02 - Seite 46 bis 83 ("Fianna beobachtete den Neuen ..." - Ende Prolog)

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  • Schade, Tylstyr lebt ja noch! :(


    War ja klar, dass er es nicht hinkriegt, sie zu befreien. Dass er auch den Mund nicht öffnet und Eddrik gesteht, was passiert ist, ärgert mich noch mehr. Wahrscheinlich wird ihn die Schuld, die er sich durch sein Verhalten aufgeladen, im Verlauf des Romans begleiten. Ich empfinde immer noch keinerlei Sympathien für ihn.


    Dagegen wuchs mir urplötzlich Hagrid ans Herz, als er beim Abschied feuchte Augen bekam und uns mit seinen Worten zu erkennen gab, dass er seinen Sohn doch versteht und ihm eigentlich das Beste wünscht. Hartgesottenen Männer eben, die nicht in der Lage sind, Emotionen zu zeigen.


    Eddrik ist mir auch sofort ans Herz gewachsen. Solche wohlmeinende coole Gecken, die als feine Pinkel auftreten aber es eigentlich faustdick hinter den Ohren haben, gefallen mir generell sehr gut. Erinnert mich leicht an Dumbledore – bunte Zauberergarderobe in der Muggelwelt.


    Dass Tylstyr peinlich berührt ist, als sein Lehrer vor Warulf tritt, ist klar. Aber dass es mehrmals auf den Seiten 56 und 57 erwähnt wird, war mir zu viel. Ein oder zwei Mal hätten gereicht.


    Payback-Time: Fiannas Rache hat mir sehr gut gefallen. Plötzlich empfinde ich eine sehr große Sympathie für Strandkrebse. ;D Die ausgeklügelte Foltermethode, verlängert durch den "Röhrenschnitt", ist sehr cool. Ich frage mich aber, wie sie es geschafft hat, aus der Höhle rauszukommen. Ist sie wirklich rausgeklettert? Oder ist sie in ihrer Verzweiflung einen Pakt mit dem Bösen eingegangen, indem sie ihr Blut oder irgendwelche Körperteile geopfert hat? Ich hoffe, wir erfahren in kommenden Kapiteln mehr darüber. Wäre enttäuschend, wenn nicht ein tieferer Schachzug dahinterläge.


    Mischmasch:


    - Die Hommage an Arya hat mir gut gefallen. ;)


    - Ich bin immer noch enttäuscht, dass sich das für mich gar nicht wie das mir bekannte Thorwal anfühlt. Ab jetzt werde ich den Roman als eine alleinstehende Geschichte betrachten, die nicht in Aventurien verortet ist. Sonst ärgere ich mich zu sehr.


  • Schade, Tylstyr lebt ja noch!


    Liebes Tagebuch,
    mich beschleicht der Verdacht, mir wird Altersmilde unterstellt. Ich werde meine Schreibfeder künftig wieder gründlicher anspitzen.

    >:D


    Dass er auch den Mund nicht öffnet und Eddrik gesteht, was passiert ist, ärgert mich noch mehr.


    Es lohnt sich, diese Verhaltensweise Tylstyrs im Gedächtnis zu behalten. ;)



    Dagegen wuchs mir urplötzlich Hagrid ans Herz, als er beim Abschied feuchte Augen bekam und uns mit seinen Worten zu erkennen gab, dass er seinen Sohn doch versteht und ihm eigentlich das Beste wünscht. Hartgesottenen Männer eben, die nicht in der Lage sind, Emotionen zu zeigen.


    Hagrids Verbitterung hat ja durchaus einen Grund, der nicht bei Tylstyr liegt, auch wenn dieser die Auswirkungen zu spüren bekommt ...



    Ich frage mich aber, wie sie es geschafft hat, aus der Höhle rauszukommen. Ist sie wirklich rausgeklettert? Oder ist sie in ihrer Verzweiflung einen Pakt mit dem Bösen eingegangen, indem sie ihr Blut oder irgendwelche Körperteile geopfert hat?


    Diese Spekulation überlasse ich gern der Leserunde. ;)



    - Ich bin immer noch enttäuscht, dass sich das für mich gar nicht wie das mir bekannte Thorwal anfühlt. Ab jetzt werde ich den Roman als eine alleinstehende Geschichte betrachten, die nicht in Aventurien verortet ist. Sonst ärgere ich mich zu sehr.


    Na na na, auch der lesende Recke muss Zähigkeit beweisen! :kommmalherfreundchen: Bislang haben wir nur ein kleines Dorf gesehen, im dritten Leseabschnitt geht es in die Hauptstadt. Dort ist Einiges anders (immerhin hat diese Umgebung auch Tylstyr mitgeprägt), und wer weiß - vielleicht liegt das dortige Feeling näher an dem, wie Du es aus Deinen Spielrunden kennst. :)

  • Bei diesem Aufhänger schon auf den ersten 45 Seiten konnte ich gestern Abend/Nacht nicht aufhören und habe den Prolog zu ende gelesen.


    Natürlich hatte ich heimlich gehofft, dass Tylstyr, der es ja auch ernstlich vorhatte, Fianna rettet. Bei diesem Autorenduo war das klar, das dies von mir ein zu romantischer Gedanke war (und für Hennen ohnehin untypisch).
    Dass sie sich dann doch selbst befreien konnte (durch die kleine Hilfe von Tylstyr), fand ich schon ziemlich stark. Sie macht einen zornigen, kraftvollen Eindruck. Leider gehen diese Kräfte wohl in ihrer Rache zu den 7 Peinigern verloren. Und da hat mich doch sehr verwundert, wo sie die ganze Kraft her nahm, Eigil so zuzurichten. Immerhin war sie eine ganze Zeit in der Höhle ohne Bewegung und mit wenig Nahrung. Kann Wut und Zorn so viele Kraftreserven freisetzen?


    Die Rache an Eigil war schon ganz schön brutal, auch wenn gut durchdacht. Es ist wirklich eine ganz persönliche Angelegenheit und ich denke, sie wird sich für jeden der 7 etwas ganz Spezielles ausdenken. Auch Tylstyr wird sicherlich nicht verschont, aber vielleicht überlebt er oder er wird auf andere Art und Weise bestraft.


    Den Zauberer Eddrik finde ich super, auch wenn er mich ein klein wenig an Ricewind aus Pratchetts Romanen erinnert. Aber alleine bei der Beschreibung seines Aussehens kann ich mir vorstellen, dass er für die lustigen Momente im Buch sorgen könnte, falls er noch weiter mitspielen darf. Und laut lachen musste ich bei Walrufs "TutOhr".


    Ich mag es, wenn ein Buch die ganze Bandbreite der Emotionen bedient. Leider wird oft der Humor vergessen, der ja auch ein Bestandteil unserer Gefühlswelt ist. Und das ist auch einer der Gründe, warum ich so ein Bernhard Hennen Fan bin (lieber Bernard, leider kenne ich noch keines Deiner Bücher, werde ich aber mit Sicherheit nachholen).

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Hmmm...Ich empfinde durchaus Sympathien für Tylstyr. Immerhin hatte er ernsthaft vor, Fianna aus ihrer Lage zu befreien. Sie kam ihm eigentlich nur zuvor. Fianna, die eine unendliche Zeit in dieser Höhle " gehalten" wurde bekommt endlich ihre Rache. ( Das Aufsagen der Namen ihrer Peiniger ist allerdings eine mehr als deutliche Hommage an Arya, das gefällt mir nicht so. Denn ich finde das hat die Figur Fianna eigentlich gar nicht nötig!) Die Art und Weise wie brutal ihre Rache ausfällt, zeigt wie abgestumpft sie durch die lange Zeit der Erniedrigung geworden ist. Einzig der Gedanke an Rache hat sie am Leben erhalten und nun kostet sie die Vergeltung mehr als aus.! Der Satz auf Seite 83: " Aus dunklen Taten wird Dunkelheit geboren, Warulf! " fasst ganz gut zusammen was geschehen ist. Schlimme Dinge sind geschehen und ziehen nach Schlimmeres nach sich. Man erntet was man sät sozusagen. Vielleicht sollte dies dem Leser vor Augen führen wie alles Böse zwischen Menschen beginnt? An so vielen Schauplätzen der Welt sterben Kinder einer Bevölkerungsgruppe weil eine andere auf Rache sinnt und so kommt ein Spielball des Grauens ins Rollen. Jede Seite will ihre Opfer rächen und irgendwann trifft es dann auch Unschuldige! Rache ist ein grausames Tier und man sollte es nicht mit bösen Taten und Schuld die man sich auflädt wecken.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.


  • Liebes Tagebuch,
    mich beschleicht der Verdacht, mir wird Altersmilde unterstellt. Ich werde meine Schreibfeder künftig wieder gründlicher anspitzen.

    >:D


    Oh weh....das lässt Böses erahnen. Ich leider immer so sehr, wenn Lieblingsfiguren in meinen Romanen sterben, auch wenn es sinnvoll ist.



    Schade, Tylstyr lebt ja noch! :(


    War ja klar, dass er es nicht hinkriegt, sie zu befreien. Dass er auch den Mund nicht öffnet und Eddrik gesteht, was passiert ist, ärgert mich noch mehr. Wahrscheinlich wird ihn die Schuld, die er sich durch sein Verhalten aufgeladen, im Verlauf des Romans begleiten. Ich empfinde immer noch keinerlei Sympathien für ihn.


    Ich denke, er wird sich noch entwickeln. Aber die Schuld wird er sicherlich mit sich herumtragen und Fianna wird im nicht verzeihen.


    Man braucht auf jeden Fall auch Figuren, die man nicht leiden kann. Bis jetzt habe ich meine noch nicht gefunden.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen


  • Die Rache an Eigil war schon ganz schön brutal, auch wenn gut durchdacht. Es ist wirklich eine ganz persönliche Angelegenheit und ich denke, sie wird sich für jeden der 7 etwas ganz Spezielles ausdenken. Auch Tylstyr wird sicherlich nicht verschont, aber vielleicht überlebt er oder er wird auf andere Art und Weise bestraft.


    In einem sehr schönen Spielfilm spielt Sigourney Weaver eine Ordensfrau, die einen Schwerverbrecher betreut, der im Todestrakt auf seine Hinrichtung wartet. Die zentrale Frage des Films ist, ob ein Mensch mehr wert ist als seine schlimmste Tat. Menschen, die die Todesstrafe befürworten, antworten darauf meist (bewusst oder unbewusst) mit "nein".
    In einer gewissen Schattierung stellt sich diese Frage auch hier. Gibt es Verbrechen, die so schlimm sind, dass sie die Todesstrafe rechtfertigen? Ändert sich etwas an dieser Überlegung, wenn das Opfer selbst die Henkerin ist? Ist bei einer extremen Tat, wie sie Fianna widerfahren ist, auch eine besondere Qual des Täters vor dessen Ableben legitim, weil sie dem Opfer Befriedigung verschafft? Bis wohin ist diese Rache (wenn überhaupt) legitim? Nur beim Haupttäter? Bei allen, die gern mitgemacht haben? Bei denen, die es zugelassen haben?
    Ich bezweifle, dass es auf diese Fragen allgemeingültige Antworten geben kann. Vielleicht macht gerade dieser Umstand sie so spannend.



    Und laut lachen musste ich bei Walrufs "TutOhr".


    Das war eine der wenigen Sachen, bei denen wir als Autoren keine Lösung gefunden haben, die uns beiden richtig gut gefallen hat. Wir haben deswegen eine dritte Meinung eingeholt, diejenige der DSA-Redakteurin, die unsere Manuskripte liest. Die war recht angetan vom Tut-Ohr. Der Humor der DSA-Redaktion hat also durchaus seinen Anteil daran, dass Du an dieser Stelle lachen konntest. ;)



    Ich mag es, wenn ein Buch die ganze Bandbreite der Emotionen bedient. Leider wird oft der Humor vergessen, der ja auch ein Bestandteil unserer Gefühlswelt ist.


    In der Malerei gibt es das Phänomen, dass auf einem Ölgemälde "das Licht ausgeht", wenn kein Weiß mehr darauf ist. Es hat bestimmt etwas mit der Farbwahrnehmung im Gehirn zu tun. Jedenfalls führt es dazu, dass auch bei sehr düsteren Motiven in aller Regel noch irgendwo auf dem Bild ein weißer Fleck zu finden ist - und sei er auch noch so klein.
    In einem Roman ist das auch so. Wenn es gar nichts Helles und Leichtes mehr gibt, wird alles trüb und mühselig.



    Hmmm...Ich empfinde durchaus Sympathien für Tylstyr. Immerhin hatte er ernsthaft vor, Fianna aus ihrer Lage zu befreien.


    Er hat ihr die Sache ja auch durchaus erleichtert.



    Einzig der Gedanke an Rache hat sie am Leben erhalten und nun kostet sie die Vergeltung mehr als aus.!


    Rachedurst ist ja in aller Regel eine sehr negativ belegte Emotion, in unserem Strafrecht gilt er als niederer Antrieb und kann dadurch einen Totschlag zum schwereren Verbrechen des Mords "qualifizieren". Nach Deinen durchaus überzeugenden Ausführungen liegt aber der Gedanke nahe, dass gerade diese Hoffnung auf Rache bei Fianna etwas Gutes bewirkt, nämlich, dass sie durchhält und am Leben bleibt.
    Merkwürdig, oder?



    Man braucht auf jeden Fall auch Figuren, die man nicht leiden kann. Bis jetzt habe ich meine noch nicht gefunden.


    Keine Sorge - Hilfe naht! Schon sehr bald, da bin ich sicher, wirst Du in dieser Hinsicht fündig werde. ;)

  • Wie vorgenommen habe ich heute morgen vor der Arbeit noch den zweiten Abschnitt gelesen und jetzt in der Mittagspause gebe ich schnell noch meinen Senf dazu.


    Bei Tylstyr bin ich echt hin- und hergerissen. Er hat sich nicht an Fianna vergriffen - super und verspricht ihr sie zu retten - aber dann hat er wieder nicht den Mumm in den Knochen sich gegen die Aktion in der Halla zu wehren und besäuft sich, weil es die anderen von ihm verlangen. War doch eigentlich klar, dass das nicht gut geht. Und Fianna hat tatsächlich gehofft und auf ihn gewartet. Aber wie ich es gedacht habe, hat sie es dann doch selber geschafft dem Martyrium zu entkommen (allerdings frage ich mich immer noch, ob sie wirklich einfach so rausgeklettert ist - kann ich mir gar nicht so wirklich vorstellen). Und obwohl ich sie verstehen kann, finde ich ihre Rache dann doch nicht wirklich gut. Na ja mal schauen wie weit sie da noch geht. Auf alle Fälle war ihr Plan sehr gut durchdacht und sie hat bestimmt für jeden der sieben eine passende Rache parat.


    Eddrik gefällt mir - er redet nicht viel beobachtet aber sehr genau und scharf. Ich finde auch gut, dass er Tylstyr nicht drängt zu reden - aber braucht er wohl auch, er weiß auch so was gespielt wird. In ihm hat Tylstyr den richtigen Halt den er braucht um von da weg zu kommen. Bis jetzt habe ich Hagrid als einen harten Mann erlebt, aber im Innern hat ihn wohl der Tod seiner Frau so hart werden lassen. In der Szene als sein Sohn sich verabschiede hat, tat er mir sogar ein wenig leid. Jetzt hat er niemanden mehr. Und ich glaube, tief im Innern ist er froh, dass sein Sohn hoffentlich den Absprung schafft.


  • Bei Tylstyr bin ich echt hin- und hergerissen.


    Bislang habe ich im ersten Leseabschnitt den Eindruck gewonnen, dass Tylstyr im Wesentlichen positiv rübergekommen ist. Hat sich das eventuell auch bei den anderen geändert? Hätte er die Befreiung energischer vorantreiben müssen? Kann man das von einem Jugendlichen erwarten? Hätte das vielleicht auch Fianna eine andere Richtung aufgezeigt?



    Aber wie ich es gedacht habe, hat sie es dann doch selber geschafft dem Martyrium zu entkommen (allerdings frage ich mich immer noch, ob sie wirklich einfach so rausgeklettert ist - kann ich mir gar nicht so wirklich vorstellen).


    asquartipapetel hat da ja auch Zweifel - was hältst Du von seiner Theorie?



    Auf alle Fälle war ihr Plan sehr gut durchdacht ...


    Sie hatte ja auch einen Winter lang Zeit, um Pläne zu schmieden ...



    Bis jetzt habe ich Hagrid als einen harten Mann erlebt, aber im Innern hat ihn wohl der Tod seiner Frau so hart werden lassen. In der Szene als sein Sohn sich verabschiede hat, tat er mir sogar ein wenig leid. Jetzt hat er niemanden mehr. Und ich glaube, tief im Innern ist er froh, dass sein Sohn hoffentlich den Absprung schafft.


    Wie seht ihr Hagrid insgesamt? Er hat ja auch bei der Aktion am Strand seine Rolle ausgefüllt, sich mehrfach recht hart gegenüber seinem Sohn gezeigt, und jetzt kommt ein anderer Aspekt seiner Persönlichkeit zum Vorschein ... Wenn Ihr den Summenstrich ziehen wolltet - wie sähe die Bilanz für Hagrid aus?

  • Auch der zweite Abschnitt lies sich gut lesen.


    Tylstyr ist mir weiterhin sympathisch. Ich dachte mir schon, dass er nicht in der Lage ist, sich an Fianna zu vergehen und er versuchen wird ihr zu helfen. Ich sehe es aber nicht so, dass er


    nicht den Mumm in den Knochen sich gegen die Aktion in der Halla zu wehren und besäuft sich, weil es die anderen von ihm verlangen.

    . Er ist erst 15, ein Jugendlicher, wie soll er sich da schon gegen seinen Vater und die anderen in der Halla durchsetzten? Das ist doch meines Erachtens ein bisschen viel verlangt. Er befindet sich doch erst an der Schwelle zum Erwachsen werden. Ich denke allerdings auch, dass er diese Schuldgefühle für sehr lange Zeit mit sich herumtragen wird und sie seine weitere Entwicklung prägen werden. Außerdem hatte er einen nicht ganz unwesentlichen Anteil an Fiannas Befreiung. Er hat immerhin ihre Fesseln gelöst. Die Frage, wie sich Fianna letzten Endes befreit hat, stellt sich mir auch. Allerdings kann ich mir durchaus vorstellen, dass sie es aus eigener Kraft und mit Hilfe ihrer Rachegedanken geschafft hat, aus der Höhle herauszuklettern. Ich bin der Meinung, der Mensch ist in extremen Situationen auch zu extremen Dingen fähig.


    Fiannas Art der Rache ist heftig, aber auch irgendwie nachvollziehbar. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sie jetzt als eine Art "Böser Geist" nacheinander alle ihre Peiniger zur Strecke bringt. Nur was ist dann? Wenn ihr Rachedurst gestillt ist - ihr einziger derzeitiger Antrieb am Leben zu bleiben .... Ich bin kein Freund von Rache oder Gewalt. Ich finde es ist der falsche Weg und bringt am Ende auch nur wieder Böses zutage. Aber wenn man so sehr traumatisiert ist, ist es womöglich sehr schwer das zu erkennen.


    Dass Hagrid auch eine menschliche Seite hat, hat mich einerseits überrascht, andererseits auch gefreut. Aber er muss wohl auch etwas liebenswertes haben, denn seine Frau hat ihn ja anscheinend sehr geliebt. Ein wenig erinnert er mich an den Vater von Wicky, aus "Wicky und die starken Männer". Der ist ja anfangs auch schwer enttäuscht von seinem Sohn ehe erkennt, welches Potential in ihm steckt. Und Hagrid hat Tylstyr ja schließlich auch nach Thorwal zur Akademie gebracht, da er da ja besser aufgehoben ist als in Stainakr. Vielleicht trifft ja bei ihm der Spruch "harte Schale, weicher Kern" zu.


    Von Eddrik bin ich total begeistert! Ich mag ihn sehr. Er scheint für mich eine Mischung aus Dumbledor und Gandalf zu sein - nur ohne Bart. Herrlich ;D Ich denke mit ihm werden wir noch viel Freude haben.


    Die Szene mit Tut Ohr fand ich auch lustig. :totlach:

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)


  • Ich dachte mir schon, dass er nicht in der Lage ist, sich an Fianna zu vergehen und er versuchen wird ihr zu helfen.


    Da hast Du ihn richtig eingeschätzt. ;)



    Er ist erst 15, ein Jugendlicher, wie soll er sich da schon gegen seinen Vater und die anderen in der Halla durchsetzten? Das ist doch meines Erachtens ein bisschen viel verlangt.


    Überwältigen kann er sie sicher nicht - aber hätte er vielleicht eine weniger direkte Möglichkeit gehabt?



    Wenn ihr Rachedurst gestillt ist - ihr einziger derzeitiger Antrieb am Leben zu bleiben .... Ich bin kein Freund von Rache oder Gewalt.


    Tja ... Was dann?
    Und wenn man ihr ein Recht auf Rache zugesteht ... Haben Eigils Freunde dann ihrerseits ein Recht auf Rache, weil sie ihn so übel zugerichtet hat? Irgendwie wird es mit dem "gleiches Recht für alle" schwierig, wenn man einmal den Pfad der Rache einschlägt ...

  • Also mir würde jetzt als einzige andere Möglichkeit einfallen, dass er sich hätte weigern können zu trinken. Aber ich schätze, da war der Druck, den der Vater ausgeübt hat zu groß, um soviel Mut aufzubringen. Mit 15 hat man wohl eher noch nicht soviel Selbstvertrauen.
    Ja dass mit der Rache ist ein Kreislauf ohne Ende. Es bringt am Ende nur mehr Unglück, Leid und Kummer für alle.

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)


  • Also mir würde jetzt als einzige andere Möglichkeit einfallen, dass er sich hätte weigern können zu trinken. Aber ich schätze, da war der Druck, den der Vater ausgeübt hat zu groß, um soviel Mut aufzubringen. Mit 15 hat man wohl eher noch nicht soviel Selbstvertrauen.
    Ja dass mit der Rache ist ein Kreislauf ohne Ende. Es bringt am Ende nur mehr Unglück, Leid und Kummer für alle.


    Das denke ich auch, dass er selbst als 15jähriger die Möglichkeit gehabt hätte "nein" zu sagen. Ich glaube nicht, dass er mit Gewalt gezwungen worden wäre - er hätte zwar als Weichei dagestanden - aber ist er nicht jetzt schon in einer Art ein Außenseiter? Und er ist ja auch schon reif und erwachsen genug um von zu Hause weg zu gehen. Aber kann natürlich sein, dass ihm noch das entsprechende Selbstvertrauen fehlt.


  • Tylstyr ist mir weiterhin sympathisch. Ich dachte mir schon, dass er nicht in der Lage ist, sich an Fianna zu vergehen und er versuchen wird ihr zu helfen. Ich sehe es aber nicht so, dass er

    . Er ist erst 15, ein Jugendlicher, wie soll er sich da schon gegen seinen Vater und die anderen in der Halla durchsetzten? Das ist doch meines Erachtens ein bisschen viel verlangt. Er befindet sich doch erst an der Schwelle zum Erwachsen werden. Ich denke allerdings auch, dass er diese Schuldgefühle für sehr lange Zeit mit sich herumtragen wird und sie seine weitere Entwicklung prägen werden. Außerdem hatte er einen nicht ganz unwesentlichen Anteil an Fiannas Befreiung. Er hat immerhin ihre Fesseln gelöst.


    Dadurch, dass Tylstyr ja bereits länger von zu Hause weg ist, hätte ich ihm schon ein wenig mehr Selbstvertrauen zugetraut. Aber klar ist er noch ein Jugendlicher, der wahrscheinlich dem Druck des Vaters noch nicht viel entgegenzusetzen hat. Der hat sich ja auch bedrohlich hinter ihm aufgebaut.
    Dass er Fianna die Fesseln schon mal gelöst hat rechne ich ihm auch hoch an, ich hoffe nur Fianna sieht es irgendwann genauso. Im Moment hasst sie ja wohl jeden, der auch nur im entferntesten mit ihrer Lage zu tun hatte.


  • Aber wie ich es gedacht habe, hat sie es dann doch selber geschafft dem Martyrium zu entkommen (allerdings frage ich mich immer noch, ob sie wirklich einfach so rausgeklettert ist - kann ich mir gar nicht so wirklich vorstellen).


    Zitat

    asquartipapetel hat da ja auch Zweifel - was hältst Du von seiner Theorie?



    Fianna muss ja völlig kraftlos und fertig gewesen sein. Wenn ich mir vorstelle, so lange so einem Martyrium ausgesetzt (und dann war auch noch von schimmligem Brot die Rede - also hat sie auch nicht das beste Essen bekommen). Und die Jungmannen sind mit einem Seil in die Höhle geklettert, also ist die Wand nicht wirklich zum Klettern geeignet. All diese Dinge lassen mich dann doch etwas daran zweifeln, dass sie einfach so rausgeklettert ist. Wut versetzt ja bekanntlich Berge - aber da ja auch von Magiern in dem Buch die Rede ist, könnte ich mir schon vorstellen, dass eine höhe Macht die Hände im Spiel hatte.
    [/quote]

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  • Ich denke eher, dass vielleicht jemand die Jungs beobachtet hat, wie sie immer in die Höhle hinunter sind und sie dann gefunden und ihr geholfen hat. Nur wer? Ob es doch noch einen Überlebenden von dem Gemetzel am Ufer gab? Eigentlich waren sie da ja mehr als gründlich....Aber wer weiß? Bin sehr gespannt, ob und wann dieses Rätsel aufgelöst wird . :winken:

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Ich denke, wenn da irgendjemand war, dann vielleicht die ganze Zeit in der Nähe. Sicher gab es in den zerklüfteten Felsen noch weitere Höhlen bzw. Versteckmöglichkeiten. Oder sollte gar einer der Dorfbewohner etwas damit zu tun haben? Oder gab es noch einen anderen Ausgang aus der Höhle? Einer den man ohne klettern bewältigen konnte? Warum war Fianna unentwegt gefesselt. Natürlich damit sie sich nicht wehren konnte, aber vielleicht auch weil es noch einen Ausgang gibt? ::) ???

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Vielleicht hatte ja auch Eddrik hier die Finger im Spiel? Er hat ja eine sehr gute Beobachtungsgabe. Und so mitbekommen, was die Dörfler getan haben. Das würde mich nicht wirklich überraschen.

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)


  • Na na na, auch der lesende Recke muss Zähigkeit beweisen! :kommmalherfreundchen: Bislang haben wir nur ein kleines Dorf gesehen, im dritten Leseabschnitt geht es in die Hauptstadt. Dort ist Einiges anders (immerhin hat diese Umgebung auch Tylstyr mitgeprägt), und wer weiß - vielleicht liegt das dortige Feeling näher an dem, wie Du es aus Deinen Spielrunden kennst. :)


    Sorry, aber der Zug ist schon abgefahren. Dafür haben die 80 Seiten Prolog gesorgt und ich bleibe jetzt bei meiner Entscheidung. Außerdem bin ich kein Recke, sondern ein dösendes Schäfchen. :)



    Vielleicht hatte ja auch Eddrik hier die Finger im Spiel? Er hat ja eine sehr gute Beobachtungsgabe. Und so mitbekommen, was die Dörfler getan haben. Das würde mich nicht wirklich überraschen.


    Das würde mich jetzt aber stark wundern. Wenn Eddrik ihr geholfen hätte, hätte er sie sicher zusätzlich noch in Sicherheit gebracht und sich um ihre Genesung gekümmert. Er hätte sie nicht in ihrer geistigen Verfassung alleine ziehen lassen (wo sollte sie den alleine auch hin?) sondern mit nach Thorwal genommen. Als intuitiver Hellsichtmagier hätte er ihre Motive durchschaut.