05 - Seite 183 bis 236 (Kapitel 3 "Auf See")

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  • Ohne die Leserunde hätte ich das Buch schon längst durchgelesen - was für ein fieses Abschnittsende, ich will jetzt wissen, wer das Mädchen ist.


    Aber von Anfang an: unsere Helden machen sich nun auf die große Fahrt. Bei schönem Wetter ist so eine Schifffahrt sicherlich ganz nett, aber bei Kälte, Schnee und Sturm könnte ich mir, wie Shaya, ebenfalls etwas anderes vorstellen. Auch hier liegt der Fokus wieder vermehrt auf Phileasson und seiner Mannschaft; die Perspektive schwenkt zwar auch zu Beorn rüber, aber ob er die gleichen Anfangsschwierigkeiten mit seinen Leuten hatte, erfahren wir nicht. Sieht aber nicht so aus, denn sie kommen besser vom Start weg.


    Bisher haben wir Phileasson ziemlich beherrscht kennengelernt (bis auf die Episode, als er Beorn öffentlich einen Lügner bezeichnet), aber als die Wettfahrt so holprig beginnt, merkt man doch, wie sehr er unter Druck steht und welch ein Frust sich da plötzlich aufbaut. Wie er zweifelt, ob er wirklich die richtigen Leute hat, dabei steht er gerade mal am Anfang der Wettfahrt. Ich finde diese Szene übrigens sehr gut und realistisch dargestellt, denn seine Mannschaft durchläuft die typischen Phasen einer Teambildung, bei der, nachdem die Teammitglieder ausgewählt wurden, i.d.R. eine Konfliktphase anschließt, weil jeder unterschiedliche Ansichten und Auffassungen hat. Erst danach findet das Team wirklich zusammen. Wobei ich bei Salarin schon grinsen musste, wie er so unbedarft mit seinem Riemen gegen den Takt rudert ;D Aber schlussendlich klappt es auch bei ihm. Und es ist sicher kein Fehler, jemanden mit solch guten Augen an Bord zu haben.


    Ohm Follker hat mich auch zum Lachen gebracht: er, der bisher immer als die ruhige Stimme der Vernunft erschien, zeigt ihren Gegnern den blanken Hintern :D


    Als Ragnor bestraft werden sollte, war ich ziemlich alarmiert, was Phileasson nun mit ihm tun würde, ich hatte schon die Befürchtung, er will ihn mit dem Schwert erschlagen. Im ersten Moment hört sich die Bestrafung schon ziemlich heftig an und ich dachte, warum schlagen sie einen von ihnen zusammen, wo sie doch jeden Mann/Frau an Bord benötigen. Aber die Schläge waren dann doch dosiert. Die Begründung, warum so gestraft wird, fand ich dann auch ziemlich einleuchtend, so beugt man am ehesten noch schwelendem Unmut vor. Und Ragnor selbst nimmt ja auch seine Strafe an. Man könnte sagen, Shaya hat etwas naiv reagiert, als sie Ragnor auf diese Weise weckte, aber woher sollte sie es wissen, was das für Konsequenzen haben würde. Im Endeffekt hat sie aber damit deutlich gemacht, wie wichtig es ist, dass jeder auf seinem Posten ist und nicht in seiner Aufmerksamkeit nachlässt. Dafür, dass Shaya eine Landratte ist, stellt sie sich gar nicht so übel an. Sie wird auch weiterhin Fehler machen, woher soll sie es wissen, aber sie bemüht sich wirklich. Und ihre Unsicherheit, was sie als Schiedsrichterin tun darf oder nicht, wird ebenfalls authentisch dargestellt. Phileasson hat recht: wenn seine Mannschaft zusammenwachsen soll und sich jeder auf jeden verlassen muss, dann muss auch sie mit anpacken, bei Sturm u.ä. sitzen sie auch im selben Boot - nicht nur im übertragenen Sinne. Natürlich besteht die Gefahr, dass dadurch evtl. ihre Neutralität gegenüber Phileasson leidet, aber ich denke, das lässt sich in so einer Situation überhaupt nicht vermeiden, immerhin werden sie lange Zeit aufeinander sitzen und einiges zusammen durchstehen.


    Dann erfahren wir, wer hinter der mysteriösen Nachricht an Beorn steckt: nicht Fianna, sondern ein Elf. Was treibt Galayne an, in den Wettkampf einzugreifen und ihn zu Beorns Gunsten zu beeinflussen? Ist das denn überhaupt erlaubt? Warum sucht er sich gerade Beorn aus? Hat er eine private Fehde mit Phileasson laufen? Das glaube ich eigentlich eher nicht, Elfen ticken doch anders, oder nicht? Oder hilft er Beorn, weil er ihm eher zutraut, dunkle Wege zu begehen. Woher weiß er überhaupt so genau über die Wettfahrt Bescheid? Magie oder hat er in Thorwal einen Spitzel sitzen?


    Dass Beorn zu solchen Mittel greift, um die Wettfahrt zu seinen Gunsten zu entscheiden, bringt ihm bei mir keine Sympathiepunkte ein - auf der anderen Seite kommt mit Galayne ein interessanter Charakter ins Spiel, bei dem ich den Verdacht habe, dass hinter der Wettfahrt viel mehr stecken könnte, als nur den Titel König der Meere zu erlangen. Von welchem dunklen Geheimnis spricht der Elf und was werden die Kapitäne erwecken? Weiß Cunia und ihre Göttin darüber ebenfalls Bescheid?


    Hoffentlich hält dieser Sturm jetzt nicht tagelang an. Und dann geht auch noch Ragnor über Bord, ich habe meine Zweifel, dass er sich bei dem Wetter retten kann. So hart es klingt, aber ich tendiere dazu, dass Phileasson die richtige Entscheidung getroffen hat und nicht das Wohl der ganzen Mannschaft aufs Spiel setzt, um bei dem Wetter Ragnor aus dem Meer zu fischen; das hätte sicherlich ihr aller Untergang bedeutet. Eher möchte ich Beorn und Galayne dafür schlagen, dass sie mit ihrer List dafür sorgen, dass Phileasson bereits jetzt schon seinen ersten Mann verliert. Aber vielleicht kann das Mädchen den frei gewordenen Platz einnehmen? Sie scheint ja mehr als nur ein Mädchen zu sein. Ist sie vielleicht auch hellsichtig, denn woher hätte sie und die Dorfbewohner sonst wissen sollen, dass die Seeadler in ihrem Hafen Zuflucht suchen wird?


    Dann zu Zidaine: sie ist mein heißer Favorit für Fianna, nicht nur, weil es vom Alter her passen würde. Ihre optische Erscheinung würde auch passen, wenn ich mich recht erinnere, und ihre Fähigkeit, mit dem Schwert umzugehen. Außerdem bin ich eh immer noch der Meinung, dass sich Fianna, Tylstyr und Tjorne auf hoher See begegnen werden, dass Tjorne eben durch die Wettfahrt nicht außerhalb ihrer Reichweite ist.

  • Zitat

    Es gibt diese Begriffe in Aventurien, aber sie sind anders belegt. Sie leiten sich von den drei Magiergilden ab. ..


    Danke für die Ausführungen zu den Magiergilden, Bernard. Aber meine Frage bleibt, wie ist Blutmagie in Aventurien angesehen? Etwas normales?


    Zitat

    Als Nebenbemerkung: Diese Strafe für "schlafen auf Wache" ist im militärischen Kontext recht milde...


    Echt. Ich finde das Risiko für Knochenbrüche o.ä. schon recht hoch. Und dann würde ein Mann schlicht ausfallen. Nun hat Phileasson das Glück einen Elfen dabei zu haben, der Heilmagie wirken kann. Sonst wäre Ragnar eventuell für eine geraume Zeit nutzlos. Können Geweihte wie Priester zaubern? Könnte Shaya also auch Heilmagie wirken?


    Zitat

    Natürlich besteht die Gefahr, dass dadurch evtl. ihre Neutralität gegenüber Phileasson leidet,


    Muss Shaya denn Phileasson gegenüber neutral sein? Er muss die Regeln einhalten, die ja vorher festgelegt wurden. Aber ansonsten ist sie ein Teil der Ottajasko, und darf sich doch deshalb auch einbringen.


    Zitat

    Was treibt Galayne an, in den Wettkampf einzugreifen und ihn zu Beorns Gunsten zu beeinflussen? Ist das denn überhaupt erlaubt? Warum sucht er sich gerade Beorn aus? Hat er eine private Fehde mit Phileasson laufen?


    Vielleicht geht es ihm dabei ja auch um Salarin, den Elfen der mit Phileasson fährt. Der ist doch von zu Hause weg, weil es Probleme gab. Vielleicht hat ja Galayne damit zu tun. Obwohl die beiden schon sehr unterschiedlich wirken, also vielleicht gar nicht dem selben Elfenvolk angehören.

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  • Dass Beorns Mannschaft das Fernbleiben von Hrolf, trotz berechtigter Zweifel einfach so "schluckt" zeugt von der Schwäche dieser Ottajasko. Denn es ist zu befürchten, dass dort keiner für einen anderen einstehen wird. Am Ende sind es aber gerade solche Voraussetzungen, die eine Mannschaft auch harte Zeiten gemeinsam durchstehen lässt. Ich könnte mir vorstellen, dass es also intern in der Ottajasko Beorns zu heftigen Auseinandersetzungen kommen wird früher oder später. NOCH macht keiner den Mund auf und alle ziehen den Schwanz ein. Das könnte sich bald ändern.


    Stimmt, das habe ich gar nicht beachtet, aber das könnte sich dann doch noch als Vorteil für Phileasson rausstellen. Andererseits stimmt auch das, was Bernd schreibt, dass Hrolf nicht wirklich in der Mannschaft integriert war.



    Würde mir wünschen, dass nach überstehen des Sturms vielleicht anch ihm gesucht wird irgendwie. Sonst könnte ich womöglich auch Phileassons Mannschaft nicht mehr Solidarität zu gestehen als der von Beorn. Bis jetzt kam es mir schon so vor, als sei die Ottajasko des Foggwulfs schon eher ein Team als die Beorns.


    Ich bin auch gespannt, wie Phileasson entscheiden wird, ob er nach Ragnor suchen lässt oder ob ihm der Druck, seinen Kontrahenten einzuholen, eher von einer Suche abhalten wird. Kommt auch darauf an, wie die Gegebenheiten an Land sind, wie erfolgsversprechend oder realistisch so eine Suche überhaupt sein kann.
    Ich hatte ein wenig darauf gehofft, dass Salarin oder Tylstyr vielleicht den Verdacht hegen könnten, dass der Sturm nicht mit rechten Dingen zugeht.



    Ich stelle ohnehin fest, dass dieses Buch unterschwellig für eine Menge Diskussionspotential sorgt. Finde ich gut.


    Mal sehen, was die Anderen zu diesem Diskussionspunkt sagen.


    Damit hast du recht und das gefällt mir hier auch sehr gut an dem Buch. Weil man sich Gedanken darüber macht, ob die getroffenen Entscheidungen richtig sind oder ob man es hätte anders machen können und man sich auch überlegt, wie sich diese oder jene Entscheidung langfristig auswirken könnte, was ziemlich schwierig ist.


    Gerade auch bei der Strafe von Ragnor: ich tendiere ja auch dazu, dass sie kurz- und mittelfristig tatsächlich angebracht war, aber wie ihr schreibt, wie wird sich das langfristig auswirken? Darauf bin ich ebenfalls sehr gespannt.



    Auch die Beschreibung wie Phileasson und seine Mannschaft sich dem Sturm entgegen stellen finde ich sehr gelungen. Man hatte irgendwie das Gefühl die Wasssertropfen zu spüren und ich habe mitgefiebert und die Daumen gedrückt, dass sie einigermaßen unbeschadet aus dem Abenteuer herauskommen.


    Ja, die Beschreibungen kommen wirklich sehr gut rüber.



    In einem früheren Leseabschnitt haben wir uns am Rande über sehr mächtige magische Artefakte unterhalten ... Ich könnte mir denken, dass eine Aussage Galaynes auf Seite 216 vielleicht einen Bezug dazu hat ... ;)


    Da ich das Ebook lese, weil ich nicht, was in der Printausgabe auf S. 216 steht, ich vermute aber mal, dass du darauf ansprichst, dass Galayne Dinge über die Wettfahrt weiß, die er eigentlich nicht wissen kann, wenn er nicht gerade einen Spitzel in Thorwal sitzen hat, was ich auch eher nicht glaube, denn das ist nicht Elfenart, würde ich jetzt vermuten. Kommen hier die Schwarzen Augen ins Spiel (so hießen sie doch?)? Dabei komme ich zur Spektabilität der magischen Akademie zurück: bei einer von Tylstyrs Überlegungen zu seiner "Chefin" hatte ich das Gefühl, dass sie durchaus in der Lage ist, solche magischen Artefakte zu handhaben und es auch schon getan hat. Ist ihr Interesse an den Elfen vielleicht nicht nur eine Art kindliche Neugier, sondern geht ihr Wissen oder Ahnung vielmehr in eine ähnliche Richtung wie Galaynes, was das dunkle Geheimnis angeht. Das eben in diese Richtung geht:


    Der Himmelsturm ist ein mystischer Ort, bei dem man daran zweifeln darf, dass er wirklich existiert. Die Drachenführer müssen ihn nicht nur finden, sondern auch sein Geheimnis ergründen. Sie werden, falls sie Erfolg haben, Wissen zurück nach Thorwal bringen, das dort noch nicht existiert. Vielleicht sogar Wissen, dass kein Mensch in Aventurien besitzt - weil es nicht für Sterbliche bestimmt ist ...



    Was ich mir immer wieder einbläuen musste, ich hoffe, es ist inzwischen überall im Buch richtig:
    Ein Ruder ist ein Teil, mit dem man die Richtung eines Schiffs ändert. Die Dinger, die den Vortrieb erzeugen, heißen Riemen.


    Ich werde das bestimmt hier in der Runde auch einige Male verwechseln :-[



    PS.: Vielleicht ist Fianna ja auch frühzeitig gealtert und wurde zu Mutter Cunia - was auch erklären würde, warum die meisten hier sich so vor ihr gruseln. ;D


    Na, das wäre ja was :o :D



    Da bin ich anderer Meinung. Das Körperliche ist ja durchaus da, nur Gefühle fehlen gänzlich. Das hört man öfters von Opfern. Ich denke sie bedient sich nach Belieben, um ihre Macht auszuspielen. Wenn sie was weiss, dann das was Männer wollen. Und damit spielt und manipuliert sie.


    Ich tendiere hier auch eher zu Murksxis Ansicht, dass sich Zidaine, wenn sie Fianna sein sollte, ihrer körperlichen Macht durchaus bedient, wenn es sie weiterbringt.



    Wie gefällt Euch die Figur Galayne? Ist er ein übler Bursche, dem man die Pest an den Hals wünscht, oder besitzt er für Euch auch so etwas wie eine dunkle Faszination?


    Ich hatte es oben schon geschrieben, dass mir Galayne zwar arge Bauchschmerzen verursacht, aber dennoch auf mich eine Faszination ausübt, weil es mich interessiert, was seine Motivation ist. Und an Beorns Stelle würde ich ihm nicht zu sehr vertrauen, denn ich denke, dass der Elf nicht zögern wird, auch Beorn in den Hintern zu treten, wenn es seinen Zielen dient.



    Die Bestrafung empfand ich als gute Lösung. Die Mannschaft ist auf bestimmte Zeit ein Team (sollte es zumindest sein) und stark voneinander abhängig. Nachlässigkeit einzelner Mitglieder können da das ganze Team gefährden und nur ein eingeschworene Mannschaft erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass alle überleben können. Ich finde es daher gut, dass auch alle bestrafen "durften" und nicht nur einer. Und die Strafe war ja nun wirklich nicht so schlimm, da jeder darauf achtete, den "Verurteilten" nicht übermäßig zu quälen. Das wirkte auf mich fair abgelaufen und auch Ragnor wirkte von Anfang an auf mich so, als fände er es auch selbst angemessen. Wenn ich an manche Geschichten oder Filme denke, in denen der Kapitän wild mit der Peitsche auf den Rücken eines Matrosen einschlug....


    Ich bin die ganze Zeit am Grübeln, woher ich die im Buch beschriebene Bestrafung kenne. Ich meine, ich habe davon - und ihre Begründung - schon mal in einem anderen Buch oder Film gelesen/gesehen. Bin mir aber nicht sicher, aber das Ganze kam mir irgendwie bekannt vor.



    Das Mädchen, das da wartet. Ist es der Gegenpart zu Galayne?


    Darauf hoffe ich.



    Eine schöne Frage für die Runde: Was ist wohl aus Hrolf geworden?


    Das ist eine gute Frage: Galayne äußert sich ja nicht konkret dazu, dass er ihn getötet hat, was man bei einem Opfer direkt assoziiert. Und wir wissen ja, dass man bei Elfen teilweise jedes Wort auf die Goldwaage legen muss ;D Wer weiß, als was Hrolf nun rumgeistert oder vielleicht hat Galayne ihm auch einfach nur eine Kiste Rum dagelassen und Hrolf macht nun eine große Sause auf der Schlangeninsel.

  • [quote :five:author=odenwaldcollies link=topic=13245.msg274566#msg274566 date=1464019345]
    Aber vielleicht kann das Mädchen den frei gewordenen Platz einnehmen? Sie scheint ja mehr als nur ein Mädchen zu sein. Ist sie vielleicht auch hellsichtig, denn woher hätte sie und die Dorfbewohner sonst wissen sollen, dass die Seeadler in ihrem Hafen Zuflucht suchen wird?
    [/quote]


    Da sind wir mal wieder auf einer Wellenlänge. :five:

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)


  • Muss Shaya denn Phileasson gegenüber neutral sein? Er muss die Regeln einhalten, die ja vorher festgelegt wurden. Aber ansonsten ist sie ein Teil der Ottajasko, und darf sich doch deshalb auch einbringen.


    Ich sehe das auch so, aber Shaya scheint sich diesbezüglich noch sehr unsicher zu sein.



    Vielleicht geht es ihm dabei ja auch um Salarin, den Elfen der mit Phileasson fährt. Der ist doch von zu Hause weg, weil es Probleme gab. Vielleicht hat ja Galayne damit zu tun. Obwohl die beiden schon sehr unterschiedlich wirken, also vielleicht gar nicht dem selben Elfenvolk angehören.


    Damit könntest du recht haben, dass das alles irgendwie mit Salarin zusammenhängen könnte. Vielleicht ist Salarins "Andersartigkeit" auch kein Zufall und hat noch eine Bedeutung?


  • wie ist Blutmagie in Aventurien angesehen? Etwas normales?


    In einem gemeinsamen Gesetzeswerk der Magiergilden mit einigen weltlichen Herrschern wird die Blutmagie geächtet. Dabei wird differenziert, ob es sich um das Blut eines "beseelten Wesens" handelt - dazu zählen alle warmblütigen Tiere - oder gar um das eines "empfindenden und denkenden Wesens" - das sind dann insbesondere Zwerge, Elfen und Menschen. Bei letzteren sind die Strafen sehr rigide.
    Andererseits ist Blut eine mächtige Paraphernalie bei Beschwörungen, insbesondere bei Dämonen, und Beschwörung ist ein durchaus verbreiteter Bereich der Magie. Einige Akademien sind darauf spezialisiert, analog zur Spezialisierung von Tylstyrs Akademie auf Hellsichtmagie. Den Beschwörern ist die Praxis des Blutopfers zwar ebenfalls verboten, aber da sie vieles erleichtert, ist die Versuchung, sich über dieses Verbot hinwegzusetzen, bei ihnen besonders groß.
    Außerhalb der Gilden gibt es viele schamanistische Traditionen, in denen Blutmagie eine Rolle spielt, insbesondere in Form von Tieropfern. Auch die Thorwaler als "barbarisches" Volk kennen Blutmagie im Zusammenhang mit Schutzzaubern für eine Schiffsgemeinschaft.



    Können Geweihte wie Priester zaubern? Könnte Shaya also auch Heilmagie wirken?


    Geweihte können Wunder erflehen. Die Wunderkraft hängt dabei weniger von ihren persönlichen Fertigkeiten ab und mehr davon, wie hoch sie in der Gunst ihrer Gottheit stehen und ob diese Gottheit mit dem Ziel des Wunders einverstanden ist. Zudem gibt es Faktoren, die die Macht der Götter an bestimmten Orten erhöhen oder beschränken.
    Shayas Göttin Travia gehört zu den Zwölfgöttern, die allen ihren Geweihten grundsätzlich die "zwölf Segnungen" gewähren. Wenn sie sich an den Gott Ingerimm wendet (einen Bruder Travias), kann dieser ihr eine kleine Flamme gewähren, die über ihrer Hand erscheint. Auch ein Heilungswunder ist dabei, das der Göttin Peraine zugeschrieben wird. Es ist in der Auswirkung wesentlich schwächer als Salarins Heilzauber, kann aber vor Erfrierungen schützen.
    Wir haben Shaya auch bereits ein Wunder erflehen sehen: den Reisesegen für die Versorgungsschiffe.



    Muss Shaya denn Phileasson gegenüber neutral sein? Er muss die Regeln einhalten, die ja vorher festgelegt wurden. Aber ansonsten ist sie ein Teil der Ottajasko, und darf sich doch deshalb auch einbringen.


    Das ist durchaus eine valide Auffassung - wie sehen das die anderen?




    Vielleicht geht es ihm dabei ja auch um Salarin, den Elfen der mit Phileasson fährt. Der ist doch von zu Hause weg, weil es Probleme gab. Vielleicht hat ja Galayne damit zu tun.


    Ah, eine alte Feindschaft ... Allerdings ist Salarin mit 25 im Vergleich zu Galayne noch recht jung.


  • Als unelfischer Elf hat er etwas mysteriös Ätherisches an sich und seine Beweggründe und sein Handeln lassen sich noch nicht in menschlichen Dimensionen einordnen. Wir wissen noch gar nichts über seine Agenda, was anscheinend beyond all we can imagine ist. Er hat für mich den Charme eines undurchschaubaren sexy villains - eine Art "Bad Galadriel".


    Sehr cooler Satz. ;D Vor allem der letzte Teil. Ich kann mir so ungefähr vorstellen, was du damit meinst. ;)



    Und schon wieder ein neuer Elf im Spiel (ich gebe zu, das ich Elfen wenig wertschätze; bei Elben sieht das anders aus).


    Wo ist der Unterschied? ???



    Noch zwei Anmerkungen:


    1. Mir ist noch eingefallen, dass ich es nicht so toll fand, dass Shaya den armen Ragnor verpetzt. Das war nicht sehr kollegial, auch wenn sie nicht gewusst hat, welche Strafe folgen würde.


    2. Was wurde aus Hrolf? Ich für meinen Teil denke, dass er schlicht und ergreifend tot ist.
    Vielleicht hat er sich aber auch mit Galayne abgeklatscht, weil er eh keinen Bock mehr hatte, wer kann das schon so genau sagen? ;)

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)


  • Oh ja, das kann ich nur unterstreichen. Egal, ob ich eine Figur mehr oder weniger mag, sie alle stehen mir sehr bewußt, sehr lebendig vor Augen. Teilweise fühlt es sich an wie eine persönliche Begegnung. Das macht ihr Autoren wirklich gut.


    Vielen Dank für die Blumen! :banane:



    Was treibt Galayne an, in den Wettkampf einzugreifen und ihn zu Beorns Gunsten zu beeinflussen? Ist das denn überhaupt erlaubt?


    Solange er nicht mit Beorn verwandt ist ... ;)



    Von welchem dunklen Geheimnis spricht der Elf und was werden die Kapitäne erwecken? Weiß Cunia und ihre Göttin darüber ebenfalls Bescheid?


    Das ist eine Frage, die uns noch lange begleiten wird: Worum geht es bei dieser Wettfahrt - und wer weiß wie viel darüber?


    Außerdem bin ich eh immer noch der Meinung, dass sich Fianna, Tylstyr und Tjorne auf hoher See begegnen werden, dass Tjorne eben durch die Wettfahrt nicht außerhalb ihrer Reichweite ist.


    Wenn das stimmt, spricht das dafür, dass niemand auf Dauer seinem Schicksal entkommt ... In diesem Fall vielleicht gerecht (?) - aber generell eher eine bedrohliche Aussicht, oder?



    Ich hatte ein wenig darauf gehofft, dass Salarin oder Tylstyr vielleicht den Verdacht hegen könnten, dass der Sturm nicht mit rechten Dingen zugeht.


    Abwarten ... ;)



    Da ich das Ebook lese, weil ich nicht, was in der Printausgabe auf S. 216 steht, ich vermute aber mal, dass du darauf ansprichst, dass Galayne Dinge über die Wettfahrt weiß, die er eigentlich nicht wissen kann, wenn er nicht gerade einen Spitzel in Thorwal sitzen hat, was ich auch eher nicht glaube, denn das ist nicht Elfenart, würde ich jetzt vermuten. Kommen hier die Schwarzen Augen ins Spiel (so hießen sie doch?)?


    :klatschen:
    [quote author=Seite 216]
    Ich habe dich vor sehr langer Zeit in einem schwarzen Stein gesehen, stolzer Krieger. Dich, die beiden Kapitäne und ihre Reise nach Norden.«
    Hrolf beäugte misstrauisch die Steinplatte. Er konnte nichts darin erkennen.
    Galayne lachte. »Nicht dieser Stein, du Tropf! Ich habe nur Bruchstücke dessen gesehen, was geschehen wird. Aber ihr werdet an eines der ältesten Geheimnisse dieser Welt rühren. Ihr werdet etwas erwecken …[/quote]



    Ist [Cellyanas] Interesse an den Elfen vielleicht nicht nur eine Art kindliche Neugier, sondern geht ihr Wissen oder Ahnung vielmehr in eine ähnliche Richtung wie Galaynes, was das dunkle Geheimnis angeht.


    Unabhängig von Deinen Überlegungen ist die "Elfenforschung" unter Magiern durchaus verbreitet. Viele ihrer Formeln sind aus dem Studium von Elfenzaubern entstanden. Die Hauptschwierigkeit liegt dabei darin, dass ein Elf nicht erklären kann, wie er zaubert - er tut das intuitiv. Ein Gildenmagier muss das oft beobachten und dann überlegen, welche astrale Matrix da gewoben wird und wie er das - ohne zweistimmigen Gesang - mit seinen Möglichkeiten nachmachen kann. Der Lichtzauber, den Tylstyr über dem Grab seiner Mutter gesprochen hat, ist zum Beispiel seinem Ursprung nach Elfenmagie.
    1984 stand er auch schon im ersten Regelwerk, und ich kann die Formel von damals heute noch auswendig: "Flim Flam Funkel - bring Licht ins Dunkel!"
    :D



    Ich bin die ganze Zeit am Grübeln, woher ich die im Buch beschriebene Bestrafung kenne. Ich meine, ich habe davon - und ihre Begründung - schon mal in einem anderen Buch oder Film gelesen/gesehen. Bin mir aber nicht sicher, aber das Ganze kam mir irgendwie bekannt vor.


    Es kommt tatsächlich ab und zu vor, dass man als Autor Dinge aufgreift, die man irgendwo mal gesehen oder gelesen hat, an die man sich aber nicht bewusst erinnert. So könnte es auch hier sein. Falls Du Dir die Quelle noch einfällt: Ich bin gespannt ... ;)



    Mir ist noch eingefallen, dass ich es nicht so toll fand, dass Shaya den armen Ragnor verpetzt. Das war nicht sehr kollegial, auch wenn sie nicht gewusst hat, welche Strafe folgen würde.


    Du kannst so kollegial drauf sein, wie Du willst - wenn der Foggwulf vor Dir steht und Dich etwas fragt, dann antwortest Du. :kommmalherfreundchen:

  • Zitat

    Geweihte können Wunder erflehen. Die Wunderkraft hängt dabei weniger von ihren persönlichen Fertigkeiten ab und mehr davon, wie hoch sie in der Gunst ihrer Gottheit stehen und ob diese Gottheit mit dem Ziel des Wunders einverstanden ist.


    Dann liegt die eigentliche Macht der Geweihten eher in ihrem Ansehen und nicht in der Magie, die sie vielleicht wirken können. Ein interessantes (Rollenspiel)Konzept.


    Zitat

    Wo ist der Unterschied? ???


    Die Elben sind von Tolkien, die Elfen von anderen Spielen und Autoren.


    Zitat

    Unabhängig von Deinen Überlegungen ist die "Elfenforschung" unter Magiern durchaus verbreitet. Viele ihrer Formeln sind aus dem Studium von Elfenzaubern entstanden


    Das illustriert ja auch sehr schön Tylstyrs Verhalten als Magier seit er mit Salarain auf Phileassons Schiff fährt. Er hat ja schon richtig Minderwertigkeitskomplexe, weil der Elf seine Zauber so einfach aus dem Ärmel schüttelt, während er 10 Jahre studiert hat und trotzdem kaum etwas zu stande bekommt.
    Tylstyr hat noch nicht begriffen, das er seine Magie immer wirken kann, egal ob die Sterne günstig stehen. Salarin kann seine Magie ja wohl nur wirken, wenn er mit seinem Lied einen Anhaltspunkt im Lied der Natur findet.

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    Einmal editiert, zuletzt von Torshavn ()


  • Solange er nicht mit Beorn verwandt ist ... ;)


    Auch wieder wahr ;D



    Wenn das stimmt, spricht das dafür, dass niemand auf Dauer seinem Schicksal entkommt ... In diesem Fall vielleicht gerecht (?) - aber generell eher eine bedrohliche Aussicht, oder?


    Das ist eine gute Frage, die, allgemein gesehen, schwer zu beantworten ist. Wenn wirklich Fianna hinter dem Toten unter der Thorwalschen Brücke steckt, dann ist ihre Rache bisher nicht erkaltet und sie wird früher oder später alles daransetzen, das Schicksal ihrer Peiniger in die von ihr gewünschte Richtung zu lenken. Außerdem glaube ich nicht, dass ihr, die Autoren, so einen aufwändigen Prolog geschrieben habt, um dann Fianna nie wieder auftauchen zu lassen ;D Nur als Begründung, warum Tjorne und Tylstyr an Bord der Seeadler kommen, werdet ihr ihn nicht geschrieben haben, denke ich. Außerdem erhöht es die Spannung, wenn wir und die beiden jungen Männer sich fragen müssen, ob Fianna vielleicht ganz in ihrer Nähe ist, was aus ihr geworden ist usw. Gut, diesen Spannungskitzel entstand durch den Prolog und theoretisch muss dafür Fianna tatsächlich nicht mehr auftauchen.


    Da kommt mir gerade in den Sinn: wenn Zidaine tatsächlich Fianna sein sollte, ist sie schon öfters mit Beorn auf See gewesen, was erklären könnte, dass sie ihre Rache bisher nicht straff durchziehen konnte. Vielleicht ist ihr bei ihrem Aufenthalt in Thorwal dabei Atagord zufällig über den Weg gelaufen, sie hat ihn erkannt und direkt die Gunst der Stunde genutzt.



    Abwarten ... ;)


    Mach ich :popcorn:



    Unabhängig von Deinen Überlegungen ist die "Elfenforschung" unter Magiern durchaus verbreitet. Viele ihrer Formeln sind aus dem Studium von Elfenzaubern entstanden. Die Hauptschwierigkeit liegt dabei darin, dass ein Elf nicht erklären kann, wie er zaubert - er tut das intuitiv. Ein Gildenmagier muss das oft beobachten und dann überlegen, welche astrale Matrix da gewoben wird und wie er das - ohne zweistimmigen Gesang - mit seinen Möglichkeiten nachmachen kann. Der Lichtzauber, den Tylstyr über dem Grab seiner Mutter gesprochen hat, ist zum Beispiel seinem Ursprung nach Elfenmagie.
    1984 stand er auch schon im ersten Regelwerk, und ich kann die Formel von damals heute noch auswendig: "Flim Flam Funkel - bring Licht ins Dunkel!"
    :D


    Die Formel ist ja drollig :D O.k., das ist natürlich dann eine Erklärung für das Interesse der Magier an den Elfen.



    Es kommt tatsächlich ab und zu vor, dass man als Autor Dinge aufgreift, die man irgendwo mal gesehen oder gelesen hat, an die man sich aber nicht bewusst erinnert. So könnte es auch hier sein. Falls Du Dir die Quelle noch einfällt: Ich bin gespannt ... ;)


    Ich bin schon die ganze Zeit am überlegen, komme aber nicht darauf. Ich will aber nicht ausschließen, dass ich mal wieder was durcheinander gebracht habe.


  • Die Elben sind von Tolkien, die Elfen von anderen Spielen und Autoren.


    Für mich ist es ein Wort für ein und dieselbe Spezies. Natürlich werden sie von verschiedenen Autoren anders dargestellt und meiner Meinung nach auch, nach gutdünken des Autors, Elfen oder Elben genannt.
    Was aber letztlich das "Gleiche" ist. Nur die Feenwesen spielen für mich eine andere Rolle... Aber ich wollte jetzt auch nicht zu weit abschweifen.

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

  • Zu den Elfen hätte ich hier auch noch eine kurze Frage.
    Ich bin im Elder Scrolls Universum in Tamriel unterwegs und dort gibt es Hochelfen und Dunkelelfen. Sind Galayne und Salarin möglicherweise diesen Spezies zuzuordnen? Vom Aussehen her könnte Galayne ein Hochelf und Salarin ein Dunkelelf sein. Gibt es in Aventurien auch verschiedene Arten von Elfen ? :elf:


  • Gibt es in Aventurien auch verschiedene Arten von Elfen ?


    Ja, und sie unterscheiden sich primär nach ihrem Lebensraum.
    Salarin ist ein Auelf. Diese Elfen haben immer wieder lockeren Kontakt zu den Menschen, manche Sippen haben ihre Dörfer sogar in menschlichem Siedlungsgebiet.
    Sehr abgeschieden leben die Waldelfen. Sie gelten als das ursprünglichste Elfenvolk.
    Es gibt auch Nachtalben, aber wer die trifft, kann meistens nicht mehr davon erzählen, deswegen weiß man kaum etwas über sie.
    Die Steppenelfen sind ein elfisches Reitervolk im Nordosten Aventuriens.
    Die Firnelfen bewohnen den hohen Norden.
    Das mal als beispielhafte Auswahl. Es gibt also viele Elfenvölker.
    Wichtiger als die Zugehörigkeit zu einer dieser Volksgruppen ist aber die Frage, inwieweit sich ein Elf von "der Welt" (im Gegensatz zum "Licht, das er in sich trägt") beeinflussen lässt. Je mehr das geschieht, desto besser kommt er zum Beispiel mit Menschen klar. Er versteht den Wert von Geld etc. Umso schwieriger wird es jedoch für ihn, das Lied der Natur zu hören.

  • Ich frage mich ja, wie in Travias Haus die Regeln der Ehre gedeutet bzw. ausgelegt werden. Diese entscheiden ja auch über Sieg oder Niederlage, allerdings kann man Ehre ja ganz unterschiedlich auslegen. Wenn Lenya etwas von dem "Deal" zwischen Beorn und Galayne mitbekommt, wie würde sie das deuten? Und betrifft das mit der Ehre nur die Aufgaben und das Halten an die übrigen Regeln, oder auch die eigene Mannschaft?


    Beorn hat Hrolf ja in seine Mannschaft gepresst, von vornherein ein Opfer, das auf der Schlangeninsel sein Ende finden wird. Aufgrund der Nachricht würde ich vermuten, dass Hrolf tot ist. Aber da ich ihn nicht sterben gesehen habe, bin ich da misstrauisch. Vielleicht hat er sich ja auch irgendwie "verändert". Oder mit seiner Leiche geschieht etwas, das zu den geheimnisvollen Andeutungen gehört. Bei "Erwecken" und "schuppig" musste ich ja gleich an eine Seeschlange denken - an DIE Seeschlange. Was aber wiederum auch etwas wirr ist, weil Swafnir doch beständig mit ihr kämpft. Aber vielleicht ist es auch eine irgendwie losgelöste Körperlichkeit und als Stärkung ihrer Macht zu sehen? Auf jeden Fall ist es aber etwas sehr Mächtiges, das Dinge verändern wird - so ist zumindest mein Eindruck.


    Beorn habe ich von Anfang an für hinterhältig gehalten, aber so ganz verdammen kann ich ihn nicht. Ich habe nämlich den Eindruck, dass die treibende Kraft der Ehrgeiz ist - er will um jeden Preis gewinnen. Und zumindest ist er nicht eiskalt, was man an seinen Gedanken merkt.
    Galayne ist zwar eine dunkel erscheinende Figur, aber er übt auch einen gewissen Reiz auf mich aus. Vor Blutmagie schrecke ich zwar zurück, aber seine Andeutungen machen mich neugierig - da warten noch viele Rätsel. Was treibt ihn an, was ist seine Geschichte? Warum schaut er immer in den Himmel, als könnte er in ihm lesen oder mit ihm kommunizieren? Und ... ich mag sein spöttisches Lächeln. Aber warum bezeichnet er sich vor der Mannschaft als seelenloses Geschöpf - gehört das zu seiner "Show", hat er seine Seele verloren oder gibt es Unterschiede zwischen den Elfen, was die Seele betrifft? Wir haben da ja die Aussagen eines sehr jungen und eines sehr alten Elfen.


    Salarin und die lustige Melodie des Schiffes, da musste ich einfach breit grinsen. Mir gefallen seine verschiedenen Facetten, denn da gibt es soviel mehr als diese humorvolle Seite. Er ist innerlich zerrissen und trägt auch sehr traurige Erinnerungen mit sich rum, aber er folgt seiner Sehnsucht und ist auf der Suche. Vielleicht ja nicht nur nach den Göttern, sondern auch nach seinem eigenen Schicksal. Nach einer Antwort auf die Frage, warum er so anders ist und was er mit dieser Andersartigkeit bewirken kann. Was es für sein eigenes Licht bedeutet.


    Die Bestrafung von Ragnor hat mir gut gefallen. Er hat seine Aufgabe nicht erfüllt, weil er sich selbst nicht gut genug eingeschätzt hat - und damit seine ganze Mannschaft in Gefahr gebracht, auch wenn in diesem Fall nichts passiert ist. Die ganze Mannschaft war an der Bestrafung beteiligt, jeder hat individuell entschieden, wie er zuschlägt. Aber sie haben auch Rücksicht genommen, indem sie ihn nicht am Kopf verletzt haben, wenn er am Boden lag. Dazu dann Phileassons Entscheidung ... Es wirkte, als ob er gleich danach wieder - so wie früher - ein vollwertiges Mitglied der Mannschaft war. Das gerade er über Bord gegangen ist, ist wirklich dumm gelaufen. Aber Phileasson hatte keine andere Wahl, er musste ja sein Schiff in Sicherheit bringen. Ich hoffe auf Ragnors Stärke, und auch auf das von den anderen gemiedene Mädchen am Strand. Zu ihr zieht es mich sehr hin und ich bin gespannt, was sie so besonders macht, dass die anderen sie meiden.


    Den Foggwulf mag ich auch deswegen, weil er mit Leib und Seele ein Seefahrer ist - das hat sich so toll angefühlt! Überhaupt gingen mir die Beschreibungen der Fahrt und des Sturms sehr nah, ich war mittendrin. Den Runenstein fand ich aber auch sehr spannend und hoffe, das irgendwann noch etwas zu der Bedeutung kommt ...
    Zidaine könnte Fianna sein, da passt so einiges. Allerdings ist es fast schon so eindeutig, dass es auch eine falsche Fährte sein könnte ... Aber mein Gefühl ist da einfach stärker als meine Skepsis.


  • Beorn habe ich von Anfang an für hinterhältig gehalten, aber so ganz verdammen kann ich ihn nicht. Ich habe nämlich den Eindruck, dass die treibende Kraft der Ehrgeiz ist - er will um jeden Preis gewinnen.


    Der Ehrgeiz verbindet die beiden Drachenführer. "Um jeden Preis" ist eine sehr gefährliche Formulierung, was diese Wettfahrt angeht. Früher oder später werden sich beide, Beorn wie Phileasson, fragen müssen, wie hoch der Preis wirklich ist, den sie zu zahlen bereit sind.



    Salarin ... ist innerlich zerrissen und trägt auch sehr traurige Erinnerungen mit sich rum, aber er folgt seiner Sehnsucht und ist auf der Suche. Vielleicht ja nicht nur nach den Göttern, sondern auch nach seinem eigenen Schicksal. Nach einer Antwort auf die Frage, warum er so anders ist und was er mit dieser Andersartigkeit bewirken kann. Was es für sein eigenes Licht bedeutet.


    Ein Gedanke, den im Kopf zu behalten sich lohnt. ;)


  • Die Frage die sich aber stellt ist: Ist das Strafen legitimer, nur weil alle mitmachen und eine Gemeinschaft es als richtig einstuft? Wer bestimmt wann es genug ist? ... Unwillkürlich muss ich dann an die NS- Zeit denken.


    Das gemeinschaftliche "Abstrafen" erfolgt ja auch, um den Groll jedes Mitglieds der Mannschaft aufzulösen und die Mannschaft wieder zu einer Einheit werden zu lassen. Jeder entscheidet individuell über die Dosis seiner Strafe - und man hat ja gesehen, dass sie sich zurückgehalten haben. Das Einschlafen bei der Wache hätte ja alle in Gefahr bringen können, da muss also auch durchgegriffen werden, um Sicherheit zu gewährleisten.
    Die NS-Zeit ist für mich eine völlig andere Thematik und hat damit rein gar nichts zu tun.



    Und den Gedanken, dass eine Strafe sinnvoll und angebracht ist halte ich nicht für ganz ungefährlich 😉aber ich möchte auch nicht zu weit abschweifen.


    Strafen sind aber wichtig, ich finde nur die Höhe/Dosis diskussionswürdig. Wenn jeder machen würde, was er will, würde die Welt doch im Chaos versinken.



    Jetzt haben wir einen guten und einen bösen Elf in der Geschichte.


    Ist es wirklich so einfach?



    Hm ... Vielleicht reagierst Du insgesamt stark auf Elfen.
    :D
    Die beiden sind übrigens nicht die letzten in Nordwärts - stell das Riechsalz bereit! ;D


    Noch mehr Elfen! :jakka:



    Das ist durchaus eine valide Auffassung - wie sehen das die anderen?


    Dem stimme ich zu. Sie ist Schiedsrichterin, muss die Dinge beobachten und am Ende bewerten. Sie darf sich da dann nicht von Sympathien leiten lassen, was aber kein Hinderungsgrund ist, ein Teil der Mannschaft zu werden. Ihr traue ich das durchaus zu. Aber sie muss entscheiden, ob sie eine Außenstehende bleiben will oder zu einem Teil der Mannschaft wird. Und ich denke, der Foggwulf hat ihr da einen Anstoß gegeben ... Vor allem sagt sie ja, dass sie nicht weiß, ob sie das darf - das wirkt für mich wie ein "neutrales" Gebiet, wo beides möglich ist.


    Die Elben sind von Tolkien, die Elfen von anderen Spielen und Autoren.


    Allerdings hat Tolkien sich bei der deutschen Übersetzung bewusst das aus der Mode gekommene Wort "Elben" gewünscht, um die ungewollte Assoziation mit den kleinen geflügelten Wesen zu vermindern. Im englischen hieß es "Elves", das Wort ist ja ein Sammelbegriff und sagt nichts darüber aus, was für Wesen es genau sind. Davor gab es Elfen in den verschiedenen Mythologien, von denen sich Tolkien ja auch hat inspirieren lassen.

  • Nun habe ich auch Teil 4 und 5 beendet und habe völlig ausgelassen zum 4. Teil etwas zu sagen. Warum? Na so richtig eine neue Meinung zu allen hatte ich irgendwie nicht und ich wollte endlich, dass es losgeht ;)
    Nun sind wir endlich wirklich unterwegs. Ich muss allgemein sagen, das ich langsam mit Phileasson warm werde. Prinzipiell würde ich glaube ich eher mit ihm fahren wollen als mit Beorn. Nichts desto trotz muss man die Leute die sich für einen selbst und den eigenen Ruhm abrackern ja nicht gleich vom Start weg beleidigen.... Für manchen mag das vielleicht eine Motivation sein, ich kann mir aber wenig vorstellen, dass da alle der Ruderer gleich denken.
    Dass Salarin zu Beginn an den Riemen den Verträumten gibt kann man sich gut vorstellen und auch dass das auf wenig Gegenliebe stößt :D


    Mir ist nicht so ganz verständlich, dass Shaya so darunter zu kämpfen hat an Bord zu sein. Ihre Kollegin auf dem anderen Schiff ist ja in der gleichen Lage und bisher hört man die nicht wehklagen.
    So richtig nehme ich Ihr das auch nicht ab, in der Stadt hat sie ja durchaus einen selbstsicheren, in sich und ihrem Glauben ruhenden Eindruck gemacht.
    Ich teile aber Phileassons Meinung, dass sie nicht die ganzen 80 Wochen allein als Beobachterin an Bord verbringen kann. Ich finde es gut, dass er ihr mitten im Sturm eine Aufgabe zuteilt. Ich hoffe auch sehr, dass sie sich noch weiter in die Gemeinschaft einfindet, dann gibt sich dass sicher auch mit dem Heimweh.


    Beorns Tausch der Besatzungsmitglieder wird, so befürchte ich, für ihn noch sehr negative Folgen haben. Sei es weil dieser Elfenmagier den er sich da an Bord geholt hat einer von der ehrgeizigen und wenig gemeinschaftlich gesinnten Sorte ist, oder sei es weil seine Besatzungsmitglieder irgendwann herausfinden was er da genau getan hat. Denn ob die Hrolf nun leiden konnten oder nicht, in dem Moment gehörte er zur Schiffsfamilie und ich glaube nicht, dass so ein Verrat bei den Thorwalern allgemein gut ankommt. Auch wenn ich die Intention, die dahinter steht, von Beorns Seite aus, durchaus nachvollziehen kann.


    Trotz allem macht ihn das für mich nicht zwangsweise unsympathisch. Es würde unbedingt helfen zu wissen warum er und Phileasson so Spinnefeind sind. Wie soll man vernünftig als Leser über die Figuren urteilen wenn man nicht alle Fakten kennt... ???


    Übrigens hatte ich ganz kurz entweder Irulla oder Zidaine im Verdacht heimlich Fianna zu sein, habe den Gedanken aber schnell wieder verworfen.


    Jetzt gilt es nur noch Ragnor aus den Fluten zu retten und das Mädchen mit an Bord zu nehmen. Schließlich kann sich doch Phileasson nicht lumpen lassen und braucht auch eine ominöse Gestalt an Bord. Wer auch immer sie ist. Ich wette die kommt noch mit! Schnell weiter lesen....


  • Mir ist nicht so ganz verständlich, dass Shaya so darunter zu kämpfen hat an Bord zu sein. Ihre Kollegin auf dem anderen Schiff ist ja in der gleichen Lage und bisher hört man die nicht wehklagen.
    So richtig nehme ich Ihr das auch nicht ab, in der Stadt hat sie ja durchaus einen selbstsicheren, in sich und ihrem Glauben ruhenden Eindruck gemacht.


    Shaya war auch bereits längere Zeit "in der Fremde" - allerdings nur räumlich. Sie hat ein Jahr als Gänslein im Tempel von Rommilys verbracht. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass sie damals noch immer inmitten ihrer spirituellen Heimat war: der Traviakirche. Diese Familie muss sie nun verlassen.
    Als Autor tappt man leicht in die Falle, Figuren wie Weihnachtsplätzchen mit festen Formen auszustanzen. Dann sind plötzlich alle Thorwaler begeisterte und fähige Seeleute, weil Thorwal das Land der furchtlosen Plünderfahrer und Entdecker ist. Solche Darstellungen werden aber der menschlichen Wirklichkeit nicht gerecht; zum Beispiel ist Deutschland das Land der genialen Autobauer, und jeder Deutsche halt wohl auch schon mal in einem Auto gesessen, aber ein Auto aus einem Berg Einzelteile zusammenschrauben kann dennoch nicht jeder, der hier lebt. Manche haben noch nicht einmal einen Führerschein - und kommen dennoch mit dem Leben in diesem Land gut zurecht.
    Was Lenya angeht: Sie steht vor derselben (oder wegen der Natur ihrer Ottajasko einer noch schwierigeren?) Situation wie Shaya, aber auch sie ist eine eigene Persönlichkeit mit eigenen Charakterzügen. Kurz angedeutet haben wir bereits, wo ihre Neigungen liegen ...



    Denn ob die Hrolf nun leiden konnten oder nicht, in dem Moment gehörte er zur Schiffsfamilie und ich glaube nicht, dass so ein Verrat bei den Thorwalern allgemein gut ankommt.


    Allgemein gesprochen ist das sicher richtig: Die Ottajasko/Schiffsgemeinschaft ist so etwas wie ein heiliger Bund. Wenn man sich zu Beorns Verteidigung ins Zeug legen will, kann man lediglich fragen, ob Hrolf diesen Bund eventuell zuerst gebrochen hat, indem er das gemeinsame Ziel der Reise infrage stellte und betonte, Phileasson sei der bessere Kapitän (was impliziert, dass dieser König der Meere werden sollte) ... Während meiner Bundeswehrzeit gab es den Straftatbestand der "Wehrkraftzersetzung". Letztlich kann keine (para-)militärische Truppe so etwas dulden.



    Es würde unbedingt helfen zu wissen warum er und Phileasson so Spinnefeind sind. Wie soll man vernünftig als Leser über die Figuren urteilen wenn man nicht alle Fakten kennt...


    Das stimmt - ein paar Dinge bleiben in der Schwebe, und Einiges erfährt man auch nie, sodass man immer nur vorläufig oder unter Unsicherheit Position bezieht ... wie im echten Leben. ;D
    Aber ich vermute, dass der Ursprung dieser Rivalität früher oder später aufgedeckt werden wird - dieser Konflikt ist zu zentral für die Saga, um ihn unerklärt zu lassen. ;)

  • Die Geweihte Lenya unterscheidet sich erheblich von Shaya.
    Hätte sie die Wahl gehabt, sie wäre in einen Firun-Tempel (Gott des Winters und der Jagd) gegangen.
    Auch wenn es Situationen auf der Reise gibt, die sie ängstigen, steht sie der ganzen Sache viel aufgeschlossener gegenüber.


    @ Raidrier: Beorn steckt in einer Klemme. Er ist sich sehr wohl bewusst, das Phileasson durch seine wesentlich gemischtere Mannschaft einen Startvorteil hat.
    Das wird sich sehr deutlich im Himmelsturm zeigen, wo Beorns Gruppe ein kompetenter Heilkundiger fehlt.
    Und ja, Galayne ist notwenidig. Er gleich manches Manko aus.
    Allerdings bringt er dafür etwas mit ... Ich werde hier nicht spoilern ... Aber seinen Helm Nachts ungern abzunehmen, ist für Elfen schon ungewöhnlich.