Jimberlyne, Jimberlyne

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  • Jimberlyne ist zwar ein düsteres Märchen, aber toll erzählt. Z.B. war ich sehr gespannt, wem Jake alles auf seiner Suche nach Elaine begegnet, ich liebe solche überraschenden und skurrilen Figuren.


    Jake kann die Nähe von anderen Menschen nicht ertragen, nur Elaine, seine Frau, bildet hier eine Ausnahme. Und aus Liebe zu ihm war sie sogar bereit, in diese unwirtliche Gegend zu ziehen. Wir erfahren nicht, an welcher Krankheit Jake lange Zeit erkrankt war. Da direkt im gleichen Satz seine Abneigung gegenüber dem Kontakt mit anderen Menschen genannt wird, habe ich überlegt, ob es eine psychische Erkrankung gewesen sein könnte, wie eben die Angst, von anderen Menschen umgeben zu sein.


    Dass die Menschen über ihn tuscheln, ist nicht ungewöhnlich, wenn er sich so zurückzieht und dann noch an den Rand des Grauen Waldes, über den es düstere Geschichten gibt. Der Fluss, der immer faulig riecht, macht die Gegend aber auch wirklich nicht gerade vertrauenerweckend.


    Das ist wohl ein Irrlicht, das Elaine in den Wald und in die Irre lockt. Was das für eine dunkle Flüssigkeit ist, die aus dem angesägten Baum tropft, will ich lieber gar nicht wissen. Ich denke, Elaine hat nicht das erste Mal ihren Mann im Wald besucht, daher hat sie sich auch bei Tage in den Wald getraut. Jake ahnt nach seiner Rückkehr ziemlich schnell, dass er sie im Grauen Wald suchen muss.


    Bei Jakes erster Begegnung, dem Fürsten der Einsamkeit, denke ich, dass er Jake ähnlich sieht, weil auch Jake eine Art Fürst der Einsamkeit ist. Was meint der Fürst mit: „sie lehrte mich alles, was ich begehre ...“? Was genau begehrt er? Die Einsamkeit? Aber wie kann man sie lehren, meint er damit, sie auszuhalten?


    Aber auch die riesige Kreatur mit der Säge scheint ein Ebenbild von Jake zu sein: er hat an einer Hand nur vier Finger und er fällt Holz. Was meint er damit, dass Jimberlyne ihn alles gelehrt habe, was er verlor? Und dieser Geruch nach Zimt? Was hat er zu bedeuten? Stellt er vielleicht wirklich eine Verbindung zu Elaines gebackenen Kuchen dar? Allerdings hat Elaine ihn auch wahrgenommen. Zimt gehört zu den „warmen“ Gewürzen, die ein Wohlgefühl erzeugen können; ein Gefühl, dass ich nicht unbedingt mit diesem Wald in Verbindung setzen würde – und schon gar nicht mit Bruder Wahnsinn, der die Quelle des Geruchs zu sein scheint.


    Bruder Wahnsinn, der Schaurigste von allen: wenn der Fürst der Einsamkeit und der riesige Holzfäller an Jake erinnern, dann komme ich wieder auf meine Theorie zurück, dass Jake unter einer psychischen Krankheit leiden könnte. Der halbverweste Leichnam des Kindes auf seinem Rücken, steht er für die Kinder, die Elaine gerne mit Jake gehabt hätte? Warum ist Elaine eigentlich nie schwanger geworden? Mir kommt gerade ein ganz gruseliger Gedanke: hatten die beiden vielleicht doch Kinder bekommen, die sich alle irgendwann in dem Wald verlaufen haben? Das kann ich mir aber auch nicht vorstellen, denn dann müsste es Elaine doch seelisch viel schlechter gehen. Außerdem wird am Ende explizit auf Elaines Kinderlosigkeit hingewiesen. Vielleicht war das auch eher im übertragenen Sinne gemeint, dass all die Kinder, die hätten geboren werden können, verloren waren, dass Elaine eben nie schwanger wurde.


    Jimberlyne, ist sie vielleicht das Irrlicht, der Fürst der Einsamkeit, der Riese und Bruder Wahnsinn in einer Person? Auch wegen der vier Finger, andererseits hat das Mädchen aber auch nur vier Zehen.


    Jimberlyne versucht Jake zu verführen, aber er kann ihr im letzten Moment widerstehen – aber doch nicht ganz, denn sie hilft ihm zwar, aber das Licht in seinen Augen deutet sicher daraufhin, dass er sich mit seinem Versprechen an sie gebunden hat. Dass er Elaine überleben wird und dann auf immer und ewig Jimberlyne gehört?


    Ich habe mal eben nach Lilith gegoogelt, da Jake diesen Namen erwähnt: sie war eine Göttin der sumerischen Mythologie, wurde u.a. flankiert durch zwei Eulen dargestellt, das könnte zum Fürst der Einsamkeit passen, auf dessen Schultern Eulen sitzen. In einem Relief wird sie mit vogelähnlichen Füßen dargestellt, allerdings sind hier nur 3 Zehen zu erkennen, vielleicht geht die Vierte nach hinten raus und ist deswegen nicht sichtbar. Auch als Kindsmörderin und Verführerin wird sie bezeichnet. Und in Olivers Vorwort wird erwähnt, dass diese Geschichte in einem Vampirband erschienen ist, auch wenn Jimberlyne weniger Blut saugt, aber dennoch ihr Opfer komplett vereinnahmt.

  • Nur kurzer Hinweis: Lilith war in der jüdischen Überlieferung die erste Frau Adams, und weil das bei ihr mit der Unterwerfung nicht so gut hinhaute (typisch patriachalische Religionsauffassung) wurde sie verbannt/verflucht/langfristig zum Dämon. "Kindsmörderin und Verführerin" trifft es sehr gut; es ist in der Fantasy ein recht generischer Name für Sukkubus-ähnliche Figuren geworden.


  • Jake kann die Nähe von anderen Menschen nicht ertragen, nur Elaine, seine Frau, bildet hier eine Ausnahme. Und aus Liebe zu ihm war sie sogar bereit, in diese unwirtliche Gegend zu ziehen. Wir erfahren nicht, an welcher Krankheit Jake lange Zeit erkrankt war. Da direkt im gleichen Satz seine Abneigung gegenüber dem Kontakt mit anderen Menschen genannt wird, habe ich überlegt, ob es eine psychische Erkrankung gewesen sein könnte, wie eben die Angst, von anderen Menschen umgeben zu sein.


    Ah, das ist ein guter Punkt. Auf die Idee bin ich gar nicht gekommen, auch wenn es eigentlich naheliegend ist.


    Besonders hellhörig wurde ich bei der Geschichte mit den vier Fingern. Es wird nur knapp auf einen Unfall hingewiesen, bei dem Jake seinen Finger verlor. Und bevor er nachts aufbricht, um nach seiner Frau zu suchen, blickt er noch mal nachdenklich auf seine Hand. Das wäre für mich ein Hinweis, dass der Wald oder seine Bewohner etwas mit diesem Unfall zu tun hatten.



    [...]Was meint der Fürst mit: „sie lehrte mich alles, was ich begehre ...“? Was genau begehrt er? Die Einsamkeit? Aber wie kann man sie lehren, meint er damit, sie auszuhalten?
    [...] Was meint er damit, dass Jimberlyne ihn alles gelehrt habe, was er verlor?


    Ja, da bin ich auch noch etwas verwirrt. Vielleicht wollte er Einsamkeit, ohne das genau verstanden zu haben und sie gab ihm genau das und lehrte ihn damit, was genau Einsamkeit bedeutet?
    Vielleicht wusste der Holzfäller nicht, was er hatte, wie glücklich er war, bin Lilith es ihm nahm?


    Wo hatte denn Bruder Wahnsinn Elaines Schuh her? Beschrieben wird ja nicht, dass sie eine der Gestalten trifft. Im Gegenteil hatte ich eher den Eindruck, dass sie direkt in die Hütte gelaufen ist... Andererseits
    Überhaupt finde ich es interessant, dass Elaine und ihr Mann ja anscheinend ein völlig anderes Erlebnis im Wald haben. Während Elaine den Fürsten gar nicht trifft, hört sie zumindest noch die Säge des zweiten. Oder sollte ich besser sagen: hört nur noch die Säge? Denn nur ihr Mann trifft auf alle drei - klassisches Märchen, bei dem es genau drei Gestalten/Rätsel/Prüfungen/etc. gibt, die der Held überwinden muss. Ich mag solche Formeln.
    Und die Drei findet sich auch beim Rufen von Jimberlynes Namen, genauso wie Jake dreimal nach seiner Frau fragen muss.
    Jake hingegen wird ja von den dreien recht direkt zu Jimberlyne geschickt. Das legt für mich fast den Verdacht nah, dass seine Frau nicht das eigentliche Ziel war, sondern nur als Köder dienen sollte, damit er sich Lilith hingibt.


    Als Jake in dem Haus tatsächlich etwas trinkt, bin ich richtig zusammengezuckt! So was macht man doch nicht! Da kann wer weiß was für eine Magie dahinterstecken...
    Das mit der "Zeit, die am tiefsten ist" war ein sehr schöner Touch. Ich hätte spontan ohnehin auf Mitternacht getippt, immerhin sagt man ja auch "tief in der Nacht", aber schön, dass wir dafür sogar ein konkretes Bild bekommen :)



    Und dieser Geruch nach Zimt? Was hat er zu bedeuten?


    Irgendetwas klingelt da bei mir, aber ich kann es momentan nicht zuordnen. Aber Zimt scheint ganz eindeutig mit Lilith und/oder dem Tod oder Wahnsinn verknüpft zu sein. In ihrer Gegenwart ist der Geruch ja auch besonders stark.



    Jimberlyne, ist sie vielleicht das Irrlicht, der Fürst der Einsamkeit, der Riese und Bruder Wahnsinn in einer Person? Auch wegen der vier Finger, andererseits hat das Mädchen aber auch nur vier Zehen.


    Zumindest irgendeine "Mehrfaltigkeit" wird ja angedeutet. Bruder Wahnsinn redet ja von "Dort und dann, wo und wann, viele sind eins". Sofern man diese Worte ernst nehmen kann.
    Nachdem bei den ersten beiden Figuren eine deutliche Parallele zu Jake aufgebaut wird, einmal durch den Hinweis auf die Ähnlichkeit, beim Riesen durch die vier Finger und die Tätigkeit, würde ich allerdings eher versuchen, Jake mit den dreien in Verbindung zu bringen als mit Lilith.
    Wollte nicht Jake eigentlich weg von den Menschen, hat also die Einsamkeit gesucht? Das würde zum Fürsten passen, wie du schon geschrieben hast. Und der Holzfäller passt sowieso. Und mit deiner Theorie der psychischen Störung passt auch der Dritte. Also alles Manifestationen von Jakes Persönlichkeit? Oder vielleicht von Jake selbst zu verschiedenen Zeiten (ich habe da gerade so etwas à la Geister der vergangen Weihnacht etc. vor Augen).
    Warum allerdings Lilith auch vier Finger und Zehen hat, kann ich mir auch nicht erklären...


    Das Internet informiert mich übrigens darüber, dass ihr Name übersetzt Windgeist bedeutet, der uns ja an einigen Stellen der Geschichte begegnet. Und das ihr zugeordnete Tier ist die Eule...



    Jimberlyne versucht Jake zu verführen, aber er kann ihr im letzten Moment widerstehen – aber doch nicht ganz, denn sie hilft ihm zwar, aber das Licht in seinen Augen deutet sicher daraufhin, dass er sich mit seinem Versprechen an sie gebunden hat. Dass er Elaine überleben wird und dann auf immer und ewig Jimberlyne gehört?


    Was mir dabei nicht so ganz klar ist: Er sagt ja zu ihr "Dein Kuss soll niemals erwidert sein". Damit meint er wahrscheinlich "bleib weg von mir, ich küsse dich nicht". Man könnte es aber auch lesen als "auf dass niemals jemand deinen Kuss erwidere".
    Das ist ja auch der Moment, als er sich gegen Lilith entscheidet und die ja sogar erwidert "so sei es." Das heißt dann, dass sie ihn im Grunde nicht gehen lassen wird - das geht ja nur mit ihrem Kuss und ihrem Segen. Wobei mal dahingestellt sei, ob er danach überhaupt noch hätte weggehen können/wollen...
    Das führt dann einerseits dazu, dass die beiden nicht in der Lage sind, wieder in die richtige Welt zurückzukehren - sie befinden sich also nach wie vor in gewisser Weise in Liliths Hand.
    Und natürlich, was für Jake noch schwerer wiegt, dass sie (auf ewig?) einen Teil seines Herzens behält, ein Verlangen nach ihr, das wohl nie gestillt werden wird...
    Insofern also ein bittersüßer Triumph würde ich sagen. Der zumindest für Jake noch ein langes Nachspiel haben wird.

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Weil ich ahne, dass es in ein paar Tagen eine ziemliche Arbeit sein wird, all eure Entdeckungen zu kommentieren (ich freue mich sehr darüber, wie intensiv ihr euch mit dem Text befasst!) gleich noch eine frühe Anmerkung: Nicht hinter jedem wiederkehrenden Attribut (die vier Finger, der Zimtgeruch ...) schlummert eine ganze Geschichte oder ein verstecktes Geheimnis. Sie dienten mir in erster Linie dazu, die Einheit oder Verwandtschaft der Figuren zu unterstreichen, und das habt ihr ja bereits erkannt.


    Ähnlich wie bei "Die Grenze" wird es mir auch hier schwerfallen, in wenigen, einfachen Worten zu erklären, was ich mit der Geschichte eigentlich sagen wollte. Die Zusammenhänge funktionieren für mich am besten auf einem psychologischen, leicht jungianischen Level, und drehen sich letztlich um die Frage nach dem Verhältnis von Jake zu den anderen Figuren. Und ich fürchte, er kommt nicht sehr gut dabei weg ...


  • Und bevor er nachts aufbricht, um nach seiner Frau zu suchen, blickt er noch mal nachdenklich auf seine Hand. Das wäre für mich ein Hinweis, dass der Wald oder seine Bewohner etwas mit diesem Unfall zu tun hatten.


    Ja, ich gehe auch davon aus, dass der Unfall etwas mit dem Wald zu tun hat.



    Wo hatte denn Bruder Wahnsinn Elaines Schuh her? Beschrieben wird ja nicht, dass sie eine der Gestalten trifft. Im Gegenteil hatte ich eher den Eindruck, dass sie direkt in die Hütte gelaufen ist...


    Als Jake Elaine findet, war doch auch Bruder Wahnsinn anwesend, vielleicht hat er zusamen mit Jimberlyne (je nachdem, ob die beiden eins oder viele sind ;D) beim Aufhängen von Elaine geholfen und sich dabei einen Schuh geschnappt.



    Denn nur ihr Mann trifft auf alle drei - klassisches Märchen, bei dem es genau drei Gestalten/Rätsel/Prüfungen/etc. gibt, die der Held überwinden muss. Ich mag solche Formeln.
    Und die Drei findet sich auch beim Rufen von Jimberlynes Namen, genauso wie Jake dreimal nach seiner Frau fragen muss.
    Jake hingegen wird ja von den dreien recht direkt zu Jimberlyne geschickt. Das legt für mich fast den Verdacht nah, dass seine Frau nicht das eigentliche Ziel war, sondern nur als Köder dienen sollte, damit er sich Lilith hingibt.


    Ah, stimmt, die Zahl Drei kommt tatsächlich mehrmals vor. Ich denke übrigens auch, dass Elaine eine Art Köder für Jake war.



    Als Jake in dem Haus tatsächlich etwas trinkt, bin ich richtig zusammengezuckt! So was macht man doch nicht! Da kann wer weiß was für eine Magie dahinterstecken...


    Ich dachte in dem Moment ebenfalls, das darf doch nicht wahr sein, dass er nun wirklich von dem Wein trinkt.



    Das mit der "Zeit, die am tiefsten ist" war ein sehr schöner Touch. Ich hätte spontan ohnehin auf Mitternacht getippt, immerhin sagt man ja auch "tief in der Nacht", aber schön, dass wir dafür sogar ein konkretes Bild bekommen :)


    Ja, dieses Bild fand ich auch sehr schön.



    Nachdem bei den ersten beiden Figuren eine deutliche Parallele zu Jake aufgebaut wird, einmal durch den Hinweis auf die Ähnlichkeit, beim Riesen durch die vier Finger und die Tätigkeit, würde ich allerdings eher versuchen, Jake mit den dreien in Verbindung zu bringen als mit Lilith.


    Stimmt auch wieder, die Drei ähneln mehr Jake - oder ist Jimberlyne eine Art Spiegelbild von Jake, die sich aus mehreren zusammensetzt? Oder die beiden sind schon viel länger irgendwie miteinander verbunden, z.B. durch den Unfall damals. Und Jake hätte Elaines Entführung verhindern können, wenn er nicht von ihr verlangt hätte, mit ihm am Rande des Grauen Waldes zu wohnen. Auf den Gedanken komme ich jetzt, weil Oliver schreibt, dass Jake beim Vergleich seines Verhältnisses zu anderen Figuren nicht so gut wegkommt ;D



    Das Internet informiert mich übrigens darüber, dass ihr Name übersetzt Windgeist bedeutet, der uns ja an einigen Stellen der Geschichte begegnet. Und das ihr zugeordnete Tier ist die Eule...


    Ach ja, Windgeist passt dann auch prima.



    Was mir dabei nicht so ganz klar ist: Er sagt ja zu ihr "Dein Kuss soll niemals erwidert sein". Damit meint er wahrscheinlich "bleib weg von mir, ich küsse dich nicht". Man könnte es aber auch lesen als "auf dass niemals jemand deinen Kuss erwidere".


    Stimmt.



    Das führt dann einerseits dazu, dass die beiden nicht in der Lage sind, wieder in die richtige Welt zurückzukehren - sie befinden sich also nach wie vor in gewisser Weise in Liliths Hand.
    Und natürlich, was für Jake noch schwerer wiegt, dass sie (auf ewig?) einen Teil seines Herzens behält, ein Verlangen nach ihr, das wohl nie gestillt werden wird...
    Insofern also ein bittersüßer Triumph würde ich sagen. Der zumindest für Jake noch ein langes Nachspiel haben wird.


    Ich frage mich, ob es überhaupt keinen Weg gegeben hätte, diesen Bann zu brechen? War dieser Handel, dass Jake erstmal mit Elaine zusammenbleiben kann, der Pfand dafür, dass er dann nach ihrem Tod bei Jimberlyne bleiben muss?


  • Ich frage mich, ob es überhaupt keinen Weg gegeben hätte, diesen Bann zu brechen? War dieser Handel, dass Jake erstmal mit Elaine zusammenbleiben kann, der Pfand dafür, dass er dann nach ihrem Tod bei Jimberlyne bleiben muss?


    Wobei ich es so verstanden hatte, dass er eben nicht zu Jimberlyne findet. Er sehnt sich zwar nach ihr, aber diesen Wunsch wird sie ihm nie erfüllen. Aus Rache dafür, dass er sie abgewiesen hat.

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  • Wobei ich es so verstanden hatte, dass er eben nicht zu Jimberlyne findet. Er sehnt sich zwar nach ihr, aber diesen Wunsch wird sie ihm nie erfüllen. Aus Rache dafür, dass er sie abgewiesen hat.


    Ich habe gerade den letzten Absatz nochmal gelesen und ja, das könnte tatsächlich so gemeint sein.

  • Ich habe gerade den letzten Absatz nochmal gelesen und ja, das könnte tatsächlich so gemeint sein.


    Alle, die die Geschichte noch nicht gelesen haben, mal weghören!


    ...


    ...


    ...


    Das mit Jimberlynes "Kuss" (auf S. 224) und Jakes "Not" und "Durst" (226) könnte man auch noch etwas direkter auffassen. Jimberlyne -- die ja mit Lilith, Lamia und anderen männermordenden Figuren verglichen wird -- hat durchaus einen leichten Vampir-Touch. Nicht mit dem Holzhammer oder essentiell für die Geschichte, sondern einfach nur als direkteren Ausdruck dessen, was ihr bereits sagtet: Er hat sie abgewiesen, sie "nahm seine Seele", er "schwor seinen Eid" (225), und keine andere Frau wird je wieder genug für ihn sein. Außerdem scheint er Elaine ja deutlich überlebt zu haben und hat jetzt dieses "ferne Licht" in seinen Augen ...

  • Stimmt, das vergesse ich immer wieder, dass du im Vorwort geschrieben hast, für welches Genre du diese Geschichte geschrieben hast. Nur geht es hier um die Seele und nicht um Blut - passt dennoch prima.

  • Ein wunderbares düsteres Märchen, das ich glatt zweimal lesen musste, weil ich beim ersten Mal so "hin und weg" war. Je länger ich über diese Geschichte nachdenke, desto mehr Verbindungen zwischen den einzelnen Figuren werden deutlich. Jake, der Fürst der Einsamkeit, die Baumfäller-Kreatur, Bruder Wahnsinn. Da gibt es nicht nur die eine oder andere optische Ähnlichkeit, sondern die drei Gestalten aus dem grauen Wald könnten gut Teile von Jakes Persönlichkeit sein. Einsamkeit, weil er unter der Nähe anderer Menschen leidet. Der Baumfäller ist offensichtlich. Und der Wahnsinn, weil seine längere Krankheit nach einer psychischen Erkrankung klang.


    Da die drei aber schon Jimberlyne begegnet sind und diese sie etwas gelehrt hat (was ich begehre, was ich verlor, mein Handwerk), stelle ich es mir eher so vor, dass in dem Wald noch mehr solcher Wesen sind und Jake "nur" die drei getroffen hat, die in ihm sind. Es ist also bei jedem anders, aber es gibt immer drei Begegnungen - diese magische Zahl, die hier öfter auftaucht. Oder es spielt sich einfach auf verschiedenen Ebenen ab.


    Immer wenn Jimberlyne "aktiv" ist, scheint auch das Türmchen neben der Hütte heile zu sein. Als Elaine dorthin geflüchtet ist, war es ein kleiner stolzer Turm, aber als Jake dort eintrifft, war er vor langer Zeit zusammengestürzt. Er als er Jimberlyne rief, war da wieder das stolze Türmchen.
    Aber der "Wein", den Jake dort trank (ich hätte ihn ja schütteln können), muss ja von Jimberlyne stammen. Es ist also wahrscheinlich so, dass sie erst wirklich eingreifen kann, wenn er sie ruft. Also dass sie seine Seele nimmt und er seinen Eid schwört. Jake weist sie zwar zurück und erwidert ihren Kuss nicht, doch dass er nur in den Armen seiner eigenen Frau Trost finden will, wird zu seinem Eid. Er ist nun unsterblich und nach dem Tod seiner Frau wandert er umher, auf der Suche nach Erlösung. Doch nur Jimberlyne könnte sein Leid stillen, also muss er wohl endlos leiden. Und genau da musste ich wieder an seine drei Begegnungen im grauen Wald denken, das hat etwas von einem Kreislauf ... Womöglich.


  • Ah, das ist ein guter Punkt. Auf die Idee bin ich gar nicht gekommen, auch wenn es eigentlich naheliegend ist.


    Ich musste da auch gleich an eine psychische Erkrankung denken - und keine geringe, denn er zieht ja tatsächlich ans Ende der Welt. Nicht mal für seine geliebte Frau kann er da einen Kompromiss eingehen und in eine wenig besiedelte Gegend ziehen. Es muss das Ende der Welt mit der direkten Nähe zum grauen Wald sein, den sonst alle meiden.



    Ja, da bin ich auch noch etwas verwirrt. Vielleicht wollte er Einsamkeit, ohne das genau verstanden zu haben und sie gab ihm genau das und lehrte ihn damit, was genau Einsamkeit bedeutet?
    Vielleicht wusste der Holzfäller nicht, was er hatte, wie glücklich er war, bin Lilith es ihm nahm?


    Einsamkeit kann auch etwas Positives sein, Erleichterung oder eine Lösung. Vielleicht wurde der Fürst so sehr verletzt, dass nur die Einsamkeit ihm Linderung verschafft. Oder sie lehrte ihn einfach alles, was zu seiner ganz persönlichen Einsamkeit gehört. Das Eis seiner Welt.
    Und der Holzfäller ... Vielleicht Schönheit, Lebendigkeit, Jugend?



    Jake hingegen wird ja von den dreien recht direkt zu Jimberlyne geschickt. Das legt für mich fast den Verdacht nah, dass seine Frau nicht das eigentliche Ziel war, sondern nur als Köder dienen sollte, damit er sich Lilith hingibt.


    Ja, das hat auf mich auch so gewirkt. Elaine war der Köder, der Jake dazu brachte, Jimberlyne zu rufen.


    Als Jake Elaine findet, war doch auch Bruder Wahnsinn anwesend, vielleicht hat er zusamen mit Jimberlyne (je nachdem, ob die beiden eins oder viele sind ;D) beim Aufhängen von Elaine geholfen und sich dabei einen Schuh geschnappt.


    Elaine hat einen Schuh verloren, als sie bei der Flucht hinfiel. Und da es dort plötzlich noch Zimt roch, könnte Bruder Wahnsinn mit im Spiel gewesen sein.



    Wobei ich es so verstanden hatte, dass er eben nicht zu Jimberlyne findet. Er sehnt sich zwar nach ihr, aber diesen Wunsch wird sie ihm nie erfüllen. Aus Rache dafür, dass er sie abgewiesen hat.


    Nur Jimberlyne könnte sein Leid stillen, doch er sagte ja, dass er nur in den Armen seiner eigenen Frau Trost finden will - und Jimberlyne hat das als Eid genommen. Daher habe ich es so verstanden, dass er sie nie finden wird.


  • Da gibt es nicht nur die eine oder andere optische Ähnlichkeit, sondern die drei Gestalten aus dem grauen Wald könnten gut Teile von Jakes Persönlichkeit sein ...


    Genau so dachte ich mir das. Die Verbindung, die ich hier andeuten wollte -- ich bin mir nicht sicher, wie deutlich das bisher rüberkam -- war, dass auch Jake Jimberlyne "von früher" kennt, auch wenn er dieses Wissen verleugnet oder verdrängt hat ... zumindest könnte man ein paar Sätze wie ihr "Nenn niemals einen jener Namen / Derer, die da nach mir kamen!" (ihre Reaktion auf Elaine) so auslegen. Und sie scheint ihm ihre Kinderlosigkeit anzukreiden ("Kein Kind wurd’ jemals mir gebor’n /
    Kein Lachen hallt auf meinen Flur’n"). In dieser Sichtweise wäre der tiefste Ort im Wald, zur tiefsten Stunde, quasi Jakes "Zentrum", seine Wahrheit, der er sich stellen muss.


    Es ist vielleicht nicht ganz konsistent, weil diese Geschichte so entstand, wie Geschichten eigentlich nicht entstehen sollten: als wirre Fantasie, deren Bedeutung mir selbst nicht ganz klar war, und die ich dann immer mehr auszuarbeiten versuchte. Aber zum Schluss hatte ich das vage Gefühl, dass Jake eine ziemliche Mitschuld an Elaines Schicksal trägt, und vielleicht sogar Jimberlyne einst schon unehrlich behandelte.


    Zitat


    Immer wenn Jimberlyne "aktiv" ist, scheint auch das Türmchen neben der Hütte heile zu sein.


    Stimmt genau, gut beobachtet (wobei es nicht unbedingt einen tieferen Sinn haben muss, aber Jimberlynes Präsenz hat einfach kraftspendende/-nehmende Macht).


    Zitat


    Aber der "Wein", den Jake dort trank (ich hätte ihn ja schütteln können)


    ;D


    Zitat

    Es ist also wahrscheinlich so, dass sie erst wirklich eingreifen kann, wenn er sie ruft.


    Das ist ja auch so ein altes Vampir- oder Geistermotiv, dass man sie erst heraufbeschwören / einlassen muss o.ä.


  • Genau so dachte ich mir das. Die Verbindung, die ich hier andeuten wollte -- ich bin mir nicht sicher, wie deutlich das bisher rüberkam -- war, dass auch Jake Jimberlyne "von früher" kennt, auch wenn er dieses Wissen verleugnet oder verdrängt hat ... zumindest könnte man ein paar Sätze wie ihr "Nenn niemals einen jener Namen / Derer, die da nach mir kamen!" (ihre Reaktion auf Elaine) so auslegen. Und sie scheint ihm ihre Kinderlosigkeit anzukreiden ("Kein Kind wurd’ jemals mir gebor’n /
    Kein Lachen hallt auf meinen Flur’n"). In dieser Sichtweise wäre der tiefste Ort im Wald, zur tiefsten Stunde, quasi Jakes "Zentrum", seine Wahrheit, der er sich stellen muss.


    Ah, das ist bei mir bisher nicht so aufgeschlagen. Gut, dass du es erwähnst. Und wenn das mit der Kinderlosigkeit stimmt, dann kann man es wohl tatsächlich Jake ankreiden. Immerhin hat ja auch Elaine niemals Kinder bekommen...
    Nur, wenn er Jimberlyne schon früher getroffen hat: War das dann schon bevor sie ans Ende der Welt zogen? Und bevor er Elaine kannte?
    Das würde dann bedeuten, dass Jimberlyne von überallher gerufen werden kann und ihre Macht nicht nur in dem Wald hat. Was ja auch durchaus sein kann.



    Das ist ja auch so ein altes Vampir- oder Geistermotiv, dass man sie erst heraufbeschwören / einlassen muss o.ä.


    Bei diesem dreimaligen Rufen musste ich auch gleich an "Bloody Mary" denken...

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  • Das ist jetzt wirklich extrem vage, weil ich es als Autor wie gesagt nicht bewusst dahingehend geschrieben habe, sondern selbst fast wie ein Leser davorstehe und mich frage: "Was will die Geschichte von mir?" :) Ein Problem, das ich sonst außerordentlich selten bei meinen Geschichten habe.


    Aber vom Bauchgefühl her würde ich sagen: Jimberlyne so etwas wie "die Erste", die personifizierte erste Liebe, keine reale Person also, die er wirklich mal irgendwo kannte, sondern so etwas wie ein Ideal, das er einerseits verstieß, und gegen das Elaine gleichzeitig immer verlieren muss. So eine Art eifersüchtige dreizehnte Fee. Das mit der Kinderlosigkeit ist auch eher allegorisch gemeint, als mangelndes "Commitment" seinerseits vielleicht, als Unfähigkeit, sich zu binden oder zu seinem Wort zu stehen, nicht als biologische Unfruchtbarkeit oder so, für die er ja nichts könnte. Aber irgendwas stimmt nicht mit ihm -- meiner Meinung nach allerdings etwas, das er selbst verbockt hat. Der fehlende Finger dient ein wenig als Symbol dafür, dass irgendwann, irgendwas einmal schiefging, und er seitdem "beschädigt" ist.


    Jake ist in meiner Vorstellung ein Mensch mit starken psychischen Problem, der nicht mit anderen Menschen kann, und der nie ehrlich zu seinem Umfeld und auch nicht zu sich selbst war. Und jetzt haben seine Dämonen seine Frau geschnappt, seine Lebenslüge zerstört, und er muss in seinen Wald, zur Mitternacht, und sich ihnen stellen, und sich ein paar unangenehme Wahrheiten anhören: Alles was passiert ist, ist seine Schuld.


    So ungefähr. Aber nochmals, ich habe "Jimberlyne, Jimberlyne" nicht geschrieben, um diese Geschichte zu erzählen. Ursprünglich war die Geschichte nicht mehr als ein bizarres Märchen mit gruseligen Figuren und einem Vampirwitz am Ende. Aber irgendwie fand ich sie alle paar Jahre interessant genug, sie mal wieder zu überarbeiten (gerne an Halloween). Und je öfter ich das tat, desto mehr fühlte sie sich nach dem an, was ich oben schrieb.

  • Ich finde es auch nicht schlecht, wenn gerade bei einer solchen Geschichte nicht alles erklärt oder geklärt wird. Gerade Unsicherheiten, Geheimnisse und das Mysteriöse machen doch beim Grusel auch einen großen Teil des Reizes aus ;)
    Aber danke für die Erklärungen bzw. den Einblick in Deine Überlegungen!

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  • Ach. Diese Geschichte hat mir auch wieder sehr gut gefallen.


    Ich hab aber wohl zu viele Krimiserien geschaut. Für mich war Jake ein Mensch mit multiplen Persönlichkeiten und nur Elaine und ihre Nähe sind ein sicherer Hafen. Sobald er draussen unterwegs ist, wird er zur Gefahr in verschiedensten Ausführungen.
    So hat er Elaine dann in den Keller verfrachtet als sie seine Warnung missachtete .
    Aber irgendwie konnte Elaine ihn aus der Dunkelheit führen und sie führten ein halbwegs normales Leben bis zu ihrem Tod.
    Danach ist er von seiner Heilung getrennt und verdammt wieder weiter zu machen und anderen Personen nachzustellen.


    Hmmmm? ;D

    Greetz,<br />Weratundrina<br /><br />...alll I ever wanted, all I ever needed - is here in my arms... DM

  • Nun, das ist die Extrem-Variante dessen, was wir oben andeuteten :) Finde ich gut, eine schöne Interpretation! Und multiple Persönlichkeiten sind -- ganz abgesehen davon, ob und wie sie nun tatsächlich existieren -- ein sehr dankbares literarisches Motiv.

  • Mir hat die Geschichte gut gefallen, viele Märchen-Elemente, aber doch schön düster und gruselig.


    Leider ist seit dem Lesen schon ein bisschen Zeit vergangen, in der ich nicht zum posten gekommen bin, deshalb fehlen mir jetzt manche Details.


    Bei Jake habe ich zwar nicht an eine multiple Persönlichkeit gedacht, aber bei den drei Gestalten, denen er im Wald begegnet, sind mir einige Parallelen zu Jake selbst aufgefallen (die 4 Finger...)


    Also alles Manifestationen von Jakes Persönlichkeit? Oder vielleicht von Jake selbst zu verschiedenen Zeiten (ich habe da gerade so etwas à la Geister der vergangen Weihnacht etc. vor Augen).


    Ich hatte auch eher die verschiedenen Zeitschienen im Kopf, als ich über die drei Gestalten nachgedacht habe, denen Jake begegnet.



    Besonders hellhörig wurde ich bei der Geschichte mit den vier Fingern. Es wird nur knapp auf einen Unfall hingewiesen, bei dem Jake seinen Finger verlor. Und bevor er nachts aufbricht, um nach seiner Frau zu suchen, blickt er noch mal nachdenklich auf seine Hand. Das wäre für mich ein Hinweis, dass der Wald oder seine Bewohner etwas mit diesem Unfall zu tun hatten.


    Das habe ich mir auch so gedacht, dass der Wald etwas mit dem verlorenen Finger zu tun haben muss.



    Überhaupt finde ich es interessant, dass Elaine und ihr Mann ja anscheinend ein völlig anderes Erlebnis im Wald haben. Während Elaine den Fürsten gar nicht trifft, hört sie zumindest noch die Säge des zweiten. Oder sollte ich besser sagen: hört nur noch die Säge? Denn nur ihr Mann trifft auf alle drei - klassisches Märchen, bei dem es genau drei Gestalten/Rätsel/Prüfungen/etc. gibt, die der Held überwinden muss. Ich mag solche Formeln.
    Und die Drei findet sich auch beim Rufen von Jimberlynes Namen, genauso wie Jake dreimal nach seiner Frau fragen muss.


    Dass die Drei eine große Rolle spielt hat mir hier auch gut gefallen. Dadurch wird man an ein klassisches Märchen erinnert.


    Das Ende war mir erstmal nicht ganz klar, da haben aber eure Beiträge geholfen. Vielleicht habe ich da auch zu unaufmerksam gelesen.



    Aber vom Bauchgefühl her würde ich sagen: Jimberlyne so etwas wie "die Erste", die personifizierte erste Liebe, keine reale Person also, die er wirklich mal irgendwo kannte, sondern so etwas wie ein Ideal, das er einerseits verstieß, und gegen das Elaine gleichzeitig immer verlieren muss. So eine Art eifersüchtige dreizehnte Fee. Das mit der Kinderlosigkeit ist auch eher allegorisch gemeint, als mangelndes "Commitment" seinerseits vielleicht, als Unfähigkeit, sich zu binden oder zu seinem Wort zu stehen, nicht als biologische Unfruchtbarkeit oder so, für die er ja nichts könnte. Aber irgendwas stimmt nicht mit ihm -- meiner Meinung nach allerdings etwas, das er selbst verbockt hat. Der fehlende Finger dient ein wenig als Symbol dafür, dass irgendwann, irgendwas einmal schiefging, und er seitdem "beschädigt" ist.


    Das sind interessante Gedanken, mit dem Hintergrund werde ich die Geschichte sicher nochmal wieder lesen.