06: Seite 264 - Seite 307 (Kap. 12)

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  • Puh, so hatte ich mir das mit dem Kopf-ab aber nicht vorgestellt: sie sollten doch dem Homunkulus zuerst den Kopf abschlagen :o Fiafila hat Yras Folter tatsächlich so aufgewühlt, dass sie Chastro-Ignuto in seinem Zelt zur Rede stellt. Dann überschlagen sich die Ereignisse: die Ygôder schlagen zurück und Chastro findet ein Ende. Nicht, dass ich das sehr bedauern würde, aber Ignuto lebt noch und ich könnte mir vorstellen, dass er das größere Übel ist.


    Das Verhör des gefangenen Soldaten durch Chastro-Ignuto, besser gesagt, Fiafilas Rolle dabei wirkte irgendwie sureal: ihr widersprüchliches Handeln, ihren Gefangenen einerseits zu verarzten, andererseits aber nicht der Folter zu widersprechen, sondern sie eher noch mit einer gewissen neugierigen Faszination zu verfolgen. Ich hatte keine Ahnung, wie sie sich schlussendlich verhalten würde, tendierte aber eher dazu, dass sie auf die dämonische Seite umkippt. Daher war ich doch ein wenig überrascht, dass sie dem Gefangenen ihr Schwert gibt. Und warum kann Chastro durch Ignuto keine Gefühle von Fiafila empfangen? Dass man nichts bzw. nur Neutrales empfängt, geht doch nur, wenn man keine Gefühle hätte, oder nicht? Denn selbst positive Gefühle schmecken unangenehm süß für einen Avatar. Keine Gefühle ist aber bei Fiafila nicht der Fall. Oder verhindert es Ignuto, das Chastro die Gefühle empfangen kann? Ich hatte beinahe das Gefühl, dass Ignuto es darauf anlegte, dass Fiafila seine neue Trägerin wird. Prekesta hatte meines Erachtens niemals eine Chance, ihn zu bekommen, auch wenn sie sich noch so viele Hoffnungen darauf machte. Hat Treskor das womöglich vorausgesehen oder geahnt (oder von den Dämonen einen Tipp bekommen) und hat deshalb die Anweisung gegeben, Fiafila zu verschonen?


    Sagt mal, kann ich mich jetzt nur nicht erinnern: hat Ignuto jemals mit Chastro so gesprochen, wie er mit Fiafila spricht? Hat Chastro nicht immer nur über die Gefühle mit ihm kommuniziert?


    Bei der Vorstellung, wie sich der Homunkulus in die Schulter bohrt, schüttelt es mich - ich hätte nicht gedacht, dass das so auch funktionieren kann. Und dann noch Yras abgeklärtes Verhalten, die genau zu wissen scheint, was geschieht. Bei einer 12-jährigen und nachdem, was sie kürzlich erleben musste, hätte ich gedacht, sie rennt davon oder bricht zusammen, als sie mitansehen muss, wie Ignuto von Fiafila Besitz ergreift, stattdessen erscheint sie ganz klar. Wen spricht sie an mit "Tu es nicht"? Ignuto, weil er Fiafila in Ruhe lassen soll? Das anschließende "Bleib" könnte ebenfalls Ignuto gelten, während "Geh fort von hier, so schnell du kannst" an Fiafila gerichtet sein könnte.
    Warum sucht er sich gerade Fiafila aus? Sie ist ja das Gegenteil von Chastro oder Prekesta, die schon immer sadistische Grundneigungen zeigten? Hat sie besondere Fähigkeiten oder geht es darum, den Ewigen damit eines auszuwischen, indem die Dämonen eine ihrer Priesterinnen komplett unter ihre Gewalt bringen, um damit zu beweisen, dass das Böse schlussendlich immer siegt bzw. attraktiver ist als das Gute?


    Wird Fiafila genauso grausam werden wie Chastro oder wird sich der Homunkulus bei ihr anders auswirken? Ich hoffe es, das würde es deutlich spannender machen, wie wenn Fiafila einfach nur ein Abklatsch von Chastro werden würde. Yras Bitte, sie solle es nicht zulassen und sich dagegen wehren, ist sie völlig sinnlos oder ist es wirklich möglich, ein wenig menschliche Kontrolle zu behalten? Noch konnte Fiafila sich beherrschen, Yras Hals zu durchschneiden, aber sie befindet sich auch noch ganz am Anfang.


    Jedenfalls denke ich, das Fiafila nochmal auftauchen wird bin dann sehr gespannt, wie sie sein wird, das interessiert mich im Moment sogar noch mehr, wie was passieren würde, wenn man Ignuto den Kopf abschlägt ;D


    Gonter und Eivora haben aber auch keine Ruhe, ständig kommt einer und macht Ärger ;D Ob Kistur durchkommen wird? Um ihn tut es mir leid, ich fand ihn immer recht angenehm. Außerdem scheint er jemand gewesen zu sein, auf den sich Gonter wirklich verlassen konnte. Auch Gonter nimmt Kisturs Verletzung mit. Gonter hat noch nie einen Menschen getötet? Das hat mich jetzt doch überrascht, auch wenn wir wussten, dass ihn sein Vater von der vordersten Front ferngehalten hat, dennoch hätte ich gedacht, dass er vielleicht schon mal in die eine oder andere brenzlige Situation gekommen wäre. Andererseits hat er die angespannte Situation in der Rorgatorer Kneipe damals mit einer Freibierrunde diplomatisch lösen können; wenn ihm das schon öfters gelungen ist, dann musste er seine Kampfkünste nie im Ernstfall unter Beweis stellen (und Leibwächter hat er auch). Hier gleicht er wieder Eivora, die zwar kein Problem damit hat, einen Gegner zu töten, aber unnötiges Töten oder Quälen verabscheut. Wie man auch an dem Verhör ihres Ygôder Gefangenen sieht, während Prekesta es gar nicht erwarten kann, ihn zu quälen.


    Es muss also wirklich einen geheimen Zugang zur Stadt geben und das wird wahrscheinlich auch der Weg sein, den Eivora und Nirto später nehmen werden. Von dem Blitzstein wussten die Ygôder nichts, sonst hätte ihr Auftrag sicherlich anders gelautet.


    Deani gefällt mir hier im Zusammenspiel mit Eivora besser: ich hatte anfangs Bedenken, ob sie sich womöglich zu sehr von ihrer Abneigung Eivoras gegenüber in ihren Entscheidungen beeinflussen lassen würde, aber das sieht nicht so aus; das macht sie noch verlässlicher.


  • (Btw Chastro schlägt während des Kampfes mit der Peitsche nach Fiafila. Echt jetzt? Hat der nichts Besseres zu tun bei einem Kampf auf Leben und Tod?)


    Stimmt, auch Chastro verhält sich total widersprüchlich, indem er einmal Fiafila bewundert und es ihm zuwider ist, ihr zu schaden und dann wiederum geht er mit der Peitsche auf sie los - und das alles mitten in einem Kampf auf Leben und Tod. Mir kommt gerade ein Gedanke, auch wenn ich selbst nicht wirklich an ihn glaube: wir sind bisher davon ausgegangen, dass die positiven Gefühle, die Chastro Fiafila gegenüber empfand, seiner menschlichen Seite entsprungen sind, was ist aber, wenn sie von Ignuto kamen, der verhindern wollte, dass Fiafila zu Schaden kommt, weil er sie sich schon zu einem früheren Zeitpunkt als seine nächste Trägerin ausgesucht hat?



    Fiafila hat diesen Dämonenknirps an der Backe...


    Dämonenknirps :totlach:



    Er sieht jetzt, dass das reale Töten etwas anderes ist, als seine Übungskämpfe. Er macht sich viele Gedanken um die Zukunft. Das war schön beschrieben, glaubwürdig und echt schön zu lesen.


    Lachen musste ich ja, als Deani Eivora erzählte, dass Gonter evtl. deswegen so zufrieden aussieht, weil sie ihm erzählt hätte, dass Eivora besonders Männer gefallen, die sich in einer echten Schlägerei durchsetzen können :D Bis dahin hätte ich nicht gedacht, dass Deani Humor hat ;D



    Ich hatte zwar gehofft, dass Chastro-Ignuto irgendwann für seine Untaten bezahlen muss, doch wie es geschah, hat mich dann doch überrascht. Besonders der Zeitpunkt, wir befinden uns noch in der Mitte des Buchs, war unerwartet früh. Seinen Kopf hat Chastro zwar nicht verloren, jedenfalls nicht den eigenen im wörtlichen Sinn, dafür aber den Homunkulus, der ihm nach dem symbolischen Schnitt in den Hals verlassen hat.


    So hatte ich auch überhaupt nicht damit gerechnet, wie du schreibst, wenn, dann eher zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Buch beinahe zu Ende gewesen wäre. Ebenso hatte ich zwar die Befürchtung, dass Fiafila doch noch ein Homunkulus verpasst werden würde, aber nicht auf diese Art.



    Wenn wir davon ausgehen, dass Chastro der Verbindung Chastro-Ignuto unterlegen war und es nicht sein Widerwille war, die den Avatar stoppen ließ, dann frage ich mich, ob der Homunkulus bereits wusste, dass sie ein potentieller Träger sein könnte und sie deshalb verschont hat. Aber das würde bedeuten, dass Ignuto ebenfalls schwächer ist als die Verbindung von Mensch und Homunkulus oder an dem Wahnsinn von Chastro-Ignuto leidet.


    Ah, da haben wir uns ja genau die gleichen Fragen gestellt.



    Ihre Faszination und Neugier machen sie jedenfalls zu einem vielschichtigen und etwas widersprüchlichen Charakter. Ich bin gespannt, wie es mit ihr weitergeht und ob sie sich ähnlich wahnsinnig und sadistisch gebären wird wie Chastro-Ignuto.


    Ich muss gestehen, ich kann mich gerade einer gewissen neugierigen Faszination ebenfalls nicht entziehen, was Fiafila-Ignuto angeht :-[



    Und ob es ihm gut bekommt, dass er das Geheimnis des Klingenrauschs, den Blitzstein, gesehen hat, ist auch noch die Frage.


    Darauf bin ich auch gespannt, ob die Bewacher des Blitzsteins Eivoras stummer Bitte nachgehen werden.



    Fiafila fragt sich das wohl auch und versucht sich selbst zu beruhigen. Das wird besonders auf Seite 290 deutlich: "Das Böse ist nicht stärker als das Gute", flüsterte sie. "Ich muss das Gute in mir selbst fördern, dann verändert es meine Umgebung und schließlich die ganze Welt." Ein kluger Satz!
    Sie hadert weiter mit sich. Aber es war so schwer, Gutes zu tun, wenn man Zeugin von so viel Bösem wurde! "Ich kann es." "Das Licht erhellt die Dunkelheit"


    Diese Szene fand ich auch sehr gelungen, weil sie gut den inneren Widerstreit Fiafilas aufzeigt. Ein schönes Ziel, dass sie sich setzt, aber ob das mit dem Dämonenknirps in der Schulter noch möglich ist?



    Und sie fühlt sich so wohl damit wie in einem warmen Bett??? Wohliger geht es also kaum. Ich freue mich einerseits, andererseits bin ich sehr verwundert.


    Diese Empfindung hat mich auch total irritiert, denn mit einem warmen Bett verbinde ich Wohlgefühl und Entspannung, aber nicht Wahnsinn und Grausamkeit.

  • odenwaldcollies: Genau so sah ich es auch. Diese positiven Gefühle für Fiafila kamen von Ignuto. Vom ersten Moment an schon im Tempel. Vielleicht hatte er noch nie so etwas wie eine reine Priesterin gesehen und er war sofort von ihrer Unschuld und Reinheit besessen.


    @ rhea: ja sehe ich auch so. Die Wohlgefühle in Fiafila kamen durch Ignuto. Er hat sie vorbereitet auf alles was dann folgte. Immerhin wäre Chastro nie verletzt worden hätte sie das Messer nie an sich genommen. Ignuto hat den Tod Chastros geplant um den Träger wechseln zu können, besessen von der Anmut Fiafilas.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.


  • Was ich mich gefragte habe, wenn Chastro-Ignuto im Todeskampf nicht mit der Kohle überdeckt worden wäre, wäre dann der Dämon eventuell auch mit verstorben oder hätte er sich trotzdem einen neuen Wirten gesucht.


    Normalerweise werden Homunkuli im Glühenden Tempel gezüchtet und dann, wenn sie "reif" sind, geeigneten Trägern eingesetzt. Was Ignuto da versucht, ist eine für ihn selbst sehr gefährliche Sache - er reißt praktisch seinen gesamten Unterleib ab, um sich von Chastro lösen zu können.
    Apropos "reißen" ...
    [quote author=Seite 294]
    »Du hast ihn umgebracht!«, klagte Fiafila. Sie spürte einen reißenden Schmerz an ihrem Herzen.[/quote]
    Glaubt Ihr, es ist wirklich Fiafilas eigenes Herz, an dem sie das Reißen spürt? Schließlich liegen die Wurzeln des Homunkulus um ein anderes Herz geschlungen ... ;)



    Wenn sie auch im Kampf nicht an die Söldner rankommt, aber ihre Denkweise zeigt schon, dass sie führen kann und weiß was sie tut


    Sofern sie den Respekt ihrer Untergebenen erlangen kann, wären das auch die bei Weitem wichtigeren Qualitäten für eine Anführerin.



    Besonders der Zeitpunkt, wir befinden uns noch in der Mitte des Buchs, war unerwartet früh.


    Ja, recht viele in der Leserunde haben in der Konfrontation Eivora - Chastro-Ignuto den zentralen Konflikt des Romans erwartet. Aber das ist er nicht ... ;)



    Wenn wir davon ausgehen, dass Chastro der Verbindung Chastro-Ignuto unterlegen war und es nicht sein Widerwille war, die den Avatar stoppen ließ, dann frage ich mich, ob der Homunkulus bereits wusste, dass sie ein potentieller Träger sein könnte und sie deshalb verschont hat.


    Dann müsste er bereits recht weit vorausgeplant haben - und grundsätzlich ist es sehr selten, dass ein Homunkulus überhaupt den Träger wechselt. Sie sind schließlich eingewachsen.
    Aber vielleicht hatte er etwas anderes im Sinn. Fiafila hätte ja auch so etwas wie eine willige Jüngerin werden können - wie Prekesta oder (im Ansatz) Ulv.



    Immerhin lebt [Gonter] in Kriegslagern, ...


    Noch nicht einmal das - er ist in sicheren Schlössern und Burgen in der Heimat aufgewachsen:
    [quote author=Seite 128]
    Gonter hatte nie auf einem Schlachtfeld gestanden, ...[/quote]



    Ich kann mir gut vorstellen, dass Chastro-Ignutos widersprüchliches Verhalten auch noch eine andere Ursache hat, nämlich dass einer der Dämonen möglicherweise noch Pläne mit Fiafila hat und deshalb den Avatar gezwungen hat, gegen seine Natur zu handeln und sie zu verschonen. Aber hätte der Avatar einen dämonischen Einfluss nicht erkennen müssen?


    Welcher Teil des Avatars hätte diesen Einfluss erkennen müssen? Und hätte dieser Teil seine Erkenntnis unbedingt an den anderen Teil weitergegeben? ;)


  • Ein atemberaubender Abschnitt. Schnappatmung inklusive.
    ...
    Ab Seite 296 staune ich nur noch mit offenem Mund und werde völlig überrumpelt von allem, was nun geschieht! Es prasselt auf mich ein, dass ich nicht weiß wie mir geschieht.
    ...
    Dieser Leseabschnitt war für mich der bis jetzt der Atemberaubenste. Der Überfall war sehr spannend und ich sah alles sehr bildlich vor mir und war sehr gefesselt. Dann das Sterben Chastos und schließlich der Homunkulus, der Fiafila befällt und nun in ihr nistet. Ich war schweißgebadet und habe fast Angst weiterzulesen, weil ich nicht weiß, ob ich eine Fiafila-Ignuto ertragen kann.


    :freu:



    Die Sorge um Eivora und im Angesicht des Todes, wächst der Prinz über sich hinaus. Das hat mir gefallen, doch Gonter braucht noch mehr davon


    Bestellung aufgenommen - Lieferung erfolgt in den kommenden Leseabschnitten. ;)



    Zunächst sieht sie bei Chastro-Ignutos Foltermethoden seltsam unberührt zu. Empörung und Anklage wechseln sich mit Zurückhaltung und Berechnung ab.



    Seit der ersten Begegnung Chastro-Ignutos und Fiafila hat er diesee junge Frau begehrt UND vorbereitet! All die widersprüchlichen Gedanken Fiafilas waren die ganze Zeit über schon getrübt von dem Homunkulus. All die Hemmungen Chastros Fiafila gegenüber begründeten schon darin, dass der Homunkulus sie haben wollte von Anfang an.



    Mir kommt gerade ein Gedanke, auch wenn ich selbst nicht wirklich an ihn glaube: wir sind bisher davon ausgegangen, dass die positiven Gefühle, die Chastro Fiafila gegenüber empfand, seiner menschlichen Seite entsprungen sind, was ist aber, wenn sie von Ignuto kamen, der verhindern wollte, dass Fiafila zu Schaden kommt, weil er sie sich schon zu einem früheren Zeitpunkt als seine nächste Trägerin ausgesucht hat?


    Eine steile These - aber sie erklärt viel, was zuvor widersprüchlich erschien, oder? ;)



    Ich bin zutiefst besorgt um Fiafila, die mir so sehr ans Herz gewachsen ist.


    Im Kontext dieser Geschichte ist die Formulierung ans Herz wachsen ein bisschen pikant - denken wir mal an die Wurzeln eines Homunkulus ... ;D



    Puh, so hatte ich mir das mit dem Kopf-ab aber nicht vorgestellt: sie sollten doch dem Homunkulus zuerst den Kopf abschlagen


    Liebes Tagebuch,
    wie man es auch macht, ist es immer falsch!
    :'(



    Und warum kann Chastro durch Ignuto keine Gefühle von Fiafila empfangen? Dass man nichts bzw. nur Neutrales empfängt, geht doch nur, wenn man keine Gefühle hätte, oder nicht? Denn selbst positive Gefühle schmecken unangenehm süß für einen Avatar. Keine Gefühle ist aber bei Fiafila nicht der Fall. Oder verhindert es Ignuto, das Chastro die Gefühle empfangen kann?


    Streng genommen kann Chastro es überhaupt nicht - diese Fähigkeit hat Ignuto, und er leitet das, was er wahrnimmt, an Chastro weiter - oder eben auch nicht ... ;D



    Hat Treskor das womöglich vorausgesehen oder geahnt (oder von den Dämonen einen Tipp bekommen) und hat deshalb die Anweisung gegeben, Fiafila zu verschonen?


    Aha, dann haben wir jetzt eine zweite These zu Treskors Motivation. Die erste war ja, dass er Kesters Wunsch respektiert, weil Kester für ihn irgendwie wichtig ist.



    Sagt mal, kann ich mich jetzt nur nicht erinnern: hat Ignuto jemals mit Chastro so gesprochen, wie er mit Fiafila spricht?


    Nein, hat er nicht - gut beobachtet!
    :klatschen:



    Bei einer 12-jährigen und nachdem, was sie kürzlich erleben musste, hätte ich gedacht, sie rennt davon oder bricht zusammen, als sie mitansehen muss, wie Ignuto von Fiafila Besitz ergreift, stattdessen erscheint sie ganz klar.


    Vielleicht wie jemand, die kürzlich in Kontakt mit dem Dämonischen gekommen ist (wenn auch auf wenig vorteilhafte Art), und die deswegen vorerst nichts mehr schocken kann? ;)



    Hat sie besondere Fähigkeiten oder geht es darum, den Ewigen damit eines auszuwischen, indem die Dämonen eine ihrer Priesterinnen komplett unter ihre Gewalt bringen, um damit zu beweisen, dass das Böse schlussendlich immer siegt bzw. attraktiver ist als das Gute?


    Tja, das ist die Frage: Was macht Fiafila für Ignuto attraktiv? Ist es eher eine persönliche Motivation? Folgt er perönlichen Gelüsten? Oder treibt ihn ein übergeordnetes Motiv an?



    Gonter hat noch nie einen Menschen getötet? Das hat mich jetzt doch überrascht, auch wenn wir wussten, dass ihn sein Vater von der vordersten Front ferngehalten hat, dennoch hätte ich gedacht, dass er vielleicht schon mal in die eine oder andere brenzlige Situation gekommen wäre.


    Für Gonter ist ein echter Kampf bislang etwas Theoretisches ...



    Es muss also wirklich einen geheimen Zugang zur Stadt geben und das wird wahrscheinlich auch der Weg sein, den Eivora und Nirto später nehmen werden.


    Wir nähern uns dem Prolog ... ;)



    Ich muss gestehen, ich kann mich gerade einer gewissen neugierigen Faszination ebenfalls nicht entziehen, was Fiafila-Ignuto angeht :-[


    :freu:



    Es ist eben eine Söldnerlegion und kein Nonnenkloster. Da herrschen ganz andere Sitten.


    Genau! Tagesbefehl: Alle mal zusammenreißen ... >:(


  • Bestellung aufgenommen - Lieferung erfolgt in den kommenden Leseabschnitten. ;)


    Juhu! Wir bekommen "Post". ;) ;D



    Liebes Tagebuch,
    wie man es auch macht, ist es immer falsch!
    :'(


    Lieber Bernd, dürfte ich einen Vorschlag machen? Wie wäre es, wenn du bei der nächsten Leserunde einfach die nächsten Kapitel schreibst, NACHDEM wir dir Rückmeldung gemacht haben? Wie wäre das? Die "Fehlerquote" und die traurigen Tagebucheinträge wären dann deutlich geringer. *neue Box Taschentücher rüberreich*



    Aha, dann haben wir jetzt eine zweite These zu Treskors Motivation. Die erste war ja, dass er Kesters Wunsch respektiert, weil Kester für ihn irgendwie wichtig ist.


    Stimmt. Von dem haben wir ja auch schon eine Weile nichts mehr gelesen. Taucht Treskor noch mal in diesem Band auf oder erst im nächsten wieder?



    Tja, das ist die Frage: Was macht Fiafila für Ignuto attraktiv? Ist es eher eine persönliche Motivation? Folgt er perönlichen Gelüsten? Oder treibt ihn ein übergeordnetes Motiv an?


    Na toll! Da stellt man dem Autor mal eine Frage und bekommt lauter Gegenfragen, aber keine Antworten. >:(



    Genau! Tagesbefehl: Alle mal zusammenreißen ... >:(


    Zu Befehl, Herr General! *Hacken zusammenschlag* 8)

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"


  • Was Ignuto da versucht, ist eine für ihn selbst sehr gefährliche Sache - er reißt praktisch seinen gesamten Unterleib ab, um sich von Chastro lösen zu können.


    Hat das überhaupt schon mal ein Homunkulus probiert? Und wenn es so selten bzw. noch nie geschehen ist, dann dann bekommt die Frage, ob und warum sich Ignuto gezielt Fiafila ausgesucht hat, ein zusätzliches Gewicht. Dann würde unsere These, dass Ignuto gezielt Chastro über Fiafilas Empfinden im Unklaren gelassen hat, immer wahrscheinlicher. Wie du schreibst, das könnte tatsächlich einiges erklären.



    [quote author=Seite 294]
    »Du hast ihn umgebracht!«, klagte Fiafila. Sie spürte einen reißenden Schmerz an ihrem Herzen.


    Glaubt Ihr, es ist wirklich Fiafilas eigenes Herz, an dem sie das Reißen spürt? Schließlich liegen die Wurzeln des Homunkulus um ein anderes Herz geschlungen ... ;)
    [/quote]


    Stimmt - an der Stelle dachte ich noch, na Fiafila, du musst es mit deinem Entsetzen nicht gleich übertreiben, so sehr kann dir Chastro doch schließlich nicht ans Herz gewachsen sein ;D


  • Nein, hat er nicht - gut beobachtet!
    :klatschen:


    Aha, jetzt bin ich ja echt gespannt auf Fiafila-Ignuto.



    Vielleicht wie jemand, die kürzlich in Kontakt mit dem Dämonischen gekommen ist (wenn auch auf wenig vorteilhafte Art), und die deswegen vorerst nichts mehr schocken kann? ;)


    Dennoch finde ich ihre Reaktion sehr erstaunlich; wenn sie schon nicht wegrennt, hätte sie dennoch durchdrehen und vllt. Fiafila anschreien können, dass sie den Homunkulus töten soll, da sie selbst miterlebt hat, zu was Ignuto in der Lage ist. Immerhin hat sie sich kurz zuvor noch aus lauter Verzweiflung und Scham umbringen wollen. Vielleicht hat sie aber auch als Einzige genau verstanden, was vor sich geht und gewusst, dass jegliche Gegenreaktion sinnlos ist. Aber gerade diese Abgeklärtheit in dieser Situation macht Yra für mich jetzt so spannend und ich hoffe, wir lesen noch mehr von ihr. Ein wenig erinnerte sie mich in dem Moment an Fiafila beim Überfall auf ihren Tempel.



    Tja, das ist die Frage: Was macht Fiafila für Ignuto attraktiv? Ist es eher eine persönliche Motivation? Folgt er perönlichen Gelüsten? Oder treibt ihn ein übergeordnetes Motiv an?


    Eine sehr gute Frage. Fiafila durchzuckt kurz der Gedanke, als sie Yra um Hilfe bittet, ob es nicht vielmehr darum ginge, Harnastes zu besänftigen - dieser Gedanke passt an dieser Stelle weniger zu Fiafila, sondern vielmehr zu Ignuto, finde ich. Bedeutet das, dass der Homunkulus hier gegen den Willen "seines" Dämons handelt? Das würde dann eher für eine persönliche Motivation sprechen. Wenn ja, dann müsste ich meine Ansicht über den Homunkulus ändern, denn bisher dachte ich, da er eine Art künstliches Menschlein ist, dass er eine Art Interface zwischen Mensch und den Dämonen darstellt und seinem Träger die Möglichkeit gibt, auf dämonische Fähigkeiten zugreifen zu dürfen - und damit eher nicht eigenständig handelt. Also, jetzt bin ich echt sehr neugierig auf den Homunkulus. Also bitte erstmal nicht mehr den Kopf abschlagen, von mir bekommt er Aufschub ;D



    Genau! Tagesbefehl: Alle mal zusammenreißen ... >:(


    :stillgestanden:


  • Puh, so hatte ich mir das mit dem Kopf-ab aber nicht vorgestellt: sie sollten doch dem Homunkulus zuerst den Kopf abschlagen :o Fiafila hat Yras Folter tatsächlich so aufgewühlt, dass sie Chastro-Ignuto in seinem Zelt zur Rede stellt. Dann überschlagen sich die Ereignisse: die Ygôder schlagen zurück und Chastro findet ein Ende. Nicht, dass ich das sehr bedauern würde, aber Ignuto lebt noch und ich könnte mir vorstellen, dass er das größere Übel ist.


    Jetzt sei doch nicht enttäuscht. ;D Aber ich sehe es wie du. So überraschend und schnell hätte ich nicht damit gerechnet.



    Stimmt, auch Chastro verhält sich total widersprüchlich, indem er einmal Fiafila bewundert und es ihm zuwider ist, ihr zu schaden und dann wiederum geht er mit der Peitsche auf sie los - und das alles mitten in einem Kampf auf Leben und Tod. Mir kommt gerade ein Gedanke, auch wenn ich selbst nicht wirklich an ihn glaube: wir sind bisher davon ausgegangen, dass die positiven Gefühle, die Chastro Fiafila gegenüber empfand, seiner menschlichen Seite entsprungen sind, was ist aber, wenn sie von Ignuto kamen, der verhindern wollte, dass Fiafila zu Schaden kommt, weil er sie sich schon zu einem früheren Zeitpunkt als seine nächste Trägerin ausgesucht hat?


    Ich muss zugeben, dass ich auf diese Gedanken eher weniger gekommen wäre. ;)
    Zumal der Charakter Chastro-Ignuto mir zu wenig nachvollziehbar war. Ich meine er ist/war ja einfach nur irgendwie irre. So habe ich über ihn auch nicht besonders viel nachgedacht und ihn einfach mal machen lassen.


    Dass Ignuto jetzt irgendwie "frei" ist, überrascht mich etwas. Hat er sich auf Fiafilas Schulter gebeamt, oder wie läuft das? Warum kann sie ihn nicht abschütteln?

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)


  • Dass Ignuto jetzt irgendwie "frei" ist, überrascht mich etwas. Hat er sich auf Fiafilas Schulter gebeamt, oder wie läuft das? Warum kann sie ihn nicht abschütteln?


    Weil er sich in sie hineinbohrt und dann Wurzeln schlägt. ;)
    [quote author=Seite 296f]
    Sein grausames, mundloses Gesicht war ihr so nah, dass sie es beinahe mit der Nase streifte. Die Händchen krallten sich in ihrer Haut fest. Ihre Tunika war zerrissen, dampfendes Blut quoll darüber, und der steinfarbene Körper bewegte sich hin und her, wie ein Hobel oder ein Reiter.[/quote]


  • Weil er sich in sie hineinbohrt und dann Wurzeln schlägt. ;)
    [quote author=Seite 296f]
    Sein grausames, mundloses Gesicht war ihr so nah, dass sie es beinahe mit der Nase streifte. Die Händchen krallten sich in ihrer Haut fest. Ihre Tunika war zerrissen, dampfendes Blut quoll darüber, und der steinfarbene Körper bewegte sich hin und her, wie ein Hobel oder ein Reiter.


    [/quote]


    Hm, aber dann ist der kleine Kerl ganz schön kräftig!
    Wenn bei mir auf der Schulter jemand hobeln würde, würde ich vermutlich erstmal versuchen das Ding runterzubekommen, mich auf dem Boden wälzen oder gegen einen Baum laufen. ;)


    Aber wie kommt er auf ihre Schulter? ???

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)


  • Wenn bei mir auf der Schulter jemand hobeln würde, würde ich vermutlich erstmal versuchen das Ding runterzubekommen, mich auf dem Boden wälzen oder gegen einen Baum laufen. ;)


    Als ich die Stelle gelesen habe, da hat es mich geschüttelt und ich habe instinktiv mal die linke Schulter eingezogen ;D


  • Aber wie kommt er auf ihre Schulter?


    Auf Seite 294 spürt Fiafila ein Reißen an ihrem Herzen. Da hat Ignuto aber schon nach ihrem Geist gegriffen, in Wirklichkeit reißt er sich aus Chastros Körper heraus, und seine Wurzeln liegen um dessen Herz.
    Danach fühlt sich Fiafila zur Hitze und den Kohlen hingezogen ...
    Sie spürt den Schmerz in ihrer (eigentlich Chastros) Schulter, als sich Ignuto endgültig herauszieht (Seite 296 oben) und legt sich neben die Kohlen. Sie weiß nicht, wie lange sie dort liegt (296 Mitte) und in dieser Zeit schleppt sich unser Homunkulus, der gerade den größten Teil seines (Unter-)Körpers abgerissen hat, an sein Ziel ...
    In dieser Extremsituation kann er also den Geist seines nächsten "Opfers" = der erwählten Trägerin beeinflussen, wie eine Schlange ihre Beute mit einem Gift betäuben kann.

  • Okay, das hatte ich mich zwar auch gefragt, aber im Nachhinein wollte ich das nicht so genau wissen. :o

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"


  • Okay, das hatte ich mich zwar auch gefragt, aber im Nachhinein wollte ich das nicht so genau wissen. :o


    Sind Ärzte unter uns? Die können von diesem chirurgischen Eingriff bestimmt noch was lernen. ;D

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

  • Sind Ärzte unter uns? Die können von diesem chirurgischen Eingriff bestimmt noch was lernen. ;D


    Ich glaube, ich gehe zu keinem Arzt mehr, der eine Faszination für Homunkuli hat. Das ist ab sofort die erste Frage, die ich beim Arztbesuch stellen werde: Was halten Sie von einem Homunkulus?

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"