05: Seite 208 - Seite 263 (Kap. 11)

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 208 bis Seite 263 (Kapitel 11 "Die Liebe, die Gier und der Hass") schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Dieser Abschnitt besteht nur aus einem Kapitel, aber das hat es in sich. Wenn man die Kapitel-Überschrift liest, fängt alles harmlos an.


    Die Liebe:
    Das trifft wohl auf Eivora und Gonter zu, die sich in diesem Abschnitt näher kommen. Eivora zeigt sich wenig schüchtern und versucht, den Prinzen mit ihren Reizen zu verführen, nachdem sie zuvor für eine Wette noch einen anderen jungen Mann geküsst hat. Nach einem Glückskuss von Gonter vor der Schlacht geht es danach dann direkt zur Sache und wieder zeigt sich, dass Eivora Silbermünzen mag. - Hat das eigentlich eine besondere Bedeutung, Bernd? Woher stammt ihre Faszination für diese unterschiedlichen Münzen? Oder erfahren wir das noch?


    Vorher zeigen Eivora und ihre Söldner des Sturmbanners aber noch, dass sie ein Herz haben, als sie ein verloren gegangenes Kind retten und wieder mit seinen Eltern vereinen - oder zumindest König Harlefs Soldaten damit beauftragen.


    Die Gier und der Hass:
    Andere Kinder kommen dafür nicht unbeschadet davon. Da ist zum einen der 12-jährige Waisenjunge Ulv, der auf dem besten Weg ist, Chastro-Ignutos Lehrling in Sachen Hass, Folter und Vergewaltigung zu werden. Aber ist nicht das eigentliche Opfer dieses Abschnitts. Auf Drängen des Avatars (Prekesta lauert in der Szene natürlich auch wieder im Hintergrund) und der Kampfherrin Iskala - die hat es bei mir nun auch unwiderruflich verscherzt - will sich der Junge beweisen, ernst genommen werden und vergewaltigt und quält dafür ein Mädchen seines Alters. Doch neben seinem kindischen bockig-störrischen Verhalten während der Berichterstattung - er wird von Iskala und Chastro-Ignuto auch noch als Spion missbraucht - zeigt sich auch eine sadistische Seite, die wir Leser zwar nicht unmittelbar erleben, aber nachher in der Erzählung des 12-13-jährigen Vergewaltigungsopfers Yra erzählt bekommen. In dieser Hinsicht ist das Kapitel nicht ganz einfach zu lesen.


    Ach ja, zwischendurch gibt es noch Erkundigungen und erste Kämpfe mit den Verteidigern von Ygôda, die aber angesichts der sexuellen Komponente (sowohl positiv als auch negativ) des Kapitels jedoch in den Hintergrund treten.


    Mal ein Zwischenstand bei meinen Sympathien und Antipathien, so sieht es momentan aus:


    gut/mag ich: Eivora, Gonter, Aglix, Pirlitu


    neutral/mir schnurz: Fiafila, Leronn, Nirto, weitere Söldner, Kistur


    böse/Kopf-ab-Fraktion: Chastro-Ignuto, Prekesta, König Harlef, Iskala, Ulv


    Jetzt bin ich gespannt, was uns im nächsten Abschnitt erwartet, und schleife schon mal meine Axt. Ich habe eine Ahnung, dass ich sie bald einsetzen werde. :barbar:

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"

    Einmal editiert, zuletzt von Nicole Gozdek ()

  • In diesem Kapitel nimmt das Buch wieder etwas mehr Fahrt auf und wir erleben eine erste Schlacht, wenn auch nur eine kleine, mit.


    In diesem Kapitel sind auch viele zwischenmenschliche Dinge passiert, die uns zeigen, dass auch Söldner ein Herz haben. So brachten Eivora und ihre Söldner des Sturmbanners ein kleines Kind zu seinen Eltern zurück. Eivora und Gonter kommen sich näher und am Ende sehr nahe. Beim ersten Näherkommen wurden sie ja unterbrochen, als einige Krieger aus der Stadt ausbrachen und die Söldnertruppe gleich mal zum Kampf riefen. Da reichte es dann nur noch zu einem Glückskuss von Gonter. Aber nach der gewonnenen Schlacht ging es dann gleich zur Sache.


    Im letzten Abschnitt begann ich ja schon Mitleid mit Chastro-Ignuto zu haben - aber das hat sich in diesem Teil des Buches schnell wieder verflüchtigt. Was er mit den zwei Kindern anstellt, nur um seinem Sadismus zu fröhnen. Auch wenn Ulv der Vergewaltiger und Quäler des Mädchens war, glaube ich nicht dass er nicht auch ein Opfer ist. Ich bin mir nicht sicher, ob er das so ohne weiteres wegsteckt, was er dem Mädchen angetan hat. Allerdings gehört auch ein gewisses Maß an Sadismus dazu, so etwas durch zu ziehen - also ganz so unschuldig ist er dann wohl doch nicht. Jedenfalls scheint er leicht beeinflussbar zu sein. Also genau der richtige Lehrling für Chastro-Ignuto.


    Und Fiafila rettet das junge Mädchen vorm Selbstmord. Ob sie ihm da jetzt einen großen Gefallen getan hat? Ich glaube ich möchte gar nicht in allen Einzelheiten erfahren, was Ulv ihr angetan hat. Die paar Sätze, welche sie Fiafila verraten hat, reichen mir schon völlig aus um mir ihr Martyrium vorstellen zu können. Sollte aus Fiafila wirklich noch zur Rächerin werden - bis jetzt war sie ja immer die Verzeihende, die nie wirklich böse geworden ist. Aber ich glaube irgendwann reichen die Grausamkeiten auch für den noch so friedfertigen Menschen aus, Rachegelüste zu bekommen.


    Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf das nächste Kapitel und die Weiterentwicklung der Figuren.


  • Nach einem Glückskuss von Gonter vor der Schlacht geht es danach dann direkt zur Sache und wieder zeigt sich, dass Eivora Silbermünzen mag. - Hat das eigentlich eine besondere Bedeutung, Bernd? Woher stammt ihre Faszination für diese unterschiedlichen Münzen?


    Ich habe mich lange gefragt, wieso viele Hauptfiguren eine Besonderheit haben. Der Anwalt in "Liebling, Kreuzberg" ist ganz vernarrt in Götterspeise, der Mathematiker in "Dino Park" trägt nur Schwarz, das Oberhaupt von Haus Harkonnen hat eine unheilbare Hautkrankheit im Gesicht. Nichts davon trägt zur Handlung bei.
    Aber es hilft dabei, dass wir Leser etwas mit einer Figur verbinden und sie interessanter finden. Wenn man auf einer Party jemanden kennenlernt, der alle Flüsse auswendig kennt, die durch Deutschland fließen, und sie auf einer Umrisskarte treffsicher einzeichnen kann - dann bringt uns das nichts, aber es ist erst einmal interessant. Oder der Typ, der eine Cocktailolive auf der Nase balancieren kann ...
    Inzwischen nutze ich solche "Ticks" ganz gern. Zarria in Drachenmahr fühlt sich nur wohl, wenn sie Handschuhe trägt, und Eivora mag Silbermünzen. Dass sie von Berufswegen immer wieder in Kontakt mit Münzen unterschiedlicher Prägung kommt, gefällt ihr sicher gut ... ;)



    Vorher zeigen Eivora und ihre Söldner des Sturmbanners aber noch, dass sie ein Herz haben, als sie ein verloren gegangenes Kind retten und wieder mit seinen Eltern vereinen - oder zumindest König Harlefs Soldaten damit beauftragen.


    Bei dieser Szene war es etwas merkwürdig. Sie kam erst nach dem Vorlektorat rein, weil es da die Anregung gab, in diesem Bereich des Romans den Fokus auf die Aktivitäten der Söldner (versus den Handlungsstrang um Chastro-Ignuto) noch etwas zu verstärken. Als sie dann geschrieben war, meinte meine Lektorin: "Was soll denn das - kann das raus?"
    :D
    Wie Ihr seht, ist es drin geblieben. Inzwischen hatte ich selbst mein Herz für die weiche Seite insbesondere von Leronn entdeckt.
    :herz:



    ...
    neutral/mir schnurz: Fiafila, ...


    Hm, immer noch? Denn immerhin ...:


    Und Fiafila rettet das junge Mädchen vorm Selbstmord.



    ...
    böse/Kopf-ab-Fraktion: Chastro-Ignuto, ...


    Beide Köpfe oder nur einer? ;D



    Aber nach der gewonnenen Schlacht ging es dann gleich zur Sache.


    Diese Szene habe ich umgeschrieben. In der ersten Version kam eine Rose statt der Silbermünzen zum Einsatz, aber das war dann doch zu nah an einer bekannten Werbung für eine Sektmarke. Wie gefällt Euch die jetzige Variante?



    Im letzten Abschnitt begann ich ja schon Mitleid mit Chastro-Ignuto zu haben - aber das hat sich in diesem Teil des Buches schnell wieder verflüchtigt. Was er mit den zwei Kindern anstellt, nur um seinem Sadismus zu fröhnen.


    Liebes Tagebuch,
    der nette Avatar von nebenan wird wieder völlig verkannt! :'(
    Dabei ist er doch nur fleißig im Dienst der Dämonen unterwegs. Man unterschätzt immer, wie anstrengend das ist, das Böse in die Welt zu tragen und dann am Köcheln zu halten! Da ist die Jugendarbeit natürlich besonders wichtig ... Möglichst früh muss man den Schlabberherz-Tendenzen etwas entgegensetzen ...

  • So, ich habe es dann auch endlich geschafft, hier anzukommen. Das war der erste Abschnitt, der sich für mich etwas hingezogen hat.


    Leronn wirft Eivora also Versagen vor, weil sie Ziguns Tod nicht gerächt hat. Eivora bekommt immer noch nicht die Anerkennung, die ihr eigentlich zusteht. Ich bin mir aber sicher, dieser Moment wird irgendwann kommen!


    Seite 231 /232: Es wird deutlich, dass es andere Dinge als Silber gibt wofür es sich lohnt zu kämpfen. Imgo gibt Eivora das zu bedenken in dem er sagt: "...aber ich habe ein Zuhause, zu dem ich zurückkehre. Ich lebe in einem Dorf, in dem man mich kennt und mich respektiert, weil ich für unseren König gekämpft habe." Und weiter sagt er: "Und wenn ich falle, dann wird man mich in ein Grab legen, über dem ein Stein mit meinem Namen steht. Jeder wird wissen, dass mein Mut größer war als die Gefahr und meine Liebe zur Heimat stärker als meine Angst."
    Eivora kommentiert das Ganze nüchtern: "Du wirst es nicht mehr wissen, weil du dann tot bist."


    Ein interessanter Austausch, zweier so unterschiedlicher Auffassungen vom Sterben. Es zeigt, dass Eivora eigentlich nichts hat, an dass sie glaubt. Sie ist Söldnerin und sie denkt gar nicht an ihren eigenen Tod, vermutlich weil sie das im Kampf schwächen würde. Ein Kämpfer, der sich mit dem eigenen Tod beschäftigt hat vermutlich bereits vor dem Beginn der Schlacht verloren. Dennoch zeigt es mir, dass Eivora in ihrem Leben nichts hat, auf das sie hoffen kann. NOCH nicht (doch das ändert sich ja im Verlaufe dieses Abschnitts)
    Eivora wird mir unsymapthischer...es ist ihre Art andere abfällig zu behandeln, die mir etwas aufstößt.


    Ihre Einstellung Männern gegenüber ist auch sehr fordernd. Seite 235: "Ein gewisser Wille, sich zu nehmen, was man begehrt....gehört zu einem Mann." Sie fordert von Gonter förmlich ein, dass er sie jetzt endlich mal anständig "nimmt". Das hat mich gewundert, doch langsam fügt sich mein Bild von Eivora.


    Wieder eine Stelle in der mir Eivora sehr unsymapthisch wird: (Seite 241) Neben ihr stand Fiafila, die wie immer so überheblich sauber war, als glaube sie, der Schmutz der Welt sei nur für andere bestimmt. Vielleicht fühlt sich Eivora neben Fiafila einfach "unrein" und das nicht ohne Grund, denn es ist so! Fiafila ist rein und unschuldig, hilfbereit und gütig. Und Eivora? Für mich eine eiskalte, blutbesudelte Kämpferin und Mörderin (ja ich weiß es ist eigentlich kein Mord , doch für mich irgendwie schon). Aber ich weiß auch, Eivora wurde so durch ich Umfeld geprägt, sie musste so werden um zu überleben. Ich weiß auch im Grunde ihres Herzens will sie mehr als all das Kämpfen!)


    Ab Seite 250 kommt dann, was ich befürchtet habe. Gonter und Eivora! Das würde sie ihm austreiben. "Komm mit!" Holla, die Waldfee, was ist denn jetzt los? :totlach: Immer noch finde ich, die beiden passen nicht zueinander, dennoch ist das Liebesspiel prickelnd. "Mal sehen wie wild dieser Löwe wirklich ist." Huii. Ok, eine starke Kämpferin steht sicher nicht auf Blümchensex, sie weiß was sie will und sie will es...und zwar jetzt! Das gefällt mir gut, auch wenn es mich überrascht hat. Daneben erscheint mir Gonter nach wie vor zu blass. Er müsste schon etwas dominanter sein, ihr mal zeigen wo es lang geht usw. Die Spielerei mit den Münzen ist nett. Eivora steht ja so auf Münzen und sammelt sie sogar. Wird es noch mehr Spielzeug geben? :totlach: Wenigstens macht Gonter an einer Stelle eine gute Figur. Seite 254: "Gonter war groß. Er brauchte Platz" ist an dieser Stelle wohl eigentlich nicht wirklich der Finger gemeint. :unschuldig: Und dann beendet der Autor das heiße Spielchen und schmeißt uns raus. Schade, das war echt gemein! Mittendrin wird ausgeblendet. ::)


    Am Ende bahnt sich bei Fiafila etwas an, was ich vermutet und erhofft habe. Sie greift selbst zur Waffe. (Sie kommt nochmal ganz groß raus!) Liebevoll rettet sie die geschundene kleine Yra und zeigt, was sie kann. Fiafila ist den Menschen verbunden in Liebe und Fürsorge und das liebe ich so sehr an ihr. Sie ist meine absolute Lieblingsfigur! Sie will nicht mehr passiv sein, Yra liefert ihr nur einen weiteren guten Grund endlich aktiv zu werden. Sie will die KLeine beschützen vor Leid und Elend. Welch rührende Stelle.


    Tja, ich bin hin und hergerissen zwischen Eivora und Fiafila. Ich denke ich kann mich mit beiden identifizieren. Ich wäre weder das eine noch das andere, sondern vermutlich eine Mischung aus den Beiden! Man sollte beide Fähigkeiten im Leben haben: Güte und Fürsorge den Mitmenschen gegenüber, aber auch den Schneid sich mal als Frau etwas einzufordern (gerade sexuell) wie Eivora. Lange Zeit galt das ja als verpöhnt. Eivora ist also eine sehr moderne Frau, die weiß was sie will und es sich auch nimmt.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Nicole: Ulv kommt in die "Kopf-ab Fraktion"? Er ist noch ein Junge ( da haben wir sie wieder die Frage nach den jungen Tätern) und tut, was von ihm erwartet wird, bzw. Was er glaubt tun zu müssen, um endlich zum Kreise der Männer zu gehören. Das entschuldigt nicht seine Tat, dennoch sollte es eine Überlegung wert sein, ob einem jungen noch unreifen und lebensunerfahrenen Jungen, der in dieser Welt groß wurde überhaupt ein Unrechtsbewusstsein hat. Ich denke Ulv hat das sehr wohl. Anfänglich zögerte er ja auch sehr. Trotzdem ist es für mich mit Jugendlichen immer so eine Sache. Klar ist hingegen, dass Chastro-Ignuto mal wieder ganz der Homunkulus ist und sich labt am Leid eines Mädchens. Angst geilt ihn derart auf, dass es nur widerlich ist. Ich glaube das ist oft so z.b bei Sexualverbrechern. Denen geht es immer mehr um die Angst des Opfers, die ihnen dieses Gefühl der Erhabenheit Macht und Kontrolle gibt, das sie anscheinend sonst im Leben nirgendwo finden können. Auch wenn ich den Homunkulus berücksichtige widert mich die Combo Chastro-Ignuto an. Am besten dieser kleine Teufel auf seiner Schulter wird endlich rausgeschnitten.

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  • Bernard: Diese Szene habe ich umgeschrieben. In der ersten Version kam eine Rose statt der Silbermünzen zum Einsatz, aber das war dann doch zu nah an einer bekannten Werbung für eine Sektmarke. Wie gefällt Euch die jetzige Variante


    Oh Gott nein keine Rosen! Sonst mutiert Gonter noch zum Bachelor 😂 Münzen fand ich sehr gut...Gerade das Gefühl auf der Haut...Sicher sehr sinnliche und so passend zu Eivora! Puuhh zum Glück hast du DAS umgeschrieben.

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  • Ach und wann lässt Gonter endlich den Löwen raus, den Eivora in ihm sieht, bis jetzt mutet er eher wie ein Schmusekätzchen an. :D

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  • Nicole: Ulv kommt in die "Kopf-ab Fraktion"? Er ist noch ein Junge ( da haben wir sie wieder die Frage nach den jungen Tätern) und tut, was von ihm erwartet wird, bzw. Was er glaubt tun zu müssen, um endlich zum Kreise der Männer zu gehören. Das entschuldigt nicht seine Tat, dennoch sollte es eine Überlegung wert sein, ob einem jungen noch unreifen und lebensunerfahrenen Jungen, der in dieser Welt groß wurde überhaupt ein Unrechtsbewusstsein hat. Ich denke Ulv hat das sehr wohl. Anfänglich zögerte er ja auch sehr. Trotzdem ist es für mich mit Jugendlichen immer so eine Sache. Klar ist hingegen, dass Chastro-Ignuto mal wieder ganz der Homunkulus ist und sich labt am Leid eines Mädchens. Angst geilt ihn derart auf, dass es nur widerlich ist. Ich glaube das ist oft so z.b bei Sexualverbrechern. Denen geht es immer mehr um die Angst des Opfers, die ihnen dieses Gefühl der Erhabenheit Macht und Kontrolle gibt, das sie anscheinend sonst im Leben nirgendwo finden können. Auch wenn ich den Homunkulus berücksichtige widert mich die Combo Chastro-Ignuto an. Am besten dieser kleine Teufel auf seiner Schulter wird endlich rausgeschnitten.


    Du darfst die Einteilung nicht soo streng sehen. Ich habe die Gruppe "Böse" und die "Kopf-ab-Fraktion" zusammengeschmissen. Da gibt es schon noch Abstufungen.


    Ich glaube schon, dass Ulv ein Opfer ist, wenn auch nicht das Hauptopfer in diesem Schreckensszenario, und dass die Manipulation durch die anderen ihn zu der grausigen Tat getrieben hat. Doch andererseits hat er bereits Züge, die mir sehr bedenklich erscheinen. Ich glaube kaum, dass er schlaflose Nächte haben und bereuen wird, was er Yra angetan hat. Und so wie das Mädchen es schildert, waren die Verbrennungen seine Idee, nicht Chastro-Ignutos oder die der anderen. Und wie man es dreht und wendet, selbst ein geiler kleiner Junge wie Ulv denkt zuerst an seine eigene Befriedigung - und anscheinend ist die nicht nur sexuell, sondern auch sadistisch.


    Ich frage mich natürlich auch, inwieweit die Welt und sein Leben Einfluss auf seine Entwicklung haben. Ist er ein Mensch, der seine Aggressionen auf jeden Fall gegen andere ausgelebt hätte? Die erste Charakterisierung, die wir von Ulv bekommen, ist Wut. Steckte da also bereits ein böser Kern in ihm und das korrumpierte Trio fördert diesen Kern? Oder haben sie ihm die negativen Eigenschaften eingepflanzt?


    Du sprichst von Uls Zögern, doch hat er Bedenken oder kann er nicht einschätzen, ob es ein Trick von Iskala und den anderen ist. Iskala wird als sehr wankelmütig beschrieben, die von Bestrafung zu Belohnung schwankt. Es hätte natürlich auch sein können, dass er sich erst einmal vergewissern wollte, dass er belohnt und nicht bestraft wird.


    Ehrlich gesagt, momentan wissen wir noch zu wenig, um Ulv einschätzen zu können. Und solange ich nicht deutlich Reue bei ihm erkenne oder einen anderen Charakter aus der Vergangenheit von ihm vorgeführt bekomme, bleibt er für mich erst einmal in dieser Kategorie. Und sorry, auch andere Psychopaten waren mal 12 Jahre alt. Sein Alter gibt ihm aus meiner Sicht keinen Freifahrtschein auf die Liste der guten Figuren, von wegen er ist nur fehlgeleitet worden.

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  • Ich habe mich lange gefragt, wieso viele Hauptfiguren eine Besonderheit haben. Der Anwalt in "Liebling, Kreuzberg" ist ganz vernarrt in Götterspeise, der Mathematiker in "Dino Park" trägt nur Schwarz, das Oberhaupt von Haus Harkonnen hat eine unheilbare Hautkrankheit im Gesicht. Nichts davon trägt zur Handlung bei.
    Aber es hilft dabei, dass wir Leser etwas mit einer Figur verbinden und sie interessanter finden. Wenn man auf einer Party jemanden kennenlernt, der alle Flüsse auswendig kennt, die durch Deutschland fließen, und sie auf einer Umrisskarte treffsicher einzeichnen kann - dann bringt uns das nichts, aber es ist erst einmal interessant. Oder der Typ, der eine Cocktailolive auf der Nase balancieren kann ...
    Inzwischen nutze ich solche "Ticks" ganz gern. Zarria in Drachenmahr fühlt sich nur wohl, wenn sie Handschuhe trägt, und Eivora mag Silbermünzen. Dass sie von Berufswegen immer wieder in Kontakt mit Münzen unterschiedlicher Prägung kommt, gefällt ihr sicher gut ... ;)


    Ah , okay. Ich dachte, dass es vielleicht persönliche Gründe hat oder mit ihrer Mutter zu tun hat, warum sie eine derartige Fasziniation für Silbermünzen hat. Aber die andere Erklärung akzeptiere ich natürlich auch. ;)



    Bei dieser Szene war es etwas merkwürdig. Sie kam erst nach dem Vorlektorat rein, weil es da die Anregung gab, in diesem Bereich des Romans den Fokus auf die Aktivitäten der Söldner (versus den Handlungsstrang um Chastro-Ignuto) noch etwas zu verstärken. Als sie dann geschrieben war, meinte meine Lektorin: "Was soll denn das - kann das raus?"
    :D
    Wie Ihr seht, ist es drin geblieben. Inzwischen hatte ich selbst mein Herz für die weiche Seite insbesondere von Leronn entdeckt.
    :herz:


    *streicht sich den Tag im Kalender an* Des Autors weiches Herz hat sich in Leronn und der Kinderrettung offenbart und muss sich nun den Schrecken der dämonischen Welt stellen. Wer in diesem Kampf wohl der Sieger sein wird? ???:unschuldig:



    Hm, immer noch? Denn immerhin ...:


    Ja, sorry. Ich werde einfach noch nicht warm mit ihr. :-[ Das kann sich ja im Verlauf der Geschichte noch ändern, aber die Einteilung ist ja auch nur vorläufig.




    Beide Köpfe oder nur einer? ;D


    Ich bin großzügig: Einer reicht mir. ;) :barbar:



    Diese Szene habe ich umgeschrieben. In der ersten Version kam eine Rose statt der Silbermünzen zum Einsatz, aber das war dann doch zu nah an einer bekannten Werbung für eine Sektmarke. Wie gefällt Euch die jetzige Variante?


    Rosen wären mir zu klischeehaft und sie passen aus meiner Sicht auch nicht zu Eivora geschweige denn zur rauen Söldnerwelt, in der das Feuer schnell solche zarten Pflanzen verdorren lassen würde. Münzen sind eindeutig besser.

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  • Bei dieser Szene war es etwas merkwürdig. Sie kam erst nach dem Vorlektorat rein, weil es da die Anregung gab, in diesem Bereich des Romans den Fokus auf die Aktivitäten der Söldner (versus den Handlungsstrang um Chastro-Ignuto) noch etwas zu verstärken. Als sie dann geschrieben war, meinte meine Lektorin: "Was soll denn das - kann das raus?"


    Hm, darf ich fragen, warum diese Szene dann trotzdem drin blieb, obwohl die Lektorin meinte, sie könne raus? ;)
    Für mich persönlich passte die Szene irgendwie nicht so richtig rein und wirkte etwas wie ein Fremdkörper. Man findet sich plötzlich in einem kleinen Lager und sucht nach einem vermissten Kind. Hm...Da fehlte einfach der Nährwert und auch als Nebenhandlung gab es irgendwie wenig her...ich dachte am Ende eher so: Achja...



    Diese Szene habe ich umgeschrieben. In der ersten Version kam eine Rose statt der Silbermünzen zum Einsatz, aber das war dann doch zu nah an einer bekannten Werbung für eine Sektmarke. Wie gefällt Euch die jetzige Variante?


    Defnitiv die jetzige Variante...Rosen hätten da wirklich nicht gepasst. Das hätte wirklich Bachelor-Charakter. Das hätte seine Schmierigkeit wieder zurückgebracht und gerade fängt er ja an sympathisch zu werden... ;D Die Szene mit den Münzen war gut beschrieben und unterstreicht gut Eivoras Individualität.


    Der Ausfall der Belagerten bringt etwas Schwung ins Kapitel, auch wenn eher kurz gekämpft wird. Jetzt geht es aber langsam zur Sache.
    Eivora verliert immer mehr Boden und schafft es leider wieder nicht, sich den dringend benötigten Respekt zu verschaffen oder zumindest etwas Anerkennung zu erhalten. Schade.
    Ich bin gespannt, ob sie das Versprechen, dass sie Leronn gab halten kann. Er ist sehr erpicht auf seine Rache. Ich bin gespannt, ob er sie bekommt.


    Die Szene mit Ulv habe ich nicht so ganz verstanden. Wieso dachten Chastro und seine Kampfherrin, dass er etwas verschweigt? Er ist doch als Spion geschickt worden?
    Die arme Yra. Jetzt hat Chastro auch noch einen Azubi...er findet doch immer wieder jemanden.


    Interessant war, dass das Heer eine Echtzeitverfolgung hat. Quasi Kriegsführung per Satellit. ;D


    Über Xerohn erfährt man auch mehr. Ein fast gänzlich emotionsloser, rationaler Mensch, der fast nur von seinem Verstand gelenkt wird? Interessanter Gedanke. Star Trek und Mister Spock lassen grüßen.
    Aus irgendeinem Grund macht es Xerohn für mich sympathisch. Vielleicht deshalb, weil man endlich mal jemanden vorfindet, der keine niederen Triebe hat... ;)

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

  • Interessant war, dass das Heer eine Echtzeitverfolgung hat. Quasi Kriegsführung per Satellit. ;D


    Über Xerohn erfährt man auch mehr. Ein fast gänzlich emotionsloser, rationaler Mensch, der fast nur von seinem Verstand gelenkt wird? Interessanter Gedanke. Star Trek und Mister Spock lassen grüßen.
    Aus irgendeinem Grund macht es Xerohn für mich sympathisch. Vielleicht deshalb, weil man endlich mal jemanden vorfindet, der keine niederen Triebe hat... ;)


    Ja, den Schlachtentisch finde ich auch spannend. Ich finde auch, dass er einen weiteren Aspekt zeigt, warum es für die Söldnerlegion wichtig ist, einen Avatar in ihren Reihen zu haben. Er bringt ihnen schließlich einen taktischen Vorteil. Immens wichtig in der Schlacht. >:D


    Ja, seltsamerweise geht es mir ähnlich wie dir. Der hart und gefühllos wirkende Xerohn ist mir sympathischer als andere Charaktere. Irgendwie macht er den Eindruck, als wäre unbeugsam und unkorrumpierbar in einer Welt der Korrupten und Beeinflussbaren. Ob ich ihn hingegen mit Mister Spock vergleichen würde ... eher nicht. Sorry, Tonlos. :winken:

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  • Irgendwie grübele ich schon seit gestern Abend über diesen Abschnitt nach. Denn er weckt in mir den Wunsch, dem Buch ein FSK-Label zu verpassen - ähnlich wie bei Filmen -, und das habe ich sonst nie. Auslöser ist wohl die Kinder-Vergewaltigung, auch wenn wir sie glücklicherweise nicht unmittelbar erzählt bekommen.


    Geht es euch auch so, dass ihr am liebsten "ab 18" oder "nichts für schwache Nerven" auf den Buchrücken schreiben würdet? ???


    Bitte nicht falsch verstehen, Bernd. Ich bin nicht abgeschreckt vom Buch, aber ich lese auch Psychothriller und sehr brutale/blutige Krimis. Ich weiß, dass andere Leser eine ganz andere Toleranzschwelle für Gewalt haben und bei Fantasy erwartet man ja nicht unbedingt Gewalt und Grausamkeiten, anders als beim Psychothriller.

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  • Hm, darf ich fragen, warum diese Szene dann trotzdem drin blieb, obwohl die Lektorin meinte, sie könne raus?


    Weil am Schluss der Autor entscheidet - abgesehen von den Sonderfällen, in denen sich ein Verlag mit dem Abdruck strafbar machen würde. Wenn ich also extremistische Propaganda verbreiten würde oder ein Kapitel abgeschrieben hätte (Plagiat), würde sich der Verlag natürlich weigern.
    Meine Lektorin fand das Kapitel auch nicht schlecht, sondern lediglich unnötig - für sie hätte der Roman ebenso gut ohne dieses Kapitel funktioniert.
    Ich wollte aber eine andere Seite der Söldner zeigen. Sie sind kompromisslose Krieger - aber dabei sehr professionell (jedenfalls die meisten von ihnen). Der Krieg ist für sie ein Handwerk, anders als für die Kämpfer des Königs. Sie haben eine sehr nüchterne Einstellung dazu. Zugleich sind sie aber auch Menschen, die zu positiven Gefühlen fähig sind - wie etwa Leronn. Und dann sollte noch Eivoras lockere Einstellung zur Sexualität rüberkommen.



    Die Szene mit den Münzen war gut beschrieben und unterstreicht gut Eivoras Individualität.


    Es sollte auch zeigen, dass Gonter sich Gedanken gemacht hat, was ihr gefallen könnte.



    Die Szene mit Ulv habe ich nicht so ganz verstanden. Wieso dachten Chastro und seine Kampfherrin, dass er etwas verschweigt? Er ist doch als Spion geschickt worden?


    Das gebe ich gern in die Runde - was denkt Ihr, was hat Iskalas Verdacht geweckt?



    Ja, den Schlachtentisch finde ich auch spannend.


    Es hat seinen Grund, dass die Reihe nach dem Schwertfeuer benannt ist ... ;)


    Xerohn scheint sich ja zum Soziopathen der Herzen zu entwickeln. :D



    Geht es euch auch so, dass ihr am liebsten "ab 18" oder "nichts für schwache Nerven" auf den Buchrücken schreiben würdet?


    Das steht doch schon drauf - es buchstabiert sich R-o-b-e-r-t-C-o-r-v-u-s. ;D
    Aber mal im Ernst: Ein Buch ist meines Erachtens ein völlig anderes Medium als ein Film. Im Film werden Bilder vorgegeben, in einem Buch abgerufen. Wenn zum Beispiel ein Leser gar nicht weiß, was eine Vergewaltigung ist, wird er sich die entsprechenden Vorgänge auch nicht vorstellen können. Bei einer werkgetreuen Verfilmung müsste man allerdings wirklich darauf achten, wie die Kamera geführt wird, und dementspechend eine Altersfreigabe festlegen.

  • Hilfe, was mach ich jetzt? Ich konnte nicht posten und konnte auch nicht wirklich aufhören zu lesen und nun bin ich bei Kapitel 13.. Habe das Buch jetzt ganz weit weg gelegt.....
    Ich bmühe mich, nicht zu spoilern. sage deshalb auch nichts zu Fiafila.
    Ich bin wahrscheinlich irgendwie süchtig oder so, weil ich überhaupt nicht fand, dass die Spannung jetzt abnimmt.
    Zuerst muss ich ein ganz großes Lob für die Sexszene abliefern. (als Liebesszene würde ich das nicht bezeichnen, denn beide wissen, dass es hier zumindest im Moment um ein einfaches Bedürfnis nach Körperlichkeit geht) Die Balance zwischen kitschig und abstoßend finde ich immer ziemlich schwer zu halten. Meist mag ich solche Szenen nicht, weil sie entweder das eine oder das anders sind. Aber hier fand ich es gelungen und ziemlich denkbar realistisch. Am besten fand ich, dass es eine lustige Komponente gab und das Erraten ein Teil des Spaßes war. Ich war absolut begeistert von dieser Szene.
    Weniger gut fand ich den Kuss vor dem Kampf, denn es war nicht ein: "ich gehe jetzt in den Krieg- verabschieden wir uns noch" sondern es lief ja schon ein Kampf auf Leben und Tod, der Kuss konnte den Tod eines anderen bedeuten, für den die Hilfe zu spät kam.
    Es war so eine Szene wo ich eben noch dachte, ah Eivora ist eben doch die Kämpferin, immer bereit, schnell wach und irgendwie auch mit einem speziellen Gehör und Gespür für Gefahr. Das heißt im Verhältnis zu Gunther ist sie die bessere auf dem Gebiet der wachen Sinne so wie die Fährtenleserin besser als Eivora ist.
    Gut ist aber, dass in dieser und in der Szene mit dem Kuss sehr deutlich wird, dass sie auf allen Gebieten schon eine Söldnerin ist und nicht ein kleines unschuldiges Mädchen. Hier wirkte sie wieder viel erwachsener.
    Ulv, der arme Junge. ER war einfach nicht böse genug. Ist er es jetzt? Es scheint ihm gut bekommen zu sein. Wird er nachts von schlimmen Träumen geplagt? Das gemeine ist, dass er sich nicht hätte wirklich wehren können. Ich kann mir vorstellen, dass man, wie bei Königen, sich gegen die Belobigungen genausowenig wehren kann wie gegen die Strafen.
    Die Szene mit dem Schlachtplan fand ich auch toll ausgedacht.
    Was aber passiert mit Fiafila....

  • Rosen wären mir zu klischeehaft und sie passen aus meiner Sicht auch nicht zu Eivora geschweige denn zur rauen Söldnerwelt, in der das Feuer schnell solche zarten Pflanzen verdorren lassen würde. Münzen sind eindeutig besser.


    Das sehe ich genauso. Rosen wären mir auch zu simpel und klischeehaft gewesen. Hätte gar nicht so wirklich in die Welt der Söldner und der Schlacht gepasst. Die Idee mit den Münzen fand ich gut gewählt, da ja sowieso sehr viel Wert darauf gelegt wurde, dass Eivora die Kämpfe nur der Münzen wegen tut - da sind die Münzen als Symbol doch passend gewählt.


  • Über Xerohn erfährt man auch mehr. Ein fast gänzlich emotionsloser, rationaler Mensch, der fast nur von seinem Verstand gelenkt wird? Interessanter Gedanke. Star Trek und Mister Spock lassen grüßen.
    Aus irgendeinem Grund macht es Xerohn für mich sympathisch. Vielleicht deshalb, weil man endlich mal jemanden vorfindet, der keine niederen Triebe hat... ;)


    Da kann ich dir ebenfalls nur zustimmen. Mir ist Xerohn auch sympathisch, wahrscheinlich weil er sich nicht von irgendwelchen Trieben und Animositäten ablenken lässt und geradlinig seinen Weg geht. Und soweit ich ihn bis jetzt einschätzen kann, ist er zwar emotionslos und manchmal auf den ersten Blick auch etwas grausam - aber doch trotzdem gerecht.

  • Mir geht es lustigerweise mit Xerohn ebenso wie euch. Mir ist er sympathisch. Na, bin mal gespannt was noch kommt...

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Was mir an diesem Buch zunehmend gut gefällt, sind die krassen Gegensätze, mit denen hier jongliert wird: z.B. haben wir den letzten Abschnitt eher ruhig und zum Luft holen empfunden, und hier fängt der Abschnitt direkt wieder eklig an ("Erziehe deine Mörder früh" - da wusste man doch schon wieder Bescheid).


    Aber auch innerhalb dieses Abschnitts kommen genügend Gegensätze zum Tragen - ich zähle hier einfach mal auf, welche mir aufgefallen sind:


    Das "Liebesspiel" (in Hochkomma, weil das zwischen Ulv und Yra überhaupt nichts mit Liebe zu tun hat) zwischen Ulv und Yra sowie zwischen Eivora und Gonter:
    Hier haben wir einerseits die unfassbare Schändung und Folter eines gleichaltrigen Mädchens durch einen 12-jährigen Jungen (danke Bernd, dass du diese Szenen nur kurz im Rückblick anreißt) und auf der anderen Seite die prickelnde Erotik zwischen Gonter und Eivora, die sich durch gegenseitige Rücksicht und Zärtlichkeit auszeichnet.
    In Ulv finden sich ebenfalls zwei Gegensätze: die Skrupel und Zweifel, die ihn Yras Tränen wegwischen lassen und dann der dunkle Abgrund der Bösartigkeit, der in ihm lauert und den Chastro-Ignuto sehr geschickt an die Oberfläche holt. Man hofft als Leser natürlich, dass es nicht allzu viele Menschen gibt, die so schnell ihrer dunklen Seite verfallen, aber kann man es wissen? Außerdem habe ich mich gefragt, ob Chastro-Ignuto einfach weiß, welche Knöpfe er bei den Menschen drücken muss, oder ob der dämonische Einfluss auf das Gegenüber größer ist als man denkt, also irgendwie magisch verstärkt oder so. Nicht, dass ich damit die Tat irgendwie entschuldigen wollte (sie ist mit nichts entschuldbar), sondern einfach weil ich wissen möchte, ob man diesem Einfluss schutzlos ausgeliefert ist oder ob man ihm mit Willenskraft entgegen stehen kann. Gut, Ulv ist mit seinen 12 Jahren sicherlich noch leichter beeinflussbar, außerdem ist er zornig auf sein Schicksal und dann die Feuerfolter durch Chastro und Iskala - alles Faktoren, die ihn zu einem leichten Opfer machen.


    Und mal ehrlich: ICH bin der Meinung, jetzt ist es allmählich an der Zeit für die "Kopf-ab"-Operation :kommmalherfreundchen: Und dass sich Iskala und der Avatar so gut verstehen, wundert mich nicht.


    Die Beschreibung des Vorspiels zwischen Eivora und Gonter ist ja sehr delikat ;D Ich muss ja immer wegen Eivoras Faszination für Silbermünzen grinsen, das scheint echt ein Tick von ihr zu sein. Ich kann mir gut das verwirrte Gesicht von Kurlos Vater vorstellen, als sie die Silbermünzen austauscht. Ich sag mal so, in unserer Welt würde das Hobby "Münzen sammeln" vielleicht nicht so sexy auf Dating-Plattformen wirken, aber in Eivoras Welt ist das sicherlich anders ;D Süß fand ich ja, als Gonter Eivora gesteht, dass sein Vater vorhat, ihm mit einer adeligen Tochter von Ygôda zu verheiraten.


    Fiafilas Innenleben:
    Einerseits erscheint Fiafila als das Reine (sie wurde bisher nicht vergewaltigt und beteiligt sich auch nicht an dem wollüstigen Treiben der Söldner), Saubere (was durch ihre Bäder immer wieder betont wird) und als das Gute, auf der anderen Seite kann sie sich aber einer gewissen Faszination durch den Homunkulus und der Dämonenanrufung nicht entziehen. Wobei der letzte Satz in diesem Abschnitt darauf hinweisen könnte, dass sie durch Yras Aussagen ziemlich ernüchtert wurde. Ich bin gespannt, ob und was sie nun unternehmen wird, ob sie einfach stillschweigen wird oder zu Eivora bzw. Chastro-Ignuto gehen wird, immerhin scheint es ihr mit der Verantwortung für Yra ernst zu sein. Während die Söldner sich vor Fiafilas Fluch fürchten, scheint sie selber eher nicht an seine Wirkung zu glauben.


    In diesem Abschnitt erfahren wir auch, warum sie nicht flüchtet. Aber ist das der einzige Grund oder eben doch auch die dunkle Faszination und ihre Zuneigung für Eivora? Ich denke, dieser Abschnitt zeigte auch, dass Eivora Fiafila nicht so schnell etwas antun würde, sie erkennt selbst, dass Fiafila ihr eher ein Freundin als eine Gefangene ist.


    Yra und Kurlo:
    Exemplarisch an diesen Kindern wird das Schicksal z.B. der Kinder überhaupt deutlich: während Kurlo wohlhabendere Eltern hat, hat er das Glück, dass Eivora alles daransetzt, dass er seine Eltern wiederfindet (sehr geschickt, wie sie den Hauptmann mit Harlefs Zielen manipuliert, auch wenn sie ansonsten nicht so ganz mit den Zielen und Begründungen für diesen Feldzug übereinstimmt), erwartet Yra ein deutlich härteres Schicksal, da ihre Mutter sie nicht mehr haben will, weil sie "zu teuer" ist. Yra wird damit zu Freiwild, mit der man machen kann, was man will.


    Inzwischen bin ich übrigens bei jeder neuen Figur sehr gespannt, ob und welche Rolle sie im weiteren Geschehen spielen werden: bei Yra dachte ich z.B. nicht, dass wir von ihr noch was lesen würden (ich war mir nicht mal sicher, ob sie die Tortur überhaupt überleben würde). Und bei Kurlo dachte ich, da könnte noch mehr kommen, aber das war tatsächlich (bisher) nur ein kurzes Zwischenspiel.


    Leronn:
    Der alte Recke ist voller Rachegedanken, was die Zigûns Tod angeht, andererseits erleben wir ihn als liebevollen Opa, der sich rührend um Kurlo kümmert. Leronn mag ich irgendwie, weil er auch so vielschichtig ist.


    Eivoras Position innerhalb des Sturmbanners ist alles andere als respektiert, sie ist gezwungen, erste Allianzen einzugehen (hier mit Leronn), um ihre Position hoffentlich zu verbessern. Allmählich kann ich ihre Gedanken aus dem Prolog, ob Nirto ihr nicht zutrauen würde, zu kämpfen, immer besser einordnen. Ich bewundere an ihr immer wieder, wie überlegt sie vorgeht. Sie ist sich auch bewusst, dass sie keine überragende Kämpferin ist, akzeptiert das aber so, wie es ist. Sie weiß, dass sie sich die Unterstützung der Banner anders erwerben muss. Das gefällt mir übrigens auch gut, dass sie keine Superwoman ist, sondern sich den Respekt und die Akzeptanz erkämpfen muss, und zwar nicht nur mit Waffen.


    Der Avatar und Iskala wollen also dahinterkommen, wer hinter dem Raub des Blitzsteins steht, das ist ja eigentlich gegen die Abmachung zwischen Eivora und den Kampfherren. Andererseits will auch Leronn es herausfinden, allerdings nicht mit so rabiaten Mitteln wie der Avatar. Fasziniert hat mich, dass Xerohn sogar bei Chastro-Ignuto ein mulmiges Gefühl hinterlässt - das freut mich ja.


    Was die Eroberung von Ygôda angeht, sind die Truppen noch nicht viel weiter. Die Mauer scheint unüberwindbar zu sein (und kein Gewitter in Sicht), umso mehr bin ich jetzt gespannt, wie Eivora und Nirto in die Stadt kommen werden. Und was es genau mit dem Raub bei Tsiglôn auf sich hat. Anfangs dachte ich, die beiden Söldner hätten einfach einen Auftrag ausgeführt, aber inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher. Außerdem ist Tsiglôn kein Adliger, mit dem man glimpflich umgehen sollte, sondern ein Bandenführer - und wir haben inzwischen oft genug erlebt, dass die Söldner alles andere als zimperlich sind, also warum haben sie es dann im Prolog darauf angelegt, so wenig Gegner wie möglich zu töten? Weil sie sie noch für etwas brauchen oder weil sie ihre eigene Position den Einwohnern der Stadt gegenüber positiver darstellen wollten?


    Allmählich kann ich immer besser nachvollziehen, warum die Söldner sich mit den Dämonen einlassen: Rorgator wird durch die Dämonen geschützt, dann die Transportmöglichkeit durch das Feuer und die Live-Übertragung der Gefechte an dem Eisentisch - das sind natürlich alles Dinge, die den Söldnern sehr große Vorteile bringen.


    So, ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen, geschrieben habe ich ja wieder genug ;D