Allgemeine Fragen an Charlotte Engmann

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  • Liebe Charlotte, wie bist du denn eigentlich zum Schreiben gekommen und woher nimmst du deine Motivation und deine Ideen?


    Also... Schon während meiner Kindheit hatte ich viele Ideen zu Figuren und Szenen, die ich auch aufgeschrieben habe. Aber die erste vollständige Geschichte verfasste ich erst im Winter 1992/93; zwar nicht sonderlich gut, aber immerhin ein Anfang. Es folgten weitere Lehrjahre, in denen die Stories immer besser wurden, so dass ich seit ungefähr dem Jahr 2000 meine Geschichten auch guten Gewissens veröffentlichen kann.


    Meine Motivation ... hm... keine Ahnung, die ist einfach da. Es gibt schon mal Pausen, aber grundsätzlich kann ich mir gar nicht vorstellen, irgendwann nicht mehr schreiben zu wollen; wohin denn sonst mit all der Fantasie und den Ideen?


    Ideen finden sich überall. Manchmal, wenn ich einen Film sehe oder ein Buch lese, inspirieren mich diese Geschichten zu neuen Geschichten; das kann mal der Ansatz einer Idee sein, eine Umsetzung, die ich nicht gelungen fand, eine Figur oder ein Setting. Dann gibt es auch die Geschichten, die das Leben schreibt bzw. geschrieben hat, die mit einem neuen Gewand versehen, eine tolle neue Story ergeben. Auch stehen Ausschreibungen manchmal unter einem Thema, dann lasse ich mir dazu etwas einfallen. So geschehen z.B. mit "Wogendame", da gab es nämlich mal eine Ausschreibung für Delfingeschichten mit Happy End.


    Die Episoden rund um Kjartan wurden größtteils durch skandinavische, aber auch eine britische und eine schweizerische Legende inspiriert. Genaueres werde ich in die einzelnen Threads schreiben, wegen Spoilergefahr.


    Liebe Grüße,
    Charlie

  • Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.



    Meine Motivation ... hm... keine Ahnung, die ist einfach da. Es gibt schon mal Pausen, aber grundsätzlich kann ich mir gar nicht vorstellen, irgendwann nicht mehr schreiben zu wollen; wohin denn sonst mit all der Fantasie und den Ideen?


    Wirklich beneidenswert. Manche Schriftsteller bringen ja kein einziges Werk zu ende, weil sie sich nicht hinsetzen und es weiter schreiben, bzw. auf halber Strecke die Lust verloren haben.


    Hast du eigentlich einen bestimmten Ort an dem du schreibst oder schreibst du vielleicht immer mit dem selbsen Stift? Bist du eher eine organisierte Autorin das heißt jeden tag um die selbe Zeit am Schreibtisch oder schreibst du nur wenn du Lust hast?


    Und was machst du eigentlich im "wirklichen" Leben, denn so richtig ertragreich ist das Schreiben sicher nicht oder?!


    Liebe Grüsse von der wissbegierigen Luci :winken:

  • > Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.


    gern geschehen. Und es geht wohl gleich ausführlich weiter...



    > Wirklich beneidenswert. Manche Schriftsteller bringen ja kein einziges Werk zu ende, weil sie sich nicht hinsetzen und es weiter schreiben,
    > bzw. auf halber Strecke die Lust verloren haben.


    Oder sich am Anfang, in der Mitte oder am Schluss an Kleinigkeiten aufhängen, an einem ständigen Überarbeiten festsitzen, oder sie haben ihre Figuren nicht unter Kontrolle. Fußangeln gibt es genug, die die Konkurrenz kleinhalten. ;)



    > Hast du eigentlich einen bestimmten Ort an dem du schreibst oder schreibst du vielleicht immer mit dem selbsen Stift? Bist du eher eine organisierte
    > Autorin das heißt jeden tag um die selbe Zeit am Schreibtisch oder schreibst du nur wenn du Lust hast?


    Ich schreibe, wenn ich Zeit, Lust und Ideen habe. Da ich eine Frühaufsteherin bin, kann das auch mal morgens früh vor dem Frühstück sein, aber nicht mehr abends nach 23.00 Uhr. Ich schreibe am Computer, wo ich gleich an Formulierungen feilen kann. Das ist mir wichtig, da ein einfacher Satz schon die richtige Überleitung zum Rest der Szene sein kann oder gar noch eine notwendige Wendung oder Schlüsselidee liefert.


    Wenn ich unterwegs bin, z.B. beim Zugfahren oder auf Reisen, habe ich immer einen Schreibblock dabei, um Ideen zu notieren und Szenen vorzuschreiben. Auch habe ich mir ein Diktiergerät zugelegt, wenn ich nicht Schreiben kann oder möchte, z.B. abends im Bett, wenn ich schon das Licht ausgemacht habe, im Kopf aber noch Szenen ausformuliere oder Ideen ausbrüte. Früher lag ich dann noch stundenlang wach und habe Worte gewälzt, aber heute diktiere ich einfach alles weg, und dann kann ich ruhig einschlafen.



    > Und was machst du eigentlich im "wirklichen" Leben, denn so richtig ertragreich ist das Schreiben sicher nicht oder?!


    Ich war lange Jahre als kfm. Angestellte im modernen Menschenhandel - in der Zeitarbeit - tätig, aber zur Zeit befinde ich mich in einer Phase der beruflichen Neuorientierung. Grundsätzlich ist mir ein solider Brotberuf wichtig, denn es ermöglicht mir, das zu schreiben, was ich will, unabhängig vom Markt oder Auftragsarbeiten.



    Liebe Grüße,
    Charlie

  • Huhu,


    ich bin gerade in Fragelaune...


    Was liest du privat - oder hast du durch das Schreiben keine Zeit mehr dazu?
    Gibt es schon Pläne für neue Bücher?
    Wird es vielleicht irgendwann eine Rückkehr nach Vitland geben?
    In "Kjartan der Vitländer" gibt es viele Sagen und Götter - hast du eine Vorliebe dafür?


  • ich bin gerade in Fragelaune...


    Dann frage ruhig. :)



    > Was liest du privat - oder hast du durch das Schreiben keine Zeit mehr dazu?


    Ich lese zu wenig, fast kaum noch, da ich meine Zeit eher fürs Schreiben denn fürs Lesen verwende. Aber ich stelle mich auch ein wenig an: Lese ich ein schlechtes Buch (von einem großen Verlag), ärgert es mich, dass es überhaupt verlegt wurde; lese ich ein gutes Buch, bekomme ich die Krise, dass ich wohl nie so gut schreiben werden kann - naja, wie Autorenegos halt so sind.


    In letzter Zeit habe ich verstärkt Krimis gelesen, da diese keine Konkurrenz für mich sind. Aber ansonsten will ich mich jetzt wieder verstärkt der Fantasy zuwenden. Mal sehen, wie Louis McMaster Bujold so schreibt.



    > Gibt es schon Pläne für neue Bücher?


    Ja, haufenweise. Ich habe gerade die letzte Überarbeitung für einen Fantasy-Antikriegs-Roman vollendet, der in diesem Herbst/Winter beim dead soft verlag erscheinen soll. Dann stehen noch zwei Vampirbücher an, die ungefähr halb fertig sind, und die ich ebenfalls schon bei Verlagen unterbringen konnte (dead soft und Hary Production). Und dann plane ich noch mehr Fantasy-Abenteuer-Romane (diesmal richtige, keine Episoden), u.a. über/mit Piraten und über Werwesen.



    > In "Kjartan der Vitländer" gibt es viele Sagen und Götter - hast du eine Vorliebe dafür?


    Nein, generell nicht. Es ist nur der "Kjartan", der in Abenteuer mit Sagengestalten und nordischer Götterwelt verstrickt wird. Meine anderen Geschichten haben andere Vorlagen, Ansatzpunkte, Hintergründe, Welten, etc.



    > Wird es vielleicht irgendwann eine Rückkehr nach Vitland geben?


    Einen Titel habe ich ja schon: "Kampf um Froda"; Hauptfigur soll eine junge Frau sein, deren Familie dem neuen Glauben angehört und die gegen ihren Willen verheiratet werden soll. Sie flieht von zu Hause und landet auf Froda, wo sie - wie könnte es anders sein - Aufnahme findet durch Alfrune und Kjartan. Thema wird sein, der neue Glauben gegen den alten (in verschiedenen Ausprägungen). Wir werden u.a. Li Nings Sohn begegnen, vielleicht Raissa wiedertreffen, und alles wird in einem dramatischen Kampf enden. Bleibt nur die Frage, wann ich diesen Roman anfangen werde; soviele Ideen, sowenig Zeit.


    Liebe Grüße,
    Charlie

  • Guten Abend,


    hier ein ganz kurzer Gedankenanstoß von mir für alle Teilnehmer dieser Leserunde: Ich denke durch den Ton hier inzwischen ernsthaft darüber nach, Bücher, die in Klein(st)verlagen/BOD etc. erschienen sind, erst mal von der Leserundenmöglichkeit auszunehmen. Bisher wurde nämlich ausschließlich von Autoren/Autorinnen solcher Verlage so ein harscher, ungemütlicher Ton angeschlagen.


    Autoren/Autorinnen sollte es doch möglich sein, zu diskutieren, ohne plump gegen andere zu werden? Bitte denkt mal darüber nach.


    Beschwerden gegen dieses Posting nehme ich gerne per PN entgegen.


    Liebe Grüße
    nimue

  • Guten Morgen,


    da ich nun schon einige Nachfragen per PN erhalten habe, möchte ich zu obigem noch etwas sagen:


    Die meisten PNs hatten die Grundaussage: "Meinst Du mich damit? Ich habe doch gar nichts getan. Das war doch XYZ, der/die angefangen hat".


    Für mich waren sowohl diejenigen schuld, die agiert haben, als auch diejenigen, die reagiert haben (und nicht diejenigen, die hier normal diskutiert haben! Denn die gab es natürlich auch). Und mir ist es ganz egal, von wem was ausging. Man kann auch mal auf den Fingern sitzen bleiben und muss nicht auf alles antworten. Zumindest erwarte ich das von einer Leserunde, die unter Erwachsenen geführt wird.


    Der Ausschluß von Klein(st)verlagen erfolgt nicht - das habe ich geschrieben, weil ich sehr angenervt von dem Ton hier war.


    Liebe Grüße
    nimue

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen