02 - Seite 46 bis 83 ("Fianna beobachtete den Neuen ..." - Ende Prolog)

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  • Schade, dass er z. B. nicht einfach nach drei Schlucken aus dem Horn so getan hatte, als wäre er umgefallen, dann wäre er wenigstens nicht wirklich ausgeknockt gewesen, sondern bei Sinnen geblieben und hätte dadurch auf unauffällige Weise noch aktiv werden können.


    Das wäre wirklich eine gute Idee gewesen, wobei ich gestehen muss, dass ich garantiert in dem Moment auch nicht daran gedacht hätte. Ich bin eher der Mensch, dem später immer die guten Ideen erst einfallen und nicht dann, wenn ich sie brauche :-[



    In so einer schrecklichen Situation wie Fiannas gibt es wohl nur zwei mögliche Haupt-Alternativen, die ich persönlich mir vorstellen kann: entweder zerbrechen, apathisch werden, den Verstand verlieren und irgendwann an der Qual sterben - oder alle Emotionen einfrieren, immer härter werden und mit dem Gedanken an Vergeltung überleben. Ich würde wahrscheinlich ersteres (ich kann und will es mir gar nicht vorstellen) und Fianna "wählt" das zweite. Ich finde jedenfalls tatsächlich , dass sie diese Option bewusst wählt, denn sie hält sich an der Kälte in der Höhle fest, macht sie zu ihrer (auch inneren) Kraft und verhindert so gut es geht, diese Kälte zu verlieren, damit sie nicht "schwach" wird. Ich glaube, wenn sie zulassen würde, dass sie diese Kälte nicht mehr spürt, dann würde sie zusammenbrechen (zumindest jetzt in dem noch "frischen" Zustand). Mit der Zeit, kann ich mir vorstellen, kann diese Kälte und diese Härte zu ihrem zweiten selbstverständlichen "Ich" werden (es gab in Aventurien ja sicherlich keine Psychologen, die ihr helfen könnten, anders mit diesem Trauma umzugehen). Ich kann mir vorstellen, dass sie Tylstyr auch deshalb auf ihre Liste der Bösewichte aufnimmt, weil sie damit auch unbewusst verhindert, dass sie differenzieren könnte/müsste. Das würde (unnötige) Kraft kosten, wenn es nicht eindeutig nur die bösen Jungs gäbe, auf die sie ihre Vergeltung richtet - und diese Kraft zu unterscheiden hat sie momentan verständlicherweise nicht. Ich bin gespannt, wie sie sich entwickelt, was die Zeit evtl. bringt, vorausgesetzt, sie kann irgendwann den Ort verlassen. Nur wie wird sie ihn verlassen? Was wird sie dort zurücklassen?


    Damit drückst du genau das aus, was ich auch beim Lesen empfunden habe, nur mit besseren Worten als ich.



    Seine Fähigkeiten aus den Beobachtungen seine Schlüsse zu ziehen, hat mich auch an Sherlock denken lassen und schon hatte er das Gesicht von Benedict Cumberbatch ;) (was in Verbindung mit den bunten Klamotten ein seltsames Bild ergab ;D )


    Für mich sieht Eddrik deutlich älter aus, weiß auch nicht warum ;D

  • Ja genau. Heraus helfen und dann nichts wie weg ... Die Solidarität mit einem anderen Mädchen ist sicherlich sehr groß, aber wenn ich an die Jungmannen und auch den Dorfvorsteher denke, könnte ich verstehen, dass sie spätestens bei dem Gedanken an ihn dann endet.


    Diese Überlegungen hören sich auch plausibel an, ich bin jetzt echt gespannt auf die Auflösung.

  • Bei der Szene mit Tylstyr und Fianna hatte ich kurz den Eindruck, dass Fianna bereits resigniert und aufgegeben hätte. Sie blickte durch Tylstyr teilnahmslos hindurch. Aber weit gefehlt, sie befreit sich in ihrem Zustand aus eigener Kraft aus der Höhle. Dass ihr jemand bei der Flucht geholfen haben könnte, kam mir nicht in den Sinn. Ausser natürlich Tylstyr, indem er eine Fessel gelöst hatte.


    Mit Eigil hatte ich keinerlei Mitleid. Unglaublich, welche Kraft noch in Fianna steckte nach all dem was sie durchmachen musste. Jetzt sinnt sie nur noch auf Rache. Dumm nur, dass Tylstyr jetzt auch eines ihrer Ziele ist. Ich hätte allerdings auch nicht gewusst, wie er dem Sauftest hätte entkommen können. Er wollte den Dorfbewohnern und vor allem Hagrid beweisen, dass er kein Versager ist. Genützt hat ihm das Ganze allerdings nicht viel.


    Auch im zweiten Abschnitt hat Tylstyr bei mir nicht viel gewonnen, er macht auf mich einen äußerst passiven und damit schwachen Eindruck. Er hat Glück, dass er in Eddrick einen so starken Mentor hat. Hoffentlich kann Eddrick ihm noch einiges mit auf den Weg geben.


    Auch wenn Hagrid für einen Moment zeigt, dass er nicht nur Verachtung für Tylstyr empfindet, gewinnt er bei mir keinerlei Sympathiepunkte. Er ist trotzdem ein Vollidiot.


    Ich bin jetzt sehr gespannt auf die Hauptgeschichte (und auf Fiannas' Rachefeldzug >:D).

    Liebe Grüße Claudia

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  • Bei der Szene mit Tylstyr und Fianna hatte ich kurz den Eindruck, dass Fianna bereits resigniert und aufgegeben hätte. Sie blickte durch Tylstyr teilnahmslos hindurch.


    Ja, bei der Szene war ich auch überzeugt davon, dass sie resigniert hat.

  • Das wäre wirklich eine gute Idee gewesen, wobei ich gestehen muss, dass ich garantiert in dem Moment auch nicht daran gedacht hätte. Ich bin eher der Mensch, dem später immer die guten Ideen erst einfallen und nicht dann, wenn ich sie brauche :-[


    Die Idee wäre wirklich gut gewesen, ich wäre bestimmt auch erst hinterher darauf gekommen ...


  • ...Überhaupt sind die Stainakr ganz schön was am Saufen, ihr Bedarf an Met scheint ja ziemlich hoch zu sein, man hat das Gefühl, dass die Dorfbewohner die meiste Zeit betrunken sind. Ich habe mir überlegt, ob sie sich damit ihre Situation schöntrinken wollen? Und in der Gruppe ist es nochmal so schön. Ich will nicht wissen, ob der Eine oder Andere, gerade von den Jungmann, nachts alleine in seinem Bett nicht von seinem Gewissen heimgesucht wird. Dann lieber das Gewissen im Met ertrinken, das betäubt so schön.


    Ich persönlich habe nicht den Eindruck, als würde sich hier irgendjemandes Gewissen melden, im Gegenteil. Es scheinen für mich alle stolz darauf zu sein, was sie getan haben.
    Im vorigen Abschnitt haben wir auch über die Motivation gesprochen, dass die Kogge auf die Felsen gelockt wurde, um das Überleben des Dorfes zu sichern. Hier wird mit Gelagen meiner Meinung nach ganz schön verschwenderisch mit Essen und Trinken umgegangen. Das macht für mich die Tat im Nachhinein noch abscheulicher und wirkt auf mich so, als wollte sich Stainakr nur bereichern.



    Eddrik finde ich einen sehr spannenden Charakter: zuerst dachte ich, ob er eigentlich lebensmüde ist, als er Warulf verbal herausfordert. Ich habe schon damit gerechnet, dass sie Eddrik umbringen und Tylstyr gleich dazu bzw. dem Jungen gerade noch die Flucht gelingt. Aber dann stellt sich heraus, dass er doch ganz schön clever ist, wie er sich das alles zusammengereimt hat, was mit der Goldenen Anker passiert sein könnte. Es ist zwar sehr gefährlich, dieses Wissen gegenüber Warulf auszuspielen, aber auch ihre einzige winzige Chance, lebend aus Stainakr wegzukommen.


    Hier sprichst du mir aus der Seele. Eddrik ist wirklich sehr spannend. Er ist charmant, gefühlvoll, witzig und klug. Fast schon ein bißchen zu perfekt.
    Als er in das Langhaus eingeladen wird, habe ich ehrlich gesagt ganz schön um ihn gebangt, denn er war der erste Charakter, der mir wirklich sympathisch vorkam und der auch endlich mal etwas vollständig richtig macht. Ich wollte nicht, dass er gleich wieder verschwindet. Schön, dass das auch am Strand dann nicht passiert ist. Denn wenn jemand sagt: "Ich hab alles im Griff.", bedeutet das oft das Gegenteil. ;)


    Die Rache an Eigil:


    Er hat es mit Sicherheit verdient bestraft zu werden, auf welche Weise vermag ich nicht zu beurteilen. Ich finde es in dieser Situation für Fianna sehr vertretbar Selbstjustiz zu üben. Sie geht sehr grausam zu Werke, was verständlich ist, schließlich kommt ihr ganzer Hass zum Ausdruck. Was mich überrascht hat war ihre Souveränität und ihre Kaltblütigkeit. Auch wenn sie lang überlegen konnte, wie sie es den Jungmannen heimzahlt, konnte sie doch nicht genau kalkulieren, wie sich die Situation entwickeln würde. Auch das mit dem Möwenknochen kommt mir hier auch nicht wirklich geplant vor...


    Die Verabschiedung Tylstyr´s von seinem Vater:


    Um ehrlich zu sein. Diese Situation lies mich völlig kalt und hat mich nicht wirklich bewegt. (Am Anfang dachte ich sogar, dass Eddrik ihn durch Magie beeinflusst hat, diesen Gedanken habe ich aber dann wieder verworfen.)
    Hagrid mag seine Gründe haben, warum er zu dem Mann geworden ist, den man hier kennenlernt, aber das rechtfertigt für mich nicht sein Verhalten gegenüber seinem Sohn.
    Im Grunde müsste er froh sein, seinen "Taugenichts-Abkömmling" los zu sein, stattdessen wird er sentimental...zu spät in meinen Augen. Ich nehme es ihm auch irgendwie nicht ab.


    Ich finde es furchtbar, wenn Menschen sich anderen Menschen gegenüber jahrelang mies verhalten, obwohl ihnen unterbewusst/bewusst klar ist, dass ihnen die "gehasste" Person doch am Herzen liegt. Aber sie zeigen es nie.
    Erst wenn es zu spät ist, kommen sie dann darauf, dass man sich hätte ändern können oder dass man doch etwas anders machen hätte können und jammern dann rum über die ungenutzten Gelegenheiten. Das ist hier zwar nicht ganz so krass der Fall, aber meiner Meinung hat Hagrid seinem Sohn schon zu viel Leid zugefügt, um jetzt noch glaubwürdig versichern zu können, dass er ihm alles Gute wünscht.

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

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  • Sie geht sehr grausam zu Werke, was verständlich ist, schließlich kommt ihr ganzer Hass zum Ausdruck. Was mich überrascht hat war ihre Souveränität und ihre Kaltblütigkeit. Auch wenn sie lang überlegen konnte, wie sie es den Jungmannen heimzahlt, konnte sie doch nicht genau kalkulieren, wie sich die Situation entwickeln würde. Auch das mit dem Möwenknochen kommt mir hier auch nicht wirklich geplant vor...


    Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass die Art und Weise der Selbstjustiz in dieser Form von Fianna geplant war. Sie sah den Balken im Wasser, die Krebse und dann die Kette mit den Möwenknochen. Dann nahm alles seinen Lauf und fügte sich zusammen.


  • Mit Eigil hatte ich keinerlei Mitleid.



    Er hat es mit Sicherheit verdient bestraft zu werden, auf welche Weise vermag ich nicht zu beurteilen. Ich finde es in dieser Situation für Fianna sehr vertretbar Selbstjustiz zu üben. Sie geht sehr grausam zu Werke, was verständlich ist, schließlich kommt ihr ganzer Hass zum Ausdruck.


    Ich vermute, daran hat entscheidenden Anteil, dass man die vorherigen Geschehnisse als Leser miterlebt hat. Diese Ambivalenz wollten wir auch erzeugen: ein im Grunde bestialischer Mord - und dennoch eine Tat, die man nicht rundheraus verurteilt, weil man das Motiv nachvollziehen kann.



    Auch im zweiten Abschnitt hat Tylstyr bei mir nicht viel gewonnen, er macht auf mich einen äußerst passiven und damit schwachen Eindruck.


    Denkst Du, Fianna hätte sich früher oder später auch ohne seine Hilfe befreit? Oder war sein Beitrag entscheidend?



    Im vorigen Abschnitt haben wir auch über die Motivation gesprochen, dass die Kogge auf die Felsen gelockt wurde, um das Überleben des Dorfes zu sichern. Hier wird mit Gelagen meiner Meinung nach ganz schön verschwenderisch mit Essen und Trinken umgegangen. Das macht für mich die Tat im Nachhinein noch abscheulicher und wirkt auf mich so, als wollte sich Stainakr nur bereichern.


    Jedenfalls scheint es ihnen nach der aus ihrer Sicht erfolgreichen Aktion mit der Kogge nicht mehr schlecht zu gehen - zumindest nicht im Moment.



    Auch wenn sie lang überlegen konnte, wie sie es den Jungmannen heimzahlt, konnte sie doch nicht genau kalkulieren, wie sich die Situation entwickeln würde. Auch das mit dem Möwenknochen kommt mir hier auch nicht wirklich geplant vor...


    Die genaue Situation konnte sie ganz sicher nicht planen, also muss zumindest ein Teil ihrer Tat improvisiert sein. Andererseits hat sie in den Monaten im Loch sicher einige Elemente, die sie nun nutzt, in Erfahrung gebracht oder bereits vorher gewusst: Die Jungmannen tragen ständig ihre Halsketten mit den Möwenknöchelchen, also könnte Fianna überlegt haben, was man damit so anstellen kann. Dass sie sich noch immer in der Nähe des Meers befindet, wird sie an der Brandung gehört haben. Vermutlich hat man ihr ab und zu gefangene Krebse zu essen gegeben. Und Zeit zum Nachdenken und Pläne Schmieden hatte sie auch ...



    Um ehrlich zu sein. Diese Situation lies mich völlig kalt und hat mich nicht wirklich bewegt.


    Ich selbst hatte auch nicht mit einer starken Wirkung dieser ruhigen Szene gerechnet - bin dann aber umso positiver überrascht, dass sie in der Leserunde bei einigen so punkten konnte. ;)


  • Denkst Du, Fianna hätte sich früher oder später auch ohne seine Hilfe befreit? Oder war sein Beitrag entscheidend?


    Ich denke schon, dass Tylstyrs' Hilfe entscheidend für die Flucht war. Möglich, dass Fianna sich über kurz oder lang selbst befreit hätte. Vielleicht durch eine Unachtsamkeit ihrer Peiniger. Trotzdem ist das Verhalten von Tylstyr den Prolog über zu abwartend und zurückhaltend, als dass er für mich zum Sympathieträger wird.

    Liebe Grüße Claudia

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  • Auch wenn sie lang überlegen konnte, wie sie es den Jungmannen heimzahlt, konnte sie doch nicht genau kalkulieren, wie sich die Situation entwickeln würde. Auch das mit dem Möwenknochen kommt mir hier auch nicht wirklich geplant vor...



    Die genaue Situation konnte sie ganz sicher nicht planen, also muss zumindest ein Teil ihrer Tat improvisiert sein. Andererseits hat sie in den Monaten im Loch sicher einige Elemente, die sie nun nutzt, in Erfahrung gebracht oder bereits vorher gewusst: Die Jungmannen tragen ständig ihre Halsketten mit den Möwenknöchelchen, also könnte Fianna überlegt haben, was man damit so anstellen kann. Dass sie sich noch immer in der Nähe des Meers befindet, wird sie an der Brandung gehört haben. Vermutlich hat man ihr ab und zu gefangene Krebse zu essen gegeben. Und Zeit zum Nachdenken und Pläne Schmieden hatte sie auch ...


    Ja, das mag sein, dass sie hier lange drüber nachgedacht hat, wie sie vorgehen wird. Es hat für mich beim lesen nicht so gewirkt.
    Ich frage mich nur, warum sie nicht auf Nummer sicher geht. Klar, will sie, dass er genauso leidet wie sie, aber es besteht doch immer noch die Gefahr, dass ihn vorher jemand findet und evtl. rettet.
    Natürlich ist das aufgrund seiner Verletzungen und der Abgeschiedenheit unwahrscheinlich, aber ich denke, dass sie seinen Tod doch auch miterleben will, um die Genugtuung und Erleichterung zu erfahren, wenn er stirbt.

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  • Hier wird mit Gelagen meiner Meinung nach ganz schön verschwenderisch mit Essen und Trinken umgegangen. Das macht für mich die Tat im Nachhinein noch abscheulicher und wirkt auf mich so, als wollte sich Stainakr nur bereichern.


    Stimmt, der sehr großzügige Umgang mit den Nahrungsmitteln und Getränken ist mir auch negativ aufgefallen.



    Denn wenn jemand sagt: "Ich hab alles im Griff.", bedeutet das oft das Gegenteil. ;)


    Da hast du recht, ich dachte an der Stelle auch nur: "Na, hoffentlich." Ein wenig hatte ich auch die Befürchtung, dass er mit diesem Satz hauptsächlich Tylstyr und sich selber Mut zusprechen wollte.


  • Ich denke schon, dass Tylstyrs' Hilfe entscheidend für die Flucht war. Möglich, dass Fianna sich über kurz oder lang selbst befreit hätte. Vielleicht durch eine Unachtsamkeit ihrer Peiniger.


    Das denke ich ebenfalls - eine mögliche Befreiung hätte sonst garantiert noch länger auf sich warten lassen, so, wie sie gefesselt war.

  • Ein wirklich spannender zweiter Leseabschnitt :).
    Ich bin so froh, das Fianna sich selbst befreien konnte. Mutig diesen Aufstieg zu wagen, den die Jungmänner nur mit Seil bewerkstelligt haben. Eine sehr eindrückliche Szene. Ich stand ganz auf der Seite dieser gepeinigten Frau. Kein Funken Mitleid hatte ich für Eigil übrig. Und dann lebt er sogar noch, wenn auch nicht mehr für lange.
    Schade, das am Ende offen bleibt, was mit Fianna ist, bzw wo sie sich versteckt.
    Wieso glaubt Tylstyr eigentlich an die Rache von wiedergekehrten Toten? Er weiß doch, das Fianna nicht mehr in ihrem 'Gefängnis' sitzt. Da müßte er doch nur eins und eins zusammenzählen.
    Jetzt werde ich das ganze Buch über hoffen, etwas neues von Fianna zu hören. Ihr hoffentlich vielleicht sogar wieder zubegegnen. Ein cleverer Schachzug von euch :).


    Die Bewohner von Stainakr machen es einem wirklich leicht sie zu verachten. Wie sie Eddrik behandeln ist zum Kotzen. Ich bin froh, das es jetzt eine endgültige Trennung gibt, und Tylstyr wohl nicht ins Dorf zurückkommen kann.
    Er ist also ein Reisender, und will es auch sein. Eddrik ist wirklich ein guter Meister.
    Der Vater hat also doch noch ein paar Gefühle für seinen Sohn Tylstyr übrig. Das war schön zu sehen. Damit verstehe ich sein Verhalten allerdings noch weniger. Wieso behandelt Hagrid seinen Sohn so mies? Er ist doch eh nur zu Besuch. Er geht also auf alle Fälle wieder. Da könnte er ihn etwas freundlicher behandeln. Na was solls. Vielleicht höre ich ja noch mal von ihm.


    Eddrik ist ein wundersamer Magier. Irgendwie ist er cool. Er läßt sich nicht einschüchtern. Angst vor Menschen scheint er nicht zu kennen. Er hat eine herrliche Kombinationsgabe. Wie er aus dem Verhalten der Dorfbewohner herausgefunden hat, was passiert ist, ist klasse. Das hatte ein bißchen was von Sherlock.
    Ich mag den Alten. Wieso er allerdings den Hetmann noch gewarnt hat, will mir nicht so ganz in den Kopf. Immerhin scheint hier jemand ja so eine Art Vergeltung zu üben.


    Jetzt bin ich sehr gespannt, wie es weiter geht... :lesen:

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Ich bin so froh, das Fianna sich selbst befreien konnte. Mutig diesen Aufstieg zu wagen, den die Jungmänner nur mit Seil bewerkstelligt haben. Eine sehr eindrückliche Szene. Ich stand ganz auf der Seite dieser gepeinigten Frau. Kein Funken Mitleid hatte ich für Eigil übrig.


    Mich freut, dass hier in der Leserunde durchaus Verständnis für die Bluttat aufkommt. Im wahren Leben würden wir solch einen Foltermord natürlich alle ablehnen, das ist klar. Aber in der Welt des Buchs und mit Fiannas Hintergrund scheint er nachvollziehbar zu sein. :)



    Wieso glaubt Tylstyr eigentlich an die Rache von wiedergekehrten Toten? Er weiß doch, das Fianna nicht mehr in ihrem 'Gefängnis' sitzt. Da müßte er doch nur eins und eins zusammenzählen.


    Er weiß, dass sie nicht mehr im Gefängnis ist - aber traut er ihr die Ausführung dieser Tat zu?



    Die Bewohner von Stainakr machen es einem wirklich leicht sie zu verachten.


    Ich finde interessant, dass es auch in Bezug auf die Strandpiraterie der Dörfler (anders als in Bezug auf die Freiheitsberaubung mit Vergewaltigung) ein gewissen Verständnis in der Leserunde gibt. Du gehörst aber zu denjenigen, die ihre Tat aber rundheraus verurteilen, wenn ich Dich richtig verstehe?



    Der Vater hat also doch noch ein paar Gefühle für seinen Sohn Tylstyr übrig. Das war schön zu sehen. Damit verstehe ich sein Verhalten allerdings noch weniger.


    Weiter oben kam die Vermutung auf, dass er ein wenig (wenn auch nicht als Hauptmotiv) auch möchte, dass aus Tylstyr jemand wird, der im Leben auf eigenen Beinen steht und zurecht kommt. Deswegen soll er so hart werden, wie ein Erwachsener nach Hagrids Meinung sein soll. Vor allem wird Hagrid aber schlicht verbittert sein.



    Das hatte ein bißchen was von Sherlock.


    Auch da bist Du nicht der Einzige - der Vergleich scheint nicht gerade fern zu liegen ... ;)



    Wieso er allerdings den Hetmann noch gewarnt hat, will mir nicht so ganz in den Kopf. Immerhin scheint hier jemand ja so eine Art Vergeltung zu üben.


    Ja, schon ... Aber es gibt ja den Spruch "das gönnt man seinem schlimmsten Feinde nicht", und bei lebendigem Leibe von Krebsen aufgefressen zu werden, könnte durchaus in diese Kategorie fallen ...


  • Ja, schon ... Aber es gibt ja den Spruch "das gönnt man seinem schlimmsten Feinde nicht", und bei lebendigem Leibe von Krebsen aufgefressen zu werden, könnte durchaus in diese Kategorie fallen ...


    Tatsächlich? Ich habe gerade darüber nachgedacht, diese Methode in meiner Racheliste mir ungeliebter Personen mit aufzunehmen ;-)

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Tylstyrs Vorsatz, Fianna zu befreien, scheitert an Eddriks Auftauchen und den darauf folgenden Ereignissen - aber immerhin löst er ihre Fesseln. Das ist für mich der entscheidende Faktor, durch den Fianna eine Flucht ermöglicht wird. Sie schafft es aus eigener Kraft, aus ihrem Gefängnis herauszukommen - aber ohne das Lösen der Fesseln hätte sie das nicht tun können. Trotzdem setzt sie Tylstyr auf ihre Racheliste, denn er hat sie auf eine ganz andere Art verletzt als die anderen. Tiefer. Weil er ihr Hoffnung gemacht, aber nicht erfüllt hat. Auch wenn sie niemandem mehr traut, hat sie gehofft - und wurde enttäuscht. Auf mich wirkt es so, als ob sie sich deshalb auch besonders intensiv an ihm rächen will - und ihr die Umstände bzw. Gründe, warum er nicht gekommen ist, völlig egal sind.


    Fianna ist zu einer eiskalten Person geworden, in der nur noch Platz für ihre Rache ist. Wird das so bleiben oder gibt es noch einen anderen Weg für sie? Mit Eigil hatte ich kein bisschen Mitleid und konnte die Tat nachvollziehen, allerdings hat mich ihre Kaltblütigkeit ... überrascht wäre das falsche Wort, aber mir ist bei dieser Tat schon eine Gänsehaut über den Rücken gewandert und es war ein klein wenig unheimlich. Genau in dem Moment habe ich mich dann auch wieder an meine leisen Bedenken erinnert, was das Buch betrifft.


    Tylstyr verliert hier bei einigen ja an (teilweise auch gar nicht vorhandenen) Sympathiepunkten, aber ich kann sein Verhalten nachvollziehen - er steckt da ja auch einfach in einer emotionalen Zwickmühle. Auch wenn er sich bewusst ist, dass er nicht mehr hierher gehört und nicht wieder zurückkehren wird, so ist er doch mit diesem Dorf verbunden. Er hätte es als Verrat empfunden, wenn er Eddrik dort gleich alles erzählt hätte - oder auch nur ein bisschen, weil dieser so gut zwischen den Zeilen lesen kann. Er will seinen Vater nicht ständig vor den Kopf stoßen - er will kein Blut vergießen, aber Alkohol ist eine völlig andere Sache (nur hätte er bei dem Namen vielleicht mit den Auswirkungen rechnen können, allerdings wirkt er auf mich nicht wie der Typ, der anderen glaubhaft etwas vorspielen kann). Nicht jeder kann ein Held sein, sonst wären diese ja auch keine Besonderheit mehr. Ich frage mich gerade nur, ob man zurückhaltendere Menschen viel leichter als unsympathisch einstuft - wenn ich an manche Reaktion hier denke ...


    Die Reaktion von Tylstyrs Vater beim Abschied macht mich ja etwas skeptisch. Ich hatte erst gedacht, dass das noch eine Auswirkung von Eddriks Magie ist. Vielleicht um dem Jungen eine gute Erinnerung zu geben - ein Zeichen, dass ihn sein Vater trotz allem liebt. Für eine "echte" Reaktion war mir der Wechsel zu krass. Es gab vorher einfach keine Andeutung in diese Richtung - oder habe ich sie übersehen? So ist diese emotionale Reaktion natürlich überraschender. Und sie könnte auch deutlich machen, wie verbittert Hagrid ist, wenn es auf mich denn glaubhafter wirken könnte. In dem Moment war das leider nicht so.


    Eddrik wirkte im ersten Moment fast schon zu perfekt für mich, glücklicherweise hat er aber auch Kanten. Und zumindest sein Kleidungsstil kommt auch in Thorwal nicht bei allen gut an und ist Anlass für Diskussionen. Das klang für mich zumindest nach einem wunden Punkt, er widersetzt sich ja den Gewandungsvorschriften. Ich mag sein aufmerksames und ruhiges Wesen, er wirkt wie ein Fels in der Brandung - mit seiner eigenen ganz speziellen Art. Und während bei der Szene mit dem Tut-Ohr meine Stirn auf den Schreibtisch geknallt ist, konnte ich über Eddriks sprachliche Gewandtheit grinsen - zum Beispiel über "Forscher der kryptischen Tiefen unserer Psyche". Ich bin gespannt, ob wir ihn im Hauptteil wieder begegnen ...


    Tylstyr als "Reisender" muss doch einfach im Hauptteil auftauchen, dort rechne ich auch mit Bjarne. Und nach Fianna werde ich auch Ausschau halten ... (Das Personenregister habe ich nicht gelesen, weil ich mich überraschen lassen möchte, wer es in den Hauptteil schafft.)


  • Trotzdem setzt sie Tylstyr auf ihre Racheliste, denn er hat sie auf eine ganz andere Art verletzt als die anderen. Tiefer. Weil er ihr Hoffnung gemacht, aber nicht erfüllt hat. Auch wenn sie niemandem mehr traut, hat sie gehofft - und wurde enttäuscht.


    Eine interessante Sicht, durchaus nicht unbegründet: Leute, denen man sich öffnet, können einen besonders empfindlich verletzen.



    Mit Eigil hatte ich kein bisschen Mitleid und konnte die Tat nachvollziehen, allerdings hat mich ihre Kaltblütigkeit ... überrascht wäre das falsche Wort, aber mir ist bei dieser Tat schon eine Gänsehaut über den Rücken gewandert und es war ein klein wenig unheimlich. Genau in dem Moment habe ich mich dann auch wieder an meine leisen Bedenken erinnert, was das Buch betrifft.


    Genau diese Reaktion - Verständnis und trotzdem Gänsehaut - ist wohl der Traum vieler Autoren. Meiner auch. :)
    Was die Bedenken zum Buch angeht: Vorerst haben wir Euch lange genug in die Dunkelheit geführt - jetzt ist es an der Zeit für ein bisschen Wärme und nette Erlebnisse.
    ;)



    Nicht jeder kann ein Held sein, sonst wären diese ja auch keine Besonderheit mehr.


    Ich glaube aus der Leserunde entnehmen zu können, dass wir einige haben, die lieber klar geschnittene Figuren haben, die eindeutig gut oder eindeutig böse sind, mit allenfalls leichten Schattierungen. In Nordwärts gibt es auch solche Leute, aber eben in der Mehrzahl Menschen, die ihre Widersprüche in sich tragen. Die sind dann weder Held noch Schurke, auch wenn sie manchmal zu Außergewöhnlichem (in beiden Richtungen) fähig sind.



    Die Reaktion von Tylstyrs Vater beim Abschied macht mich ja etwas skeptisch. ... Für eine "echte" Reaktion war mir der Wechsel zu krass. ... Und sie könnte auch deutlich machen, wie verbittert Hagrid ist, wenn es auf mich denn glaubhafter wirken könnte. In dem Moment war das leider nicht so.


    Überlesen hast Du vermutlich nichts - alle anderen sind von dieser Reaktion ja auch überrascht. ;)
    Welches Motiv könnte Hagrid denn für seine Reaktion haben, wenn er sie nicht ehrlich meinte?



    Eddrik ... zumindest sein Kleidungsstil kommt auch in Thorwal nicht bei allen gut an und ist Anlass für Diskussionen. Das klang für mich zumindest nach einem wunden Punkt, er widersetzt sich ja den Gewandungsvorschriften.


    Das wäre ihm außerhalb Thorwals übrigens nur an wenigen Orten in Aventurien möglich, denn diese Gewandungsvorschriften wurden von den Magiergilden für ihre Mitglieder erlassen. Die aventurische Geschichte ist voll von Rangeleien zwischen den Magier-Organisationen, den Kirchen, den weltlichen Herrschern und dem Volk. Irgendwann hat man sich weitgehend darauf geeinigt, dass Magier nicht mehr deswegen hingerichtet werden, weil sie Magier sind. Sie müssen sich aber auf bestimmte Art kleiden, damit jeder sofort weiß, dass er es mit einem Magier zu tun hat. In manchen Gegenden ist das ein Vorteil für den Magier, in anderen betrachtet man ihn mit Vorbehalten.
    In Thorwal hat man es schon immer eher ulkig gefunden, dass man im Süden solche Regeln aufstellt ...

  • Ich musste gestern auch noch den Prolog fertig lesen.
    Nun habe ich noch alle Kommentare gelesen und hatte schon die Befürchtung, dass ich allein mit meiner Meinung bin, was Tylstyr betrifft, aber dann kam doch noch Seychella. Mir ist Tylstyr sehr sympathisch und er tut mir sehr leid. Jedes Kind liebt seine Eltern und möchte von diesen wieder geliebt werden, egal was die Eltern tun. Es gehört sehr viel dazu, dass diese Elternliebe zerstört wird. Bei Tylstyr ist sie noch nicht zerstört. Er würde so gern von seinem Vater geliebt werden. Deshalb ist dieser letzte Satz seines Vaters für ihn so wichtig. Der Vater weiß, dass sein Sohn in diesem Dorf nie anerkannt werden würde, auch wenn er es bestimmt bis zuletzt gehofft hat, denn wer sieht schon gern sein Kind für immer weggehen. Auch das Zurückhalten durch Eddrik, ist wichtig, keine Umarmung, die der Sohn als Zeichen von Zuneigung empfinden würde, aber der Vater als weibisch ansieht. Damit wurde Tylstyr nochmal gezeigt, dass es nicht an ihm liegt, sondern an den Bedingungen unter denen sein Vater lebt, dass er keine Zeichen der Liebe erfahren konnte. Der Vater musste ja eine nette Ader haben, warum sonst hieße er Hagrid?


    Wie sollte Tylstyr handeln? Ich ärgere mich immer, wenn in Büchern die Charaktere überstürzt und sinnlos handeln. Sollte er seinen Jugendfreund umbringen und die Gefangene gleichretten? Wohin dann mit ihr? Eine Diskussion mit dem Jungmann wäre sinnlos gewesen. Ich finde, er hat im Rahmen seiner Möglichkeiten das Richtige getan. Auch sein Schweigen gegenüber seinem Lehrer ist völlig nachvollziehbar. Wenn nun der Lehrer das Dorf angezeigt hätte? Sicher wären die Bewohner streng bestraft worden, eventuell auch mit der Todesstrafe und dann wäre er schuld am Tod der Menschen und vor allem seines Vaters. Er konnte nicht wissen, wie sein Lehrer reagieren würde. Wenn er einen Fehler machte und man erfuhr, dass es das Mädchen gab bevor er sie in Sicherheit bringen konnte (dabei frage ich mich, ob eine solche Option real existiert hätte, denn die Jungmannen hätten sicher alles abgesucht, um sie zu finden und der Verdacht der Befreiung wäre schnell auf Tylstyr gefallen, wenn auch nur, dass er sie für sich allein haben wollte. Er hätte nicht zu trinken brauchen? Was sind hier alles für Widerständler in der Leserunde. Ein 15jähriger, der sich und seinen Lehrer in Gefahr bringt, nur weil er ablehnt zu trinken? Er hatte abgelehnt zu töten und das hat ihn schon in große Gefahr gebracht. Er war schon verdächtig und für die anderen eine Gefahr, die sie gern auslöschen würden. Wie sehr mußte der Vater sich da schon einsetzen, dass man seinen Sohn nicht auch umgebracht hat und sogar erlaubte, dass er gehen durfte? Logischer wäre gewesen, beide zu töten, Tylstyr und seinen Lehrer, damit nichts nach außen dringt. Dass beide gehen konnten ist wohl doch der Magie Edriks zu verdanken, der scheinbar viel mächtiger ist, als er nach außen zeigt.
    Fianna, ich gebe zu, dass ich ein paar Stellen übersprungen habe, als es um die Vergewaltigung ging. Ich habe versucht, mich davon fern zu halten. Es reicht aber, um ihren hass zu verstehen, auch den auf Tylstyr. Ja, eine Hoffnung, die nicht erfüllt wird kann schlimmer sein, als andere Qualen, vor allem, wenn man das andere nur durchsteht, indem man sich eine Mauer formt, sich zurückzieht. Hoffnung holt einen ans Tor der Mauer und macht verletzlich. Allerdings hoffe ich, dass sie irgendwann auch sieht, dass Tylstyr helfen wollte und hat. Die Fesseln zu lösen war für ihn auch schon eine große Leistung, denn was wäre gewesen, wenn der andere beschlossen hätte, auch noch einmal herunter zu gehen? Die gelösten Fesseln wären möglicherweise auch ein Grund gewesen, Tylstyr umzubringen. Schadlos wäre das sicher nicht an ihm vorbei gegangen. 'Und er hat sich nicht an ihrer Qual beteiligt. Sie müßte also merken, dass er nicht zu den Tätern gehört.
    Allerdings im Moment ist sie ein Geist aus der Flasche, dessen Rachegedanken mit jedem Tag, jeder Stunde stärker geworden sind. Ich kann sie verstehen und mein Mitleid mit dem Schlitzmaul hält sich auch in Grenzen. Aber ich habe Mitleid mit ihr.
    Opfer zu sein muss schrecklich sein und es ist wohl nur der Gedanke an Rache, der da aufrecht hält, wenn keine andere Aufgabe ist, die stark genug ist, auszuhalten und Fluchtpläne zu schmieden. Die Rache wird sie aber viel kosten und das tut mir leid. Wenn sie die Rache wirklich so auslebt, dann wird sie zu dem, was sie bekämpft und das finde ich schade. Ein Leben, das der Rache gewidmet ist, wird leer, sobald diese beendet ist. (Ich denke da immer an den Film "Spiel mir das Lied vom Tod"') Ansonsten hoffe ich auch, dass wir sie wieder sehen und sie vor allem nicht in die Hände ihrer Peiniger fällt.
    Die Frage, wie sie bei Kräften geblieben ist und wie sie mit dem gebrochenen Arm (oder auch nur verstaucht) so kämpfen konnte. Vermutlich hatte sie Glück, dass er betrunken war. Eigentlich hätte ich gedacht, dass Muskelschwund eingetreten ist. Vermutlich werdet ihr mir aber sagen, dass regelmäßiger Geschlechtsverkehr auch als Stärkung dienen kann. War sie deshalb so "gut".
    Ich finde sie wirklich stark. Für ihr Alter ist sie außergewöhnlich. Sie verhält sich eigentlich eher wie eine ausgebildete Agentin.


    Das Gelage im Dorf bestätigt mir übrigens, dass sie nicht wirklich aus Not so gehandelt haben, sondern einfach weil das ihre Lebensart ist. Strandräuber eben.