Leserundenfazit, Rezensionen (bitte ohne Spoiler)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluss zeitnah euer Fazit hier einstellt.


    Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!


    Bitte rezensiert das Buch auch auf unserer Hauptseite Literaturschock.de. Eine extra Anmeldung ist hierzu nicht nötig, Gastrezensionen werden manuell freigeschaltet.


    Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

  • Hier nun meine Rezi:


    Anne Südhausen, lebt in Hamburg, ist erfolgreich im Job und gescheitert in der Liebe, erhält die traurige Nachricht vom Tod ihrer Großmutter Charlotte , zu der sie in den letzten Jahren keinerlei Kontakt mehr hatte. Sie macht sich auf den Weg nach Innsbruck, um die Formalitäten zur Beerdigung zu erledigen. Mit gemischten Gefühlen allerdings, da sie ein schlechtes Gewissen plagt, sich nicht mehr um ihre Großmutter gekümmert zu haben.


    Im Haus findet sie Tagebücher, die sie ihrer Großmutter wieder näherbringen. Denn erfährt sie doch dort vieles aus der Zeit, in der Charlotte aufgrund des traumatisierenden Verlustes ihres Bruders in einem Nervensanatorium - Schattwald - weilt. Dieser Aufenthalt sollte nicht nur das Leben von Charlotte verändern, auch Annes Leben wird sich ändern. Und sie wird Wahrheiten erfahren und Antworten finden.


    Hier ist ein Thema aufgegriffen worden, welches meiner Meinung nach zu selten berücksichtigt wird. Sicher, es ist ein dunkles Kapitel unserer Geschichte, aber umso wichtiger, die vielen Grausamkeiten niemals in Vergessenheit geraten zu lassen. Allerdings wird dem Leser durch den Klappentext - meiner Meinung nach - etwas mehr Inhalt bezüglich der Patienten in Nervenheilanstalten zu Zeiten des Nazideutschlands suggeriert.


    Der Autorin ist es gelungen, dem Leser eine spannende, berührende und Mut machende Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen zu schenken. Sie zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, nicht zu verzweifeln in der Not, zusammenzustehen und Mut zu haben.


    ---------------------------------------------


    Danke für diese Leserunde, Deine Begleitung, liebe Barbara und Deine Zeit.
    Liebe Mitleser, wir lesen uns wieder


    ---------------------------------------------


    Hier wird die Rezi ebenfalls erscheinen:
    https://www.amazon.de/Schattwa…r=8-1&keywords=schattwald (muss noch freigeschaltet werden)
    http://wasliestdu.de/rezension…raucht-es-mutige-menschen
    http://www.lovelybooks.de/auto…4-w/rezension/1316877139/

    Einmal editiert, zuletzt von Fluse ()

  • Herzlichen Dank! :winken:


    Zum Buch:


    Anne muss noch die Trennung von ihrem Ehemann verarbeiten, als sie vom Tod ihrer Großmutter Charlotte erfährt. Jahrelang hat kein Kontakt mehr zur Großmutter bestanden, und doch hat Charlotte ihrer Enkeltochter ihr Haus in Innsbruck vererbt. Anne fliegt von Hamburg nach Innsbruck, um sich um die Beerdigung ihrer Oma und die Erbschaftsangelegenheiten zu kümmern. Im Haus ihrer Großmutter findet Anne alte Tagebücher aus dem Jahr 1943. Sie beginnt, die alten Aufzeichnungen zu lesen und lernt so ihre Oma auf eine ganz andere Weise kennen. Ein besonderes Sanatorium spielt dabei eine große Rolle...


    Mein Leseeindruck:


    Die Geschichte von Charlotte und von Anne hat mich von Anfang an packen können. Es gibt zwei Handlungsstränge. Einmal befinden wir uns natürlich mit Anne in der Gegenwart, und dann gibt es immer wieder Rückblicke ins Jahr 1943, wo wir miterleben können, was Charlotte damals erlebt hat.


    Beide Handlungsstränge haben mir sehr gut gefallen. Sie sind beide sehr spannend geschrieben, so dass ich immer nur weiterlesen wollte. Es passiert eine ganze Menge auf den ca. 370 Seiten. Der Handlungsstrang, der in den Zeiten des Zweiten Weltkrieges spielt, hat mich zudem sehr betroffen und nachdenklich gemacht. Es ist eine Geschichte mit viel Tiefgang, die meines Erachtens sehr gut von der Autorin recherchiert wurde.


    Für mich ist "Schattwald" ein ganz besonderes Buch, und ich empfehle es jedem gerne weiter. Mich konnte es von Anfang bis Ende sehr fesseln.

  • Die Vergangenheit und ihr Einfluss auf die Gegenwart


    Anne Südhausen bekommt die Nachricht, dass ihre Großmutter Charlotte im Alter von 92 Jahren in Innsbruck verstorben ist. Die Hamburger Journalistin macht sich nach Österreich auf - auch wenn sie Charlotte in den letzten Jahren nicht mehr gesehen hat. In der Wohnung der Verstorbenen angekommen, möchte Anne als einzig Hinterbliebene die Beerdigung organisieren und den Nachlass regeln, als ihr eine Reihe schwarzer Kladden in die Hände fällt. Es handelt sich um Tagebuchaufzeichnungen der zwanzigjährigen Charlotte aus dem Jahr 1943, die von einem Aufenthalt in einem Sanatorium erzählen.


    Anne vertieft sich in die eng mit Bleistift verfassten Zeilen und merkt schon bald, dass sich damals Dinge ereigneten, die ihre Großmama für immer verändert haben. Aber auch in ihrem Leben kommt es zu Veränderungen: während sie in Hamburg erst ganz frisch von ihrem langjährigen Partner verlassen wurde, tritt nun ein interessanter Mann in ihr Leben - und Anne ist nicht nur auf der Suche nach einem Gesprächspartner, sondern auch nach Aufmerksamkeit und Bestätigung.
    Doch dabei übersieht sie anfangs, dass aus verschiedenen Richtungen Interesse an den Aufzeichnungen ihrer Großmutter entsteht und sie selbst immer mehr in die Bredouille gerät...


    Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt: Annes, die die Tagebücher ihrer Großmutter liest, die Beerdigung Charlottes organisiert und gleichzeitig auch ein wenig Freiraum für sich sucht, und die von Charlotte, deren Erlebnisse wir nicht in der Tagebuch-Fassung lesen, sondern ebenso wie Annes erleben. Da mein Interesse schon seit langem dem Dritten Reich gilt, war für mich der Strang um Charlotte der interessantere, der mich deutlich mehr gepackt hatte. Aber Annes Erkenntnisse sind für den Verlauf und die Spannung ebenso wichtig, weshalb ich ihre Sicht der Dinge nicht wirklich weniger gerne gelesen habe.


    Der Autorin Barbara Dribbusch ist mit Charlotte ein sehr guter Charakter gelungen, denn die junge Frau, die nach dem Tod ihres Zwillingsbruders in Stalingrad nach Schattwald kommt, ist in meinen Augen sehr stark, sympathisch und mutig - und dabei stets glaubhaft. Ihre Erlebnisse im Sanatorium Schattwald zeigen die menschenverachtende Haltung der Nazis ebenso wie die Menschlichkeit, die andere in dieser dunklen Zeit aufgebracht haben - trotz extremer Bedrohung und Lebensgefahr.


    Im Gegensatz zu den alltäglichen Problemen Charlottes im Jahr 1942 wirken Annes geradezu banal. Nicht nur einmal wollte ich sie antippen und sie zu mehr Selbstachtung ermahnen und vor allem an ihr Bauchgefühl appellieren. So aber manövriert sie sich unweigerlich in eine gefährlich werdende Situation...


    In meinen Augen hat die Autorin hier einen tollen Roman vorgelegt, der sich einem viel zu selten beachteten Thema widmet und vor dem Hintergrund dessen eine spannende Geschichte erzählt, die bis in die heutige Zeit Einfluss nimmt. Dabei wählt Barbara Dribbusch einen flüssig zu lesenden Stil und authentisch wirkende Figuren - vor allem mit Charlotte und den Personen in ihrer Umgebung.


    4,5 von 5 Sternen


    Die Links:
    Literaturschock-Forum
    LS-Hauptseite, 04.09.2016
    Amazon
    LovelyBooks
    Goodreads


    Zur Leserunde:
    Vielen Dank an alle - es hat Freude gemacht, Eure Eindrücke und Vermutungen zu lesen.
    Ein besonders herzliches Dankeschön geht an Dich, Barbara, dafür, dass Du Dir Zeit genommen und uns begleitet hast! Ich hoffe, dass wir uns mal wieder hier lesen! Bis dahin wünsche ich Dir viel Erfolg mit Deinem Roman und viel Spaß beim Schreiben. :winken:


    Herzliche Grüße
    Tabea

    Liebe Grüße

    Tabea

    Einmal editiert, zuletzt von dubh ()

  • Vielen Dank, dass ich an dieser Leserunde zu diesem spannenden Buch teilnehmen konnte. Ein trauriges Thema deutscher Geschichte wurde hier aufgegriffen und hat mich nachdenklich zurück gelassen. Die Diskussionen waren wie immer sehr interessant und es macht doch immer viel Spaß, Spekulationen über die Handlung anzustellen.


    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Inhalt:


    Als Anne Südhaus die Nachricht erhält, dass ihre Großmutter Charlotte verstorben ist, macht sie sich auf den Weg nach Innsbruck, um sich als einzige Hinterbliebene um die Formalitäten zu kümmern. Auch wenn sie ihre Großmutter in den letzten Jahren kaum noch gesehen hat, sieht sie es als ihre Aufgabe an, den Nachlass zu ordnen und sich um die Bestattung zu kümmern. Bei der Durchsicht er Unterlagen findet sie 13 schwarze Kladden, die Tagebuchaufzeichnungen von Charlotte enthalten. Sie wurde nach dem Tod ihres Zwillingsbruders 1943 im Sanatorium Schattwald in Österreich behandelt und hat ihre Erlebnisse dort aufgezeichnet.


    Meine Meinung:


    Dieses Buch nimmt ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte auf, die Verfolgung und Vernichtung psychisch kranker Menschen unter der Nazi-Diktatur. Schattwald war anscheinend eine Einrichtung, in der es der Leiter Dr. Amberger geschafft hat, Deportationen und Menschenversuche zu verhindern.
    Die Geschichte wird auf 2 Ebenen erzählt. Einerseits auf der Sicht Annes, deren Neugier schnell geweckt ist und die gerne Erfahren möchte, was damals passiert ist. Auch in der Gegenwart kommt es rund um die Tagebücher zu einigen dramatischen Ereignissen. In der zweiten Ebene lesen wir zusammen mit Anne Charlottes Tagebücher und erfahren dort von den Ereignissen im Sanatorium Schattwald, die von dem Kampf des Klinikpersonals, um das Leben ihrer Patienten erzählt.


    Eine packende Geschichte, die mich von der ersten Seite an gefangen genommen hat. Die Handlungen auf beiden Zeitebenen sich sehr flüssig und mitreißend erzählt. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und man kann sich als Leser sehr gut in ihre Situation hinein versetzen. Durch die Ereignisse aus den Tagebüchern bekommt man einen tiefen Einblick in die Situation in dem Sanatorium und der bedrohlichen Situation für die psychisch Kranken in der damaligen Zeit, geht es doch darum die Patienten vor Menschenversuchen und Ermordung zu schützen. Die Bedrohung schwebt bei der gesamten Handlung über den Ereignissen und verbreitet ein dunkle Stimmung.


    Der Roman ist sehr lesenswert, greift er doch eine Thema auf, dass in meine Augen bislang wenig Beachtung gefunden hat. Mir hat es ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte vor Augen geführt, das mir zwar bekannt war, aber durch dieses Buch hat es ein persönliches Gesicht bekommen.



    https://literaturschock.de/lit…x.php?thread/42002.0.html

  • Liebe alle,
    nun haben sich vier Mitleserinnen verabschiedet und ich möchte auch ein kurzes Fazit der Leserunde ziehen: Ich danke erstmal den Leserinnen für ihre Lese-Zeit, die sie "Schattwald" widmeten. Das ist ja das wichtigste für eine Autorin, überhaupt gelesen zu werden. Ich fand den Umgangston der Runde freundlich und fair auch in der Kritik. Natürlich überlege ich, hm, hätte ich Anne vielleicht etwas selbstbewusster zeichnen sollen oder, hm, vielleicht noch einen Perspektivwechsel auf Kettenbach und seine Aktivitäten bei der Euthanasie vornehmen sollen? Die Wahrheit aber ist: ich wollte Anne eine Entwicklung ermöglichen und die Tagebuchperspektive Charlottes nicht sprengen, das setzt gewisse Grenzen. Und Schattwald sollte ein Ort der Hoffnung sein.
    Ich hoffe, Ihr nehmt etwas von der Wärme in Schattwald mit, bedanke mich nochmal bei Euch und der Moderation für die Leserunde und wünsche Euch eine angenehme Zeit. :winken:
    Herzliche Grüße, Barbara Dribbusch

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen