04 - Seite 143 bis 181 (Kapitel 2 "Reisevorbereitungen")

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  • Eine schlaflose Nacht hat mich ein wenig vorpreschen lassen. Aber ist ja Tag 4 mit Abschnitt 4 ;D


    Es werden nun die Mitfahrer zusammengesucht, die nicht aus der eigenen Familie stammen dürfen. Die Vorgehensweise von Asleif fand ich ganz interessant und sehr besonnen. Ich glaube, für diese Überfahrt ist es durchaus weise, viele verschiedene Charaktere und Talente mitzunehmen. Immerhin wissen sie nicht, was sie erwartet. Ein wenig Magie, "Elfenstaub", Skaldengesang und ritterlicher Mut kann da sicherlich nicht schaden. Ich hoffe nur, dass diese Shaya nicht ständig rumjammert. Das kann ich nicht leiden. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist diese Waldmenschfrau mit dabei, Irulla. Auf die bin ich sehr gespannt. Sie trägt mit Sicherheit ein großes Geheimnis mit sich herum (fragt mich aber nicht, wie ich darauf komme, nur so ein Gefühl).


    Diese drei Geschwister gingen mir irgendwie auf die Nerven. Das war mir zu dämlich, ohne Sinn und Verstand sich einfach einen auszusuchen, an dem sie Rache nehmen wollen. Die Rachegelüste von Fianna sind schon schlimm genug, sie hat aber wenigstens einen sehr starken persönlichen Bezug zu ihren Peinigern, so dass ich das durchaus nachvollziehen kann. Vielleicht sollte die Geschichte von Eichward damit eingeführt werden. Hoffentlich tauchen die nicht nochmal auf, da gibt es sicherlich bessere und spannendere Charaktere als so Hohlköpfe.


    Wir bekommen eine winzig kleine Brotkrume hingeworfen, warum aus ehemaligen Freunden Feinde wurden. Das befriedigt mich aber überhaupt nicht. Da will ich mehr wissen, von mir aus auch sehr gerne aus beiden Perspektiven, damit ich mir meine eigene Meinung dazu bilden kann. Ich hoffe, da kommt noch was und ist nicht als große Aufklärung im letzten Band gedacht.


    Jetzt geht es endlich auf See…. Und ich muss wieder aufhören zu lesen ;-)


    Wenn ich nicht in dieser Leserunde wäre, hätte ich das Buch spätestens heute Abend durch, soviel kann ich schon mal verraten.


    Und das gemeinsame Schreiben verschmilzt erfreulicherweise zu einer sehr spannenden, runden Geschichte. Obwohl ich so manchmal denke, das könnte Bernhard sein und das wieder Bernard. Aber da könnte ich mich auch schwer täuschen.


    LG Murkxsi

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Ja ich bin auch gespannt. Jetzt geht es endlich auf See! Die Einführung von Irulla hat mich nun mehr als neugierig gemacht. Eine sehr mysteriöse und "magische" Figur! Und dann noch eine Frau!!! Da freue ich mich sehr drauf. Wüsste ja zu gerne wie so ein Firunsbär aussieht. Dann sehne ich mich manchmal nach Illustrationen, auch wenn es nur Bleistiftskizzen wären :D


    Spannend sind auch diese Reiseaufzeichnungen von von Hetman Arjolf, die sie rausgekramt haben. Ob sich da noch ein paar Geheimnisse drin verstecken? Oder gar Warnungen? Hmm mal sehen.


    Mir geht es wie dir murkxsi. Muss mich auch bremsen. Und das von Beginn an. Die Sogwirkung bleibt (Gott sei dank!) die Spannung steigt...wir sind an Bord und was kann man sich als Leser mehr wünschen? ;)

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Das Gespräch zwischen Asleif und Eichward hat mir sehr gut gefallen. So stelle ich mir den großen Foggwulf vor: besonnen, einsichtig, weise und clever. In dieser Szene hat er mich sofort für sich eingenommen! Und Eichwards Versuch, dem Teufelskreis des Krieges entkommen zu wollen, finde ich sehr vielversprechend für den Charakter. Dass er auch den Nostriern eigentlich nichts antun will, steigert seine Sympathie in meinen Augen.


    Die Nostrier dagegen empfand ich diesmal genauso lästig wie Murkxsi sie beschrieben hat. Bis dahin nahm man ja an, dass Eichward mit Sicherheit jemanden aus ihrer Familie getötet hat. Jetzt gibt er nur irgendeine Zielscheibe für sie ab - auch wenn es nicht ganz klar ist, ob er doch jemanden aus deren Familie getötet hat.



    Ich hoffe nur, dass diese Shaya nicht ständig rumjammert. Das kann ich nicht leiden.


    Das irritiert mich auch. Ich weiß nicht, warum sie so weinerlich dargestellt wird - lässt ihren Charakter leider sehr schwach erscheinen - zusammen mit der Erinnerung, dass sie sehr klein ist. Ich hatte sie resoluter in Erinnerung.


    Ich hoffe, die Geschichte mit Beorns Schwester wird weiter aufgegriffen - das klingt sehr interessant.


    Salarin gewann auch an Sympathie. Erinnert mich an kleine wissbegierige Kinder, die jeder Antwort mit einem weiteren "Warum?" entgegnen.


    Und das erste positive Aventurienfeeling: Cellyana ist sehr gut getroffen! :)


    Überraschenderweise ein nahezu sehr schöner Abschnitt (Tylstyr und Tjorne blende ich Mal aus).



    Wüsste ja zu gerne wie so ein Firunsbär aussieht. Dann sehne ich mich manchmal nach Illustrationen, auch wenn es nur Bleistiftskizzen wären :D


    Firunsbären sind Eisbären. ;)


    Wer will, kann sich ja auf dem umfangreichen DSA-Wiki http://www.wiki-aventurica.de umsehen. Aber Vorsicht, nicht dass ihr euch aus Versehen selbst spoilert.


  • Die Vorgehensweise von Asleif fand ich ganz interessant und sehr besonnen. Ich glaube, für diese Überfahrt ist es durchaus weise, viele verschiedene Charaktere und Talente mitzunehmen.


    Das ist sicher eine valide Strategie. Beorn verfolgt aber auch ein nachvollziehbares Ansinnen: Nach seiner Erfahrung setzen sich die Thorwaler durch. Mit seinen Thorwaler-Ottajaskos ist er zum Schrecken des Südmeers geworden, denen war bislang nichts gewachsen. Also sagt er sich: "Je mehr Throwaler - desto besser! Die wissen, wie man ein Drachenschiff rudert, die wissen auch, wie man in einem Schildwall kämpft."



    Ich hoffe nur, dass diese Shaya nicht ständig rumjammert. Das kann ich nicht leiden.


    Unterschätzt mir die Shaya nicht! >:(
    Sie weint, weil sie etwas tun muss, dass sie nicht tun will, und weil sie die Menschen verlassen muss, bei denen sie sich geborgen fühlt. Dieses Gefühl von Abschiedsschmerz und Heimweh lässt sie zu, statt es zu verdrängen oder zu unterdrücken - sie nimmt diese Emotion als Teil von sich an. Aber sie lässt sich nicht davon beherrschen. Sie tut das, was sie für richtig hält - aus Treue zu Mutter Cunia, zu ihrer Göttin, vielleicht sogar zu den Thorwalern insgesamt. Das ist nicht das, was sie gern tun möchte und woran sie Spaß hat.
    Macht eine solche Selbstüberwindung sie nicht noch stärker, als wenn sie von vornherein sagen würde: "Na klasse, endlich mal raus auf die See, ich hab den Tempel hier sowieso satt!"?
    Shaya ist eben weder emotional verkrüppelt noch sozial isoliert. ;D



    Die Einführung von Irulla hat mich nun mehr als neugierig gemacht. Eine sehr mysteriöse und "magische" Figur! Und dann noch eine Frau!!! Da freue ich mich sehr drauf.



    Wenn ich das richtig verstanden habe, ist diese Waldmenschfrau mit dabei, Irulla. Auf die bin ich sehr gespannt. Sie trägt mit Sicherheit ein großes Geheimnis mit sich herum (fragt mich aber nicht, wie ich darauf komme, nur so ein Gefühl).


    Ja, Irulla ist an Bord der Seeadler. Das mit dem Geheimnis würden Dir alle bestätigen, die schon mal mit ihr zu tun hatte. Die meisten hoffen nach einer Phase anfänglicher Neugier allerdings darauf, dass sie dieses Geheimnis niemals herausbekommen ... ;D Irulla hat manchmal so ... hm ... ich sage mal: ein Kommunikationsbedürfnis. Die Auswirkungen dafür werdet Ihr in ein paar Leseabschnitten kennenlernen.
    :D



    Diese drei Geschwister gingen mir irgendwie auf die Nerven. Das war mir zu dämlich, ohne Sinn und Verstand sich einfach einen auszusuchen, an dem sie Rache nehmen wollen.


    Ich kann verstehen, dass man das als eher unklugen und simplifizierenden Ansatz wahrnimmt, aber sie haben natürlich auch kaum Möglichkeiten, herauszufinden, wer wirklich ihre Schwester getötet hat. Sie wissen nur, dass Eichward in der Schlacht dabei war.
    Ein kleines Bisschen ist das so wie bei der Stainakr-Geschichte. Vielleicht macht sich jemand aus dem Heimathafen der Goldener Anker auf die Suche nach einer Schwester, die auf dem Schiff mitgefahren ist, und erfährt, auf welche Weise die Besatzung in Stainakr umgekommen ist. Wenn er dann in einer Schänke auf jemanden aus Stainakr trifft, wird er sich vielleicht an ihm rächen wollen - auch, wenn er nicht weiß, ob dieser Einwohner von Stainakr wirklich seine Schwester getötet hat, oder ob es doch ein anderer war.
    Natürlich waren Eichwards Gegner nicht hilflos und es war Krieg, in dieser Hinsicht ist das nicht vergleichbar. Aber die Unsicherheit, wer genau den lieben Menschen getötet hat, verbunden mit dem Wissen, dass Eichward "irgendwie dabei war", ist ein gemeinsames Element.


    Die Nostrier dagegen empfand ich diesmal genauso lästig wie Murkxsi sie beschrieben hat. Bis dahin nahm man ja an, dass Eichward mit Sicherheit jemanden aus ihrer Familie getötet hat. Jetzt gibt er nur irgendeine Zielscheibe für sie ab - auch wenn es nicht ganz klar ist, ob er doch jemanden aus deren Familie getötet hat.


    Diese Einschätzung von Deiner Seite zu hören, wundert mich ein wenig. Du kennst ja wenig "Gnade" für Tylstyr, obwohl dieser "nur" ein Mitwisser war. Ist ja auch okay, viele Verbrechen werden überhaupt erst möglich, weil zu viele Leute wegschauen oder zu wenig dagegen tun.
    Bei so einer Haltung würde ich aber Verständnis für die Nostrier erwarten: Hochgepanzerte Ritter haben eine Bauernarmee niedergemetzelt, Eichward hat es nicht nur geschehen lassen, sondern er war sogar dabei, und die Schwester der Nostrier ist dabei umgekommen. Wieso plädierst Du bei Tylstyr für eine Bestrafung, bei Eichward aber nicht?



    Das Gespräch zwischen Asleif und Eichward hat mir sehr gut gefallen. So stelle ich mir den großen Foggwulf vor: besonnen, einsichtig, weise und clever. In dieser Szene hat er mich sofort für sich eingenommen!


    :)
    Wir alle stehen ständig in Interaktion mit unserer Umgebung. Wenn Beorn außer Sicht ist, wirkt sich das positiv auf Phileassons Blutdruck aus ... ;)



    Und Eichwards Versuch, dem Teufelskreis des Krieges entkommen zu wollen, finde ich sehr vielversprechend für den Charakter. Dass er auch den Nostriern eigentlich nichts antun will, steigert seine Sympathie in meinen Augen.


    Auch hier: Manchmal rastet man aus (Schlägerei im Traviatempel), manchmal bleibt man locker und behält die Übersicht. Menschen sind vielfältig, und wir versuchen, unsere Figuren ebenso zu gestalten.



    Und das erste positive Aventurienfeeling: Cellyana ist sehr gut getroffen! :)


    Sehr schön, da scheinen wir eine Übereinstimmung mit Deiner Spielrunde zu haben. ;)
    Vermutlich wird es andere Spielrunden geben, in denen sie anders dargestellt wurde - da das naturgemäß sehr differiert, kann man natürlich keine hundertprozentigen Treffer haben. Aber wenn es in diesem Fall für Dich passt, freut mich das. :)
    Nebenbei bemerkt: Eine weitere Frau, die in ihrem Umfeld - der Magierakademie - unumstritten ganz an der Spitze steht ... ;) Das ist die dritte namentlich benannte und agierende Figur, auf die das zutrifft. Vielleicht sind die Verhältnisse in Stainakr auch in der Darstellung von Nordwärts eher untypisch für Thorwal? ;)



    Firunsbären sind Eisbären. ;)


    Zum Hintergrund: Benannt nach Firun, dem Gott des Nordens und des Winters.



    Wer will, kann sich ja auf dem umfangreichen DSA-Wiki http://www.wiki-aventurica.de umsehen.


    Ja, das ist eine sehr hilfreiche Seite, auch für uns Autoren zur Recherche.
    :daumen:



    Wenn ich nicht in dieser Leserunde wäre, hätte ich das Buch spätestens heute Abend durch, soviel kann ich schon mal verraten.



    Mir geht es wie dir murkxsi. Muss mich auch bremsen. Und das von Beginn an. Die Sogwirkung bleibt (Gott sei dank!) die Spannung steigt...


    :freu: :freu:


  • Ja, Irulla ist an Bord der Seeadler. Das mit dem Geheimnis würden Dir alle bestätigen, die schon mal mit ihr zu tun hatte. Die meisten hoffen nach einer Phase anfänglicher Neugier allerdings darauf, dass sie dieses Geheimnis niemals herausbekommen ... ;D Irulla hat manchmal so ... hm ... ich sage mal: ein Kommunikationsbedürfnis. Die Auswirkungen dafür werdet Ihr in ein paar Leseabschnitten kennenlernen.
    :D


    Das macht mich jetzt noch neugieriger und bin schon sehr gespannt darauf.




    Spannend sind auch diese Reiseaufzeichnungen von von Hetman Arjolf, die sie rausgekramt haben. Ob sich da noch ein paar Geheimnisse drin verstecken? Oder gar Warnungen? Hmm mal sehen.


    Das dachte ich mir auch, dass die Geschichte von Hetman Arjolf eventuell auf der Reise weiterhelfen könnte. Ich hoffe, Ohm hat einige Informationen mitnehmen können.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Die Vorbereitungen für die große Fahrt sind in vollem Gange .... Bald geht es los.


    Hier wird in erster Linie Phileassons Art der Suche nach Mitreisenden gezeigt. Seine Art der Suche gefällt mir. Er ist nicht nur auf Haudegen und Plünderer aus, sondern legt Wert auf Vielfältigkeit und Verstand. Ich denke, dass das der bessere Weg ist, denn wer weiß, was ihn auf dieser Reise erwartet. Es wird sicher nicht nur um Kämpfe und Eroberungen gehen sondern auch um Abenteuer, wo Verstand und Besonnenheit die besseren Begleiter sind.


    Die Szene mit Phileasson und Eichward hat auch mir gut gefallen. Es bringt noch ein wenig Licht in den Charakter von Eichward. Er wird mir langsam sympathisch, besonders, da er bei dem Kampf Wert darauf legt niemanden seiner Gegner zu töten. Auch die Strategie, wie Phileasson Eichward für sich gewinnt hat mir gefallen.


    Dass Tylstyr und Tjorne am Ende beide auf der Seeadler mitfahren hat mich nicht überrascht. Ich dachte mir schon, dass es so kommen wird. Interessant fand ich, dass Asleif gleich erkennt, dass beide ein gemeinsames Geheimnis mit an Bord bringen. Hoffentlich bringt dieses "Geheimnis" nicht die ganze Mannschaft bzw. die ganze Fahrt in Gefahr.


    Salarin gewinnt für mich auch immer mehr Sympathiepunkte. Ich mag ihn und seine Art. Er betrachtet die Welt auf seine ganz eigene Art und urteilt nicht, sondern beobachtet und versucht soviel wie möglich zu lernen und zu verstehen. Ich bin gespannt, wie es mit ihm weitergeht. Ein wenig erinnert er mich auch ein übermütiges und wissbegieriges Kind. Das gefällt mir. Die Szene, wie er völlig selbstverständlich am Vordersteven herumturnt und dann sagt, dass das Holz singt und auf reisen gehen will fand ich toll. Ich konnte Phileasson Gesichtsausdruck bildlich vor mir sehen ;D


    Also Shaya empfinde ich nicht als weinerlich oder weich. Sie ist etwas unglücklich darüber, ihre Heimat verlassen zu müssen und ins Ungewisse zu segeln. Meiner Meinung nach verständlich und durchaus erlaubt. Was zählt ist doch aber, wie sie mit dieser Aufgabe umgeht und fertig wird. Ich denke, dass sie viel stärker ist, als sie nach außen hin wirkt.


    Auf Irulla bin ich sehr gespannt. Noch mehr nach dem, was Bernard uns über sie gesagt hat.


    Es freut mich sehr, dass Ohm mit von der Partie ist. Ich denke, dass er und sein Wissen über die Sagen und Legenden noch sehr nützlich sein werden.


    Das Gespräch zwischen Cellyana und Tylstyr fand ich interessant. Cellyana scheint eine sehr vielschichtige und interessante Person zu sein. Allerdings möchte ich sie auch nicht zu Feindin haben. Ich schätze, das kann sehr unangenehm werden.

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)


  • Wir bekommen eine winzig kleine Brotkrume hingeworfen, warum aus ehemaligen Freunden Feinde wurden. Das befriedigt mich aber überhaupt nicht. Da will ich mehr wissen, von mir aus auch sehr gerne aus beiden Perspektiven, damit ich mir meine eigene Meinung dazu bilden kann. Ich hoffe, da kommt noch was und ist nicht als große Aufklärung im letzten Band gedacht.


    Ja das interessiert mich auch brennend und ich hoffe, das wir diese Geschichte zeitnah zu lesen bekommen. Ich würde dann auch beide Seiten der Geschichte bevorzugen.

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)


  • Wenn ich nicht in dieser Leserunde wäre, hätte ich das Buch spätestens heute Abend durch, soviel kann ich schon mal verraten.



    Mir geht es wie dir murkxsi. Muss mich auch bremsen. Und das von Beginn an. Die Sogwirkung bleibt (Gott sei dank!) die Spannung steigt...wir sind an Bord und was kann man sich als Leser mehr wünschen? ;)


    Da kann ich euch nur zustimmen. Ich hätte das Buch mit Sicherheit auch schon fast durch. Aber ich darf ja nicht.

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)

  • Das dachte ich mir auch, dass die Geschichte von Hetman Arjolf eventuell auf der Reise weiterhelfen könnte. Ich hoffe, Ohm hat einige Informationen mitnehmen können.


    Ja, inwieweit diese Reiseaufzeichnungen und das was Ohm eventuell noch über die Saga herausfindet noch nützlich sind bin ich auch gespannt.

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)


  • Die Szene mit Phileasson und Eichward hat auch mir gut gefallen. Es bringt noch ein wenig Licht in den Charakter von Eichward. Er wird mir langsam sympathisch, besonders, da er bei dem Kampf Wert darauf legt niemanden seiner Gegner zu töten. Auch die Strategie, wie Phileasson Eichward für sich gewinnt hat mir gefallen.


    :freu:
    Bei dieser Szene wollte ich gern einen Krieger zeigen, der in vielen Schlachten einen Sinn für den Wert des Lebens entwickelt hat.



    Es freut mich sehr, dass Ohm mit von der Partie ist. Ich denke, dass er und sein Wissen über die Sagen und Legenden noch sehr nützlich sein werden.


    Liebes Tagebuch,
    alte Besen kehren gut. Bislang scheint Ohm Follker auf der Sympathieskala ganz oben zu stehen.



    Das Gespräch zwischen Cellyana und Tylstyr fand ich interessant. Cellyana scheint eine sehr vielschichtige und interessante Person zu sein. Allerdings möchte ich sie auch nicht zu Feindin haben. Ich schätze, das kann sehr unangenehm werden.


    Davon kann man getrost ausgehen ... ;)


  • Eichward ist des Krieges müde, was auch nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass Andergast und Nostria seit Generationen nichts anderes tun. Er hat niemanden eingesperrt und vergewaltigt – weder ein Mädchen noch eine Katze (zumindest wissen wir noch nichts davon). Ich glaube ihm, dass seine Intention und seine Erschöpfung aufrichtig sind.


    Kann ich die Nostrier verstehen? Ja. Habe ich Mitleid mit ihnen? Nein. Dafür sind sie dann zu oberflächlich und sind nicht sympathisch genug geschrieben. Sie bringen immer nur Vorwürfe und sind angriffslustig. Hätte einer von denen Mal eine Szene gehabt, in der er weint und trauert etc. – irgendetwas, was mich bißchen anregt, mit zu leiden, sähe das vielleicht anders aus.


    Mit Vergewaltigung triffst du einen wunden Punkt bei mir und da habe ich einfach kein Verständnis. Krieg, Kampf, Heldenmut, Auflehnung gegen das Böse sind typische Themen in der Fantasy, an die wir uns sehr gewöhnt haben – gewaltige Themen, die die Welten verändern. Die wir – ich – auch als Eskapist in den Romanen suche. Da kann ich mitfiebern. Vergewaltigung ist einfach widerwärtig, grausam, sadistisch etc. Das verübt man nicht in Notwehr oder weil man verhungert oder pariert damit keinen tödlichen Schwerthieb, der auf einen nieder saust. Ergo kann ich mit niemandem sympathisieren, der das verübt, gut heißt oder verschleiert. Und in diesem Roman bin ich sogar gezwungen, aus der Perspektive solch einer Person zu lesen. Wenn ich an die Playstation gehe, spiele ich auch sehr gerne "Ego-Shooter" – aber ganz gewiss keine "Ego-Rapist".


    Ein ähnliches Gefühl hatte ich seinerzeit auch bei deinem DSA-Roman "Todesstille" (Achtung Spoiler!):
    Als es rauskommt, dass Meskjas Mann – weiß nicht mehr, wie der hieß - das Mädchen vergewaltigt hat, bevor sie sie umgebracht haben, verlor er jegliche Sympathie in meinen Augen und ich fand es gerechtfertigt, was er erleiden musste. Tat es mir Leid für seine Familie? Ja. Für ihn? Überhaupt nicht.



    Sehr schön, da scheinen wir eine Übereinstimmung mit Deiner Spielrunde zu haben. ;)
    Vermutlich wird es andere Spielrunden geben, in denen sie anders dargestellt wurde - da das naturgemäß sehr differiert, kann man natürlich keine hundertprozentigen Treffer haben. Aber wenn es in diesem Fall für Dich passt, freut mich das. :)


    Cellyana ist nie in einer Spielrunde von mir aufgetaucht. Mein Eindruck basiert allein auf DSA-Spielhilfen und die Romane, in denen sie auftaucht.



    Nebenbei bemerkt: Eine weitere Frau, die in ihrem Umfeld - der Magierakademie - unumstritten ganz an der Spitze steht ... ;) Das ist die dritte namentlich benannte und agierende Figur, auf die das zutrifft. Vielleicht sind die Verhältnisse in Stainakr auch in der Darstellung von Nordwärts eher untypisch für Thorwal? ;)


    Hättest du beim ersten Prolog mich nicht mit deinen Kommentaren und Bezügen auf UdW widerlegt und mir gezeigt, wie falsch ich doch mit meinen Thorwalannahmen lag, hätte ich das vielleicht auch so gesehen. :)


  • Mit Vergewaltigung triffst du einen wunden Punkt bei mir und da habe ich einfach kein Verständnis.


    Vermutlich ist das tatsächlich der Faktor, der Deine Leseerfahrung im Kontext dieser Leserunde so besonders macht. Ich kann das auch nachvollziehen. Nachdem ein Freund von mir Suizid begangen hat, war ich einige Monate sehr dünnhäutig, was diese Thematik angeht. Ich war auf seiner Beerdigung, und ich habe niemals vorher und auch niemals nachher und werde hoffentlich auch nie wieder einen Menschen dermaßen weinen sehen, wie seine Mutter. Es sah aus, als würde sich das gesamte Gesicht verflüssigen. So viel Leid, dass man sich fragt, wie ein einzelner Mensch das überhaupt aushalten kann!
    So ist das eben mit Leseerfahrungen: Ein Teil davon resultiert aus dem, was tatsächlich im Buch steht, ein anderer aus dem, was der Leser mitbringt.



    Wenn ich an die Playstation gehe, spiele ich auch sehr gerne "Ego-Shooter" – aber ganz gewiss keine "Ego-Rapist".


    Ist es nicht seltsam, dass wir weniger Probleme mit Mord als mit Vergewaltigung haben?



    Ein ähnliches Gefühl hatte ich seinerzeit auch bei deinem DSA-Roman "Todesstille" (Achtung Spoiler!):
    Als es rauskommt, dass Meskjas Mann – weiß nicht mehr, wie der hieß - das Mädchen vergewaltigt hat, bevor sie sie umgebracht haben, verlor er jegliche Sympathie in meinen Augen und ich fand es gerechtfertigt, was er erleiden musste. Tat es mir Leid für seine Familie? Ja. Für ihn? Überhaupt nicht.


    Das finde ich nicht schlimm. Ich weiß nicht mehr, ob es mir beim Schreiben ebenso ging, aber generell schadet es einem Roman ja nicht, wenn ein Leser einer Figur auch mal gönnt, dass ihr etwas Schlimmes widerfährt. Aktuell bei Nordwärts gibt es in der Leserunde eine gewisse Genugtuung, was Eigils Ableben angeht, und ich kann nicht erkennen, dass das dem Lesevergnügen Abbruch täte.



    Cellyana ist nie in einer Spielrunde von mir aufgetaucht. Mein Eindruck basiert allein auf DSA-Spielhilfen und die Romane, in denen sie auftaucht.


    Das wiederum spricht für die Konsistenz der offiziellen Publikationen im Franchise Das schwarze Auge.



    Hättest du beim ersten Prolog mich nicht mit deinen Kommentaren und Bezügen auf UdW widerlegt und mir gezeigt, wie falsch ich doch mit meinen Thorwalannahmen lag, hätte ich das vielleicht auch so gesehen. :)


    Na ja, ganz so war es ja nicht. Man hat immer noch die Aussage, dass beide Geschlechter sämtliche Berufe ergreifen können und auch sämtliche Hierarchiepositionen einnehmen können. Was man nicht mehr propagiert, ist eine Umkehrung der Erwartungshaltung: Dass ein Drachenboot komplett mit weiblichen Reckinnen besetzt ist und sämtliche Männer mit den Kindern auf dem Arm weinend am Kai stehen. Das wurde offenbar eher als unpassende Persiflage wahrgenommen.
    Thorwal ist eben - wie jedes Land - vielschichtig. Es gibt reiche und arme Orte, es gibt Schurken und Heilige, es gibt Stainakr und die Stadt Thorwal. Und Olport ist wieder anders, wie wir später noch sehen werden ... ;)


  • Vermutlich ist das tatsächlich der Faktor, der Deine Leseerfahrung im Kontext dieser Leserunde so besonders macht. Ich kann das auch nachvollziehen. Nachdem ein Freund von mir Suizid begangen hat, war ich einige Monate sehr dünnhäutig, was diese Thematik angeht. Ich war auf seiner Beerdigung, und ich habe niemals vorher und auch niemals nachher und werde hoffentlich auch nie wieder einen Menschen dermaßen weinen sehen, wie seine Mutter. Es sah aus, als würde sich das gesamte Gesicht verflüssigen. So viel Leid, dass man sich fragt, wie ein einzelner Mensch das überhaupt aushalten kann!
    So ist das eben mit Leseerfahrungen: Ein Teil davon resultiert aus dem, was tatsächlich im Buch steht, ein anderer aus dem, was der Leser mitbringt.


    Genauso ist es. Deshalb musste ich auch sehr schlucken, als ich diese Szenen lesen "musste", trotz einiger Thriller-Erfahrungen, wo solche Szenen und zum Teil noch Schlimmeres, durchaus öfters vorkommen. Und wenn man unter Umständen selbst ähnliche Erfahrungen gemacht hat, könnte ich mir vorstellen, dass man so etwas gar nicht lesen kann, und das auch zu Recht.


    Im Nachhinein wird mir aber klar, dass dieser Prolog durchaus seine Berechtigung hat, um die Figur der Fianna (ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass sie wieder auftaucht) zu formen und ihr einen Hintergrund zu geben, wie sie ist, was sie macht und warum.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

    Einmal editiert, zuletzt von Murkxsi ()

  • Wir sind mitten in den Vorbereitungen zur großen Fahrt ... bald geht es los.


    In diesem Abschnitt ist mir Eichward besonders ans Herz gewachsen. Ich habe ihn durch das Gespräch mit Philleasson besser kennengelernt. Wie auch den anderen hier gefiel mir die Szene sehr gut. Es kam richtig gut rüber, dass Eichward des Kämpfens müde ist. Durch diese Szene konnte ich seinen Charakter viel besser greifen und er wurde mir sympathisch.


    Die Nostrier mag ich nicht, die sind irgendwie nervig. Ich kann ja verstehen, dass sie Rachegefühle haben, aber sich einfach einen rauspieken und den auf Teufel komm raus verfolgen - das geht ja gar nicht. Schließlich war Eichward nicht der Einzige da im Krieg. Theoretisch hätte es ja dann jeder sein können. Und im Krieg heißt es doch sowieso töten oder getötet werden. Krieg ist blöd - aber leider sterben da Menschen.


    Das Tylstyr doch noch mit auf große Fahrt geht, habe ich mir fast gedacht. Bin mir ja gespannt, wie sich das Miteinander zwischen Tjorne und Tylstyr abspielt.


    Auch auf Salarin freue ich mich schon etwas. Während er bis jetzt noch etwas wage für mich greifbar war, lernte ich ihn in diesem Abschnitt schon etwas besser kennen und er gefällt mir immer mehr. Ich finde interessant, dass er viele Dinge nach Melodien einordnet - so singt das Holz des Schiffes und er weiß, dass es auf Reisen gehen möchte. Ist schon eine interessante Herangehensweise.


    Shaya gefällt mir bis jetzt auch ganz gut. Ich kann nachvollziehen, dass sei ein wenig Probleme damit hat, von zu Hause wegzugehen und dann vor allem auf eine ungewisse Reise. Wenn man es mal ganz genau bedenkt, wissen sie ja noch nicht einmal ob jemals wieder nach Hause kommen. Da kann ja so viel zwischendurch passieren, dass ihnen die Rückkehr nicht mehr gelingt.


    Auch mich freut, dass Ohm mit auf Reisen geht. Da werden wir bestimmt noch die ein oder andere Sage oder Legende zu lesen bekommen. Mich würden ja auch sehr die Reisebeschreibungen des Hetman Arjolf interessieren, da sind bestimmt noch einige Geheimnisse drin versteckt. Ich hoffe, wir lesen da noch mehr von.


    Und mir geht es wie einigen anderen hier auch. Ich muss mich sehr bremsen um nicht über die Leseabschnitte hinaus zu lesen und das Tempo beizubehalten. Die Geschichte sehr interessant und super spannend geschrieben - ich kann kaum erwarten, dass sie Reise endlich los geht.


  • In diesem Abschnitt ist mir Eichward besonders ans Herz gewachsen. Ich habe ihn durch das Gespräch mit Philleasson besser kennengelernt. Wie auch den anderen hier gefiel mir die Szene sehr gut.


    :freu: :freu:



    Die Nostrier mag ich nicht, die sind irgendwie nervig. ... Schließlich war Eichward nicht der Einzige da im Krieg. Theoretisch hätte es ja dann jeder sein können. Und im Krieg heißt es doch sowieso töten oder getötet werden. Krieg ist blöd - aber leider sterben da Menschen.


    Nostria und Andergast - die beiden Länder südlich von Thorwal - werden auch "die streitenden Königreiche" genannt. Sie können sich noch nicht einmal einigen, wann einer ihrer zahllosen Kriege endet und der nächste anfängt. Man kann durchaus berechtigt die Meinung vertreten, dass sie permanent im Krieg miteinander liegen, nur ist dieser mal etwas intensiver und mal etwas verhaltener.
    Etwas weit hergeholt agieren die Nostrier mit ihrer Verfolgung von Eichward im Sinne dieses permanenten Krieges ...



    Ich finde interessant, dass er viele Dinge nach Melodien einordnet - so singt das Holz des Schiffes und er weiß, dass es auf Reisen gehen möchte. Ist schon eine interessante Herangehensweise.


    Das ist eine Eigenart der Elfen. Sie lernen zum Beispiel auch nicht durch Übung und Wiederholung, sondern indem sie die Melodie eines Handwerks erlauschen (wobei es natürlich nicht nur um Klänge und Tonfolgen geht, sondern um den Wesenskern einer Tätigkeit). Ihre Magie besteht im Einbringen von bestimmten Melodien in das Lied der Welt, das sich dadurch verändert. Im Gegensatz zu Tylstyrs Herangehensweise ist ihnen auch selten bewusst, was sie da wirklich tun - sie kennen keine Zauberformeln in dem Sinne, wie die Magier sie beherrschen, und wenn man ihnen an einer Akademie eine Abhandlung über die magische Matrix eines Elfenzaubers zeigen würden, könnten sie vermutlich nicht erraten, um welchen Zauber es sich handelt. Sie haben eine gänzlich andere Sicht auf diese Dinge.



    Shaya gefällt mir bis jetzt auch ganz gut. Ich kann nachvollziehen, dass sei ein wenig Probleme damit hat, von zu Hause wegzugehen und dann vor allem auf eine ungewisse Reise. Wenn man es mal ganz genau bedenkt, wissen sie ja noch nicht einmal ob jemals wieder nach Hause kommen. Da kann ja so viel zwischendurch passieren, dass ihnen die Rückkehr nicht mehr gelingt.


    Das ist völlig richtig: Hier machen die größten Helden der Thorwaler untereinander aus, wer der König der Meere wird! Das ist keine Butterfahrt ... ;D



    Und mir geht es wie einigen anderen hier auch. Ich muss mich sehr bremsen um nicht über die Leseabschnitte hinaus zu lesen und das Tempo beizubehalten. Die Geschichte sehr interessant und super spannend geschrieben - ich kann kaum erwarten, dass sie Reise endlich los geht.


    :freu: :freu:


  • Vermutlich ist das tatsächlich der Faktor, der Deine Leseerfahrung im Kontext dieser Leserunde so besonders macht. Ich kann das auch nachvollziehen. Nachdem ein Freund von mir Suizid begangen hat, war ich einige Monate sehr dünnhäutig, was diese Thematik angeht. Ich war auf seiner Beerdigung, und ich habe niemals vorher und auch niemals nachher und werde hoffentlich auch nie wieder einen Menschen dermaßen weinen sehen, wie seine Mutter. Es sah aus, als würde sich das gesamte Gesicht verflüssigen. So viel Leid, dass man sich fragt, wie ein einzelner Mensch das überhaupt aushalten kann!
    So ist das eben mit Leseerfahrungen: Ein Teil davon resultiert aus dem, was tatsächlich im Buch steht, ein anderer aus dem, was der Leser mitbringt.


    Ich möchte hier kurz klarstellen, dass es jetzt keine Haltung aus momentaner Dünnhäutigkeit ist, die aus einem neuerdings erlittenem krassen Erlebnis oder Ähnlichem resultiert. Ich hätte vor fünf oder zehn Jahren genauso auf den Prolog reagiert wie jetzt. Vielleicht war die Aussage "wunder Punkt" nicht sehr glücklich gewählt. Ich habe auch schon Romane gelesen, wo es explizit um Vergewaltigung, sexuellen Missbrauch in der Familie etc. ging. Was mir hierbei aufstößt sind mehrere Faktoren: der implementierte Kontext (die berühmte Phileasson-Saga), Kinder/Jugendliche als Täter/Opfer, Tylstyr und Tjorne als Protagonisten. Die aufgeführten Punkte auf die besondere Leseerfahrung eines Lesers - samt seinen negativen Erlebnissen zu einem vorkommenden Plot im Roman - zurückzuführen, nimmt ein stückweit die Validität der eingebrachten Kritik weg, was ich nicht gut heiße. Platt gesagt: "Ihr geht die Geschichte zu nah, kein Wunder, dass sie so drauf reagiert."



    Ist es nicht seltsam, dass wir weniger Probleme mit Mord als mit Vergewaltigung haben?


    Das sogar die pazifistischsten Menschen gerne Mal Laser-Tag spielen oder in Ballerspielen virtuell anderen das Licht ausblasen, ist ein Phänomen an sich. Dazu gibt es sicherlich genügend wissenschaftliche Studien. Aber was den Vergleich mit Vergewaltigung betrifft: Die Vorstellung, jemandem das Leben zu nehmen ist wahrscheinlich weniger abscheulich als jemandem die "Würde" zu nehmen.




    Das wiederum spricht für die Konsistenz der offiziellen Publikationen im Franchise Das schwarze Auge.


    Dazu schweige ich Mal lieber. ::) Aber bei Cellyana ist es tatsächlich der Fall.



    Na ja, ganz so war es ja nicht. Man hat immer noch die Aussage, dass beide Geschlechter sämtliche Berufe ergreifen können und auch sämtliche Hierarchiepositionen einnehmen können. Was man nicht mehr propagiert, ist eine Umkehrung der Erwartungshaltung: Dass ein Drachenboot komplett mit weiblichen Reckinnen besetzt ist und sämtliche Männer mit den Kindern auf dem Arm weinend am Kai stehen. Das wurde offenbar eher als unpassende Persiflage wahrgenommen.


    Ich hatte auch nie das Bild von thorwalschen Schiffen im Kopf, die nur mit "Reckinnen" voll sind. "Sämtliche Männer"? Hier übertreibst du. Ich hatte eine gesunde Aufteilung von Männern und Frauen (50:50) vor Augen.


    Von wem wurde das als unpassende Persiflage wahrgenommen? Wer hat es anders eingestuft? Gab es eine Umfrage? Welche Redakteurin hat euch das alles denn erzählt? Nahm man an, dass Ulrich Kiesow und die anderen Redakteure von damals falsch lagen, als sie Thorwal konzipiert haben? Das wäre auch ein gutes Gegenbeispiel für die Rollenspiel-Konsistenz, die du oben gelobt hast. ;)


    Und da hier außer mir wohl kein anderer Rollenspieler anwesend ist (und es mich anstrengt, alleine meine Position zu vertreten): Bin ich der einzige aus der Spielerschaft, dem es so geht? Habt ihr sonst keine Kritik an der Darstellung (des Landes) Thorwals erhalten? Sind alle anderen Rollenspieler glücklich mit euren Schilderungen?


  • Was mir hierbei aufstößt sind mehrere Faktoren: der implementierte Kontext (die berühmte Phileasson-Saga), Kinder/Jugendliche als Täter/Opfer, Tylstyr und Tjorne als Protagonisten. Die aufgeführten Punkte auf die besondere Leseerfahrung eines Lesers - samt seinen negativen Erlebnissen zu einem vorkommenden Plot im Roman - zurückzuführen, nimmt ein stückweit die Validität der eingebrachten Kritik weg, was ich nicht gut heiße. Platt gesagt: "Ihr geht die Geschichte zu nah, kein Wunder, dass sie so drauf reagiert."


    Es ist nicht meine Absicht, die Validität einer Kritik infrage zu stellen. Du hast selbstverständlich das Recht, eine Geschichte gut oder schlecht zu finden. Das ist in erster Instanz immer ein subjektiver Eindruck, und der ist - bezogen auf das Subjekt - immer richtig. Im Kontext der Leserunde können wir aber auch feststellen, dass Deine Abneigung gegen ein bestimmtes Handlungselement (von Jugendlichen ausgeführte Freiheitsberaubung und gemeinschaftlich begangene, fortgesetzte Vergewaltigung) nicht geteilt wird. Wohlgemerkt: Alle hier lehnen ein solches Verbrechen in der Realität ab, das ist nicht die Frage. Es geht ja darum, ob ein Buch schlechter wird, wenn so etwas geschildert wird.
    Wenn ich die Punkte, die Du anführst, hinterfrage, dann muss ich mir die Fragen stellen:
    - Dürfen in der Phileasson-Saga Vergewaltigungen geschildert werden? - Ich sehe nichts, was dagegen spräche. Vergewaltigungen sind schreckliche Verbrechen und schreckliche Verbrechen können in einer Geschichte einen dramaturgischen Zweck erfüllen. Sie können Figuren prägen, etc.
    - Dürfen Kinder und Jugendliche auch Täter sein? - Meines Erachtens: ja.
    - Darf es auch Protagonisten und Perspektivfiguren geben, die moralisch fragwürdige Entscheidungen treffen? - Meine Meinung: ja - in der Regel sind das sogar die interessanteren Figuren.
    Mein Fazit ist daher: Ich respektiere, dass Dir ein bestimmtes Motiv im Roman nicht gefällt. Ich sehe aber auch, dass das nicht an verallgemeinerbaren Kriterien liegt.
    Ich denke wirklich, dass wir hier über eine Geschmacksfrage sprechen, und das kann man, glaube ich, nur akzeptieren und dann so stehen lassen.



    Die Vorstellung, jemandem das Leben zu nehmen ist wahrscheinlich weniger abscheulich als jemandem die "Würde" zu nehmen.


    Gerade das finde ich seltsam, auch wenn ich es durchaus ebenfalls bei mir selbst beobachte. Aber jemandem das Leben zu nehmen, ist endgültig und nicht wiedergutzumachen, jedenfalls nicht dem Betroffenen gegenüber. Rein objektiv betrachtet sollte es uns deswegen mehr abstoßen als ein noch so grausames, anderes Verbrechen, das zumindest die Perspektive der Wiedergutmachung offen lässt und dem Opfer die Möglichkeit gibt, sich zu erholen und danach glückliche Momente zu erleben.



    Ich hatte auch nie das Bild von thorwalschen Schiffen im Kopf, die nur mit "Reckinnen" voll sind. "Sämtliche Männer"? Hier übertreibst du. Ich hatte eine gesunde Aufteilung von Männern und Frauen (50:50) vor Augen.


    Ich meinte da das Zitat aus der alten Thorwal-Spielhilfe.



    Von wem wurde das als unpassende Persiflage wahrgenommen? Wer hat es anders eingestuft? Gab es eine Umfrage? Welche Redakteurin hat euch das alles denn erzählt? Nahm man an, dass Ulrich Kiesow und die anderen Redakteure von damals falsch lagen, als sie Thorwal konzipiert haben? Das wäre auch ein gutes Gegenbeispiel für die Rollenspiel-Konsistenz, die du oben gelobt hast. ;)


    Wir skypen mit einer Redakteurin aus der Rollenspielredaktion, wenn wir unsere Manuskripte mit ihr besprechen, und dabei war auch genau dieser Satz aus der alten Thorwal-Spielhilfe ein Thema.
    Man darf sich die Arbeit an DSA nicht so vorstellen, dass es da strukturierte Marktstudien gäbe, jedenfalls in der Regel nicht, dafür ist der Markt viel zu klein (eine solche Studie wäre bei dem Umsatzvolumen selbst zu besten DSA-Zeiten unverhältnismäßig teuer). Die Macher des Rollenspiels sind aber, so weit ich weiß, alle selbst Fans, und das seit Jahrzehnten. Sie gehen auf Cons (Fantreffen), bewegen sich in Online-Foren und nehmen die Stimmung dort auf. Dann versuchen sie, das Rollenspiel so zu "tunen", dass es möglichst vielen Leuten Freude macht. Massen von bärtigen Thorwalern, die weinend mit ihren Babys auf dem Arm am Kai stehen, während ihre Frauen auf Plünderfahrt gehen, haben offenbar wenigen Leuten Freude gemacht.
    Was nicht heißt, dass es verboten wäre, das so zu spielen, wenn man eine Spielrunde hat, der es eben doch Freude macht. ;) Die Setzungen zu Thorwal geben das nach wie vor als Möglichkeit her, es wird aber nicht mehr als typisches Bild betont. Das ist anders als bei den Boron-Nekromanten, die es in frühen DSA-Publikationen gab und die man später ganz explizit als nicht existent deklariert hat.



    Bin ich der einzige aus der Spielerschaft, dem es so geht? Habt ihr sonst keine Kritik an der Darstellung (des Landes) Thorwals erhalten? Sind alle anderen Rollenspieler glücklich mit euren Schilderungen?


    Niemals sind alle glücklich. ;)
    Es gibt begeisterte Stimmen aus dem Rollenspieler-Lager, wie beim DSA-Rollenspiel-Podcast, und es gibt welche, die das Buch total schrecklich finden. Vermutlich sogar mehr als bei denen, die das Rollenspiel nicht kennen und deswegen neutral an die Geschichte herangehen - da fällt dann auch der Vergleich mit der eigenen Rollenspielrunde weg, mit der ein Roman nie deckungsgleich sein kann. Wo es kritische Stimmen aus der "Rollenspielgemeinde" gibt, fokussieren sich diese meist auf Stainakr, das manchen Rollenspielern als zu düster und zu männerdominiert erscheint. Darüber haben wir ja auch in der Leserunde diskutiert - meines Erachtens ist der Schluss von den Verhältnissen in einem Dorf auf die Verhältnisse in einem gesamten Land nicht zulässig, zumal dann, wenn der Rest des Landes später ausführlich geschildert wird. Zur Darstellung des restlichen Thorwal habe ich bislang keine Kritik wahrgenommen.


  • Damit kann ich leben.
    Und natürlich ist das alles legitim. Es ist auch legitim, eine Frau einzuführen, die zur Bestrafung an den Schamlippen an den Dachbalken genagelt wird oder die tragische Liebesgeschichte zwischen Darth Vader und Daisy Duck als Musical einzuflechten. Ich spreche dir das alles nicht ab.
    Ich hoffe, dass du auch verstehst, dass ich als jemand, der die Phileasson-Saga kennt, etwas anderes erwartet habe als diesen Prolog, in denen alle drei aufgeführten Punkte miteinander verflochten auftauchen und mir einfach zu viel sind, weil ich so was überhaupt nicht erwartet habe.



    Gerade das finde ich seltsam, auch wenn ich es durchaus ebenfalls bei mir selbst beobachte. Aber jemandem das Leben zu nehmen, ist endgültig und nicht wiedergutzumachen, jedenfalls nicht dem Betroffenen gegenüber. Rein objektiv betrachtet sollte es uns deswegen mehr abstoßen als ein noch so grausames, anderes Verbrechen, das zumindest die Perspektive der Wiedergutmachung offen lässt und dem Opfer die Möglichkeit gibt, sich zu erholen und danach glückliche Momente zu erleben.


    Vielleicht, weil bei Mord nicht immer von einer kaltblütigen Tat ausgegangen wird. Man will erst die Umstände erfahren. War es Notwehr? Ein Unfall? Totschlag? Im Affekt? All diese Fragen werden bei Vergewaltigung redundant. Hierbei wird der Täter automatisch zur "Bestie". Er hat bewusst eine Grenze übertreten, die allgemein als schändlich und unmoralisch betrachtet wird. Das entmenschlicht ihn und macht ihn irgendwie zu einem Sadisten.


    Vielleicht spielt auch die Tatsache am Rande eine Rolle, dass wir alle irgendwie sterben werden und das dass in unserem Leben und erleben eher doch verankert ist. Jeder sinniert Mal über die eigene Sterblichkeit nach. Über die eventuell mögliche eigene Vergewaltigung nicht. Warum sollte man auch, dass ist ja keine unumstößliche Tatsache wie der eigene Tod. Vielleicht ist es auch deshalb eine derart heftige Transgression – denn die Biographie eines Menschen sieht eine Vergewaltigung nicht per se vor.


    Ich persönlich habe bis jetzt 14 Menschen (darunter zwei Männer) kennengelernt, die entweder als Erwachsene vergewaltigt wurden oder als Kind/Jugendliche sexuelle Gewalt erfahren haben. Das sind die, die mit mir darüber gesprochen haben.



    ... und es gibt welche, die das Buch total schrecklich finden.


    Gut zu wissen. :)


    Ich habe den Link, den du eingefügt hast, nicht geöffnet, da ich Angst habe, gespoilert zu werden. Kannst du auch Mal eine Kritik der Rezension verlinken, die das Buch zerfetzt?


  • Ich hoffe, dass du auch verstehst, dass ich als jemand, der die Phileasson-Saga kennt, etwas anderes erwartet habe als diesen Prolog, in denen alle drei aufgeführten Punkte miteinander verflochten auftauchen und mir einfach zu viel sind, weil ich so was überhaupt nicht erwartet habe.


    Dafür ist es noch nicht einmal notwendig, dass Du die Phileasson-Saga (= die Rollenspielkampagne) kennst. Es ist einfach eine Frage der Erwartungshaltung, die in Deinem Fall nicht getroffen wurde.
    Wir hatten auch schon den umgekehrten Fall: einen Leser, der das Buch nur anhand des Covers kaufte und wegen des abgebildeten Schiffs der Meinung war, es könne sich um einen historischen Roman über Wikinger halten. Er war überrascht, dass es Fantasy war - allerdings hat es ihm trotzdem gut gefallen. ;)


    Dass den Leuten in Deinem Bekanntenkreis so schlimme Dinge passiert sind, tut mir für sie leid.
    Es kann aber die Auswahl der Themen, die man literarisch behandeln darf, nicht einschränken. Sonst dürfte ich generell keine Fantasy mehr schreiben - wie mag jemand, der einen lieben Menschen an eine okkultistische Sekte verloren hat, meine "verharmlosende" Darstellung magischer Praktiken empfinden? Ich dürfte auch keinen Mord mehr schildern - wie mag es jemandem dabei ergehen, der gerade Zeuge eines solchen Verbrechens wurde? Was ist mit Betrügereien - stoßen Schilderungen eines Gauners jemandem bitter auf, der vielleicht durch eine Fehlberatung in der Geldanlage sein Elternhaus verloren hat?
    Im Übrigen bestätigen Deine Ausführungen meine Annahme, dass Du eine sehr spezielle Sicht auf dieses besondere Verbrechen hast - denn kaum jemand dürfte 14 Vergewaltigungsopfer kennen und sich mit ihrem Schicksal auseinandersetzen. Dass Du aus Deiner speziellen Sicht heraus eine Lektüre beurteilst, ist völlig selbstverständlich, denn das macht jeder Leser - und jede Sicht hat ihre Berechtigung.



    Wie sind denn deine Erfahrungen mit Betroffenen bis jetzt gewesen Bernard?


    Wie ich bereits an anderer Stelle schrieb, habe ich weder Kontakt zu Vergewaltigern, noch zu deren Opfern, noch zu Mördern, noch zu Seefahrern (okay, sehr weitläufig vielleicht doch), ...



    Ich habe den Link, den du eingefügt hast, nicht geöffnet, da ich Angst habe, gespoilert zu werden. Kannst du auch Mal eine Kritik der Rezension verlinken, die das Buch zerfetzt?


    Ich bezweifle, dass das meine Aufgabe in dieser Leserunde ist, aber: Google ist Dein Freund. ;)