ein Artefakt, mit dem Ekala Macht über den Geister-Indianerjungen besaß. Dazu passt auch, dass der Junge zuletzt den Talisman hatte - nachdem Ekala tot war - und er dem Erzähler dann einen Hinweis auf die Gefahr gegeben hat.


    Du hast den Jungen also auch als Geist gesehen und nicht als reale Person? Ich finde das mit dem Talisman, durch den Ekala Macht über den Jungen hat, eine interessante Interpretation, wäre aber selbst nicht darauf gekommen.


  • Ich habe beim Lesen darüber nachgedacht, ob der Indianerjunge überhaupt real ist. Er greift nicht wirklich ins Geschehen ein und beobachtet meistens eher, was passiert.



    Du hast den Jungen also auch als Geist gesehen und nicht als reale Person? Ich finde das mit dem Talisman, durch den Ekala Macht über den Jungen hat, eine interessante Interpretation, wäre aber selbst nicht darauf gekommen.


    So hatte ich das noch gar nicht gesehen, dabei könntet ihr recht haben. Die Geschichten sind hervorragend leserunden-geeignet, weil es so viele Details zu entdecken gibt.


  • Das fand ich ganz normal, er hat ja direkt auf Ekala geschossen, dass dieser tot ist, ist ziemlich klar. Dass die Frau dabei auch gestorben ist, ist das unerwartetere Ergebnis und wird deshalb zuerst angesprochen.


    Er wollte die Frau ja retten und hat sie dann unbeabsichtigt durch den "Durchschuss" getötet. Und es passt für mich auch zum Blickwinkel, denn dem Erzähler fällt ja zuerst ihr Blut auf ...



    Ist das Feuer real, also ein ganz normales Feuer, dass sich von der Feuerstelle der vorherigen Nacht ausgebreitet hat? Ich habe das am Ende als etwas übernatürliches wahrgenommen.


    Es wird ja als dämonisches Feuer beschrieben, daher war es für mich ganz eindeutig übernatürlich. Das Böse, das dort gelauert hat, hat sich auf den Weg gemacht ...



    Du hast den Jungen also auch als Geist gesehen und nicht als reale Person? Ich finde das mit dem Talisman, durch den Ekala Macht über den Jungen hat, eine interessante Interpretation, wäre aber selbst nicht darauf gekommen.


    Anfangs habe ich ihn als reale Person gesehen, dann wurde ich unsicher. Und als er den Talisman hatte, bei seinem letzten Auftritt, da nimmt der Erzähler ihn ja auch nur noch als Schatten war - an der Stelle war ich mir dann sicher, dass meine Spekulation funktioniert und er auch ein Geist ist.


  • Das fand ich ganz normal, er hat ja direkt auf Ekala geschossen, dass dieser tot ist, ist ziemlich klar. Dass die Frau dabei auch gestorben ist, ist das unerwartetere Ergebnis und wird deshalb zuerst angesprochen.


    Stimmt, das klingt logisch.


    [quote author=stefanie_j_h link=topic=13027.msg271135#msg271135]
    Ich habe beim Lesen darüber nachgedacht, ob der Indianerjunge überhaupt real ist. Er greift nicht wirklich ins Geschehen ein und beobachtet meistens eher, was passiert.
    [/quote]
    Wobei ja er es ist, der Ferguson durch einen Giftpfeil tötet...



    Dazu passt auch, dass der Junge zuletzt den Talisman hatte - nachdem Ekala tot war - und er dem Erzähler dann einen Hinweis auf die Gefahr gegeben hat.


    Das klingt ziemlich einleuchtend. Ich hatte das Gerede vom "Geisterjungen" ehrlich gesagt als metaphorisch abgetan. Als Anspielung darauf, dass der Erzähler den Jungen nie hört, wenn er sich bewegt.




    Es wird ja als dämonisches Feuer beschrieben, daher war es für mich ganz eindeutig übernatürlich. Das Böse, das dort gelauert hat, hat sich auf den Weg gemacht ...


    Dazu würde dann auch passen, dass der Erzähler immer wieder von dem Feuer geträumt hat - je schlimmer, desto näher sie dem Gebiet kamen.
    Wobei mir trotzdem nicht ganz klar ist, woher das Feuer kommt. Hätte es die Gruppe schon längst verschlungen, wurde aber durch andere Mächte (Ekala, den Geisterjungen?) unter Kontrolle gehalten?

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Ihr habt hier ein paar extrem gute Gedanken gesammelt, die ich mal anfange, herauszupicken.


    Erst mal Llyren: Ich schließe mich dem, was Du über Grenzen gesagt hast, und Deiner Interpretation zu den Figuren komplett an. Was ich in dieser Geschichte, sehr viel drastischer als anderswo, versuchen wollte, war, eine Geschichte über Zögerlichkeit zu erzählen: Was muss (noch) alles passieren, damit die Hauptperson (die ja von vornherein zumindest auf abstrakte Weise erkennt, dass es falsch ist, was sie tun, und/oder einen Hass auf Ekala empfindet) endlich handelt? Dieses Zögern bremst ihn bis untmittelbar vor dem tödlichen Schuss aus (als auf die eine oder andere Weise die "Grenze" erreicht ist.)


    Mir kommt gerade der Gedanke, ob hier vielleicht allgemein die Natur mit dem Waldbrand zurückschlägt, weil die Menschen eine Grenze überschritten haben, indem sie Natur in dieser Gegend gnadenlos ausgebeutet und verseucht haben. Dieser Punkt wird ja immer mal wieder angesprochen.


    Das ist ein spannender Gedanke, der in meine Sicht der Ereignisse durchaus hineinspielt, insbesondere, wenn man "Natur" hier so weit wie möglich fasst: das "Normale", die "Realität".



    Neben der hoffnungslos-düsteren Seite gab es für mich aber auch eine mystische Seite, die mich immer mehr beschäftigt hat. Was steckte hinter Ekala, der eine besondere (düstere) Ausstrahlung hatte und mir das Gefühl vermittelte, nicht einfach "nur" ein Dreckskerl zu sein. Darum vermutete ich auch, dass er irgendwas mit Feuer zu tun haben musste und nicht aus "Arschlochigkeit" als einziger rauchen durfte. Dazu kamen dann noch die Träume des Erzählers von dem brennenden Wald und dem darin gefangenen Hirsch. Und dieser Gebirgszug, der immer näher kommt, zu dem der Erzähler aber gar nicht will ...


    Diese mystische Seite ist definitiv so angelegt. Man muss es nicht unbedingt als etwas "Übernatürliches" werten, aber aus Sicht des Erzählers gehen hier Traum (oder Wahn) und Wirklichkeit durchaus durcheinander; Ekala wird mit Feuer assoziiert, Feuer ist hier schon eher eine destruktive Kraft (auch wenn man das Ende als Erlösung auffassen könnte), und die Tiere seines Traums (der ja mehr oder weniger die "heile" Welt seiner Kindheit oder die gesunde Seite seiner Persönlichkeit abbildet) die Leidtragenden, genau wie die Geiseln, insbesondere die Frau.


    Das mit "Melchior" ist Zufall (ich habe den Namen aus einer Rollenspielrunde geklaut), aber *uffz*, dass es passt! :)


    Was das genaue Verhältnis Ekala/Indianerjunge/dämonische Kraft angeht, ich persönlich hatte hier keine glasklare "Erklärung" vorbereitet (zumindest nicht wissentlich). Aber deine Gedanken gehen für mich absolut in die erhoffte Richtung.



    Ich habe beim Lesen darüber nachgedacht, ob der Indianerjunge überhaupt real ist. Er greift nicht wirklich ins Geschehen ein und beobachtet meistens eher, was passiert.


    Das finde ich gut, denn das war auch so angelegt: der Erzähler sieht sie ja z.B. nie gleichzeitig. Man könnte das vielleicht sogar noch etwas weiterspinnen und sich fragen, wie viel realer Ekala eigentlich ist. Aber wie gesagt: Es gibt keine 1A-Auflösung, auf die man kommen müsste. Nur Lesarten -- zumindest wäre das meine Absicht gewesen.



    So hatte ich das noch gar nicht gesehen, dabei könntet ihr recht haben. Die Geschichten sind hervorragend leserunden-geeignet, weil es so viele Details zu entdecken gibt.


    :) Dann halte ich mich mal auch noch weiter zurück, vielleicht kommt ja noch was. Vielen Dank aber schon mal für eure Interpretationsfreude!


  • eine Geschichte über Zögerlichkeit zu erzählen: Was muss (noch) alles passieren, damit die Hauptperson (die ja von vornherein zumindest auf abstrakte Weise erkennt, dass es falsch ist, was sie tun, und/oder einen Hass auf Ekala empfindet) endlich handelt?


    Das habe ich mich zwischendrin auch gefragt. Immerhin sagt er ja selbst, dass Ekala ihn wohl früher oder später töten wird. Aber selbst, als es für ihn eigentlich klar ist, dass für Ekala der Punkt bereits überschritten ist, handelt er nicht. Er reagiert erst, als Ekala die Frau vergewaltigt.
    Das wirkt für mich schon so, als hätte der Erzähler im Geiste schon aufgegeben und ist zum reinen Mitläufer geworden. Nur nicht selbstständig den Status Quo verändern...




    Das finde ich gut, denn das war auch so angelegt: der Erzähler sieht sie ja z.B. nie gleichzeitig. Man könnte das vielleicht sogar noch etwas weiterspinnen und sich fragen, wie viel realer Ekala eigentlich ist.


    Tut er nicht? Zumindest in meinem Kopf hatte ich die beiden mal in derselben Szene - ohne dass ich das jetzt belegen könnte. Ich seh schon: Ich muss besser aufpassen, wann der Erzähler sagt, wer sich gerade wo aufhält :verlegen:




    Diese mystische Seite ist definitiv so angelegt. Man muss es nicht unbedingt als etwas "Übernatürliches" werten, aber aus Sicht des Erzählers gehen hier Traum (oder Wahn) und Wirklichkeit durchaus durcheinander; Ekala wird mit Feuer assoziiert, Feuer ist hier schon eher eine destruktive Kraft (auch wenn man das Ende als Erlösung auffassen könnte), und die Tiere seines Traums (der ja mehr oder weniger die "heile" Welt seiner Kindheit oder die gesunde Seite seiner Persönlichkeit abbildet) die Leidtragenden, genau wie die Geiseln, insbesondere die Frau.


    Ich halte mich auch eher auf der "realistischeren" Seite und würde eher die Theorie vertreten, dass der Erzähler so langsam den Bezug zur Realität verliert. Auch wenn ich eine gewissen Übernatürlich der Ereignisse nicht bestreiten will, bleibt die Frage, wieviel der Erzähler hier schon hineindichtet. Einerseits träumt er von Flammen und Tieren, andererseits sind sie auf verbrannter Erde unterwegs. Und er weist auch immer wieder auf das Flimmern hin, als würden die Berge oder sogar die Luft brennen. Zudem scheint er auch die Aussichtslosigkeit der Lage zu erkennen. Wie können sie ihre Leute wieder treffen? Wie kommt er aus der ganzen Sache wieder heraus?


    Ekalas Aktionen mit der Zigarette und der Frau hätte ich als reine Machtdemonstrationen aufgefasst. Wenn er da wirklich geplant mit einem Feuerdämon paktieren würde - warum? wozu dann überhaupt sich mit dem Rest der Truppe treffen.
    Andererseits (kommt mir nur gerade): Wird eigentlich gesagt, wer der Rest der "Kräfte" sind? Der Erzähler weist ja sogar darauf hin, dass Ekala nie von Truppen oder Menschen spricht, sondern immer von "Kräften". Nur so ein Gedanke...

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.


  • Das habe ich mich zwischendrin auch gefragt. Immerhin sagt er ja selbst, dass Ekala ihn wohl früher oder später töten wird. Aber selbst, als es für ihn eigentlich klar ist, dass für Ekala der Punkt bereits überschritten ist, handelt er nicht. Er reagiert erst, als Ekala die Frau vergewaltigt.
    Das wirkt für mich schon so, als hätte der Erzähler im Geiste schon aufgegeben und ist zum reinen Mitläufer geworden. Nur nicht selbstständig den Status Quo verändern...


    Oder ist es die unbedingte Hörigkeit gegenüber den Vorgesetzten, wie es gerne bei Armeen der Fall ist? Allerdings hatte ich auch öfters den Eindruck, dass der Erzähler aufgrund der Strapazen und der Hitze innerlich resigniert hat.



    Andererseits (kommt mir nur gerade): Wird eigentlich gesagt, wer der Rest der "Kräfte" sind? Der Erzähler weist ja sogar darauf hin, dass Ekala nie von Truppen oder Menschen spricht, sondern immer von "Kräften". Nur so ein Gedanke...


    Das hatte ich mich beim Lesen auch öfters gefragt: es ist von einer Armee die Rede, von der die Protagonisten verfolgt werden. Entweder gehören sie zu einer anderen Armee, dass also Krieg zwischen zwei Ländern herrscht, oder aber sie sind eher Rebellen, dann ginge es in die Richtung Bürgerkrieg. Folgender Satz des Erzählers, als sie an den Spuren der Umweltzerstörung vorbeikommen, könnte in beide Richtungen passen: "Die letzten Regierungen waren nicht gerade umweltbewusst, von daher sollten die verdammten Naturschützer auf unserer Seite stehen."


  • Tut er nicht? Zumindest in meinem Kopf hatte ich die beiden mal in derselben Szene - ohne dass ich das jetzt belegen könnte. Ich seh schon: Ich muss besser aufpassen, wann der Erzähler sagt, wer sich gerade wo aufhält :verlegen:


    Falls doch, habe ich einen Fehler gemacht :)


    Müsste ich mich jetzt zwischen "übernatürlich" und "wahnsinnig" entscheiden, würde ich auch Richtung "wahnsinnig" tendieren.

  • Hab den Indianerjungen auch als Geist gelesen. Er passte auch einfach so gar nicht in diese Gruppe. Aber dann wusste ich wiederum nicht woher sonst der Giftpfeil kam. Hm?


    Ich fand die Geschichte auch nicht besonders grausam. Schon schlimm dass man heutzutage so abgehärtet isst,dass man bei soviel Blut und Leid nicht mit der Wimper zuckt. >:(
    Primär war sie sehr dreckig und stickig und staubig und heiss. Da war man mitten drin und ich wollte dass es aufhört Definitiv keine Wohlfühllektüre. ;)

    Greetz,<br />Weratundrina<br /><br />...alll I ever wanted, all I ever needed - is here in my arms... DM

  • Es gibt fürchte ich keine Lesart, die widerspruchsfrei aufgeht. Noch weniger, wenn man sogar Ekala als Geist liest. Es gibt da so ein paar Stellen, wo ich den Leser in die Richtung schubsen wollte, z.B.


    Zitat

    Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, flüstere ich. Und wir sind nur zu zweit.
    Ferguson grunzt. Natürlich sind wir das, sagt er.


    Oder die Beschreibung des Gebirgszugs:


    Zitat

    Beiderseits der Schlucht wachsen karge Sträucher, bilden ein Muster wie auf Ekalas Tarnhemd. Die mächtigen Gipfel werden zu Schultern, die Schlucht wird zur Kehle, und die Hitze flimmert wie eine goldene Kette auf den Hängen. Meine Sinne spielen mir einen Streich.


    Trotzdem stellt sich vielleicht auch hier, ähnlich wie in "Jimberlyne, Jimberlyne", die Frage, wie viel der Handlung und der Figuren sich eigentlich in der "äußeren" Welt abspielen und wie viel in seiner inneren.


  • Trotzdem stellt sich vielleicht auch hier, ähnlich wie in "Jimberlyne, Jimberlyne", die Frage, wie viel der Handlung und der Figuren sich eigentlich in der "äußeren" Welt abspielen und wie viel in seiner inneren.


    Das macht die Sache dann aber finde ich immer noch einen Tick interessanter: Ein unzuverlässiger Erzähler hat schon was...

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Hier ist schon viel über Grenzen gesagt worden und es ist eine Geschichte, deren Titel von allen Seiten passt. "Die Reiterarmee" von Isaak Babel habe ich während meiner Studienzeit gelesen und wir haben viel darüber diskutiert, wie der Krieg die Menschen verändert. Auch in dem Lied "Es ist an der Zeit" wird darauf eingegangen, Krieg führt zu einer Verrohung. Schon die Sicht auf die Geisel ist eine Notwendigkeit, um diesem Befehl überhaupt Folge zu leisten. Ein Schutz, eine Grenze, die Emotionen raushalten soll. Diese Grenze muss gleich zweimal überschritten werden, einmal muss die Emotion von außen eingelassen werden und eine Beziehung zu den Geiseln aufgebaut werden und zum anderen muss die Grenze von innen überschritten werden, wenn man einen Menschen umbringen will. Der Feind ist kein Mensch, das ist der Feind, aber der "Kamerad" so schlimm er auch ist, er ist eben ein Mensch und sogar noch mehr. Als wir in einem Test gefragt wurden: was würden sie tun, wenn sie für eine Truppe verantwortlich wären und auf der Flucht vor dem Feind, einer der ihnen anvertrauten Soldaten hat einen Bauchschuss. Würden sie ihn töten, damit sie die anderen retten (schneller fliehen können) oder würden sie ihn mitnehmen? Mein Nachbar, der bei allen anderen Fragen ohne Problem getötet hätte, wenn es darum ging dafür andere Leben zu retten, kreuzte hier an, dass er ihn mitnehmen würde. Ich hatte immer "nein" angekreuzt, hätte aber hier den Verwundeten erschossen, denn ein Bauchschuss ist eine Todeserklärung, und ein qualvoller Tod. Auf meine Frage, warum er hier den Verwundeten weiter schleppen würde und seine Schmerzen vergrößern, obwohl er mir in der Sache Recht gab, war seine Antwort: Ich habe in der Armee gelernt, nie einen Kameraden zurück zu lassen, auch keinen toten." Also gibt es hier gleich mehrere Grenzen zu überwinden, denn der erlernte Gehorsam kommt auch noch dazu.
    Ich habe natürlich auch die ganze Zeit gehofft, er würde endlich die Initiative ergreifen. Spätestens als er die Verbindung der Frau (zumindest in seiner Phantasie) mit der Natur gesehen hat und mit seinen Träumen, dachte ich er agiert. Aber er hat nicht agiert und so ist es einfach zu spät. als er reagiert ist die Frau schon geschändet und es ist nichts mehr zu retten.
    Probleme hatte ich mit der Rolle des Indianers und mit dem Feuer. wieso das Feuer mit dem brutalen Vorgesetzten verbunden wird, war mir nicht klar. Ich sehe ja das Feuer eher als reinigend, strafend, aber eben strafend für die Unmenschlichkeit, für die Schändung der Natur, die die Frau für mich darstellte, die Missachtung jeglicher natürlicher Bindungen. Außerdem auch dafür, dass man keine Rettung erreichen kann, wenn man selbst verloren ist. dieser angeblich rettende Ort existiert nicht, wenn man sich selbst nicht rettet.
    Der Indianer stellt für mich (das ist wohl Klischee) auch eine enge Verbindung zur Natur dar. wieso ist auch er auf der Seite des Bösen? Ist er das? Ist es eine Erklärung, dass er vielleicht nicht existiert?
    Ist nun mein Fehler, dass ich so spät dran bin. eigentlich schade, denn die Geschichte ist für mich die dichteste.

  • Danke für das Kompliment. Das Feuer war für mich eher etwas Böses: Ekalas "Kraft", die Land & Menschen verbrennt. Reinigend wird sie im weitesten Sinne für mich erst am Ende, als sie den Erzähler letztlich verschlingt. Aber eine Rettung gibt es allenfalls für den namenlosen Überlebenden.


    Der Indianerjunge ist tatsächlich bis zu einem gewissen Grad Klischee, ich bin mir nicht einmal sicher, ob er eine eigenständige Figur ist, oder auch nur ein mystischer (und eher negativer) Aspekt der zerstörerischen Kräfte, die in der Geschichte wirken. Das rundere Bild wäre vielleicht wirklich gewesen, ihn als "gute Naturkraft" zu setzen, andererseits hätte das das Klischee, wie Du richtig sagst, auch nicht besser gemacht.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen