04: Seite 160 - Seite 207 (Kap. 9 - einschl. Kap. 10)

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 160 bis Seite 207 (Kapitel 9 "Der Aufmarsch" - einschl. Kapitel 10 "Das Lager") schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Nun schreitet die Legion voran, zu Leseabschnitt 4...



    Ich hatte ja eigentlich vor den anfangs noch schönen Morgen für etwas Gartenarbeit zu nutzen. Die Klingen des Rasenmähers warten schon lechzend nach dem grünen Blut des Rasens, die wenigen Erdbeerpflanzen werden vom dämonischen Unkraut überwuchert und das Gartenhaus wartet auf seine jährliche Wetterschutzlackierung, die bis zum Herbst ohnehin wieder durch übereifrige Wespen weggeknabbert worden wäre, damit das kostbare Holz angekratzt werden kann. Leider hat mir ein Wetterumschwung dann doch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Nordeifel wurde plötzlich von einem tosenden Gewitter heimgesucht. Ein Gewitter, auf welches der Klingenrausch sehnlichst wartet, damit der Blitzstein erfolgreich eingesetzt werden kann, damit die bisher unüberwundenen Mauern Ygodas fallen... Wegen des Gewitters habe ich dann Rotes Gold zur Hand genommen und die beiden Kapitel des Abschnittes gelesen.



    Aber alles zu seiner Zeit.
    Das neunte Kapitel beginnt mit der Einführung der Waldläuferin Deani (deren Anblick ich mir irgendwie gruselig vorgestellt habe... naja wenn man sich eine Person ohne Nase vorstellt, fallen einem antik-ägyptische Statuen ein, die eben keine Nase haben), die eine erste Meisterleistung vollbringt, indem sie die Fährte eines grauen Hundes ließt. Sie lässt sich auch nicht durch die Zweifel ihrer Kampfherrin Eivora von dieser Erkenntnis abbringen, zumal ihre Vermutung bestätigt wird, da tatsächlich ein Krieger des Königs Harlef auftaucht. Mit einem grauen Hund. Die Atmosphäre in dieser Waldszene ist sehr greifbar dargestellt, wodurch man sich als Leser sehr gut dort hineinversetzen kann!


    Da ich eben Harlef, den König und Auftraggeber des Klingenrausches angesprochen habe: Seine Person ist auch ziemlich interessant. Bei seinem ersten Gespräch mit seinem Sohn, Prinz Gonter, gleich zu beginn des zehnten Kapitels, fällt einem unweigerlich auf, dass der den Klingenrausch irgendwie nur benutzt, damit seine eigenen Truppen nicht zu großen Schaden nehmen. Zudem hofft er, da er weiß, dass die Söldner besiegte Städte ausplündern, dass der Klingenrausch so großen Schaden nimmt, dass eine Plünderung Ygodas durch diesen vergleichsweise gering ausfällt.
    In der Szene, in der Harlef mit Eivora und den anderen Kampfherren die Vorgehensweise bei dem Angriff auf die belagerte Stadt mit den einhundert Schritt hohen Mauern bespricht, kommt auch das ungeduldige Wesen Harlefs zum ausdruck, da er die Sache mit Ygoda schnell abgehakt sehen möchte.
    In dieser Situation erfährt der Leser auch neues über den Blitzstein: Zum Beispiel wozu er eingesetzt wird. Dazu braucht der Klingenrausch allerdings ein Gewitter.


    Es ist anscheinend Fiafilas Schuld, dass ein Gewitter ausbleibt, zumindest sehen das viele Söldner so. Sie hatte die Legion doch Verflucht, als der Tempel des Basäon geschändet wurde. Das Fiafila allerdings noch lebt ist wohl dem Umstand geschuldet, dass sie im Verlauf noch wichtig werden könnte. Zumal sie den letzten Befehl Kesters kennt.


    Zum Schluss erfahren wir in einem Übungskampf zwischen Prinz Gonter (in den Eivora unmissverständlich verliebt ist. Außerdem gibt es Anzeichen, dass diese Liebe sogar erwidert wird... wäre da nicht Gonters Herr Vater), Eivora und einigen anderen Söldnern, dass Gonter mit dem Schwert umzugehen weiß. Lediglich der hier seit dem Prolog zum ersten Mal auftauchende Nirto schafft es Gonter etwas entgegenzusetzen, dass er nicht parieren kann.



    Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es weitergeht. Vor allem wenn ein Gewitter ausbleiben sollte, wird es für den Einsatz des Blitzsteins spannen und für Fiafila, da ihr Fluch ja in den Augen der Söldner an dem guten Wetter schuld ist... Und die Söldner sind ja nicht gerade zimperlich...

    Ein gutes Buch ist wie gute Musik: Wenn man einmal im Groove ist, kommt man so leicht nicht mehr raus!

  • In diesem Abschnitt habe ich das erste Mal das Gefühl Luft holen zu können, d.h in Form von frische Luft atmen zu können. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass wir uns nun in einem Wald befinden. Man hört förmlich das Rauschen des Windes in den Bäumen und dann lerne ich Deani kennen. Ich bin begeistert von ihr. Eine Kämpferin durch und durch, aber vor allem, eine Waldläuferin und Fährtensucherin. So etwas liebe ich sehr. Dementsprechend passt auch ihr Äußeres. Wildlederbekleidung, einen mit Kaninchenfell gefütterter Köcher, Schnalle und Fibel aus Horn. So muss sie aussehen eine Waldläuferin. Dass man ihr die Nase abgeschnitten hat ist mehr als bedauerlich und wird sicher später einmal noch ausgeführt. Sie hatte sicher ein sehr hübsches Gesicht. Ihre Maske, bestehend aus einem Tuch und diesem Lederkeil muss sehr seltsam anmuten und doch auch geheimnisvoll. Eivora fühlt sich neben der lautlosen Deani deplaziert, doch nicht nur das! Eivora befürchtet ernsthaft Deani könnte sie beseitigen und verscharren, da es keiner bemerken würde. Eivoras Misstrauen scheint plötzlich sehr zu wachsen.


    Auf Seite 171 reizt Chastro-Ignuto Eivora bis aufs Blut. Chastro-Ignuto weigert sich ihr zu gehorchen und Eivora droht eine Blamage bis auf die Knochen und das vor dem König! Er untergräbt ihre Autorität völlig. Und was tut Eivora? Zu meinem Bedauern sagt sie wirklich "Bitte" zu ihm. Natürlich war das sicher klug, um größeren Schaden abzuwenden und dennoch, demütigt sie sich selbst, lässt sich herab und man empfindet etwas wie "fremdschämen". Wir bekommen also einen Vorgeschmack darauf, was Eivora noch alles blüht.


    Auf Seite 176 wieder eine kleine, feine und weise Anmerkung: "Die Menschen glauben, was ihnen hilft die Welt zu verstehen." widersprach er. "Die Klugen genauso wie die Dummen."


    Es braut sich etwas zusammen und wir erleben die Ruhe vor dem Sturm. König Harlef plant eine Intrige und will sich der Söldner beizeiten entledigen. Das könnte mehr als heikel werden für die Söldner.


    Auf Seite 179 taucht eine Kleinigkeit auf, die mir nicht gefällt. Der Lurch schnüffelt! Bitte was? Einen schnüffelnden Lurch? :-\ Sehr gut riechen können Feuersalamander unbestritten. Aber ob sie jetzt schnüffelnd umher laufen? Der Begriff "schnüffeln" passt für mich einfach nicht zu einem Lurch. Ich sehe aller erdenklichen Tiere vor meinem geistigen Auge, die "schnüffeln" aber keinen Feuersalamander :totlach: Ich muss gestehen, mir fällt auch kein passendes Wort dazu ein. Vielleicht so etwas wie "Witterung aufnehmen" (obwohl das auch eher in den Jagdbereich gehört) Nunja...ich mag ihn so gerne diesen Lurch, dass ich mir nun auch versuche ihn mir "schnüffelnd" vorzustellen ;D


    Die Seite 191 bringt meine Sympathie für Deani auch gleich wieder ins Wanken, denn sie wagt es doch tatsächlich Hand an "meine"Fiafila anzulegen >:( So ein Miststück! Fiafila tut mir mehr als leid. Sie ist weit weg von ihrer gewohnten Umgebung unter diesen rauen Söldnern, wird schikaniert und verachtet. Man kann sich vorstellen, wie sich das anfühlen muss. Doch ich vertraue auf ihre innere Stärke.
    Auf Seite 195 dürfen wir an Fiafilas Bad teilhaben. Wie wundervoll! Diese "zärtliche" Stelle, unterstreicht die Unschuldigkeit und Reinheit der Priesterin derart, dass ich förmlich spüre, dass sie eigentlich ÜBER all diesen rauen Söldnern steht. Sie ist erhaben über diese verrohten Menschen. Sie vertraut auf etwas Gutes und wirft nicht Dämonen etwas in den Rachen. Ich glaube derselben Meinung ist übrigens unser (nicht immer schnüffelnder) Lurch Aglix! ;D Dass er sich gemütlich und entspannt ausgerechnet auf Fiafilas Tunika zusammenrollt, zeigt doch, dass er die Wärme und Geborgenheit, die Fiafila fähig ist zu geben spürt.



    Also nach anfänglichem Aufatmen in diesem Leseabschnitt folgte dann doch Ernüchterung. Mein Bild von Eivora ist ins Wanken geraten. Harlef wird alle ins Verderben stürzen und hoffentlich selbst dabei abdanken. Gonter erscheint mir immer noch zu "brav". Doch immerhin trägt er hinter dem Rücken seines Vaters "Kämpfe" aus. Immerhin. Kämpfen kann er wohl wenigstens, wenn er schon so ein Schönling ist. Mal sehen, ob er mich bald überzeugen kann. An der Seite Eivoras kann ich ihn dennoch nicht sehen. Nun bin ich voll und ganz bei Fiafila...ich hoffe Eivora begreift noch, dass die Stärken Fiafilas einfach nur woanders liegen als im Kämpfen.


    Dann auf Seite 198 wird mir Eivora tatsächlich zum allerersten Mal unsympathisch! :'( "Weil ich zwischen dir und deinem Tod stehe." "Wenn du dich als nutzlos erweist, könnte ich mich entschließen, einen Schritt zur Seite zu treten und zuzuschauen, was geschieht." :o :o :o Geht's noch??? Na, also steckt etwa ein berechnendes Miststück in Eivora? Ich bin enttäuscht, wütend und traurig. Ich bin ganz bei Fiafila! :-*


    Eivora sieht sich ja selbst nicht als Mörderin, da sie ja keine Wehrlosen getötet hat. Ist das so? In meinen Augen nicht. Töten ist töten. Für mich gilt nur absolute Notwehr nicht als Mord, aber alles andere? ???

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

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  • Jetzt bin ich auch mit dem 4. Abschnitt durch und ich muss sagen, es tritt gefühlt eine kleine Verschnaufpause ein. Es wird gerade vieles vorbereitet, größere spannungsgeladene Momente fehlen. Aber das ist okay.


    Okay, womit fangen wir an? Bei mir kam dieses Mal die Karte intensiv zum Einsatz. Nachdem die Stellungen und möglichen Ein- und Ausfallwege von Ygôda beschrieben wurden, musste ich mir unbedingt die Karte anschauen, um es mir vor Augen zu führen. Ich bin froh, dass es die Karte gibt, und finde Karten besonders in High Fantasy-Welten immer immens wichtig. Auch dieses Mal hat sie mir geholfen, mir die Stadt und ihre Umgebung vorstellen zu können.


    Nachdem jemand im letzten oder vorletzten Abschnitt Gonter als schleimig (ich glaube, das war das Wort) bezeichnet hat, möchte ich nach diesem Abschnitt sagen, dass er immer sympathischer wird. Dass er sich freundschaftlich mit den Söldnern misst - und sie auch besiegt hätte, wenn er dieselben fiesen Tricks kennen würde, das hatte ich jetzt nicht erwartet - und dabei sehr bodenständig und normal herüber kommt, macht ihn in meinen Augen zu einer der Figuren, die bei mir ganz oben in der Beliebtheit stehen. Und da wir jetzt seinen Vater König Harlef kennen lernen durften, ist er doch ganz gut geraten. Für Gonter sind Menschen jedenfalls keine Werkzeuge, deren Tod er schon im Vornherein einkalkuliert, um selbst einen möglichst großen Gewinn zu machen, sie sind keine Schachfiguren. König Harlef hat es sich mit seiner menschenverachtenden Arroganz schnell bei mir verscherzt. Und da wir ja ein Beliebtheitsranking der Figuren führen: Er steht bei mir unter Chastro-Ignuto. :(


    Ich glaube, ich gehöre zu den wenigen Figuren, die Fiafila recht gleichgültig ist, obwohl ich mich im letzten Abschnitt ja über ihren Verbleib gewundert hatte. Jetzt taucht sie wieder auf, aber ich sehe momentan keine große Entwicklung bei ihr, die sie interessant machen würde. Dass sie den Söldnern zeigen will, dass sie ebenfalls hart arbeiten, nun ja.


    Auf S. 182/183 bekommen wir nun zum ersten Mal einen Gesamtüberblick über alle Kampfherren und die Truppenstärken des Klingensturms. Ehrlich gesagt hatte ich darauf schon etwas gewartet, denn anfänglich fand ich die einzelnen Bezeichnungen doch etwas verwirrend und habe eine Weile gebraucht, bis ich sie einordnen konnte. Die vorgestellten Kampfherren konnte ich mir dagegen viel besser merken. Man merkt, dass mir die Affinität zum Militärischen fehlt.


    Wie gesagt, für mich war es irgendwie ein Übergangsabschnitt, zwar mit einigen sehr wichtigen Informationen, aber mittlerer bis niedriger Spannung. Ich hoffe, dass im nächsten Abschnitt dann ein bisschen mehr passiert.

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"

  • Auf Seite 171 reizt Chastro-Ignuto Eivora bis aufs Blut. Chastro-Ignuto weigert sich ihr zu gehorchen und Eivora droht eine Blamage bis auf die Knochen und das vor dem König! Er untergräbt ihre Autorität völlig. Und was tut Eivora? Zu meinem Bedauern sagt sie wirklich "Bitte" zu ihm. Natürlich war das sicher klug, um größeren Schaden abzuwenden und dennoch, demütigt sie sich selbst, lässt sich herab und man empfindet etwas wie "fremdschämen". Wir bekommen also einen Vorgeschmack darauf, was Eivora noch alles blüht.


    Einen Fremdschäm-Moment hatte ich zwar nicht, aber irgendwie ist klar, dass sie die Blöße, die sie sich gegeben hat, sie noch teuer zu stehen kommen wird. Chastro-Ignuto erscheint mir als jemand, der immer wieder seine Grenzen austestet und versucht, die Autorität anderer zu untergraben, und Eivora weist ihn nicht eindeutig in die Schranken, sondern gibt nach. Jetzt scheint mir der Konflikt zwischen ihr und dem Avatar unvermeidlich geworden zu sein.


    Die Seite 191 bringt meine Sympathie für Deani auch gleich wieder ins Wanken, denn sie wagt es doch tatsächlich Hand an "meine"Fiafila anzulegen >:( So ein Miststück! Fiafila tut mir mehr als leid. Sie ist weit weg von ihrer gewohnten Umgebung unter diesen rauen Söldnern, wird schikaniert und verachtet. Man kann sich vorstellen, wie sich das anfühlen muss. Doch ich vertraue auf ihre innere Stärke.
    Auf Seite 195 dürfen wir an Fiafilas Bad teilhaben. Wie wundervoll! Diese "zärtliche" Stelle, unterstreicht die Unschuldigkeit und Reinheit der Priesterin derart, dass ich förmlich spüre, dass sie eigentlich ÜBER all diesen rauen Söldnern steht. Sie ist erhaben über diese verrohten Menschen. Sie vertraut auf etwas Gutes und wirft nicht Dämonen etwas in den Rachen. Ich glaube derselben Meinung ist übrigens unser (nicht immer schnüffelnder) Lurch Aglix! ;D Dass er sich gemütlich und entspannt ausgerechnet auf Fiafilas Tunika zusammenrollt, zeigt doch, dass er die Wärme und Geborgenheit, die Fiafila fähig ist zu geben spürt.


    Dann auf Seite 198 wird mir Eivora tatsächlich zum allerersten Mal unsympathisch! :'( "Weil ich zwischen dir und deinem Tod stehe." "Wenn du dich als nutzlos erweist, könnte ich mich entschließen, einen Schritt zur Seite zu treten und zuzuschauen, was geschieht." :o :o :o Geht's noch??? Na, also steckt etwa ein berechnendes Miststück in Eivora? Ich bin enttäuscht, wütend und traurig. Ich bin ganz bei Fiafila! :-*


    Ich muss sagen, dadurch dass Fiafila für mich irgendwie keine Identifikationsfigur ist, dafür ist sie zu "passiv", zu "uneigenständig" in meinen Augen, hat mich diese Szene kalt gelassen. Ich habe die Passage recht schnell durchgeblättert.


    Eivoras Schwächen waren mir ja schon vorher klar, sodass sie bei mir keine Sympathiepunkte in diesem Abschnitt eingebüßt hat.

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"


  • Die Klingen des Rasenmähers warten schon lechzend nach dem grünen Blut des Rasens, die wenigen Erdbeerpflanzen werden vom dämonischen Unkraut überwuchert und das Gartenhaus wartet auf seine jährliche Wetterschutzlackierung, die bis zum Herbst ohnehin wieder durch übereifrige Wespen weggeknabbert worden wäre, damit das kostbare Holz angekratzt werden kann. Leider hat mir ein Wetterumschwung dann doch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Nordeifel wurde plötzlich von einem tosenden Gewitter heimgesucht. Ein Gewitter, auf welches der Klingenrausch sehnlichst wartet, damit der Blitzstein erfolgreich eingesetzt werden kann, damit die bisher unüberwundenen Mauern Ygodas fallen...


    :totlach:



    Bei seinem ersten Gespräch mit seinem Sohn, Prinz Gonter, gleich zu beginn des zehnten Kapitels, fällt einem unweigerlich auf, dass der den Klingenrausch irgendwie nur benutzt, damit seine eigenen Truppen nicht zu großen Schaden nehmen.


    Gute beobachtet. ;)
    Vermutlich geht das den Söldnern bei vielen Auftraggebern so: Man benutzt sie als Mittel zum Zweck. Harlef will eine Bresche in Ygôdas Mauer - dafür bezahlt er.



    Es ist anscheinend Fiafilas Schuld, dass ein Gewitter ausbleibt, zumindest sehen das viele Söldner so.


    Glaubt Ihr, das ist wirklich eine Auswirkung des Fluchs - oder nur Aberglaube vieler Söldner?



    Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es weitergeht. Vor allem wenn ein Gewitter ausbleiben sollte, ...


    Nun ja, da hoffe ich beinahe auf weitere Gewitter in der Nordeifel, damit Du zum Weiterlesen kommst. ;) Andererseits muss Dein Garten natürlich auch zu seinem Recht kommen.


  • Man hört förmlich das Rauschen des Windes in den Bäumen und dann lerne ich Deani kennen. Ich bin begeistert von ihr.


    Liebes Tagebuch,
    die Leserunde hängt ihr Herz an Deani. Ob ihr das wohl bald leid tun wird?
    ::)



    Und was tut Eivora? Zu meinem Bedauern sagt sie wirklich "Bitte" zu ihm. Natürlich war das sicher klug, um größeren Schaden abzuwenden und dennoch, demütigt sie sich selbst, lässt sich herab und man empfindet etwas wie "fremdschämen".


    Was hättest Du ihr in dieser Situation geraten?



    Der Lurch schnüffelt! Bitte was? Einen schnüffelnden Lurch?


    Da hast Du recht: Das Lautsprektrum echter Feuersalamander ist recht begrenzt. Ich habe dazu recherchiert und mehrere Artikel und Videos studiert. In einemd davon hört man eine Unterart der Salamander hell klicken. Außerdem können sie die Luft aus dem Mund pressen, was zu einem Quietschen führt.
    Das ist leider zu wenig, um ein Spektrum von Regungen zu schildern. Da ich aber ohnehin andere Feuersalamander in meiner Fantasywelt habe, als es sie in der Realität gibt (nämlich solche, die tatsächlich eine Affinität zu Feuer haben), habe ich auch das Lautspektrum erweitert.



    Mein Bild von Eivora ist ins Wanken geraten. Harlef wird alle ins Verderben stürzen und hoffentlich selbst dabei abdanken.


    Na, na - selbst, wenn Harlef das vor hat, muss er es erst einmal schaffen ... Schon andere sind am Klingenrausch zerbrochen ... ;)



    Nun bin ich voll und ganz bei Fiafila...ich hoffe Eivora begreift noch, dass die Stärken Fiafilas einfach nur woanders liegen als im Kämpfen.


    Welche Stärken siehst Du bei Fiafila?



    Dann auf Seite 198 wird mir Eivora tatsächlich zum allerersten Mal unsympathisch! :'( "Weil ich zwischen dir und deinem Tod stehe." "Wenn du dich als nutzlos erweist, könnte ich mich entschließen, einen Schritt zur Seite zu treten und zuzuschauen, was geschieht."


    Glaubst Du, Eivora meint diese Drohung ernst - oder glaubst Du, sie will Fiafila nur necken?
    Fiafila scheint ja zu vermuten, dass Eivora diese Härte nur vortäuscht. ;)
    Andererseits - was versteht Fiafila schon von der Härte einer Söldnerin? ;D



    Eivora sieht sich ja selbst nicht als Mörderin, da sie ja keine Wehrlosen getötet hat. Ist das so? In meinen Augen nicht. Töten ist töten. Für mich gilt nur absolute Notwehr nicht als Mord, aber alles andere?


    Hm, was ist mit einem ehrenhaften Duell? Oder der Nothilfe - wenn man zwar selbst nicht bedroht ist, aber jemand anderem hilft? Oder in Verteidigung des Rechts, als letztes Mittel, um etwa einen Diebstahl zu verhindern?
    In unserer Rechtsprechung ist die bewusste Tötung eines Menschen ein Mord, wenn mindestens ein Mordmerkmal erfüllt ist. Dazu gehört die Hilflosigkeit des Opfers.


  • Jetzt bin ich auch mit dem 4. Abschnitt durch und ich muss sagen, es tritt gefühlt eine kleine Verschnaufpause ein.


    Ein Buch sollte atmen, finde ich. Wenn immer nur Action auf Action folgt, spürt man die Geschwindigkeit nicht mehr. Deswegen versuche ich, ab und zu ruhigere Passage einzuflechten.



    Bei mir kam dieses Mal die Karte intensiv zum Einsatz.


    Mich freut besonders, dass Timo Kümmel auch die Wappen der Kriegsparteien eingebaut hat: Löwe und Sternenfeld bei Harlef (dieses Wappen tragen auch Gonter und seine Leibwächter, sowie in kleinerer Ausführung die Söldner), Schmiedewerkzeug in den Flammen für den Klingenrausch, und das Gehörn vor der Mauer für Ygôda.



    Nachdem jemand im letzten oder vorletzten Abschnitt Gonter als schleimig (ich glaube, das war das Wort) bezeichnet hat, möchte ich nach diesem Abschnitt sagen, dass er immer sympathischer wird.


    Aha - es gibt eine Schnittmenge zwischen "Team Aglix" und "Team Gonter". ;)



    König Harlef hat es sich mit seiner menschenverachtenden Arroganz schnell bei mir verscherzt. Und da wir ja ein Beliebtheitsranking der Figuren führen: Er steht bei mir unter Chastro-Ignuto.


    Liebes Tagebuch,
    der Avatar der Herzen hat sich bereits ins Mittelfeld der beliebten Figuren vorgearbeitet.

    :jakka:



    Jetzt taucht sie wieder auf, aber ich sehe momentan keine große Entwicklung bei [Fiafila], die sie interessant machen würde.


    Liebes Tagebuch,
    mich ereilt eine Vision: Ich sehe eine Leserundenteilnehmerin, die in einem späteren Leseabschnitt heulen, mit den Zähnen knirschen und sich die Haare raufen wird, während sie zu einem dunkeln Himmel aufschreien wird: "O Pein! O Unglück! Wie konnte ich nur bemängeln, dass sich Fiafila so wenig entwickelte? O könnte ich doch nur die Zeit zurückdrehen und das ungnädige Schicksal anflehen, Fiafila in ihrem Status Quo verharren zu lassen. Doch nein - nun streckt mich diese daramatische Charakterentwicklung nieder!"



    Auf S. 182/183 bekommen wir nun zum ersten Mal einen Gesamtüberblick über alle Kampfherren und die Truppenstärken des Klingensturms. Ehrlich gesagt hatte ich darauf schon etwas gewartet, denn anfänglich fand ich die einzelnen Bezeichnungen doch etwas verwirrend und habe eine Weile gebraucht, bis ich sie einordnen konnte. Die vorgestellten Kampfherren konnte ich mir dagegen viel besser merken.


    Auch hier geht der Dank an meine Lektorin, die während des Vorlektorats auf ihren Wunschzettel schrieb, sie hätte gern eine Szene, in der alle Kampfherren und ihre Einheiten vorgestellt werden. ;)


  • Mich freut besonders, dass Timo Kümmel auch die Wappen der Kriegsparteien eingebaut hat: Löwe und Sternenfeld bei Harlef (dieses Wappen tragen auch Gonter und seine Leibwächter, sowie in kleinerer Ausführung die Söldner), Schmiedewerkzeug in den Flammen für den Klingenrausch, und das Gehörn vor der Mauer für Ygôda.


    Ja, das finde ich auch super. Überhaupt finde ich die Karten und die anderen Zeichnungen sehr gelungen. ;D



    Aha - es gibt eine Schnittmenge zwischen "Team Aglix" und "Team Gonter". ;)


    Hihi, ja, definitiv. ;D



    Liebes Tagebuch,
    mich ereilt eine Vision: Ich sehe eine Leserundenteilnehmerin, die in einem späteren Leseabschnitt heulen, mit den Zähnen knirschen und sich die Haare raufen wird, während sie zu einem dunkeln Himmel aufschreien wird: "O Pein! O Unglück! Wie konnte ich nur bemängeln, dass sich Fiafila so wenig entwickelte? O könnte ich doch nur die Zeit zurückdrehen und das ungnädige Schicksal anflehen, Fiafila in ihrem Status Quo verharren zu lassen. Doch nein - nun streckt mich diese daramatische Charakterentwicklung nieder!"


    Und schon wieder eine fiese Andeutung auf spätere Ereignisse, während wir nur einen Abschnitt pro Tag lesen dürfen und ich mich brav daran halte. >:(


    Ich fürchte, da werde ich dich enttäuschen müssen. Ich glaube, dafür ist mir die Figur momentan zu gleichgültig. Falls du Fiafila von einer guten Person zu einem Bösewicht werden lässt, werden viel eher die Fiafila-Freunde jammern und klagen. ;) Aber lassen wir uns überraschen, was du dir für sie ausgedacht hast. :)



    Auch hier geht der Dank an meine Lektorin, die während des Vorlektorats auf ihren Wunschzettel schrieb, sie hätte gern eine Szene, in der alle Kampfherren und ihre Einheiten vorgestellt werden. ;)


    Vielleicht sollte ich ihr ein kleines Dankeschön schreiben? :-\

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"

  • In diesem Abschnitt konnte ich jetzt mal etwas durchatmen. Es war wie eine kleine Verschnaufpause bis es wieder los geht. Deani, die Waldläuferin gefällt mir, wenn ich mich auch frage, was sie in ihrem "vorigen Leben" angestellt hat, dass sie keine Nase mehr hat. Dieser Abschnitt ohne große Höhepunkte war mal ganz erholsam zwischendurch. Wir haben einiges über Eivora und die Söldnertruppe erfahren. Fiafila muss sich ja ganz schön was gefallen lassen und behält trotzdem die Ruhe. In diesem Abschnitt kommt etwas mehr zum Ausdruck, dass sie ja eine Gefangene ist. Obwohl ich sagen muss, dass mir diese Figur immer gleichgültiger wird. Mit ihr passiert einfach nichts, sie entwickelt sich nicht - für mich läuft sie nur so nebenher mit.


    Dafür wird mir Gonter immer sympathischer. Ich fand gut, dass er sich nicht zu schade ist, sich mit den Söldner zu messen. Das er es dann sogar schafft, eine ganze Truppe niederzuringen (bis auf einen) hätte ich ihm nicht wirklich zugetraut. Sein Vater hat ihn ja doch recht weit außen vorgehalten, was Kampfhandlungen angeht. Aber er hatte wohl einen guten Lehrer. Wen ich überhaupt nicht leiden kann, ist sein Vater König Harlef. Gut er ist König, aber deshalb braucht er trotzdem nicht so arrogant zu sein. Die Söldner haben doch schon viele unterschiedliche Kampfsituationen hinter sich - da wäre es doch nur normal, wenn er sich wenigstens ihre Einschätzung der Lage angehört hätte. So ein wenig tut mir auch Gonter leid - kennt er die Frau eigentlich schon, die er heiraten soll? Es ist ja wahrscheinlich wieder nur eine Heirat aus Berechnung, wenn ich es richtig verstanden habe. Und für mich sieht es eigentlich eher so aus, dass er sich zu Eivora hingezogen fühlt.


    Ich bin auch sehr gespannt, wie die Ränkespiele unter den Söldner weiter gehen. Chastro-Ignuto hat sich ja vor dem König eigentlich schon offen gegen Eivora gestellt. Was bezweckt er damit? Ich hätte echt nicht gedacht, dass sie auch noch "Bitte" zu ihm sagt. So ein wenig hatte ich gehofft, dass sie in dem Moment nicht klein bei gibt, sondern ihm zeigt wo es langgeht. Aber wer weiß, war so vielleicht die schlauere Reaktion - wir werden sehen.


    Bis jetzt war mir Eivora ja noch die sympathischste Person, das hat sich mit diesem Abschnitt aber dann ein wenig in die andere Richtung verschoben. Da droht sie Fiafila doch tatsächlich, dass sie die einzige Person ist, die noch zwischen ihr und dem Tod steht. Da kommt dann doch die Söldnerin in ihr durch, töten aus Berechnung und für Geld. Selbst wenn sie keine Wehrlosen tötet, wie sie vorab schon mal behauptet hat, tötet sie doch eigentlich ohne direkten Grund (jedenfalls aus ihrer Sicht). Die Leute, welche sie tötet, haben ihr in den meisten Fällen nichts getan und müssen trotzdem dran glauben. Finde ich nicht wirklich besser.


  • Deani, die Waldläuferin gefällt mir, wenn ich mich auch frage, was sie in ihrem "vorigen Leben" angestellt hat, dass sie keine Nase mehr hat.


    Sie hat gewildert:
    [quote author=Seite 160]
    Deani war eine Jägerin gewesen, die sich zu wenige Gedanken darüber gemacht hatte, welches Wild ihr Herr für sich selbst beanspruchte. Die Hirschkuh hätte ein paar prächtige Kitze werfen sollen.[/quote]
    Ihr Fürst war sehr traurig, dass sie die Hirschkuh erlegt hat. :(



    Mit [Fiafila] passiert einfach nichts, sie entwickelt sich nicht - für mich läuft sie nur so nebenher mit.


    Nach dieser netten Konstanz werdet Ihr Euch noch zurücksehnen.
    >:D >:D >:D



    Sein Vater hat ihn ja doch recht weit außen vorgehalten, was Kampfhandlungen angeht. Aber er hatte wohl einen guten Lehrer.


    Mehrere sogar: Harlef sieht sich als Kriegerkönig, und er wünscht sich Gonter als Nachfolger. Entsprechend wurde er ausgebildet, und nun scheint er tauglich genug, sich nicht vom ersten hergelaufenen Gegner abstechen zu lassen. Die nächste Stufe seiner Ausbildung beinhaltet das Anwerben von Söldnern und den ersten Kampfeinsatz.
    So denkt sich das jedenfalls König Harlef.
    Aber andere machen sich auch ihre Gedanken ... ;)



    Wen ich überhaupt nicht leiden kann, ist sein Vater König Harlef.


    Als König ist man echt im Eimer - da darf man nie auf Verständnis hoffen! :'(
    Da verzehnfacht man den Einfluss des Landes, und es wird überhaupt nicht erwähnt! >:(
    Man ist der Einzige, der weit und breit auf manierliche Kleidung achtet - und dann sieht es keiner! Wofür schleppt man denn dann den Spiegel überallhin mit? Okay, man schleppt nicht selbst, man lässt schleppen, aber es ist ja wohl verständlich, dass man sich als König nicht den Rücken verreißen will. ::)
    Und dann immer diese Regierungsgeschäfte! Entscheiden, entscheiden, entscheiden. :schwitzen:
    Ständig kommt dann einer um die Ecke und hat was an den Entscheidungen zu mäkeln. Fehlt nur noch, dass den eigenen Sohnemann der Hafer sticht und er die perfekt ausgesuchte Ehefrau nicht heiraten will. Aber da baut der kluge König vor, indem er auf den mangelnden Vorbau möglicher Alternativen hinweist. ;)
    Am Ende des Tages ist ein schlauer König nämlich immer auch ein fröhlicher König. ;D



    Da droht sie Fiafila doch tatsächlich, dass sie die einzige Person ist, die noch zwischen ihr und dem Tod steht.


    Dazu meint Fiafila:
    [quote author=Seite 198]
    »Diese Drohung meinst du nicht ernst«, sagte Fiafila. »Du bist besser als Chastro-Ignuto. In dir gibt es noch Zärtlichkeit.«[/quote]
    Hat sie Eivora durchschaut - oder schätzt sie die Söldnerin falsch ein?


  • Es braut sich etwas zusammen und wir erleben die Ruhe vor dem Sturm. König Harlef plant eine Intrige und will sich der Söldner beizeiten entledigen. Das könnte mehr als heikel werden für die Söldner.


    Er plant damit den Klingenrausch anstatt seiner Soldaten kämpfen zu lassen, was ja legitim ist, da er dafür bezahlt. Das würde ich nicht Intrige nennen. Auch die Söldnertruppe ist sich dessen mit Sicherheit bewusst. Es ist schließlich auch ihr Beruf.


    Deani fand ich gut. Ich konnte sie mir, dank der bildlichen Beschreibung gut vorstellen. Ich mag Charaktere die sorgfältig und umsichtig sind. Ihre Sympathie hat sie leider beim Angriff auf Fiafila wieder verspielt.


    Ich schließe mich auch der Meinung an, dass es um Fiafila momentan sehr ruhig geworden ist und sie im Moment gerade so mitläuft…Bernds Drohung, dass sich das bald ändern wird muss man wohl Ernst nehmen. :)
    Vielleicht wird sie ja doch noch ein böses Mädchen. Ich tippe allerdings auch wie Bernd, dass Nicole noch Zähne knirschen wird. Da hier so eine Gruppenbildung herrscht, verbünde ich mich mal mit dem Autor… ;D


    Warum versucht Fiafila eigentlich nicht zu fliehen? Sie scheint nicht besonders gut bewacht zu sein.


    König Harlef ist mir auch nicht sympathisch, aber ich kann seine Motive und Absichten sehr gut nachvollziehen. Er ist zielstrebig und geradlinig. Dass man als König nicht zu zimperlich sein darf, noch dazu wenn man viel erreichen möchte, kann ich gut verstehen.
    Was mich etwas stört ist, dass er Ygoda SCHNELL einnehmen möchte und dadurch den Klingenrausch unter Druck setzt. Meine Meinung ist, wer überhastet und zu schnell vorgeht, begeht Fehler oder treibt andere dazu welche zu machen.


    Aber dennoch hat er es irgendwie geschafft einen passablen Sohn hinbekommen, der Sympathien gewinnt. Die Schmierigkeit scheint etwas nachzulassen.
    Dass Gonter es mit 12 Söldnern des Sturmbanners aufnimmt, finde ich dennoch etwas übertrieben, denn in meinen Augen entwertet das diese Elite-Einheit ein Stückchen.


    Btw. es war eine coole Idee, wie die Krieger durchs Feuer kamen.

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)


  • Er plant damit den Klingenrausch anstatt seiner Soldaten kämpfen zu lassen, was ja legitim ist, da er dafür bezahlt. Das würde ich nicht Intrige nennen. Auch die Söldnertruppe ist sich dessen mit Sicherheit bewusst. Es ist schließlich auch ihr Beruf.


    Wenn er das nicht so handhaben könnte, wäre der Nutzen der Söldner für ihn auch deutlich geringer - und sie könnten keinen so hohen Preis für ihre Dienste verlangen.



    Da hier so eine Gruppenbildung herrscht, verbünde ich mich mal mit dem Autor… ;D


    Ha, sehr schön! :bussi:



    Warum versucht Fiafila eigentlich nicht zu fliehen? Sie scheint nicht besonders gut bewacht zu sein.


    Das thematisiere ich im nächsten Leseabschnitt. Deswegen wäre es sehr interessant für mich, zu erfahren, welche Vermutung Ihr dazu habt, bevor Ihr weiterlest - daran kann ich dann sehen, ob die Gedanken, die ich Fiafila dazu entwickeln lasse, sich harmonisch aus dem bisher Geschilderten ergeben.



    Aber dennoch hat er es irgendwie geschafft einen passablen Sohn hinbekommen, der Sympathien gewinnt.


    Vemutest Du, er hat sich wesentlich in die Erziehung seines Kindes eingebracht?



    Dass Gonter es mit 12 Söldnern des Sturmbanners aufnimmt, finde ich dennoch etwas übertrieben, denn in meinen Augen entwertet das diese Elite-Einheit ein Stückchen.


    Zum Einen sind Gonters Fechtkünste wirklich außergewöhnlich - so etwas hat Eivora noch nicht gesehen.
    Dann muss man wissen, dass in einem Nahkampf die Zahl der Gegner sich irgendwann nicht mehr so dramatisch auswirkt, weil sie sich gegenseitig im Weg stehen. Ich war einmal Karatelehrer, deswegen weiß ich das aus dem Training. Es ist kaum möglich, dass einen mehr als drei Leute im Wortsinne gleichzeitig angreifen. Natürlich sind trotzdem irgendwann "viele Hunde des Bären Tod", weil ständig Angreifer nachkommen und irgendwann kommt auch mal eine Attacke durch. Aber der Unterschied zwischen "drei Angreifer versus ein Angreifer" ist viel größer als zwischen "zwölf Angreifer versus zehn Angreifer". Diese Überlegung habe ich Gonter auch in den Mund gelegt, als er die Herausforderung annimmt.
    Und schließlich ist noch die Frage, ob exzellente Fechtkünste für das Sturmbanner entscheidend sind. Gerade ist Fußball-Europameisterschaft. Die wenigsten Nationalspieler sind "Ballakrobaten" im Sinne von "Trick-Fußballern", die den Ball auf dem Nacken balancieren und hundert mal auf dem Spann auftippen lassen können, während sie nebenbei noch einen Fanschal stricken. Sie wissen aber, wie man auf ihrer Position effektiv Fußball spielt. Was ich damit meine: Natürlich sind auch die Leute im Sturmbanner gute Einzelkämpfer - aber sie können auch schleichen, sich verbergen, hinter den feindlichen Linien überleben, Spuren lesen (wie Deani). Das Fechten allein reicht nicht, und Talent auf anderen Gebieten kann Defizite teilweise kompensieren.



    Btw. es war eine coole Idee, wie die Krieger durchs Feuer kamen.


    ... wobei der Avatar eine wesentliche Rolle spielt. Weil er diesen Weg durchs Feuer öffnen kann, muss nicht die gesamte Legion marschieren. Ein Heer auf dem Marsch gehört zum Langsamsten, was man sich vorstellen kann - zwanzig Kilometer am Tag (nicht in der Stunde) waren auf diesem Technisierungsstand durchaus normal. 36 Kilometer (wieder am Tag) galten bei römischen Legionen als Eilmarsch, wobei man mit erhöhten Ausfällen unter den Legionären gerechnet hat.
    Eine kleine Gruppe mit leichtem Gepäck, wie das Vorauskommando des Klingenrauschs, kann dagegen durchaus locker 40 Kilometer am Tag schaffen. Das weiß ich aus Erfahrung, weil ich einmal den Jakobsweg von Köln nach Santiago gepilgert bin und am Ende auch locker diese Distanz zurückgelegt habe. Wenn es wirklich wichtig ist und man gut trainiert ist, vielleicht Packtiere dabei hat (wie das Klingenrausch-Vorauskommando), geht sicher auch noch mehr. Zudem kann man direktere Wege wählen - ein Heer auf dem Marsch braucht ständig Wasser in großen Mengen, muss also darauf achten, in der Nähe von Flüssen und Seen zu bleiben. Und natürlich wird es viel eher entdeckt als ein kleines Vorauskommando.
    Durch diese Möglichkeit, Truppen zu verschieben, ist der Klingenrausch also extrem schnell unterwegs und taucht zudem noch oft überraschend "aus dem Nichts" auf.
    Und alles nur dank des Avatars, dem anfangs so wenig Sympathie entgegengebracht wurde, der nun aber wenigstens ins Mittelfeld der Sympathieträger aufsteigen konnte ... ;D


  • Das thematisiere ich im nächsten Leseabschnitt. Deswegen wäre es sehr interessant für mich, zu erfahren, welche Vermutung Ihr dazu habt, bevor Ihr weiterlest - daran kann ich dann sehen, ob die Gedanken, die ich Fiafila dazu entwickeln lasse, sich harmonisch aus dem bisher Geschilderten ergeben.


    Ich für meinen Teil vermute, dass es etwas mit den letzten Worten von Eivoras Vaters zu tun hat und Fiafila sich Kester verpflichtet fühlt. Vielleicht soll sie ja auf sie aufpassen oder darauf achten, dass Eivora eine bestimmte Aufgabe erfüllt oder etwas Bestimmtes bekommt.



    Vemutest Du, er hat sich wesentlich in die Erziehung seines Kindes eingebracht?


    Das hatte ich auch überlegt, als ich den Beitrag schrieb. Aber ich denke, dass auch ein Prinz die Einflüsse seines Vaters mit auf den Weg bekommt und dass der Vater auch in seinem Sinne erziehen lässt...
    Es spricht für Gonter, dass er nicht so hart und unbarmherzig ist wie Harlef.



    Und schließlich ist noch die Frage, ob exzellente Fechtkünste für das Sturmbanner entscheidend sind.


    Das hatte ich einfach unterstellt. Auch im Bezug auf Zigun, der ja ein meisterlicher Einzelkämpfer war...so hatte ich auf die ganze Einheit geschlossen.
    Aber ich freue mich für Gonter und es ist schön zu lesen, dass der Klingenrausch ihn recht gut zu akzeptieren scheint...



    Und alles nur dank des Avatars, dem anfangs so wenig Sympathie entgegengebracht wurde, der nun aber wenigstens ins Mittelfeld der Sympathieträger aufsteigen konnte ... ;D


    Das macht ihn mir nicht sympathischer unterstreicht aber seine Nützlichkeit. ;D

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

    Einmal editiert, zuletzt von Tonlos ()

  • Eben habe ich gesehen, dass ich schon wieder dabei war zu weit zu lesen...aber nur ein paar Seiten, bis die Zahl 11 in mein Gehirn gedrungen ist ;D


    Ich empfand das Durchatmen auch ganz schön, aber nicht in dem Sinne, dass die Spannung weniger wurde. Ich denke es ist einfach die Beschreibung des Waldes, die so eine Ruhe erzeugt.
    Die Fährtenleserin finde ich auch sehr gut beschrieben. Eigentlich wollte ich Mitleid mit ihr haben, weil Wildern ja nun für Menschen mit Hunger für mich kein Delikt ist, aber dann kam eine Bemerkung, war die Hirschkuh tragend? Oder sollte sie nur in Zukunft für Nachwuchs sorgen?
    Bei ersterer Sachlage würde sich mein Mitleid sofort reduzieren. Ich habe auch irgendwie das Gefühl, dass sie nicht aus Hunger gewildert hat.
    Was mir nicht gefällt ist, dass Eivora sich in Situationen begibt, wo sie angreifbar ist. Der Abschnitt wimmelt von solchen. Während sie in den vorigen Abschnitten ihre strategischen und Führungsqualitäten voll ausspielen konnte, tut sie jetzt alles dafür, ihre Schwächen publik zu machen. Vielleicht muss sie als Chefin mit der Fährtenleserin gehen? Es war jedenfalls nicht die beste Entscheidung. Sie ist ja keine Fährtenleserin und auch nicht gut im Nahkampf. Wer reitet sie also mit einer Waffe in einen Übungskampf zu gehen, wo sie sofort von den Beinen geholt wird, obwohl sie weiß, dass sie keine gute Fechterin ist. Sie sollte als Chefin beobachten, ihre Leute kennenlernen und ihre Stärken ausspielen. Das tut sie nun nicht, zumindest wird nichts darüber berichtet. Sie sieht eine Gefahr und sollte, wenn sie schon vor dem Kunden einknickt, wenigstens ihren Rat zusammenholen und ihre Bedenken dort zur Sprache bringen.
    Dieser Kunde hat kein keinen Respekt und er braucht die Söldner. Es gäbe immernoch die Möglichkeit, dem Kunden zu sagen, dass unter den Bedingungen der Vertrag nichtig ist. Ich habe Bedenken, wenn sie sich so klein macht, dass der Herr von und zu König seine Ziele erreicht und die gehen weit über das hinaus, was die Söldner vereinbart hatten. Es mag ja klug sein, sich mit dem Kunden nicht zu zerstreiten, weil es dem Ruf schaden könnte, aber ich finde es viel bedenklicher für den ruf, wenn die Söldner keinen Stolz mehr haben und ich finde es bedenklich für eine Anführerin, sich eine solche Blöße vor dem Kunden zu geben. Ihr Vater hätte das nicht gemacht. Auch ein Priester hat nicht das Recht, die Befehlshaberin zu demütigen und das vor Fremden. Da war ich wirklich sehr zweigeteilt. Vielleicht kommt noch eine Erklärung, warum sich Eivora dort so verhalten hat. Jedenfalls war sie in diesem Abschnitt auf einmal mehr kleines Mädchen als Strategin.


    Wenn er das nicht so handhaben könnte, wäre der Nutzen der Söldner für ihn auch deutlich geringer - und sie könnten keinen so hohen Preis für ihre Dienste verlangen.


    Er plant ja aber Betrug! Etwas, was sein Sohn nicht gut heißt. Ich hoffe, der kann sich dagegen wehren. Ich fand ja den Sohn noch nie schleimig, also hat er bei mir auch keine Änderung erfahren. Ich glaube, dass ihm die Söldner eher liegen, als sein Vater, eben weil er kein Schleimer ist. Er ist wohl viel ehrenhafter. Soweit ich es verstanden habe, will er die Söldner dezimieren und zwar auf eine Art, die nicht abgemacht war. ich denke, die Stellung, die von Eivora als bedenklich angesehen hat ist vom König deshalb so gewählt.


    Der Avatar wird mir nicht sympathischer und ich denke auch nicht, dass man König und Avatar vergleichen kann. Die Bosheit erscheint hier in zwei unterschiedlichen Qualitäten. Bei Avatar hat die Grausamkeit ein anderes Ziel. Als ich erkannte, dass der Avatar ein Priester ist, war klar, es gibt für ihn Aufgaben in diesem Dämonenkult, die den Söldnern helfen. Ohne Gegenleistung würden auch Söldner nicht dienen auch keinem Dämonen. Dass er Eivora so bloß stellt finde ich auch nicht geschickt. Er müßte eigentlich auch erkennen, dass alles, was sie bisher getan hat dem Klingenrausch gut getan hat. Er selbst ist ja kein Konkurrent um die Stellung im Heer. Also könnte er sie zumindest Fremden gegenüber schützen. Es zeugt davon, dass er wirklich nur eine Loyalität gegenüber den Dämonen hat und das aus Angst. Der kleine Wicht.


  • Dann auf Seite 198 wird mir Eivora tatsächlich zum allerersten Mal unsympathisch! :'( "Weil ich zwischen dir und deinem Tod stehe." "Wenn du dich als nutzlos erweist, könnte ich mich entschließen, einen Schritt zur Seite zu treten und zuzuschauen, was geschieht." :o :o :o Geht's noch??? Na, also steckt etwa ein berechnendes Miststück in Eivora? Ich bin enttäuscht, wütend und traurig. Ich bin ganz bei Fiafila! :-*


    Da gab es vorher aber auch eine Frage. Sie ist eine Gefangene und fragt, wieso sie eine Bitte erfüllen sollte. Die Frage war also schon nicht ganz ernst gemeint und die Antwort erfolgte auf der gleichen Ebene. DAS hat mir nun keine Zweifel an Eivora eingebracht. Ich fand dieses Gespräch eher schon so wie ein Gespräch unter Kameradinnen.


  • Er plant ja aber Betrug! Etwas, was sein Sohn nicht gut heißt. Ich hoffe, der kann sich dagegen wehren. Ich fand ja den Sohn noch nie schleimig, also hat er bei mir auch keine Änderung erfahren. Ich glaube, dass ihm die Söldner eher liegen, als sein Vater, eben weil er kein Schleimer ist. Er ist wohl viel ehrenhafter. Soweit ich es verstanden habe, will er die Söldner dezimieren und zwar auf eine Art, die nicht abgemacht war. ich denke, die Stellung, die von Eivora als bedenklich angesehen hat ist vom König deshalb so gewählt.


    Ich habe es so verstanden, dass er die Söldner dezimieren möchte, indem er sie vorrangig kämpfen lässt und nicht sie heimtückisch dezimieren à la Gift ins Trinkwasser oder ähnlichem.

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)


  • Ha, sehr schön! :bussi:



    Das thematisiere ich im nächsten Leseabschnitt. Deswegen wäre es sehr interessant für mich, zu erfahren, welche Vermutung Ihr dazu habt, bevor Ihr weiterlest - daran kann ich dann sehen, ob die Gedanken, die ich Fiafila dazu entwickeln lasse, sich harmonisch aus dem bisher Geschilderten ergeben.


    Ich denke, dass es verschiedene Motive sind. Zum Einen ist sie nicht dumm. Sie ist in der Wildnis nicht überlebensfähig, das weiß sie und sie würde ziemlich schnell wieder eingefangen. Zum Anderen steht sie hier unter Schutz, sobald sie flieht könnte es sein, dass dieser Schutz nicht mehr wirkt. Man könnte ihr dann leichter was antun. Außerdem ist ihr Tempel verbrannt , die Stadt eingenommen und sie hat im Moment keine Möglichkeit mehr als Priesterin zu arbeiten. Möglicherweise wartet sie auch ab, ob sie sich rächen kann für das zerstörte Netz. Wenn das so ist, so hat sie das bisher erfolgreich auch vor uns Lesern verborgen. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob sie selbst an den Fluch glaubt. (Ich glaube langsam daran, aber vielleicht steckt das an). Schließlich hat die Söldnergemeinschaft auch eine Faszination für sie. Ich denke sie ist auch neugierig, wie die Menschen in ihr leben. Den Gedanken, dass sie einen Auftrag des Vaters hat, auf seine Tochter aufzupassen hatte ich bisher nicht, würde ihn aber so ein paar Prozentchen geben, aber nur ein paar, denn eigentlich fände ich es nicht logisch. Da könnte höchstens ein Aspekt der Mutter mit einfließen, von der wir ja nicht viel wissen. Als Söldner das Schicksal seiner Tochter einer Priesterin anzuvertrauen finde ich eigentlich unpassend.