02: Kapitel 3 - einschl. Kapitel 4

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Kapitel 3 (London, Oktober 1580) bis einschl. Kapitel 4 (Plymouth, Mittelmeer, Spätherbst 1580) schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Das Buch wird ganz schön spannend, finde ich. Und ich muss sagen, ich freue mich sehr auf die Serenissima, für die ich eine Schwäche habe ;D Umso gespannter bin ich darauf, Venedig durch die Augen Drakes 1580/81 zu entdecken.


    Mir war wirklich nicht bewusst, das Drake so ein Seeräuber war, irgendwie hatte ich ihn eher als Entdecker in Erinnerung. Ich glaube, da habe ich ihn ganz gewaltig mit James Cook verwechselt - wie peinlich :-[


    Elisabeth I. gefällt mir ja irgendwie mit ihrer lockeren und forschen Art, wie sie sich von den Männern in ihrer Umgebung nicht die Wurst vom Brot nehmen lässt. Kein Wunder, dass ihr Verhalten auf jemanden wie den spanischen Diplomaten ungeheuerlich wirken muss. Mendoza bekommt ja bei ihr keinen Fuß in die Türe, so wie sie verhindert, dass er gar nicht auf sein Anliegen zu sprechen kommt. Im letzten Abschnitt waren wir überrascht, dass die gekrönten Häupter über die Piraterie ihre Geldzuflüsse steuern, aber hier erfahren wir, dass die Regierenden offiziell aber mit der Piraterie nicht in Verbindung gebracht werden sollten, da sonst Krieg droht. Wobei, wenn die Spanier ihre geraubten Edelsteine an der Königin entdecken, ist das ja ebenfalls eine Ohrfeige in das Gesicht der Spanier.


    Aber die Königin steht glücklicherweise voll hinter ihrem besten Kaperkapitän, das ist ein Glück für Drake. Kein Wunder, bei den Schätzen, die er nach Hause bringt, da hat er die Argumente auf seiner Seite. Auch wenn das nicht jeder so sieht, wenn man Burghley betrachtet. Ihn wollte ich lieber nicht zum Feind haben, aber das schert Drake wenig. Das wiederum macht ihn mir so sympathisch, dass er sich nicht den höfischen Intrigen beugt und auch auch sonst auf die Etikette pfeift. Bei ihm zählt alleine der Erfolg. Daher denke ich auch, dass er tatsächlich eines Tages auf der Revenge segeln wird, vorausgesetzt, sie wird nicht zwischenzeitlich versenkt.


    Allerdings möchte ich nicht mit dem Schatzmeister tauschen, der hat doch einiges an der Backe: er muss zusehen, dass genügend Geld vorhanden ist, andererseits muss er aber tatenlos zusehen, wie Lizzy viel Geld für ihren Prunk ausgibt. Und zusätzlich muss er als Puffer in den diplomatischen Beziehungen zu Spanien herhalten, kein Wunder, dass er andere Lösungen vorziehen würde.


    Aber auch die Königin ist nicht so blind, dass sie nicht erkennt, welche Gefahr bei Steuererhöhungen drohen könnten. Auch analysiert sie die wirtschaftliche Lage der Spanier, die erschreckend schlecht für eine Weltmacht ist. Das ist zwar einerseits ein Schwachpunkt, an dem die Engländer den Hebel ansetzen können, andererseits können dadurch die Spanier auch verzweifelt genug sein, um endlich eine Invasion Englands durchzuführen. Und da muss ich dann Drake, Baker und Hawkins recht geben, dass sie dann besser schon auf dem Wasser dafür sorgen, dass die Angreifer erst gar keinen Fuß auf die Insel setzen können. Aber überlegt mal, wie große die Flotte dann sein muss, um alle Küsten von England zu schützen. Wobei, wenn sie den Ärmelkanal relativ lückenlos kontrollieren können, dann ist automatisch die Ostseite relativ geschützt, denn von möglichen Angreifern aus skandinavischer Richtung wurde bisher nichts erwähnt.


    Grinsen musste ich übrigens bei Dudleys Bemerkung zu Lizzy: "Woher soll ich denn das wissen? Ich glaube kaum, dass ein Mann auf dieser Welt Frauen im Allgemeinen und diese im Besonderen jemals verstehen wird." :D


    Drake ist echt ein Fuchs, wie er damals Burghley ausgetrickst hat und dennoch zu seiner Expedition aufgebrochen ist, ohne dass man ihm vorwerfen konnte, dass er einen Befehl missachtet hätte. Und da er mit so reicher Beute zurückkam, ist das, außer bei Burghley, eher zweitrangig. Und wie er die beiden Piraten im Mittelmeer austrickst, ist ebenfalls genial. Kein Wunder, dass er als Schrecken der Meere bekannt ist.


    Aber auch Baker ist ein Genie, auf den sie wirklich aufpassen müssen. Kein Wunder, dass der Mathematiker und der Pirat so gut miteinander können, sie liegen auf einer Wellenlänge und Drake erkennt direkt das Potential der Revenge. Ich muss gestehen, die vielen Begriffe aus dem Schiffsbau verwirren mich zwar etwas, aber andererseits ist es auch nicht schlimm, wenn man Mut zur Lücke zeigt, ich habe bisher nicht das Gefühl, dass mir deswegen wichtige Informationen entgehen würden.


    Die Straße von Gibraltar war nicht nur damals ein Schreckgespenst, sie ist aber auch wirklich für diejenigen, die unbemerkt in das Mittelmeer kommen wollen, ein tückisches Nadelöhr.


    Was mir bisher ebenfalls völlig unbekannt war, was so alles über die Kanonenrohre auf den Gegner gefeuert wurde. Ich dachte immer, das waren einfach Kanonenkugeln, aber dass da gehacktes Blei, Nägel und Glasscherben gefeuert wurden bzw. Kugeln an Ketten hat mich wirklich verblüfft. Das das eine verheerende Wirkung hat, ist dann klar. Toll fand ich von Drake, dass er alles daran setzte, die Sklaven zu befreien. Wenn er die beiden Galeeren einfach versenkt hätte, dann hätte er schließlich nicht die Leben seiner Besatzung beim Direktkampf auf Spiel setzen müssen, aber er denkt direkt weiter. Meine Güte, dass die Zustände auf den Sklavenschiffen so schlimm waren, wusste ich auch nicht, das ist ja wirklich menschenverachtend.


    Nun bin ich aber sehr gespannt, um wen es sich bei dem Mann handelt, den Drake in Venedig an Bord bringen soll. Ich weiß nicht, ob es langfristig sehr klug ist, sich Stafford zum Feind zu machen, er scheint doch recht unversöhnlich zu sein. Aber ich musste schon grinsen, wie Drake diesem aufgeblasenen Pfau die Federn stutzte ;D Und er hat ja recht, wenn er jetzt plötzlich Ausnahmen an Bord zulässt, dann schadet das nur seinem Ansehen und schürt über kurz oder lang die Unzufriedenheit unter seiner Mannschaft.

  • Achja, was mich auch überrascht hat: dass Algerier und Tunesier Raubzüge an den Küsten Cornwalls, Wales und Südirland durchgezogen haben, um Sklaven zu erbeuten. Ich hätte nie gedacht, dass sie dazu so weit in den Norden segeln würden.

  • Queen Lizzys Berater hätte ich auch nicht sein wollen ;D
    Das ist bestimmt kein einfacher Job, wahrscheinlich bei keinem König, aber bei ihr ganz besonders nicht. Aber ich mag sie und ihre Art ;)


    Wer ist nun der geheimnisvolle Mann, den sie in Venedig abholen sollen? Ich hab keine Idee ???
    Und was für ein Spiel spielt Stafford? Aktuell scheint Drake sich von ihm ja ein bisschen blenden zu lassen, er vertraut ihm zwar nicht ganz, ist aber auch nicht mehr so misstrauisch und gegen ihn wie zu Beginn der Fahrt.

  • Jetzt habe ich auch den 2. Abschnitt beendet und mich fesselt das Buch immer mehr.


    Mich hat an diesem Abschnitt besonders das gute Verhältnis von Drake und Elizabeth beeindruckt. Wie locker er mit der Königin umgeht, sich nicht an die Kleidungsregeln hält etc. Naja, er bringt eben doch einiges an Reichtum mit und da wird wohl ein Auge zugedrückt. Witzig war auch, wie der spanische Botschafter abgefertigt wurde. Er ist einfach nicht zu Wort gekommen und mußte sich stattdessen Anschuldigungen anhören. Man hat dann aber auch gemerkt, wie sehr die Politik Elizabeth belastet, nach außen immer stark sein zu müssen kostet hat viel Kraft.


    Drakes Fahrt Richtung Venedig wird ja mal wieder ein richtiges Abenteuer. Ich hatte ja schon Sorgen um ihn, als er in der Flaute festsaß und die Berberesken ihm auflauerten. Aber er ist ein gewitzter Kapitän, der es schafft die Angreifer zu besiegen. Was muß das für ein Gefühl sein für die Galeerensklaven plötzlich die Freiheit vor Augen zu haben und die Peiniger an den Rudern beaufsichtigen zu können. Bleibt nur zu hoffen, dass die den Weg nach Hause finden.


    Die Beschreibung von Venedig hat mir sehr gut gefallen. Ich war noch nicht dort, aber der Anblick muß atemberaubend sein, damals wahrscheinlich noch mehr als heute. Interessant auch der Vergleich von London mit seinen Festungsmauern und dem luftigen Venedig, was für ein Kontrast.


    Nach wie vor begeistert mich der flüssige Schreibstil in diesem Buch. Das Thema ist nicht ganz einfach und auch die Fachbegriffen könnten ein Buch schnell trocken machen, aber das trifft hier absolut nicht zu. Die Seiten fliegen dahin und es macht einfach nur Spaß dieses spannende Buch zu lesen.


  • Elisabeth I. gefällt mir ja irgendwie mit ihrer lockeren und forschen Art, wie sie sich von den Männern in ihrer Umgebung nicht die Wurst vom Brot nehmen lässt. Kein Wunder, dass ihr Verhalten auf jemanden wie den spanischen Diplomaten ungeheuerlich wirken muss. Mendoza bekommt ja bei ihr keinen Fuß in die Türe, so wie sie verhindert, dass er gar nicht auf sein Anliegen zu sprechen kommt. Im letzten Abschnitt waren wir überrascht, dass die gekrönten Häupter über die Piraterie ihre Geldzuflüsse steuern, aber hier erfahren wir, dass die Regierenden offiziell aber mit der Piraterie nicht in Verbindung gebracht werden sollten, da sonst Krieg droht.


    Die Szene mit dem spanischen Diplomaten war einfach nur klasse. Wie es Elisabeth gelingt, diesen gar nicht zu Wort kommen zu lassen und stattdessen ihn sogar noch zu beschuldigen, sehr geschickt. Das Verhältni der gekrönten Häupter zur Piraterie ist wirklich erschreckend. Ihnen ist schon klar, dass das was sie tun, Unrecht ist, aber das gestohlene Vermögen ist dann doch immer sehr willkommen. Ich bin ja immer noch der Meinung, dass auch die Spanier das Gold in ihren Kolonien gestohlen haben und genauso wenig ein Recht darauf haben, wie die Engländer. Es ist einfach erschreckend, wie sich die Europäer in der Welt aufgeführt haben und ich meien damit nicht nur die Ausbeutung der Bodenschätze sondern auch die Vorstellung, die Welt unter sich aufteilen zu können, wie es die Spanier und Protugiesen gemacht haben.


  • Wer ist nun der geheimnisvolle Mann, den sie in Venedig abholen sollen? Ich hab keine Idee ???
    Und was für ein Spiel spielt Stafford? Aktuell scheint Drake sich von ihm ja ein bisschen blenden zu lassen, er vertraut ihm zwar nicht ganz, ist aber auch nicht mehr so misstrauisch und gegen ihn wie zu Beginn der Fahrt.


    Gab es nicht mal eine Andeutung, dass ein Kanonenbauer aus dem Habsburger Gebiet geschmuggelt werden soll? Vielleicht ist das dieser Mann. Die Kanonen werden in dieser kriegerischen Stimmung immer wichtiger und da könnte ich mir schon vorstellen, dass versucht wird sich die besten Leute zu sichern, auch wenn es mit erheblichen Gefahren verbunden ist.


  • Mich hat an diesem Abschnitt besonders das gute Verhältnis von Drake und Elizabeth beeindruckt. Wie locker er mit der Königin umgeht, sich nicht an die Kleidungsregeln hält etc. Naja, er bringt eben doch einiges an Reichtum mit und da wird wohl ein Auge zugedrückt.


    Ich glaube nicht, dass das nur an dem Gold liegt, dass er mitgebracht hat, schließlich ist er ihr gegenüber ja wohl schon immer so aufgetreten. Es ist halt sein Stil und aus irgendeinem Grund scheint er der Königin genau so zu gefallen. Wahrscheinlich weil er eine spannende Abwechslung zu ihrer sonstigen Umgebung ist.

  • Wären wir hier bei Facebook, könnte ich bei euren Kommentaren immer nur Daumen hoch und gefällt mir klicken. ;)
    Falls euch Fotos von den Schauplätzen interessieren, wie die Golden Hind aussieht und die Figuren, die in dem Roman eine Rolle spielen, schaut mal auf der Seite vorbei.


    https://www.facebook.com/profile.php?id=100004871503041


    Da gibt es etliche Alben zum Roman, u.a. auch über Waffen, Kettenkugeln, Kanonen etc.

    There must be a beginning of any great matter, but the continuing unto the end until it be thoroughly finished yields the true glory. (Francis Drake)


  • Ich bin ja immer noch der Meinung, dass auch die Spanier das Gold in ihren Kolonien gestohlen haben und genauso wenig ein Recht darauf haben, wie die Engländer. Es ist einfach erschreckend, wie sich die Europäer in der Welt aufgeführt haben und ich meien damit nicht nur die Ausbeutung der Bodenschätze sondern auch die Vorstellung, die Welt unter sich aufteilen zu können, wie es die Spanier und Protugiesen gemacht haben.


    Da gebe ich dir absolut recht, was da gelaufen ist, hat nicht viel mit ehrlichem Gelderwerb zu tun ::)



    Ich glaube nicht, dass das nur an dem Gold liegt, dass er mitgebracht hat, schließlich ist er ihr gegenüber ja wohl schon immer so aufgetreten. Es ist halt sein Stil und aus irgendeinem Grund scheint er der Königin genau so zu gefallen. Wahrscheinlich weil er eine spannende Abwechslung zu ihrer sonstigen Umgebung ist.


    Der Reichtum wird ihm sicherlich nicht zum Nachteil gereichen, aber ich denke auch, Lizzy gefällt einfach seine ehrliche und offene Art, sie ist ja ähnlich.


    @Mac:
    Die Bilder kann man nur sehen, wenn man Mitglied bei FB ist, oder?

  • Ich glaube nicht, dass das nur an dem Gold liegt, dass er mitgebracht hat, schließlich ist er ihr gegenüber ja wohl schon immer so aufgetreten. Es ist halt sein Stil und aus irgendeinem Grund scheint er der Königin genau so zu gefallen. Wahrscheinlich weil er eine spannende Abwechslung zu ihrer sonstigen Umgebung ist.


    Die Königin scheint ein recht eigenwilliger (moderner) Charakter zu sein. All die großen Hochzeitspläne, die man mit ihr hat, es interessiert sie nicht. Stattdessen lebt sie lieber allein und hat hin und wieder einen Mann in ihrem Bett, der ihr gefällt. Drake scheint etwas an sich zu haben, dass fasziniert und dass er die Königin auf Abstand hält, macht ihn in Elisabeths Augen bestimmt noch attraktiver. Also ich denke auch, dass das nicht nur Gold ist. Auch die Gefahr, die Abenteuer, die ihn umgeben, fasziniert die Königin.


    Mr. Stafford ist mir ja gar nicht geheuer. Er nimmt die nicht-standesgemäße Behandlung zwar hin, aber in ihm scheint es zu brodeln und dass Drake das nicht bemerkt, klingt gar nicht gut. Ich glaube, er wird Drake noch sehr zu setzen und ich bin gespannt, was dann noch alles passiert. Vor allem weil Drake ja auch schon richtig erkannt hat, dass er nicht immer die Schäfchen des Schatzmeisters "verschwinden" lassen kann. :o


    Gab es nicht mal eine Andeutung, dass ein Kanonenbauer aus dem Habsburger Gebiet geschmuggelt werden soll? Vielleicht ist das dieser Mann. Die Kanonen werden in dieser kriegerischen Stimmung immer wichtiger und da könnte ich mir schon vorstellen, dass versucht wird sich die besten Leute zu sichern, auch wenn es mit erheblichen Gefahren verbunden ist.


    Das ist eine interessante Theorie und da könnte durchaus etwas dran sein. Vor allem wenn sie eh schon dort sind, um sich etwas vom Schiffsbau abgucken zu können. Ich selbst habe bisher auch noch keine Theorie und Schimmer, um wen es sich sonst handeln könnte...



    Aber auch die Königin ist nicht so blind, dass sie nicht erkennt, welche Gefahr bei Steuererhöhungen drohen könnten. Auch analysiert sie die wirtschaftliche Lage der Spanier, die erschreckend schlecht für eine Weltmacht ist.


    Von ihrer Weitsicht bin ich auch sehr angetan. Sie ist zwar sehr prunksüchtig, aber sie war trotzdem keine schlechte Herrscherin. England blühte unter ihrer Herrschaft ja zunehmends auf, nicht umsonst sind ihre Regierungsjahre in einem Zeitalter mit ihrem Namen in die Geschichtsbücher eingegangen und Englands berühmtester Schriftsteller lebte immerhin zu ihren Lebzeiten.


  • Mr. Stafford ist mir ja gar nicht geheuer. Er nimmt die nicht-standesgemäße Behandlung zwar hin, aber in ihm scheint es zu brodeln und dass Drake das nicht bemerkt, klingt gar nicht gut. Ich glaube, er wird Drake noch sehr zu setzen und ich bin gespannt, was dann noch alles passiert. Vor allem weil Drake ja auch schon richtig erkannt hat, dass er nicht immer die Schäfchen des Schatzmeisters "verschwinden" lassen kann. :o


    Stafford traue ich auch nicht - gerade diese eingebildeten Lackaffen sind gerne am rachsüchtigsten, wenn es mal nicht nach ihrer Nase geht.



    Gab es nicht mal eine Andeutung, dass ein Kanonenbauer aus dem Habsburger Gebiet geschmuggelt werden soll? Vielleicht ist das dieser Mann. Die Kanonen werden in dieser kriegerischen Stimmung immer wichtiger und da könnte ich mir schon vorstellen, dass versucht wird sich die besten Leute zu sichern, auch wenn es mit erheblichen Gefahren verbunden ist.


    Das ist wirklich ein guter Gedanke - und dann wäre auch klar, warum dieser Mann so hochbegehrt ist.


  • @Mac:
    Die Bilder kann man nur sehen, wenn man Mitglied bei FB ist, oder?


    Das weiß ihr ehrlich gesagt nicht.
    Ich dachte bisher immer, die können alle sehen, nur als Nichtmitglied keine Beiträge schreiben.
    Aber sich dort anmelden, tut nicht weh und so weit mir bekannt ist, muss man auch kein eigenes Profil anlegen.

    There must be a beginning of any great matter, but the continuing unto the end until it be thoroughly finished yields the true glory. (Francis Drake)

  • Bin leider wegen einiger Feste am Wochenende nicht zum Lesen gekommen. Aber jetzt geht's weiter.


    Das Elisabeth I. es ihren Beratern nicht leicht gemacht hat, habe ich schon in anderen Büchern gelesen. Hier hat mir gut gefallen, wie sie Mendoza abgefertigt hat, so dass der sein Anliegen gar nicht aussprechen konnte.
    Drake ist Drake und er verbiegt sich nicht. Selbst vor die Königin tritt er ohne sich aufzustylen. Burghley ist ja nicht so begeistert von ihm, was aus seiner Sicht auch verständlich ist. Francis Drake ist einfach verduftet, bevor ihn der Befehl erreichen konnte, den er nicht befolgen wollte. Ganz schön dreist.
    Drake und Baker verstehen sich ja blendend. Viele der Fachausdrücke kenne ich, aber eine ganze Reihe auch nicht. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn die Geschichte ist so spannend, dass ich nur weiterlesen möchte.
    England droht also Gefahr von den Spaniern. Da wundert es mich eigentlich, dass Elisabeth so gegen einen Aufbau der Schiffsflotte ist. Das ist doch sinnvoller, als das Geld in Pomp zu stecken. Aber sie wirkt nun nachdenklich. Während ihr jetzt durch Drake ein schöner Batzen in die Staatskasse geflossen ist, leben die Spanier auf Pump. Da ist es klar, dass es weh tut, wenn ihnen so ein reich beladenes Schiff abhandenkommt.
    Nun hat Drake einen streng geheimen Auftrag, den er eigentlich gar nicht übernehmen will. Dumme Sache. Dann kommt da auch noch so ein Lackaffe an Bord. Nett, wie der so in seine Schranken verwiesen wurde. Dass er aber gut gekämpft hat als sie durch die Piraten im Mittelmeer in Gefahr gerieten, wurde von Drake sofort anerkannt. Was mir auch gut gefallen hat, dass er ein Herzu für die Galeerensträflinge hat.
    Ich bin wirklich gespannt, wer der ominöse Mann ist, der nach England gebracht werden soll.

  • Ein wirklich toller zweiter Abschnitt - auch dieser hat mich wieder begeistern können..so eine kleine Schwäche für das damalige Leben am königlichen Hofe - wie es vielleicht gewesen sein könnte- habe ich irgendwie..ich habe dann immer so ein bisschen das Gefühl, Mäuschchen spielen zu können und privaten und vielleicht auch bedeutenden Gespärchen lauschen zu können :popcorn: Sowas finde ich auch immer toll, die ganzen Geheimnisse, die dann meistens doch nicht immer so geheim sind, weil der Hofklatsch einfach immer viel zu gut funktioniert und einer immer durch Zufall mitören könnte..
    Im zweiten Abschnitt werden wir so ein bisschen an den Hof zu Zeiten von Königin Elizabeth I entführt..wir lernen schon ein paar diverse wichtige Charaktere kennen. Ein paar Namen waren mir bereits bekannt und sind mir durch "Palast der Meere" auch recht gut bekannt geblieben..Auch Walsingham war mir ein Begriff und ich bin schon echt auf ihn gespannt..Aber auch auf die Darstellung der Königin bin ich neugierig und hoffe, dass wir noch viele tolle Szenen von ihr mitlesen dürfen..



    Elisabeth I. gefällt mir ja irgendwie mit ihrer lockeren und forschen Art, wie sie sich von den Männern in ihrer Umgebung nicht die Wurst vom Brot nehmen lässt. Kein Wunder, dass ihr Verhalten auf jemanden wie den spanischen Diplomaten ungeheuerlich wirken muss. Mendoza bekommt ja bei ihr keinen Fuß in die Türe, so wie sie verhindert, dass er gar nicht auf sein Anliegen zu sprechen kommt. Im letzten Abschnitt waren wir überrascht, dass die gekrönten Häupter über die Piraterie ihre Geldzuflüsse steuern, aber hier erfahren wir, dass die Regierenden offiziell aber mit der Piraterie nicht in Verbindung gebracht werden sollten, da sonst Krieg droht. Wobei, wenn die Spanier ihre geraubten Edelsteine an der Königin entdecken, ist das ja ebenfalls eine Ohrfeige in das Gesicht der Spanier.


    Manchmal kommt mir Elizabeth wie ein kleines Mädchen vor. Wie es das Geschenk von Drake auspackt und sich daran erfreut. Da wirkte sie auf mich richtig naiv und vielleicht auch etwas weltfremd. Das einfache Volk muss leiden und sie lebt im Prunk. Hat vielleicht eine Schwäche für alles. was glänzt. Aber auf der anderen Seite ist sie doch nicht so naiv, wie man vielleicht zuerst vermuten könnte - schließlich muss sie ein Land regieren und sich mit politischen Ränkespielen auseinandersetzen. Ein wichtiges Thema hierbei: mögliche Heiratskandidaten. Eine tolle Szene, wie sie versucht, diese bzw. ihre Vertreter abzuwimmeln :totlach: In gewissen Dingen lässt sich die gute Lizzy halt doch nicht reinreden - und sie ist schließlich mit England verheiratet, da hat sie genung um die Ohren und will diese Macht wohl auch nicht abgeben/ teilen..



    Auf die Darstellung von Venedig bin ich auch schon sehr gespannt, eine wirklich tolle Stadt und mit Sicherheit ein starker Kontrast zum damaligen England..
    Die Darstellung von Drake finde ich auch sehr gelungen, er ist schon ein kleines Schlitzohr und versucht gerne auch mal den unkonventionellen Weg..Er überlistet gerne mal seine Kontrahenten und geht Wege, die andere sich wohl nicht trauen würden, er weiß einfach, dass er bei Lizzy gut dasteht.
    Manche nautischen Begriffe sind mir auch nicht geläufig- dies ist einfach nicht meine Welt und ich kenne mich damit einfach nicht aus..komischerweise sind meistens die Begriffe, die ich nicht kenne, nicht im Glossar, wobei leichtere Begriffe wiederum dort aufgelistet sind..? Aber bisher konnte das meinen Lesefluss eigentlich nicht stören und hat mein Verständnis jetzt auch nicht massiv gestört..diverse Begriffe ergeben sich dann doch aus dem Kontext oder es ist nicht problematisch, da mal drüber zu lesen ;)
    Das mit den Kanonen war mir persönlich so auch nicht wirklich bekannt gewesen. Ich hatte auch eher das klassische Bild vor Augen - eine Kanonenkugel gehört in eine Kanone..das es da schon anderes gab, was benutzt wurde..Bei diversen Filmen wird ja auch gerne mal all der Plunder in die Kanonen gestopft, wenn keine Kugeln mehr parat waren..
    Das mit den Sklaven und dessen Umstände auf See waren mir leider durchaus bewusst. Sowas liest man ja öfters mal in anderen historischen Romanen..Dass sie wie Vieh behandelt wurden sind oder noch schlimmer und das ein großteil der Sklaven nicht lange überlebt hat - dass sie auf einer Art Zwischendeck in ihrem eigenen Dreck leben mussten - ohne Licht und dass sie nicht aufrecht gehen konnten..und dann ganz eng beieinander..sowas mag man sich gar nicht zu genau vorstellen


    Wen Drake in Venedig aufgaben sollte - da habe ich schon eine Vermutung- ich habe mal ins Personenverzeichnis gelunst und dann die entsprechende Person bei Wiki nachgeschlagen, aber leider nicht allzu viel über diese Person gefunden..da lasse ich mich mal überraschen


    Ach und dann noch dieser Stafford - irgendwie ist der mir nicht geheuer..so ein geleckter schmieriger Kerl...


  • Drakes Fahrt Richtung Venedig wird ja mal wieder ein richtiges Abenteuer. Ich hatte ja schon Sorgen um ihn, als er in der Flaute festsaß und die Berberesken ihm auflauerten. Aber er ist ein gewitzter Kapitän, der es schafft die Angreifer zu besiegen. Was muß das für ein Gefühl sein für die Galeerensklaven plötzlich die Freiheit vor Augen zu haben und die Peiniger an den Rudern beaufsichtigen zu können. Bleibt nur zu hoffen, dass die den Weg nach Hause finden.


    Ich fand auch, dass dies eine tolle Szene war. Und sie zeigt nochmal, dass es Drake faustdick hinter den Ohren hat. Er hat gewisse Kniffs auf Lager und kann seine Gegner gerne mal damit irritieren..Er ist schon ein schlaues Kerlchen, der gerne mal um die Ecke denkt.
    Und dass er die Sklaven nicht einfach so ihrem Schicksal überlassen will. Zwar bringt er damit seine Mannschaft und auch sich selber in Gefahr, indem er diese befreien will, aber dennoch ein toller Zug.

  • Die Königin scheint ein recht eigenwilliger (moderner) Charakter zu sein. All die großen Hochzeitspläne, die man mit ihr hat, es interessiert sie nicht. Stattdessen lebt sie lieber allein und hat hin und wieder einen Mann in ihrem Bett, der ihr gefällt. Drake scheint etwas an sich zu haben, dass fasziniert und dass er die Königin auf Abstand hält, macht ihn in Elisabeths Augen bestimmt noch attraktiver. Also ich denke auch, dass das nicht nur Gold ist. Auch die Gefahr, die Abenteuer, die ihn umgeben, fasziniert die Königin.


    Mr. Stafford ist mir ja gar nicht geheuer. Er nimmt die nicht-standesgemäße Behandlung zwar hin, aber in ihm scheint es zu brodeln und dass Drake das nicht bemerkt, klingt gar nicht gut. Ich glaube, er wird Drake noch sehr zu setzen und ich bin gespannt, was dann noch alles passiert. Vor allem weil Drake ja auch schon richtig erkannt hat, dass er nicht immer die Schäfchen des Schatzmeisters "verschwinden" lassen kann. :o


    Wobei man sich ja glaub ich nicht sicher ist, ob die Königin sich den Männern hingegeben hat oder nur gerne damit gespielt hat. Robert Dudley war ja auch immer so ein heißer Kandidat - aber belegt ist glaub ich nichts..In diesem Buch wurde ja auch gemunkelt, dass Drake etwas mit Lizzy gehabt hat, weil er gerne auch mal Nachts in ihrer Kammer war. Aber diese dann nur Abenteuer ausgetauscht haben..


    Dieser Stafford ist mir auch nicht geheuer - viel zu geleckt..Den müssen wir bestimmt noch im Auge behalten. Und dass er der Meinung ist, dass er auf der Goldne Hind nicht standesgemäß behandelt wird, trägt mit Sicherheit auch nicht dazu bei, dass er Drake sympathisch findet..Ob er sich noch rächen will?


  • Wobei man sich ja glaub ich nicht sicher ist, ob die Königin sich den Männern hingegeben hat oder nur gerne damit gespielt hat. Robert Dudley war ja auch immer so ein heißer Kandidat - aber belegt ist glaub ich nichts..In diesem Buch wurde ja auch gemunkelt, dass Drake etwas mit Lizzy gehabt hat, weil er gerne auch mal Nachts in ihrer Kammer war. Aber diese dann nur Abenteuer ausgetauscht haben..


    Klar, nur weil es ihr nachgesagt wird, muss es noch lange nicht stimmen. Aber ich denke nicht, dass das Bild der jungfräulichen Königin wirklich stimmt, sondern sie schon auch die ein oder andere Affäre hatte. :)