02 - Seite 46 bis 83 ("Fianna beobachtete den Neuen ..." - Ende Prolog)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Stimmt auch wieder.

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)


  • Das würde mich jetzt aber stark wundern. Wenn Eddrik ihr geholfen hätte, hätte er sie sicher zusätzlich noch in Sicherheit gebracht und sich um ihre Genesung gekümmert. Er hätte sie nicht in ihrer geistigen Verfassung alleine ziehen lassen (wo sollte sie den alleine auch hin?) sondern mit nach Thorwal genommen. Als intuitiver Hellsichtmagier hätte er ihre Motive durchschaut.


    Einen kurzen Augenblick hatte ich auch den Gedanken, dass Eddrik seine Finger im Spiel haben könnte. Aber er hätte ja dann bestimmt auch ihre Motivation vorausgesehen und es ganz bestimmt nicht zugelassen, dass sie mordend durch die Gegend zieht.

  • O.k., Fianna ist innerlich nicht an dem zerbrochen, was die Jugendlichen ihr antun, vielmehr wurde ihr Hass ins Unendliche gesteigert. Von dem etwas ängstlichen Mädchen auf der Goldenen Anker, die sich die Tränen verdrückt hat, ist nicht mehr viel übrig. In jedem Fall bin ich gespannt, wie ihr weiterer Lebensweg aussehen wird.


    Dass sie zwischen ihren Peinigern und Tylstyr nicht differenzieren kann, kann ich gut nachvollziehen, für sie ist jetzt alles, was männlich ist, ein bedrohliches Feindbild, wer kann es ihr verdenken. Eventuell wäre sie ihm positiver gegenüber gestanden, wenn Tylstyr sie tatsächlich in der folgenden Nacht nach seinem Besuch in der Höhle hätte befreien können. Im ersten Moment war ich echt sauer, dass Eddrik ausgerechnet jetzt auftaucht, ungünstiger hätte der Moment nicht sein können. Erst lässt er sich wochenlang nicht blicken, da hätte er auch einen Tag später kommen können und Tylstyr nach Fiannas Befreiung aus der Schusslinie der Stainakr bringen können - aber nein, so muss Tylstyr den Mannfäller austrinken, der ihn vollständig ausknockt.


    Überhaupt sind die Stainakr ganz schön was am Saufen, ihr Bedarf an Met scheint ja ziemlich hoch zu sein, man hat das Gefühl, dass die Dorfbewohner die meiste Zeit betrunken sind. Ich habe mir überlegt, ob sie sich damit ihre Situation schöntrinken wollen? Und in der Gruppe ist es nochmal so schön. Ich will nicht wissen, ob der Eine oder Andere, gerade von den Jungmann, nachts alleine in seinem Bett nicht von seinem Gewissen heimgesucht wird. Dann lieber das Gewissen im Met ertrinken, das betäubt so schön.


    Der Gedanke kam mir vor allem bei Tylstyrs Verabschiedung durch seinen Vater: Hagrid scheint seinen Sohn doch nicht so zu verachten, wie es den Anschein hatte; das hat mich ziemlich überrascht. Immerhin ist Tylstyr das Einzige, was ihm von seiner verstorbenen Frau übrig geblieben ist. Ich könnte mir schon vorstellen, dass ihr Tod Hagrid ziemlich zu schaffen gemacht hat. Und das Einzige, das in der Stainakr Gemeinschaft zählt, ist Härte und Furchtlosigkeit, da ist für "schwächliche" Gefühle kein Platz.


    Eddrik finde ich einen sehr spannenden Charakter: zuerst dachte ich, ob er eigentlich lebensmüde ist, als er Warulf verbal herausfordert. Ich habe schon damit gerechnet, dass sie Eddrik umbringen und Tylstyr gleich dazu bzw. dem Jungen gerade noch die Flucht gelingt. Aber dann stellt sich heraus, dass er doch ganz schön clever ist, wie er sich das alles zusammengereimt hat, was mit der Goldenen Anker passiert sein könnte. Es ist zwar sehr gefährlich, dieses Wissen gegenüber Warulf auszuspielen, aber auch ihre einzige winzige Chance, lebend aus Stainakr wegzukommen. Wurde nicht erwähnt, dass Eddrik ein Meister der Hellsicht ist? Ist er wirklich nur so ein guter Beobachter oder hat ihm hier seine Magie helfen können? Andererseits verfügt Eddrik wohl nicht über viel Magie zum Anwenden, wenn ich das richtig verstanden habe.
    Wobei es in dem Moment, als Eigil gefunden wird, nochmal ganz schön eng wurde für Tylstyr und Eddrik.


    Ein wenig geärgert hat mich aber, dass Eddrik zwar erkennt, dass Tylstyr noch etwas dringendes zu erledigen hat (Befreiung von Fianna) und ich auch das Gefühl habe, dass er sich ungefähr denken kann, um was es geht, er aber die Situation an ersten Abend in der Halla falsch einschätzt. Oder war das Absicht, weiß er mehr von der Zukunft und musste daher verhindern, dass Tylstyr nochmal in die Höhle geht? Kann ich mir im Moment eher weniger vorstellen, aber wer weiß.


    Ich muss gestehen, ich habe Fiannas Rache an Eigil genossen - ja, es ist brutal, was sie mit ihm anstellt, aber ich kann es gut nachvollziehen. Ich bin gespannt, ob sie ihre Rache an den anderen Jungmannen ebenfalls durchziehen kann. Sorge macht mir allerdings, dass sie auch Tylstyr auf ihrer Liste hat, ich denke nicht, dass es sie großartig interessiert, dass Warulf ihn gezwungen hat, den Mannfäller zu trinken und er dadurch ins Koma gefallen ist. Wenigstens konnte Fianna sich selbst befreien; ich hatte die Befürchtung, Eigil oder einer der Anderen hätte sie zwischenzeitlich aufgesucht und festgestellt, dass sie die Fesseln nicht mehr trägt. Die Fechtübungen zahlen sich jetzt in jedem Fall aus.


    Jetzt bin ich sehr gespannt, wie es weitergehen wird, ob und wie sich Tylstyr und Fianna wiederbegegnen werden und welche Auswirkungen der Prolog auf die Wettfahrt haben wird. Vielleicht stehen sich die beiden eines Tages bei der Wettfahrt als Gegner gegenüber?


  • Bislang habe ich im ersten Leseabschnitt den Eindruck gewonnen, dass Tylstyr im Wesentlichen positiv rübergekommen ist. Hat sich das eventuell auch bei den anderen geändert? Hätte er die Befreiung energischer vorantreiben müssen? Kann man das von einem Jugendlichen erwarten? Hätte das vielleicht auch Fianna eine andere Richtung aufgezeigt?


    Ich kann mir nicht vorstellen, wie Tylstyr es hätte umgehen sollen, nicht den Mannfäller trinken zu müssen. Was wäre gewesen, wenn er sich geweigert hätte? Auch Eddrik war in dem Moment ziemlich besorgt. Mich hat Eddrik in dem Moment eher geärgert, weil ich das Gefühl hatte, dass er diese Situation herausgefordert hat, auch wenn ich innerlich grinsen musste, wie er mit seiner geschliffenen Sprache Warulf verbal ins Abseits drängt.
    Irgendwie hatte ich das Gefühl, wenn Tylstyr den Trank nicht getrunken hätte, hätten die Dorfbewohner irgendwie einen Vorwand gehabt, Eddrik und Tylstyr verschwinden zu lassen. Bis dahin wussten wir noch nicht, dass Eddrik Bescheid weiß, was die Bewohner getan haben. Und nach Hagrids Reaktion beim Abschied bin ich mir auch nicht sicher, ob er nicht auch gefürchtet hat, dass er für seinen Sohn unerquickliche Folgen fürchtet, wenn er den Mannfäller nicht trinkt. Immerhin hält er ihn fest auf seinem Sitz, so dass Tylstyr keine Möglichkeit hatte, wegzukommen (vielleicht falle ich aber auch gerade wieder darauf ein, an das Gute im Menschen zu denken, dabei wollte ich den Fehler ab jetzt doch vermeiden ;D). So hat er sich "nur" lächerlich gemacht in Stainakr, weil er den Mannfäller nicht vertragen hat.



    Einen kurzen Augenblick hatte ich auch den Gedanken, dass Eddrik seine Finger im Spiel haben könnte. Aber er hätte ja dann bestimmt auch ihre Motivation vorausgesehen und es ganz bestimmt nicht zugelassen, dass sie mordend durch die Gegend zieht.


    Ich muss gestehen, ich habe das einfach so akzeptiert, dass sich Finna von selbst befreien konnte, auch wenn ich kurz überlegt habe, wie ihr das gelungen sein könnte :-[ Aber jetzt habt ihr mich ins Grübeln gebracht. Mich interessiert jetzt sehr, inwieweit Eddriks Begabung der Hellsicht reicht. Kann er damit wirklich in die Zukunft sehen und wenn ja, wie weit? Das würde bedeuten, dass jeder Mensch ein vorbestimmtes Schicksal hat - inwieweit darf man dieses Schicksal dann verändern? Vielleicht ist es Fiannas Schicksal, genau das durchmachen zu müssen, was sie erlebt hat und dass sie anschließend mordend durch die Gegend zieht? Wobei dieses Morden wieder weitere Schicksale beeinflusst, das wird dann doch ziemlich schnell unübersichtlich.


  • Der Gedanke kam mir vor allem bei Tylstyrs Verabschiedung durch seinen Vater: Hagrid scheint seinen Sohn doch nicht so zu verachten, wie es den Anschein hatte; das hat mich ziemlich überrascht. Immerhin ist Tylstyr das Einzige, was ihm von seiner verstorbenen Frau übrig geblieben ist. Ich könnte mir schon vorstellen, dass ihr Tod Hagrid ziemlich zu schaffen gemacht hat. Und das Einzige, das in der Stainakr Gemeinschaft zählt, ist Härte und Furchtlosigkeit, da ist für "schwächliche" Gefühle kein Platz.


    Ich finde schön, dass diese ruhige Szene so viel Beachtung erfährt. :)



    Wurde nicht erwähnt, dass Eddrik ein Meister der Hellsicht ist? Ist er wirklich nur so ein guter Beobachter oder hat ihm hier seine Magie helfen können? Andererseits verfügt Eddrik wohl nicht über viel Magie zum Anwenden, wenn ich das richtig verstanden habe.



    Mich interessiert jetzt sehr, inwieweit Eddriks Begabung der Hellsicht reicht. Kann er damit wirklich in die Zukunft sehen und wenn ja, wie weit?


    Die Akademie in der Stadt Thorwal ist auf Hellsichtmagie spezialisiert. Ein Blick in die Zukunft ist aber auch damit praktisch unmöglich. Man kann sich die aventurische Hellsichtmagie als eine Unterstützung von Detektivtätigkeiten vorstellen. Manche Zauber vermögen beispielsweise fremde Schriften zu entschlüsseln. Zusätzlich können Hellsichtmagier übersinnliche Phänomene erforschen.
    Es gibt allerdings sehr seltene magische Gegenstände, die Schwarzen Augen (die die Spieleerfinder ersonnen haben, weil der Name für ihr Rollenspiel vom Spieleverlag überraschend geändert wurde, nämlich in Das schwarze Auge, wofür es bis dato im Spiel gar keinen Bezug gab). Durch diese Schwarzen Augen kann man, wenn man damit umzugehen besteht, an beliebige Orte und in beliebige Zeiten schauen, also auch in die Zukunft. Aber sie sind extrem selten und schwer zu beherrschen. Trotzdem - behaltet das mal für einen späteren Leseabschnitt im Kopf ... ;)



    Bis dahin wussten wir noch nicht, dass Eddrik Bescheid weiß, was die Bewohner getan haben.


    Eventuell wusste er es auch selbst noch nicht?
    Er folgert ja aus einigen Beobachtungen auf das Geschehen. Diese Hinweise werden ihm erst nach und nach auffallen.



    Ich muss gestehen, ich habe das einfach so akzeptiert, dass sich Finna von selbst befreien konnte,


    Diese Theorie ist auch nach wie vor im Rennen ... ;)



    Ich muss gestehen, ich habe Fiannas Rache an Eigil genossen - ja, es ist brutal, was sie mit ihm anstellt, aber ich kann es gut nachvollziehen.


    Entspricht es auch Deinem Gerechtigkeitsempfinden?


  • Es gibt allerdings sehr seltene magische Gegenstände, die Schwarzen Augen (die die Spieleerfinder ersonnen haben, weil der Name für ihr Rollenspiel vom Spieleverlag überraschend geändert wurde, nämlich in Das schwarze Auge, wofür es bis dato im Spiel gar keinen Bezug gab). Durch diese Schwarzen Augen kann man, wenn man damit umzugehen besteht, an beliebige Orte und in beliebige Zeiten schauen, also auch in die Zukunft. Aber sie sind extrem selten und schwer zu beherrschen. Trotzdem - behaltet das mal für einen späteren Leseabschnitt im Kopf ... ;)


    Das finde ich sehr interessant und spannend, vor allem, welche Auswirkungen der Umgang mit dem schwarzen Auge haben kann. Kann der Blick hinein die Zukunft verändern? Darf derjenige darüber sprechen, der die Zukunft oder auch die Vergangenheit sieht?


    Aber wieso ändert man den Namen eines beliebten Spieles in einen Namen, der keinen Bezug zum Spiel hat? Möge einer die Marketing-Menschen verstehen ;-)

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen


  • Das finde ich sehr interessant und spannend, vor allem, welche Auswirkungen der Umgang mit dem schwarzen Auge haben kann. Kann der Blick hinein die Zukunft verändern? Darf derjenige darüber sprechen, der die Zukunft oder auch die Vergangenheit sieht?


    Man (im Sinne von die Wenigen, die sich darauf verstehen) kann durch ein Schwarzes Auge hindurch Zauber wirken ... Eine sehr gefährliche Sache, allerdings auch für den Zauberer.



    Aber wieso ändert man den Namen eines beliebten Spieles in einen Namen, der keinen Bezug zum Spiel hat? Möge einer die Marketing-Menschen verstehen ;-)


    Es gab das Spiel noch nicht. Unmittelbar vor der Markteinführung wurde der Arbeitstitel ("Aventuria" oder so ähnlich) in "Das schwarze Auge" geändert, weil die Marketingleute von Droemer oder Schmidt Spiele (diese beiden Firmen haben damals kooperiert) der Meinung waren, dieser Name zöge besser. Ich kann mir sogar vorstellen, dass sie recht damit hatten. Bei "Das schwarze Auge" entsteht direkt ein Bild im Kopf, bei "Aventuria" nicht.
    Die Spieleerfinder fanden aber, dass der Name auch eine konkrete Entsprechung in der Fantasywelt haben sollte, und haben deswegen dieses mächtige Artefakt ersonnen.


  • Die Akademie in der Stadt Thorwal ist auf Hellsichtmagie spezialisiert. Ein Blick in die Zukunft ist aber auch damit praktisch unmöglich. Man kann sich die aventurische Hellsichtmagie als eine Unterstützung von Detektivtätigkeiten vorstellen. Manche Zauber vermögen beispielsweise fremde Schriften zu entschlüsseln. Zusätzlich können Hellsichtmagier übersinnliche Phänomene erforschen.
    Es gibt allerdings sehr seltene magische Gegenstände, die Schwarzen Augen (die die Spieleerfinder ersonnen haben, weil der Name für ihr Rollenspiel vom Spieleverlag überraschend geändert wurde, nämlich in Das schwarze Auge, wofür es bis dato im Spiel gar keinen Bezug gab). Durch diese Schwarzen Augen kann man, wenn man damit umzugehen besteht, an beliebige Orte und in beliebige Zeiten schauen, also auch in die Zukunft. Aber sie sind extrem selten und schwer zu beherrschen. Trotzdem - behaltet das mal für einen späteren Leseabschnitt im Kopf ... ;)


    Ah, danke für die Information. Als Eddrik seine Überlegungen gegenüber Warulf darlegt und wie er darauf gekommen ist, musste ich direkt an Sherlock Holmes denken ;D
    Die Schwarzen Augen hören sich aber auch spannend an.



    Eventuell wusste er es auch selbst noch nicht?
    Er folgert ja aus einigen Beobachtungen auf das Geschehen. Diese Hinweise werden ihm erst nach und nach auffallen.


    Nach deiner Erläuterung der Hellsichtigkeit gehe ich auch davon aus, dass er zu dem Zeitpunkt noch nichts bzw. nicht alles wusste.



    Entspricht es auch Deinem Gerechtigkeitsempfinden?


    Nach dem Prolog habe ich den Eindruck, dass in Aventurien die Parole "Auge um Auge, Zahn und Zahn" gilt. So wie die Stainakr die Mannschaft der Goldenen Anker hat verschwinden lassen, genauso lässt Fianna nun ihre Peiniger verschwinden. Gut, vielleicht hätte ich an ihrer Stelle kurzen und schnellen Prozess gemacht, einfach auch um sicherzugehen, dass mein Opfer wirklich keine Chance hat, zu überleben. Aber zu der damaligen Zeit könnte man ihr Tun durchaus als gerecht empfinden. Außerdem weiß ich nicht, welche Rechtsmittel sie überhaupt in der Hand hat, um gegen die Stainakr vorzugehen. Gut, sie könnte fliehen und sich an die entsprechende Obrigkeit wenden, die Stainakr wegen Strandraub, Mord und Vergewaltigung anklagen (wobei ich nicht weiß, ob Vergewaltigung in Aventurien überhaupt ein Strafbestand ist), aber ich habe keine Ahnung, wieviel Chancen sie hätte, wenn ihre Aussage gegen die Aussage eines ganzen Dorfes steht. Evtl. bekäme sie Recht, wenn die Indizien, die auch Eddrik erkannt hat, offensichtlich würden. Welche Strafe würde denn darauf stehen?


    Klar, im Endeffekt bleibt es Selbstjustiz, die oftmals noch mehr Gewalt nach sich zieht, aber wirklich verurteilen kann ich sie deswegen nicht.

  • Ich hoffe und wünsche mir, dass Fianna an diesem abartigen Ereignis wachsen wird. Dass sie nicht "nur" als Racheengel unterwegs sein wird, sondern dass es einerseits zwar etwas in ihr zerstört, andererseits aber auch etwas in ihr erwachen lässt. Fähigkeiten und Kräfte, die sie sich vielleicht selbst nicht zugetraut hätte. Dass es auch andere Männer gibt wird sie wohl erst wieder mühsam begreifen müssen. Auch da wäre es für mich interessant zu lesen, wie sie sich eines Tages als reifere Frau verhalten wird, was Männer angeht. Ein potentieller Verehrer dürfte es unter Umständen evtl. schwer haben. Ich denke die größten Ausmaße hat nach so einem Erlebnis wirklich der Mangel an Vertrauen, die Unfähigkeit Nähe zuzulassen. Eine Hürde hat sie bereits genommen: Fianna hat sich aus ihrer Opferrolle in jeglicher Hinsicht befreit. Doch sie wird spüren, dass der erbärmliche Tod ihrer Peiniger, ihr nicht lange Genugtuung verschaffen werden. Sie wird viel mehr verlieren als ihre Unversehrtheit damals, nämlich verlorene Jahre, immer auf der Spur der Täter. Ratlosigkeit, getrieben sein von dem Wunsch nach Rache. Somit lässt sie wieder zu, dass die Täter ihr Leben bestimmen! Das muss sie begreifen und sich dann davon lösen!
    Beitrag editieren
    « Letzte Änderung: Heute um 18:42:00 von TippendeTastatur »

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Hallo zusammen,


    Tylstyr ist also einen Schritt weitergegangen, als "nur" so zu tun, als würde er Fianna missbrauchen, er wurde etwas aktiver und hatte sogar vor, sie zu befreien. Aber als sich das nicht bewerkstelligen ließ, ist er wieder in sein passives, sich dem Übel entziehendes Verhalten zurückgefallen. Das passt zu den vorherigen Situationen, wo er möglichst ungesehen den ihm unangenehmen Morden etc. aus dem Weg ging, in der Hoffnung, man lässt ihn damit in Ruhe. Direkte Weigerung, also offenen Konflikt, traut er sich nicht zu. So ist immer noch mein Gefühl. Schade, dass er z. B. nicht einfach nach drei Schlucken aus dem Horn so getan hatte, als wäre er umgefallen, dann wäre er wenigstens nicht wirklich ausgeknockt gewesen, sondern bei Sinnen geblieben und hätte dadurch auf unauffällige Weise noch aktiv werden können. So hat er sich mal wieder gefügt bis zum Schluss. Wenn er wenigstens Eddrik von dem Mädchen erzählt hätte! Sein Schweigen hat mich hier auch geärgert.... Aber er hat es versucht und sein Wille war da, ganz abgesehen davon, dass es ihn natürlich sympathisch macht, dass er die ganzen Gräuel um ihn herum ablehnt und nicht dazugehören will. Er hat wohl nur leider nicht die Stärke und den Mut, offen dagegen zu sein und deutlich dagegen zu kämpfen. Aber nicht jeder ist mutig und er hat eben andere Stärken - und ich bin sehr gespannt, ob und wie er sich weiterentwickelt. Vielleicht muss er auch erst eine für ihn noch schlimmere Situation durchstehen, um seine Passivität zu verlieren. Vielleicht verliert er sie auch nie und entwickelt Stärken auf andere Art. Nicht jeder ist ein Kämpfer.


    Fianna tut mir sehr leid. Ihr Leiden tut beim Lesen fast körperlich weh und ihre Entwicklung ist erschreckend, aber sehr gut nachzuempfinden. Erschreckend deshalb, weil die Veränderung von dem sympathischen und voller Pläne steckenden Mädchen zu diesem zerstörten, grausamen und eiskalten Racheengel furchtbar und sehr sehr traurig zu beobachten ist. Aber es ist gleichzeitig sehr verständlich und nachvollziehbar. In so einer schrecklichen Situation wie Fiannas gibt es wohl nur zwei mögliche Haupt-Alternativen, die ich persönlich mir vorstellen kann: entweder zerbrechen, apathisch werden, den Verstand verlieren und irgendwann an der Qual sterben - oder alle Emotionen einfrieren, immer härter werden und mit dem Gedanken an Vergeltung überleben. Ich würde wahrscheinlich ersteres (ich kann und will es mir gar nicht vorstellen) und Fianna "wählt" das zweite. Ich finde jedenfalls tatsächlich , dass sie diese Option bewusst wählt, denn sie hält sich an der Kälte in der Höhle fest, macht sie zu ihrer (auch inneren) Kraft und verhindert so gut es geht, diese Kälte zu verlieren, damit sie nicht "schwach" wird. Ich glaube, wenn sie zulassen würde, dass sie diese Kälte nicht mehr spürt, dann würde sie zusammenbrechen (zumindest jetzt in dem noch "frischen" Zustand). Mit der Zeit, kann ich mir vorstellen, kann diese Kälte und diese Härte zu ihrem zweiten selbstverständlichen "Ich" werden (es gab in Aventurien ja sicherlich keine Psychologen, die ihr helfen könnten, anders mit diesem Trauma umzugehen). Ich kann mir vorstellen, dass sie Tylstyr auch deshalb auf ihre Liste der Bösewichte aufnimmt, weil sie damit auch unbewusst verhindert, dass sie differenzieren könnte/müsste. Das würde (unnötige) Kraft kosten, wenn es nicht eindeutig nur die bösen Jungs gäbe, auf die sie ihre Vergeltung richtet - und diese Kraft zu unterscheiden hat sie momentan verständlicherweise nicht. Ich bin gespannt, wie sie sich entwickelt, was die Zeit evtl. bringt, vorausgesetzt, sie kann irgendwann den Ort verlassen. Nur wie wird sie ihn verlassen? Was wird sie dort zurücklassen?


    Ihre Vergeltung an Eigil war jedenfalls grausig zu lesen, aber ich gebe es auch zu, ich konnte ihre Genugtuung sehr gut nachempfinden. Mein Mitleid für ihn suche ich jetzt noch ...


    Eddrik finde ich wie die meisten von euch auch sehr interessant. Seine Fähigkeiten aus den Beobachtungen seine Schlüsse zu ziehen, hat mich auch an Sherlock denken lassen und schon hatte er das Gesicht von Benedict Cumberbatch ;) (was in Verbindung mit den bunten Klamotten ein seltsames Bild ergab ;D )


    Überraschend fand ich auch die Szene mit Hagrid, als er sich von seinem Sohn verabschiedet hatte. Das Bild ist mir auch gleich hängengeblieben, weil es so unerwartet war. Wenn ich dem Vater aufgrund seines vorherigen Verhaltens eines nicht zugetraut hätte, dann diesen kurzen emotionalen Moment. Aber allein die Information, dass Tylstyrs Mutter, die sehr liebevoll geschildert wird, ihren Mann liebte, zeigt ja eigentlich, dass Hagrid nicht immer so gewesen sein kann. Tylstyrs Erinnerungen an seine Mutter wirken auf mich jedenfalls nicht so, als wäre sie eine Frau gewesen, die ihren Verstand verloren hatte ... ;)


    Nun bin ich sehr gespannt, wie sich dieser Prolog auf das weitere Geschehen einfügen wird und freue mich auf den Hauptteil. :)


  • Schade, dass er z. B. nicht einfach nach drei Schlucken aus dem Horn so getan hatte, als wäre er umgefallen, dann wäre er wenigstens nicht wirklich ausgeknockt gewesen, sondern bei Sinnen geblieben und hätte dadurch auf unauffällige Weise noch aktiv werden können.


    Das ist eine wirklich gute Idee. Das wäre ja was gewesen, hätte sich Tylstyr daran gehalten.



    Vielleicht muss er auch erst eine für ihn noch schlimmere Situation durchstehen, um seine Passivität zu verlieren.


    Ich frage mich gerade, ob Tylstyr aktiver und agiler gewesen wäre, wenn die Jungmannen nicht Fianna sondern ihn eingesperrt und vergewaltigt hätten. Wahrscheinlich würde es aber seine duckmäuserische Haltung verstärken und er würde den ersten Weg gehen, den du beschrieben hast:


    ... zerbrechen, apathisch werden, den Verstand verlieren und irgendwann an der Qual sterben -



    Ich kann mir vorstellen, dass sie Tylstyr auch deshalb auf ihre Liste der Bösewichte aufnimmt, weil sie damit auch unbewusst verhindert, dass sie differenzieren könnte/müsste. Das würde (unnötige) Kraft kosten, wenn es nicht eindeutig nur die bösen Jungs gäbe, auf die sie ihre Vergeltung richtet - und diese Kraft zu unterscheiden hat sie momentan verständlicherweise nicht.


    Als sie auf dem Weg zu Eigil ist, denkt sie ja auch, dass sie nie wieder einem Mann trauen wird. Ich kann mir vorstellen, dass sie sich auf Zweckgemeinschaften mit Männern einlässt, aber von Liebe wird glaube ich nicht mehr die Rede sein. Vielleicht schwört sie den Männern auch gänzlich ab und wird (ist) lesbisch. Entspreche zwar dem Klischeedenken des pubertierenden, männlichen Rollenspielers, aber wer weiß.



    Eddrik finde ich wie die meisten von euch auch sehr interessant. Seine Fähigkeiten aus den Beobachtungen seine Schlüsse zu ziehen, hat mich auch an Sherlock denken lassen und schon hatte er das Gesicht von Benedict Cumberbatch ;) (was in Verbindung mit den bunten Klamotten ein seltsames Bild ergab ;D )


    Eddrik ist für mich weniger ein hochfunktioneller Soziopath, aber das ist ein lustiger Vergleich. :D Für mich sieht er aus wie Leonardo da Vinci aus der Assassins-Creed-Reihe.


  • Schade, dass er z. B. nicht einfach nach drei Schlucken aus dem Horn so getan hatte, als wäre er umgefallen, dann wäre er wenigstens nicht wirklich ausgeknockt gewesen, sondern bei Sinnen geblieben und hätte dadurch auf unauffällige Weise noch aktiv werden können. So hat er sich mal wieder gefügt bis zum Schluss.


    Da hast Du recht. Eventuell kann man ihm zugute halten, dass er von der Situation überrascht wurde - sowohl davon, Fianna vorzufinden, als auch vom Auftauchen seines Tutors und dann von der Aufforderung, den Mannfäller zu leeren. Er muss immer sofort reagieren.



    (es gab in Aventurien ja sicherlich keine Psychologen, die ihr helfen könnten, anders mit diesem Trauma umzugehen).


    Es gibt Geweihte des Gottes Boron, die der Heiligen Noiona folgen. Diese Geweihten haben sich der Seelenheilkunde verschrieben. Der Boronkult ist aber in Thorwal unbedeutend, womit auch diese Geweihten selten sein dürften. In Havena, dem Heimathafen der Goldener Anker, kann das schon anders aussehen ...



    Ich kann mir vorstellen, dass sie Tylstyr auch deshalb auf ihre Liste der Bösewichte aufnimmt, weil sie damit auch unbewusst verhindert, dass sie differenzieren könnte/müsste.


    Eine interessante Überlegung. Wenn so extreme Dinge geschehen, ist man leicht versucht, alles über einen Kamm zu scheren. Ein Richter, der den (Rechts-)Frieden wahren will, müsste aber differenzieren zwischen Haupttätern, Mitläufern, Mitwissern ...



    Ihre Vergeltung an Eigil war jedenfalls grausig zu lesen, aber ich gebe es auch zu, ich konnte ihre Genugtuung sehr gut nachempfinden.


    Ich habe den Eindruck, der Prolog funktioniert so, wie er soll - jedenfalls in dieser Leserunde.
    Ich glaube, das klappt auch nur, weil man als Leser vorher das Grauen, das Fianna widerfährt, mit durchlebt. Wüsste man von all dem nichts und der Einstieg wäre zum Beispiel aus Eddriks Perspektive erfolgt, der nach dem Winter nach Stainakr kommt, hätte man nur eine ungefähre Vorstellung vom Verbrechen am Strand. Dann wird der Schüler eingesammelt und man findet einen grausam zugerichteten Jüngling am Strand, von Krebsen zerfressen.
    Da wäre bestimmt die Empathie bei Eigil gewesen, nicht bei seiner Mörderin.



    Überraschend fand ich auch die Szene mit Hagrid, als er sich von seinem Sohn verabschiedet hatte. Das Bild ist mir auch gleich hängengeblieben, weil es so unerwartet war. Wenn ich dem Vater aufgrund seines vorherigen Verhaltens eines nicht zugetraut hätte, dann diesen kurzen emotionalen Moment.


    Sehr schön, mitzubekommen, wie sich da die Wahrnehmung der Figur erweitert ... :)



    Ich frage mich gerade, ob Tylstyr aktiver und agiler gewesen wäre, wenn die Jungmannen nicht Fianna sondern ihn eingesperrt und vergewaltigt hätten. Wahrscheinlich würde es aber seine duckmäuserische Haltung verstärken und er würde den ersten Weg gehen, den du beschrieben hast:


    Bislang gab es Einigkeit in der Leserunde, dass Fianna eine außergewöhnlich starke junge Frau ist, weil sie am Geschehen nicht zerbricht.
    Wenn das weiterhin Konsens ist, ist auch klar, dass nicht jeder außergewöhnlich stark sein kann - sonst wäre es ja nicht mehr außergewöhnlich. ;)
    Wenn man annimmt, dass Tylstyr eben eher ein Typ ist "wie du und ich", dann folgt daraus, dass er wohl an dieser Belastung über Monate hinweg zerbrochen wäre.
    Das Attribut "duckmäuserisch" sehe ich da fehl am Platze - aber wie geht das den anderen in der Leserunde?



    Vielleicht schwört sie den Männern auch gänzlich ab und wird (ist) lesbisch. Entspreche zwar dem Klischeedenken des pubertierenden, männlichen Rollenspielers, aber wer weiß.


    Genau: Wer weiß? Wir haben ja noch einige Seiten vor uns ... ;)

  • Tylstyr ist meiner Meinung nach einfach ein Opfer seiner Gesellschaft, in der er aufgewachsen ist. Er ist noch jung und sucht Orientierung. Da seine Mutter früh verstorben ist, sucht er vermutlich in Eddrik seine Ersatzfamilie. Aber ich denke, er hat nicht falsch gehandelt, weil er Fianna nicht direkt befreit hat. Sondern er ist einfach hin- und her gerissen zwischen dem, was sein Volk von ihm erwartet und dem, was sein freischaffender Geist eigentlich will. Ausserdem hätte Fianna dann nicht ihren Mann stehen und sich selbst befreien können. ;) :D Mich würde es auch noch interessieren, wie sich sich befreit hat. Die Hommage an Arya finde ich einerseits passend, da die Ähnlichkeit der zwei Kämpferinnen nicht zu übersehen ist, jedoch freue ich mich eher über eigenständige Ideen in Romanen als Anlehnungen an große Fantasywerke.
    Ich stimme euch zu, dass es schön ist, dass auch der Humor in diesem Buch nicht zu kurz kommt!


  • ...
    Das Attribut "duckmäuserisch" sehe ich da fehl am Platze - aber wie geht das den anderen in der Leserunde?


    Ich will hier nicht behaupten, dass er sich "duckmäuserisch" verhält, während er vergewaltigt wird. Ersetzt es durch "passiv", "nicht auffallen wollen" oder Ähnlichem und hängt euch nicht an dem Wort auf.


  • Bislang gab es Einigkeit in der Leserunde, dass Fianna eine außergewöhnlich starke junge Frau ist, weil sie am Geschehen nicht zerbricht.
    Wenn das weiterhin Konsens ist, ist auch klar, dass nicht jeder außergewöhnlich stark sein kann - sonst wäre es ja nicht mehr außergewöhnlich. ;)


    Die Entscheidung, welcher Charakter wie stark ist, liegt aber auch in den Händen der Autoren. ;) Ihr hättet ja auch zwei außergewöhnlich starke Charaktere einführen können. Mit Beorn und Phileasson ist s ja auch nicht anders.


  • Ausserdem hätte Fianna dann nicht ihren Mann stehen und sich selbst befreien können. ;) :D


    Dramaturgisch ist das eine absolut valide Überlegung: Wenn einer Figur die entscheidenden Taten abgenommen werden, kann man sie nicht aktiv zeigen und sie wirkt blass. Ich denke, mit Fianna haben wir eine starke Frauenfigur gezeichnet.



    Ich will hier nicht behaupten, dass er sich "duckmäuserisch" verhält, während er vergewaltigt wird. Ersetzt es durch "passiv", "nicht auffallen wollen" oder Ähnlichem und hängt euch nicht an dem Wort auf.


    Einigen wir uns "normal" oder auf "im Rahmen des Erwartbaren agierend". ;)

  • [quote author=Bernard]


    Ich muss gestehen, ich habe das einfach so akzeptiert, dass sich Finna von selbst befreien konnte,


    Diese Theorie ist auch nach wie vor im Rennen ... ;)
    [/quote]



    Ich kam hier auch nicht auf die Idee, dass ihr jemand geholfen haben könnte. Ich glaube auch jetzt noch, dass sie alleine da raus gekommen ist. Sie ist ja nicht "einfach so" raus geklettert, sondern bei dem Versuch auch schon schwer gestürzt. Aber dass sie gestürzt ist, hat mir eigentlich gezeigt, dass es ihr möglich war, Höhe zu gewinnen und deshalb glaube ich, dass sie beim nächsten Versuch erfolgreich war. Ihre verzweifelte Situation und das Wissen, dass dieser Versuch vielleicht ihre einzige Chance sein wird, bevor ihre Peiniger wieder kommen, mobilisiert bestimmt Kräfte, von denen man nicht glaubt, dass man sie hat. Und ich kann mir vorstellen, dass sie durch ihre Fechtübungen vorher auch nicht gerade unbeweglich war und sich ihr Körper in dieser Notsituation vielleicht wieder an eine gewisse "Sportlichkeit" erinnert hat und instinktiv gearbeitet hat.


    Wenn ihr allerdings tatsächlich jemand geholfen haben sollte, dann hat sie sich wohl nicht daran erinnert, denn kein Gedanke von ihr lässt dies vermuten. Jemand von den Jungs kommt dabei für mich nicht in Frage, von den Dorfbewohnern dann wohl eher eine Frau/Mädchen, die/das zufällig oder durch Verfolgung der Jungs das Versteck gefunden hat. Ein anderer Überlebender erscheint mir nicht so logisch, denn dann hätten sie sich ja danach zusammentun können, aber Fianna war ja alleine unterwegs. Nun, ich bin gespannt, ob wir das noch genauer erfahren, aber wie gesagt, ich glaube, sie hat das tatsächlich alleine geschafft.



    Da hast Du recht. Eventuell kann man ihm zugute halten, dass er von der Situation überrascht wurde - sowohl davon, Fianna vorzufinden, als auch vom Auftauchen seines Tutors und dann von der Aufforderung, den Mannfäller zu leeren. Er muss immer sofort reagieren.


    Ja, vielleicht bräuchte er einfach mehr Zeit, um sich mit den jeweiligen Situationen erst mal auseinandersetzten zu können, Mut zu fassen und zu überlegen, was man am besten tun könnte. Dann hätte er vielleicht andere Lösungen gefunden. Sich Eddrik anzuvertrauen, das könnte er also noch machen, aber ich glaube, das hat er nicht mehr getan. Es kommt ja auch irgendwann ein Punkt, bei dem man zu lange gewartet hat, um noch etwas sagen zu können.



    Es gibt Geweihte des Gottes Boron, die der Heiligen Noiona folgen. Diese Geweihten haben sich der Seelenheilkunde verschrieben. Der Boronkult ist aber in Thorwal unbedeutend, womit auch diese Geweihten selten sein dürften. In Havena, dem Heimathafen der Goldener Anker, kann das schon anders aussehen ...


    Dann würde ich mir wünschen, dass Fianna von solch einem Geweihten Hilfe bekommen könnte.


  • Jemand von den Jungs kommt dabei für mich nicht in Frage, von den Dorfbewohnern dann wohl eher eine Frau/Mädchen, die/das zufällig oder durch Verfolgung der Jungs das Versteck gefunden hat.


    Und dieses Mädchen hat dann Angst vor der eigenen Courage bekommen und ist verschwunden, bevor Fianna es entdecken konnte? Das könnte sein - sicher würde die Befreierin im Dorf nicht als solche bekannt werden wollen, schließlich hätte sie dann die Jungmannen gegen sich ...
    Der Gedanke gefällt mir - aber ob es so war oder nicht, verrate ich nicht. ;)



    Es kommt ja auch irgendwann ein Punkt, bei dem man zu lange gewartet hat, um noch etwas sagen zu können.


    Nach dem Motto: "Wieso hast du nicht eher damit herausgerückt?" Ja, vermutlich wird es nach einem gewissen Punkt eher schwieriger als leichter, über so etwas zu sprechen - und besonders gern wird man die Erinnerung ja auch nicht hervorholen.


  • Und dieses Mädchen hat dann Angst vor der eigenen Courage bekommen und ist verschwunden, bevor Fianna es entdecken konnte? Das könnte sein - sicher würde die Befreierin im Dorf nicht als solche bekannt werden wollen, schließlich hätte sie dann die Jungmannen gegen sich ...


    Ja genau. Heraus helfen und dann nichts wie weg ... Die Solidarität mit einem anderen Mädchen ist sicherlich sehr groß, aber wenn ich an die Jungmannen und auch den Dorfvorsteher denke, könnte ich verstehen, dass sie spätestens bei dem Gedanken an ihn dann endet.