02: Seite 47 - Seite 95 (Kap. 3 - einschl. Kap. 5)

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 47 bis Seite 95 (Kapitel 3 "Der Weg ins Feuer" - einschl. Kapitel 5 "Das Angebot") schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Nach dem Tod des Flammenbringers folgt nun also die Übergabe Eivoras Vaters an die Dämonen. Wir begleiten die Söldner auf der Fahrt mit der Totenbarke. Eine düstere, mystische Stimmung zieht mich unmittelbar in ihren Bann. Am Ende versucht Zigun die Standarte der Legion dem Feuer zu übergeben. Ein traumatisches Erlebnis für alle an Bord. Es wird gerettet, was zu retten ist. Ein Satz fasst alles zusammen auf Seite 59: „Ohne den Leichnam schien die Barke viel zu groß zu sein.“ Diese Zeile macht deutlich welche Lücke der Tod des Flammenbringers reißt und wie groß die Leere ist, die er hinterlässt.


    Wir erfahren, dass Eivora schon einmal von einer Klinge durchbohrt wurde und dennoch überlebt hat. Fiafila erkennt, welche Schrecken Eivora schon widerfahren sind. Dennoch mahnt die Priesertin sich dazu, nicht zu vergessen welche Taten Eivora im Tempel toleriert hatte. Trotzdem ertappt sie sich dabei, dass sie sich zu der Söldnerin hingezogen fühlt. Ich muss sagen, so etwas habe ich vom ersten Moment ihrer Begegnung an auch gespürt. Irgendetwas ist zwischen den beiden Frauen, was sie Milde und Nachsicht füreinander empfinden lässt. Ein zartes Pflänzchen der Zuneigung scheint dort zu keimen. Ich bin gespannt, wie sich ihre Beziehung zueinander entwickeln wird.


    Die sadistische Szene auf Seite 64 mit dem rituellen Töten des Kaninchens hat mir schon etwas den Magen umgedreht. Ich konnte das arme Tier förmlich vor mir sehen und ich empfand Mitleid und ein Funken Hoffnung keimte in mir auf, dass es vielleicht doch noch entkommen könnte. Doch Prekestas Griff entkommt wohl keiner so schnell. Prekesta. Ich mag sie einfach überhaupt nicht. Ich empfinde nichts für sie außer Verachtung. Sie lässt sich ständig von Chastro-Ignuto schlagen und erwidert nichts dazu. Für mich eine seltsame Persönlichkeit. Jemand der sich einerseits rumschubsen lässt und andererseits selbst Freude daran hat andere Lebewesen zu quälen. Vielleicht verbindet sie das mit Chastro-Ignuto.


    Seite 70: Eivora hält wieder ihre schützende Hand über die Priesterin Fiafila. Mit Erfolg verteidigt sie die junge Frau und setzt sich mühelos gegen Chastro-Ignuto durch. Das war eine Überraschung für mich. Ist Chastro-Ignuto am Ende vielleicht doch nur schwach? Überspielt er mit seiner sadistischen Art einfach seine eigene Schwäche, die tief in seinem Inneren wurzelt? Nach dem Motto: „Angriff ist die beste Verteidigung“? Nicht, dass noch jemand erkennen würde, dass sich in seiner Seele nichts anderes verbirgt als ein schwacher Geist? Ich habe nicht mehr solche Angst vor ihm, jetzt da sich Eivora durchsetzen konnte. Ich spüre als Leser deutlich: Eivoras innere Stärke ist um ein Vielfaches größer, als die Chastro-Ignutos.


    Seite 71 kommt nun eine sehr schöne Stelle:
    „Der Wind weht überall, in der Wüste und auf dem Meer. Er rauscht in Baumkronen und säuselt um die Häuser. Er streicht über Gut und Böse. Niemand kann ihn rufen, keiner vermag ihn zu halten. Er kommt und geht ohne Unterschied.“ (Zitat Fiafila)
    Es zeigt, dass Fiafila längst begriffen hat, dass es Dinge gibt die über allem stehen. Über Sieg und Niederlage, über Leben und Tod, über Gut und Böse….einfach über allem. Diese Stelle unterstreicht ihre Spiritualität und bringt die Würde einer Priesterin zur Geltung. Die Erhabenheit die sie besitzt. Kompliment für dieses Zitat, es verleiht Fiafilas Figur noch einmal eine ganz andere Tiefe.


    Die Priesterin verlangt sich ein Schwert, doch Eivora lehnt das natürlich ab. Wieder erfahren wir etwas Neues über Fiafila. Schon ihre Bewunderung für Eivora lässt tief blicken und zeigt uns, dass sie vielleicht auch gerne einmal so eine starke Kämpferin sein würde und nicht immer jemand der dem Schicksal hilflos ausgesetzt ist. Vielleicht denkt sie auch, hätte sie ihren Tempel besser verteidigen können, wäre sie eines Schwertes mächtig.


    Seite 71: „Außerdem mochte Eivora die Gefangene.“
    Warum mag Eivora die Priesterin so? Vielleicht weil sich in Fiafila etwas von ihr widerspiegelt, was sie längst in sich vergraben hat? Etwas, was sie einst abgelegt oder verdrängt hat oder etwas an das sie gerne glauben würde, es aber nach all den Schrecken, die sie erlebt hat nicht mehr finden kann? Der Wunsch, dass nicht alles nur aus Sieg und Niederlagen und Bereicherungen besteht?


    Chastro-Ignuto beschäftigt sich auch auf Seite 71 damit, was ihn an der Priesterin so fasziniert. Ich frage mich, ob Chastro-Ignuto vielleicht in Wirklichkeit einfach nur Angst vor Frauen hat, eben weil sie solche Begehrlichkeiten und Triebe in ihm wecken und er keine andere Art findet damit umzugehen, als sie zu verachten und zu erniedrigen, um das Gefühl der Kontrolle und der Erhabenheit zurückzuerlangen?


    Seite 75: „Aber bei uns sind Titel nicht erblich. Nur, was man sich selbst nimmt, besitzt man.“
    Es zeigt, dass einem in dieser Welt nichts geschenkt wird, sondern, dass sich jede Kleinigkeit erkämpft werden muss. Niemand kommt unverhofft zu Reichtum, durch Erbschaften.


    Seite 78 zeigt uns folgende Stelle, dass Eivora auch nach dem Tod ihrers Vaters seine Ratschläge beherzigt: „Willst du eine Einheit zu höchster Leistung anspornen, hörte sie ihren Vater, musst du sie in eine Stellung bringen, in der sie nur noch siegen oder untergehen kann.“
    Wir lernen Gonter kennen und erkennen, dass Eivora ihn anziehend findet.


    Seite 81: Wieder eine der vielen abartigen Fantasien Chastro-Ignutos. Er stellt sich vor, wie es wäre, wenn die Priesterin blind wäre und er sie dann unerkannt schänden könnte. Ich denke, er wünscht sich das, weil er eigentlich nicht die Blöße geben möchte vor Fiafila, dass sie merkt, wie anziehend er sie findet, bzw. was sie in ihm auszulösen vermag. Es zeigt seine Zwiespältigkeit, dass er einerseits diesem Drang unbedingt nachkommen muss, andererseits aber nicht möchte, dass sie ahnen könnte, wie viel Macht sie vielleicht doch über ihn hat, da sie solche Triebe in ihm auszulösen fähig ist.


    Fiafila fällt Chastro-Ignuto in die Hände! Ich bin sehr besorgt.


    Seite 88 als Eivora ihren Onkel Kasol besucht zeigt uns eine kleine „zärtliche“ Stelle, dass sich die junge Frau immer noch große Sorgen darum macht, wie es ihrem Vater jetzt ergeht und welchen Kämpfen er ausgesetzt ist. Eivora blickt aufs Meer. Dann denkt sie Folgendes: „Eivora fragte sich, wie lange sie wohl über den Ozean wanderten, bevor sie sich an den Klippen von Rorgator brachen.“
    Hier gibt uns der Autor ein Bild. Indem Eivora über die Wellen nachdenkt, erinnert sie sich eigentlich an ihren Vater. So zumindest empfinde ich diese Stelle als eine Assoziation zum Kampf ihres Vaters mit den Dämonen.


    Seite 89: < ……. > „Es war ein ewiges Gefecht.“ Diese Stelle unterstreicht, dass ein ständiger Kampf stattfindet. Ob zwischen Magma und Wasser, zwischen Gut und Böse, zwischen den Drängen und Trieben in unserem Inneren, in der Liebe. Alles ist ein Kampf. Das Leben, unser Dasein….alles. Diese Stelle betont, um was es in dieser Geschichte eigentlich geht. Um die vielen Kämpfe, denen wir immerzu ausgesetzt sind.


    Deutlich wird das auch wieder dadurch, dass wir erfahren, dass Eivoras Onkel Kasol und ihr Vater um Eivoras Mutter lange Zeit gekämpft haben, bevor sie sich dann für Eivoras Vater entschieden hatte.


    Wir werden aus diesem Kapitel entlassen mit einem väterlichen Rat Kasols an Eivora:
    „Du musst die Dinge formen, statt diejenige zu sein, die andere benutzen.“


    Wie weise und wie wahr. Und doch alles andere als leicht zu begreifen. Dieser Satz hat mich sehr berührt und ich fühle mich Eivora sehr verbunden.
    Ich bin gefesselt von dieser Geschichte und kann kaum erwarten wie es weitergeht. Die Sogwirkung nimmt weiter zu und ich ahne, dass so manche Figur noch so einige Überraschungen bereit halten wird und nicht immer alles so ist, wie es zunächst den Anschein hat. Das scheint mir eine sehr kluge Geschichte zu werden.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

    Einmal editiert, zuletzt von TippendeTastatur ()

  • Jetzt bin ich auch mit dem 2. Abschnitt durch. Es ist weiterhin spannend, besonders die Feuerbestattung von Eivoras Vater im Magma fand ich sehr faszinierend - und die anschließenden Überlegungen dazu. Mir ist bislang noch nicht ganz klar, was die Söldner davon haben, wenn sie mit den Dämonen Geschäfte machen. Welchen Vorteil bringt es ihnen? Denn das Leben nach dem Tod im Reich der Dämonen, ein ewiger Kampf inklusive Leid, kann es doch nicht sein, oder? Ich bin gespannt, welche Hintergründe wir hier noch erfahren werden.


    Die Schilderungen und Beschreibungen, besonders im 3. Kapitel, fand ich sehr gelungen. Nun wissen wir auch, welche Funktion Chastro-Ignuto erfüllt. Er verhandelt mit den Dämonen und kann mit den Geistern kommunizieren. Dass dafür Opfer und Leid notwendig sind, ist für den Leser zwar manchmal erschreckend zu lesen, fügt sich aber plausibel in eine Welt ein, in der Dämonen besänftigt werden müssen.


    Mein erster Eindruck von Eivora und Chastro-Ignuto relativiert sich im 2. Abschnitt. Zwischen Vater und Tochter herrschte doch nicht so ein gutes Verhältnis, wie ich zunächst dachte. Dass sie sich gegen ihn aufgelehnt hat und nicht mit ihm unbedingt immer einer Meinung war, kommt erst jetzt ans Tageslicht - ähnlich wie Eivora nun erst von ihrem Onkel Kasol erfährt, dass auch er einst in ihre Mutter Ida verliebt gewesen war und dass Eivoras Vater für sie ein paar Jahre lang den Klingensturm verlassen hat. Ich frage mich unwillkürlich, welche Enthüllungen über die Familie bald noch ans Tageslicht kommen.

    Aber auch Chastro-Ignuto enthüllt überraschende Seiten. Ist er wahnsinnig? Eine kleine Andeutung von Bernd zu Anfang des 3. Kapitels geht jedenfalls in die Richtung. Interessant finde ich, dass er mal von sich als eine Person denkt und mal als zwei Wesen. Die Verschmelzung scheint nicht zu 100% erfolgt zu sein. Wenn man dann bedenkt, dass er eine unerwartete Schwäche für die Priesterin Fiafila hat, dann frage ich mich schon, ob da eventuell der alte Chastro spricht und wie er vor seiner Avatar-Werdung war. ???


    Ist Fiafila in seiner Gewalt in Gefahr? Das kommt für mich darauf an, wie seine inneren Machtkämpfe ablaufen und ob der Teil, der Fiafila "beschützt", weiterhin etwas zu sagen hat. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht. Am liebsten würde ich sofort weiterlesen und nicht bis morgen warten. :lesen:>:(


    Toll, wir erfahren jetzt, wie Eivora Aglix trifft. Irgendwie mag ich den kleinen Feuersalamander. ;D

    &quot;Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt.&quot; - bekannte Volksweisheit aus &quot;Die Magie der Namen&quot;

  • Wie weise und wie wahr. Und doch alles andere als leicht zu begreifen. Dieser Satz hat mich sehr berührt und ich fühle mich Eivora sehr verbunden.
    Ich bin gefesselt von dieser Geschichte und kann kaum erwarten wie es weitergeht. Die Sogwirkung nimmt weiter zu und ich ahne, dass so manche Figur noch so einige Überraschungen bereit halten wird und nicht immer alles so ist, wie es zunächst den Anschein hat. Das scheint mir eine sehr kluge Geschichte zu werden.


    Bei mir ist die Verbundenheit mit Eivora nicht so stark ausgeprägt wie bei dir, muss ich sagen. Ich sehe ein bisschen Berechnung bei ihrer Zuneigung zur gefangenen Priesterin mit durchschimmern. Sie will von ihr erfahren, was die letzten Worte ihres Vaters waren. Aber ich sehe sie dennoch als interessante Identifikationsfigur und starke Frauenfigur und möchte erfahren, ob es ihr gelingt, den Klingensturm zusammenzuhalten.


    Was du über Anschein und Überraschungen sagst, stimme ich dir voll zu. Mein erster Eindruck von den Figuren wird durch den 2. Abschnitt auch widerlegt bzw. aufgeweicht. Und ich glaube, so richtig fassen können wir Leser die Figuren immer noch nicht. Das hat Bernd sehr geschickt gemacht. Kompliment! :winken:

    &quot;Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt.&quot; - bekannte Volksweisheit aus &quot;Die Magie der Namen&quot;

  • Habt Ihr eigentlich Kesters Totenhelm erkannt? ;)



    Irgendetwas ist zwischen den beiden Frauen, was sie Milde und Nachsicht füreinander empfinden lässt. Ein zartes Pflänzchen der Zuneigung scheint dort zu keimen.
    ...
    Warum mag Eivora die Priesterin so? Vielleicht weil sich in Fiafila etwas von ihr widerspiegelt, was sie längst in sich vergraben hat?



    Ich sehe ein bisschen Berechnung bei ihrer Zuneigung zur gefangenen Priesterin mit durchschimmern. Sie will von ihr erfahren, was die letzten Worte ihres Vaters waren.


    Tja, wie ist nun das Verhältnis dieser beiden Frauen zueinander?
    Chastro-Ignuto hat angeboten, Fiafila ihr Wissen auf bewährte Weise zu entringen. Eivora hat das abgelehnt. Weil ihr Vater befohlen hat, die Priesterin nicht anzurühren? Weil sie Chastro-Ignuto nicht mag? Oder weil sie Fiafila mag?
    Schließt ihr Interesse an den letzten Worten ihres Vaters aus, dass sie Zuneigung für Fiafila empfindet?



    Die sadistische Szene auf Seite 64 mit dem rituellen Töten des Kaninchens hat mir schon etwas den Magen umgedreht.


    Liebes Tagebuch,
    wie man es macht, macht man es falsch!
    Dabei habe ich mir extra den Zettel an den Monitor gepappt: "Keine Katzen mehr umbringen!", nachdem man bei den Schattenherren so übel mit mir geschimpft hat. Und jetzt? Keinem Kätzchen wird ein Härchen gekrümmt - und trotzdem gelte ich noch als hartherziger Autor!
    :'(



    Prekesta. Ich mag sie einfach überhaupt nicht. Ich empfinde nichts für sie außer Verachtung.


    Liebes Tagebuch,
    und wieder blitzt eine Sympathieträgerin ab! Dabei hat Prekesta eigentlich nur positive Eigenschaften: Sie ist durchsetzungsstark (oder ist ihr Auftritt im Basöontempel bereits in Vergessenheit geraten?), fromm (hingebungsvolle Dämonenopfer) und loyal (erträgt auch Chastro-Ignutos Emotionalität). Was mehr kann man sich von einer liebenswerten Figur wünschen?



    Jemand der sich einerseits rumschubsen lässt und andererseits selbst Freude daran hat andere Lebewesen zu quälen.


    Findet Ihr dieses Verhaltensmuster ungewöhnlich - oder kennt Ihr solche "Radfahrer", die "nach oben buckeln und nach unten treten"?



    Ich habe nicht mehr solche Angst vor ihm, jetzt da sich Eivora durchsetzen konnte.


    Glaubst Du, in diesem Konflikt ist das letzte Wort gesprochen?
    Denkst Du, Fiafila hätte sich auch allein gegen Chastro-Ignuto behauptet - oder liegt es eher an Eivoras Stärke als an Chastro-Ignutos Schwäche?



    Es zeigt, dass Fiafila längst begriffen hat, dass es Dinge gibt die über allem stehen. Über Sieg und Niederlage, über Leben und Tod, über Gut und Böse….einfach über allem.


    Ich bleibe da etwas vorsichtiger: Das ist Fiafilas momentane Sicht ... Auch sie ist lernfähig.
    >:D



    Es zeigt, dass einem in dieser Welt nichts geschenkt wird, sondern, dass sich jede Kleinigkeit erkämpft werden muss. Niemand kommt unverhofft zu Reichtum, durch Erbschaften.


    Zu Reichtum vielleicht schon (obwohl viel von Kesters Reichtum für seine Bestattung draufgeht), aber nicht zu Macht. Es gibt keine erblichen Titel in Rorgator.



    Mir ist bislang noch nicht ganz klar, was die Söldner davon haben, wenn sie mit den Dämonen Geschäfte machen. Welchen Vorteil bringt es ihnen? Denn das Leben nach dem Tod im Reich der Dämonen, ein ewiger Kampf inklusive Leid, kann es doch nicht sein, oder? Ich bin gespannt, welche Hintergründe wir hier noch erfahren werden.


    Im Diesseits haben die Söldner den Vorteil, dass die Dämonen ihre Metropole schützen. Die Dämonen beherrschen das Feuer, und Rorgator ist an drei Seiten von Vulkanen eingeschlossen. Hätte ein Herrscher die Söldner satt und wollte sie vertreiben, müsste er damit rechnen, dass die Dämonen Magma auf seine Truppen regnen lassen. - Das hat allerdings auch die Kehrseite, dass die Dämonen das Magma ebenso gut in die Stadt hineinfließen lassen könnten, wenn sie mit den Söldnern unzufrieden wären.
    Zu den "jenseitigen Vorteilen" hilft uns vielleicht TippendeTastaturs Beobachtung:


    Seite 89: < ……. > „Es war ein ewiges Gefecht.“ Diese Stelle unterstreicht, dass ein ständiger Kampf stattfindet. Ob zwischen Magma und Wasser, zwischen Gut und Böse, zwischen den Drängen und Trieben in unserem Inneren, in der Liebe. Alles ist ein Kampf. Das Leben, unser Dasein….alles.


    Falls man davon ausgeht, dass alles im Leben ein Kampf ist, liegt der Schluss nahe, dass man entweder zu den Gewinnern oder zu den Verlierern gehört. In der Welt von Rotes Gold sind die friedlichen Leute selten unter den Gewinnern; die Erfahrung der Bewohner von Abidia ist da durchaus typisch. Also geht man davon aus, dass man auch im Jenseits kämpfen und vor allem siegen muss, um zu den Gewinnern zu zählen. Da man von den Göttern, deren Tempel man gern plündert, wenig Unterstützung zu erwarten hat, sucht man sich andere Verbündete, die Macht im Jenseits haben ...



    Zwischen Vater und Tochter herrschte doch nicht so ein gutes Verhältnis, wie ich zunächst dachte.


    Da interessiert mich die Meinung der gesamten Leserunde:
    Wie schätzt Ihr das Verhältnis zwischen Eivora und ihrem Vater ein?



    Aber auch Chastro-Ignuto enthüllt überraschende Seiten. Ist er wahnsinnig?


    Hier ist der Unterschied zwischen Wahnsinn und Schwachsinn bedeutsam.
    Ein Schwachsinniger hat einen sehr niedrigen Intellekt.
    Ein Wahnsinniger kann hochintelligent sein, verfolgt aber extrem fragwürdige Ziele - mit möglicherweise sehr stringenter Logik, die über viele Zwischenschritte zu diesen Zielen führt.



    Wenn man dann bedenkt, dass er eine unerwartete Schwäche für die Priesterin Fiafila hat, dann frage ich mich schon, ob da eventuell der alte Chastro spricht und wie er vor seiner Avatar-Werdung war.


    Eine interessante Theorie! Was meint Ihr?



    Ich bin gefesselt von dieser Geschichte und kann kaum erwarten wie es weitergeht. Die Sogwirkung nimmt weiter zu ...



    Es ist weiterhin spannend, besonders die Feuerbestattung von Eivoras Vater im Magma fand ich sehr faszinierend - und die anschließenden Überlegungen dazu.



    Das hat Bernd sehr geschickt gemacht. Kompliment!


    :freu: :freu:


  • Habt Ihr eigentlich Kesters Totenhelm erkannt? ;)


    Ja, habe ich. ;D Irgendwie ist so viel über den 2. Abschnitt zu erzählen gewesen, dass ich diesen Punkt ganz vergessen habe. :-[
    Aber ich finde das Cover toll und es großartig, dass sich ausgerechnet dieses Motiv auf dem Cover befindet. So kann man ihn sich gleich bildlich vorstellen. :)



    GRÖHL!! :totlach:



    Im Diesseits haben die Söldner den Vorteil, dass die Dämonen ihre Metropole schützen. Die Dämonen beherrschen das Feuer, und Rorgator ist an drei Seiten von Vulkanen eingeschlossen. Hätte ein Herrscher die Söldner satt und wollte sie vertreiben, müsste er damit rechnen, dass die Dämonen Magma auf seine Truppen regnen lassen. - Das hat allerdings auch die Kehrseite, dass die Dämonen das Magma ebenso gut in die Stadt hineinfließen lassen könnten, wenn sie mit den Söldnern unzufrieden wären.
    Zu den "jenseitigen Vorteilen" hilft uns vielleicht TippendeTastaturs Beobachtung:


    Falls man davon ausgeht, dass alles im Leben ein Kampf ist, liegt der Schluss nahe, dass man entweder zu den Gewinnern oder zu den Verlierern gehört. In der Welt von Rotes Gold sind die friedlichen Leute selten unter den Gewinnern; die Erfahrung der Bewohner von Abidia ist da durchaus typisch. Also geht man davon aus, dass man auch im Jenseits kämpfen und vor allem siegen muss, um zu den Gewinnern zu zählen. Da man von den Göttern, deren Tempel man gern plündert, wenig Unterstützung zu erwarten hat, sucht man sich andere Verbündete, die Macht im Jenseits haben ...


    Danke für die Ausführungen. Wir haben ja bislang nur einen kleinen Teil der Welt kennen lernen dürfen und auch nur einen kleinen Einblick in das Leben der Söldner erhascht. Ich bin daher sehr gespannt, was wir noch über die Welt erfahren, um die Geschehnisse besser einschätzen können. :)
    Oh menno! Ich will weiterlesen. JETZT! :'(

    &quot;Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt.&quot; - bekannte Volksweisheit aus &quot;Die Magie der Namen&quot;


  • Eine interessante Theorie! Was meint Ihr?


    Mich würde noch interessieren, ob Du den Namen absichtlich so gewählt hast?


    Allerdings würde ich eher annehmen, es ist der Fluch, den die Priesterin ausgesprochen hat. In einer Gesellschaft, die Dämonen huldigt, sind ja die normalen Strafen eher Prüfungen oder vielleicht sogar völlig normales Leben. Also wie straft man einen Dämonenpriester - mit Sanftmut oder Liebe. ;D

  • Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke, dass ich später, wenn ich im Bett liege, mit dem dritten Abschnitt beginnen werde.


    Zu Beginn der Situation mit der Barke habe ich mir irgendwie ein Schiff auf Wasser vorgestellt. Ich glaube, dass ich meinen Lesekünsten auch nicht recht vertaut habe, als dann gleich im zweiten Satz des dritten Kapitels das Wort "Magmastrom" aufgeführt wurde. Zunächst bin ich da über den Begriff "Magma" gefallen. Ich dachte erst: Müsste es nicht Lava sein? Dann habe ich schnell das Internet zur Hilfe genommen und gemerkt: Schon wieder die Beiden Begriffe vertausch...
    In die Situation der Zeremonie kann man sich jedenfalls gut einfinden. Die Hitze verspürt man teilweise selbst und die Atmosphäre ist nicht zu überspitzt dargestellt. Es ist im Rahmen des Glaubhaften (Es gäbe da Autoren, bei denen man den Mund vor lauter Ungläubigkeit nicht mehr zu gekriegt hätte)...


    Kurz am Rande: Dank des Covers konnte ich mir sogar eine gute Vorstellung des goldenen Totenhelms machen, den Kester trägt.



    Meine Empfindung zu Chastro-Ignuto hat Nicole sehr schön dargestellt:


    Nun wissen wir auch, welche Funktion Chastro-Ignuto erfüllt. Er verhandelt mit den Dämonen und kann mit den Geistern kommunizieren. Dass dafür Opfer und Leid notwendig sind, ist für den Leser zwar manchmal erschreckend zu lesen, fügt sich aber plausibel in eine Welt ein, in der Dämonen besänftigt werden müssen.


    Damit kann er sich sogar Sympathiepunkte erschleichen. Oder muss ich im Plural von Chastro-Ignuto sprechen? ;)


    Wie auch immer... mit Chastro-Ignuto kommt eine gute Überleitung zum faszinierenden Dämonenkult in Rotes Gold.
    wie mir bisher schein ist dieser für anscheinend alle Figuren sehr wichtig, auch wenn er nicht den gleichen Stellenwert hat. Zum einen zeigt dies die Zeremonie für den verstorbenen Vater Eivoras und zum anderen wird das beispielsweise durch die Geschehnisse zwischen Chastro-Ignuto, Prekesta und dem Kaninchen gezeigt. Wobei ich mir an dieser Stelle nicht sicher bin, ob Prekesta rein aus dem Grunde so handelt, selbst ein Avatar zu werden, oder ob es noch andere Gründe (bezogen auf Chastro-Ignuto gibt... Fiafilas Frage, ob die beiden ein Paar wären lenkt ein wenig in diese Richtung) gibt. Jedenfalls ist der Dämonenkult ein ziemlich spannendes Element der Handlung!


    Chastro-Ignuto hat aber im weiteren Verlauf, auch aus meiner Sicht, wieder etwas an Sympathie verloren:


    Wieder eine der vielen abartigen Fantasien Chastro-Ignutos. Er stellt sich vor, wie es wäre, wenn die Priesterin blind wäre und er sie dann unerkannt schänden könnte. Ich denke, er wünscht sich das, weil er eigentlich nicht die Blöße geben möchte vor Fiafila, dass sie merkt, wie anziehend er sie findet, bzw. was sie in ihm auszulösen vermag. Es zeigt seine Zwiespältigkeit, dass er einerseits diesem Drang unbedingt nachkommen muss, andererseits aber nicht möchte, dass sie ahnen könnte, wie viel Macht sie vielleicht doch über ihn hat, da sie solche Triebe in ihm auszulösen fähig ist.


    Fiafila fällt Chastro-Ignuto in die Hände! Ich bin sehr besorgt.


    Die Besorgnis teile ich auf jeden Fall auch, obwohl es auch ein wenig Fasziniation für den Charakter Chastro-Ignuto ist, da ich mich nicht entsinnen kann, jemals einen Roman gelesen zu haben, in dem ein Charakter seinen Platz findet, der am laufenden Band Sympathie gewinnt und wieder verliert.



    Ich bin für den weiteren Verlauf vor allem Gespannt, wie sich Chastro-Ignuto weiterentwickelt und wie wichtig die Aussage Nur Gold ist ewig noch wird.

    Ein gutes Buch ist wie gute Musik: Wenn man einmal im Groove ist, kommt man so leicht nicht mehr raus!

  • Zitat von: Nicole Gozdek am Heute um 12:20:22


    Zwischen Vater und Tochter herrschte doch nicht so ein gutes Verhältnis, wie ich zunächst dachte.



    Da interessiert mich die Meinung der gesamten Leserunde:
    Wie schätzt Ihr das Verhältnis zwischen Eivora und ihrem Vater ein?


    Ich denke sehr wohl, dass ein sehr inniges Verhältnis zwischen Eivora und ihrem Vater bestand und sogar noch besteht. Denn sogar jetzt, da er tot ist, greift sie noch auf seine Ratschläge zurück. Natürlich gibt es auch immer Reibereien zwischen Vater und Tochter, doch das trägt der Zuneigung füreinander ja keinen Abbruch. Man bedenke auch, dass Eivora einer großen Liebe entsprungen ist. Daher schätze ich es schon so ein, dass die Tochter etwas Besonderes für den Flammenbringer war. Natürlich will ein Vater auch immer, dass sein Kind überlebt und gut durchs Leben kommt. Umso wichtiger in dieser rauen Welt. Demnach wird es in der Erziehung nicht immer nur mit Milde und Nachsicht getan gewesen sein, sondern auch mal anders zugegangen sein. Aber am eigentlichen Verhältinis der Beiden ändert das glaube ich nichts.



    Zitat von: TippendeTastatur am Heute um 10:35:49


    Die sadistische Szene auf Seite 64 mit dem rituellen Töten des Kaninchens hat mir schon etwas den Magen umgedreht.



    Liebes Tagebuch,
    wie man es macht, macht man es falsch!
    Dabei habe ich mir extra den Zettel an den Monitor gepappt: "Keine Katzen mehr umbringen!", nachdem man bei den Schattenherren so übel mit mir geschimpft hat. Und jetzt? Keinem Kätzchen wird ein Härchen gekrümmt - und trotzdem gelte ich noch als hartherziger Autor! :'(


    Lieber Bernd!!! Aber da kann doch das Kaninchen auch nichts dafür, dass Du nun die Katzen verschonst :totlach:




    Zitat von: TippendeTastatur am Heute um 10:35:49


    Ich habe nicht mehr solche Angst vor ihm, jetzt da sich Eivora durchsetzen konnte.



    Glaubst Du, in diesem Konflikt ist das letzte Wort gesprochen?
    Denkst Du, Fiafila hätte sich auch allein gegen Chastro-Ignuto behauptet - oder liegt es eher an Eivoras Stärke als an Chastro-Ignutos Schwäche?


    Nein, ich denke da ist das letzte Wort auf keinen Fall schon gesprochen. Dennoch hat sie sich jetzt erst einmal durchgesetzt. Nein, ich denke eher Fiafila hätte sich alleine nicht durchsetzen können. Noch nicht.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Vielleicht erklärt mir mal jemand die Zitatfunktion? *räusper* irgendwie kriege ich das nicht hin immer erscheint dann alles auf einmal statt nur das entsprechende Zitat . Hilfe! :-\

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.


  • Lieber Bernd!!! Aber da kann doch das Kaninchen auch nichts dafür, dass Du nun die Katzen verschonst :totlach:


    Bei Todesstille, meinem ersten Roman für "Das schwarze Auge", gibt es eine Stelle, in der eine ganze Reisegruppe brutal zu Tode kommt. Männer, Frauen, Kinder. Und ein Elch namens Jollo.
    Kommentar meiner Freundin am Manuskript: "Amer Jollo."
    :D



    Nein, ich denke eher Fiafila hätte sich alleine nicht durchsetzen können. Noch nicht.


    Aha, wir vermuten Entwicklungspotenzial in Fiafila! :)


  • Bei Todesstille, meinem ersten Roman für "Das schwarze Auge", gibt es eine Stelle, in der eine ganze Reisegruppe brutal zu Tode kommt. Männer, Frauen, Kinder. Und ein Elch namens Jollo.
    Kommentar meiner Freundin am Manuskript: "Amer Jollo."
    :D


    Wenn Du richtig Haue kriegen willst, nimm einen Hund! ;D

  • Der zweite Abschnitt war so spannend, dass ich vor dem Auto, in das ich einsteigen wollte, stehen geblieben bin und weiter gelesen habe. Ich wäre schon längst wieder am Lesen, aber mit dem Posten ist es am Wochenende immer etwas schwierig, weil die Tage voll sind. Sind gerade heimgekommen. Nun muss ich bis morgen warten. Dabei habe ich jetzt auch Angst um die Priesterin. Ich freue mich über die Gefühle mit denen Chastro nicht klar kommt. Allerdings hatte ich so eine kleine Hoffnung, dass die Frau das Betrunkensein nur spielt. Schade, dem war nicht so. Vermißt eigentlich der Herr seinen Diener nicht? Die Leiche müßte doch gefunden werden.


    Aber der Reihe nach:
    Also die Beerdigung fand ich ja sehr interessant. Ich würde, lgaube ich, nicht in eine Verfilmung der Szene gehen, aber so war die Neugier, wie so ein Dämonenkult funktioniert doch groß und es ist wirklich spannend. Mal sehen, was wir noch so erfahren. Auf jeden Fall schein Chastro ein guter Priester zu sein, seine Rolle Ernst zu nehmen und das aus ganz realistischen Gründen - aus Angst. Angst, die Dämonen zu erzürnen oder zumindest ihr ''Wohlwollen zu verlieren und Angst im nächsten Leben nicht bei den Starken zu kämpfen. Das ist wiedermal sehr gelungen. (OT: ich wurde an die Diskussion über die Gründe für Moral erinnert)
    Kurz dachte ich auch, dass Der Dämon das Geld nimmt und dann Ätsch sagt. Was hätten sie in dem Fall gemacht?
    Das mit der Standarte habe ich erst gar nicht verstanden, wollte er die Macht? Warum sollte er abschwören wollen? Aber da war der Autor doch mal Leserfreundlich und hat die Erklärung mitgeliefert. Es hätte iohm also die Chance gegeben, sich aus der Truppe zu verabschieden. Aber warum hat er nicht selbst versucht, die Leitung an sich zu reißen, wenn er schon Chef der Elitetruppe war?


    Und dann ist sie schon da, die Type, die ich schlimmer finde als Chastro. Diese Azubi ist so was von einer Schleimspur und ohne Ehre, einfach nur versessen darauf, einen Avatar zu bekommen. (wobei ich mir nicht sicher bin, dass sie wirklich weiß worauf sie sich einläßt.
    Am Beispiel des Kaninchens konnte aber ziemlich gut gezeigt werden, wie die Verehrung der Dämonen funktioniert. außerdem habe ich das Gefühl, dass es eine Leidenschaft des Autors ist, möglichst eine neue Form der Brutalität zu finden, in der Hoffnung und Leser jedesmal wieder zu schockieren. Die Beschreibung von Folterszenen scheint im eine innere Befriedigung zu geben ;)
    Zufrieden mit der Reaktion? Und dann scheinheilig sich beim Tagebuch beschweren!


    Die Szene beim Onkel fand ich besonders schon. Nach all der Aufregung eine ruhige Szene mit viel angedeutetem Wissen, keineswegs weg vom Spannungsbogen, sondern einfach eine andere Art Spannung. Was war das für eine Frau, die Mutter?
    Wie wird Eivora nun den Herrn überzeugen? Wird ihr das gelingen? Ich wäre ja dafür, dass sie selbst die Chefin wird und das ist die einzige gute Wahl, aber wer würde sie unterstützen? DAs sie die Qualitäten einer Führungspersönlichkeit hat, zeigen alle ihr Überlegungen, aber am meisten die Bereitschaft, den Schritt zu gehen und den (nach ihr) am besten geeigneten zu bitten, nicht zu gehen und das Amt zu übernehmen. Tolle Frau!


    Der Salamander ist also giftig, das ist ja schon mal was.


  • Der zweite Abschnitt war so spannend, dass ich vor dem Auto, in das ich einsteigen wollte, stehen geblieben bin und weiter gelesen habe.


    :freu:



    Ich freue mich über die Gefühle mit denen Chastro nicht klar kommt.


    Ah, endlich entdeckt jemand Chastro-Ignutos Sensibilität! Sicher würde es ihm helfen, einmal ganz offen über seine Gefühle zu reden ...



    Vermißt eigentlich der Herr seinen Diener nicht? Die Leiche müßte doch gefunden werden.


    Abwarten ... ;)



    Ich würde, lgaube ich, nicht in eine Verfilmung der Szene gehen, aber so war die Neugier, wie so ein Dämonenkult funktioniert doch groß und es ist wirklich spannend.


    Zwischen einer Verfilmung und einem Buch besteht der gravierende Unterschied, dass die Bilder bei einer Verfilmung von außen kommen. Bei einem Buch kann man sich überhaupt nur Dinge vorstellen, die in irgendeiner Form schon in einem drin sind. Deswegen wäre ich bei einer sehr werkgetreuen Verfilmung meiner Bücher in einigen Fällen selbst skeptisch ...



    Kurz dachte ich auch, dass Der Dämon das Geld nimmt und dann Ätsch sagt. Was hätten sie in dem Fall gemacht?


    Das ist das Risiko. Für den "Ruf" des Dämons wäre das allerdings auch schlecht - er hätte dann zwar das Gold, würde aber kein weiteres bekommen, weil niemand mehr mit ihm Geschäfte machen würde.
    Gut, er könnte auch gleich die ganze Barke verschwinden lassen. Aber die Dämonenpriester stehen ja in Kontakt mit den (anderen) Dämonen und könnten sicher herausfinden, was geschehen ist.
    Merke: Der schlaue Dämon erweist sich als (einigermaßen) verlässlicher Geschäftspartner.
    So lange, bis er durch einen Betrug mehr bekommt, als er von allen künftigen Geschäften erwartet ...
    >:D
    Oder bis ihn die Gier überwältigt ...
    >:D >:D



    Aber warum hat er nicht selbst versucht, die Leitung an sich zu reißen, wenn er schon Chef der Elitetruppe war?


    Eine berechtigte Frage - was meint Ihr?



    Ich wäre ja dafür, dass sie selbst die Chefin wird und das ist die einzige gute Wahl, aber wer würde sie unterstützen?


    Schließt Ihr Euch Rheas Einschätzung an - wäre Eivora eine gute Anführerin für die Legion?



    Der Salamander ist also giftig, das ist ja schon mal was.


    Ja, das ist sogar eine der ersten Sachen, die man im Prolog über ihn lernt:
    [quote author=Seite 9]
    Ich bin keine Maus, dachte Eivora, als sich Aglix auf ihrer Haut regte. Ich bin mindestens ein Feuersalamander. Die sind giftig.[/quote]



    Am Beispiel des Kaninchens konnte aber ziemlich gut gezeigt werden, wie die Verehrung der Dämonen funktioniert. außerdem habe ich das Gefühl, dass es eine Leidenschaft des Autors ist, möglichst eine neue Form der Brutalität zu finden, in der Hoffnung und Leser jedesmal wieder zu schockieren. Die Beschreibung von Folterszenen scheint im eine innere Befriedigung zu geben ;)
    Zufrieden mit der Reaktion? Und dann scheinheilig sich beim Tagebuch beschweren!


    Liebes Tagebuch,
    die Welt ist ja sooooo ungerecht!
    :'(
    Nur Du verstehst mich, mein liebes Tagebuch. :bussi:

  • Lieber Bernd,


    oh je! Damit du nicht nur das Tagebuch auf deiner Seite hast, schicke ich mal eine virtuelle Box Taschentücher rüber. :P :unschuldig:

    &quot;Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt.&quot; - bekannte Volksweisheit aus &quot;Die Magie der Namen&quot;

  • Die Bestattungszeremonie war doch ziemlich unheimlich - und meine erste Frage war direkt: wie schaffen sie es, mit einer Barke auf dem Magma zu schwimmen, ohne direkt geröstet zu werden? Woher kommt das Material für die Barke und was ist das genau? Ist das so ein Dämonenzeugs? Dass die Barke eine Art Klimaanlage hat, wurde ja auch von Ignuto gesteuert, wenn ich das richtig verstanden habe. Mir gefällt es, dass wir ein wenig über Fiafilas Gott durch Eivoras Gedanken erfahren und ehrlich, ich habe mich in dem Moment gefragt, was eigentlich so toll daran ist, unter der Macht von Dämonen zu leben. Was haben denn die Söldner für Vorteile davon? Einen besonderen Schutz von Rorgator? Weil niemand außerhalb von Rorgator eine Söldnertruppe wie den Klingenrausch haben möchte, obwohl sie ihre Hilfe in Anspruch nehmen? Dass die Dämonen sich untereinander nicht grün sind, dachte ich mir schon, das ist ja so eine typische Eigenart für Dämonen ;D Aber mir als Mensch wäre das doch etwas arg unsicher, dass irgendwann die Dämonen die Oberhand über Rorgator haben, die die Menschen am liebsten im Magma rösten würden. Und ganz ehrlich: vielleicht geht es bei den Toten bei Basäon etwas langweiliger zu als im Totenreich der Dämonen, aber ich glaube, langfristig gesehen, wäre mir die Alternative auf der Wolke lieber ;D


    Die Totenmaske von Kester ist doch die Maske auf dem Cover. Da sie auf dem Cover abgebildet ist, tendiere ich dazu, dass sie bzw. Kester im Dämonenreich noch eine Rolle spielen wird. Vielleicht begegnen wir ihm nochmal als Dämon - ich habe mich nämlich gefragt, ob das möglich ist, dass Menschen als Dämonen weiterleben könnten.


    Chastro-Ignuto im Königskopf nervt! Ständig will er Fiafila rösten, um Kesters letzte Worte herauszufinden, aber solange Eivora bei ihr ist, traut er sich tatsächlich nicht, eigenmächtig zu handeln. Daher schrillten bei mir sämtliche Alarmglocken, als Eivora Fiafila mit Gonters Leibwächter alleine auf die Straße lässt - kurz nachdem Chastro-Ignuto und Prekesta das Lokal verlassen haben. Aber Eivora war durch Gonters Vorschlag natürlich abgelenkt und hatte in dem Moment absolut nicht den Kopf frei, sich um Fiafila Gedanken zu machen und hoffte auf den Leibwächter.
    Allerdings hätte ich dann spätestens, nachdem Fiafila nicht mehr wiederkommt, erwartet, dass sie daran denkt, bei Chastro-Ignuto nach ihr zu suchen, sie ist doch sonst ein cleveres Mädchen.


    Bei der betrunkenen Fiafila musste ich grinsen, da kamen plötzlich ganz andere Seiten zum Vorschein ;D Ich denke auch, wären die beiden sich unter anderen Umständen begegnet, wären sie sicherlich Freundinnen geworden. Und ich denke auch, dass sie Eivora ganz gut durchschaut, was die Trauer um ihren Vater angeht.


    Was sind denn das für fremde Gefühle, die Chastro plötzlich empfindet? Bei dem Gedanken, Fiafila zu foltern, ist ihm gar nicht wohl? Das erinnert mich ja beinahe an menschliches Mitgefühl, was mich wiederum zu meiner Frage aus dem ersten Abschnitt bringt, inwiefern der Homunkulus den Menschen Chastro beeinflusst - und was passiert, wenn man den Homunkulus tötet.


    Eivoras Mutter ist also tot - und nicht nur Kester, sondern auch sein Bruder hat sich um sie bemüht. Und für Ida hat Kester sogar seinen Söldnerberuf damals aufgegeben. Das Verhältnis zwischen den Brüdern scheint darunter aber nicht gelitten zu haben, dass sich Ida für Kester entschieden hat. Wobei mir der dunkle Gedanke gekommen ist, ob Kasol vielleicht damals den Überfall auf Ebilion hat durchführen lassen, weil er den beiden ihr Glück missgönnte bzw. wollte, dass Kester wieder zurück zum Klingenrausch kommt. Hat er vielleicht auch den Bogenschützen beauftragt? In Abidia würde man die Spur viel schwerer zu ihm zurückverfolgen können als in Rorgator. Andererseits gibt es hierfür bisher keinerlei Anzeichen, dass es so gewesen sein könnte, auch fehlt mir ein Motiv. Dafür erfahren wir jetzt, wie Eivora zu Aglix gekommen ist. Der kleine Salamander hat sich eher Eivora ausgesucht als andersrum. Er wird doch wohl nicht eine Art Spion für Kasol sein? Echt jetzt, Bernd schafft es immer wieder, dass man den nettesten Menschen misstraut ;D


    Was ist denn der Blitzstein? Ist das eine Art Kanone? In jedem Fall drängt die Zeit für Eivora, nicht nur, dass der Klingenrausch auseinander zu fallen droht, sondern sie muss auch Gonter etwas bieten können bei ihrem nächsten Treffen. Und dieser Auftrag könnte eine Chance sein, die Söldner wieder zu einen, wenn er lukrativ genug ist. Wobei mich schon interessieren würde, warum Gonters Vater unbedingt Ygôda erobern will, auch wenn das für die Söldner zweitrangig ist, solange der Lohn stimmt.


  • Ein Satz fasst alles zusammen auf Seite 59: „Ohne den Leichnam schien die Barke viel zu groß zu sein.“ Diese Zeile macht deutlich welche Lücke der Tod des Flammenbringers reißt und wie groß die Leere ist, die er hinterlässt.


    Ohja, diesen Satz fand ich auch großartig.



    Wir erfahren, dass Eivora schon einmal von einer Klinge durchbohrt wurde und dennoch überlebt hat. Fiafila erkennt, welche Schrecken Eivora schon widerfahren sind.


    Und dabei wurde sie unfruchtbar, ich frage mich, wie sie damit umgeht, ob ihr das zu schaffen macht oder ob es ihr egal ist bzw. sie sogar froh darum ist, nicht der Gefahr ausgesetzt zu sein, schwanger zu werden und ihren Beruf womöglich nicht mehr ausüben zu können.



    „Der Wind weht überall, in der Wüste und auf dem Meer. Er rauscht in Baumkronen und säuselt um die Häuser. Er streicht über Gut und Böse. Niemand kann ihn rufen, keiner vermag ihn zu halten. Er kommt und geht ohne Unterschied.“ (Zitat Fiafila)
    Es zeigt, dass Fiafila längst begriffen hat, dass es Dinge gibt die über allem stehen. Über Sieg und Niederlage, über Leben und Tod, über Gut und Böse….einfach über allem. Diese Stelle unterstreicht ihre Spiritualität und bringt die Würde einer Priesterin zur Geltung. Die Erhabenheit die sie besitzt. Kompliment für dieses Zitat, es verleiht Fiafilas Figur noch einmal eine ganz andere Tiefe.


    Auch bei der Stelle bin ich ganz bei dir.



    Aber auch Chastro-Ignuto enthüllt überraschende Seiten. Ist er wahnsinnig? Eine kleine Andeutung von Bernd zu Anfang des 3. Kapitels geht jedenfalls in die Richtung. Interessant finde ich, dass er mal von sich als eine Person denkt und mal als zwei Wesen. Die Verschmelzung scheint nicht zu 100% erfolgt zu sein. Wenn man dann bedenkt, dass er eine unerwartete Schwäche für die Priesterin Fiafila hat, dann frage ich mich schon, ob da eventuell der alte Chastro spricht und wie er vor seiner Avatar-Werdung war. ???


    Da gehen unsere Überlegungen in die gleiche Richtung, ich frage mich auch zunehmend, was der frühere Chastro für ein Mensch war. Hatte er als Nur-Mensch auch schon so viel Freude am Quälen wie Prekesta? Muss man das haben, um überhaupt Aussicht auf den Job des Dämonenpriesters zu haben? Oder entwickelt sich das durch den dämonischen Einfluss? Wenn ich so Titel wie Meister der Qualen lesen, denke ich auch, dass die Grausamkeit durch den dämonischen Homunkulus gefördert wird.



    Liebes Tagebuch,
    wie man es macht, macht man es falsch!
    Dabei habe ich mir extra den Zettel an den Monitor gepappt: "Keine Katzen mehr umbringen!", nachdem man bei den Schattenherren so übel mit mir geschimpft hat. Und jetzt? Keinem Kätzchen wird ein Härchen gekrümmt - und trotzdem gelte ich noch als hartherziger Autor!
    :'(


    Mein erster Gedanke an der Stelle war: "Ach, diesmal keine Katze?" :D



    Im Diesseits haben die Söldner den Vorteil, dass die Dämonen ihre Metropole schützen. Die Dämonen beherrschen das Feuer, und Rorgator ist an drei Seiten von Vulkanen eingeschlossen. Hätte ein Herrscher die Söldner satt und wollte sie vertreiben, müsste er damit rechnen, dass die Dämonen Magma auf seine Truppen regnen lassen. - Das hat allerdings auch die Kehrseite, dass die Dämonen das Magma ebenso gut in die Stadt hineinfließen lassen könnten, wenn sie mit den Söldnern unzufrieden wären.
    ....
    Falls man davon ausgeht, dass alles im Leben ein Kampf ist, liegt der Schluss nahe, dass man entweder zu den Gewinnern oder zu den Verlierern gehört. In der Welt von Rotes Gold sind die friedlichen Leute selten unter den Gewinnern; die Erfahrung der Bewohner von Abidia ist da durchaus typisch. Also geht man davon aus, dass man auch im Jenseits kämpfen und vor allem siegen muss, um zu den Gewinnern zu zählen. Da man von den Göttern, deren Tempel man gern plündert, wenig Unterstützung zu erwarten hat, sucht man sich andere Verbündete, die Macht im Jenseits haben ...


    Ah, danke für die Information, damit haben sich auch meine Überlegungen beantwortet.



    Da interessiert mich die Meinung der gesamten Leserunde:
    Wie schätzt Ihr das Verhältnis zwischen Eivora und ihrem Vater ein?


    Ich denke, ihr Verhältnis war "normal": das kommt doch häufig vor, dass man als junger Mensch der Meinung ist, viel mehr zu können als die Eltern einem zutrauen. Und nachdem wir erfahren haben, dass Kester seine Ida sehr geliebt hat, denke ich, dass er seine Tochter tatsächlich schützen wollte, indem er sie immer von der vordersten Front abgezogen hat, weil sie das Einzige war, das ihm von seiner verstorbenen Frau geblieben ist.



    Kurz dachte ich auch, dass Der Dämon das Geld nimmt und dann Ätsch sagt. Was hätten sie in dem Fall gemacht?


    Das habe ich mich ebenfalls kurz gefragt.



    Das mit der Standarte habe ich erst gar nicht verstanden, wollte er die Macht? Warum sollte er abschwören wollen? Aber da war der Autor doch mal Leserfreundlich und hat die Erklärung mitgeliefert.


    Stimmt, da war mir kurz auch nicht klar, warum alle so erbost auf Zigûns Tun reagiert haben, aber nach der Erklärung war es mir dann klar.



    Und dann ist sie schon da, die Type, die ich schlimmer finde als Chastro. Diese Azubi ist so was von einer Schleimspur und ohne Ehre, einfach nur versessen darauf, einen Avatar zu bekommen. (wobei ich mir nicht sicher bin, dass sie wirklich weiß worauf sie sich einläßt.


    Da bin ich bei dir, mir geht diese Tante auch beinahe mehr auf den Keks als der Avatar.



    Schließt Ihr Euch Rheas Einschätzung an - wäre Eivora eine gute Anführerin für die Legion?


    Könnte sein, könnte aber auch nicht sein. Ich könnte mir aber vorstellen, dass sie mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen hätte, einmal wegen ihrem Alter und dann auch wegen mangelnder Erfahrung an vorderster Front. Ich denke, da muss sie sich erstmal beweisen. Andererseits wissen wir momentan noch gar nichts darüber, wie die anderen Bannerführer überhaupt über sie denken. .


  • Woher kommt das Material für die Barke und was ist das genau? Ist das so ein Dämonenzeugs?


    Das ist in der Tat dämonisch behandeltes Bor - dieses chemische Element wollte ich immer schon mal einbauen, weil sich sein Name aus meinen Initialen ergibt (Bernd-Otto Robker). ;D



    Aber mir als Mensch wäre das doch etwas arg unsicher, dass irgendwann die Dämonen die Oberhand über Rorgator haben, die die Menschen am liebsten im Magma rösten würden. Und ganz ehrlich: vielleicht geht es bei den Toten bei Basäon etwas langweiliger zu als im Totenreich der Dämonen, aber ich glaube, langfristig gesehen, wäre mir die Alternative auf der Wolke lieber


    Nanana, was muss ich denn hier lesen? :kommmalherfreundchen:
    Als wackere Leserundenmitstreiterin wählt man selbstverständlich die Seite der Feuerdämonen!
    Alternative auf der Wolke - pah! Dass mir solche Läppischkeiten ja nicht noch mal vorkommen! :belehren:



    Allerdings hätte ich dann spätestens, nachdem Fiafila nicht mehr wiederkommt, erwartet, dass sie daran denkt, bei Chastro-Ignuto nach ihr zu suchen, sie ist doch sonst ein cleveres Mädchen.


    Abwarten, sie hat schon an Fiafila gedacht ... ;)
    Die schlaue Offizierin versteht, zu deligieren.


    Wobei mir der dunkle Gedanke gekommen ist, ob Kasol vielleicht damals den Überfall auf Ebilion hat durchführen lassen, weil er den beiden ihr Glück missgönnte bzw. wollte, dass Kester wieder zurück zum Klingenrausch kommt. Hat er vielleicht auch den Bogenschützen beauftragt? In Abidia würde man die Spur viel schwerer zu ihm zurückverfolgen können als in Rorgator.


    Liebes Tagebuch,
    was hegen meine Leserinnen nur für finstere Gedanken? Da wird einem ja Angst und Bange! :o
    Wie gut, dass ich zum Trost nun nicht mehr nur Dich allein habe, sondern auch die Box Taschentücher von Nicole Gozdek.



    Was ist denn der Blitzstein?


    Aha, der Begriff wurde registriert. :jakka:



    Hatte er als Nur-Mensch auch schon so viel Freude am Quälen wie Prekesta? Muss man das haben, um überhaupt Aussicht auf den Job des Dämonenpriesters zu haben?


    Ich sage mal: Es könnte helfen, damit die Bewerbung wohlwollend berücksichtigt wird. ;D