01 - Seite 5 bis 45 (Beginn Prolog bis "... der angenehme Teil ...")

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

  • Ich nehme vielleicht das von Dir skizzierte Gegensatzpaar extremer wahr, als von Dir beabsichtigt. Ich lese da: "Wenn man sich zwischen Selbsterhaltung und Hilfsbereitschaft entscheiden muss (und nur eines von beiden wählen darf) - was zählt dann mehr?"
    In einer solchen Situation ist die Entscheidung für die Hilfsbereitschaft sehr edel - aber wenn sie gleichzeitig eine Entscheidung gegen die Selbsterhaltung ist, dann ist sie zugleich die letzte Entscheidung, die derjenige trifft - er geht dann zwangsläufig ins Martyrium.


    Die Gegensätze sind sicher extrem und mögen in der Theorie auch in Graustufen diskutierter sein. Aber was ist wenn es nicht nur Theorie ist. Das ist jetzt natürlich wirklich weit weg von eurem Buch, aber nehmen wir ein typisches heutiges Beispiel und verleihen wir dem Thema etwas Praxis:
    Irgendeine größere Gruppe Idioten die suspekt aussehen und vielleicht, oder auch nicht, bewaffnet sind, belästigen Abends an einer einsamen Bushaltestelle einen schwächeren Menschen. Über verbale Provokation sind sie schon hinaus. In dem Moment kommst du um die Ecke weil du auch zu dieser Bushaltestelle musst und bist ziemlich alleine. Was machst du? Helfen und selbst ins Schussfeld geraten oder ignorieren, umdrehen und den nächsten Bus nehmen?
    Man wäre sicher nicht der erste Mensch der an dieser Stelle dank Hilfsbereitschaft sein Leben lässt und Morgen als Held in der Zeitung steht; leider ohne es selbst noch lesen zu können. Andererseits wäre der Andere auch nicht der erste Mensch der in so einer Situation durch unterlassene Hilfeleistung sein Leben lässt. Was also würdest du tun?
    Ich gebe zu ich selbst war zum Glück noch nie in solcher extremen Situation und ich hoffe ich werde niemals eine erleben. Denn um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung was ich tun würde. Ich bin da absolut auf deiner Seite! Man wünscht sich es gäbe Graustufen die man wählen könnte...
    Aber! In einem Roman will ich Charaktere sehen die über sich hinauswachsen. Die sich eben genau in solche Situationen hineinstürzen in denen eben Helden gemacht werden und nicht zurückweichen. :barbar:


    Übrigens, es ist vielleicht schon aufgefallen, aber ich diskutiere gern in hypothetischen Extremen. Graustufen kann doch jeder :D


    [quote author=Bernard]...Unabhängig davon: klar, wenn einem gerade die Knochen in einem Schraubstock gebrochen werden, gewinnt man dem Leben vermutlich nur noch wenige positive Seiten ab. Aber wenn man ein paar Jahre später mit verkrüppeltem, aber nicht mehr schmerzendem Fuß darauf zurückblickt, denkt man vermutlich: "Gut, dass ich damals nicht gestorben bin."[/quote]
    Man kennt ja solche Storys aus der Geschichte zuhauf. Vielleicht geht das jetzt auch nur mir so, aber wenn ich Fotos von so etwas sehe oder irgendwas davon lese könnte ich mich neben den Rechner setzen und erst mal eine Runde weinen. Das einzige an was ich dann denken kann ist zu wünschen, diese Menschen hätten was auch immer ihnen passiert ist niemals erleben müssen.


    Zitat

    Ich glaube nicht, dass man jemandem, der so Schreckliches wie Fianna erlebt hat, so etwas wie einen "Gnadenschuss" geben sollte. Vielmehr meine ich, dass auch für sie noch die Möglichkeit auf glückliche Momente, Stunden, Tage, Jahre besteht.


    So hatte ich das auch nicht gemeint. Das Unglück ist ja nun einmal geschehen. Ich wünschte einfach nur aus der Tiefe meines Herzens, dass ihr es nicht passiert wäre. Sie nun zu töten machte ja aus dem Unrecht auch nicht wieder Recht.


    Zitat


    In Aventurien gibt es, glaube ich, sogar die Möglichkeit, das Gedächtnis löschen zu lassen (Boron ist ein Gott, der diesen Aspekt verkörpert, und er hat zwar nicht in Thorwal, aber doch in anderen Gegenden eine sehr starke Gemeinde). Die Frage ist nur, ob Fianna das wollen würde - oder ob sie trotz Schmerz an der Erinnerung festhalten würde, die sie formt, vielleicht auch, um durch ihre Rache so etwas wie Gerechtigkeit zu erzwingen.


    Das ist ein interessanter Aspekt.. Ob Fianna das wollen würde könnt nur ihr als ihre Erschaffer beantworten ;)
    Ich denke aber, dass sie durch ihre Folter eine unglaubliche Charakteränderung durchgemacht hat. Ich bezweifle dass diese im Falle einer Gedächtnisslöschung rückgängig gemacht werden kann. Also wahrscheinlich ist sie dann immer noch verzweifelt und rachsüchtig, weiß aber nicht mehr warum und gegen wen. Ob das ein besserer Zustand ist ist auch fraglich.


  • Übrigens, es ist vielleicht schon aufgefallen, aber ich diskutiere gern in hypothetischen Extremen. Graustufen kann doch jeder :D


    Aber bitte nicht zu sehr abschweifen oder sich an Details festbeißen, denn wir wollen schon beim Buch bleiben und auch den Figuren der Geschichten auch zugestehen, dass sie sind, wie sie erschaffen wurden. ;)

  • [nach Heimfinderins Moderations-Hinweis habe ich meine Antwort auf die Frage nach meinem Verhalten in der hypothetischen Situation gelöscht.]



    So hatte ich das auch nicht gemeint. Das Unglück ist ja nun einmal geschehen. Ich wünschte einfach nur aus der Tiefe meines Herzens, dass ihr es nicht passiert wäre. Sie nun zu töten machte ja aus dem Unrecht auch nicht wieder Recht.


    Das nicht, aber wenn die Aussicht wirklich wäre, dass das Opfer auch nach der Tat nur Leid, Leid und nochmals Leid empfände und keinen einzigen glücklichen Moment mehr im Leben hätte - dann wäre auch nach der Tat der Tod nur noch eine Erlösung. Ich traue aber jedem Menschen zu, dass er Einfluss auf das eigene Leben nimmt und dieses zum Positiven wendet - auch das Opfer eines solchen Verbrechens möchte ich da nicht entmündigen.
    Den Wunsch, das Unrecht wäre nie geschehen, wird jeder teilen - aber diese Option besteht ja nach begangener Tat nicht mehr.



    Ich denke aber, dass sie durch ihre Folter eine unglaubliche Charakteränderung durchgemacht hat. Ich bezweifle dass diese im Falle einer Gedächtnisslöschung rückgängig gemacht werden kann. Also wahrscheinlich ist sie dann immer noch verzweifelt und rachsüchtig, weiß aber nicht mehr warum und gegen wen. Ob das ein besserer Zustand ist ist auch fraglich.


    Eine interessante Überlegung - könnte sein, dass es sich so entwickeln würde ...


  • [nach Heimfinderins Moderations-Hinweis habe ich meine Antwort auf die Frage nach meinem Verhalten in der hypothetischen Situation gelöscht.]


    Ich will euch nicht die Diskussion natürlich nicht nehmen, wenn ihr das gerne weiter besprechen möchtet. :)


  • [nach Heimfinderins Moderations-Hinweis habe ich meine Antwort auf die Frage nach meinem Verhalten in der hypothetischen Situation gelöscht.]


    Das ist natürlich Schade. Aber Heimfinderin hat ja recht und ich entschuldige mich für den Umweg den ich in diesem Thread genommen habe.


    Kann man dich, Bernard, dazu animieren die Frage vielleicht im Allgemeinen Fragethread noch einmal aufzugreifen? Mich würde deine Antwort wirklich sehr interessieren. :)

  • Aber bitte nicht zu sehr abschweifen oder sich an Details festbeißen, denn wir wollen schon beim Buch bleiben und auch den Figuren der Geschichten auch zugestehen, dass sie sind, wie sie erschaffen wurden. ;)


    Um was gings gleich nochmal? ;) ;D

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen