08: Seite 361 - Seite 409 (Kap. 15 - einschl. Kap. 16)

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 361 bis Seite 409 (Kapitel 15 "Ygôdas Bürger" - einschl. Kapitel 16 "Im Palast") schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Ich sitze hier in Rothenburg ob der Tauber und finde es ist ein fantastisches Städtchen um in diesem Buch zu lesen. Es atmet Mittelalter.
    Der König dieser Stadt scheint ein kluger Mann zu sein. Aber was nutzt alle Klugheit wenn man ruhm-und machtsüchtige Menschen um sich hat.
    Seine Tochter sollte sie uns leid tun? Mir tut sie nicht leid und ich bin froh dass der Prinz sie nun doch nicht heiraten muss. Sicher ist das schwer wenn man nicht gut aussieht, aber deshalb muss man nicht fressen und sich so arrogant und dumm benehmen. Die Art wie sie über das Volk in der Tiefe spricht finde ich absolut daneben und genau das verhindert mein Mitleid. Der König ist mit ihr vermutlich mehr bestraft als mit seiner Krankheit. Ich vermute, dass diese Tochter in sehr viel Respekt kostet. Mit dem König habe ich Mitleid.
    Eivora benimmt sich für mich wieder sehr jugendlich. Vorsichtig ausgedrückt. Warum diskutiert sie ihre Lage nicht in Ruhe mit ihrem Mitstreiter? Sie befiehlt in einer Art, dass ich sie fast trotzig mit einem Fuß aufstampfen sehe. Dann schießt sie auch noch zu früh und vermasselt den Plan fast wieder. Außerdem braucht sie sehr lange bis ihr einfällt das ja Gewitter da ist. Die Prinzessin scheint sie in keiner Weise als Konkurrenten zu empfinden. Kann ich gut verstehen. Ob diese wollte dass Eivora Mitleid mit ihr hat ,oder ist es nur Neugier auf das Leben der anderen Frau?
    Der König läßt sich erpressen. Könnte sein, dass die Prinzessin bald keine mehr ist.

  • Auge ist ein typischer Gangster. Das, was ihn unterscheidet ist, dass er scheinbar seinen Sohn nach oben bringen will. Es ist aber wohl bekannt, woher dieser kommt und ich denke es ist wie immer: Solange man die Gangster braucht, werden sie in der Gesellschaft geduldet.Aber eben nur dann und nur geduldet. Mir hat gut gefallen, dass Nirto Auge kurz mal Angst gemacht hat. Das hat vermutlich auch einen Betrug gar nicht erst denkbar gemacht. Andererseits hoffe ich, dass die beiden nicht wieder in Auges Hand sind und dann einen solchen Fehler gebrauchen könnten. Er wird ihn kein zweites Mal machen.
    Die politische Lage des Dunkelvolkes erinnert mich sehr an "Die Eiserne Ferse" von Jack London. Machtlos und hoffnungslos.

  • Ach ja, nun wissen wir auch, was die Dämonen wollen. Mit Fiafilas Hilfe können Sie einem Gott drohen. Als Priesterin konnte sie das nicht und die Dämonen allein könnten es auch nicht. Aber sie war als Priesterin schon weit offen für das übersinnliche und mit Hilfe dämonischer Kraft kommt sie sogar näher an ihren ehemals eigenen Gott. Ist das zynisch oder dialektisch?
    Schlimm finde ich, dass nach so kurzer Zeit schon keinMitleid mehr für den Jungen unddieGänse ist, dass sie das Mädchen nicht versteht, obwohl sie weiß, dass der Junge nicht ohne sehr starke Beeinflussung gehandelt hat.

  • Und endlich holen wir die Ereignisse im Prolog ein. Nun wissen wir nicht nur, wie es kam, dass Nirto und Eivora allein in der Stadt unterwegs sind, sondern auch, wer ihnen den Auftrag zum Diebstahl der Brosche gegeben hat. Ich finde es interessant, dass sich mein Eindruck vom Prolog bestätigt. Die Brosche ist in der Tat nicht so viel wert, sie ist nur ein Mittel zum Zweck, damit das Dunkelvolk ihnen hilft.


    Die Beschreibung von Ygôda habe ich sehr gerne gelesen. Der Kontrast zwischen dem Leben des Dunkelvolks und den Oberen erinnerte mich teilweise an die Situation bei der Französischen Revolution. Prinzessin Irûna wirft gutes Essen einfach weg, deklariert es als ungenießbaren Abfall, weil die Köche aufgrund der Belagerungssituation nicht mehr genug Pfeffer haben, um es für ihren Geschmack ausreichend zu würzen. Ich hatte den Eindruck ein verzogenes, tyrannisches Kleinkind vor mir zu haben und nicht eine erwachsene Frau. Ganz ehrlich, Gonter kann froh sein, dass er nicht von seinem Vater gezwungen wurde, sie zu heiraten. Und nach diesem Abschnitt hoffe ich auch mal, dass es danach auch nicht mehr dazu kommt. Ich finde die Prinzessin furchtbar und das liegt nicht an ihrem wenig ansprechenden Äußeren.

    Und was ist das überhaupt für eine Augenbrauen-Mode??? :o Wie furchtbar! Wie kommt man auf eine solche Idee, Bernd?


    Der Aufbau der Stadt ist sehr interessant. Oben und unten wirken zunächst streng getrennt voneinander und im Konflikt wegen der Armut unten und dem Überfluss und der Dekadenz oben, aber wie sich nun herausstellt, sind sie auch abhängig voneinander. Ohne das Wasser, dass das Dunkelvolk nach oben schafft, könnten die Oberen nicht existieren und ohne das Essen, dass die Oberen herunterlassen - oder wie die Prinzessin einfach herunterwerfen -, würde das Dunkelvolk verhungern. Obwohl es bislang funktioniert, wirkt das ganze für mich wie ein Pulverfass und die Lunte wurde durch die Belagerung gezündet. Ygôda wirkt auf mich wie eine Stadt, die in ihrem Hochmut nicht bemerkt, dass sie ihren besten Zeiten schon hinter sich hat und zum Untergang verdammt ist.


    Ich freue mich, dass Eivora, Gonter und Nirto jetzt wieder zusammen sind. Und endlich erfahren wir auf S. 362 (immerhin) auch, wie der Blitzstein aussieht. Darauf war ich schon sehr gespannt. Der Gewittersturm kommt genau zur rechten Zeit. Und darüber hinaus kommt der wiedererlangte Blitzstein nun endlich auch zum Einsatz, auch wenn wir bislang seine Wirkung nur aus der Ferne beobachten dürfen. Welche Verheerungen kann er anrichten? Ich denke, das erfahren wir im nächsten Abschnitt. :D


    Es siegt nicht die Gerechtigkeit, sondern die oder der Stärkere, wie der Zweikampf von Pirlitu und Leronn zeigt. Und der Unterlegene stirbt. Ich finde, der Zweikampf unterstreicht noch einmal ganz gut die harte Welt, in der die Geschichte spielt.


    Wir nähern uns dem Ende des Romans und ich bin echt gespannt auf die letzten beiden Abschnitte und wie es ausgeht. Ich wage mal eine Prognose, dass Ygôda besiegt wird. Wer am Ende lebt oder stirbt, könnte ich jetzt nicht sagen. Da lasse ich mich überraschen. 8)

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"


  • Ich sitze hier in Rothenburg ob der Tauber und finde es ist ein fantastisches Städtchen um in diesem Buch zu lesen. Es atmet Mittelalter.
    Der König dieser Stadt scheint ein kluger Mann zu sein. Aber was nutzt alle Klugheit wenn man ruhm-und machtsüchtige Menschen um sich hat.
    Seine Tochter sollte sie uns leid tun? Mir tut sie nicht leid und ich bin froh dass der Prinz sie nun doch nicht heiraten muss. Sicher ist das schwer wenn man nicht gut aussieht, aber deshalb muss man nicht fressen und sich so arrogant und dumm benehmen. Die Art wie sie über das Volk in der Tiefe spricht finde ich absolut daneben und genau das verhindert mein Mitleid. Der König ist mit ihr vermutlich mehr bestraft als mit seiner Krankheit. Ich vermute, dass diese Tochter in sehr viel Respekt kostet. Mit dem König habe ich Mitleid.


    Ja, bezüglich des Fürsten und seiner Tochter empfinde ich ähnlich. Durch die Krankheit oder Verletzung - so ganz ist es ja nicht klar, was die Ursache ist -, wirkt er hilfebedürftig und mitleiderregend. Doch in einer Welt, in der sich die Stärkeren durchsetzen, wirkt er leider auch schwach. Ich fürchte, sein Ende ist bald gekommen.


    Wo die Prinzessin auf dem Boden lag und nicht mehr hochkam, hatte etwas von einem Slapstick-Moment. Etwas ins Lächerliche gezogen und zusätzlich mit ihren Äußerungen hat sie sich jeden Respekt verspielt. Bedenkt man, dass ihr Vater dazu noch auf einem wackligen Thron - äh, einer Trage - sitzt und dass sie alle Sympathien verspielt, dann warte ich nur noch auf das Messer aus dem Hinterhalt.

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"


  • Der König dieser Stadt scheint ein kluger Mann zu sein. Aber was nutzt alle Klugheit wenn man ruhm-und machtsüchtige Menschen um sich hat.


    Auch Genialität macht einsam ... ;D



    Sicher ist das schwer wenn man nicht gut aussieht, aber deshalb muss man nicht fressen und sich so arrogant und dumm benehmen.


    Prinzessin Irûna ist eine der ganz wenigen Figuren, bei denen ich jemand Konkretes vor Augen hatte. In diesem Fall war es ein Junge, den ich in meiner Jugend kannte und der ziemlich fettleibig war. Ich habe ihn viele Jahre später wiedergetroffen, da hatte er erheblich abgenommen, hat erzählt, er ginge jetzt gern ins Fitness-Studio etc.
    Damals war er aber richtig dick. Nach meiner Beobachtung hatte er zwei Möglichkeiten: Er konnte entweder ganz besonders nett und hilfsbereit gegenüber jedem sein, um dennoch akzeptiert zu werden. Oder er konnte sich ein dickes Fell zulegen und von sich aus jeden sozialen Kontakt abweisen, um damit den Zurückweisungen durch die anderen zuvorzukommen. Er hat sich für Letzteres entschieden.



    Die Prinzessin scheint sie in keiner Weise als Konkurrenten zu empfinden. Kann ich gut verstehen. Ob diese wollte dass Eivora Mitleid mit ihr hat ,oder ist es nur Neugier auf das Leben der anderen Frau?


    Im zweiten Leseabschnitt war auch Fiafila recht neugierig auf Eivora und überhaupt auf Frauen, die sich mit einer Waffe in der Hand behaupten - in dieser Fantasywelt ist das in vielen Gegenden unüblich (übrigens ein wesentlicher Unterschied zur Welt von Die Phileasson-Saga, wo Kriegerinnen ein gewohnter Anblick sind).



    Die politische Lage des Dunkelvolkes erinnert mich sehr an "Die Eiserne Ferse" von Jack London. Machtlos und hoffnungslos.


    Und dennoch gibt es auch innerhalb des Dunkelvolks Oben und Unten: Auge und Tsiglôn, der im Prolog mit seinen Tänzerinnen feiert, geht es sehr viel besser als anderen Dunkelvölklern.



    Schlimm finde ich, dass nach so kurzer Zeit schon keinMitleid mehr für den Jungen unddieGänse ist, dass sie das Mädchen nicht versteht, obwohl sie weiß, dass der Junge nicht ohne sehr starke Beeinflussung gehandelt hat.


    Ihr Tempel wurde geschändet und die Tempeldienerinnen gleich mit. Yra wurde ebenfalls brutal geschändet. Somit sieht sie in Ulv wohl "nur" den Täter, obwohl hier in der Leserunde bereits diskutiert wurde, dass er sein Schicksal möglicherweise auch nicht völlig frei gewählt hat.



    Ich finde es interessant, dass sich mein Eindruck vom Prolog bestätigt. Die Brosche ist in der Tat nicht so viel wert, sie ist nur ein Mittel zum Zweck, damit das Dunkelvolk ihnen hilft.


    :daumen:



    Prinzessin Irûna wirft gutes Essen einfach weg, deklariert es als ungenießbaren Abfall, weil die Köche aufgrund der Belagerungssituation nicht mehr genug Pfeffer haben, um es für ihren Geschmack ausreichend zu würzen. Ich hatte den Eindruck ein verzogenes, tyrannisches Kleinkind vor mir zu haben und nicht eine erwachsene Frau.


    Das ist sicher eine mögliche Deutung - aber ist es die Einzige?
    Ganz provokant gefragt: Denkt Ihr, das Dunkelvolk ist besser dran, wenn sie die Keule in die Tiefe wirft - oder wenn sie respektvoll redet, aber das Essen für sich behält?



    Und was ist das überhaupt für eine Augenbrauen-Mode??? :o Wie furchtbar! Wie kommt man auf eine solche Idee, Bernd?


    Ich hatte mal einen Freund, der sehr buschige Augenbrauen hatte und diese außen nach vorn gezwirbelt hat. Das hat mich nachhaltig beeindruckt.
    :D



    Der Gewittersturm kommt genau zur rechten Zeit.


    ... und nicht ganz zufällig. ;)



    Es siegt nicht die Gerechtigkeit, sondern die oder der Stärkere, wie der Zweikampf von Pirlitu und Leronn zeigt. Und der Unterlegene stirbt. Ich finde, der Zweikampf unterstreicht noch einmal ganz gut die harte Welt, in der die Geschichte spielt.


    Life's a bitch ... ;D



    Ygôda wirkt auf mich wie eine Stadt, die in ihrem Hochmut nicht bemerkt, dass sie ihren besten Zeiten schon hinter sich hat und zum Untergang verdammt ist.


    Ein Kommentator hat sich einmal über die Freiheitsstatue gewundert. Damit stellt man ein Denkmal für etwas auf, das es gar nicht gibt - "Freiheit". In der Realität existiert sie nicht für sich genommen, sondern nur in Verbindung mit konkreten Menschen - ein Mensch kann frei sein. Die Freiheit an sich ist aber nur eine Idee, die zudem noch sehr unterschiedlich gedeutet wird - ist es eine Einschränkung meiner Freiheit, wenn ich einem gleichgeschlechtlichen Paar eine Heiratsurkunde ausstellen muss (die Möglichkeit der Weigerung läuft im aktuellen US-Wahlkampf unter "religious freedom"), oder ist es vielmehr Ausdruck der Freiheit, wenn auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen?
    Mit Ygôda und seinen besten Zeiten ist es ähnlich, glaube ich. Was bedeutet es, wenn es "Ygôda gut geht"? Geht es dann allen Bürgern gut? Oder nur einigen? Welchen? Wenn es denjenigen dann einmal schlecht geht - zum Beispiel, weil die Stadt erobert wird und Gonter sie fortan für seinen Vater verwaltet - geht es dann vielleicht einigen besser als vorher? Sind das vielleicht sogar mehr, als es jetzt schlecht geht?
    Aber kann man einfach die Individuen zählen, denen es gut geht und ihnen diejenigen gegenüberstellen, denen es schlecht geht? Oder gibt es einige, die relevanter sind, weil sie es "mehr verdient haben (oder hätten)"?
    Oder ist diese ganze Perspektive falsch, und man muss von außen schauen: Welchen Einfluss haben die Entscheidungen, die in Ygôda getroffen werden, auf den Rest der Welt?


  • Das ist sicher eine mögliche Deutung - aber ist es die Einzige?
    Ganz provokant gefragt: Denkt Ihr, das Dunkelvolk ist besser dran, wenn sie die Keule in die Tiefe wirft - oder wenn sie respektvoll redet, aber das Essen für sich behält?


    Jetzt mal provokant zurückgefragt: Sind das denn die beiden einzigen Optionen, die sie hat? Wir haben ja schon erfahren, dass von oben Essen nach unten herabgelassen wird. Sie hätte die Keule also auch zurückgehen lassen können, damit sie den normalen Weg geht, statt sie achtlos herunterfallen zu lassen und zu erwarten, dass das Dunkelvolk sie aus dem Dreck aufliest wie Vieh. Sie wird ja auch vom Krieger (S. 365/366), also indirekt auch vom Vater, der die Anordnung gegeben hat, gerügt, WIE sie mit dem verschmähten Essen umgeht. Und ich denke, da spielt auch noch rein, dass Krieg herrscht und Nahrungsmittel knapp werden.



    Ich hatte mal einen Freund, der sehr buschige Augenbrauen hatte und diese außen nach vorn gezwirbelt hat. Das hat mich nachhaltig beeindruckt.
    :D


    :totlach:



    Mit Ygôda und seinen besten Zeiten ist es ähnlich, glaube ich. Was bedeutet es, wenn es "Ygôda gut geht"? Geht es dann allen Bürgern gut? Oder nur einigen? Welchen? Wenn es denjenigen dann einmal schlecht geht - zum Beispiel, weil die Stadt erobert wird und Gonter sie fortan für seinen Vater verwaltet - geht es dann vielleicht einigen besser als vorher? Sind das vielleicht sogar mehr, als es jetzt schlecht geht?
    Aber kann man einfach die Individuen zählen, denen es gut geht und ihnen diejenigen gegenüberstellen, denen es schlecht geht? Oder gibt es einige, die relevanter sind, weil sie es "mehr verdient haben (oder hätten)"?
    Oder ist diese ganze Perspektive falsch, und man muss von außen schauen: Welchen Einfluss haben die Entscheidungen, die in Ygôda getroffen werden, auf den Rest der Welt?


    Du stellst wieder mal schwere Fragen. Puh! ::)


    Du hast natürlich recht, wir können nicht einschätzen, ob es Ygôda unter normalen Bedingungen gut gehen würde bzw. was das heißt. Und Leute, denen es besser geht als anderen, gibt es selbstverständlich auch immer. Wir haben weder Einblick in die Zeit vor dem Krieg und der Belagerung noch sehen wir mehr als bruchstückhafte Momente der Stadt, von denen Eivora und Gonter uns berichten. Es fällt schwer, nach den Maßstäben deiner Welt zu beurteilen, ob das gut oder schlecht ist. Von der Rolle Ygôdas auf das Umland und den Rest der Welt einmal abgesehen. Wir erleben ja nur ein paar Viehhändler von der Fetten Ebene, die nun nicht mehr mit der Stadt Handel treiben können, plus dass die Stadt König Harlefs Expansionsdrang im Weg steht, der die Stadt auch wegen ihres Renommees haben will. Eine Wertung nach gut oder schlecht fällt da natürlich schwer.
    Aber andererseits zeigen uns Beispiele aus unserer Geschichte, wie Imperien stürzten. Und zu große Klüfte zwischen Arm und Reich oder Unterdrückung von vielen durch ein paar Mächtige sorgen über Kurz oder über Lang immer zu Aufständen und hin und wieder auch zu erfolgreichen Umstürzen. Durch die Haltung der Prinzessin und die "Schlaglichter", die Gonters und Eivoras Erlebnisse auf die Stadt werfen, fühle ich mich daran erinnert. Der Eindruck mag täuschen und ich kann selbstverständlich auch falsch liegen, aber wir haben nun mal leider nicht dieselben Maßstäbe zur Beurteilung wie der liebe Herr Autor. ;)

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"

  • Wir nähern uns dem Ende.


    Ygoda konnte ich mir sehr gut vorstellen. Die Malereien an den Wänden, das Bild der Harpyie all das sah ich vor meinem geistigen Auge. Was ich von den Adligen halten soll, weiß ich nicht....sie sind halt wie man sich solche Leute vorstellt. Ich weiß nicht, irgendwie habe ich die letzten 1-2 Abschnitte das Gefühl, dass mich die düstere Stimmung der Geschichte irgendwie "runterzieht". ich weiß, das klingt vielleicht blöd. Aber irgendwas schlägt mir da langsam auf's Gemüt. Vielleicht weil nun auch die für mich positiv besetzte Fiafila diesen bösen Gesellen mit sich herumschleppen muss und ich nun das Gefühl habe, dass sie mir entgleiten könnte in Form von ihre Unschuld geht verloren. Sie war irgendwie mein Licjht am Horizont in dieser finsteren Welt. Ich habe keine Erfahrung mit Dark Fantasy Geschichten. Sie fasziniert mich einerseits, andererseits betrübt mich die Geschichte allmählich wirklich. (Ich erwähnte ja, dass ich glaube ich etwas zart besaitet bin) Nun gut.


    Eivora macht für mich auch in diesem Abschnitt keine so tolle Figur. Gut, immerhin zeigt sie endlich mal wenigstens etwas Führungsstärke, aber dennoch fehlt mir bei Eivora irgendetwas. Etwas, was ich bei Fiafila zumindest bis hierhin immer finden konnte. Auch Gonter bleibt in diesem Abschnitt mal wieder blass. Er verschanzt sich hinter seinem Prinz-Dasein und bleibt daher zunäcst weiter unbehelligt. Eivora "rettet" dann ihren Prinzen. Hmm ich weiß nicht, diese Szene gefällzt mir einfach nicht. Gonter verliert wieder an Profil, hatte er doch erst kürzlich endlich an Schneid gewonnen.


    Ob Eivora die Lage nun so toll rettet in dem sie auf die gloreiche Idee kommt, den Blitzstein nun, da er sich ja endlich innerhalb der Mauern Ygodas befindet , auch zu benutzen, sei auch dahin gestellt. Schleißlich ist es doch einfach das Naheliegendste. Da musste man doch inicht erst drauf kommen, oder?


    Leronn stirbt auch kläglich. Und dann wird sein Leichenfett (wurgs) auch noich zu einem Schwertfeuer gereicht. (Habe ich erwähnt, dass mich all das runterzieht?) Irgendwie fehlt mir plötzlich ein Stück Hoffnung. Hoffnung auf etwas Gutes und Schönes. Ich bin förmlich erschöpft von all dem Sterben, Quälen, leiden.....ich weiß einfach nicht wie ich es erklären soll. Die Geschichte fasziniert mich wirklich und ich will immer wissen wie es weitergeht. Aber es ist nunmal doch eine sehr triste Welt.


    Ich denke ich habe das Problem, dass ich nicht durch die Augen der Söldner auf das Ganze blicken kann. Für mich steht der Mensch immer an 1. Stelle, doch hier werden wo nötig bereitwillig Kameraden geopfert oder deren Tod in Kauf genommen. Nun ja, es sind ja eben Söldner, die wussten auf was sie sich einließen und dennoch hegte ich immer die Hoffnung, es würde sie mehr miteinander verbinden. Ich habe ganz anders als Nicole, nicht das Gefühl, dass Eivora so eine tolle Führerin ist und auch nicht, dass sie gut auf ihre Leute aufpasst. Durch leichtfertige Fehler ihrerseits starben Deani und andere. Ja, das mag vorkommen in solch einer Unternehmung, trotzdem mir fehlt da mehr Zwischenmenschlichkeit.


    Auch der Tod von Ulv hat mich einfach erschüttert!!! Das belastet mich und macht mich fertig. Dieses Buch kostet Kraft und Stärke, doch ich will mich dem stellen. Zu sehr hänge ich an Fiafila und auch an Yra!


    Und dann Prinzessin Iruna! Sie wird ja wirklich als verfressene, fette Kuh dargestellt. Das gefällt mir irgendwie auch nicht. Sie erklärt ja, wieso sie so viel futtert. Mir tut sie einfach leid. Gefangen im goldenen Käfig. Und Nirto behandelt sie auch wie ein Stück Dreck. Immerhin stoppt Eivora ihn da.


    Das Dunkelvolk dagegen wirkt sympathisch auf mich, trotzen sie dieser unwirtlichen Welt doch wirklich etwas ab und machen das Beste aus ihrem erbärmlichen Leben. Das war sehr interessant zu lesen, wie diese Parallelwelt funktioniert. Da würde ich gerne noch mehr wissen.


    Man ahnt was nun kommt: Der Blitzstein ist in Position, es wird also dann wohl bald krachen und zu einem Ende kommen. Ichhoffe so sehr, dass wenigstens Fiafila sich Ignuto gegenüber behaupten kann und ihm mal zeigen wird, wer hier wen benutzt und beeinflusst. Noch glaube ich fest daran! Aber, ob der Autor nicht doch anderes im Sinn hat? Wo ist das Licht am Horizont? Gib mir ein bißchen Hoffnung, dass auch Söldner und Avatare ein Herz haben und es sich bewahren. Dass der ein oder andere wenihgstens erkennt, dass plündern und töten, sich bereichern nicht alles ist.


    Vielleicht schüttelt nun manch einer den Kopf und denkt, die spinnt doch. Was stellt die sich an o.ä aber es ist wirklich faszinierend wie unterschiedlich die Figuren von verschiedenen Lesern wahrgenommen werden.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

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  • Aber andererseits zeigen uns Beispiele aus unserer Geschichte, wie Imperien stürzten. Und zu große Klüfte zwischen Arm und Reich oder Unterdrückung von vielen durch ein paar Mächtige sorgen über Kurz oder über Lang immer zu Aufständen und hin und wieder auch zu erfolgreichen Umstürzen.


    Ja, das stimmt - aber ist ein Umsturz zwangsläufig etwas Schlechtes?
    Ich war einmal zehn Wochen in Indien unterwegs - dort sieht man den Zusammenbruch des britischen Empire allgemein recht positiv, ermöglichte er doch die Unabhängigkeit Indiens.



    Ich weiß nicht, irgendwie habe ich die letzten 1-2 Abschnitte das Gefühl, dass mich die düstere Stimmung der Geschichte irgendwie "runterzieht". ich weiß, das klingt vielleicht blöd. Aber irgendwas schlägt mir da langsam auf's Gemüt. Vielleicht weil nun auch die für mich positiv besetzte Fiafila diesen bösen Gesellen mit sich herumschleppen muss und ich nun das Gefühl habe, dass sie mir entgleiten könnte in Form von ihre Unschuld geht verloren. Sie war irgendwie mein Licjht am Horizont in dieser finsteren Welt. Ich habe keine Erfahrung mit Dark Fantasy Geschichten.


    Darf ich Dir noch einmal Prinz Gonter andienen - den sensiblen, aber kräftigen und mit dem Schwert durchaus durchsetzungsfähigen Herren?
    :flirt:
    Ich schreibe gern Dark Fantasy, weil dabei nicht garantiert ist, welche Seite gewinnt. Die Hauptfigur kann durchaus umkommen - gerade in einer Geschichte, in der es viele Figuren gibt, die die Geschichte weitertragen könnten. Aber natürlich muss sie nicht sterben - sie kann auch triumphieren.
    Und die Hauptfigur ist nicht zwangsläufig in allen Belangen "die Gute". Sie muss nur - wie jede Figur - eine Motivation für ihr Handeln haben.



    Eivora "rettet" dann ihren Prinzen. Hmm ich weiß nicht, diese Szene gefällzt mir einfach nicht. Gonter verliert wieder an Profil, hatte er doch erst kürzlich endlich an Schneid gewonnen.


    Da fand ich es beim Schreiben ganz Unterhaltsam, die typischen Geschlechterrollen einmal zu drehen. Stört Euch das?



    Schleißlich ist es doch einfach das Naheliegendste. Da musste man doch inicht erst drauf kommen, oder?


    Na ja ... Eigentlich wollten sie ja ein ganzer Trupp sein und den Blitzstein in Ruhe unentdeckt an einer Schwachstelle der Mauer positionieren. Dass die Bedingungen nun hundertprozentig ideal sind, darf man inzwischen wohl bezweifeln ... ;)
    Die Alternative wäre ja, das wertvolle Artefakt wieder aus der Stadt und damit zurück zur Legion zu bringen, um sich dann neu zu ordnen und einen neuen Vorstoß zu unternehmen.
    Was übrigens auch im ersten Exposé so stand ... ;)



    Ich denke ich habe das Problem, dass ich nicht durch die Augen der Söldner auf das Ganze blicken kann. Für mich steht der Mensch immer an 1. Stelle, doch hier werden wo nötig bereitwillig Kameraden geopfert oder deren Tod in Kauf genommen.


    Ja, Menschenfreunde sind Söldner selten ... ;D



    Und dann Prinzessin Iruna! ... Sie erklärt ja, wieso sie so viel futtert. Mir tut sie einfach leid. Gefangen im goldenen Käfig. Und Nirto behandelt sie auch wie ein Stück Dreck.


    Da finde ich auch wieder die unterschiedlichen Wahrnehmungen interessant: Manche finden Irûna sympathisch, bei anderen kann sie nicht punkten.
    Es liegt, so weit ich es sehe, daran, welchen Aspekt ihrer Persönlichkeit man stärker wahrnimmt: Ihre persönliche Lage als "Gefangene" in ihrem Körper oder ihr Verhalten gegenüber denen, die sozial unter ihr stehen ...


  • Seine Tochter sollte sie uns leid tun? Mir tut sie nicht leid und ich bin froh dass der Prinz sie nun doch nicht heiraten muss. Sicher ist das schwer wenn man nicht gut aussieht, aber deshalb muss man nicht fressen und sich so arrogant und dumm benehmen. Die Art wie sie über das Volk in der Tiefe spricht finde ich absolut daneben und genau das verhindert mein Mitleid. Der König ist mit ihr vermutlich mehr bestraft als mit seiner Krankheit. Ich vermute, dass diese Tochter in sehr viel Respekt kostet. Mit dem König habe ich Mitleid.


    Das geht mir mit der Prinzessin genauso. Ihr Aussehen ist mir eigentlich relativ egal, aber diese arrogante Art kann ich echt nicht haben. Man merkt, dass sie denkt, sie ist was Besseres. Also Mitleid habe ich mit ihr ehrlich gesagt auch keines und ich hoffe auch für Gonter, dass er sie nicht doch noch heiraten muss. Im Moment sieht es ja nicht danach aus, aber wer weiß - wenn die Stadt doch noch kapitulieren sollte?

  • Und der Prolog holt uns ein. Jetzt erfahren wir endlich, wie die Szene am Anfang in das Buch passt. Das Untervolk gefällt mir mehr als die Oberen. Sie machen aus ihrer Situation das Beste, sind aber trotzdem zugänglich. Sie helfen Eivora und Nirto, obwohl sie sie gar nicht kennen. Aber der Pferde wurden sie beraubt. Obwohl sie die auf ihrem Weg nach oben auch nicht wirklich gebrauchen können.


    Sie befreien den Prinzen aus seiner Lage - obwohl er in seiner Gefangenschaft ja noch Glück hat - kann sich relativ frei bewegen und wird nicht gegängelt. Aber wirklich sympathischer wird mir der Prinz immer noch nicht. Er ist so aktionslos, farblos - ich weiß echt nicht wie ich es wirklich ausdrücken soll. Er kommt mir irgendwie schwach vor - ich meine es hätte niemandem etwas gebracht, wenn er auch an der Mauer gestorben wäre - hätte ihn in meine Augen aber irgendwie sympathischer gemacht.


    Auch Eivora und Nirto sind immer weniger greifbar für mich. Eivora handelt in meinen Augen irgendwie planlos, sie reagiert auf Situationen ohne einen wirklichen Plan. Obwohl die Aktion mit dem Chaos da in der Stadt ja relativ gut gelaufen ist und ihren Zweck erfüllt hat. Nirto find ich unmöglich. Er widerspricht allem, was Eivora vorschlägt und auch wie er über die Prinzessin redet - einfach nur respektlos. Ich mag die Prinzessin ach nicht wirklich, aber deshalb muss man nicht so über sie herziehen. Aber in diesem Fall zeigt Eivora dann einmal Führungsqualitäten und weist Nirto zurecht.


    Das Leronn sterben musste fand ich jetzt nicht so toll. Hätte man nicht einfach nur nen Besiegten und einen Sieger haben können, ohne gleich einen sterben zu lassen? Aber da sieht man mal wieder, dass nicht immer der Gerechtere siegt, sondern es nur auf Stärke und Geschick ankommt.


    Ich bin sehr neugierig darauf, wie sich die Verschmelzung von Ignuto und Fiafila weiterentwickelt. Schafft Fiafila es, sich gegen Ignuto durch zu setzen oder zwingt er ihr seinen Willen auf?
    Ich finde dieses Buch unterhält durch die ganze Geschichte eine recht düstere Stimmung. Es ist ein interessantes Buch mit interessanten Figuren - ich kann mich allerdings mit keiner Figur so wirklich identifizieren.


  • Sie machen aus ihrer Situation das Beste, sind aber trotzdem zugänglich.


    Ich kann die Sympathie nachvollziehen - die Angehörigen des Dunkelvolks sind unverschuldet in ihre missliche Lage geraten und machen das Beste daraus. Dennoch habe ich probiert, ihre Lage nicht zu romantisieren. Menschen, die sehr schlecht dran sind, können es sich in mehrfacher Hinsicht nicht mehr leisten, viel Rücksicht auf andere zu nehmen.
    Ich war mehrere Wochen in Indien, wo ich auch extreme Armut gesehen habe. Ich stelle mir vor, dass die meisten so ziemlich alles tun würden, um aus solchen Verhältnissen zu entkommen - und das kann sie leider auch gefährlich für ihre Mitmenschen machen.



    Er kommt mir irgendwie schwach vor - ich meine es hätte niemandem etwas gebracht, wenn er auch an der Mauer gestorben wäre - hätte ihn in meine Augen aber irgendwie sympathischer gemacht.


    Gonter wäre sicher traurig, wenn er wüsste, dass er Deine Sympathie nicht erringen konnte - aber er wird bestimmt trotzdem froh sein, noch am Leben zu sein.
    :D



    Das Leronn sterben musste fand ich jetzt nicht so toll.


    Liebes Tagebuch,
    der Prinz sol sterben - der alte Kämpe nicht ... Wer soll sich da noch auskennen?
    >:(



    Ich bin sehr neugierig darauf, wie sich die Verschmelzung von Ignuto und Fiafila weiterentwickelt. Schafft Fiafila es, sich gegen Ignuto durch zu setzen oder zwingt er ihr seinen Willen auf?


    ... oder gibt es noch einen dritten Weg? ;)

  • Mir geht es etwas wie TippendeTastatur. Mir geht langsam etwas die Puste aus. Wie Eivora und Nirto in der Stadt rumstolpern zehrt gerade etwas an meinen Nerven. Mir dauert das gerade etwas zu lange.
    Vorher war ich ganz beim Klingenrausch und habe mitgefiebert und mich gefragt, wie die Stadt wohl erstürmt wird. Aber momentan ist es etwas abgeflacht und zu wenig zug drauf...
    Eivoras und alle die zu ihrer Seite gehören verlieren langsam meine Sympathien...


    Dennoch gab es gute Szenen die mir gefallen haben. Die Begegnung mit Auge zum Beispiel. Der Charakter gefällt mir. Er ist, finde ich, für einen Dunkelvolk-Anführer nicht ganz typisch. Oft sind das ja brutale Schläger, die Autoritär und mit Brutalität herrschen. Das scheint hier nicht so. Auge gibt sich intelligent, umsichtig und passt sich gut an die gegebenen Umstände an.


    Iruna tat mir nach und nach auch eher Leid, als dass sie mir richtig unsympathisch war. Aber im Großen und Ganzen bleibt sie in meinen Augen sehr klischeéhaft. Die fette, unsympathische Kuh, die verschwenderisch mit Essen umgeht. Gut fand ich, dass begründet wird, warum sie so geworden ist...


    Armer Leronn...ich habe es geahnt. Pirlitu ist für die Handlung einfach wertvoller...

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

    Einmal editiert, zuletzt von Tonlos ()

  • Fiafila und Ignuto sind ja schon ein Herz und eine Seele: „Meine Wärme hält die Tropfen sicherer draußen.“ „Mäßige dich, oder ich ziehe den Mantel aus.“ „Das wagst du nicht!“ Offenbar zweifelte der Homunkulus an seiner eigenen Einschätzung. Er kühlte sich merklich ab. :D


    Ich stelle mir das Bild von den beiden unter einer Kapuze ja schon etwas putzig vor. Da Fiafila doch so gerne baden geht, hat sie damit doch ein astreines Druckmittel gegen Ignuto in der Hand, ich denke nicht, dass er von einem gemeinsamen Bad sehr begeistert wäre. Und schön, dass sie bisher einen Teil von ihrem alten Selbst behalten konnte, so wie sie sich gegenüber den Gänsen verhält – auch wenn es dem Feuerknirps missfällt.


    Ebenso musste ich an der Stelle laut lachen, als Gonter bei Irûna anklopft und behauptet, ihr Vater hätte sie mit Pfeffer geschickt: „Pfeffer?“ flüsterte Eivora. Hatte sie sich verhört?
    Herrlich – bitte mehr von diesem Humor :totlach:


    Wenn ich lese, wie gut die Adligen von Ygôda leben, dann sollte man nicht meinen, dass die Stadt schon eine ganze Zeit lang belagert wird. Die sind doch eigentlich irgendwie nur am Essen. Und dann der krasse Gegensatz zum Dunkelvolk, die von den Resten und Abfällen von oben leben müssen. Aber scheinbar ist der Großteil des Dunkelvolks damit zufrieden oder wie soll man Auges Frage, ob Eivora und Nirto womöglich Spinner wären, die einen Umsturz planen, sonst verstehen?
    Geht es dem Dunkelvolk gut genug? Ich hatte zuerst nicht so den Eindruck, als Eivoras Armbrust als Spielerei bezeichnet wurde, für die sie ein gutes Geld dort unten bekommen würde – und sie es sich überlegen würde, ob sie verkauft oder nicht, wenn sie mal eine Woche gehungert hätte.


    Und nun wissen wir, was es mit dem Raub der Brosche aus dem Prolog auf sich hat – da lag ich mit meinen Vermutungen etwas daneben. Kurz hatte ich die Befürchtung, dass Gylôn Eivora und Nirto womöglich übers Ohr hat, nachdem er die Brosche hat, aber er steht zu seinem Wort. Falls Harlef und die Söldner Ygôda einnehmen, bin ich gespannt, ob sich für das Dunkelvolk etwas ändern wird.


    Bei Irûna dachte ich nur, du liebes bisschen, was ist das denn für eine Tussi. Ich bin mir nicht sicher, ob Gonter bereit ist, so ein großes Opfer für seinen Vater zu bringen, dass er sie heiratet. Aber als sie mit Eivora redet, so ganz anders wie zuvor, wird klar, dass ihr Verhalten eine Art Schutzpanzer für sie ist. Eigentlich kann sie einem leid tun. Erstaunlich, welche Wirkung Eivora auf andere Frauen teilweise hat, vor allem auf Frauen, die nicht so leben wie sie, siehe Fiafila und Irûna. Und auch Sumeêl hat keinen leichten Stand in seiner eigenen Stadt, vor allem genießt er doch keinerlei Respekt mehr bei den Adeligen. Ich könnte mir vorstellen, dass er Deani und die anderen Gefangenen nicht so schnell hingerichtet hätte. Ulôhn ist hier deutlich schneller mit dem Handeln. Mich wundert wirklich, dass Ulôhn und die, die auf seiner Seite stehen, nicht schon längst den Stadtfürsten gestürzt haben, weil er ihnen zu schwach und zu gemäßigt ist.


    Liegt das wirklich daran, das Eivora Irûna als Druckmittel gegen Sumeêl einsetzt, dass er sich so passiv verhält, was Ygôda angeht? Oder hat er vielleicht auch einfach nicht mehr die Kraft, um weiter regieren zu wollen und hofft, dass etwas Besseres kommt als Ulôhn?


    Es tut mir leid, dass Leronn unterlegen ist – das zeigt aber auch, dass der Feuerkreis nicht der Gerechtigkeit folgt, sondern dem größten Vorteil. Ich bin aber gespannt, ob Pirlitu nun wirklich außer Gefahr ist oder ob es doch noch zu Unmut kommen wird, weil sie den Blitzstein damals entwendet hat. Immerhin vollführt sie gerade eine Kehrtwende, was ihre Haltung zu Eivora betrifft.


    Nun gilt es – ich bin gespannt, wie der Kampf um Ygôda verlaufen wird.


    Ich finde, Eivora agiert in diesem Abschnitt äußerst klug und ihre Entscheidung, Gonter zu befreien, hat ihnen ebenfalls Vorteile gebracht; auch wenn Nirto stinkig ist, weil sie diesmal auf ihrem Befehl beharrte ;D


  • Ich freue mich, dass Eivora, Gonter und Nirto jetzt wieder zusammen sind. Und endlich erfahren wir auf S. 362 (immerhin) auch, wie der Blitzstein aussieht. Darauf war ich schon sehr gespannt. Der Gewittersturm kommt genau zur rechten Zeit. Und darüber hinaus kommt der wiedererlangte Blitzstein nun endlich auch zum Einsatz, auch wenn wir bislang seine Wirkung nur aus der Ferne beobachten dürfen. Welche Verheerungen kann er anrichten? Ich denke, das erfahren wir im nächsten Abschnitt. :D


    Ja, darauf war ich auch sehr gespannt. Und ich bin froh, dass man scheinbar nicht ganz so viel Blut braucht. Wobei, wenn der Blitzstein wirklich noch ein Loch in die Mauer brechen soll, braucht man vllt. mehr Blut. Andererseits, wenn das Sonnentor geöffnet wird, ist das evtl. nicht mehr nötig.



    Da fand ich es beim Schreiben ganz Unterhaltsam, die typischen Geschlechterrollen einmal zu drehen. Stört Euch das?


    Überhaupt nicht 8)

  • Ups, jetzt habe ich gerade in euren Beiträgen gelesen, dass manchen das Buch zu düster ist - und ich lobe hier gerade so den Humor in diesem Abschnitt. Muss ich mir jetzt Sorgen machen? Ist das nun doch der Wahnsinn des Homunkulus? :verrueckt:


  • Keine Sorge, das ist der Bernd-Virus, der bringt einen gewissen Gewöhnungseffekt mit und ein tiefes Verständnis für das Böse. ;D


    Ich bin anscheinend auch infiziert. Dabei wollte ich doch nicht mehr zum Arzt gehen, wegen deren möglicher Homunkuli-Faszination. :o

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"