Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

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    Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Die Autorin Petra Pfänder entführt uns in ihrem Roman zu Johanna, die nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter Charlotte nach 12 Jahren nach Eutin in Schleswig-Holstein auf den Hof ihrer Familie kehrt, um Abschied zu nehmen. Sie will das Gutshaus verkaufen, da sie erfolgreich als Immobilien-Maklerin in Hamburg arbeitet und sich ein gemeinsames Leben mit ihrem Verlobten Henning aufgebaut hat.


    Der Roman ist flüssig geschrieben, so daß man sich gut in die Geschichte hineinfindet. Durch die detaillierten Beschreibungen der Umgebung glaubt man, sich selbst in Schleswig Holstein zu befinden.


    Nach dem Fund eines uralten Briefes in der Bräutigamseiche und dreier Gemälde ihrer Urgroßmutter Emilie im Nachlass der Großmutter tauchen wir mit Johanna in die Familiengeschichte ab, in der es ein Geheimnis gibt, das bisher verborgen war.


    Wir werden Zeuge einer vergangenen Liebesgeschichte, die Johanna hilft, in ihrem Leben aufzuräumen.


    Die Autorin Petra Pfänder hat eine wunderbare Familiengeschichte geschrieben, in der die Spannung bis zum Schluß aufrechterhalten wird.


    Ich bin begeistert von der Geschichte und kann sie sehr gerne weiterempfehlen.


    Vielen Dank an Petra Pfänder, die diese Leserunde begleitet hat.

  • Auch von mir vielen Dank für diese Leserunde und besonderen Dank für die Begleitung der Runde.


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    Johanna Petersen hat ihre Heimatstadt Eutin vor 12 Jahren aus enttäuschter Liebe verlassen und ist nicht mehr zurückgekommen. Doch nun ist ihre Großmutter Charlotte gestorben und Johanna ist zurückgekehrt, um die Formalitäten zu erledigen. Aber als sie das alte Gutshaus wiedersieht, kommen Erinnerungen und Wehmut hoch. Dann findet sie auch noch einen mysteriösen Brief in der Bräutigamseiche. Sie möchte wissen, was es damit auf sich hat und verschiebt ihre Rückkehr zu ihrem Verlobten Henning nach Hamburg immer wieder.
    Der Schreibstil hat mir gut gefallen und die Geschichte liest sich im Nu weg. Obwohl die Handlung zum größten Teil in der Gegenwart spielt, gibt des dazwischen auch immer wieder Rückblenden, so dass wir auch die Geschichte von Johannes Urgroßmutter Emilie kennenlernen. Emilie heiratet den wesentlich älteren Ronald Petersen, der sie zwar vergöttert, aber nicht auf sie eingeht. Der Maler Friedrich Lindner, der für eine Weile das zum Gut gehörende Jägerhaus mietet, sieht sofort, was mit Emilie los ist.
    Johanna und Emilie haben einiges gemein, sie versuchen nicht Probleme zu klären, sondern laufen davor weg. Obwohl mir Johanna nicht unsympathisch ist, kann ich ihre Handlungsweise nicht verstehen. Sie hat ein inniges Verhältnis zu ihrer Großmutter und besucht sie doch zwölf lange Jahre nicht. Auch macht sie sich wenig Gedanken darüber, wie es der alten Frau gehen könnte und das alles nur, weil sie enttäuscht und verletzt wurde.
    In Hamburg ist Johanna erfolgreich als Immobilienmaklerin und die Hochzeit mit dem aufstrebenden Politiker Henning, der aus einer angesehenen Hamburger Familie stammt, steht kurz bevor. Er zeigt Johanna gegenüber eine ziemlich dominante Art. Er hat kein Verständnis für Johannas Unentschlossenheit bezüglich des Gutes und auch nicht für ihre Nachforschungen bezüglich der Familiengeschichte.
    Aber auch die anderen Personen wurden gut und authentisch beschrieben. Besonders gefallen haben mit die kleine Lilli, die genau weiß was sie will, und der alte Störtebeker.
    Es hat Spaß gemacht, mit Johanna die wunderschöne Landschaft zu entdecken und es war spannend herauszufinden, welches Familiengeheimnis so lange bewahrt wurde. Obwohl vorhersehbar war, wohin die Geschichte führen wird, wurde ich gut unterhalten.

  • Vielen Dank für diese interessante Leserunde, die wieder viel Spaß gemacht hat. Diese Buch eignete sich sehr gut, spannende Überlegungen anzustellen und darüber zu diskutieren.


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    Inhalt:


    Johanna Petersen hat nach einer enttäuschten Liebe ihre alte Heimat Eutin vor 12 Jahren verlassen und lebt als erfolgreiche Immobilienmaklerin in Hamburg. Als ihre Großmutter Charlotte stirbt, fährt sie zurück zum alten Gutshof der Familie, um sich um die Beerdigung zu kümmern und die Hinterlassenschaft zu regeln. Das alte Gutshaus löst bei ihr viele schöne Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend, die sie hier verbracht hat aus, die leider von einer enttäuschten Liebe überschattet werden. Als auf der Suche nach den alten Kochbüchern der Großmutter 3 Gemälde des Malers Friedrich Linder findet und auch noch ein alter Brief aus der Bräutigamseiche auftaucht, wird Johanna von Neugier gepackt und die begibt sich auf eine Reise in ihre Familienvergangenheit.


    Meine Meinung:

    Zusammen mit Johanna begeben wir uns auf eine Reise zurück in die Vergangenheit in das Jahr 1936, in dem sich die dramatischen Ereignisse um Emilie, Johannas Urgroßmutter zugetragen haben. Eine Geschichte über eine unerfüllte Liebe mit einem dramatischen Finale.


    Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich angenehm lesen. Die Charaktere werden sehr gut gezeichnet und ich konnte ihre Handlungen gut nachvollziehen. Auch wenn es sicherlich eine extreme Haltung ist, die geliebt Großmutter 12 Jahre lang nicht zu besuchen, nur weil eine Jungendliebe enttäuscht wurde. Extrem, aber nicht unglaubwürdig.


    Die Suche nach den Ereignissen in der Vergangenheit haben mich als Leser dazu angeregt, eigenen Überlegungen anzustellen zu dem, was damals wohl passiert ist. Die Handlung nimmt aber einige unerwartete Wendungen, so dass ich immer wieder überrascht wurde. Die Handlung ist insgesamt nachvollziehbar aufgebaut und obwohl sich das Ende logisch aus der Handlung entwickelt, war es für mich überraschend.


    Ein lesenswerter Roman, der viel Spaß beim Lesen macht und viele schöne Lesestunden bereit hält.


    https://literaturschock.de/lit…42043.msg927783#msg927783

  • Vielen Dank euch allen für die Lesrunde :)


    Hier ist meine Meinung zu dem Roman:


    Die junge Immobilienmaklerin Johanna hat auf den ersten Blick alles, was sie sich im Leben wünscht - sie ist erfolgreich und zufrieden im Beruf, wohnt mit ihrem Verlobten, einem ehrgeizigen Politiker, in einer schönen Hamburger Villa - und dennoch hat sie manchmal das vage Gefühl, dass ihr etwas fehlt.


    Nach dem plötzlichen Tod ihrer Großmutter fährt sie für ein paar Tage zurück in ihre alte Heimat bei Eutin und zieht vorübergehend in das alte Gutshaus ein, in dem sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hat und sehr glücklich war.


    Das Haus, die Umgebung, der Geruch der Wiesen ,der weite Himmel und die salzige Meerluft zeigen ihr, was sie all die Jahre im Hamburg vermisst hat. Immer stärker gerät sie in den Sog der Erinnerungen, vor allem denkt sie oft an ihre Jugendliebe Jan und die schmerzliche Trennung von ihm vor 12 Jahren zurück.
    Die Vernunft rät ihr, das alte heruntergekommene Anwesen so schnell wie möglich zu verkaufen und zurück nach Hamburg in ihr altes Leben zu gehen. Eine andere Stimme in ihren Gedanken und Gefühlen wird dagegen immer stärker und hält sie fest an diesem Ort der widersprüchlichen Erinnerungen.
    Johanna kommt in einen Seelenzustand, den sie zunächst nicht einordnen kann, der sie verstört und verunsichert, sie gleichzeitig passiv und aktiv werden lässt.
    Das alte Haus birgt viele Geheimnisse und es beginnt eine schmerzhafte emotionale Reise für Johanna in beide Richtungen - zurück in die Vergangenheit mit den vielen belastenden Fragen sowie in eine ungewisse Zukunft, die ihr gleichermaßen Angst macht und magisch anzieht.


    Als sie ihrem damaligen Freund Jan begegnet, erlebt sie ein Gefühlschaos, an dem sie zu zerbrechen droht. Kann es für die beiden eine gemeinsame Zukunft geben, können sie die Verletzungen der Vergangenheit überwinden und wie wird sich ihr neues Leben anfühlen?
    Oder wird Johanna letztendlich zurückkehren in ihr vertrautes Leben mit seinen sicheren und gewohnten Strukturen?


    Die Geschichte von Johanna wird geschickt und einfühlsam verwoben mit dem Leben ihrer Urgroßmutter Emilie, die vor langer Zeit auf diesem Gut gelebt und deren Schicksal sich dort erfüllt hat und bis heute nachwirkt in der Familie.


    Der Roman beleuchtet die seelischen und emotionalen Facetten der Personen auf sensible Weise und ist eingebettet in die wunderschönen Landschaften mit den Seen und Wäldern um Eutin und natürlich spielt auch die Bräutigamseiche im Dodauer Forst eine wichtige Rolle in der Geschichte von Johanna, Jan und Emilie.


    :buchtipp:

  • Vielen Dank für die schönen Rezensionen, liebe Leserunde!!


    Ich freue mich sehr, dass euch die Geschichte gefallen hat und euch berühren konnte. Es war ganz neu für mich - und sehr spannend - hautnah mitzuverfolgen, was euch während der Lektüre durch den Kopf gegangen ist.


    Es hat mir großen Spaß gemacht mit euch :)


    Liebe Grüße,
    Petra

  • Die Rezension von mir kommt in den nächsten Tagen und Fluse ist noch nicht fertig mit dem Buch.


    Ich möchte Dir, liebe Petra, an dieser Stelle aber schon einmal Dankeschön sagen für Deine Begleitung der Runde. :winken:
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

  • Ich hab ziemlich hinterhergehangen mit der Geschichte. Aber gestern habe ich das Buch nun auch beendet. Hier nun meine Rezi:


    Aus dem Schatten in das Licht


    Johanna Petersen, erfolgreiche Immobilienmaklerin in Hamburg, erfährt vom Tod ihrer geliebten Großmutter und kehrt zurück nach Eutin, in ihre alte Heimat, um die Beerdigung vorzubereiten und das Erbe, den Gutshof, in Augenschein zu nehmen. Eigentlich ist für Johanna alles klar, sie verkauft und kehrt zurück nach Hamburg, wo ihr Verlobter, ein aufstrebender und gut situierter Politiker, auf sie wartet. Aber je länger und tiefer sie in ihrem ehemaligen Leben stöbert, je mehr wird ihr bewusst, woran ihr Herz hängt und wonach sie sich sehnt.


    So macht sie sich an die Aufgabe, das Haus zu renovieren und entdeckt dabei drei Gemälde, die ihre Großmutter zeigen. Dies erscheint ihr so ungewöhnlich, dass sie versucht, mehr über ihre Vorfahren zu erfahren.


    Was sie dann erfährt ist mehr als ein lang gehütetes tragisches Geheimnis. Es ist ein Schicksal, welches noch heute für Johanna Bedeutung hat.


    Ein echter Schmöker, der in zwei Zeitebenen den Leser mehr und mehr hinter die Geheimnisse des Gutshofes Petersen führt. Am Ende erfahren wir die ganze Wahrheit, die zum einen traurig macht, zum anderen aber auch für die Liebe einen Weg bereit hält.


    Hier erscheint die Rezi:
    http://www.amazon.de (muss noch freigeschaltet werden)
    http://wasliestdu.de/rezension/aus-dem-schatten-in-das-licht
    http://www.lovelybooks.de/auto…1-w/rezension/1319283052/

    Einmal editiert, zuletzt von Fluse ()

  • Rückkehr nach 12 Jahren


    Johanna Petersen leitet ein florierendes Maklerbüro in Hamburg, das sie vor 12 Jahren selbst aufgebaut hat. 12 Jahre ist es her, dass sie wegen einer zerbrochen Liebe ihre Heimatstadt Eutin und somit auch Großmutter Charlotte verlassen hat. Obwohl sie sehr an dem alten Haus hängt, möchte Johanna nach Charlottes Beerdigung alles so schnell wie möglich verkaufen und nach Hamburg, zu ihrem Job und ihrem Freund Henning, zurückkehren.


    Aus der Ferne betrachtet, sieht alles immer so einfach aus. Johannas Plan ist es, tatsächlich nur kurz zu bleiben, einen Käufer zu suchen und nach Abwicklung des Verkaufs zurück nach Hamburg zu fahren. Als sie das alte Haus ihrer Großmutter betritt, wird sie jedoch vom Charme dieses Hauses vollkommen gefangen genommen. Mit jedem Tag fühlt sie sich mehr zu diesem Haus und diesem Ort hingezogen und sie zögert ihre Abreise Tag um Tag hinaus. Als sie dann zufällig, auf der Suche nach den Kochbüchern ihrer Großmutter 3 ziemlich wertvolle Gemälde findet und einen alten Brief, der etwas mit ihrer Familie zu tun hat, vergisst sie sogar eine ziemlich wichtige Abendveranstaltung ihres Freundes Henning, für den diese Veranstaltung als aufstrebender Politiker ziemlich wichtig ist.


    Nun wächst in Johanna vollends der Wunsch herauszufinden, welches Geheimnis ihre Familie umgibt.



    Im Buch „Im Schatten der Bräutigamseiche“ hat die Autorin Petra Pfänder Fiktion und Wirklichkeit sehr schön unter einen Hut gebracht. Die beschriebene Eiche, die heute noch für Liebespaare als „Toter Briefkasten“ fungiert, existiert wirklich. Sie ist ca. 500 Jahre alt, hat einen Umfang von 5 Metern, ist 25 Meter hoch und befindet sich im Dodauer Forst in der Nähe von Eutin in Schleswig-Holstein. Sie hat sogar eine eigene Postadresse.

    Wie schon in „Unter dem Vanillemond“ schafft die Autorin auch hier wieder eine sehr schöne Atmosphäre, in die der Leser eintauchen kann. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig und die handelnden Personen sehr liebevoll und lebensecht charakterisiert. Während man mit Johanna das alte Haus der Großmutter inspiziert und, genau wie sie, dem Charme des Hauses verfällt, lernt man so ganz nebenbei ihren Lebenspartner Henning kennen, dem mein Herz leider nicht zugeflogen ist.


    Für Johanna öffnet sich in Eutin eine Welt, eine alte Welt, während Henning sehr auf das Materielle des Lebens fixiert ist. Gutes Aussehen, einen guten Ruf, viel Geld ….. andere Dinge haben nicht viel Platz in seinem Leben. Ich kann es Johanna nicht verdenken, dass sie ihre Rückreise immer wieder um einen Tag aufschiebt.


    Die Handlung des Buches spielt überwiegend in der Gegenwart und der Leser geht mit Johanna auf die Suche nach Wahrheiten. In kurzen Einschüben gibt es immer wieder Rückblenden, in denen das Leben von Johannas Urgroßmutter Emilie beleuchtet wird. Emilie hatte einen wesentlich älteren Mann geheiratet, der ihr alle Annehmlichkeiten des Lebens bot – ihren Seelenverwandten findet sie jedoch in Friedrich Lindner, einem Maler.


    Nach und nach öffnen sich die Menschen Johanna und erzählen ihr, was sie über das Leben ihrer Urgroßmutter Emilie wissen und es offenbart sich eine Geschichte, die trauriger nicht sein könnte.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen