Leserundenfazit, Rezensionen (bitte ohne Spoiler)

  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Denkt bitte daran, dass eure Rezensionen eine Art "Gegenleistung" für die Freiexemplare der Verlage sind. Es wäre deshalb schön, wenn sich hier möglichst alle beteiligen - ebenso ist ein Fazit zur Leserunde (auch eines der Autorin) immer interessant.


    Bitte vermeidet Spoiler und komplette Zusammenfassungen des Inhalts in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die das Buch noch nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen.


    Außerdem wäre es sicherlich für Stefanie Kasper sowie den Goldmann-Verlag, der uns so freundlich und großzügig Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn ihr eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellen würdet.


    Danke! :winken:

  • Meine Rezension zur Leserunde. Danke für Deine Zeit, liebe Stefanie und Euch allen, die ihr mitgelesen habt oder noch lest, danke für Eure Diskussionen. Wir lesen uns bald wieder!!!


    Der lange Weg der Wahrheit



    Isabel Radspieler ist jung, verliebt und nicht wissend, dass dieses Glück nur von kurzer Dauer sein wird. Denn Tom, ihre unfassbar große Liebe, verlässt sie, kurz nachdem die Eltern von dieser Beziehung erfahren. Isabel bleibt zurück, ohne Erklärungen und muss ihr Leben in andere Bahnen bringen. Leider spielt ihr genau dieses Leben übel mit und so gerät sie immer weiter hinein in ihre Krankheit, eine Krankheit, die ihr alles raubt, denn sie leidet unter sozialer Phobie. Selbst als ihre Adoptivmutter Elisa im Sterben liegt, schafft sie es nicht, sich auf den Weg zu machen.


    Nach dem Tod ihrer geliebten Tante zieht Isabel wieder zurück, zu ihrem Adoptivvater ans Ufer des Forggensees.
    Sie lässt sich helfen und beginnt fortan, der Krankheit die Schulter zu zeigen und lässt sich mehr und mehr auf ihren Onkel ein. Und auch Tom spielt wieder eine Rolle ...


    Gemeinsam mit Tom will sie Antworten suchen. Denn im ehemaligen Kinderzimmer findet Isa einen Brief von Elisa mit einer großen Bitte. Isabel soll das Schicksal von Elisas Familie aufklären. Eine Familie, die 1954 spurlos verschwand, als der Forggensee aufgestaut, die Heimat geflutet wurde.


    Auf der Suche nach der Wahrheit stoßen Tom und Isabel einmal mehr auf neue Fragen und müssen sich immer wieder neu orientieren und schauen, wem sie überhaupt glauben können. Je tiefer Isabel gräbt, je näher kommt sie einem dunklen Geheimnis, einem Geheimnis, welches nicht nur ihr Leben verändert wird sondern auch Opfer fordert, weitere Opfer, denn damals verschwand nicht nur Elisas Familie .... Und es gab damals nicht nur ein Geheimnis ...


    Wer es sprachlich ausgefüllt mag, von Familientragödien, die in verschiedenen Zeitebenen spielen, fasziniert ist, sollte hier zugreifen. Kritisch sehe ich allerdings, dass der Weg zur Wahrheit sehr lang ist, dem Leser werden für eine gelöste Frage direkt zwei neue präsentiert. Aber das mag rein persönliche Empfindung sein.



    Meine Rezi erscheint hier:
    https://www.amazon.de/dunkle-G…der+dunkle+grund+des+sees
    http://wasliestdu.de/rezension/der-lange-weg-der-wahrheit
    http://www.lovelybooks.de/auto…4-w/rezension/1278741878/
    http://weltderbuecher.eu/wbb2/…?postid=213423#post213423

    Einmal editiert, zuletzt von Fluse ()

  • Herzlichen Dank für deine Rezension, liebe Fluse. Schade, dass der Roman dich nicht so richtig überzeugen konnte. Ich freue mich dennoch über deine Leseeindrücke – die nehme ich als wertvolles Feedback mit. Vielen Dank an dich und alles Gute :winken:

  • Aber sicher Stefanie, problematisch ist es ja immer, sich kritisch zu äußern, das mag man ja nicht wirklich. Hab eine gute Zeit, vielleicht sehen wir uns hier ja mal wieder. Alles Gute auch für Dich und viel Erfolg beim Schreiben. :winken:

  • Ihr Lieben,


    vielen Dank für die interessante Leserunde und ganz besonders an Stefanie für die aufmerksame Begleitung.


    Hier ist meine Meinung zu dem Roman:


    Isabel befindet sich auf einem Tiefpunkt ihres bisherigen jungen Lebens, denn sie leidet unter Panikattacken und Angststörungen. Ihre Wohnung ist verwahrlost, sie traut sich kaum noch auf die Straße, selbst ein Gang zum Supermarkt wird für sie zum Horrortrip.
    In dieser schwierigen Zeit wird ihre geliebte Adoptivmutter Elisa schwer krank und sie schafft es erst, zu ihrem Adoptivvater an den Forggensee zu fahren, als die Beerdigung stattfindet.
    Gequält von Ängsten und Schuldgefühlen findet sie eine Botschaft von Elisa. Es geht dabei um ihre Lebensgeschichte, ihre Kindheit und Jugend in dem Dorf Forggen, bevor der See 1954 aufgestaut wurde und vor allem um ein nie gelöstes Rätsel, das Elisa ihr Leben lang belastet hat. Ihre jüngere Schwester und ihre Eltern sind in einer stürmischen Nacht im Sommer 1954, kurz vor der Evakuierung der letzten Dorfbewohner spurlos verschwunden.
    Die Geschichte entwickelt eine starke Eigendynamik und Isabel gerät zunehmend in den Sog der Vergangenheit. Sie begegnet Tom, ihrer unglücklichen Jugendliebe wieder und entschließt sich endlich, eine Therapie zu machen, wodurch sie stabiler wird.
    Im weiteren Verlauf der Handlung durchleben Isabel und Tom schmerzhafte und glückliche Phasen und tauchen ein in die Geheimnisse ihrer Familien, die bis in die Gegenwart ihre Spuren in den Seelen der Menschen hinterlassen haben. Mit der Zeit offenbart sich bei ihren Recherchen ein sehr kompliziertes Geflecht aus Abhängigkeiten und Manipulationen , Gewalt und Schuld. Es wird ein sehr langer schmerzhafter Weg bis hin zu Wahrheit und allmählicher Heilung, sowohl in der Vergangenheit wie auch in der Erzählgegenwart.


    Ständig spürbar ist die Präsenz des Sees, der Leben bedeuten kann und Tod, Vergänglichkeit und Erinnerung in einer Dimension, für die es keine Worte oder Erklärungen gibt, nur eine fühlbare, ungreifbare Substanz - wie eine ferne Melodie, die der Wind in Klangbilder auflöst.
    Die Personen sind nicht einfach zu verstehen, sie mögen unzugänglich wirken in ihrem Schweigen und ihren Ängsten, aber die seelischen und emotionalen Abgründe sind so schmerzhaft deutlich wie unter einem Vergrößerungsglas.


    Der See, die Natur und das Wasser haben immer auch verschiedene Aspekte - Elemente, die sowohl zerstören, als auch bewahren und Erinnerungen konservieren können, weil ein Stück Vergangenheit versunken ist, aber nicht völlig verschwunden. So wie mit Bildern aus einem Traum - man weiß, sie waren da und sehr lebendig, aber sie sind auch nicht weg, sondern schlummern in den Tiefen des Unbewußten.
    Dieses Dorf mit seinen letzten Bewohnern - es wird sie nie wieder so geben wie damals - andererseits sind sie noch sehr präsent und tragen auf magische Weise ihre Geheimnisse und ihre Geschichten weiter in die Zukunft.
    All diese Motive ergänzen sich perfekt mit der Geschichte und den Personen, denn sie alle scheinen seelisch Versehrte zu sein, die ihre Schmerzen (zu) lange verborgen haben und nun merken, dass es nur eine Heilung geben kann, wenn man sich die Verletzungen, die Wut und Traurigkeit anschaut und zu verstehen versucht.


    Mich haben die Personen mit ihren ungewöhnlichen Geschichten und seelischen Abgründen sehr bewegt und fasziniert.


    :buchtipp:

  • Vielen Dank für diese Leserunde und vor allem vielen Dank an Stefanie für die Begleitung.


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    Isabel traut sich kaum aus dem Haus, denn sie kann nicht unter Menschen sein. Seit sich Tom kurz nachdem sie ihre Beziehung bekannt gemacht haben von ihr trennt, geht es ihr sehr schlecht. Selbst als ihre Adoptivmutter im Sterben liegt, schafft sie es nicht, zu ihren Adoptiveltern zu fahren. Erst zur Beerdigung reist sie an und trifft dort Tom wieder. Als sie zu ihrem Adoptivvater zieht, findet sie in ihrem ehemaligen Zimmer in einem Versteck eine Brief von Elisa und an ganze Menge besprochener Kassetten. Elisa möchte, dass Isabel herausfindet, warum Elisas Eltern und ihre jüngere Schwester Sybille 1954 spurlos verschwanden, kurz bevor über dem Heimatdort der Familie der Forggensee aufgestaut wurde.
    Es ist eine sehr eindringliche und düstere Geschichte, die uns Stefanie Kasper hier erzählt, aber eine Geschichte, die einen gefangen nimmt.
    Isabel hat sich in einer verwahrlosten Wohnung vor den Menschen versteckt. Sie schafft es kaum, sich das Notwendige im Supermarkt zu holen. Aber sie verheimlicht ihre Soziophobie sogar vor den Adoptiveltern. Doch Elisa hatte schon länger eine Ahnung und durch ihren letzten Willen soll die mit Schuldgefühlen behaftete Isabel aufgerüttelt werden. Sie soll das Schicksal der Familie aufklären und sich selbst wieder ins Leben holen. Quirin, Isabels Adoptivvater, kann ihr die Abwesenheit nicht verzeihen und braucht eine Weile, bis er begreift, dass Isabel ihre eigenen Probleme hat. So sehr sie andere Menschen meidet, so vertrauensvoll wendet sich Isabel wieder Tom zu, der sie zu einer Therapie überredet. Isabel will danach mit Hilfe von Tom aufklären, was in der Vergangenheit geschehen ist. Doch sie stoßen nur auf Schweigen oder Lügen. Immer wieder gibt es neue Versionen. Aber was ist die Wahrheit?
    Isabel will ihrer Tante ihren Wunsch erfüllen und gibt nicht auf, dabei begibt sie sich in große Gefahr.
    Am Ende klärt sich alles und man ist schockiert über das Verhalten der Beteiligten. Schon damals hat das Vergangene einen großen Einfluss auf das Leben der betroffenen Familien. Als dann auch noch der Verlust der Heimat droht, verändern sich die Menschen und es gibt Gewalt und Manipulation und erschreckendes Handeln. Es entwickelt sich eine Abhängigkeit, die bis in die Gegenwart wirkt.
    Ich kann das Verhalten der Personen oft nicht nachvollziehen und die Abgründe, die sich dann auftun, sind furchtbar. Das Ende hatte ich so nicht erwartet, aber es ist schlüssig.
    Ein bestürzendes Familiendrama, das mich wirklich gepackt hat.

  • Auch an euch ein herzlicher Dank für die Leserunde und die schönen Rezensionen, Emmy & buchregal123 – freut mich riesig, dass Isabels Geschichte euch packen konnte. Sehr sehr spannend, eure Gedanken während der Lektüre mitverfolgen zu dürfen.
    Liebe Grüße und alles Gute :winken:

  • Vielen Dank, dass ich an dieser Leserunde zu diesem sehr interessanten Buch mit einem Freiexemplar teilnehmen durfte. Ein sehr spannende Geschichte, die vor einem dramatischen Hintergrund spielt.


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    Inhalt:


    Der Tod ihrer Adoptivmutter Elisa ist für Isabel der Anlass aus ihrem alten Leben auszubrechen. Sie leidet seit dem Bruch ihrer Beziehung zu ihrer große Jugendliebe Tom und Soziophobien, die es ihr unmöglich machen unter Menschen zu sein. Nach Elisas Tod kehrt sie an den Ort ihrer Jugend zurück und stellt sich ihren Ängsten. Elisa hat ihr Kassetten hinterlassen, in denen sie Isabel von ihrem Leben erzählt und sie auch bittet, in Erfahrung zu bringen, was mit ihrer Familie passiert ist. Seit der Aufstauung des Forggensees ist unbekannt, was mit ihren Eltern und ihrer Schwester passiert ist. Nach einer erfolgreichen Therapie ihrer Ängste macht sie sich an die Erforschung ihrer Familienvergangenheit und stößt auf eine dunkle Geschichte.


    Meine Meinung:


    Bei diesem Buch handelt es sich meiner Meinung nach nicht um einen klassischen Krimi, auch wenn es um die Aufklärung des lange zurückliegenden Verschwindens von Elisas Familie. Auf mich wirkte das Buch eher wie eine Familiengeschichte in der ein dunkles Geheimnis aufgeklärt wird, bei der es leider auch Todesfälle gab.


    Die ganze Handlung spielt vor Hintergrund der Aufstauung des Forggensees, einem Stausee der 1954 geflutet wurde und zum Untergang des Ortes Forggen führte, ein dramatisches Ereignis für die betroffenen Familien. Vor dieser Kulisse entsteht langsam mit Isabels Nachforschungen eine dramatische Familiengeschichte aus Egoismus, Schuld und Gewalt, die mich komplett gefangen genommen hat.


    Das Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und es mach Spaß, selber Überlegungen anzustellen über den Ablauf der Ereignisse, zumal die Autorin selber mehre Lösungsansätze in die Handlung einbaut.


    Es handelt sich hier um ein sehr lesenswertes Buch über eine dramatische Familiengeschichte, die den Leser etwas nachdenklich zurück läßt.


    https://literaturschock.de/lit…41871.msg924227#msg924227

  • Inhaltsangabe:


    Die 17-jährige Isabel und der wenig ältere Tom lieben sich sehr. Als sie ihren jeweiligen Eltern eröffnen, dass sie nun ein Paar sind, sind die Reaktionen positiv, doch schon einen Tag später beendet Tom die Beziehung – nach einem weiteren Gespräch mit seinem Vater. Auf einen vernünftigen Grund wartet Isabel vergebens. Einige Jahre später kommt Isabel zurück in ihren Heimatort Füssen, zur Beerdigung ihrer Adoptivmutter Elisa. Hier trifft sie wieder auf Tom, und ihre alte Liebe flammt erneut auf. Doch Isabel hat von Elisa noch eine Aufgabe bekommen: sie soll herausfinden, was mit Elisas kleiner Schwester Sibylle und ihren Eltern passiert ist. Diese waren 1955 in der Nacht verschwunden, als das Lechtal nördlich von Füssen im Allgäu zum Forggensee geflutet wurde, und es gab danach nie wieder eine Spur von ihnen. Isabel beginnt mit ihren Nachforschungen, doch die Ergebnisse werden ihr nicht nur selbst gefährlich, sondern auch ihrer zweiten Beziehung mit Tom …


    Meine Meinung zum Buch:


    Stefanie Kasper erzählt uns hier eine spannende Geschichte auf zwei Zeitebenen. Zum einen geht es um Isabel und Tom in der heutigen Zeit, wie sie um ihre Beziehung kämpfen und wie sie mit den Auswirkungen von Isabels Nachforschungen zurechtkommen können. Auf der anderen Seite wird das Leben im kleinen Ort Forggen erzählt, bevor das Lechtal zum Stausee, dem heutigen Forggensee, geflutet wurde. Es geht hierbei hauptsächlich um die beiden Familien Radspieler, das waren Toms Vorfahren und Elisas Vorfahren, den Forggenmüllers.


    Geschichten mit Geheimnissen aus alter Zeit mag ich sehr gerne, und die Gegend um den Forggensee herum kenne ich gut aus verschiedenen Urlauben und Kurztrips – ein doppelter Grund, dieses Buch zu lesen. Ich wurde dabei nicht enttäuscht, die Geschichte ist spannend aufgebaut, enthält etliche überraschende Wendungen und man erfährt nebenher Einiges über das Leben im Lechtal vor und nach der Stauung zum großen Forggensee. Dabei fühlt man sich nicht belehrt, die Informationen fügen sich harmonisch in die Geschichte um Tom und Isabel bzw. ihren Vorfahren ein.


    Isabel ist eine sympathische Hauptfigur, mit der man gerne mitgeht und ihr Wachsen an den Ereignissen ist interessant zu verfolgen. Tom war mir oft ein bisschen suspekt, weil seine Motive erst ziemlich spät im Buch deutlich werden, aber insgesamt kam ich auch mit ihm gut zurecht. Auch die Figuren, die in der Vergangenheit Thema sind, also die Vorfahren der beiden jungen Leute, sind tiefgründig dargestellt. Auch wenn man mit deren Motiven nicht immer einig sein kann, sind diese nachvollziehbar.


    Insgesamt kann ich das Buch empfehlen: :buchtipp:



    Zur Leserunde:


    Danke an meine Mitleserinnen, es hat wie immer so viel Spaß gemacht, mit euch auf Mördersuche zu gehen.


    Und natürlich besonderen Dank an Stefanie Kasper, die uns wieder so nett begleitet hat. Ich hoffe, wir lesen uns in einer anderen Runde einmal wieder.


    Viele Grüße von Annabas :winken:


    Amazon
    Literaturschock

  • So, hier nun auch meine Rezesion. Sorry, dass es diesmal so schleppend bei mir ging - sowohl meine Beiträge als auch die Rezension. Ich habe Urlaub und war ein paar Tage bei meinen Eltern zu Besuch. Ich hatte gehofft, dass ich den Großteil des Buches schon vor meinem Besuch schaffe, aber das hat leider nicht geklappt. Nevertheless hat mir die Runde sehr viel Spaß gemacht und ich bedanke mich bei allen Teilnehmern, Annabas als Moderatorin und Stefanie für die tolle Autorenbegleitung. Aber hier nun die Rezension:



    Familiengeheimnis: Der dunkle Grund des Sees - Stefanie Kasper


    Forggensee – ein Stausee, der 1954 entstand und den Weiler Forggen, der ihm seinen Namen verlieh, flutete. Isabels Adoptiveltern, Elisa und Quirin Radspieler gehörten zu den Kindern, die in Forggen aufwuchsen. Doch das ist lange her. Isabel, zurück in ihrem Heimatdorf, nachdem Elisa an Krebs gestorben ist, macht sich auf Elisas Wunsch hin auf die Suche nach den Spuren ihrer verschwundenen Familie. Elisa hat Kassetten besprochen, die Isabel nun nach und nach hört und damit das Geheimnis der Familie Forggenmüller versucht aufzudecken, die kurz vor der Flutung von einem Tag auf den anderen verschwanden. Bis auf Elisa, welche die Nacht woanders verbracht hatte. Daran, dass ihre Familie ohne sie weggegangen ist, kann Elisa nicht glauben, doch was ist damals passiert? Isabel hört nicht nur Elisas Geschichte, sondern stochert in einigen Erinnerungen und wühlt auf, was manche lieber weiter verborgen hätten.


    Isabel Radspieler ist eine schwierige Protagonistin, um Ermittlungen anzustellen. Sie leidet an einer Sozialphobie, geht kaum aus ihrer Wohnung und diese ist nun auch nicht der Traum, sondern ziemlich verwahrlost. Sie schafft es noch nicht einmal, die Wohnung zu verlassen, um ihre Adoptivmutter Elisa am Krankenbett zu besuchen, erst zur Beerdigung. Alles denkbar schlechte Bedingungen, um an einem Geheimnis zu knabbern und dies zu lösen. Allerdings kann Tom, ihr Cousin und früherer Freund/Liebhaber, der sie überraschend fallen hat lassen und Isabel so diese Trennung nie verwunden hat, dazu überreden, eine Therapie zu machen, nachdem sie ihn auf der Beerdigung wieder trifft. Danach ist es besser, doch immer wieder spielt Isabel ihre Angst dazwischen und sie kommt in Situationen, in denen ihr die Worte fehlen bzw. sie um diese ringen muss.


    Und obwohl Tom in dieser Hinsicht einen positiven Effekt auf Isabel hat, kam ich nur schwer mit der Romanze der beiden zurecht. Ich bin eh kein Freund von Liebesbeziehungen in Krimis – wobei auch hier der Titel Kriminalroman weit gefasst ist, denn eigentlich ist es eher die Geschichte einer Familie, in der ein Geheimnis gehütet wird und auch Todesfälle vorkommen – aber hier war ich wirklich genervt davon. Tom und Isabel kommen wieder zusammen, trennen sich, kommen wieder zusammen… puh. Gar nicht meins. Was mich aber am meisten stört, ist die Tatsache, dass Isabel Tom bedingungslos wieder in ihrem Leben akzeptiert, obwohl die Trennung damals mehr als schmerzhaft war und er ihr auch keinen Grund genannt hatte. Für mich nicht nachvollziehbar.


    Aber neben dem ganzen persönlichen Geplänkel gibt es ja auch noch das Geheimnis um den Forggensee. Eine spannende Sache – man kann heute, wenn der Stausee abgelassen ist, wohl noch zu den Ruinen des damaligen Weihers wandern. Dazu passend finde ich übrigens auch das Cover sehr gelungen. Abwechselnd befindet man sich nun im Hier und Jetzt, aber eben auch in der Zeit vor der Flutung. Elisa und ihre Schwester Sybille, sowie die Söhne Radspieler, Michael und Quirin, sind Nachbarskinder und so im Alter zwischen 7 und 12 kurz vor der Flutung, doch Elisa hat ihre Erinnerungen nicht unbedingt chronologisch aufgezeichnet und so ist man gemeinsam mit Isabel ab und an verwirrt. Überhaupt viel es mir manchmal doch schwer die vielen Informationen zu ordnen und einen Überblick über die offenen Fragen zu halten. Zudem wird ziemlich lange kaum eine Frage beantwortet, sondern nur noch neue Fragen aufgeworfen. Um das Geheimnis bis zum Schluss zu wahren, werden dann sogar verschiedene Lösungen angeboten, unter denen der Leser bzw. Isabel wählen kann, bzw. diese glauben kann, bis dann die letztendliche Lösung auftaucht. Die Spurensuche mit den Ausschnitten aus der Vergangenheit, aber auch die Fragen, die Isabel jetzt stellt, sind spannend zu verfolgen, die privaten Dinge zwischendrin eher nicht so und haben mich auch genervt. Nichtsdestotrotz waren diese Dinge natürlich alle schön verwoben und es galt sie zu entwirren.


    Fazit:
    Eher Familiendrama, denn Kriminalroman. Das Geheimnis um die Forggenmüller war spannend zu verfolgen, wenn auch manchmal verwirrend. Das private Geplänkel konnte mich nicht überzeugen und hat mich genervt.


    Die Rezension habe ich noch auf meinem Blog, bei literaturschock.de, im Literaturschockforum, bei hugendubel.de, bei lovelybooks und goodreads veröffentlicht.

  • Lieben Dank auch an euch, Ostsee_71, Annabas (ganz besonders auch für die Moderation!!) und DunklesSchaf. Klasse, wie man hier bei euch neue Blickwinkel erfahren darf. Hat mir wieder großen Spaß gemacht.


    Vielen Dank und herzliche Grüße an alle :winken:


    Stefanie

  • Hallo ihr Lieben,


    nun sind alle Rezensionen geschrieben und es wird Zeit, die Runde auch offiziell zu beenden.


    Danke an alle Beteiligten für die rege Teilnahme und die spannenden Diskussionen. Ich hoffe, wir sehen uns alle in einer weiteren Runde wieder.


    Viele Grüße von Annabas :winken:

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen

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