06: Seite 264 - Seite 307 (Kap. 12)

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 264 bis Seite 307 (Kapitel 12 "Die Späher") schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • So, da habt ihr es. Entscheidungen sollte man sofort fällen und ausführen, sonst könnte es zu spät sein.
    Ihr wolltet, dass der Humunkulus aus Chastro heraus kommt - bitteschön, der Autor hat diesen Wunsch vorausgeahnt.
    Ihr wolltet Kopf ab - nun er ist verbrannt, aber immerhin tot.
    Ihr wolltet Entwicklung bei Fiafila - fast hätte sie das gerettete Mädchen umgebracht. Mehr Entwickllung geht kaum - wird aber, wie ich Bernd kenne, noch kommen.
    Also alles so wie gewünscht - nun bitte keine Beschwerden! ;D

  • Ein Ausfall, wie sind sie herausgekommen und vor allem wo? Eivora hatte ja nach Eingängen gesucht und eigentlich keine gefunden. Gibt es doch einen unterirdischen Ausgang?
    Fast hätte es ja geklappt, wenn sie nur den Humunkulus hätten töten wollen. Und für uns zynischerweise überlebt Fiafila dank Chastros neuen Gefühlen. War an dem Dolch wirklich Gift oder wollte der Humunkulus nur den Träger wechseln und Fiafila war so schön unverbraucht? Vermutlich macht ihn nicht das Böse an sich satt, sondern die Möglichkeit, eine Seele vollständig zu verderben? Er braucht wahrscheinlich nur einen Ansatz und den Rest macht er schön langsam. Eine unmerkliche Folter der Seele. Ich könnte mir vorstellen, dass sein "schlafen" auch nur vorgetäuscht ist, um die Momente der Qual zu erleben, wenn dem Träger die Verdorbenheit seiner Seele bewußt wird und gleichzeitig die Ausweglosigkeit.
    Ist es richtig, dass Fiafila in den Wald verschwindet? Ich befürchte, allein hat sie gar keine Chance gegen den Humunkulus und sie wird nicht allein bleiben dürfen, denn die Söldner brauchen ihren Priester. Also werden sie sie holen. Das wird ein interessanter Kampf werden, Fiafila gegen den Humunkulus, obwohl ich bisher noch keine Möglichkeit sehe, wie sie den führen könnte. Wenn es Dämonen gibt, dann auch Götter. Wird ein Gott des Windes ihr dabei helfen können? Stammt die Faszination, die sie gespürt hat aus ihr oder war das schon der Einfluss des Humunkulus, der sie für sich vorbereitet hat? Die Spannung hat eine neue Ebene.
    Es gäbe natürlich die Möglichkeit, dass sie sich selbst tötet, sofern der Humunkulus das zuläßt, was ich nicht glaube.
    Ich bin gespannt auf Eivoras Reaktion. So, was kann ich noch sagen, ohne zu spoilern? Die Szene mit den zwei Kämpfern war ziemlich traurig, leider aber vom strategischen Standpunkt die richtige Wahl. Gefallen hat mir die Diskussion Eivoras, sie zeigt hier wieder eine ihrer großen Stärken - Menschenkenntnis und Führung. Wieder eine Szene, in der sie eigentlich Respekt verdient. Ob das jemand von denen begreift, die dabei sind? Die enttäuschte Hilfspriesterin sicher nicht.
    Wie muss dieser zumute sein. Sie macht alles, um den Humunkulus zu retten, weil sie ihn haben will und sie spürt ihn nicht, sie spürt nicht, dass er sie nicht haben will, sondern Fiafila. Sie war nie auserwählt von den Dämonen. Ziemlich niederschmetternd. Was wird, wenn Fiafila zurückkommt? Wird die Erlösung durch das Gute oder durch das Böse kommen? Wird sie ein Gott erlösen, ihr Glaube, ihre reine Seele oder wird es eine eifersüchtige Hilfspriesterin sein?


  • Ein Ausfall, wie sind sie herausgekommen und vor allem wo?


    Erinnerst Du Dich an den vorigen Leseabschnitt, als Eivora ein Boot bemerkt, das vor dem Verlassen offenbar unbrauchbar gemacht wurde?
    [quote author=Seite 248f]
    »Das war nicht das erste Boot, das an dieser Stelle gelandet ist.« Leronn zeigte auf einen schwarzen Umriss, der im Wasser trieb.
    »Es hängt an einer Untiefe fest«, bemerkte Deani, »sonst würde es sinken.«
    Eivora kreiste den linken Arm. Allmählich ließ das Kribbeln nach. Ein großer blauer Fleck war ihr dennoch sicher.
    »Ich sehe das Loch im Rumpf«, sagte sie.
    »Das hat eine Axt geschlagen«, meinte Deani.
    ...
    »Wieso macht jemand das Boot unbrauchbar, mit dem er in Sicherheit zurückkehren kann?«, murmelte sie.
    »Damit es uns nicht in die Hände fällt?« Obwohl ihre Stimme immer so klang, als hielte sie sich die Nase zu, konnte Deani ihr eine Vielzahl von Lautfärbungen verleihen. Jetzt klang sie abfällig.[/quote]
    Offenbar hat die Besatzung dieses Bootes nicht damit gerechnet, auf diesem Weg zurückzukehren. ;)

  • Also muss es sogar zwei Wege geben, einen heraus und einen hinein, oder wollten die Ausfallenden nicht wieder hinein????
    Ich habe schon an das Boot gedacht, aber ich dachte, dass sie es zerstört haben, damit kein anderer es benutzen kann und damit man gerade denkt, es wäre nicht mehr von Nutzen. Sie hätten ja eines der anderen Boote nehem können, die später kamen, oder ein Versteck für ein anders Boot haben können. Grumpf. Ich will jetzt wissen, wie die rausgekommen sind und wieder rein wollten. Eirvora weiß es ja schon. Aber, damit ich was mache liegt das Buch im Auto und mit dem Auto ist mein Schatz unterwegs. Also doch Haushalt jetzt mal.

  • Ein wirklich ereignisreicher Abschnitt. Natürlich ist die große Frage, wie sie wieder reinkommen. Im nächsten Teil wird es bestimmt verraten. ;)


    Ehrlich gesagt, ich bin schon ein kleines Stück beeindruckt von den Ygodern, die sich nicht einfach hinter ihren unüberwindlichen Mauern verschanzen, sondern auch die Initiative ergreifen.
    Unter anderem dadurch, dass sie Chastro-Ignuto ans Leder wollen. Was in dem Gewirr ja auch irgendwie gelingt, aber mehr die Schuld Fiafilas ist, als die der Angreifer...
    (Btw Chastro schlägt während des Kampfes mit der Peitsche nach Fiafila. Echt jetzt? Hat der nichts Besseres zu tun bei einem Kampf auf Leben und Tod?)
    Nun ist er also hinüber und Fiafila hat diesen Dämonenknirps an der Backe...ich befürchte fast, dass sie den nicht so schnell wieder los wird. Yra muss alles mitansehen...das arme Ding...


    Was mir gut gefallen hat ist Gonters Entwicklung. Er sieht jetzt, dass das reale Töten etwas anderes ist, als seine Übungskämpfe. Er macht sich viele Gedanken um die Zukunft. Das war schön beschrieben, glaubwürdig und echt schön zu lesen.


    Auch die Verfolgung und das Gespräche zwischen Eivora und Wyllôm war lustig und ab jetzt glaube ich wird Eivora auch bestimmt mehr Erfolg haben. Das hat sie wirklich clever gemacht... ;D


    Und jetzt verratet Rhea endlich wie man in die Stadt kommt. >:( ;)

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)


  • Und für uns zynischerweise überlebt Fiafila dank Chastros neuen Gefühlen.



    (Btw Chastro schlägt während des Kampfes mit der Peitsche nach Fiafila. Echt jetzt? Hat der nichts Besseres zu tun bei einem Kampf auf Leben und Tod?)


    Ich denke, hier wird klar, dass Chastro-Ignuto, vorsichtig ausgedrückt, emotional instabil ist ... :verrueckt:



    Vermutlich macht ihn nicht das Böse an sich satt, sondern die Möglichkeit, eine Seele vollständig zu verderben?


    Das ist ein interessanter Gedanke: Wenn ein Mensch völlständig böse geworden ist, wäre er dann so etwas wie eine komplett ausgepresste Orange?



    Die Szene mit den zwei Kämpfern war ziemlich traurig, leider aber vom strategischen Standpunkt die richtige Wahl.


    Damit wollte ich zeigen, dass Eivora auch harte Entscheidungen trifft, die ihr selbst an die Nieren gehen, wenn das dem Klingenrausch einen Vorteil bringt.



    Wie muss dieser zumute sein. Sie macht alles, um den Humunkulus zu retten, weil sie ihn haben will und sie spürt ihn nicht, sie spürt nicht, dass er sie nicht haben will, sondern Fiafila. Sie war nie auserwählt von den Dämonen. Ziemlich niederschmetternd.


    Geht es bei Dir so weit, dass Du Mitleid mit Prekesta hast?



    Ich will jetzt wissen, wie die rausgekommen sind und wieder rein wollten.


    Raus müsste inzwischen klar sein: Der Ausfall im vorherigen Leseabschnitt hatte hauptsächlich den Zweck, das "Ausschleusen" der Späher zu verschleiern. Während die anderen Truppen ein bisschen kämpfen (und dabei natürlich auch solche Dinge in Erfahrung bringen wie die Stärke des Feindes, sich Meriten erwerben können etc.) sickern die Späher ins Hinterland ein und kehren nachts zurück, um die wesentlichen Figuren des Klingenrauschs aus dem Spiel zu nehmen.
    Wie sie nach vollbrachter Tat zurück nach Ygôda kommen wollten ... Das wird später verraten. ;)



    Was mir gut gefallen hat ist Gonters Entwicklung. Er sieht jetzt, dass das reale Töten etwas anderes ist, als seine Übungskämpfe. Er macht sich viele Gedanken um die Zukunft. Das war schön beschrieben, glaubwürdig und echt schön zu lesen.


    Liebes Tagebuch,
    nachdem der Prinz mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hatt, holt Team Gonter nun auf ... Offenbar erobern die Silbermünzen auch in der Leserschaft Herzen ...

  • Und da gibt es dann doch einen (oder mehrere) Ein- und Ausgänge, wodurch die Ygoder es geschafft haben, ungesehen nach außen zu kommen. Sie haben es sogar geschafft, bis in das Zelt von Chastro-Ignuto zu kommen und dem Menschen in ihm den Garaus zu machen. Irgendwie haben mich die Ygoder damit beeindruckt - sie haben sich nicht nur hinter ihren angeblich unüberwindlichen Mauern versteckt, sondern Initiative ergriffen.
    Und nun trägt Fiafila den Dämon mit sich rum. Was ich mich gefragte habe, wenn Chastro-Ignuto im Todeskampf nicht mit der Kohle überdeckt worden wäre, wäre dann der Dämon eventuell auch mit verstorben oder hätte er sich trotzdem einen neuen Wirten gesucht. Ich bin jedenfalls gespannt, ob Fiafila es schafft, ihn doch noch abzuschütteln - ich befürchte zwar, dass er stärker ist als sie - aber hoffen darf man doch.


    Es war jedenfalls ein recht ereignisreicher Abschnitt. Wir konnten die Weiterentwicklung von Gonter miterleben. Das er ein guter Kämpfer ist, haben wir ja schon vorher erfahren - aber jetzt hat er gemerkt, dass richtiges Töten dann doch etwas anderes ist als diese Übungskämpfe. Eivora entwickelt sich auch immer weiter - und ich denke, irgendwann wird sie auch den Respekt ihrer Leute haben. Ich finde, sie zeigt er immer mehr, dass sie taktisch und klug denken kann. Wenn sie auch im Kampf nicht an die Söldner rankommt, aber ihre Denkweise zeigt schon, dass sie führen kann und weiß was sie tut - ein bisschen mehr Selbstvertrauen noch. Das Gespräch mit dem Gefangenen zeigt, dass sie es auf alle Fälle drauf hat auch ohne Gewalt aus ihm herauszubekommen, was sie wissen wollte. Respekt!

  • Jetzt will ich auch noch endlich meine Gedanken zum gestrigen Leseabschnitt äußern.


    Und es gibt ein Mitglied weniger in der Kopf-ab-Fraktion. Ich hatte zwar gehofft, dass Chastro-Ignuto irgendwann für seine Untaten bezahlen muss, doch wie es geschah, hat mich dann doch überrascht. Besonders der Zeitpunkt, wir befinden uns noch in der Mitte des Buchs, war unerwartet früh. Seinen Kopf hat Chastro zwar nicht verloren, jedenfalls nicht den eigenen im wörtlichen Sinn, dafür aber den Homunkulus, der ihm nach dem symbolischen Schnitt in den Hals verlassen hat.


    Prekesta wollte der Homunkulus nicht - warum eigentlich nicht? -, dafür aber Fiafila, die zum neuen Avatar wurde. Die Wende hatte Bernd ja schon angedeutet, dennoch hatte ich sie nicht erwartet. Ich weiß nicht, ob einige der anderen schockiert sind über den Plottwist - ich lese die Kommentare erst nachher durch -, aber mich hat er nachdenklich gemacht. Wie müssen die Personen sein, die zu Träger von Homunkuli werden? Anscheinend nicht grausam. Ziehen die dämonischen Wesen Reinheit vor, die sie verderben und in den Wahnsinn treiben können? Dann wäre auch Chastro einst ein guter Mensch gewesen.


    Klar ist mir auch immer noch nicht ganz, woher der Widerwille von Chastro-Ignuto kam, Fiafila etwas anzutun, denn der Avatar selbst wollte sie verletzen. Wenn wir davon ausgehen, dass Chastro der Verbindung Chastro-Ignuto unterlegen war und es nicht sein Widerwille war, die den Avatar stoppen ließ, dann frage ich mich, ob der Homunkulus bereits wusste, dass sie ein potentieller Träger sein könnte und sie deshalb verschont hat. Aber das würde bedeuten, dass Ignuto ebenfalls schwächer ist als die Verbindung von Mensch und Homunkulus oder an dem Wahnsinn von Chastro-Ignuto leidet. Ich hoffe, dass es da noch eine Erklärung gibt, denn momentan habe ich mehr Fragen als Antworten nach diesem Kapitel.


    Fiafila als neuer Avatar und das nachdem sie eben noch Yra verteidigt hat. Sehen wir hier jetzt den Beginn ihres Untergangs? Zunächst sieht sie bei Chastro-Ignutos Foltermethoden seltsam unberührt zu. Empörung und Anklage wechseln sich mit Zurückhaltung und Berechnung ab. Durch ihre Befreiung des gefangenen Spähers und Attentäters verschuldet sie Chastros Tod. Ich frage mich, ob sie noch Schuldgefühle plagen werden. Ihre Faszination und Neugier machen sie jedenfalls zu einem vielschichtigen und etwas widersprüchlichen Charakter. Ich bin gespannt, wie es mit ihr weitergeht und ob sie sich ähnlich wahnsinnig und sadistisch gebären wird wie Chastro-Ignuto.


    Was ist noch passiert? Prinz Gonter erlebt seine Bewährungsprobe, zum allerersten Mal tötet er einen Menschen. Daran sieht man, wie abgeschirmt von der Wirklichkeit er aufgewachsen ist. Immerhin lebt er in Kriegslagern, während sein Vater mit seinen Eroberungen das Königreich immer weiter ausdehnt. Obwohl Gonter kämpfen kann, stand er nie an vorderster Front und befand sich anscheinend nie in Lebensgefahr. Nun jedoch da es auch seinen 2. Leibwächter Kistur erwischt hat, sieht es anders aus. Und ob es ihm gut bekommt, dass er das Geheimnis des Klingenrauschs, den Blitzstein, gesehen hat, ist auch noch die Frage.


    Nach dem Frühstück geht es dann mit dem heutigen Abschnitt weiter. Ich freue mich schon darauf.

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"


  • :D :D


    Wer beschwert sich denn? Ich jedenfalls nicht. Ich finde die Entwicklungen toll. 8) :popcorn: :klatschen:

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"


  • Fast hätte es ja geklappt, wenn sie nur den Humunkulus hätten töten wollen. Und für uns zynischerweise überlebt Fiafila dank Chastros neuen Gefühlen. War an dem Dolch wirklich Gift oder wollte der Humunkulus nur den Träger wechseln und Fiafila war so schön unverbraucht? Vermutlich macht ihn nicht das Böse an sich satt, sondern die Möglichkeit, eine Seele vollständig zu verderben? Er braucht wahrscheinlich nur einen Ansatz und den Rest macht er schön langsam. Eine unmerkliche Folter der Seele. Ich könnte mir vorstellen, dass sein "schlafen" auch nur vorgetäuscht ist, um die Momente der Qual zu erleben, wenn dem Träger die Verdorbenheit seiner Seele bewußt wird und gleichzeitig die Ausweglosigkeit.


    Eine interessante Theorie. Ich glaube nicht, dass die langsame Vergiftung gespielt war. Konnte er sich wirklich darauf verlassen, dass er am Ende bei Fiafila landen würde? Immerhin wollte Prekesta ja unbedingt die neue Trägerin werden. Und wenn Fiafila gegangen wäre, ohne zu versuchen Chastro zu retten, was dann?
    Ja, ich glaube inzwischen auch, dass es den Homunkulus reizt, die Seele seines Trägers zu verderben. Deshalb wollte er Prekesta nicht. Sie ist bereits verdorben.

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  • Geht es bei Dir so weit, dass Du Mitleid mit Prekesta hast?


    Ähm. Mein erster Gedanke war: "Geschieht ihr recht". Also kein Mitleid mit Prekesta, sorry. :-[

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  • Ich zitiere mich mal selbst, weil mir noch ein anschließender Gedanke kam.


    Klar ist mir auch immer noch nicht ganz, woher der Widerwille von Chastro-Ignuto kam, Fiafila etwas anzutun, denn der Avatar selbst wollte sie verletzen. Wenn wir davon ausgehen, dass Chastro der Verbindung Chastro-Ignuto unterlegen war und es nicht sein Widerwille war, die den Avatar stoppen ließ, dann frage ich mich, ob der Homunkulus bereits wusste, dass sie ein potentieller Träger sein könnte und sie deshalb verschont hat. Aber das würde bedeuten, dass Ignuto ebenfalls schwächer ist als die Verbindung von Mensch und Homunkulus oder an dem Wahnsinn von Chastro-Ignuto leidet. Ich hoffe, dass es da noch eine Erklärung gibt, denn momentan habe ich mehr Fragen als Antworten nach diesem Kapitel.


    Chastro-Ignuto ist ja ein Avatar, sprich ein Mittler zwischen den Menschen und den Dämonen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Chastro-Ignutos widersprüchliches Verhalten auch noch eine andere Ursache hat, nämlich dass einer der Dämonen möglicherweise noch Pläne mit Fiafila hat und deshalb den Avatar gezwungen hat, gegen seine Natur zu handeln und sie zu verschonen. Aber hätte der Avatar einen dämonischen Einfluss nicht erkennen müssen? *Kopf kratz* ???

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"


  • Das ist ein interessanter Gedanke: Wenn ein Mensch völlständig böse geworden ist, wäre er dann so etwas wie eine komplett ausgepresste Orange?
    Ich denke schon.



    Wie muss dieser zumute sein. Sie macht alles, um den Humunkulus zu retten, weil sie ihn haben will und sie spürt ihn nicht, sie spürt nicht, dass er sie nicht haben will, sondern Fiafila. Sie war nie auserwählt von den Dämonen. Ziemlich niederschmetternd.


    Geht es bei Dir so weit, dass Du Mitleid mit Prekesta hast?


    [/quote]
    Selbst wenn ich jetzt geköpft werde, es ist doch schon ein wenig Mitleid. Wenn man bedenkt in welcher Gesellschaft aufgewachsen ist. Sie hat so viel für ihr Ziel getan. Ein Avatar ist schließlich gesellschaftliche Achtung. Dafür hat sie alles ertragen was schaust dafür hat sie alles ertragen was chastro-ignoto von ihr verlangt haben und jede Erniedrigung ertragen . Dann kommt eine dahergelaufenen Feindin und bekommt den heiß ersehnten Posten.

  • Keine Bange, Rhea, für Mitleid wird hier niemand geköpft. Wir sind doch alle ganz lieb. :unschuldig:

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  • So jetzt bin ich auch endlich hier angekommen. Und WIE!


    Ein atemberaubender Abschnitt. Schnappatmung inklusive.


    Fangen wir mal an:


    Gonter wird also endlich zum Mann und tötet bei dem Überfall seinen ersten Menschen. Seite 277: "Die Erkenntnis erschreckte ihn, aber er musste wachsam bleiben....." Vorbei die Zeiten in denen sein Vater ihn in Watte packen konnte. Die Sorge um Eivora und im Angesicht des Todes, wächst der Prinz über sich hinaus. Das hat mir gefallen, doch Gonter braucht noch mehr davon :D


    Auf Seite 280 muss ich diesen wunderschönen Satz hervorheben: "In dieser Nacht verloren kunstvolle Figuren, die man mit Stahl in die Luft wob, ihren Wert." Er unterstreicht und betont den Ernst der aktuellen Lage.


    Auf Seite 288 dann ein Satz der mich schon stutzig werden lässt: "Sie (Fiafila) ekelte sich nicht nur vor dem Blut und den Fleischfetzen, sondern mit plötzlicher Heftigkeit auch vor sich selbst, da sie erkannte, dass sie -obwohl von manchen Handlungen Chastro-Ignutos abgestoßen-das brutale Schauspiel auch genossen hatte."


    Ich frage mich was mit ihr vorgeht.


    Fiafila fragt sich das wohl auch und versucht sich selbst zu beruhigen. Das wird besonders auf Seite 290 deutlich: "Das Böse ist nicht stärker als das Gute", flüsterte sie. "Ich muss das Gute in mir selbst fördern, dann verändert es meine Umgebung und schließlich die ganze Welt." Ein kluger Satz!
    Sie hadert weiter mit sich. Aber es war so schwer, Gutes zu tun, wenn man Zeugin von so viel Bösem wurde! "Ich kann es." "Das Licht erhellt die Dunkelheit"


    Seite 293 wieder eine befremdliche Szene: "Als sie sich nach dem Dolch bückte, kam sie der Glut über Chastro-Ignuto sehr nah. Plötzlich verschwanden ihre Aufregung und ihre Hilflosigkeit. Sie fühlte sich so wohl wie in einem warmen Bett an einem kalten Herbstmorgen. Die Empfindung verwirrte sie so sehr, dass sie mit der Hand an der Waffe innehielt.


    Ich habe mir sehr gewünscht, dass Fiafila endlich aus ihrer Passivität kommt, aktiv wird und eine Waffe in die Hand nimmt und dennoch bin ich ebenso irritiert wie sie, als sie es dann tut. Und sie fühlt sich so wohl damit wie in einem warmen Bett??? Wohliger geht es also kaum. Ich freue mich einerseits, andererseits bin ich sehr verwundert.


    Ab Seite 296 staune ich nur noch mit offenem Mund und werde völlig überrumpelt von allem, was nun geschieht! Es prasselt auf mich ein, dass ich nicht weiß wie mir geschieht. Chastro-Ignuto liegt im Sterben. Fiafila will ihn nicht sterben lassen, versucht seine Blutungen zu stoppen. Prekesta weiß sehr wohl was vor sich geht und versucht das ganze nur zu beschleunigen, in dem sie glühende Kohlen auf den Leib Castro-Ignutos kippt. Und dann passiert es. Der Homunkulus fällt Fiafila an und gräbt sich in ihre Schulter! Verzweifelt versucht Fiafila sich zu wehren, doch sie kommt nicht gegen den Homunkulus an, stattdessen wurzeln mit ihm auch die ersten bösen Gedanken in Fiafila, die nicht mal vor der kleinen Yra halt machen (das zeigt uns WIE böse der Homunkulus seinen Träger werden lässt, denn sie liebte die kleine Yra vom ersten Moment an!) Prekesta geht leer aus, dabei hatte sie den Homunkulus so sehr begehrt, tja! Entsetzt lese ich weiter. Und dann kommen mir so viele Gedanken:


    Warum wollte der Homunkulus zu Fiafila und nicht zu Prekesta? Das liegt auf der Hand. Der Homunkulus begehrt das rei8ne, unschuldige Herz. Er möchte nicht in bereits "bösen" Menschen wurzeln, nein viel mehr ernährt er sich von dem "Guten" und "Reinen" eines Menschen. Seit der ersten Begegnung Chastro-Ignutos und Fiafila hat er diesee junge Frau begehrt UND vorbereitet! All die widersprüchlichen Gedanken Fiafilas waren die ganze Zeit über schon getrübt von dem Homunkulus. All die Hemmungen Chastros Fiafila gegenüber begründeten schon darin, dass der Homunkulus sie haben wollte von Anfang an. Nun endlich kam die Gelegenheit den Träger zu wechseln und Fiafila fällt ihm mitsamt ihrer Unschuld zum Opfer. Ein Schlag in meine Magengrube. Dachte ich neulich noch Fiafila wäre als Nährboden des Homunkulus entkommen und nun das! Ich bin zutiefst besorgt um Fiafila, die mir so sehr ans Herz gewachsen ist. Auch Chastros tragischer Tod erschüttert und berührt mich, auch wenn mein Verhältnis zu ihm zwiegespalten war (nicht verwunderlich ER war es ja auch!) Tja und diese Prekesta ist bei mir ganz unten. Ich kann sie nicht ausstehen.


    Der Abschnitt endet mit der Verfolgungsjagd im Wald. Auf Seite 299 fällt wieder ein Satz, der die Denkweise der Söldner betont: "Dann befreien wir das angeschossene Wild aus seinem Elend.", schlug sie (Eivora) vor. Mit "Wild" ist in diesem Fall der Angeschossene gemeint, es widert mich an. Wie minderwertig menschliches Leben offenbar in ihrem Denken ist, wenn es um Gegner geht. Und vorher denkt sie auch noch an Spielchen mit Gonter!


    Auf Seite 300 rettet Eivora sich dann wieder etwas. Immerhin kann sie es nicht ertragen einen Menschen Schmerzen leiden zu sehen. Unnötig quälen möchte sie niemanden. Immerhin, das ist ja schon mal etwas.


    Dieser Leseabschnitt war für mich der bis jetzt der Atemberaubenste. Der Überfall war sehr spannend und ich sah alles sehr bildlich vor mir und war sehr gefesselt. Dann das Sterben Chastos und schließlich der Homunkulus, der Fiafila befällt und nun in ihr nistet. Ich war schweißgebadet und habe fast Angst weiterzulesen, weil ich nicht weiß, ob ich eine Fiafila-Ignuto ertragen kann.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Was ich noch hinzufügen möchte: Das Verhör am Ende mit Eivora, zeigt wieder einmal, dass sie andere und neue Wege beschreitet im Umgang mit dem "Feind" , als es bisher üblich war! Das birgt für mich noch eine Menge Potenzial, denn Eivora könnte eine ganz andere, ganz neue Führungsart haben, wie alle Flammenbringer zuvor und ich bin mir ja immer noch sicher, dass sie eines Tages Flammenbringer werden wird, Da zu viele Kampfherren sicher auf Dauer immer nur in Streit und Uneinigkeit verfallen und somit handlungsunfähig werden (viele Köche verderben den Brei.) Eines Tages, wird sie auf den Tisch hauen und ihren Platz einnehmen, doch bis dahin ist es noch ein langer weg. Das Verhör ist ein erstes klitzelkleines Zeichen, dass ihre "andere" Vorgehensweise auch später erfolgreich sein wird. So denke ich zumindest.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Oh je. Wenn du jetzt schon entsetzt bist wegen Fiafilas Verwandlung, wo sie noch tapfer kämpft und an das Gute glaubt, wie wird es dir dann im nächsten Abschnitt gehen, wenn der Homunkulus weiter in ihr Wurzeln fasst? :(


    Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass für mich die Haupt-Identifikationsfigur Eivora ist und nicht Fiafila. Die hatte von vornherein ein paar Ecken und Kanten und so erschüttern mich ihre Taten, die ihre eigene Einheit schützen sollen, nicht so sehr wie andere. Es ist eben eine Söldnerlegion und kein Nonnenkloster. Da herrschen ganz andere Sitten.

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"