Der blinde Passagier

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  • Da ich ab Samstag für 2 Wochen im Urlaub und offline bin, muss ich etwas Gas geben :-[


    Auch wieder eine tolle Geschichte, bei der ich mich nach Erwähnung des Jules Vernes-Romans und dem Orientexpress direkt in der damaligen Zeit wiedergefunden habe, mit einem Hauch von Agatha Christie ;D Durch die Erwähnung von Dreyfus (ich nehme an, es geht um die Dreyfus-Affäre) kann das Zeitfenster eingeschränkt werden, in dem die Geschichte spielt. Oliver hat dazu im Vorwort auch noch etwas geschrieben.


    Ich hätte jetzt natürlich sehr gerne gewusst, was um zwölf Uhr tatsächlich geschieht? Geht wirklich die Welt unter? Der Journalist tut die Geschichte des blinden Passagiers zwar als falsch ab, aber wirklich beruhigt ist er nicht gerade. Und der Passagier wird Asien nicht mehr rechtzeitig erreichen können. Ich hatte mir ja überlegt, ob sich der blinde Passagier das alles nur ausgedacht hat, um den Journalisten neugierig zu machen, denn immerhin ist das sein Beruf, nach interessanten Geschichten Ausschau zu halten. Und so zu verhindern, dass der Journalist genauer nachfragt bzw. ihn an den Schaffner verpfeift, trotz Pistole. Dass er vielleicht einfach nur ein Dieb und Lügner ist, der sich nach Asien aus dem Staub machen wollte. Das werden wir aber nicht erfahren, weil wir die zwölf Uhr nicht mehr erleben. Ganz schön fies ;D


    In dem Zusammenhang hat auch die Aussage des Schaffners eine ganz andere Bedeutung, als der Journalist ihn am Ende fragt, ob er den blinden Passagier gefunden hätte: „Aber wenn er jetzt noch nicht verschwunden ist, dann sicher doch in wenigen Minuten, oder? Ist ja nicht das Ende der Welt!“ Tja, das ist die Frage.


    Was versteckt sich tatsächlich hinter Asia? Asia wäre nicht ihr richtiger Name. Und sie nimmt Rache, weil die Menschen ihr in die Quere gekommen sind? Warum erwähnt der blinde Passagier die alten Kontinente Europa, Africa und Asia? Diese Kontinente gibt es zu der Zeit doch noch immer. Bei Europa und Asia gibt es entsprechende Göttinnen in der griechischen Mythologie, aber für Africa habe ich nichts gefunden. Das Einzige, was die Drei noch gemeinsam haben (außer, dass sie Kontinente sind), dass Asteroiden nach ihnen benannt wurden. Aber das schließe ich hier eher aus.


    Wie können Kontinente zornig auf die Menschen werden? Indem sich ihre Platten verschieben und schwere Erdbeben auslösen können?

  • Der größte "Fehler" in der Geschichte ist, dass zu dieser Zeit die Theorie der Kontinentaldrifts noch in den Kinderschuhen steckte. In den 20er oder 30er Jahren wäre sie vielleicht etwas glaubhafter gewesen, andererseits hatte ich relativ viel Recherche in die Geschichte investiert (die ja ursprünglich für unseren Creative-Writing-Band "Dark Passages" entstand, der 1899 spielte) und wollte nicht alles wieder umbauen. Es ist auch nicht völlig daneben, nur ein bisschen arg früh dafür.

  • Ich finde, das stört aber nicht, ich hätte jetzt nicht gewusst, wann die Kontinentaldrifttheorie populär wurde.


    Heißt das, dass ich mit meinen Erdbeben aufgrund der Plattentektonik gar nicht so falsch liege? Neben den Erdbeben kommt da auch der Vulkanismus zum Zug.

  • Das ist eine interessante Frage. Du meinst, wenn wir der Geschichte so weit glauben, dass die Kontinente wirklich lebende, handelnde Entitäten sind, und uns fragen, was sie wirklich tun könnten?


    Spoiler +++ Spoiler +++ Spoiler



    So weit hatte ich das ehrlich gesagt nicht durchdacht, weil das Szenario SO over the top ist (ich habe die Idee aus einer alten Rollenspielrunde entliehen, und selbst in diesem Fantasy-Szenario lief uns Spielern ein Schauer über den Rücken, als der Spielleiter uns dieses Geheimnis seiner Welt enthüllte).


    Erdbeben wären sicher eine Möglichkeit, Vulkanausbrüche auch. Andererseits: Wenn wir auch dem Teil der Geschichte glauben, dass der blinde Passgier eine tatsächliche Krone, ein greifbares Artefakt, aus dem British Museum stahl (in der Rollenspielrunde war die Krone ... ein Ringgebirge), dann deutet das auf eine personifizierte, "menschliche" Erscheinungsform hin ... und dann ist alles möglich. Wenn "Asia" in Wahrheit eine Art Kali, eine weltenvernichtende Göttin ist ... dann gute Nacht :)


  • Das ist eine interessante Frage. Du meinst, wenn wir der Geschichte so weit glauben, dass die Kontinente wirklich lebende, handelnde Entitäten sind, und uns fragen, was sie wirklich tun könnten?


    Genau - so ähnlich wie bei "Die Grenze", dass die Natur quasi zurückschlägt. Wobei dort eine sichtbare Umweltzerstörung herrschte, davon ist hier jetzt weniger die Rede.




    Andererseits: Wenn wir auch dem Teil der Geschichte glauben, dass der blinde Passgier eine tatsächliche Krone, ein greifbares Artefakt, aus dem British Museum stahl (in der Rollenspielrunde war die Krone ... ein Ringgebirge), dann deutet das auf eine personifizierte, "menschliche" Erscheinungsform hin ... und dann ist alles möglich. Wenn "Asia" in Wahrheit eine Art Kali, eine weltenvernichtende Göttin ist ... dann gute Nacht :)


    Dann wird es um 12 Uhr aber wirklich zappenduster :o


  • Durch die Erwähnung von Dreyfus (ich nehme an, es geht um die Dreyfus-Affäre) kann das Zeitfenster eingeschränkt werden, in dem die Geschichte spielt.


    Ja, das ist schön gelungen. Durch die Erwähnung Jules Vernes und auch dadurch, dass bei den Prophezeihungen direkter Bezug auf die Jahre genommen wird. Letzteres schickt uns in Jahr 1899.


    Der Punkt mit den vergessenen Schaltjahren, die für die Prophezeihung eine wesentliche Rolle spielen, ist ja durchaus naheliegend. Immerhin hatten wir das Thema ja schon, als es um das Ende der Welt aufgrund des Maya-Kalenders ging...


    Übrigens witzig, dass gerade die Reise um die Welt in 80 Tagen erwähnt wird. Mein erster Gedanke beim blinden Passagier war, dass er es eilig hat, weil er eine gewisse Wette unbedingt einhalten muss und seine Anschlussverbindung kriegen muss... ;D



    Ich hätte jetzt natürlich sehr gerne gewusst, was um zwölf Uhr tatsächlich geschieht? Geht wirklich die Welt unter? Der Journalist tut die Geschichte des blinden Passagiers zwar als falsch ab, aber wirklich beruhigt ist er nicht gerade.


    Ich nicht. Ich finde, die Geschichte funktioniert hier eigentlich vor allem deswegen, weil es eben offen bleibt.
    Das mit der Unsicherheit des Journalisten kann ich sehr schön nachvollziehen. Natürlich ist das völliger Unsinn, was der Mann da erzählt hat. Aber andererseits... ;D



    Ich hatte mir ja überlegt, ob sich der blinde Passagier das alles nur ausgedacht hat, um den Journalisten neugierig zu machen,


    Hm. Auf die Idee wäre ich jetzt gar nicht gekommen. Der blinde Passagier wirkte auf mich schon verdammt überzeugend. Vor allem, als er fast in Panik gerät, weil er merkt, dass ihm die Zeit davonläuft.
    Ich glaube, dass er dem Journalisten seine Geschichte erzählt, weil er damit zumindest ein wenig Anerkennung bekommt. Weil damit zumindest irgendjemand weiß, was er getan hat. Dass er die Welt gerettet hat. Und der Journalist bleibt ziemlich gelassen und cool, dafür dass er mit einer Waffe bedroht wird.
    Interessanter finde ich die Frage, was er eigentlich für ein Typ ist. Dreyfus sagt ihm nichts, mit der Schreibmaschine kann er nichts anfangen, beim Orientexpress und Konstantinopel vertut er sich... Das kann natürlich alles Zufall, Pech oder einfach Unwissenheit sein. Auf mich wirkte er aber irgendwie etwas aus der Zeit gerissen? Ein Zeitreisender? Allerdings gibt es darauf nicht wirklich viele Hinweise...


    Was mir sehr gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass wir die eigentliche Geschichte der Krone, ihren Diebstahl, die Prophezeihung und die Geschehnisse vorher überhaupt nicht erfahren. Die wirklich relevanten Fakten bekommen wir mit, aber ansonsten bleibt uns nur das Ende der Geschichte. Zumindest bis auf den finalen Schritt. Ob das Abenteuer erfolgreich endet oder nicht, bleibt ja wieder offen. Und ob die Prophezeihung wahr ist oder der blinde Passagier tatsächlich nur ein bisschen verrückt ist, ebenfalls.



    Das ist eine interessante Frage. Du meinst, wenn wir der Geschichte so weit glauben, dass die Kontinente wirklich lebende, handelnde Entitäten sind, und uns fragen, was sie wirklich tun könnten?


    Zumindest Asien wird ja ziemlich stark personifiziert. Gerade gegen Ende, als die Rede davon ist, dass sie über die Welt wandert. An Plattentektonik habe ich dabei zugegebenermaßen eher weniger gedacht. Und bei den alten Kontinenten dachte ich im ersten Moment eher an die Kontinente, von denen die Kolonialisierung und damit die Eroberung und "Zivilisierung" der anderen ausging... So wäre Amerika für mich zum Beispiel auch nicht jünger als Europa oder Asien.

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Die Diebstähle im British Museum können übrigens ja auch die gleichen sein, bei denen der Schädel aus der Sherlock-Holmes-Geschichte wegkam :) Das Zeitfenster ist also auch innerhalb der Sammlung lose verankert.


    Was der blinde Passagier für ein Typ ist, ist auch eine gute Frage. Ich musste hier ein wenig aufpassen, dass es nicht zuuuu Klischee wird ... verwirrte, nicht übermäßig intelligente Handlanger mit nichteuropäischem Hintergrund sind ein politisch fragwürdiger Standard der frühen Phantastik. Aber ein bisschen Exotismus wollte ich schon haben, denn die Bedrohung ist ja auch eher ... exotisch ;)


    Freut mich, dass Dir das offene Ende gefiel. In "Dark Passages" war dies wirklich die letzte Geschichte, wodurch das "Das kann nicht das Ende sein" zum Schluss noch etwas verlorener im Raum stand ...


  • Die Diebstähle im British Museum können übrigens ja auch die gleichen sein, bei denen der Schädel aus der Sherlock-Holmes-Geschichte wegkam :) Das Zeitfenster ist also auch innerhalb der Sammlung lose verankert.


    Stimmt, guter Punkt. Zeitlich käme das gut hin.



    Freut mich, dass Dir das offene Ende gefiel. In "Dark Passages" war dies wirklich die letzte Geschichte, wodurch das "Das kann nicht das Ende sein" zum Schluss noch etwas verlorener im Raum stand ...


    Das kann ich mir gut vorstellen!
    Kommt hier Das öde Land nur am Ende, weil es die Titelgeschichte ist? Ansonsten hätte man das ja hier auch machen können. Andererseits bleibt beim blinden Passagier zumindest die Hoffnung auf ein gutes Ende...

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  • Jein. Ich habe es eher deshalb so angeordnet, weil "Das öde Land" nach meinem Empfinden die stärkere und dunklere Geschichte ist, nach der ich mir noch weniger ein "weiter" vorstellen konnte, während "Das kann nicht das Ende sein" hier wenigstens noch als Meta-Witz funktioniert ;) Und es ist fast so was wie ein letztes Durchatmen vorm Schluss (die Geschichte hat ja auch ein, zwei lustige Momente).


    Zur Titelgeschichte wurde "Das öde Land" auch eher aus pragmatischen Erwägungen. Eigentlich hatte ich die Sammlung einfach nur "Geschichten vom Ende der Welt" nennen wollen, aber es war etwas ungewiss, um dieser Titel bereits geschützt war oder nicht. Torsten war es dann lieber, einen "unikateren" Titel zu nehmen, und dann entschied ich mich hierfür (wobei das Adjektiv "öde" im Titel vielleicht auch eine mutige Wahl darstellt ...)

  • Diese Geschichte kann man ganz unterschiedlich interpretieren, nicht nur was die nach-dem-Ende-Spekulationen angeht, sondern auch bzgl. Asia. "Nur" eine Kontinentalplatte oder auch so eine Art Göttin? Eine Asia gibt es ja auch in der griechischen Mythologie, aber der ausschlaggebende Grund, warum ich sie hier auch als Göttin sehe, steckt tatsächlich in der Geschichte. Was soll eine Kontinentalplatte mit einer Krone? Ich stelle sie mir also als Personifizierung und vielleicht auch als eine Art Göttin vor. Die verdammt wütend wird, wenn sie nach 800 Jahren erwacht und ihre Krone nicht da ist, wo sie sein sollte.


    Bei der Prophezeiung kann ich mir den seltsam wirkenden Zeitpunkt gut vorstellen, bei den verschiedenen Kalendern und vergessenen Schaltjahren klingt das plausibel. Allerdings habe ich zwischendrin auch überlegt, warum er sich da so sicher ist und ob es nicht doch ein anderer Zeitpunkt sein könnte. Mit den Gefühlen und Zeichen ist das ja manchmal so eine Sache ...


    Ein Diebstahl im British Museum, da musste ich doch gleich an den Schädel aus der Sherlock-Holmes-Geschichte denken. Da wurde also öfter mal gerne eingebrochen. ;) Nur dass mich Jules Verne irgendwie mehr fesselt als Mr. Holmes, darum fand ich es auch schade, dass es mit dem Interview nicht geklappt hat. Und ich mochte die Stimmung, das klingt nach einer spannenden Zeit.


    Das Ende kam plötzlich, irgendwie ein wenig zu früh. Zumindest fühlte es sich im ersten Moment so an. Aber so kann man auch schön spekulieren, wie es weitergeht. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob das Ende der Welt jetzt da ist oder der Zeitpunkt vielleicht doch nicht ganz der richtige war. Und ich frage mich, ob Asia von dem Weg ihrer Krone etwas ahnt und das womöglich Einfluss auf den Grad der Vernichtung hat.


  • Die verdammt wütend wird, wenn sie nach 800 Jahren erwacht und ihre Krone nicht da ist, wo sie sein sollte.


    "Kaum haut man sich ein paar Jahrhunderte aufs Ohr, schon glauben die Menschen, sie können sich alles erlauben!" :)


    Nur dass mich Jules Verne irgendwie mehr fesselt als Mr. Holmes, darum fand ich es auch schade, dass es mit dem Interview nicht geklappt hat.


    Jules Verne war ein toller und wichtiger Autor, dem man aber ein paar unschöne rassistische Ansichten nachsagt. Ohne den Wahrheitsgehalt dieser Geschichten bestätigen zu können, war dies der Grund für die Bemerkung, dass er ein Treffen mit dem (schwarzen) Journalisten ablehnte, mit dem ich einen etwas moderneren Gegenpol in der sonst leicht klischeebeladenen Geschichte setzen wollte.


  • Torsten war es dann lieber, einen "unikateren" Titel zu nehmen, und dann entschied ich mich hierfür (wobei das Adjektiv "öde" im Titel vielleicht auch eine mutige Wahl darstellt ...)


    Nicht, dass noch jemand auf die Idee käme, die Geschichten wären öde! ;D

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  • Ah ja, das war eine hübsche Geschichte. Orientexpress-Geschichten... sehr schön. Man fühlte sich richtig drin in dieser gehetzten Stimmung und das ungläubige Staunen des Journalisten ist auch gut rüber gekommen.


    Ich bin für Spekulationen und so ja eh viel zu spät dran. :-[ Schade dass mein Lesen nicht so zeitnah war und ich gar nicht richtig partizipieren konnte.
    Hatte die letzten Geschichten nun auch allein gelesen, weil mein Mann demotiviert war. :-[


    Ich ärger mich auch dass ich mich so wenig an Fairwater erinnere.
    Aber das muss jetzt ca. 9 Jahre her sein, ich hatte es nach deiner Lesung, Oliver, auf der RPC gekauft. Kann es sein,dass das schon 2007 war?
    So ist das.... Bist du dies Jahr auch dort?

    Greetz,<br />Weratundrina<br /><br />...alll I ever wanted, all I ever needed - is here in my arms... DM

  • *checkt alte Termine* Fairwater auf der RPC, das war 2008. Ja krass! Schön, eine Leserin wiederzutreffen, die schon so lange dabei ist :)


    Ich habe dieses Jahr voraussichtlich keine Lesungstermine mehr. Auf dem BuCon im Oktober bin ich aber als Gast. Ich muss gestehen, ich reise mich auch nicht mehr so um Termine; ich lese zwar sehr gerne, habe aber gerade in den ersten Jahren auch sehr viel Geld dafür ausgegeben, durch die halbe Republik zu fahren :) Das mache ich heute nur noch, wenn Kosten und Aufwand stimmen.


    Ja, schade, dass die Teilnehmer der Leserunde wieder so weit auseinanderlagen, das klappt irgendwie nicht immer, und ich weiß auch nicht so recht, wie man das verhindern kann. Irgendwie sind es dann immer mehrere kleine Leserunden statt eine große.


    Ich hoffe, dein Mann war nicht von den Texten demotiviert :) Aber es muss ja auch nicht alles jedem gefallen. Falls Du Fairwater mal wieder auffrischen magst, es gibt jetzt ja auch das überarbeitete E-Book. Wobei ich Leser, die schon mal Geld für die Print-Ausgabe ausgegeben haben, jetzt auch nichts andrehen mag. Die Geschichte ist ja immer noch dieselbe :)

  • Das war eine Geschichte, die mir wieder richtig viel Spaß gemacht hat. Das Setting, die Zeit, der etwas kuriose blinde Passagier mit seiner absolut unglaubwürdigen Story...


    Und egal wie unglaubwürdig die Sache mit dem Weltuntergang auch war, der Journalist hat am Ende doch ein bisschen gezweifelt. Das hat mir gut gefallen, in meiner Vorstellung ist am Ende dann aber nichts weiter passiert.


    Dass den Kontinenten hier eine Persönlichkeit zugeschrieben wird ist sowohl eine interessante, als auch furchteinflößende Vorstellung. Wenn man sich überlegt, was die Kontinente alles anstellen könnten (oder auch schon gemacht haben) - Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis... Das gibt der Geschichte nochmal eine ganz andere Dimension. Wenn man so an die Naturkatastrophen der letzten Jahre denkt, sind da ein paar Kontinente offensichtlich böse auf uns und wollen Rache.



    Übrigens witzig, dass gerade die Reise um die Welt in 80 Tagen erwähnt wird. Mein erster Gedanke beim blinden Passagier war, dass er es eilig hat, weil er eine gewisse Wette unbedingt einhalten muss und seine Anschlussverbindung kriegen muss... ;D


    Witzig, das habe ich mir auch gedacht!

  • Ich auch! Allerdings weiß ich nicht, ob wirklich nichts passiert. Allerdings scheint der Zeitreisende sich ja verirrt zu haben. Obwohl habe ich mich verlesen, oder habe ich überlesen, dass ihr auf die Zeitreise nicht eingeht? Irgendwie ist es doch am Ende so, dass der blinde Passagier von einer Verbindung ausgeht, die es noch nicht gibt, oder?
    Ansonsten eine schöne Geschichte und auch ich mag Jules Verne und ich bin der Meinung, dass es schwer ist aus heutiger Sicht auf solche Fragen wie eine rassistische Einstellung einzugehen. Woher kommt dieses Wissen? Wie hätten wir zu dieser Zeit gedacht ? Schließlich standen nicht so viele Informationen zur Verfügung. Soweit ich weiß hat sich JV doch auf ziemlich allen Gebieten der Wissenschaft mit dem jeweils neuesten Stand beschäftigt und leider kann ich nicht französisch, denn es sind ja wohl nicht alle Werke übersetzt.
    Ich dachte es ist einfacher, das Interview nicht stattfinden zu lassen (mir war auch nicht bewußt, dass der Journalist schwarz war), als dann eventuell auch was dazu sagen zu müssen. Für die Geschichte war es ja wohl nur ein direkter Hinweis, falls man nicht vorher schon an die Reise in 80 Tagen um die Welt gedacht hatte.